Nr. 33 ' Freitag, LV. Februar 1905 «tfcfeM a«M etft **68e* M BendngC Dt» ^St-tzeia -qwMev-Uttrer- wetben den ^Injet^K ou-iit «-«-enrltch Mgtlegt De dtzeW k ch mutz aber konstatieren, daß der Abschluß eines Handelsvertrages mit Oesterreich ohne den Abschluß einer Seuchenkonvention unmöglich war. Die Oesterreicher haben nicht den geringsten Zweifel daran gelaßen, beffl ber flonticntiongabicHufe vor bem VertragsabsÄnb erfolgen muffle Wenn wir nun aber entfpretienb ben Wünschen unserer Landwirtschaft dieRepressivsperre in einePräventwsverre umwandeffl wollten so tonnten wir unmöglich em freies Ermessen beanspruchen, etwa von Bödmen dis ,um Bodensee gleich die Grenze zu sperren, sondern cS muhte die Sperre der einzelnen gefährdeten Bezirke vor, gefeben werden. Ich glaube aber. Nur werden mit derPraventwfperr- einen vollen Erfolg haben, namentlich wenn m unfern Schlachthäusern isoliert abgetrennte Schlachträume eingerichtet werden, die lediglich für ausländisches Vieh bestimmt sind. Die Annahme, .tafc untere Industrie durch die neuen Verträge wesentlich gefdiabtgx iwrbc, halte ich nicht für zutreffend. Sie wird bester gestellt m Betreff der chemischen Waren, der Terttl- und Wollwaren, bet Flachs, Hanf, Leder, Kautschuk- und Holzwaren zum Teil auch bei Maschinen. Jedenfalls meine ich, wenn unsere Industrie er)t einmal die Bilanz zieht zwischen den Zollermähigungen und den Erhöhungen, dann wird sie zu einem wesentlich günstigeren urtcu gelangen, als bisher. Man muß doch auch bedenken, daß eie sieben Staaten, toenn sie auch noch überwiegend Agrarstaaten pno, doch in den zwölf Jahren auch in der Industrie Fortschritte mach n, lverden und daß sie bei ihnen anfbliijjenbc Industriezweige gege^ und 52% Parlamentarische Perhanslnnqen. Nachdruck sh«e BeceinbaruuV »icht gestattet. Deutscher Meichstay. 137. S i tz u n g v o m 9. F e b r u a r. 1 Uhr. Das Haus ist g u t besetzt. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky, Frhr. von Rhelnbaben, Frhr. von Richthofen, Frhr. von Stengel u. a. _ Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung der Handelsverträge mit Italien, Belgien, Rußland, Rumänien, Schweiz, Serbien und Oesterreich-Ungarn. Abg. Herold (Ztr.): Nach zweijährigen Verhandlungen haben wir nun endlich Verträge bekommen, die der Landwirtschaft einen erhöhten Schutz bringen. Wer jetzt noch nicht davon überzeugt sein sollte, daß sie deffen auch bedarf, der dürfte schwerlich mehr davon zu überzeugen sein. Also darüber wollen wir heute kein Wort mehr verlieren. Die Landwirtschaft bedarf nun für sich keineswegs langfristiger Verträge; diese liegen nur im Intereste der Industrie. Man muß anerkennen, daß in den vorliegenden Handelsverträgen viele Wünsche der Landwirtschaft erfüllt worden sind: sie bringen in der Tat wesentliche Bn:besterungen, ohne aber völlig befriedigen zu können. In gar mancher Beziehung ist man den Wünscken der Landwirtschaft nicht nachgekommen. Hauptsächlich macht sich das im Vertrage mit Rußland bemerkbar. Gehen wir zu einzelnen Punkten über, so ist zunächst bemerkenswert die Unterscheidung zwischen Brau- und Futtergerste. Es ist das eme überaus schwierige Sache. Die Gewichtsgrenze kann hier Nicht maßgebend sein. Im Zweifelsfall muß eine Denaturierung statt- finben. Wenn die Zollbehörden in voller Strenge ihre Schuldigkeit hm, so kann in diesem Punkte eine gewiße Sicherheit erzielt werden. In manchen Gegenden wird es unangenehm berühren, daß der Zoll für Futtergerste im Vertrag mit Rußland auf 1,30 Mark ermäßigt ist. Sehr schlecht behandelt ist der Hopfen. Doch wird darauf von baheriscker Seite eingegangen werden. Ich will hier nur erklären, daß alle meine Freunde in Nord unb Süd von den Zollen auf Hopfen und Malz auf das unangenehmste berührt worden sind. Des ferneren haben wir zu klagen über den Zoll auf Holz. Cellulose und Holzstoff haben eine wesentliche Erhöhung gegen den bisherigen Zustand erfahren. Doch ist es auch jetzt noch fraglich, ob den berechtigten Wünschen Genüge geschehen ist. Was unsere Viehzuckt anlangt, so sind ja die Pferdezölle wesentlich erhöht worden. Auch für Rindvieh ist eine starke Erhöhung eingetreten: die bestehenden Sätze waren auch gar zu niedrig. Ausreichend können die neuen Sätze nicht genannt werden. Die Viehkonventton — das wüsten wir anerkennen — war em schwieriges Werk; kein Wunder, daß es lange gedauert hat, ehe man sich darüber einigen konnte. Es handelt sich da auch um eme sehr komplizierte Materie. Unb man muß anerkennen, daß die Formulierung, die schließlich gefunden wurde, als ein Erfolg unterer Regierung betrachtet werden kann. Immerhin wird es notig sein, über einzelne Punkte noch besondere Aufklärung zu bekommen, was vermutlich in ber Kommission geschehen wird. Der Zoll für Verschnittweine ist auf 20 Mk. erhöht worden, statt, tote verlangt, aitt 24 Mk. Zinn mindesten muß man aber verlangen, daß ein DeklarationSzwang für Verschnittweine eingeführt wird Im italienischen Handelsvertrag ist ein ganz neues Gebiet beschritten worden. Es sind bezüglich ber Arbeiterversickerung Vereinbarungen Miscken den beiden Staaten getroffen worden. DaS ist ein gemeinsamer Keim für die ganze Entwickelung der Zukuntt, ein Ansatz zur Regelung der Arbeiterverhältniste in den Konkurrenzstaaten überhaupt. Das ist von größter Wickttgkeit nicht allein für die Industrie, sondern auch für die gesamten sozialen Verhältnisse in den Staaten. Insgesamt habe ich zu den ßanbelSberträgen. folgendes zu bemerken: Niemals wird ein Handelsvertrag alle Teile befriedigen. (Sehr wahr!) Es kommt aber darauf an, daß überhaupt irgend eine Besserung im wirtschaftlichen Leben erzielt wird,, wenn die Erfolge in diesen Verträgen auch nicht so sind, wie, wir sie erwarttt haben. (Hört, hört!) Die Erfolge befriedigen in der Tat noch keineswegs, toenn man sich die Handelsverträge so ansieht; aber die Zollsätze selbst stehen ja nur auf dem Papier. Ganz außerordentlich viel hängt von der praktischen Ausführung der Verträge ab, und hier setzen wir voraus, daß nunmehr die verbündeten Regierungen mit krasser Energie Vorgehen toerben, damit ein Vorteil für unser ganzes wirtschaftliches Leben herausspringt. In sehr vielen Punkten ist noch Aufklärung nötig. Daher erachten wir eine Beratung in der Kommission für durchaus angebracht. Erst nach eingehender Prüfung über die Auslegung der einzelnen Bestimmungen und über die Art, wie die Ausführung gedacht ist, werden wir in der Lage fein, definitiv Stellung zu den Handelsverträgen zu nehmen. Dann aber müssen wir vor allem das eine im Auge behalten. Selbst nach Abschluß der Handelsverttäge ist die Regulierung unserer Handelsvolitik erst zum kleinsten Teile verwirklicht, denn größer als die Zahl der Vertragsstaaten ist die Zahl ber, Meistbegünstigungsstaaten. Auf die Regulierung unseres Verhältnisses zu den Meistbegünsttgungsstaaten ist ganz besonderes Gewicht zu legen, unb da tappen wir noch vollstänbig darüber im dunklen, wie die Regierung sich das benft. Das eine steht fest: das Meistbegünstigungsverhältnis, baß wir einer Meistbegünstigung auch in Zukunft ohne Konzession das bewilligen, was wir den Verttags- ftaaten bewilligt haben, ist nicht mehr aufrecht zu erhalten. (Lebhafte Zustimmung) Auch hierüber erwarten wir eine Darlegung ber Regierung in der Kommission. Auch bei dieser späteren Regulierung unserer handelspolitischen Beziehungen wird besonders in Betracht zu ziehen sein, daß die Stärke unserer Position im neuen Zolltarif liegt. Dieser Zolltarif ist eine Waffe in ben Handelsvertragsverhanblungen, uno er ist eine vorzügliche Waffe gegen die Meistbegünstigungsstaatcn. (Lacken links.) Wir können nun erwarten, daß von ben verbünbe- ten Regierungen diese Waffe voll unb ganz unb mit größter Schnei- digkeit zur Anwendung gebracht werden wird. Ich beantrage die llebertoeifung sämtlicher Handelsverträge an eine Kommission von 28 Mitgliedern. (Beifall rechts und im ausländische Konkurrenz schützen wollen. Das; wir auch vielen Tadel wegen deö Vertragsergebnisses ernten werden, war mir von vornherein klar, aber dahin wird nie ein Staat gelangen, daß er alle Forderungen durchdrückt und alle Gegenforderungen abweist. Ein solcher Ver-w-ag käme einer societas leonina gleich. Man