Erstes Blatt. Dienstag LZ.SeptemberLVOS [3 Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. inhfurtrr Aadttheck. -S Welle' 6 SM t 4 W 155. Jahrgang ? 5 ' "v I Wahlreform in Ungarn. Eine sehr bedeutsame Rede zu Gunsten des all- q e m e i n e n u n d g e h e i m e n W a h l r e ch t s hat der ungarische Minister des Innern, Kcistoffy, in seiner Eigenschaft als Kandidat für das Abgeordnetenhaus im Bogsaner Wahlkreis WSW. \ WSW. 2 Gießen- —■—5" Nr. 214 Frschetnt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Arühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. SernsprechanschlußNr.51. GietzenerAmeiger M General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen 300 sozialistischen Stimmen diesmal sämtlich dem national- liberalen Bewerber zugefallen waren, — eine Annahme, für die nichts spricht, denn die Sozialdemokraten sind im allgemeinen gerade für Bankdireklorcn nicht zu haben —, so würde immer noch ein Ucberschuß von 900 Stimmen verbleiben. Und wo kommen diese her? Das Exempel ist doch recht einfach: Wenn in einem zu 55 Proz. katholischen Wahlkreise der polnisch-katholisiye Bewerber 1300 Stimmen weniger erhält, als der nationallib. Kandidat und wenn dies obenorein bei einer außerordentlich starken Wahlbeteiligung geschieht, so müssen zahlreiche deutsche Katholiken für den Nationalliberalen gestimmt haben. Dafür wird ihnen von der „Köln. Volksztg." das Prädikat als „zielbewußte" Zentrumsleute entzogen; sie werden sich hoffentlich aber damit trösten, daß sie dafür? Vas Prädikat als „gute Deutsche" eintauschen. Malt. ' bem hiesigen Schauspiel-. ue tat es sich M M, । da? VewMän toi ■B er jeden Tichier in jeiiH den der Wege der 3Hwtc 1 ^rrungenschaiien der 9torp h>e psiegen. Peim direkic onercdjaulpielbQii? werde mittelbarem Zusammeuhms edurie für Nichlschachck aeranstaltcn, um die .Kuret Akademie wirken: Jei::. er, Luiie Tnniont, CI;: . Pank Ernst, Dr. Herder vezugSpretsr monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 2J1L2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. igaro§ Hochzeit', fe’1 'düngen. $oraW.'.,X»' nber: »Tlignon.1 W tow l^^pieutber: er, nachmiklaqs halb 4IV1 avalleria rttsticana11 Hiera, tember, abend? halb 1H tuet: ,Siegs'.ied.° aus. ieKteuzeljchreiber. N« Mann." LonnnStaji >:: Freitag den 15» Septemta " Lamstaq den 16. eepttr. rai von Lbarol-u milkag? halb 4 llhi • >§ 7 Mr: ,2er ffiraiu bet: ,2er Privatdozen!. fnterlLoWjmim löt. i ■ Rubrik lirtrnbCE W •büliwn ßegentto-r iuV», io. e*19t-. uniiÄ in. \ !volle m d t rh r e i h n ii B "‘If SSgbä!« Ld--' Warum io ? £ber, Reinigung- rum >v"b ifc IierJli|ä» wegM eck durch gt(1ttW sauber ge've c - erste der vorbeizieheuden Regimenter führte unter den Klängen des Pariser Einzugsmarsches der Fürst von Hohen- zollern, eines der letzten, das Königs-Infanterieregiment 145, der Kaiser; ein Bataillon dieses Regiments trug die neue probeweise eingeführte Uniform, Waffenrock und Beinkleid aus hellgrauem Tuch- Vorzüglich paradierten die neun Kavallerieregimenter: grüne und blaue Husaren, rote, earmoisinrote und gelbe Ulanen, weiße und rosafarbene Dragoner und die stattlichen grünen Deutzer Kürassiere Bei vier Regimentern konnten die Kesselpauker ihre Kunst beim Reiten der großen Volte zeigen, und eine -Abwechslung boten noch die neunten Dragoner, die der Korpsbefehl beute morgen nicht mehr erreicht hatte und die daher im Haar- busch erschienen waren- Lustige Melodien im Rheinländertakt, auch solche aus Stradella und den Lustigen Weibern, hallten herüber. Der Statthalter von Elsaß-Lokhringen und Prinz Leopold von Bayern gingen mit ihren Regimentern vorüber, Prinz Adolf zu Schaumburg und Fürst Bülow eotopierten bei den Bonner Husaren — der Reichskanzler wohl zum ersten Male — und der alte Graf Häsel"r führte seine 11. Ulanen. Wie populär dieser alte Reiterführer und Feldherr auch hier ist, bewies die Tribüne, die den Vorbei- reitenden mit Hurra und Händeklatschen begrüßte. Der Kaiser reichte ihm, als er ein geschwenkt war, die Hand. Bei der Kritik sprach der Kaiser lange und eifrig. — Die Kavallerie soll alsbald ins Manövergelände abrücken und dürfte schon morgen Fühlung mit der aufklärenden Reiterei des 18. Korps gewinnen. Der Kaiser verlieh anläßlich der Koblenzer Parade dem Reichskanzler Fürsten von Bulow den Charakter als Generalmajor unter Belassung der Uniform des Husaren-Negiments König Wilhelm I. Rheinisches Nr. 7. ♦ Bei der heutigen Paradetafel brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus, der folgenden Wortlaut hatte: „Nicht im lichten Paradekleide, sondern zum ernsten Waffengange standen die Söhne des Nheinlandes heute vor mir. „Feldmarschmäßig!" war die Ueberschrift über dem heutigen Tage. Die Marine nennt das „Klar zum Gefecht!" Tie s ch o n st e W e h r , die der preußische Soldat tragen kann, ist das Kleid, in dem er feinem Gegner im Felde siegreich entgegentritt, das schönste Gewand, das ein Gr-rnzkorp»' tragen kann, wann es vor seinem Kaiser sich zeigt. Daß dieses Grenzkorps die Wacht am Rhein'gut halten wird, darauf vertraue ich in Ruhe nach dem, was ich heute gesehen habe. Tas achte Armeekorps Hurra! Hurra! Hurra!" Ter heutige Zapfenstreich, bei dessen Vorbeimarsch am Schloß das Kaiserpaar auf den Balkon trat und laut begrüßt wurde, endete mit einem schweren Gewitterregen- Die Manöverwege werden grundlos werden. Die von der Manöverleitung angenommene allgemeine Kriegslage ist folgende: Eine rote Armee hat, von der Pfalz vormarschiert, blaue Truppen bei Mainz über den Rhein gedrängt, die Festung eingeschlossen und oberhalb davon am 9. September den Fluß überschritten. Eine blaue Armee sammelt sich in der Gegend von Marburg. Das achte Korps gehört zur blauen, das achtzehnte zur roten Armee. Der Kaiser wird am Freitag wieder in Homburg v- d. H. eintreffen und dort bis zum 27. d. M. verbleiben. Aie Kaisermanöver. (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) _. Urmitz, 11. Sept. Tie gestrigen Regengüsse hatten Feld und 'Acker, Weg and Steg des hiesigen fetten Bodens so zu einem lehmigen Brei aufgeweicht, daß der Befehl, die Truppen des 18. Korps sollten feldmarschmäßig, also in weniger guter Montur, Hosen in den Stiefeln und ohne Haarbusch, zur Parade antreten, allseitig dankbar begrüßt wurde. Wir legten die Strecke zum Paradefeld, das etwa eine Meile nordwärts von Coblenz liegt, auf einem der großen Rheindampfer zurück. Man patte uns zwar vor diesem Beförderungsmittel getoarnt, da die Septembernebe. häufig die Rheinschiffahrt in früher Morgenstunde unmöglich machen, aber der Regen hatte die Luft gellärt, der Himmel war bedeckt, doch Der Ehrenbreitstein und die nordwärts flacher werdenden Ufer lagen klar vor uns. So war die etwa einstündige Fahrt trotz der Fülle der Passagiere, die die Tausend weit überstieg, recht amüsant, zumal bei der guten Verpflegung an Bord. Tas Paradefeld zwischen Urmitz. Weisenturm, Kettig und Mülheim war von einer malerischen Hügelkette, an die sich freundliche Ortschaften lehnten, begrenzt. Tas 18. manövermäßig verstärkte Korps stand unter dem Befehl des Generaladjutanten General der Kavallerie v. Deines, als Chef des Stabes fungierte Kgl. Württern- bergischer Oberstleutnant v. Derr er. Mm rechten Flügel des ersten Treffens hielt die Leibgendarmerie und die Leibgarde der Kaiserin, es folgten die'drei Infanteriedivisionen: die 15. Division unter Generalleutnant v. Plötz (29. Infanteriebrigade und Füsitierregiment Karl Anton von Hohenzollern 40, 5. Rhein. Jüf.