Donnerstag 12 Oktober 1905 Erste- Blatt. 155. Jahrgang ve-ugSprei»r monatlich7v Pst viertel- jährlich Mk. 3.20; durch ^-Sü*L«ut«u. I li ist die Teil: P. Wittko- für .Stadt und ßanb* und „Gerichtsjaaf: Ernst Heß', für den Anzeigenteil: HanS Beck. diePost Dck.2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. imta^me von Anzeigen rr die Tages Nummer iS vormittags 10 Uhr. eüenpretS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. ^eS!aube’t Voiitische Tagesschm. Der Kaiser und die Sozialpolitik. Die Meldung der .Zukunst", der Kaiser habe zum Reichskanzler geäußert: die Kompottschüssel sei jetzt voll, für die Arbeiter sei vorläufig genug geschehen, die natürlich Beunruhigung namentlich bei den vaterländischen Arbeiterorganisationen und den Sozialpolitikern erregte, veranlaßte den Herausgeber der „Sozialen Praxis", Prof. Dr. E. Francke, an den Reichskanzler sich zu wenden mit der Bitte um Aufklärung. Darauf ist aus Baden-Baden vom Reichskanzler folgende Antwort eingelaufen: „Geehrter öerr Professor! Ihre Anfrage wegen der Aeuße- rung, die Se. M. der Kaiser zu mir über die „Kompottschüssel* der Arbeiter gemacht haben soll, beantworte ich dahin, daß Seine Majestät mir nichts derartiges gesagt har. Ich ermächtige Sie, hiervon öffentlich Gebrauch zu machen. Mit besten Empfehlungen Ihr ergebener Bülow." Wir hoffen mit der „Soz. Pr.", daß dieses Dementi sowohl den Besorgnissen, als auch der Agitation, welche die Verbreitung jenes angeblichen Kaiserwortes hervorgerufen hatte, ein Ende bereitet. Serbische Anleihe. Angesichts der Forderungen, die von einem Staat wie Rußland wiederholt an den internationalen Geldmarkt ge- ,ub«e nrfj Auch w.M Hause M ön geÄlt. ausgM.u.^ M Näh. Neuen Baue 3, f 06847_____ UM *0® SäSb ,.S°lid^stttb^ llchenmädchev jgesucht. Lohn 2b Mark. I__Motel Prim Carl i64l Mouatöwädchk^dv u gesuchi. Äoeihkslr.^,pali «bis «rav. DirustmLdchti gutem Lohn in ll hauLha! __________Marktplatz L. ^cheu können Writzjeiü Nähe« gründlich erlema Lellertveg U, 11, Gietzener AMgek *'■' General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen iüüiiiS nd. wegen des Streiks der Lagerarbeiter und der Schraubendreher aus technischen Gründen ohnehin in kürzester Frist geschlossen werden müssen. Gerade in der Hoffnung auf diese Wirkung ihres Streiks haben sicherlich die Lagerarbeiter und die Schraubendreher die Arbeit eingestellt. Hiervon abgesehen, setzt sich die sozialdemokratische Presse über die Tatsache hinweg, daß nicht ausgesperrte Arbeiter der beteiligten Fabriken, nämlich die Arbeiter in den Glühlampenbetrieben, die Elektromonteure, Maschinisten und Heizer „Sympathiestreiks" begonnen haben und damit, soviel an ihnen lag, Folgen heraufbeschworen, die noch viel einschneidender werden konnten, als die mit der Aussperrung verbundenen. Tie sozialdemokratische Presse macht sich ferner einer verwerflichen Handlungsweise schuldig, indem sie die Arbeitswilligen als sittlich verkommene Elemente schildert. Trotz diesem partei- wlitischen Schüren des Klassenkampses überläßt der „Vorwärts" es zunächst den beteiligten Gewerkschaften, den Kampf „bis zum Aeußersten" zu führen: „Tas Weitere wird sich finden". — Leider scheinen zurzeit noch die Ge- werkschafteu in der Stimmung zu sein, der Aufreizung durch die Parteipresse Gehör zu schenken. Am Mittwoch nachmittag trat die Vcrtrauenskommission des Verbandes Berliner Metallindustrieller mit den Vertretern der drei Firmen Siemens u. Halske, Siemens- Cchuckert und Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft zu einer Sitzung zusammen. Das Ergebnis war, daß Vertreter der Streikleitung um ihr Erscheinen telephonisch gebeten wurden. Als Vertreter erschienen der zweite Bevollmächtigte des deutschen Metallarbeiterverbandes, Zernicke, und die beiden Obmänner der Streikenden. Es wurde ihnen erklärt, daß die Direktion die bisher gemachten Zugeständnisse aufrecht erhalte. Die Streikenden könnten sich bis Freitag nachmittag 4 Uhr erklären, ob sie gewillt seren, unter diesen Umständen die Arbeit aufzunehmen. Auf weitere Zugeständnisse der Direktoren sei nicht zu rechnen. Im Falle der Annahme des Ultimatums würde die Aussperrung aufgehoben und die Betriebe sofort wieder geöffnet werden. Die Wiedereinstellung der Arbeiter würde in der Weise erfolgen, daß alle sich Meldenden ihre alten Arbeitsplätze einnehmen könnten. Ueber die Kosten des Streiks beziehungsweise der Aussperrung wird mitgeteilt, daß die llnterstütznngssumme, an der sämtliche Organisationen der beteiligten Arbeite^ Anteil haben, pro Woche rund 450 000 Mk. beträgt. Eine Reihe von Versammlungen hat in diesen Tagen stattgefunden, in denen die Arbeiter der Metallind u st r i e sich verpflichteten, auf Weisung des Zen- tralstreikkomitecs die Arbeit n i e d e r z u l e g e n. Auch am Mittwoch hat eine Anzahl von Arbeitern die Arbeit bei Siemens u. Halske und bm der Allgemeinen Elektrizitäts- gesellschaft wieder ausgenommen. Heute haben mehrere Streikkontrollen staltgefunden. Um die Streikkasse zu entlasten, sind eine Reihe von Ausständigen von Berlin a b g e r e i st. Eine in Breslau ab gehaltene Mctallarbeiterver- sammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der es heißt: „Die Versammlung spricht ihren Kollegen und Kolleginnen in den Berliner Elektrizitätsbetrieben ihrevollsteSymPathie aus und ersucht, in allen Kreisen für die um Unterstützung Kämpfenden eifrigst zu agitieren. Sie verurteilt das rücksichtslose Vorgehen des Verbandes der Metall-Industriellen und verspricht, für die Aufbringung der Mittel zur Durchführung des Kampfes mit allen Kräften einstehen zu wollen." Rücktritt des preußische« HandelsministerS. Man schreibt unS aus Berlin: Der preußische Minister für Handel und Gewerbe, Möller, wird noch vor dem Beginn der