mutz also, wenn man gerecht urteilen will, die Diagonale durch alle Verträge ziehen und sich fragen: Bieten die Verträge im ganzen noch Vorteile oder nicht? Ich hoffe, diese Frage werden Sie bejahen. On ne peut contenter tout le nionde ct son pere. (Beifall.) Graf Kamtz (kons.): Wir können dein Reichskanzler nur dafür dankbar sein, datz er versucht hat, den Wünschen der Landwirtschaft nachzukommen. Herr Bernstein scheint die lange Liste aller der Länder nicht zu kennen, gegen die England die Vieheinfuhr sperrt. England sperrt sich da gegen alle Welt ab (Abg. Bernstein: keineswegs!) — ja, richtig, gegen Island nicht '^Heiterkeit), aber die isländische Ausfuhr dürfte sich wohl hauptsächlich auf Seehunde und Robben beschränken (Heiterkeit). Tie Engländer, praktische Leute, wollen ihre Volksgesundheit schützen gegen schädliches Fleisch. Nun zu den Verträgen selbst. Zunächst: Brauchen wir denn überhaupt langfristige Handelsverträge? Ich möchte das verneinen. Ich glaube, unser wirtschaftliches Interesse wird weit besser gewahrt durch ganz kurzfristige Meistbegünstigungöverträge. Langfristige Verträge fallen überhaupt aus dem System deö Zoll- fchutzes heraus. Wer kann heute wissen, wie auf 10 Jahre hinaus die Produktionöbedingungen der einzelnen Waren sein werden? Also ich meine: wir brauchen keine langfristigen Verträge. Man sehe auf Frankreich und Amerika! Diese Länder schlichen keine Tarifverträge ab. und doch hat deren Wohlstand schneller zugenommen, als der Deutschlands. Die Tarifbertäge werden abge- schloffen im Interesse der Exportindustrie. Aber deren Nutzen ist mehr als fraglich, wie ein Vergleich der Vertragsstaaten mit den anderen beweist. Indessen taffen wir vorderhand diese mehr theoretischen Erwägungen. Von besonderer praktischer Bedeutung wäre cS, wenn der Reichskanzler uns erklären wollte, wie er sich in Zukunft unsere handelspolitischen Beziehungen zu den Staaten denkt, mit denen Verträge nickt abgeschloffen sind. DaS ist wichtiger, als unsere ganzen Verträge überhaupt. (Sehr richtig! rechts.) Man sehe vor allem auf Amerika. Wie hat die Union unS gegenüber gehandelt! Sie hat uns z. B. zuerst versprochen, den deutschen Zucker nicht schlechter zu behandeln, als andern, hat dieses Versprechen aber nicht gehalten, und |o ist die deutsche Zuckereinsuhr in Amerika von 69 Millionen auf fast 0 bcrabgesunken. (Hört, hört!) Es ist also eine Revision unseres Verhältnisses zu Amerika dringend und schleunig geboten. Eigentümlich genug ist es ja. Der alte Meistbegünsti- gungsvertrag mit Preußen von 1828 existiert nicht mehr — wie Graf Posadowskv erklärre. An deffen Stelle ist ein neues ?tbkom- men getreten, auf Grund des amerikanischen Vertrages mit Frankreich vom 28. Mai 1898. Wir sind aber ganz und gar ins Hintcr- treffen geraten, wie die ungeheure Unterbilanz unserer amerikanischen Einfuhr beweist. Es ist sogar die Gefahr eines amerikanischen Maffentransports von Roheisen nach Deutschland heraufbeschworen. Das mögen die Herren, die sich speziell für die deutschen Arbeiter interessieren, ad notam nehmen. Ein anderer Zweig ist die Textilindustrie. Amerika macht uns auch auf diesem Gebiete eine unerhörte Konkurrenz. Wenn das so weiter fortgeht, werden alle europäisd^en Fabrikanten ihre Betriebe nach Amerika verlegen müffen — so wird von amerikanischer Seite selbst geurteilt. So steht es um die Meistbegünstigung. Sollen nun alle Ermäßigungen der neuen Vertragstarife ofine weiteres den Meist- begünstigungsländern eingeräumt werden? Darauf kommt eS an, darauf möchte ich Antwort haben. Was den Dertragstarif selbst betrifft, so kann ich in manchen Punkien Herrn Bernstein ausnahmsweise recht geben. Ich glaube auch, daß unsere Industrie vielfach schleus- weggekommen ist. Ich habe in jahrelangen Vorstudien deren Wünsche kennen gelernt, und ich muß sagen: man ist ihnen vielfach auch da, wo sie durchaus berechtigt sind, keineswegs nachgekommen. Ich bedaure das auf das Lebhafteste. Aber irrig ist die Bc- öauptung, daß die Industrie die Kesten der Verträge getragen hat. Die langfristigen Verträge werden doch mir im Jntercffc der Industrie abgeschlopen, die stabile Verhältniffe haben will. Nein: die Kosten der Verträge trägt einzig und allein die Landwirtschaft. lLachen links.) Und zwar einzig und allein schon deswegen, weil die alten Verträge ja noch ein Jahr in Kraft bleiben. Ein her- wrragender Getreidehändler hat mir gesagt: daS Ausland wird )iefes Jahr benutzen, um Deutschland dermaßen mit Getreide voll- Mpumpen (Lachen links), datz die Preise auf Jahre hinaus noch luf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Herr Bernstein staubte sagen zu dürfen, daß der Getreidepreis noch über den Pro- chktionskosten stehe. Ich mache ihn darauf aufmerksam, datz sein ftanzöi'ifcher Gesinnungsgenosse Herr James einen Weizenpreitz ton 200 Mark für einen angemessenen Mindestpreis erklärte. Hört, hört!) Bei uns steht er auf 170 Mk.; wird er jetzt durch sie neuen Verträge um 20 Mk. erhöht, so erreicht er immer noch ncht den Mindestpreis des Herrn Jaures. Schade, datz die Sozial- -emokraten Herrn Bernstein und nicht Herrn Schippel vorgeschickt haben. (Heiterkeit.) Denken Sie daran, daß Herr Schippel vor l^i Jahren in einer Berliner Versammlung erklärt hat: die Agrarzölle reichten gerade dazu auS, um den Getreidepreis mit Mühe und Not aufrecht zu erhalten. Wenn Sie sich das genau überlegen, Herr Bernstein, so werden Sie zu demselben Resultat kommen. Aber Sie (zu den Sozialdemokraten) halten Ihren Standpunkt wohl nur aus agitatorischen Rücksichten aufrecht. Es gibt in der Tat kaum ein wirksameres Schlagwort, als das von der „Brotverteuerung"! Was kümmert es Sie, wo die Landwirtschaft bleibt! Und doch: ohne unsere Landwirtschaft, wo bleibt da die Industrie? So sagt Herr Schippel. Und können Sie das bestreiten? Die neuen Vertragstarife bleiben noch ziemlich weit , hinter den Bedürfnissen der Landwirtschaft zurück. Ueberaus wichtigen Wünschen ist nur in sehr beschränktem Maße Rechnung getragen. ES wird uns noch lange nicht der Zoll zuteil, dessen sich andere Länder zu erfreuen haben. In keinem Fall darf behauptet werden, daß die Landwirtschaft bei diesen Verträgen gute Geschäfte macht, ober gar, daß ihre Lage nun eine sorgenfreie ist. Immerhin müssen wir anerkennen, daß der Reichskanzler bestrebt gewesen.ist, au§- gleicbende Gerechtigkeit walten zu laffen. Dieses Prinzip wollen auch wir im Auge behalten, wenn wir nun an die Einzelberatung der Verträge herantreten. Wir müffen stets im Auge behalten: die Interessen der Industrie und die der Landwirtschaft sind unlösbar solidarisch mit einander verbunden. Ich hoffe, daß alle Parteien auf den Boden treten werden, auf den der Reichskanzler sich gestellt hat. und der bezeichnet ist durch die Worte: Gleiches Recht für alle Erwerbszweige! (Lebhafter Beifall rechts.) Abg Sieg (natl.): Deutschland ist weder ein Industriestaat, noch ein Agrarstaat. Es ist beides. Von diesem Gesichtspunkt aus steben wir den neuen Verträgen freundlich gegenüber. Deshalb unterscheide ich mich gan^ außerordentlich von Herrn Bernstein. Herr Bernstein hat ausschließlich vom Judustriestandpunkt aus ge- svrochen. Aber cs ribt ja auch Landarbeiter. Wollen Sie deren Jntereffen nicht vertreten? Wollen Sie ee aber, dann müffen Sic uns unterstützen in dem Bestreben, die Landwirtschaft zu heben. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich will nicht leugnen, daß manche Industrien durch,die neuen Verträge einen schweren Stand haben werden. ?lber im großen und ganzen herrscht doch in allen Kreisen eine Zufriedenheit, daß wir nun endlich in feste Verhältniffe kommen. Auch die Landwirtschaft kann zufrieden fein. Freilich, die Hände in den Schoß legen, das kann sie nicht. Die wahre Arbeit fängt erst jetzt für sie an. Jetzt muß sie zeigen, was sie leisten kann. Aber was wir bei den Zöllen erreichen Ivofftcn. da? haben wir erreicht, und wir stehen daher den neuen Verträgen überaus freundlich gegenüber. Einige Einzelheiten: Herr Bernstein hat sich z. B. über die hohen Obitvrcise in Deutschland gewundert. Ja, wem sind sie zu danken? Vergleichen Sie doch einmal daS, was der Produzent bekommt, mit dem, was der Händler sich einstccktl Der Händler hat eben allein den Profit. Und da steckt das Loch in Ihrer ganzen Beweisführung. Sie sehen stets nach dem Handelspreis, denken aber nie daran, wieviel der Händler aufgeschlagen hat. WaS kostet der Schefiel beim Produzenten, und was in Berlin? (Zuruf Soz.: Organisation!) Sollen wir die Scheffel organisiert nach Berlin schleppen? (Hefterkeit.) Ein weiteres: durch den niedrigen Zoll für Futtergerste werden besonders die Landwirte im Osten geschädigt, oa sie ihre Gerste ausführen müffen und nur einen niedrigen Ausfuhrschein bekommen, während die Landwirte im Westen ihre Gerste an Ort und Stelle selbst los werden. Setzen wir aber von Einzelheiten ab, so müssen lvir sagen: der Landwirtschaft wird nur das, was sie zu beanspruchen bered)* tifit ist. (Gelachter bei den Sozialdemokraten.) Ja, lachen Sic nur ruhig weiter: aber denken Sie daran: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! (Sehr gut!) Ich glaube: Sie haben am allerwenigsten Ursache, heute hier zu lachen. Denken Sie doch nur zurück an die Verhandlungen in der Zollkommi)ston (Sehr richtig!), was Sie damals allcö voraussagten, um uns graulich zu machen! Wir laffen uns jetzt so wenig durch Sie beirren, wie damals. (Beifall bei den Nationalliberalen.) ?tbg.KnemPs (freif. Vp.): Wir dürfen das eine nicht außer Acht laffen, datz die deutsche Bevölkerung jährlich um 1 Million zu- nnnmt, in Frankreich nimmt sie überhaupt nicht zu, in England nicht in dem gleichen Verhältnis. Wir haben dafür zu sorgen, daß diese Million im Lande bleibt. Daß die Meistbegünstigung der deutschen Industrie nichts nutzt, stimmt nicht, sie hat ein sehr großes Interesse daran. Manche Industriezweige können schon bei den jetzigen Verträgen nicht mehr exportieren, irnd) vielen Ländern bedeuten schon die jetzigen Zölle Prohibitivzölle. Die jetzigen Handelsverträge haben also der Industrie keineswegs so genützt, wie man annimmt. Es hat sich gezeigt, daß mit dem neuen Zolltarif überhaupt keine guten Handelsverträge abgeschloffen werden können. (Sehr richtig! links.) Datz die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen sich gebessert hat, ist ein Verdienst der Exportindustrie. (Sehr richtig! links.) Wir haben dafür zu sorgen, daß die Besserung der Lebenshaltung fort)djrcitct, aber das ist bei den neuen Handelsverträgen nicht möglich. Die deutsche Industrie wird durch diese Verträge an allen Ecken und Enden geschädigt. (Sehr richtig! links.) Die freie Entfaltung nach außen wird gehindert und die Folge davon wird sein, daß die Löhne der Arbeiter wieder sinken. Als ich die Denkschrift las, erinnerte mich das an einen Vater, der zu seiner Tochter, der Industrie, sagt: Du bistfa sonst so artig, du bist so tüchtig, sei nur ruhig, wir haben einen Sohn auf dem Lande, der schreit immer so (Heiterkeit), den müssen wir beruhigen, sei nur bübsck) brav und artig, du wirst schon durchs Leben kommen. (Sehr gut! links.) Bei den Caprivischen Verträgen kam nicht das Abwägen der Interessen der einzelnen Ertverbszwclge gegen einander zum Ausdruck, sondern der weitausschauende Gesichtspunkt, daß Deutschland seine Bevölkerung nur durch die Industrie, namentlich die Exportindustrie ernähren und im Lande erhalten kann. Dieser Gedanke hat seinen drastischen Ausdruck gesunden in dem bekannten Wort: Wir müssen entweder Ware exportieren oder Menschen. (Sehr wahr! links.) Wenn ich ein hohes Staatsamt bekleidete, was ja nicht der Fall sein wird, so würde ich mir diese Worte in goldenen Lettern eingerahmt in meiu-m Schlafzimmer aushängen laffen, um mich täglich daran zu erinnern. Wir werden nach Inkrafttreten der neuen Verträge wieder mit dem Export von Menschen in größerem Umfange beginnen müssen, nachdem die Auswanderung glücklicherweise in erheblichem Maße zurückgegangen ist. Daran, daß die Auswanderung abnimmt, hat aber auch die Landwirtschaft ein großes Interesse, und ebenso wird die Wehrkraft des Landes durch die Auswanderung geschädigt. Dem Gesichtspunkte der Allgemeinheit müssen sich alle anderen Gesichtspunkte unterordnen. Durch nichts wird der ti:;e Unterschied zwischen der bisherigen Wirtschaftspolitik und der, die durch die neuen Handelsverträge inauguriert wird, so klar gemacht, als durch den Unterschied zwischen dem Grundgedanken der Caprivischen Verträge und dem Rechnen und Abwägen der Geldinteressen der verschiedenen ErwerbSzweige, wie es bei den neuen Verträgen zum Ausdruck kommt. Aber auch vom einseitigen landwirtschaftlichen Interesse aus kann ich den Ausführungen des Reichskanzlers nicht folgen. Wenn es richtig ist, daß vcn den Getreidezöllen nur 7 Prozent der Bevölkerung Nutzen haben, die anderen aber keinen Nutzen, oder sogar Schaden, und wenn ferner von den landwirtschaftlichen Betrieben überhaupt nur 20 Prozent Getreide verkaufen können, so kann man doch, wenn man das behauptet. nicht von einem Kampf mir vergifteten Waffen sprechen. (Sehr richtig! links.) Es sind Dieselben Waffen, die früher Fürst Hohenlohe gebraucht hat, und ich glaube, der bat nie mit vergifteten Waffen gekämpft. (Sehr richtig! links.) Nach meiner lieber' zeuguilg kann die deutsche Landwirtschaft vorwärts kommen auch ohne so große Erhöhungen der Getreidezölle, wie sic der neue Tarif vorsieht. Alle Länder sind schließlich gezwungen, vom Agrarstaat zum Industriestaat überzugcheu. (Härt! hört! rechts.) Je mehr man diese Entwickelung künstlich erschwert, desto größer wird die Erschütterung fein, die ein Land durchziimachen hat. Zn den Verträgen will ich hcrvorheben, daß in dem russisches Handelsvertrag die Gleichstellung der jüdischen mit christlichen Handlnugsreisenden inbczug auf die Besteuerung statuiert ist. Ob auch sonst, darüber schweigt der Vertrag. Ein Vorteil ist ferner, daß den Ausländern die Erwerbung von Grundbesitz in Rußland erleichtert ist. Aber in den Zöllen: welche Er- jchwernng! Es klingt beinahe wie Ironie, wenn es in der Einleitiuig heißt: „in dem Bestreben, die Handelsbeziehungen beider Länder nodi lebhafter zn gestalten,haben den Abschluß eiueSZuiatzver- trageS beschlossen". Diese Belebung ist in Wirklichkeit eine Erschwerung ohne gleichen! (Sehr wahr! links.) Das Resultat ist eine Schädigung der Industrie und eine Schwächung der Konsumenten. Unser Zoll- system nützt der Industrie überhaupt nicht, nur die Kartelle begünstigt es. Wollen Sie z. B. der Kohleumisere ein Ende machen, so ist auch nur das einzige Mittel eine Umkehr in unserer ganzen Zollpolitik. (Lebhafter Beifall links.) Staatssekretär Graf PosudowSky: Was der Herr Vorredner über die Wirkungen der Handelsverträge für Handel und Industrie gesagt hat, ist durchaus irrig. Wer die Handelsverträge studiert hat, muß sich davon überzeugt haben, daß viele Bestimmungen in denselben enthalten sind, die dem Handel sehr förderlich sind, daß auch eine große Anzahl von Industrien durch die Verträge besser gestellt werden als bisher. Alles komiten wir fteilich nicht erreichen, aber eine Darstellung, die darauf hinausläuft, datz Handel und Industrie im allgemeinen geschädigt sind, die kann ich auf keinen Fall unwidersprochen lassen. Ich behalte mir die Darlegungen im einzelnen Punkt für Punkt für morgen vor. Hierauf vertagt das HauS die weitere Beratung auf Freitag 1 Uhr. Eingegangen ist ein schleuniger Antrag, der in Verhinderung des Präsidenten und der Vizepräsidenten Dr. Paasche und, Graf Stolberg den Abg. Büsing (ul.) zum Vizepräsideuteu vorschlägt. Der Antrag ist gestellt, weil Dr. Paasche erkrankt ist. Der Antrag wird sofort zur Beratung gestellt und ohne Debatte a n g e n o m m e u. Abg. Büsing erklärt sich bereit, die Funktionen des Vizepräsidenten zu übernehmen. (Beifall.) Schluß 6>r Uhr. • _ -Hessischer Landtag. Darmstadt, 9. Febr. . In' der zweiten Kammer der Stände teilte der erste Präsident Haas mit, daß auf eine telegraphische Glüch- kmnschäußernng seitens Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs folgende Antwort eingelaufen sei: „Tie Großherzogin und ich bitten der zwctten Kammer herzlichen Dant ftir die'freundlichen Glückwünsche / , auszufprechen, über die wir uns sehr gefreut haben." (Die im Prinzip beschlossene Adresse sei dem Hause noch nicht vorgelegt worden, weil diesem, wie er hört, eine Botschaft zu gehen werde. Die Kammer setzte alsdann "die Beratung des Haupt- ^oranschlags fort. Abg. Horn führte Beschwerde über die Schüdigungen, ckvelche die Landwirtschaft durch die Jagdpächter erlitten, acnd bat, den Gemeinden bei einer--Gesetzesrevision etwas freiere Hand zu lassen. Außerdem empfahl er ein Gesuch des Gisendahnbeamten-Vereins, welcher über die hohen Beiträge zur Pensionskasse Beschwerde führte, zur Berücksichtigung. Abg. Hirschel bedauert, daß hessische Abgeordnete, toenn_ sie Eis en b ahnwüns che haben, sich an den preußischen Minister wenden müssen, sowie daß man dem Prinzip der Privatbahnen entgegerrgehe. Beides zeige, daß der Gemein- fchaftsvertrag seinerzeit nicht hätte genehmigt werden dürfen. Was die Stenrpel angehe, sei be;onders eine scharfe Besteuerung der Automobile, die eine wahre Lanoplage seien, am Platz. Im übrigen seien manche Ermäßigungen geboten. Der Heranziehung der Einkommen über 10 000 Mark in etwas stärkerem Umfang stehe seiner Ansicht nach irichts im Wege.