-Regt. 65; 30. Brigade: Inf.-Regt. von Goeben 28, 6. Rhein. Inf.-Regt. 68, die 16. Division unter Gen.-Lt. b. Collant (31. Brigade: Infanterie-Regiment v. Horn 29, 7. Rhein. Jüf.-Regt. 69: 32. Brigade: Inf.-Regt. Graf Werder 30, 8. Rhein. Jnf -Regt. 70), die 41. (zusammengestellte) Division unter Gen.-Lt. b- Uslar, dem Kommandeur der 34. Division in Metz (68. Brigade: 3. Lothr. Inf.-Regt. 135, Königs-Ins.-Regt. 145; 80. Brigade: 9. Rhein. Inj.-Regt. 160, 10. Rhein. Inf.- Regt. 161). Den Schluß bildeten die Unterof'izierschule Jülich, die Maschinengewehrabteilungen 10 und 11, das schleswig-holsteinische Fußartillerieregiment Nr. 9, die 8. Pioniere und die Korps-Telegrapheuabteilung. Im zweiten Treffen stand die Kavalleriedivision A unter Generalmajor v. Katzler (14. Knv.-Brigade: 2. Wests. Husarenregiment 11, Westf. Ulanen-Regt. 5; 15. Kav.-Brigade: Kürassier-Regt. Graf Geßler 8, Husaren-Regt. König Wilhelm I. 7; 34. Kav.-Brigade: 1. Hannov. Dragoner-Regt. 9, 2. Hannov. Ulanen-Regt. 14; zusammen gestellte Kavallerie- Brigade : Wests. Dragoner-Regt. 7, Ulanen-Regt. Großherzog Friedrich von Baden 7, Ulanen-Regt- Graf Häseler 11). Hieran schlossen sich die 15-, 16. und 34. Feldartillerie- Brigade (Regimenter 23 und 29 — dieses mit Haubitzen- Batterie — 8 und 44, 34 und 69, sowie die reitende M- teilung des 15. Feld-Artillerie-Regts. Den Schluß machte das 8. Tram-Bataillon. Die Kaiserin erschien im sechsspännigen Wagen mit der Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe. Ms Ordonnanzoffizier beim Kaiser tat Oberltnt. Frhr. Waitz v. Eschen von den Deutzer Kürassieren Dienst. Tie dreiSöhne des Kaisers, Prinz Heinrich und die schon in Homburg gewesenen fremden Fürstlichkeiten erschienen auch hier, ferner der Fürst von Hohenzollern, der Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe und der Statthalter Fürst Hohenlohe-Langenburg. Der schon namhaft gemachten Generalität gesellten sich noch hinzu Generalseldmarfchall Graf Häseler, General Der Kavallerie Gras W artensleb en, Generalmajor Fluegge, Komm- der 3. Fuß-Art.-Brigade, Generalmajor Haack, Inspekteur der 3. Pionier-iJnspektion, Gen. der Inf. Stoeher vom 16. Korps und — als Bonner Husar — Reichskanzler Fürst v. Bülow. Ten sremdländischen Offizieren traten hinzu der schweizerische Oberst und KorpSkom- ttiaiibant Wille, der belgische Generalmajor Lanwick, der österreichische Hauptmann Höfer und der englische Major Quentin Agnew, sowie die Militärattachees: sächs. Militärbevollmächtigter Oberstleutn- Frhr. v. Salza und Lichtenau, württembergischer Militärbevollmächtigter Oberstleutnant v. Dorrer, amerikanischer Hauptmann W.S. Biddle, argentinischer Oberstlt. Enrigue Rostague, französischer Major Marquis Laguiche, großbritt. Oberstlt- Graf Gleichen, japanischer Oberst K. Oi, italienischer Oberst Flügeladjutant Gastaldello, öfter r. Major Flügeladjutant Ritter Klepsch-K'loth von Koden, russischer Oberst Flügeladjutant v. Schlebeko, spanischer Oberst Graf del Penon de la Vega und Rittmeister Herzog von Victoria, türkischer Oberst Nazis Bey- Führer der fremdherrlichen Offiziere waren Major v- Wunsch (116. 9teg.) und Oberlt. Meyer (Ulanen-Regt. 7). Der Kaiser führte auch heute die Fahnenkompagnie auf das Feld, übergab mit einer Ansprache die neuen Fahnen den Obersten, sprengte an den Krieger- Vereinen entlang und ritt, begleitet von der Kaiserin und der beinahe endlosen Suite die Fronten ab. 