Landtagsverhandlungen aus dem Amte scheiden. Der Grund hierfür liegt nicht darin, daß extrem-agrarische Vorstöße gegen den Minister von Erfolg waren, sondern in dem Umstande, daß Möller nach seiner eigenen Empfindung in der Hibernia- angelegenheit keine glückliche Hand gehabt hat. Metzger und Bauer«. Folgende interessante Auslastung des hest. Landtags- abg. Hirsche! verdient wiedergegeben zu werden: „Wie uns von einigen Seiten mitgeteilt wird, fühlen stch einige M e tz g e r m e i st e r durch unsere scharfe Stellungnahme in der Fleischnotcrage beleidigt. Wer unsere Zeitung aufmerksam liest, der kann wohl deutlich sehen, daß wir in unserem Kampfe nicht die Metzgermeister in den kleineren Städten und in denLandgemeinden meinen, welche der Rot gehorchend, entsprechend den höheren Viehpreisen, höhere Fleischmeise nehmen, so lange die Teuerung anhält. Wir haben von jeher den Grundsatz vertreten, jede Arbeit ist ihres Lohnes wert und mißgönnen daher den Metzgermeistern keineswegs einen dem Einkaufspreis entsprechenden Verkaufspreis. In unserm Kampfe suchen mir einzig diejenigen Metzgermeister in d en G ro ß stä d te n zu treffen, die ganz ruhig einen Aufschlag auf ihre Produkte nehmen, aber den Landwirten in Versammlungen und in ihren Zeitungen die gröbsten Injurien sagen, sie als Ausbeuter des Volkes hinstellen und nach Oeffnung der Grenzen schreien, wenn auch den Landwirten durch Einschleppung der Seuchen die schwersten Schädigungen erwachsen würden. Arif solch groben Klotz gehört ein grober Keil und unser in erster Linie der Landwirtschaft dienendes Blatt muß und wird sich in seiner Haltung durch nichts beirren lassen. Ein reeller solider Metzger- meister, der zu dem Volke hält, unter dem er lebt und von dem er lebt, braucht sich dadurch nicht getroffen zu fühlen. Er hat keine Ursache, für die Großschlächtereien und Viehkommijsionäre Parte, zu nehmen.* gesucht. mtut bei Ssssswjjl Lum r*au Bier Neustadt 6o in in Klelv L jchM Vaäet^,—.— abh-vderl ftf in*e;rÄ(l M-re-il., JES' ach -L Ajlte oWC, 28J rorden- ,jy|flrburfl^>^ Nr. «40 4e*l».te« u6u» arch-r Voantaq». Dem Gießen« Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen rcmdwirt die Steheuer $amUi«b blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, topebltioa und Druckerei: Schulstratze T. Redaktion e« 118 Verlag u.Exped.S^^bl Adreffe für Depeschen: Anzeiger «ießen. Zie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Zum Wechsel im hessischen Justizministerium. Die Kunde von dem plötzlich vollzogenen Wechsel in der Leitung deS Justizministeriums hat wohl allgemein nicht wenig überrascht. Wenn auch schon seit Monaten verschiedene Nachrichten über den schwankenden Gesundheitszustand Dr. DittmarS bekannt geworden waren, so verlautete doch allgemein, daß nach dem verflostenen Sommerlrrlaub sich seine Gesundheit wieder soweit gekräftigt hätte, daß er zunächst nicht daran gedacht habe, von seinem Amte zurückzutreten. Als Jurist hervorragend veranlagt, hat er das, was er für recht ernannte, stets mit größter Energie vertreten; insbesondere hat er sich bei den Verhandlungen in der 2. Kammer als einer der festesten Manner der Regierung dargestellt, der auch gegenüber den häufigen Angriffen niemals einen Rückzug antrat, sondern seine Anschauung, wenn er sie für die richtige hielt, mit aller Energie verteidigte. Dabei hat er sich aber stets als ein liebenswürdiger, vornehmer Charakter gezeigt, der auch gesellschaftlich in den angenehmsten Formen auftritt. AlS Jurist besitzt er eine gründliche Erfahrung auf allen Gebieten der Rechtspflege; er hat auch an der Bearbeitung deS Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches den lebhaftesten Anteil genommen und war in Berlin eines der geschätztesten Mitglieder der Kommission. In eingeweihten Kreisen will man wissen, daß neben seinem tatsächlich lief erschütterten Gesundheitszustand doch auch wohl der Umstand nicht ganz bei Einretchung seines EntlaffungSgesucheS außer Acht geblieben sei, daß er annahm, cs würde ihm infolge seiner festen Haltung in der Kammer bei einem event. Wechsel deS Staatsministerportefeuilles dieses »orauSsichtlich nicht übertragen werden. Der neu ernannte Justizminister Carl Ewald ist ein Rachkomme des StadtpfarrerS Joh. Ludw. Ewald in Offenbach, der ein Jugendfreund Goethes war. Carl Ewald verbrachte seine Jugendjahre in Weimar, wo sein Vater den Posten eines Oekonomierates bekleidete. Den Feldzug gegen Frankreich machte er als 18jähriger Kriegsfreiwilliger mit. Dann studierte er in Leipzig, Göttingen und -Gießen uni> machte 1877 fein zweites juristisches Examen. Seiner Ernennung zum hessischen Justizminister ging eine droa zweistündige Unterredung mit dem Großherzog am EamStag in Wolfsgarten voraus. Der neue Justizminister hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit in Heffen durch sein zielbewußteS Auftreten, verbunden mit einer außerordentlichen Zuvorkommenheit und Liebenswürdigkeit bereits die Hochachtung und Wertschätzung Weiter Kreise erworben; seinen früheren Kollegen ist er nur als ein überaus tüchtiger, fleißiger Arbeiter und vorzüglicher Jurist bekannt, der allerdings mehr in Strafsachen als in Zivilsachen beschäftigt war. In seiner umfassenden Tätigkeit als Beamter ist er auch mit den Verhältniffen der hessischen Beamtenschaft wohl vertraut und bei seiner allgemeinen Tüchtigkeit und hervorragenden Rednergabe darf angenommen werden, daß er auch in der Kammer ein vortrefflicher Vertreter seines Refforts sein wird. Die Wahl der Person des neuen Justizministers durch Se. Kgl. Hoheit den Großherzog darf somit nach jeder Richtung hin als glücklich bezeichnet werden; man darf daran die zuversichtliche Hoffnung knüpfen, daß sie Heffen zum Segen gereichen wird! Der Berliner Lohnkampf. Die