^ Gegen Forderungen für Dienstwohnungs- Lauten stimme seine Partei, solange als nicht der Antrag Häusel erledigt sei. Es gehe nicht an, daß gleichstehendc Beamte verschieden besoldet werden. Ter Oberamtsrichter in Worms habe eine Dienstwohnung, derjenige in Mainz nicht. Für Wohnungsgeldzuschich sei er nicht zu haben, auch nicht für eine allgemeine Be,oloungsordnungsrevision. Die Kreisblätter teile er in zwei 5öategoricn, in joiche, die die sich durch Stumpfsinn, und solche, Die sich durch Bosheit auszeichnen. letzteren gehöre her „Gießener Anz." (Wir danken Herrn Kollegen Hirschel, oem Herausgeber der gurherzigen „BolLswacht", für dieses Kompliment. D. Red. d. Gieß. Anz.) Gegen dessen gehässige Angriffe auf seine Partei protestiere er. (Wer die Hirschelsche „Volts- wachtt" liest, der ist erstaunt über deren zartfühlende Zurückhaltung und Duldsamkeit gegenüber anderen Parteien, namentlich beim jedesmaligen Onartalswechsel, wenn es sich um Gewinnung von neuen jLlbonnenten handelt. (D. Red. d. Gieß. Anz.) Es sei dringend zu wünschen,, daß das Monopol den Kreisblättern entzogen werde. Wie immer sei er auch jetzt gegen emc_ übertriebene Sozialpolitik. Es gehe doch zu, weit, daß man' Kindern verbiete, leichte >Arbetten zu verrichten, z. B. Kegel aufzusetzen, im ~ Orpheum erlaube man aber, daß Kinder zu halsbrecherischen Kunststücken verwendet werden. Bezüglich der Landwirtschaft bedauere seine Partei, daß in Hessen Handel, Industtre uitt) Landwirtschaft in einer Hand vereinigt sei. Diese passen nicht zusammen. Eine Mißtrauensäußerung dem jetzigen Vertreter im Ministerium gegenüber enthalte dies durchaus nicht. 'Das Verhalten der Regierung dem Herrn Pernersdorser gegenüber sei durchaus gerechtfertigt gewesen, diese habe mit Recht einen lästigen Ausländer ausgewiesen. Die Mahnung zum konfessionellen Frieden des Dr. Schmitt habe bei seiner Partei lebhaften Widerhall gefunden. Dieselbe sei insbesondere von den sogen, national-sozialen evang. Geistlichen zu befolgen. Staatsminister Dr. Nothe hält gegenüber dem Vorredner die Zusammenfassung von Handel, Industrie und Landwirtschaft in eine Abteilung für die Verhältnisse eines kleinen Staates durchaus angemessen. Das Ministerium des Innern habe der Landwirtschaft doch gewiß noch nie vorenthalten, was sie zu fordern berechtigt war. Abg. Windecker (nat.) meint, daß, wenn die Vermögenssteuer seinerzeit mit Rücksicht aus die schlechte Finanzlage von 55 auf 75 Pfennig erhöht wurde, mein allmählich bei gebesserten Verhältnissen auch wieder an eine entsprechende Reduktion denken müsse. Die hessische Regierung habe mit ihrem Auftreten in der Pernerstorffer-Angelegenheit den Dank des Landes verdient. Abg. Brauer (Bb.): Die früheren Handelsverträge und die Entwicklung der Industrie hätten die gesundheitliche und moralische Kraft im Volksleben untergraben. Abg. Erk (Bb.) spendet im Anschluß an die kirchen- politischen Ausführungen des Abgeordn. Schmitt dem Zentrum Lob. Finanzminister Dr. Gnauth widerspricht den Behauptungen des Abg. Hirschel in Bezug auf das Privatbahnwesen und widerlegt Bedenken des Abg. Erk gegen den Entmurj des neuen Gemeindesteuergesetzes. Abg. Adelung (Soz.) betont dem Abg. Hirschel gegenüber, daß es nicht ganz konsequent sei, die Toleranz zwischen den beiden christlichen Konfessionen zu predigen und zugleich gegen die Juden zu hetzen. Wenn Hirschel soeben von einem jüdischen Redakteur sprach, der einen bei Juden häufigen Namen trage, so dürften sich die antisemitischen Abgg. Wolf, Baer und Hirschel selbst nicht wundern, wenn sie in den Verdacht kämen, Juden zu sein. (Heiterkeit.) Ab. v. Brentano (Ztr.) dankt dem Abg. Erk für die dem Zentrum gemachten Komplimente. Im Fall Pernerstorffer sei die Haltung der Regierung durchaus berechtigt gewesen. Den streikenden Bergarbeitern drücke er seine Sympathie aus. Ministerialrat Braun gibt als Chef der von dem Bauernbund angegriffenen Abteilung für Handel, Industrie und Landwirtschaft eine eingehende Darlegung dieser Organisation und der seitherigen Haltung der hessischen Regierung in landwirtschaftlichen Fragen. Wenn die hessische Regierung mit der Gesamtheit des Bundesstaates den neuen Handelsverträgen zugestimint habe, so habe sie nur an ihrem Prinzip festgehalten, den Interessen von Landwirtschaft, Handel und Industrie möglichst in gleicher Weise gerecht zu werden. Auf eine Anfrage teilt Ministerialrat Braun noch mit, die Staatsbehörde habe angeordnet, daß Unternehmer nur dann vom Staat mit Arbeit bedacht werden, ivenn sie ihren Versicherungspflichten gegenüber den Arbeitern rechtzeitig Nachkommen. Daniit ist die Generaldebatte geschlossen. In der Spezialdebatte werden die Kapitel 1—7 bewilligt. Ausgesetzt werden die 51apitel 2, Titel 1, I., Kameraldomänen, Titel 6 VI. Lokalverwaltungskosten wegen der Forstverwaltung, Kapitel 3, Weinbaudoniänen. Die weitere Beratung wird auf Freitag vormittag 9 Uhr Die agrarische Woche. in’-rr iv. S. u. H. B erlin', 9. Febr. Am heutigen britteu! Verhandlungstag beschäftigte man sich zunächst mit dem 6. Punkt ber Tagesordnung: „Das Interesse der Landwirtschaft an der Verstaatlichung des Steinkohlenbergbaus." Tie hierzu vorliegende Resolution hat folgenden Wortlaut: „Tie landwirtschaftliche Bevölkerung bedarf der Kohlen nicht nur zum Hausbrand, sondern in steigendem Maße auch zum Betriebe von Maschinen in der Landwirtschaft selbst und in den mit derselben in Verbindung stehenden technischen Nebenbetrieben. Sie hat ebenso ein hervorragendes Interesse daran, daß der Betrieb der Staats- und Privat-Eisenbahnen nicht durch Mangel an Kohlen oder deren Verteuerung behindert wird. Aus diesen Gründen ist dahin zu wirken, daß: 1. Tie Kohlen zu einem mäßigen und möglich,! konstanten Preise geliefert werden können. 2.' Ter Bezug der Kohle durch Maßnahme der Zechenverwaltmrgen und des Großhandels sowie durch die immer bedenklicher auftretende Bergarbeiter-Bewegung und die damit zusammenhängende generelle oder teilweise Arbeitsniederlegung nicht erschwert oder verzögert wird. Ter Mutsche Landwirtschüftsrat kann deshalb nur befürworten, daß der Staat an der Kohlenbeförderung tn eigener Verwaltung soweit teilnimmt, daß er in Notfällen den für die Aufrechterhaltung des Eisenbahnverkehrs erforderlichen Kohlenbedarf aus seiner Förderung decken und im übrigen die Festsetzung der Kohlenpreise und die sonstigen den Betrieb der Kohlengruben betreffenden Einrichtungen in ausschlaggebender Weise beeinflussen kann. Eine Verstaatlichung des gesamten Kohlenbergbaues kann auch der Deutsche Landwirtschaftsrat nicht befürworten, Er glaubt die Hoffnuna aussprechen zu können, daß bie' zurzeit von der preußischen Regierung in Aussicht genommenen Maßnahmen, insbesondere auch der Erlaß neuer gesetzlicher Vorfchriften gegen eine im einseitigen Interesse der Unternehmer stattfindende Ausbeute und Stillegung der Kohlenzechen die' Interessen der Allgemeinheit wie der deutschen Landwirtschaft gegenüber dem Privat-Kohlenbergbau sichern, und verhindern werden, daß letzterer sich 'zu einem Privatinonopol ausgestaltet, dem nach Ansicht des Mutschen Landwirtschaftsrats mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten ist." Ter erste Referent Kammerherr Tr. Freiherr von Schor- lemer-Lieser