'Auch heute gab es nur einen Vorbeimarsch, die Infanterie in Regimentskolonnen, die berittenen Truppen im Trabe. Das Tribünenpublikum übte besonders an der Richtung der Kolonnen eine scharfe Kritik. Unweit von dem Standpunkte des Kaisers bildete das Terrain eine kleine Mulde, und hier blieben die Mitten meistens ein wenig zurück. Dies erregte den lebhaften Unwillen der „Sachverständigen", die freilich nicht sehen konnten, daß die Glieder bis zum ersten Point saft immer schon wieder gut gerichtet waren. Dafür wurden Kavallerie und Train mit kräftigem Hurra belobt. Das Der Kronprinz Georg von Serbien ist am 9. d. M. für volljährig erklärt worden. In einer Proklamation an das serbische Volk erklärt König Peter, er sei voll überzeugt, daß sein Sohn als Verweser der Königs- würde beim Eintritt von Fällen, die durch die Verfassung vorgesehen seien, ebenso wie er, der König selbst, das Volk lieben, seine konstitutionellen Rechte hüten und für sein Glück und seinen Fortschritt Sorge tragen werde, und daß der Kronprinz alS militärischer BefeblsHaber dieselbe Liebe für das Heer hegen werde, wie sein Vater. Bei einem am Sonntag von den Offizieren des 16. Regiments. dessen Ehef der Kronprinz ist, veranstalteten Tiner hielt der Ministerpräsident eine Rede auf den König, der Regiments^ komniandenr eine solche auf den Kronprinzen. Letzterer antwortete kurz. Nach dem Diner fand ein Ball statt. Bei einem Offiziers rennen im Militärlager von Danjica stürzte der Leutnant Gardic und erlitt lebensgefährliche Verletzamgen. Ebenso stürzte der Leutnant Lacarevic, der gleichfalls schwer verletzt wurde, während drei andere Offiziere, welche über das! Pferd des letzteren stürzten, leichtere Verletzungen erlitten. In einer Besprechung der Großjährigkeit des Kronprinzen meint die Belgrader „Schtampa", der Kronprinz könne nur ein guter Herrscher werden, wenn er seine Ausbildung im Aus- l a n d vervollständige. Wie in aut unterrichteten Kteisen behauptet wird. soll der Wunsch des Königs sein, ihn nach Frank-, reich zu senden. Im Lande will von dem „widerwärtigen" Georg niemand besonders viel wissen. Er ist zwar körperlich hoch gewachsen. sckön gebaut, aber er benimmt sich nicht wie der Sohn u'nes Fitrsten, sondern etwa wie der eines „Ziegelstreichers". Ter Prinz ist in der Petersburger Kädettenschule unter Aufsicht seiner Tante Anastasia erzogen worden; immerhin paßte ihm! die strenge soldatische Zucht nicht, auch der Einfluß des Zaren vermochte ihn nicht zu beugen. In Belgrad ließ ihm nnn fein Vater fast allen Willen, und im Lande wird alles nervös, wenn es daran denkt, wie er mit seiner unbändigen Natur die Königs- gewalt dereinst anwenden wird. Der Prinz hat seine „Folgsamkeit am ersten Tage feinet. Mündigkeit damit bewiesen, daß er gegen den Wunsch seines Vaters einen 100pferdigen Motorwagen bestellt hat. DaS entspricht seiner Natur, wie er denn auch ein geradezu wahnsinnig schonungsloser Reiter ist. Als Gouverneur hat ihm der König den französischen Major Levasseur beigegeben, der einett Mann, einen Soldaten, einen König aus ihm machen sollte. Hohle Worte, da für die Bemühungen des Majors der väterliche Nachdruck fehlte. Mit offenem Hohn behandelte er ihn gleich am ersten Tage, indem er ihn zu einem Wettrittdurch sumpfiges Terrain und Urwaldsdickicht zwang. Ein andermal nahm der Prinz eine zwei Meter hohe Steinmauer, während der Major stürzte und sich schwer verletzte: schon am nächsten Tage suchte ihn sein Zögling „zu einem neuen Ritt" zu ermuntern. Er selbst setzte an diesem selben Tage über ein ViSrgespann Ochsen, das Pferd blieb aber mit den Hinterhufen hängen; der Ochs ging zu Grunde, Roß und Mann kamen unverletzt davon. Diese Unbändigkeit könnte vielleicht den Serben noch gefallen, aber seine sittliche Schamlosigkeit schlägt dem Faß °dett Boden aus. Schon als 16 jähriger machte er einer verrufenen Tingeltangelleuse, gegen