sozialdemokratische Presse ist unablässig darauf bedacht, den Berliner Lohnkampf zur Verhetzung der czesamten Arbeiterscha ft zu benützen. Man operiert dabei zunächst mit der Behauptung, daß die Zugeständnisse der Fabrikleitungen ganz minimal gewesen seien. Rach der Erklärung der beteiligten Gesellschaften aber haben die Vertreter der Arbeiterorganisationen wohl die den Lagerarbeitern des Kabelwerkes Oberspree als auch die den Schraubendrehern des Wernerwerkes ge- nmchten Zugeständnisse den Arbeitern zur Annahme empfohlen. Die sozialdemokratische Presse klagt sodann amf das heftigste die „Brutalität" der Fabrikleitungen am, weil sie einen Teil der Betriebe geschlossen haben. Nach der Erklärung der Fabrikleitunsen aber hätten diese Betriebe teilt werden, ist eS für kleinere Länder schwer, neue Kredite bewilligt zu erhalten. Diese Erfahrung dürfte jetzt Serbien machen mit seinem Anlecheprojekt, das der Finanzminister aus 60 Millionen Francs beziffert. Verhandlungen mit der internationalen Hochfinanz in dieser Sache haben schon vor geraumer Zeit stattgefunden, und die Beschränkung, die der serbische Minister in der Höhe deS Kreditbedarfs jetzt eintreten läßt, macht wahrscheinlich, daß ihm ein Anleihegeschäst in größerem Umfange von vornherein als aussichtslos bezeichnet worden ist. UeberdieS bewegen sich die Ueber- schliffe aus den staatlichen Monopoleinnahmen, die als Deckung für die neue Anleihe dienen sollen, neuerdings m absteigender Linie. Da andere Staatseinkünfte für die Verpfändung nicht in Frage zu kommen scheinen, würde die Anleihe der ausreichenden inneren Sicherh eit entbehren. Die deutsche Finanz weit wird daher an der Uebernahme der neuen serbischen Anleihe sich kaum lebhaft beteiligen. Aom oberhesflschen Kausöau. Mas das Schönste an unseren oberhessischen Kleine stüdten ist — der gemütvoll ausgestattete Kleinhausbau —- wird neuerdings leider zuweilen wieder durchbrochen von einförmigen Neubaufassaden ohne Charakter. Die alte, sorg- scnne Liebe, unser Haus zu schmücken, es in dem Maße zu verschönern, wie die Geschäfte glücken, wird umso weiter! zurückgedrängt, je mehr unser Hcms zu einem bloße« Mietshaus für andere wird. Welcher Bürger schämt sich, in einem unschönen Haufe zu wohnen? Wenn nur int Innern der bekannte „moderne Komfort" ist, der in Wahrheit meist ebenso kunstärmlich ausschaut, wie die nackts Zassade mit den schmucklosen Fensterlöchern. Und doch könnte ohne Aufwendung wesentlicher Mehi> kosten dem geläuterten Kunstgeschmack imferer Zeit besser Rechnung getragen werden. Es ist gewiß nicht jedem gegeben, Neuschöpfer und Neuformer zu sein. Aber das kcmn man wohl von jedermann fordern, der einen Ort mit Bauwerken beglückt, daß er sich l o s m a ch t von jenen seichter? Vorlage werken, hie noch immer in manchen Baubureaus vorherrschen, und die skrupellos überall, angewendet werden, ohne genügende Rücksicht auf die in der oberhessischen Landschaft eingewurzelten Kunstformen, wie? wir sie in älteren Hausfasiaden und Dachaufbauten oft so schön überliefert bekommen haben. Wenn der Architekt sich an ein neues Bauproblem setzt — und sei es auch nur ein kleines Bürgerhäuschen — so soll er sich zunächst über das Was und Wie Rechenschaft geben. Er soll vor allem in den Fassadenentwurf seine künstlerische Ehre mit hineinflechten, denn die Fassade wird sozusagen ein Stück Gemeingut; sie kann das Straßenbild verhunzen oder erheben. Er soll dem Bau eine besondere Note geben; denn das gerade ist es, was neuen .Kleinstadtbauten oft fehlt: die Eigenart, die Persönlichkeit. Diese braucht sich nicht in raffinierten Stilformen zu äußern. Sie ist, imt nur ein einfaches Beispiel zu nehmen, schon vollauf getroffen, wenn dem Bau eine einfach abgeputzte, helle Fassade mit durchweg grünen Fensterläden an den gleichmäßig umrahmten Fenstern gegeben wird. Oder wenn dieselbe Fassade von einem mit besonderer Liebe aus gestalteten Dachaufbcm gekrönt wird, wie es die alten Baumeister so gern taten. Oder wenn die gleiche Fassade einen architektonischen Mittelpunkt in einem besonders reich durchgearbeiteten Haupt-, portal bekommt, der dem ganzen Haus ein bestimmtes Gepräge gibt. Oder, wenn der Baumeister diese Fassade in ihrer Wirkung auf ein oder mehrere Balkonausbauten konzentriert, die dann das aufwiegen, was sonst an der schlichten Front gespart ist. Mit kleinen Mitteln lassen sich so größere künstlerische Wirkungen erzielen, wie mit zehn Zentnern verschnörkeltem Gipsstuck aus der Massenfabrrk. Es genügt eben, wenn an einem Bauwerk ein Gedanke zum greifbaren Llusdrnck gebracht wird. Nicht mit deut Zollstock, mit Kopf und Herz soll unsere Zeit auch tmi kleinen Orte bauen! Man schätze mir den Kunstwert iriefer neueren Häuser in unseren oberhessischen Kleinstädten und größeren Dörfern; ehrlich ab. Gewiß, vielfach kommt der alte ehrliche Fach" werkstil sehr schön wieder zu Ehren, und in an beten Orten weiß man mit Geschmack nach Darmstadter M u ft e r zu bauen. So macht z. D. die neue Billa am Eingänge des am Schiffenberg gelegenen Dorfes Hausen den aller günstigsten Eindruck. Aber bann wieder, namentlich in unseren Vororten, welche ärmliche Sparsamkeit; neben sinnloser Mischung aller möglichen „Stile" kahike Scheunen fronten! Sogch d> Schornsteine von fast verletzend roher Form, wo doch schon eine einfache Gliederung odep eine kleine Haube das Ganze beleben würde. Es liegt weniger am Nichtkönnen, als an Gedankenlosigkeit, wenn Straßenbilder eintönig und geschmacklos werden. Dabei müßte sich doch jeder Hauswirt sagen: Je schöner mein Haus, desto leichter und einträglicher die Vermietung. Ein einladendes Gesicht bringt Gäste. Ans A!aö! «ni> Lwd. Gießen, 12. Oktober 1905. **Der Hilfsverein für die Geisteskranken! im Großberzogtum Hessev hat in