beschäftigt sich ausführlich mit dem Ko h len - syndikat des Ruhrreviers und seinem Monopol auf dem Gebiete des Kohlenhandels. Tas sog. Kohlenkontor hat seine Tätigkeit dürnit beognnen, daß es für Süddeutschland den Kohlenpreis um 17 Prozent erhöhte. (Hört! Hört!) Besonders traurig im Ruhrrevier sind auch die Arbeiterverhältnisse. Wenn man von dem Bergarbeiter-AuSstande spricht, dann darf es hier nickt unerwähnt bleiben, daß es in landwirtschaftlichen Kreisen vielfach nicht verstanden worden ist, daß man in der Oeffentlichkeit ein Wort des Tadels darüber ge- hört hat, daß dieser Ausstand nur möglich war unter dem Kontraktbruch der Arbeiter. (Lebhafte Zustimmung.) Aus diesem Grunde mißbilligen wir nicht nur die Aufforderung zur ungesetzlichen Arbeitsniederlegung, sondern auch daß man aller Orten große Shntpcrthik'kundgebungen' für die Streikenden veranstaltet, veranstaltet in großen Arbeiterversammlungen, die doch nur das Resultat hatten, daß auch die Arbeiter in anderen Erwerbskreisen aufgeregt wurden und sich mit der Frage beschäftigten, ob nicht aüch ihre Lage ebenfalls durch eine Arbeits- N'.ederleguwg verbessert werden könnte. Man darf nicht vergessen, daß die Berggesetzgebung den Bergwerksbesitzer gegenüber den Mineralien bevorzugt, um die notwendigsten Schätze der Erde, deren Hebung dem einzelnen nicht möglich ist, durch besondere Bestimmungen der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Hieraus erwächst die moralische Verpflichtung, daß die Berg- wcrksgesellschaften die Privatinteressen unter Umständen denen der Allgemeinheit u.nterzuordnen haben. Und so glaube ich, daß unser aller Ansicht darin übereinstimmt, daß die gegenwärtigen Zustände im Kohlenbergbau und Kohlenhandel der Abhilfe dringend bedürfen, daß es insbesondere nicht angeht, den Vertrieb der Kohlen und die Festsetzung der Preise in der Hauptsache in den Händen zu lassen, deren Bestreben es ist, je nach der Marktlage den höchstmöglichen Gewinn aus einem Erzeugnis zu erzielen, das für die Menschheit entbehrlich ist, abgesehen davon, daß hierdurch der Industrie und den Arbeitern große Summen verloren gehen kömten, da sie ohne Kohlen nicht arbeiten können. Tas radikalste Mittel wäre ja die Verstaatlichung des gesamten Bergbaues. Verstaatlichung der Eisenbahnen, Verstaatlichung der Binnen-Schiffahrt, Verstaatlichung der Eisen- und Stahlwerke und schließlich der übrigen Betriebe — dann bleiben schließlich nur Üwch die Landwirte übrig, die man nicht verstaatlicht, weil bei ihnen nichts zu verdienen ist. Ein weiterer Grund Hegen die Verstaatlichung ist die besondere Intelligenz, die ein Bergwerksbesitzer füv seinen! Betrieb haben muß. Tiefe Intelligenz kann nur durch die freie Konkurrenz geweckt werden. Ich verzichte darauf, gesetzliche Vorschläge zu machen, da ich jedeGe- setzgebung ab trat o für verfehlt halte. Ter zweite Referent Witkl. Geheimrat Exz. von Stvsch- Hart-au verbreitet sich über die Zustände in den schlesischen Gruben, die er im Gegensatz zu den westfälischen Gruben als M u ft er - betriebe hinstellt. Kammerherr ' von Oldön b,u r g - Januschau begründet einen Antrag, in der Resolution 'zu erklären, daß der Landwirtschaftsrat nur „zur Zeit" eine Verstaatlichung nicht befürworten könne. Frhr. v. W an g enh e'ini-Kl. Spiegel: Es ist eine krankhafte Erscheinung unserer Zeit, daß sie den Unterschied darüber vergißt, ob eine Arbeitsniederlegung erfolgt nach Ablauf eines Vertrages mit dem Unternehmer. In der Abstimmung wird unter Ablehnung des $n= .»■■mm Eine Iordan-Aeier. Fran kfurt, deck 9. Febr. 1905. Am gestrigen Geburtstage Willielm Jordans, dem ersten nach /einem Heimgänge, hatte sich eine ansehnliche Schar von Verehrern des Dichters (worunter wir auch Prinz Fried-r. Karl von Hessen bemerkten) zusammengefunden in dem prächtigen Saale des F-rmrkfurter Hofes, in dein auch eine Büste des Dichters, von festlichem Grün umrahmt, aufgestellt war. In würdiger Feier wollte man sich erbauen an dem alten Heldenliede der „Nibelunge", das, in neue Form gegossen, mit modernen naturwissenschaftlichen und religiösen Gedanken erfüllt, der Dichter selbst als fahrender Rhapsode auf feinen Wanderzügen durch Deutschland und die neue Welt zum populärsten feiner Werke gemacht hat. Zwei Gesänge daraus standen auf dem Programm: Sigfrids Tod und Kriemhild und Brunhild an seiner Leiche. Aber auch an dem Torso bewunderte man aufs neue den virtuosen Meister der Form und des Verses, man versenkte sich andächtig in die tiefsinnigen Jdeengänge des Denkers und sah erschüttert das Drama sich abspielen, das der Tichter vor unserer Seele aufleben Herr Emanuel Stockhausen! vom Thaliatheater in Hamburg, der sich in seinen Eingangsworten als begeisterten Verehrer Jordan'scher Muse bekannte, war ein ausgezeichneter Interpret des gewaltigen Werkes. Der Sohn unseres rühmlichst bekannten Gesangespädagogcn wußte mit teinem klangvollen, biegsamen Organe, seinem temperamentvollen, durchgeistigten Vorträge den ganzen reichen Stimmungs- und Ideengehalt der beiden Gesänge auszuschöpfen. Reicher Beifall dankte dem Vortragenden, dankte auch den Manen des Richters, der uns wieder einmal in den Bannkreis seiner imponierenden Persönlichkeit gezwungen Halle. Wehmutsvoll fühlte wohl teder der Hörer mit bcc anwesenden Familie des nuit Entschlafenen in den Worten des zweiten der vernommenen Gesänge: Was bi. liebst, mußt bu lassen, - _Unb das Leid nur ist lang. A. Sau ar. träges Oldeiiburg die Resolution der Referenten unverändert angenommen. Es folgt die Fpag e der Abgabenfreiheit auf den sog. natürlichen Wasserstraßen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: „Die Abgabenfreiheit auf beit sog. natürlichen Wasserstraßen begünstigt und erleichtert den Import ausländischer land- und forstwirtschaftlicher Produkte zum nicht geringen Nachteil der deutschen Land- und Forstwirtschaft. Es liegt aber auch im allgemeinen Jnteresse, daß von den Staaten Transportabgaben in solcher Höhe erhoben werden, daß durch dieselben die aus öffentlichen Mitteln für Verbesserung und Unterhaltung der Wasserstraßen aufgewandten Kosten gedeckt werden. Ter Teutsche Landwirtschaftsrat ersucht daher den Herrn Reichskanzler, die Einführung von Gebühren zum Ausgleich für die Kosten der Verbesserung und Unterhaltung der natürlichen Biniienschiffahrtsstraßen in bie Wege zu feiten." Beide Referenten, Landesökonomierat Winkelmann-Köb- bing und Professor Dr. Wiedenfeld-Köln führen aus, daß bie Reichsverfassungsbestimmung, die die Abgabenfreiheit garantiert, geändert werden müsse und daß die deutschen Ströme eigentlich nicht mehr als „natürliche" Wasserstraßen angesehen werden könnten. Die Abgabenfreiheit fei eine Bevorzugung einiger Gegenden. Aber fie bestehe schon saft ein Jahrhundert, die Industrie habe sich an sie gewöhnt und deshalb müsse man ihr sür den Fall ihrer Beseitigung eine Gegenleistung gewähren. Eine solche Gegenleistung fei derAusbauder W a s s e r ft r a ß e n. Tie Nachmittagssitzung wird mit der Tiskussion über die Abgabenfreiheit auf den natürlichen Wasserstraßen begonnen. Frhr. v. Erffa-Wernburg: Wenn es richtig wäre, daß Schiff- fahrtsabgaben nur auf dem Wege einer Verfassungsänderung ein- geführt werden könnten, dann hat sich ja die preußische Regierung bisher in fünf Fällen eines Verfassungsbruches schuldig gemacht, denn sie erhebt von Stettin nach SwinemüNde von Königsberg nach Libau und an anderen Stelleü Schiffahrtsabgaben. Nach längerer Tiskussion wird die Resolution unverändert angenommen. Der Landwirtschaftsrat erklärte außerdem ausdrücklich, daß er die juristische Frage, ob Schiffahctsabgaben mit der Reichsverfasfung in Einklang zu bringen sind, offen läßt. Er gibt nur der Ansicht Ausdruck, daß er die Einführung von Schiffahrtsabgaben wünscht. Oekonomierat Ring-Charlottenburg und Bartrnann- L ü d i ck e - Niederhöfe referieren hierauf über die „Preisnotierung an Schlachtviehmärkten". Sie begründen folgende Resolution, mit deren Annahme die Sitzung ihr Ende erreichte : „Ter Deutsche Landwirtschastsrat steht nach wie vor auf dem Boden der Beschlüsse vom 7. März 1900 und 6. Februar 1901. Da 1. die zurzeit an den meisten Schlachtviehmärkten in Deutschland gebräuchliche Art der Notierung nach