welche die Draga eine „Keuschheit" war, Fensterpromenaden und dann Besuche, ging selbst während der Vorstellung die Treppe zur Bühne hinauf, und betastete sie unanständig, und mußte schließlich, weil er dem Kapellmeister eine Sektflasche auf dem Kopf zerschlagen hatte, zum Tempel hinaus geworfen werden. Solche Suiten hat er zu hunderten gemacht. Von irgend welcher persönlichen Reserve, von „Achtung vor dem Gesetz", ja vor Ächtung vor den religiösen Gefühlen der Serben ist keine Rede. Noch kürzlich hat er mit drei trunkenen vornehmen Rowdies einen Sturm auf ein Kloster gemacht, den Wachthund erschossen, und es bedurfte der ganzen Ueberlegen- heit der greisen Aebtissin, um ihn vor direkter Heiligtums, schändung zu bewahren. In persönliche Raufereien ist er häufig verwickelt gewesen. Daß man ihn für die Thronfolge nicht geeignet hält, ist auch einmal in einem Toast zur Geburtstagsfeier seines Vaters ausgesprochen worden, wo der Wunsch zum Ausdruck kam, daß der fähigste von Peters Söhnen sein Erbe sein möge — eine deutliche Ablehnung des Kronprinzen. Und trotzdem ist er jetzt afö solcher „intronisiert". Jedes Land bekonrmt schließlich den König- ben es verdient, wer weiß, was wird: Schon mimkeln die An- hänger der Obrenovitsch's im stillen mit einander, vielleicht werden die ©(batten Alexanders und Draga später wieder einmal im Kvnak erscheinen. Es ist denn auch bereits eine Volkserhebung gegen die Off iziere der Garnison der Grenzstadt Pirvt ausgebrochen. Die Offiziere werden mit Ermordung bedroht, verteidigen sich aber gegen die Angriffe des Volkes. Der Aufruhr wurde durch einen betrunkenen Offizier provoziert, der einen wehr- losen Bürger der Stadt tötete. Man glaubt, dieser Ausbruch sei der LInfang einer allgemeinen Auflehnung gegen die militärische Tyrannei, die in Serbien seit der Thronbesteigung des Königs Peter herrscht. (Die serbische offizielle Telegraphenagentur bestreitet die Vorfälle von Pirvt.) unbV''> »niil «ul« Betfair X.5S": SM n n a p h (v , UV* 5 der rft._r , °.ei '-ainm- " worben - ^antun eU 9 nuinqen Wu t ■ cd)* » « «roll ’fi'j’ ASÄi'ä ”c Eie de; LaM ÄS e,k'19ni>ien§ werden Ms. Einen schlauenTrickbeider Kaiserparade leistete sich ein biederer Landwirt aus Niedereschbach. Durch ein am Anfang seiner Wiese angebrachtes Schild lockte er die Ma- növerzuschauer auf einen direkten Weg über diese Wiese. Kam man an das andere Ende der Wiese, so stand man vor einem Bach, der nicht zu überspringen war. Es mußte mm jedermann, wenn er nicht zurückkehren Nwllte, über ein von dem Landwirt über den Bach gelegtes Brett gehen, gegen Entrichtung von 5 Pf.; gab man 10 Pf., so genügte das auch, denn das Herausgeben vergaß der gute Mann. Nachdem wohl Tausende diese Brücke benutzt hatten, kam ein Gendarm vorbeigeritten, dem dieses Manöver mißfiel und der dem Bauersmann zurief: „Warten Sie nur, Sie bekommen mal keinen Flurschaden!" Auch jetzt war unser Landmann Herr der Situation, er nahm fein Brett, ging davon und ließ die ungeduldig harrende Menge wieder umkehren, indem er dieser sagte: „Ihr hobts jo gehört, eich darf mt mee". Er hatte sein Schäfchen im Trocknen und wollte sich auch nicht um den Flurschaden bringen. Aie AeichstagswaAl in Hyorn. Bei der am 7. September im Wahlkreise Thorn-Kulm abyehaltenen Reichstagserfatzwahl sind insgesamt 28811 Stimmen abgegeben worden. Hiervon erhielt Ortet n atl.), Reichsbankdirektor in Thorn, 14 832, Breijski (Pole), Redakteur in Thorn, 13 519 und Sremski (Soz.) 458 Stimmen; zersplittert sind zwei Stinrmen. Gewählt ist somit gleich im erst enWahlgange Orte l- Die „Köln- Volksztg." bezeichnet nun Den Sieger von Tborn nicht als Kandidaten der deutschen Parteien, sondern