diesen Tagen seinen inhaltreicyen Berich, für das Jahr 1904 veröffentlicht. In diesem Zeitabschnitt hat erfteulicherweise eine Vermehrung der Geber für die Unterstützungskasse der beiden Landesirrenanstalten und der psychiatrischen Klmik der Universität Gießen zu verzeichnen. Besonders eingehend behandelt der Bericht die fortdauernde Verschiedenhert der Beiträge in Stadt und Land, sowie die Frage der BesLaff- Zuvger Mau» TR ;l NebenbejchäsügMg hin; ressenschreiben oder bergt -chnMche Anerbitten u. 00851 >en ßteüener Slrytign erd, \6djtx, wttch. S A m eüvf Stelle aeb. f}at, jucht fettk erem Haust erfragen Lüwrnqafsi 18, der Kurz« u.M> MM waren-Brarr- lsb. paff. Stellung. SchL u. 06778 a.d.Gieß.Anz.kL 42 »Ä .HarisarbeitmitübernimnL -teile alsb. reinem kleinem barrsh. Näh. Bruch'lr-V si^üchtTüöchiuiüM^ otott. Näh^chuMsttU ttng brauchbarer Bewerber um die Stellen des männlichen und weiblichen Wartepersonals in den Irrenanstalten. In den Beiträgen tag von jeher die Tatsache vor, daß das r.and den Städten gegenüber vorbildlich erscheint in dem lebendigen Interesse und dem opferwilligen Mitleid für die Geisteskranken. Tiefe nicht erfreuliche Wahrnehmung trifft nicht allein in Hessen zu, sie wird beispielsweise auch benagt rn dem neuesten Jahresbericht des Hitfsvercins für Geisteskranke in der preußischen Rhcinprovinz, wo die Hauptstadt Köln nur 36 Geber stellt, dagegen die UnMrsitats- stadt Bonn 750; ähnlich verhält sich die Stadt Gießen zu den übrigen Städten. Ter hessische Hilfsverein legt da. Hauptgewicht auf die wachsende Zahl der Geber, nicht aus die Höhe der Gabe und glaubt, mit Hilfe der fortwährenden Zunahme der Geber in den weniger bemittelten Volk.- klassen eine dauernde Bewegung cinzuleiten, die mit Sicherheit auch die oberen Schichten der Gesellschaft wehr und mehr ergreift. Eine neue Hilsstruppe ist dem Verein in den letzten Jahren aus den Gewerbcvereinen des Landes erwachsen, von denen 19 bis jctz. die Mitgliedschaft erworben haben. Neben den zahlreichen Vertrauensmännern^ hat der Verein noch besondere Helfer und Helferinnen bestellt zur Unterstützung für bedürftige, aus den Anstalten entlassene Genesene, oder für notleidende Angehörige der Kranken. Auch für die gesteigerte Ausbildung oer Vertrauensmänner in der Kenntnis der Irrensürsorge leistet der Verein Großes und ermöglicht hierdurch deren Mitwirkung bei der Beschaffung brauchbaren Wartepersonals für die Heilanstalten Zurzeit sind 280 Wärter und Wärterinnen vorhanden, und mit der Eröffnung der beiden neuen Anstalten zu Gießen und Alzey weichst die Zahl auf mindestens 400. Ter Verein hat im abgelaufenen Jahr 25 000 Mk. Unterstützungen an entlassene Kranke und an Familien von Kranken gewährt; die Gesamteinnahme betrug 35 500 Mk. bei 64 000 Gebern; das Vereinsvermögen beziffert sich auf 69 000 Mk. Der vorzüglich geleitete und vorbildlich organisierte Hilfsverern hat seinen Sitz in Heppenheim a. d. B. und steht unter der Aufsicht der Provinzialdirektion Starkenburg. - Verspätete Schwalben. Die späte Anwesenheit oer Schwalben in diesem Jahre ist wohl schon manchem ausgefallen. Gestern verirrte sich sogar ein Schwälbchen in unser NedaktionSzimmer. Es ließ sich leicht fangen und war augenscheinlich recht froh, als wir ihm einen recht behaglichen Käfig im warmen Zimmer schufen. Andere Schwalben tummelten sich dieser Tage noch, munter nach Beute haschend, unter unseren Fenstern. Öb die Tierchen wohl durch das Erdbeben in Italien wieder nach Deutschland verschlagen sind? Jedenfalls ftisteten sie bei der nassen Witterung der letzten Tage hier ein elendes Dasein. Gewiß suchten sie oft vergeblich nach Nahrung. Vielleicht sind es auch ganz alte und ganz junge Schwalben, die die weite Reise nach dem fernen Süden nicht mitmachen konnten und deswegen zurückblieben. Sobald es kälter wird, ziehen wohl auch sie südlich, gehen aber unterwegs zweifellos elendiglich zu Grunde. — Das Theaterbau-Komitee bringt soeben eine größere Anzahl von Zeichnungsscheinen zur Versendung. Das Komitee ist der wohlbegründeten Ansicht, daß es trotz der bereits großen Zahl von Spendern doch noch sehr viele Einwohner gibt, die auch gern ihr Scherflein zu einem würdigen Theaterbau beitragen möchten. Mancher von den jetzt zur Zeichnung Eingeladenen wird ja nicht tn der Lage sein, eine größere Summe zur Verfügung zu stellen; darum braucht er sich aber nicht ganz von der Zeichnung auszuschließen. Es gebe nur ein Jeder nach seinen Kräften, auch kleine Gaben werden gern angenommen. DaS Komitee hofft, daß fein Streben, unsere Stadt bis zum Universitätsjubiläum mit einem neuen Stadttheater zu zieren, noch von zahlreichen Bürgern durch Zusage von Spenden anerkannt wird. •* Zur Landtagswahl. Im Bezirk Homberg- Grünberg-Ulrichstein hat der Bund der Landwirte, wie die „Volksmacht" meldet, den bisherigen Abg. Brauer in einer zu Nieder-Gemünden abgehaltenen Vertrauens- männer-Versammlung einstimmig wieder als Kandidaten ausgestellt. Brauer wurde 1899 mit 22 gegen 12 Wahlmännerstimmen gewählt. — Für den Bezirk Bad-Nauheim- Friedberg-Land hat sich in Bad-Nauheim eine „freie Vereinigung" gebildet, die nach der „Kl. Pr." die Wahl eines Nauheimers als Abg. des Bezirks anstrebt. •• Vom landwirtschaftlichen Jnstit ut an der Großh. Landesuniversität. Die Aufnahme neuer Studierender der Landwirtschaft beginnt für das Wintersemester 1905/06 am 16. Oktober und dauert bis zum 13. November 1905. Spätere Aufnahmen kann, wenn die Verspätung genügend gerechtfertigt erscheint, mit besonderer Erlaubnis des Rektors der Landesuniversität erfolgen. Die Immatrikulation erfolgt für Herren, welche das Reifezeugnis von einem Gymnasium, einem Realgymnasium oder einer Oberrealschule beibringen, ohne weiteres; Herren, welche das Einjährig-Freiwilligen-Zeuguis beibringen, werden mit Genehmigung des Rektors der Landesuniversität immatrikuliert. Im übrigen können Herren ohne Immatrikulation als Hospitanten Vorlesungen hören und an Hebungen teilnehmen. M Der hessische Landesverband des deutschen FlottenvereinS hatte am 31. Dezember v. Js. in 89 Gruppen 8560 Mitglieder, die durchschnittlich 1,78 Mk. Jahresbeitrag bezahlten. Der Verband nahm 1904 um 23 Ortsgruppen und 1898 Mitglieder zu. In 51 Städten und Orten fanden kinematographische Vorführungen und Vorträge statt. Die vom 24.