Schlachtgewicht auf Grund schätzungsweiser Feststellungen ein klares Bild der Marktlage nicht gibt; da 2. alle Versuche beziehentlich Erlasse betreffs Einführung von Notierungskommissionen zwecks Vorbereitung von entsprechenden Marktordnungen gescheitert sind, so beschließt . der Deutsche Landwirtschaftsrat, an den maßgebenden Stellen des Reiches bezw. bei den einzelnen Regierungen dahin vorstellig zu werden, daß nunmehr im Wege der Gesetzgebung Bestimmungen für alle Schlachtviehmärkte getroffen werden: 1. daß alles Schlachtvieh auf dem Markte gewogen werden muß, 2. daß der Handel sich nur auf Grund von Schlußscheinen vollziehen darf, auf denen Lebendgewicht und Preis vermerkt ist, 3. daß den Notierungskommissionen diese Schlußscheine vorzulegen sind." Kirche und Schule. Soeben erschien bei I C. B. Mohr in Tübingen: „Die Reform des Strafrechts und die Ethik des Christentums". Von D. Paul Drews, Professor der Theologie in Gießen. (50 Pfg.) — Tie sehr lesenswerte Broschüre bildet eine Nummer der Sammlung „Lebensfragen, Schriften und Reden", .her aus gegeben von H e i n r i ch W e i n e l, Professor der Theologie in Jena. Sie ist entstanden aus einem Vortrage, pen Prof. Trews am 15. Sspt. 1904 auf der 40. Jahresversammlung des heis. Landesvereins für innere Mission in Darmstadt gehalten hat. Alls Atriftt Hilft KlMft. Gießen, den 10» Februar 1905. •* Aus den Landtags-Kommissionen. Der 3. Ausschuß beantragt, die Wahl des Oberförsters Weber zu Konradsdorf für giltig zu erklären. — Ein Antrag des Abg. Diehl betrifft die Einstellung einer zweiten Oberlehrerstelle an der Realschule und dem Gymnasium zu Alzey. ** Die Geschworenen. Bei der am 8. d. M. vollzogenen Auslosung der Geschworenen wurden für die am 6. März beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts die Namen folgender Hauptgeschworenen aus der Urne gezogen: 1. Friedrich Nathes, Landwirt in Nieder-Gemünden - 2. Georg Reuß, Landwirt in Echzell; 3. Philipp Karl Hensel, Landwirt in Dortelweil; 4. Kas- par Walther, Kaffenrechner in Beuern; 5. Johannes Dippel, Bürgermeister zu Reibertenrod; 6. Johannes Kircher IV. Landwirt in Landenhausen; 7. Otto Kindt, Buchdruckereibesitzer in Gießen; 8.' Rudolf Brennemann, Pachter in Ober-Erlenbach; 9. Richard Westernacher, Oekonomierat in Lindheim; 10. Philipp Keller IV., Rentner in Melbach; 11. Hermann August Christ, Kaufmann in'Grünberg; 12. Wilhelm Lorenz Mckert, Landwirt in Bruchenbrücken; 13, Heinrich Georg Hores, Landwirt in Burg- Gräf en rode ; 14. Heinrich Specht, Ortsgerichtsvorsteher zu Leusel; 15. Heinrich Schick, Landwirt in Diebach a. H.; 16. Eberhard Helmes, Müller in Ober-Hörgern; 17. Georg Ludwig Brückmann, Pächter in Steinfurth; 18. Heinrich Volkmann II., Beigeordneter — Ucber den Tod Menzels wird gemeldet: Ter Tod erfolgte morgens kurz nach 7 Uhr. Nachdem Menzel sich noch einmal von Unruhe ergriffen von seiner Lagerstatt erhoben hatte, legte er sich wiederum nieder, um sauft und stül einzuschlafen. Ter behandelnde Arzt war anwesend und bie\trauernbe Familie umstand das Lager des wie in sanftem Schlummer daliegenden großen Mannes. Tie im Leben so energisch scharfen Züge erschienen von der Hand des Todes gemildert. Der General- Adjutant des Kaisers, Graf Moltke, legte im Namen des Monarchen einen kostbaren Blumenstrauß auf das Bett des Verschiedenen nieder. T>er Vertreter des Kaisers war der erste, der das Sterbezimmer betrat. Im Laufe der Vormittagsstunden trafen zahlreiche Leidtragende ein. Unter den Ersten war der Kultusminister Tr. Studt und ber Bildhauer Professor Begas. Tie Aufbahrung der sterblichen Ueberrefte Menzels wird im Künstlerhause erfolgen. — Auf Befehl des Kaisers wird die Leiche in der Rotunde des Alten Museums auf gebahrt, von wo die Beerdigung am Sonntag oder Montag stattfindet. — Ter , Reick)s-Anz." und die „9tordd. Allg. Ztg." schreiben: Mit dem Tode des Altmeisters Menzel hat ein selten reiches gesegnetes Künstlerleben seinen Abschluß gefunden. Äiit dem ganzen Vaterlande, ja mit der gebildeten Welt steht ber Kaiser an der Bahre des bewundernswürdigen Greises, dessen geniale Kunst mit Vorliebe der Verherrlichung des preußischen Ruhmes gewidmet war und dessen Meisterhand verstanden hat, den großen König und seine Helden dem Bewußtsein und der Bewunderung der Nachlebenden wieder lebendig zu machen. Einen Schatz altpreußischer Ueberlieferungen verdankt namentlich auch die Armee dieser Wiederbelebung jener kriegerischen Gestalten aus großer Zeit, deren kühne, harte Eigenart Menzels Stift mit wunderbarer Schärfe ium Ausdruck gebracht hat. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, den nahe bevorstehenden Abschluß des neunzigsten Lebensjahres zu begehen, zu dessen Feier sein dankbarer König ihm neue Ehrungen zugedacht hatte. Ein .fanfter Tod hat dem unermüdlich Schassenden den Stift aus ber Hand genommen. Sein Ruchu wird fortleben, so lange cs Deutsche gibt, und die Tankbarteit seines Königs folgt ilM über das Grab hinaus. in Heuchelhemi bet Gieren: iy. Karl Steuer nagel, iianöMax tn, Windhausen; 20. Heinrich Dietz VI., Landwirt in Billertshausen; 21. Otto Holzschmidt, Landwirt in Eckartsborn; 22. Heinrich Koch XIV., Oelmüller in Alsfeld; 23. Tr. Hans Strahl, Professor in Gießen: 24. Christian Grünewald, Oekonom jn Bad-Nauheim; 25. Konrad Hitzel III., Rechner in Münzend er g; 26. Ludwig Haas IV., Landwirt in Steinbach; 27. Karl Eich, Privatier in Gießen; 28. Otto Höres, Landwirt in Stockheim; 29. Peter Zorn, Landwirt in Ostheim; 30. Julius Karl, Spar- kassenrechner in Grünberg. ** Fackelzug der Studentenschaft. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteilt, baß Ihre König!. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin geruhen werden, den Ihnen anläßlich Ihrer Vermählung angebotenen Fackelzug der Gießener Studentenschaft am Mittwoch den 15. d. M. in Lich entgegenzunehmen. Die Studenten fahren im Extra zu g um 6,05 Uhr dorthin. ** Vom Bahnhof. Auf Bahnsteig I unseres Bahnhofes ist man gegenwärtig mit der Herstellung einer eisernen Einfriedigung längs des Empfangsgebäudes beschäftigt. Dieser Abschluß soll, wie wir hören, nach Fertigstellung der neuen Wartesäle in einigen Wochen wieder entfernt werden. •* Das Maskenfest des Turnvereins am nächsteif Samstag verspricht dem Vernehmen nach recht interessant und reich an Darbietungen zu werden. Die Turnhalle, in einen Feenwald verwandelt und als Festplatz einer gebirgsreichen Gegend gedacht, ist mit verschiedenen Ueberraschungen ausgestattet, die für die wenigen Stunden echten Karnevalslebens angenehme erheiternde Abwechselungen bieten werden. Zum Schutze der Mitglieder wird der Turnverein bei Eintritt eine strenge Kontrolle, üben, es ist aber durch eine Nachfeier am Sonntag Gelegenl)eit gegeben, auch als Nichtmitglied sich dem tollen Treiben anzuschließen. -s--Friedderg, 8. Febr. Die Handelskammer Gießen hat an die Handelskammer Friedberg eine Eingabe des Kommerzienrates Gail-Gießen übersandt, die in dem Vorschlag gipfelt, zur Ehrung und Anerkennung von gewerblichen Arbeiterinnen, welche mindestes 25 Jahre lang in Pflichttreue im selben Betriebe tätig gewesen sind, Auszeichnungen zu verleihen. Die Anregung wurde in/ber Sitzung der Handelskammer Friedberg unterstützt, nachdem der Berichterstatter Schäfer-Büdingen hierüber referiert hatte. Kleine Mitteilungen aus 5)essen und den Nachbarstaaten. Lehrer Klingelhöf er, der am 1. Nov. l. I. zum Schulgehilfen in Beltershain bei Grünberg ernannt worden war, wurde wieder nach Heuchelheim versetzt. — Der „linke Flügel" der bürgerlichen Frauenbewegung scheint durch seine jüngeren Arbeitskräfte eine rege Agitation zu entfalten. Im Auftrag des Deuffchen Verbandes für Frauenstimmrecht sprach Martha Zietz in Frankfurt a. M. und Wies baden über das Frauenstimmrecht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Ju der Stadtlirche. Am 6. Sonntag nach Epiphanias, den 1 2. F eb ru ar. Vornnttags 97, Uhr: Professor D. Drew s. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeindri Pfarrer v. Schlosser. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, im Matchäus» saal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Psalm 139. Pfarrer D. Schlosser. Nächstfolgenden Sonntag, den 19. Februar, findet im Haupte gottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthaus^' und Achrkiisgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Ju der Johanneskirche. Vormittags 9r/2 Uhr: Pfarrassistent Schulz/ Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Psarrassistent Schulz. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und dis Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Pfarrassistent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. Februar 1905. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zu- hl. Beicht. Sonntag, den 12. F e b r u a r 19 0 5. 6. Sonntag nach Epiphanie. Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselbe Austeilung der heil. Kommunion. w um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 V2 Uhr: Hc^amt mit Predigt. Nachmittags um 57, Uhr: Christenlehre; darauf Slndacht. Oer Baufieste Ruf stetem Schiff ungehört, weil ihn das Brausen der Brandung verschlingt. So gehen auch unzähligr wertvoller Winke, die uns die Zeitungen täglich bringen, nahezu unbeachtet unter, weil sie im Gedächtnis des Lesers nicht höfter bleiben. Es ist deshalb notwendig, alles anerkannt Gute oft und in eindringlicher Weise dem lesenden Auge vorzuführen. Kommt dann im Laufe der Zeit eine Gelegenheit zur Nutzanwendung, dann wir mau sich gern lehrreicher Hinweise und erprobter Ratschläge erinnern. So gedenke man bei Blutarmut und Bleichsucht, bei Magen- und bei I)armleiden des wohltuenden kräftigenden Einflusses yoi Hausens Kasseler Hafer-Kakao. Nicht nur in Krankheitsfällen wird dieses Präparat von Tausenden von Aerzten als Kräftigung-smittel verordnet, sondern es ist auch seiner leichten Verdaulichkeit und seines hohen Nährwertes wegen für kleine Kinder das Bekömmlichste und für schwächliche Schulkinder das beste Frühstücks- und Abend« o etränk. Nur echt in blauen Kartons ä 27 Würfel, niemals lose 6 hv6/10 Emen Sprung ins Dunkle riskiert jeder, der gegen latarrhalische Affektionen MiktlX anwendct, die er noch nicht kennt. Nur bei Fay's ächt cü Sodener Mineralpastillen nicht — die sind ein Produk.' der Sodener Heilquellen und ihre ausgezeichnete Einwirkung auf die Schleimhäute der Lltmungsorgane und des Atagcns ► ist so millionenfach erprobt, daß jeder inibcbuujt nach den f „Sodenern" greifen muß, wenn er hustet, heiser _t|t, oder a so Ust an E rtältun gse rsch cinun g en leidet. Die schachtel U kostet nur 85 Pfg. ist allen Apotheken, Drogerien und Mme- Ä ralwasserhandlungen. hv / Kursblatt des Gießener Anzeigers vorn 9. Februar 1905 Ser. 311-330 uni. b. 1913 98.30 Meininger Hyp. 3 Badische Anlnhe v. 1901 unk. 1909 do. do. 37, 1907 Hyp.V. Zf. 4% gar. v. d. G. 1.1904 73.60 Lire 500 v. 1903 unk. 4 i. G. v. do. do. Hamburg« St.-An!. M. 4059 r Rhein. Hyp. Mannheim unk. b. 1902 . 1899 101.50 4 Kopenhag. v. 1901 unk. 1011 2043 r 3 Schweiz. Central v. 1880 . 2000 r 4 Lissabon v. 1886 . Russische Südost 97 steuerfr. gar. . Wcstd. Bdkr. Hyp. (ftoln; S. 1 unk. b. 1904 Moskau Ser. 30-33 unk. b. 1913 4 38/io Neapel siaatl. gar. 1000 r - 1908 89.30 Anatolische i. G. 2040 r M. Staat!, oder provinzial-garant. v. 1888 do. do. 101.85 do. 4 do. 6 Dulgar. Tab. Anl. v. 1902 i. G. 64 50 Sachs.-Meining. Landkred.-Änst. unk. 1906 Lire 100.80 8-fL 113.60 30. Standesherrliche Anleihen« r. 102 do. M. 4l/i Eisend. Rcntenbank Rheinprovinz AuSg. 20 u. 21 unk. d. 1902 do. 4 do. ösl.G. 31/, Hess. Provinz Obcrhcffen Franken-ÄUee, garant. v. Frankfurt 37, Frankfurt a. M. Lit. N u. Q abgest. r. 101 unifiz. v. 1902 Ser.Ht do. M. 99.80 do. bpezifiz. Verzinsliche I^ose. Rnmän. M. Reichsbank 88.80 M. Ruff. Tousolid.-Lu1. v. 1880 88.70 4 Bingen v. 1899 89.30 37* do. Ltt. B M. 1000 do. 89.55 4 do. M. n do. 3 do. 99.30 Fr. LeremSbank . . . M.600 amort. ab 1907 27,Sluhlweißcnb.-Raab-Graz DiSkonto-Gesellschaft M. 600, 1200 4 Erlangen v. 1900 unk. b. 1911 . P-l. 27, 4 Freiburg M. 600/12O0 4 98. 98.50 Unverzinsliche Uose< 83.60 101.10 170.10 98.40 M. Pes- 39.50 105.50 v. 1899 unk. b. 1904 4 do. 1890 4 Karlsruhe v. 99.25 1888 u. 1903 . Lstr. 98.80 r§r. 98 50 Industrie-Aktien. do. 4 Mainz ü. 1900 unk. b. 1910 abgest. 80°/( do. do. 4 Mannheim 102. Braunschweig. Landes-E.-B. n E Kommunal Ser. 1 unk. 1910 99. unk. b. 1903 95.80 37- do. 4 Nürnberg do. (tilgb.) 89.10 4% Offenbach 101.50 400 Qeß. Süd (Lomd.) stf. do. do. Fr- Lstr. M. unk. b. 1905 . unk. b. 1908 . 1889 1891 do. do. 16 18 b. 1905 b. 1910 4 4 4 do. do. v. 1900 v. 1903 v. 1896 1888 1897 101.10 78.60 101.90 100.25 100.60 101.60 101.30 37, 37. 37. 37t 3 3 do. 98 unk. 1909 stfr. gar. do. 1901 uncv. b. 1915 stf. g. v. 1889 1. Rg. v. 18ö9 II. Rg 1900 1903 1897 unk. unk. b. b. b. 1905 . 1906 . 400 400 400 99. 101. 99. 98.50 98.50 4 37, do. do. do. Handelsg. . M. 500/1000 Hyp.-Bt. Lit. A M. 1000 do. do. do. do. do. do. 140 10 17.15 M.1000 M. 1000 M. 1000 5 0 9 123.70 143.50 198.30 98.70 101 10 do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. 500 500 98.50 99.30 99.30 96.50 94.30 87.75 4 4 3 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 5 3 do. do. do. do. unk. unk. unk. b. b. b. b. b. 1902 1908 1906 101.40 98.30 99.30 100.30 110.40 108 50 101.50 90.60 89.25 Eisenbahn-Renten-Bk. . Franks. Hypolhek.-Bank do. do. do. do. Ser. Ser. Ser. Ser. 187.20 195.— 4 5 47, 471. 411. 326.- 109.40 5 5 L ö.fl. Kr. M. b- fl. 65.90 66.30 13.40 10120 100.70 87.50 103.30 v. 1890 v. 1893 v. 1896 v. 1897 v. 1903 90 60 103.45 103.25 82.40 lOu.75 67.50 4 5 5 4 4 37, 6 47, 37a do. 3'/, do 4 4 4 4 4 Stockholm v. 1880 . . llßicn Kommunal i. G. Hyp.-Kred.-Ber. abgest. r. ä 105 do. S. 15-19, 21-26, 35, 36 u. 38 do. S. 27, 37, 39 u. 42 unk. 1905 4 67, 5 47, 10 0 4 5 87» 4 7 0 7- 5 8 87a 67a 7 7 7 7 47a 672 9 6 8 9 7- 7 7 3 37. 37, vst.G Kr. Lstr. M. Kr. 92.50 48.60 51.80 105 60 unk. b. 1904 . unk. b. 1905 . unk. b. 1906 . 102.50 101 60 98.60 98 — 102.50 101 50 98.50 98.40 98.60 98.60 98.60 98.60 Dresdner Bank . . Dresdner Bankverein 3%, do. 37, do. 37a do. do. S. 31 do. S. 40 do. S. 43 v. 1886 . V. 1895 . 46 44 Gotthardbahn. . Ital. Mittetmeer . Anatol. Eisenb. . Pnnce Henri . . 1901 . 1914 . b. 1910 b. 1910 . 1000 . 500 . 1000 Fr. M. M.1000 Tlr. 100 M.1000 s. st. 500 M. 1000 100 70 100.85 99.- 191.50 89.— Lstr. Pes. Lstr. Pes. u. 17 unk. 1910 unk. b. 1905 . M. Fr. 1900 1901 1888 1895 1898 Oberrhein. Bank . Oest.-Ung. Bank . Oest.-Länderbank Oest.-Kredit-Anstalt. u. 34 unk. b. 1907 11. 41 unk. b. 1910 unk. b. 1913 . . unk. b. 1908 . . unk. b. 1913 . . M. 1000 Kr. 1400 ö. fl. 200 ö.fl. 260 M. 1200 Tlr. 200 152.55 196.75 125.80 79.40 292.50 92.6p 99.10 101.60 98 75 do. do. do. 37, 37, v. 1896 .... r. 1903 unk. b. 1908 ö.fi M. ö-st. 123.— 152.— 122.— 143.75 L L 4 4 4 4 s4 4 4 Lstr. M. Lstr. M. 1901 1902 1908 0. 1888 convert. v. 1897 v. 1902 v. 1888 v. 1898 v. 1903 85.60 90.- 103.10 101.50 88.- 100.75 98.25 89.60 84.50 u. 1894 . . v. 1891 Lit. H Ungar. Kreditbank Unwnbank (Wien) Wiener Bankverein unk. unk. 95.- 95.80 96.50 v. 1899-1901 . . . . v. 1902 unk. b. 1913 . do. cinbdtL Rente (conti.) . . do. Staats-Rente Oest. C.-B. Et, Sch.^Bersch, (couv Elisab. DbL) L G. steuerfr. . Zürich v. 1889 .... Stadt Buenos-Aires v. 1892 28, 30, 82 u. 33 29 unk. b. 1906 45 (tilgb.) . . 129.90 130 20 3,>6.40 36.50 11 47a 6 87, do. Anrcchtscheine 38 50 162.— 37. 37, 37, 22 u. 23 . . . . 10, 12-16 u. 24-26 . 500 . 200 Dir. 100 Llr. 100 ö. fl. luO Tlr. 100 Tlr. 100 Tlr. 50 b. fl. 100 Tlr. 100 Llr. 50 Fr. 80 Fr. 100 Tlr. luO ö. fl. 50o Tlr. 40 v. 1896. v. 1898. mitgeteilt von der 101.- 96.30 96.30 101.30 37, 37, 24/i0Bank . M. 600 100.15 94.30 100.90 102.50 101.20 97.20 97.20 97.80 99.80 105.- 100.25 100.30 101.- 101.60 102.30 101.50 100.- 97.20 97.20 98.— 99.— 99.10 100.80 101.80 101.80 103.- 95.- do. Starkenburg . amort. do. do. amort. amort. da. do. 81/, Alzey v. 1899 unk. b. 1902 . . 31/, Aschaffenburg v. 1888 .... 4 Augsburg v. 1901 unk. b. 1908 . 4 Babenhausen (Hessen) 31/, Baden-Baden v. 1898 unk. b. 1903 31/, Bamberg v. 1888 ..... 37, Berlin v. 1886-92 do. S. do. S. do. S. do. S. do. S. 37. do 37, Südd. Eisenbahn-Ges. 104.10 98.90 98.60 98.60 98.60 104.20 104.30 99.90 99 90 102.20 99.70 99.70 102.20 100.90 lu2.b0 102 50 102.10 l 00.10 10.1- 100.40 101.50 102.30 99.50 luu.80 95.80 . . st-7 . . fl. 7 . Tlr. 20 . Tlr. lu . - Fr. 15 . Lire 150 . Lire 43 . Lire 10 . . Ml. 7 . Fr. 10 . ö. ft. 100 . ö.fl. 100 . . 