lediglich als nationalliberal, sie will also nicht gern wahr haben, daß die deutschen Katholiken für Ortet eingetreten sind- Sie schreibt nämlich: „Wir wissen nicht, wie die deutschen Katholiken im Wahlkreise gestimmt haben . . . J>m allgemeinen wird keinzielbewußterdeutscherZentrumsmann für einen Nationalliberalen stimmen- Der Sieg Des nationalliberalen Kandidaten erllärt sich übrigens zum Teil auch durch den Mckgany der sozialdemokratischen Stimmen." Es wird der „Köln- Volksztg." bei ihren polnischen Freunden wenig nützen, wenn sie sich hinter Diesen Rückgang versteckt, denn er beträgt nur- 500 Stimmen, während die Zunahme der nationallib. Stimmen gegenüber der Wahl von 1903 sich auf 14 00 beläuft- Selbst wenn man aber annehmen wollte, daß die damals mehr abgegebenen , j9,0°c j 5ePtentbet gehalten. Ein solches Wahlrecht, so führte er aus, bilde ein sichere? Mittel, um die Regenerierung der politischen, wirt- chastlichen und sozialen Lage herbeizuführen. „Hätten wir .-ine wirtliche Volksvertretiing", fuhr der Minister fort, „so würde die klägliche Lage großer Volksmassen im Parlament zur Sprache kommen. Die Volksvertretung würde sich mit der Förderung des Handels und der Industrie befassen, jie würde eine demokratische Grundbesitzpolitik treiben, kurzum das Parlament würde seine Ehre darin suchen, die Wohlfahrt der breiten Volksschichten zu fördern. Da jedoch das Parlament ciu§ dem Kreise einer geringen Zahl von Privilegierten hervorgeht, kümmert es sich nicht um diese hochwichtigen Interessen. Die Erschein u n g n c u e r Elemente imParlament, welche das allgelneine Stimmrecht entsenden wird, wird zugleich neue Ideen in den Vordergrund stellen. Die alten verbrauchten Schlagworte werden in die Rumpelkammer kommen, man wird durch positive segensreiche Arbeit den Beifall der Wählerschaft 311 gewinnen suchen müssen. DaS allgemeine Wahlrecht schließt nicht die Tür vor den nationalen Wünschen und wird für ein segensreiches, erfolgreiches Zusammenwirken von Krone und Nation die feste Grundlage des parlamentarischen Lebens bilden. Das allgemeine Wahlrecht reinigt die politische Moral. Die häßlichen Seclenkäufe müssen aufhören." Der Minister schloß seine sehr beifällig aufgeuommcne Rede mit der Versicherung, er werde im Interesse des allgemeinen Wahlrechts auch fernerhin tätig sein. Zwischen Gautsch und Fejervary, den beiden Ministerpräsidenten, bestehen indes Gegensätze bezüglich der Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Ungarn. Gautsch hat das Bedenken, diese ungarische Neuerung könnte einen Rückschlag ausüben auf die Radikalen in Oesterreich. Daher bleibt das Programm Fejervarys noch in der Schwebe. Wie der Kaiser entscheiden wird, dafür liegen bis jetzt keine Anhaltspunkte vor. Jedoch steht es fest, daß Fejervary auf der Einführung des allgemeinen Wahlrechts bestehen wird. Er hat die inzwischen vom Kronrat beschlossenen Abänderungen des Wahlreformprojektcs dem ungarischen Ministerrat vorgelegt. Es hängt nun alles davon ab, ob dieser mit den gewünschten Abänderungen einverstanden ist. Der ungarische Ministerrat beschloß daraufhin, weder den Plan betreffend Einführung des allgemeinen Stimmrechts fallen zu lassen, noch an dem Projekte irgendwelche Modisikation vorzunehmen. Das Kabinett Fejervary nimmt daher gegenüber den in Wien geäußerten Wünschen einen vollkommen ablehnenden Standpunkt ei::.