—28. Mai veranstaltete Schülerfahrt nach Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven hatte eine Beteiligung von 16 Lehrern und 118 Schülern der höheren Lehranstalten gefunden, während für die diesjährige Schülerfahrt 168 Schüler angemeldet wurden. Von den am 30. April d. I. vorhandenen 9076 Einzelmitgliedern und 9 körperschaftlichen Mitgliedern (mit 14 146 Angehörigen) entfallen auf die Provinz Oberhessen 3444 Einzel- und 14 körperschaftliche Mitglieder. ES bestehen in Oberhessen 38 Ortsgruppen und 24 kleine Stellen, die Kreisgruppe Gießen hat 579 Mitglieder (Gießen selbst 489, außerdem 6 körperschaftliche). " An die Turner bc5 Mi ttelrheinkreiseS ergeht eine Einladung des KreiSturmvarts Volke-Frankftirt zu dem am 22. Oktober d. IS. in dem Gelände Franksiwt— Darmstadt—Dieburg—Bieber—Offenbach um Messel herum stattflndenden Kriegsspiel, welche? in seinen Grundideen den militärischen Mannövern entlehnt ist. Die Marschzeit wird etwa 8 Stunden betragen. Nach Beendigung deS Spiels ist ein gemeinsamer Marsch nach Darmstadt und ein Beisammensein in der Sxtte der iurngenieinbe geplant. ~ In Am erika verstorbene Hessen. Frau Sophie Brandenburger aus Michelstadt, 79 Jahre alt, zu Belleville, Jll.; Fräulein Katharine Schellhaas aus Brandau, 44 Jahre alt, zu Arlington, O. Bad-Nauheim, i. Okt. Tie soweit ab gelaufene Saison hat uns eine Fremdenzahl gebracht, wie sie seit Bestellen des Bades noch nie erreicht wurde. Man kann also sagen, das Jahr 1905 war für Nauheim Mt -^cr B. Nauh. Anz. wirft im Hinblick hierauf einen Rückblick au; die vergangene Saison. In den Monaten Mai und war ziemlich alles beseht, dann trat im Juli, wie jedes Jahr eine kleine Stockung ein, welche mit Beginn der Gerichts- und Schulferien wieder behoben wurde. Ter Besuch an Sonntagen von unseren Nachbarstädten Friedberg, Gießen, Frankfurt, Hanau usw., sowie auS der näheren Umgebung war mitunter so stark, daß die Bahnverwaltung die größte Mühe hatte, nJen Anforderungen gerecht zu werden. Auch an die hiesigen Restauration en_ wurden die größten Anforderungen gestellt und man muß sagen, daß die Wirte in jeder Beziehung bemüht waren, die Ansprüche der Gäste zu befriedigen. Tie Dadeverwaltung, welche an manchen Tagen über 3000 Bäder ab gab, hat bewiesen, daß ie mit tüchtigen Beamten und geschultem Personal imstande ist, noch mehr zu leisten, wenn die Freauenz auch fortwährend steigt. Daß es nicht leicht ist, den Badebetrieb unter den jetzigen Verhältnissen auf der Höhe zu erhalten, weiß jeder nur einigermaßen Informierte. Sieht man, doch im Sommer früh 4 Uhr morgens Beamte und Personal schon überall in Tätigkeit, hier Anordnungen, dort Vorbereitungen zu treffen, um allen Wünschen nachzukommen. )-( Friedberg, 10. Okt. Der Bezirk Oberhessen vom Gabelsbergerschen S te n o gra p h en b u n d für Hessen und Heffen-Naffau hält am 29. Okt. hier seine Herbst- vertreterversammlung ab. Cand. phil. Döpf er-Gießen hält einen Vortrag über „Die Entwicklung der Stenographie in Deutschland". Auch findet ein PreiSwettschreiben statt. □ Unter-Seibertenrod, 11. Oktober. Unsere Gemeinde beabsichtigt im Verein mit Ober-Seibertenrod die Anlage einer Wasserleitung. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, in der Nähe befindliche Quellen aufzusuchen und aufzuschließen. Das bisherige Ergebnis dieser Quellensuche ist für die genannte Nachbargemeinde günstiger als für uns. Da aber Brunnenquellen in unserer Gemeinde leicht zu finden sind, hofft man doch auf ein Gelingen de§ Unternehmens. § Ruppertenrod, 10. Okt. Die ersten Vorboten des Winters, die Kraniche, haben sich eingestellt. Heute zog der erste Schwarm in starker Anzahl über unsere Gemarkung dem Süden zu. Mitte Oktober ist die normale Zeit des Rückstriches dieser Zugvögel. Nicht selten haben wir sie allerdings auch Ende des Oktobers zurückziehen ge- ehen. Offenbach, 11. Oktober. Heute früh ist, wie die „Off. 3tg/ meldet, der Ehren bürger der Stabt Offenbach, Johann Martin Kappus, 85 Jahre alt, gestorben. Der Verstorbene grün bete eine ber ersten Seifen- unb Parfümerie-Fabriken Offenbachs unb hat an dem inbustriellen Auflchwung Offenbachs erheblichen Anteil. Die von ihm ins Leben gerufene Fabrik ist heute in ihrer Branche eine ber ersten. Daneben roibmete sich Kappus unermüdlich dem öffentlichen Wohl unb hat sich um seine Vaterstadt große Verdienste erworben. Die von ihm 1845 gegründete Freiwillige Feuerwehr leitete er mit größtem Erfolg 43 Jahre ang und im Turnverein, zu deffen Mitbegründern er gehörte, führte er über 50 Jahre den Vorsitz. Lange Jahre gehörte Kappus ber Stadtverordneten-Versammlung an und auch als Vorsteher der fteireligiösen Gemeinde war er lange Zeit mit Erfolg tätig. Mit den unzähligen Armen unb Bedrückten, die von seiner stillen, selbstlosen Wohltätigkeit und Hilfsbereitschaft zu erzählen wiffen, trauert die ganze Stabt Offenbach an ber Bahre des Entschlafenen. Worms, 11. Okt. In ber gestrigen Sitzung ber Stabt- verorbneten-Versammlung würbe eine Erhöhung bes Wasserpreises von 15 auf 24 Pfg. für ben Kubikmeter beschlossen. Für bie städtischen Arbeiter und die im Arbeitsverhältnis stehenden Bediensteten der Stadt wurde eine Urlaubsordnung eingeführt, wonach ihnen jährlich ein fortlaufender