1. st- 7 . ö. ft. 10 . Fr. 400 . Fr. 400 . ö. st. 100 . Lire 30 i. P. i. G. do. do. do. do. do. do. v. v. BreSl. Diskontobank Mk. 600/12O0 Darmstädter Bank . . M. 1000 (Bank f. Handel u. Industrie- Deutsche Bk. S.I-VII M. 600/1200 Effekt.- u. Wechselt). Tlr. 100 do. do. St d'°- 4 Pfälzische 37, »7a 3/a 3/a 37, 37, 4 Bank-Aktien. . . M. 1000/3000 Ocst.-Ung.StaaSb. Oest.Sudb.(Lomb 1 Oest. Nordwest . do. B . Raab-Odenb. . . do. v. 1902 steuerfr. Gold-Anl. v. 1894 steuerfr. . do. v. 1896 steuerfr. , do. i. P. . . v. 1898 unk b. Jnvest^lnl. . . 3 3 3 3 4 4 5 4 do. abgest. änß. E^B. i. G. v. 6 do. do. 41/, do. do. 4 Egyptische unifizierte 37, do. privil. . . 372 Metz v. 1903 unk. b. 1912 . . . 4 München v. 1900/01 unk. b. 1910/1 3Va do. v. 1903 unttlgb. b. 1908 37a Nauheim v. 1902 unk. b. 1912 , Nsenburg-Büdlngen . . Äsend. u. Büd.-Birstein v. 1887 S. 341 <400 unk. S. 401-420 uuk. b. 1913 abgest. u. Ser. 1—45 59.50 243.70 121.50 335.50 103.— 127.— 252 25 232.75 226.70 214.80 225 90 127.30 Württbg. Bankanstalt . Bereinsbauk 372 Neustadt a. d. H. v. 1889 . . . v. 1903 unk. b. 19 41/, Chile Gold-Anl. v. 1889 . . . 6 Lhrnefische StaatS-Anl. v. 1895. 101.10 104.20 100.20 100.45 87.75 89.— 100.50 100.50 101.85 90.— 99.60 99.60 99 60 99.60 99.«)O 99.60 101.80 do. do. do. do. von 1892 u. 94 da. v. 1902 uuk. b. 1910. da v. 1896 do. Südwest stfr. gar. 408/2040 Ryäsan-Koslom steuerfr. gar. . . do. UralSk steuerfr. gar. 404/2020 do. do. 97 steuerfr. gar. Warscb.-Wlcn. stfr. gar. 2020/4040 Wladlkawk. 85 stfr. gar. 4u8/2040 47, do. do. AiiSbach-Gunzeny. . Augsburger . . . Braunschweig . . Finnländische . . Freiburger . . . Genua . . . . • . Mailänder . . . Mailander . . . Meininger . . . Neuchatelcr . . . Ocstr. v. 1864 . . Oestr. Kredit v. 1858 Papenh. Gräfl. . . Rudolfs-Stiftung . Türkische .... do. .... Ungar. Staats . . Benetianer . . . do. do. 4 87, 4 4 4 3'/. 37, 37, 37a 4 4 37, 37, 4Z1 4 4 3 5 5 Gießen do. do. do. do. do. do. do. do. Hessische do. do. do. do. do. do. do. do. Worms do. do. do. do. do. do. Provinzial- und Communal- Obligationen« v. v. v. v. v. 37, Schwedische v. 1880 abgest. . . . 37, do. "v. 1890 37, Schweiz. Lidg. (A.-G.) unk. b. 1911 ft 6erb. amort. . 1895 (405) . . . 4 Span. auLl, Rente v. 1882 abgest. v. v. 47, Eisenwerke LoÜar r. 102 . 41/, Elektr. Werl Homburg r. 103 D. Atlant Telegraf . , . G. G. G. G. S. 37, 4 Fulda v. 1901 Ser. I unt 1. S. 1. G. 1. G. i. G. l. G. i. G. do. do. do. do. do. uuk. b. 1907 u.V v. 1901 unk. b. 1906 abgest v. 1887 ...» v. 1891 abgest. . . v. 1896 .... V. 1898 .... v. 1902 Ser. II unk. b v. 1901 unt. b. 1907 . do. v. 1882 nicht abgest. 37, Türt-Egypt. Tribut S. S. b£ L.V.71 i.G. do. dv. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. de. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. Frk., Hyp.-Bk. Ser. 14 Ser. "" do. 1887 stf. gar. . . >ses . . i. S. 200/1000 Aktien ausländischer Transport- Anstalten« 11 4 6 81/, 6 5 67. 9 37.Hambq. Hyp.-Bk. Ser. 46-190 unt b. 1905 - - Ser.301-310 Uick.b.1908 l*/u Griech. E.-B. v. 1890 steuerfr. 174 do. Dkonopol-Aul. v. 1887 4 Italienische Reute .... 27,. do. da i. G. . . 47, Oeft. Silber-Rente .... 41/, da. Papier-Rente .... * da. Gold-Rente do. do. do. Hyp.-Kred.-B. M. 600/1200 Mitteld. Bdkr. (Greiz) Au. B. M. 1000 Mitteldsche. Kreditb. . M. 300/1200 Nailb. s. Dtschl. S. I-V M. 300/1200 -Nürnberger Bank . . . M. 1000 Nürnberg. Bereiusbk. M. 300/1200 76.35 103.70 102.20 104.40 73.50 I 119.80 105.80 100 20 100.45 99.50 104.40 89.50 89.50 89.50 89.70 ö.fl. M. Pfandbriefe. 4 Berl. Hyp.-Bk. (vr. Pommr.- abgest. 80% Eisenbahn-Prioritäten JEn-ische. Prag-Dux . . . „ i Raab-Oed-Ebeuf. N i do. do. ö. 91 „ i do. do. v. 97 „ i Rudolf .... „ \ do. (Salzkgtb.) stf. x. G. Ungar.-Galizische . stf. i. Borarlberg . . . „ t, innere v. 1888 . äußere Gold-Anl. do. do. Salonique-Coustant. Ionction . . do. Mouastir . . 2020/4040 4 Heidelberg v. 1901. 37, do. v. 1894. 4 Homburg v. d. H. . Ausländische. Elisabeth steuersr. i. G. . . 2000 S. Ferd. Nrdb. 1887 stf. i. S. . . Staate-Anleihen, a. Ttttischa. Deutsche ReichS-Ameihe abgest, do. do. ... Hambg. Hyp.-Bk. Ser. 141*250 S. 251-340 unk. do. do. Lit. N-P . . faschau-Oorb. v. 1889 do. v. 1889 do. v. 1891 v. 1900 v. 1901 v. 1895 37, do. v. 1898 37, Tarmst. abg. v. 79 Lit. U u. 81 Lit. A EL Außereuropäische, Argent. iuu. G^Anl. v. 1887 4 37, 37a Heff.Landcs-Hyp.Bk. Ser.I u.II unk 1909 37, do. do. Kommunal Ser lu.II unk. 1909 4 Naffauische LandeSb. Lit. Q 373 do. do. Lit. F. G. H. K. u. L. 37, do. do. „ M. N. P. . . . 4 47, Grf. Henclet Hg. 0. Tonn. r.ä 105 0.84 4 do. do. 00. „ . « 4 Fürst!. SolmS-BraunfelS v. 1880 . 37, do. do. v. 1886 . 37, Gräfl. SolmS-Laubach abgest. . . 37, Fürstl. Solms-Lich 37, Grast. SolmS-Rödelheim . . . . 4 Fürst!. Willgenstein-Hoyenstein . . 4 Pr-utz. Hyp°Ihc!-n-AI-..Bk. \ QUf abg do. amrt. 1900 u. 1909 do. v. 1899 . . do. v. 1902. . do. I E abgest. . do. HIE unt. b.1905 Pfä!zische Bant . . . Preuß. Bodenkreditbank do. Hyp.-Akt.-Bk. M. 600/1200 Rhein. K-reditbk. M. 600/1000/1200 b. Ausländische. L Europäische. P/t Bosnien n. Hereegov. v. 1902 unk. 1918 Kr. 37, do. v. 1899 ...... 4 Wiesbaden v. 1900 unk. b. 1905 4 4 Franks. Hof r. IOj 4 Reue Boden r. 102 37, do. 37gK0ln-Mindener . 37,Vübcdcr v. 1863 27gLüiticher v. 1853 Zraukfurier §örse Aschaff.Masch.Pap Neue Boden A. G. Brauerei Binding „ Henninger . „ do. Pr.Akt. „ Kempff . . „ Mainzer Akt. „ Reltenmeyer „ Stern(Oberr.) „ Werger . . Zements. Karlstadt Chem. Bad. Anilin w Bletu.Silb.Br. „ Gnesh. Elektr. „ Albert . . . Elektr. Böse . . „ Aügem. Berlin „ Lahmeyer . . „ Schuclert . . „ Siem. «L HalSke „ Untern. Zürich KunstseideFft.a.M. Masch. Kleyer. . „ Gritzner . . „ Fab.LSchleich. Hamb.-Am.-Pcktft. 9kordd. Lloyd . . 37 do. 37a . do. 37, Offenburg v. 1898 unk. b. 1904 . 4 Pforzheim v. 1899 unk. b. 1904 . 4 do. v. 1901 unk. b. 1906 . 37, do. v. 1883 abgest. . . . 4 Stuttgart v. 1895 unt. b. 1905 . 37, do. v. 1902 untilgb. b. 1908 4 Trier v. 1901 unk. b. 1906 . . L7«Oest. S.-B. St, Sch^Bersch. (couv Frauz-Iosef) L Silb. steuerfr. 3 Oesterr. Lokalb. (verstaatl.) . . 157* do. E^B. St. Sch.-Berfch. (abgest. Elisab.-A.) L steuerfr. Pp. 4 Porrug. unifiz. v. 1902 Ser. I , 4 Badische Prämien 4 Bayerische Prämien .... 5 Donau-Regulierung .... 37aGolhaer Präm. Psandbr. I . . 37a do. do. II 3 Hamburger v. 1866 .... 3 Holländische Komm. v. 1871 . . do. L G. (S. II Ergnz.) 2040 Portg. E. B. v. 86 Barra Baixa . . 37, do. 3 do. 37, do. 37, do. - 47* Mecklb. Hyp. u. Wbk. Ser. I vcrl. ä 125 "' do. do. Ser. 3 abgest do. do. Ser. 2 u. 3 unt. b. 1905 . vayr. L-B.-Aul unk. b. 1906 . . . do. E^B. u. Allg. Aul...... do. Landestultur-Reute . . . . . do E.-B.-Aul, Bremer Sl.-Anl. v. 1888 . . . . . do. do. v. 1892 do. do. v. 1902 unk. b. 1912 Bank für handel und ZndustUe Depojitenrajse Sietzen. 37, do. do. ßerliotr z örse. | BliesenbachBergw. Bochumer Gust . BuderuS Eisen . Eolicordra Bergb. « Dt. Luxenid. Bgiv. Elektr.Lichtu.Kraft : Eschweiler Bergw. : .yacon Mannstadt : Gclsenkirch. Brgw. : Harpener „ Haspcr Eisenw. . ! Heiiunoor Zement Hibernia Bcrgw. HörderBorz.Bgw. Hösch. Eisenw. . ' Humbold Masch.. Laurahütle. . . Massen Bergbau. Mülheimer Bergw. 'Nordd. Wollkälnm. Nordstern Kohle . Oberschlcs.E.-Jnd. Phönix Bergw. . Rhein-Vlaff.- Rhein. Stahlwerke Ricbeck Llontan , Schalter Gruben Schles. Berg- Wegelin & Hübner Westeregeln Alkali 5 Oest.-Ung. StSb. 1873/741®. . . M. 5 do. Brünn-RS. 72 stf. i. G. 100 Tlr. 4 do. StaatSb. v. 83 „ i. G. . . M. 3 do. I—VIII Eni. w i. G. 500 Fr. ,> do. IX Em. „ i. G. 500 „ 3 do. v. 1885 N i. G. 500 „ 3 do. (ErgänzgS.-N.) H i. G. 500 „ 3 do. v. 1895 stf. i. G. 1000/2000 M. do. do. do. do. . Pfdbr. Bk. E. 18 unk. b. 1908 . do. do. E. 19 unk. b. 1909 . do. do. E. 22 unt. b, 1912 . do. do. E. 23 unk. b. 1912 . do. do. E. 17 unt. b. 190a . do. do. E. 18 unk. b. 1908 . do. do. E. 24 unt. b. 1912 . do. v. 1888 cono. do. V. 1895 . . do. v. 1898 . . 4 do. 4 dv. do. do. do. do. Ser. 2 Scr. 5 unf. b. 1909 4 do. do. do. Ser. 6 unk. b. 1911 4 do. do. do. Ser. 7 unt. b. 1913 37.2 do. do. do. tS-r.8 unk. b. 1905 37, do. do. do. Ser. 4 uni. b. 1907