__ Uolltischx Tagesschau. Neue Wege der Ostmarkenpolitik. Die preußische Regierung wird dem Landtag in der nächsten Session eine Vorlage zugehen lassen über die Neuauffüllung des Ansiedelungsfonds für die Ostmark. Bei der Zusammensetzung des Landtags ist eine Nichtbcwilligung natürlich ausgeschlossen- Man wird wohl sogar der Regierung nahe legen, den Wirkungsbereich der Ansiedelungskommsision auf die Prov. O st Preußen auszudehnen. Es werden derartige Forderungen bereits laut. Obwohl wir keineswegs zum Optimismus neigen, so halten wir doch die Sorge um das Deutschtum in Ostpreußen für gänzlich unbegründet, da es dort kräftig und rege genug ist, sich ohne staatliche Unterstützung des Polentu ms zu erwehren- Die Regierung kann also für absehbare Zett sich aus Posen und Westpreußen beschränken, und sie muß es umsomehr, als ihr dort außerhalb des Rahmens der Ansiedelungspolitik noch genug zu tun bleibt. Die Germani- sierung ist bisher zu einseitig auf der agrarischen Richtlinie betrieben worden, sie läßt sich energischer auch auf industriellem Gebiete bewerkstelligen. Die Verbesserung der Wasserstraßen kann hier nur den ersten Schritt in der wirtschastl- Förderung bedeuten. Es wäre z. B. der Anregung der Bromberger Handelskammer Folge zu geben, nämlich die 'Ausschließung der in der Prov. Posen vorhandenen Bodenschätze in die Wege zu leiten durch Vornahme geologischer Arbeiten auf Kosten des Staates. Wo Kohle ist, da ist industrielle Zukunft, und in Posen sind nachgewiesenermaßen zahlreiche Braunkohlenlager, deren Mbauwürdigkeit nur von Staats wegen sestgcstcllt zu werden braucht, um das Privatkapital zu Unternehmungen zu veranlassen. !Auch sollen im Südwesten der Provinz Asphalt- und Petroleumlager vorhanden sein. Die Etatisierung der Kosten für geologische Untersuchungen in der Ostmark erscheint also zum mindesten ebenso geboten, wie die der für den 'An- fiedelungsfonds bestimmten zahlreichen neuen Millionen, über deren Zweckmäßigkeit die Arificbten auseinandergehen. Zur Ileilchteuerung. Die ministerielle „Verl. Korr." schreibt: Heber den Umfang, die Ursachen und die Wirk' ungen der an vielen Orten beobachteten Steigerung der Fleisch- Preise, namentlich der des Schweinefleisches, sowie über^die Aussichten für die weitere Preisbildung hat das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten die Landwirtschastskammern und die Regierungspräsidenten zum B c r i ch t aufgefordert. Die Landwirtschaftskammern sollen sich darüber äußern, ob seit der Viehzählung vom 1. Dezember 1904 ein allgemeiner oder örtlicher Rückgang der Viehhaltung, insbesondere bei Schweinen, nach Zahl, Gewicht oder sonstiger Beschaffenheit zu beobachten ist. Ferner soll über die Gründe der Preissteigerung und auch darüber berichtet werden, in welchem Verhältnisse die Preise, die für das Vieb am Produktionsorte, für das Vieh auf den Schlachtviehmärkten und für das Fleisch gezahlt werden, gestiegen find. Endlich ist zu erörtern, ob bald ein stärkerer Auftrieb von Schlachtvieh und im Zusammenhänge damit auch ein Fallen der Preise erwartet werden kann. Dieselben Fragen find den Regierungspräsidenten unter .Hervorhebung mehrerer Punkte vorgelegt worden, über die sie sich vorzugsweise zu äußern haben. Außerdem sollen sie für 60 ihnen namentlich bezeichnete Städte die Zahl der Schlachtungen in den öffentlichen Schlachthäusern und, soweit dort Schlachtviehmärkte abgehalten werden, auch die Auftriebszahlen auf diesen Märkten feststellen. Ferner wird uns aus Berlin geschrieben: Hat es sich bei dem Vortrag, den Graf Bülow dem Kaiser in Koblenz hielt, um einen Konflikt zwischen dem Reichskanzler-Ministerpräsidenten und dem preußischen L a n d w i r t s ch a f t s m i n i st e r gehandelt, ein Konflikt, der durch die Behandlung der Fleischnot-Frage seitens des Herrn v. Podbielski entstanden ist? Die „Nati onalztg." bemerkt heute abend, nahe genug läge es, einen solchen Konflikt anzunehmen, da Herr v. Podbielski in diesem Falle durchaus einseitig das agrar. Interesse