Urlaub von 6 Tagen gewährt werden soll. Die Uebernahme anderer Arbeiten ist ben Beurlaubten untersagt. Der Anspruch auf Urlaub beginnt nach fünfjähriger Arbeitszeit in ben stäbtischen Betrieben. Mainz, 10. Okt. Im vorigen Jahre trieb sich hier eine Schwinblerin umher, bie sich Erna von Pitor nannte unb verschiedene hiesige Geschäftsinhaber grünblich betrog; auch in anberen ©täbten, in Halle, Leipzig, DreSben, Gera re., hat baS Frauenzimmer ähnliche Schwindeleien verübt. Zuletzt hat sie in Weimar ein Weiß- und Modewarengeschäft um Waren im Betrage von 100 Mark betrogen unb sich dabei als „Erna von Pitor, Schiffsinge- nicurSgattin aus Dresden", in das Fremdenbuch eingetragen. Von Weimar aus konnte man die Spur der Betrügerin bis nach Erfurt verfolgen, wo nunmehr bie Verhaftung erfolgt ist. Die Verhaftete ist eine Kleibermacherin Koch aus Frankfurt a. M. — Von unterrichteter Seite wirb ba§ „M. Tgbl." ersucht, die Nachricht eines dortigen Blattes zu dementieren, wonach Provinzialdirektor Geheimrat Frhr. von Gageru ein großes Gut in Bayern gekauft habe, daS er selbst zu bewirtschaften gedenke. Usingen, 10. Okt. Von heute ab haben die Landwirte hier daS Liter Milch von 15 Pfg. aus 18 Pfg. erhöht. — Aus Anlaß des 45jährigen Bestehens der Usinger Feuerwehr wurde dem langjährigen Hauptmann und Vorsitzenden des 13. Bezirks deS Verbandes der freiwilligen Feuerwehren deS Regierungsbezirks Wiesbaden, Zimmer- meister Georg Schweig Höfer, da§ allgemeine Ehrenzeichen verliehen. (Kl. Pr.). Kassel, 10. Okt. Ter Kaufmann Adolf Schmidt, der ehemalige vielZebietende Generaldireklor der ber« krachten Aktiengesellschaft für Tr e b er tr o ckn un g und bereit Tochtergesellschaften, der Holzverkoblungsetablisse- mentS in Bosnien, Rußland, Finnland, Italien, Frankreich, Oesterreich, Schlesien usw. ist, wie bereits gemeldet, nach verbüßter zweijährige^- Zuchti uSstrafe aus ber Strafanstalt an der Hulda entlasten wvrden. Treberschmidt hätte durch das Urteil deS Kasseler Schwurgerichts vom 7. Juli 1903 wegen betrügerischen Bankerott? und Betrug? in mehreren Fallen, unter ausdrücklicher Versagung der mil- bernden lUnftänbc, eine Gesamtstrafe von «r>ei Khren und acht M»n«ten Zuchthaus, sowie eine Geldstrafe von 3000 Mark oder im Nichtbeitrelbungsfalle weitere 200, Tage Zuchthausstrafe (für je 15 Mk. ein Tag Zuchthausstrafe) zuerkannt erhalten. Hierauf waren jedoch acht Monate als durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen worden. Gegen dieses Urteil le^e Treberschknidt Revision an das Reichsgericht ein. Dre 'evision wurde aber verworfen und sodann das Urteil vom 9. Oktober 1903 rechtskräftig. Tie Tochter Schmidts hat die erkannte Geldstrafe von 3000 Mk bezahlt; infolgedessen konnte Schmidt gestern entlassen werden. Es war kurz nach 1 Uhr, als die Korten des Zuchthauses sich für den ehemaligen Generaldirektor, welcher früher über mehr als ein Dutzend Equipagen, Sportwagen, eine ansehnliche Zab' der edelsten und teuersten Reit- und Wagenpferde besaß, öffneten und er zu Fuß durch die Essiggasse bis zum Zuchtberge schritt, wo die bestellte Troschke ihn erwartete. «Bdimibt sah in seinem schwarzen langen Gehrock, hohen steifen Hut, braunen Glacees und wohlgepflegten Schnurrbart noch gerade so elegant und schneidig aus wie früher, umsomehr, als er sich auch bezüglich Körperfülle und Gesichtsfarbe usw. im Zuchthaus gut konserviert hat. Er hatte die Schneiderei in der Strafanstalt gelernt (Hand- und Maschinennähen) und ist hauptsächlich mit ber Anfertigung von Militärgarderobe (Uniformstücke, Achselabzeichen usw.) beschäftigt worden. Ten Arbeitsverdienst hat er teilweise dazu verwenden dürfen, ab und zu etwas Zngebrote zu taufen. Der erste Weg des auf freiem Fuße Befindlichen ging zum Friedhöfe, um das Grab feiner Gattin zu besuchen, die inzwischen gestorben ist. * Kleine Mitteilungen aus Hessen u.nd ben Nachbarstaaten. Zu Bad-Nauheim ist der Kgl. preuß. Hoibildgießer Wilhelm Piltzing einem Herzleiden erlegen. Ter Verstorbene war Mitinhaber der Bildgießerei Martin und Piltzmg. — An den Amtsgerichten in F r a n k s u r t a. M. ist vom 1. Oktober an die ungeteilte siebenstün^ige Arbeitszeit eingesührt worden. Sämtliche Beamten gehen morgens um 8 Uhr aus ihre tocschästszimmer und arbeiten da ununterbrochen bis mittags 3 Uhr. 18. Generalversammlung des Evangelischen Bundes. Hamburg, 10. Okt. Mit einer stark besuchten öffentlichen Volksversammlung wurde gestern abend die Generalversammlung des Evangelischen Bundes eröffnet. Der Vorsitzende des hamburgischen Haupt- vcvcins, Hauptpastor D. Rode, führte aus, der Bund wolle ,nicht gegen andersgläubige Christen kämpfen, sondern nur die heiligen Güter der Reformation wahren und abwehren alle Schmähungen und Verdächtigungen gegen das, was ihnen als heilig ins Herz geschrieben ist. Mit stürmischen Hoch- und Heilrufen begrüßt,^nahm sodann Kirchenrat Superintendent D. Meyer (Zwickqu i. S.) das Wort, um sich zu verbreiten über: Die Lage deS Protestantismus im Deutschen Reiche. Der ProtestaMismus befindet sich im Winkel, er ist im Reiche jetzt nicht obenauf. Die Folge davon ist, daß heute der Ultramontanismus „von des Reichstags Zinnen schaut mit vergnügten Sinnen auf das beherrschte Deutschland hin". Deutscher Michel erwache! Bekenne eS: das ist die Wirkung deiner Schlappheit und Trägheit, wir waren allzu sicher. Man sah in der katholischen Kirche den Abendschatten, den die Sonne einer überwundenen Kultur zurückwarf. Man hatte die Möglichkeit, daß ein Volk auf eine überwundene Kulturstufe zurückgeworfen werden könnte, nicht erwogen. Alle großen Männer waren romftei, alle großen Geistestaten sind von protestantischen Männern vollbracht. Unser Volk fühlt« sich sicher, allzusehr sicher. Aber nun geschah, wie es im Sprichwort heißt: „Gut geht's, sagte die Katharin, da lag sie in der Pfütze!" Es gelang, die Laien, die skeptisch zu Rom standen, mit Sllavenketten an Rom zu ketten. Der Evangelische Bund stieß in sein Wächterhorn. Ader da hieß es: Geh', schlafe wie wir und stäre uns nicht in unserer süßen Nachtruhe. Schnarche Michel! Man verlleincrte dem katholischen Volke unsere Geistesheroen, unsere Dichter und Denker, und | schliff dagegen das Vergrößerungsglas, durch Has die Zwerge römischer Literatur als Riesen erschienen. Wie wurde Luther in den Koth gezogen, nicht bloß von Kapläncn, deren Geistes- same in der Welt des Syllabus nicht untergeht, sondern auch von dem römischen Oberhaupt, das in seiner Kanckiusenzhklika nicht vor der Behauptung zurückschreckte, daß die Reformation unheilvolles Gift der Sittenverderbnis verbreitet habe. Man sagte, Rom verfolge nur dogmatische Intoleranz, aber bürgerliche Toleranz führt Rom nur im Munde, so lange es nicht die Macht hat. Wenn man das nicht einsieht, so läßt sich nur sagen: Deutscher Michel, dein Name ist harmlose, ehrliche doktrinäre Gutmütigkeit des Germanentums, überschattet von einer mächtigen Schlafmütze. Auf den Stimmzettel der Kätholiken baut sich heute die Macht des Zentrums auf, dessen Glocken lauter tönen als alle Glocken Berlins. Gewiß, Tausende Katholiken emvsinden im Herzen patriotisch, aber Deutschtum kann der Katholizismus nicht pflegen. Das Zentrum schreibt mit großen Lettern über sich „Deutsche Partei", aber es ist welsch, cs benft welsch und handelt welsch; in Elsaß-Lolhr'.ngen wird es ftanzösisch, in Posen polnisch, da der Papst ja das polnische Volk liebt, dessen Sprache der liebe Gott spricht. Wir haben auch in politischer Beziehung einen Geschäfts» -katholizismuS. Sie benutzen stets die Ungunst der Reichstage, um vatikanischen Zwecken zu dienen, sie handeln am Reich wie Shyloa. Im Tvleranzantrag mögen manche gute Dinge enthalten sein, das ist aber nur die Gelatine, damit man die Pille herunterschluckt. Der Landwirt sieht auf seiner Wiese die schwarzen Maulwurfshügel nicht gern, er weiß, daß darunter schwarze Gesellen wühlen und die Wurzeln untergraben. Viele Klöster sind unter der Sonne Studt entstanden, allerhand Kuttenträger sind am Werke, die Zeit vorzubereiten, wo Luther im deutschen Volk vergessen ist, und Rom herrscht. Sind wir gerüstet zum Kampfe gegen den alten Feind? Aeußerlich noch nicht, Innerlich ja und abermals ja! Der Evangelische Bund ist erst die Schützenlinie: wir warten noch auf den Anmarsch der Armee. Es würden viele zu uns kommen, wenn nicht Männer, die zu uns gehörten und zu uns stehen müßten, gegen uns sind, weil viele unter uns nicht ganz genau dieselbe dogmatische Uniform tragen wie sie. Die Papistische Luft in Deutsch land müßte unsere Brüder auf der Rechten von jeder Freund' schäft mit Rom zurückhalten. Oder erwartet man vom Zentrum eine Stütze konservativer Interessen? Da sollte doch das Wahlbündnis in Bayern mit der Sozialdemokratie von solchem Aberglauben abbringen. Tas Zentrum ist konservativ, liberal, sozial- drnnckratisch, je nachdem es Rom förderlich ist. Wir streiten nicht ,bloß aus nationalen und kulturellen, foitbern auch aus rehgioieit Gründen, nicht bloß unseretwegen, sondern auch unserer katholischen Brüder wegen. Tie Einigkeit des Protestantismus wurde dem evangelischen Glauben auch unter den deutschen Katho- < verheißungsvollem Fwrtschreiten verhelfen Wir wollen als Mehrheit laut protestieren, daß wir um einer Minorität willen m den Schatten gestellt werden, so laut, das; es auch im Reichs- kan-lerhans und im Kultusministerium gehört wird. (Stürmischer minutenlanger Beifall.s Hamb u r g, 11. Okt. Die heutige Hauptversammlung wurde nach einem Gesang und Gebet vom Ehrenvorsitzenden Grafen ^^"9erode eröffnet und im Auftrag des Senates vom Senats- Kfvctar Hagedorn, sowie im Auftrage deS Kirchenrats der Ham- burger evang. Kirche und deren Geistlichkeit von dem Senior ^ chrnwnn begrüßt Ter von Professor Nippold-Jena gehaltene Hauptvortrag behandelte die internationale Lage des Protestantismus.^ Hieraus gelangte eine von Professor Dr. Scholz-Berlin begründete Resolution, die sich gegen den Toleranz- an trag des Zentrums richtet, und eine andere von dem Superintendenten Dr. Meper begründete Resolution zur Annahme, welche stand Hatz bCT evangelischen Kirche in Oesterreich zum Gegen- ÄZiL«. ‘LqI§ Nüf? °natc q§ o'^l^rbe Qt.eblhon .**Ä -LL«s Olsten unF/ u nnd schritt, nJx.’N durch rin Launen er°de s" £und rr' als er h9ant und 6c u» 6e. chueide 'F^hauZ und J IN der «tisun^» ‘‘Jen uiin\ c. rlIttar. “ t°iL igcbrotc Sly der- k'^d-iL L Sft totlin»h«§VS »nS »«»ßcli^En $lluhe6 .lmb«t9, 10. Oft. («mitfuits te 'a™« ■'°/r -ound wolle nidr in EL l>eil!gtt ^•bren alle Schmähungen *“■ als heilig ffjj ienbegm^n^n, f05m IWiiöij i. v.) ba§ Wort, lm Deutschcu Reiche. i) im Winkel, er ist im davon ist, drst heute der 95 Z'nnen ichaut mit ver- ^utschlaud hin". Deutscher die Wirkung deiner Lchlapd- 1 sicher. Man sah in der den die Sonne einer über- hotte die Möglichkeit, dotz turstufe zurückgeworfen werden Männer waren romfrei, otestantischen Männern voll- »er, allzusehr sicher. Aber ’i&f: „Gut geht's, sagte bu & gelang, die Laien, di: Tiletten an Nom zu fetten. ' ®ädjterl>orn. Mer da tüte uni nifit in unserer an verkleinerte btxR Wto e Dichter und Denker, und durch duL die Zwerg? enen. Wie wurde S* KatztLnen, deren (W ht untergeht, sondern auch in seiner Kmisiu^uMa eckte, das; die W* ns verbreitet habe. 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CS o *3 2 Q 5 » tzifj >c E O C g = e 5- ä e " o: M 2 — E o 'S* 00 CD O'J tt B ±ä jo c E . O E 1 = E ■E "E a — — o o E 'S C c >S':- S? tiD p •• AI BM » C 5« ä 2SB-G ze=-V> *-♦> c» <* «-O O N c .2 5$ "2 o 05 E E c o E » E E O 05 E o M 2- e t9 TD » O E s ' es- -r> 2 -O iC ro L 5 2 "o -2 E V <5? o o J3 CDX5 ,jn o E c- lE5 Z 5 ** *C o E N CD N.S e L> Z> ^7- 5 4-1 s-> O S ZJ S 2 w S O. E -5 X5 E ■? 2 Q o E C C4 Ä C9 05 -S ■ E E X> E o ffM ö ,2 — /Do O o <— •° £ J X) ® 5 "2 2^0- «St ‘TT o Ü S-, «2 8^" o ?- 2 -Q §o5 o »C 5-> SP«)» ö 5^ = o C± x> E E X> l*~" p i 6^ o fi -SD otlicke Fluß- und Seefische J. M. Schalhof o SÄ 5©_* (» -W C -w VI. Kefi»,.,, „ > .)e SLaatslotterie Zießung VI. Stoffe. (S. Tag) 11. Oktober 1905. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, stno mit 200 Mark gezogen. (Ohne SewShr.) 310 11 16 [400] 83 96 97 412 63 71 89 99 206 7 26 49 66 74 88 625 600 2 38 67 [400] 780 963 10181 264 91 343 [400] 61 91 98 408 40 500 [1000] 15 728 38 43 878 900 92 11075 172 242 83 411 [400] 22 601 86 777 911 35 51 12104 218 [1000] 380 [10001 41? ' 605 232 40 63 71 111 23 [400] 34 214 22 68 [1000] 92 394 [400] 430 33 546 [400] 612 36 774 80 805 42 902 8 37 1074 84 167 75 81 217 [1000] 346 67 [ 5000 ] 89 401 36 43 528 50 625 41 47 [400] 80 706 [400] 62 67 820 [400] 2121 26 41 248 301 10 ( 2000] 78 83 475 87 99 583 641 93 (400 | 712 19 29 30 50 71 863 960 3017 82 144 219 25 71 401 61 83 540 |1000] 713 [400] 90 970 [400] 4025 32 103 90(1000] 230 [400] 361 (1000] 491 [5000] 623 [400] 721 810 59 [1000] 57 [5000] 960 80 5052 103 4 23 27 [1000 | 82 210 [4001 14 [2000] 28 67 302 540 53 85 614 93 710 21 26 57 [409] 939 6000 52 75 194 [1000] 223 [400] 49 56 360 [1690] 456 70 556 606 72 [400] 84 767 842 56 906 74 7947 11000] 129 33 41 66 231 [10081 328 [400] 63 445 563 632 48 68 718 835 1004] 8087 94 250 439 [1000] 45 538 46 739 66 817 56 86 928 49 H05 30 89 99 206 7 26 49 [1000] 60 70 86 36005 79 133 215 18 82 336 37 83 582 84 96 630 65 728 31 88 (1000] 41 78 824 [1000] 86 985 88 3 7004 [4001 75 102 17 [4801 31 96 289 95 342 406 27 35 73 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288 383 [400] 419 34 93 554 667 58 65 9.19 51 20034 [4001 75 [1000] 102 65 84 211 69 94 327 [1000] 402 13 93 530 51 613 21 4U 709 17 22 45 71 804 86 [5000] 977 21006 48 54 74 78 113 271 340 429 71 72 74 96 512 (400] 76 87 92 607 97 711 (10001 18 7« 848 80 91 974 22035 (400] 44 127 245 313 22 [1000] 93 421 584 84 610 43 62 [10001 68 710 [2000] 803 11 88 [400] 95 [400] 230U2 [2000] 93 114 78 86 202 68 345 87 [1000] 88 428 |400] 72 510 63 97 [400] 607 30 740 99 802 920 2 4070 1400] 92 186 201 29 37 65 329 79 1400 ] 402 33 [400] 81 88 506 20 21 48 70 97 [400] 633 36 [400] 40 [400] 41 781 833 25129 52 221 41 49 64 335 39 404 93 600 19 73 749 [403 ( 933 72 26035 125 87 ,400] 48 87 230 376 90 498 517 34 627 62 701 [400] 18 29 79 812 |400] 914 19 27 [400 ] 49 75 27022 28 27 [1000] 40 62 70 88 297 328 [1000 ] 81 [1000] 85 424 [ 4001 70 504 78 601 36 62 [1000] 74 87 844 [4001 49 84 915 28011 [10001 47 62 87 201 19 51 61 322 70 86 415 59 1400 | 74 591 651 [400] 748 44 [400] 60 61 78 847 52 928 33 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Oktober 1905. Statt jeder besonderen Anzeige. 0*; Herr Carl Ockel Rechnungsführer Giessen (Riegelpfad 40), den 12. Oktober 1905, Die Beerdigung findet Sonntag den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt 6314 6311 Heinrich Sack, 19 MmWche 19 Zimmer. stets vorrätig bei H. F. Nassauer, Neuenweg 15. 10 Pfaff Mk. SS** GlüMicht Eigene Reparaturwerkstätle. Zobeh3rtel1e stet« Eis Eis Eis 6238 Empfehle täglich frisches Ge fhuild H'llldh llcrltnnfe. 2 Teller wohlschmeckender Suppe herstellen. Sie enthalten bereit- alles Erforderliche: man barf weder Fleischbrühe dazu verwenden noch Salz hinzufügen. In frischer Ware und großer Sortenauswahl Beste Maschine für Familien-Gebrauch. Unübertroffen für gewerbliche Zwecke. Nach beesbetem Kursus in Frankfurt a. M. empfehle ich mich den verelachen Damen nn ' Neberzteheu und Reparaturen schnell und billig in eigener Werkstätte. Hauptvorzüge: Sehr leichter, ruhig. 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August 1905 ungeordnete Sperre der Stephanstraße zwischen Bleich- und Goethestraße wird hiermit aufgehoben. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Licherstraße zwischen Grünberger- und Wolfstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Schiffen bergerweg zwischen Garten- und Bergstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesp errt. Gießen, den 11. Oktober 1905. Großh. Polrzeiamt Gießen. Herberg. Frisieren, Ondulieren, Shampoonieren ini Manicure (Siigt.iStot) tn und außer dem Hause. „ Hochachtungsvoll Käthe G-röninger Steiustrahc 50, 1. er Höhe der Zeit । stehl unstreitig ■ J Feinstes BCristaBS-ECunsteis aus sterilisiertem Wasser hergestellt, jedes Quantum zn haben bei Emil Sohmell, Hessischer Hof. 5805 — Soeben 5 Bark und mehr per Tag. ülridOMstbiiiiifl-Gtsilliehall. Gesucht Perwnon beiderlei Geschlechts zum Stricken auf unserer Maschine. 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Okwber 1905, vormittag« 8 Uhr an bte Küchenv^rwaltung der Zeughauskaserne eiiimretchen. [B**/ 1- vatatllo» Jufmrtevie.SNegtmeut» «atfer Wilhelm Nr. 11£ Der Grönberger GattusmaM findet am 18. nud IS. -S. MtS. dahier statt. Wir laden zu recht zahlreichem Besuche ein und bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß Dienstag, de» 17. er., vormittags 10 Uhr die Ueberweisung der Plätze an die Grünberger Geschäftsleute und mittags um 1 Uhr die Verlosung der Stände erfolgt. Den Anordnungen deS Markt- meisterS ist unbedingt Folge zu leiften. Dre Genehmigung von Glücksspielen nnrd nicht erteilt, ebenso wird daS laute AuSbieten und Anpreisen der Ware (sogenanntes Ausschreien) untersagt. Der Auftrieb deS Viehes findet nur von der Gießener Straße aus von morgens 7 Uhr an statt. Grünberg, am 10. Oktober 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. ID2-