vertrete. Das Organ des „Bundes per Laiibw.", die „Tagesztg.", wittert Morgenluft und hält eine ,,Wan dlung" nicht für unmöglich. Daß Herr v. Pod- hielski selbst eine erneute Erwägung der Oeffnung der holländischen Grenze usw. zugesagt hat, macht die „Tagesztg. bedenklich. Schon seht bedroht sie die Regierung, falls diese wankend werde und die Erwägungen in entsprechende Maßnahmen umsetze, mit folgenden Worten: „Das Vertrauen, das sich wieder einigermaßen zu festigen begann, würde aufs schwerste erschüttert werden". Darauf wird es die Regierung ankommen lassen müßen. Bei vielen Gelegenheiten ist scierlichst das Tischtuch zwischen Agrariern und Regierung zerschnitten und ebenso feierlich durch ein neues erseht worden' Deutsches Reich. Berlin, 11. Sept, lieber Jagdansflüge des Kaisers ist bis jetzt folgendes bestimmt: Zur Teilnahme an der Hofjaad im Blankenburger Revier trifft der Kaiser am 27. Oktober ein. Die Hosjagd in der Letzlinger Heide wird voraussichtlich in der ersten Novemberwoche stattsrnden. K ö l n, 11. Sept. Gegenüber dem Newporker Telegramm eines Blattes, in dem behauptet wird, Roosevelt habe ein Schreiben an den deutschen Botschafter gerichtet, durch das er erklärt habe, die von Deutschland angebotenen, Zugeständnisse seien nicht lgenügend, um die Vereinigten Staaten zum Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland zu bewegen, geht der „Köln. Ztg." folgendes Berliner Telegramm zu: , Wie wir zuverlässig erfahren, ist weder etn derartiges Schreiben des Präsidenten an den deutschen Botschafter gerichtet worden, noch trifft zu, daß Deutschland wegen eines Handelsvertrags den Vereinigten Staaten schön bestimmte Vorschläge gemacht habe. Es wird zurzeit eifrig an den Vorbereitungen zu Handelsverträgen gearbeitet. — Die hiesige Kriminalpolizei nahm heute nachmittag den Führer der holländischen revolutionären Sozialdemokratie, Dumela Nieuwenhuis, . est, als er beabsichtigte, den Zug, der in Ehrenbreitstein nach Süden geht, zu benutzen. Nieuwenhuis wollte angeblich nach Marburg fahren. Südafrika. Ein Telegramm ans Windhuk meldet: Leutnant Emil v. Apell, geboren am 25. Marz 1878 in Cassel, früher Hufarenregiment Nr. 18, ist am 8. September abends int Biwack nördlich von Gcitsabis am Herz sch läge gestorben. — Auf Lcitungspatrouille zwischen Wasserfall und Uchanaris gefallen: die Reiter Albert Scholl und Boer. Ein Telegramm des Kommandanten S. M. S. „Bussard" vom 9. September ans Dar-es-Salaarn meldet: „Leutnant zur See, Schröder, von Kilwa-Kiwindje zurückgezogen. Lindi-Fluß abgefahren, habe dort Schröder mit 16 Mann znrückgelafsen, in Mikindani ein Deckofsizier und 10 Mann. Am 9. September in Dar-es-Salaam eingetroffen. Paasche ist abgegangen am 30. August von Mohoro mit Teil Marinedetachements und schwarzen Soldaten, zusammen mit Abteilung Schutztruppen nach Kotschi. Am 4. September ist Paasche in Mahenge zurückgeblieben, um diesen Platz zu sichern, während die Schutztruppe nach dem Innern weiter- marschiert ist. Ausland. Wien, 11. Sept. Wie das Wiener Korr.-Bureau erfährt, wurden die Minister für Kultus und Unterricht Dr. v. Härtel und Handclsminister Frhr. v. Call auf ihre Bitte unter Verleihung des Großkrenzes des Leopoldordens vom Amte enthoben. Gleichzeitig wurden der Präsident des niederösterrcichischen Landesschulrates Tr. Rich. Bienertb und der Sektionschef im Ministerium des Innern Leopold Graf von Auersperg zu Sektionschefs im Ministerium für Kultus und Unterricht bezw. im Handelsministerium ernannt und mit der Leitung dieser Ministerien betraut. , . Konstantinopel, 10. Sept. Die auswärts verbret- teten Meldungen, daß in Siwas Armenier ermordet worden seien, und daß m einem Güterzuge unter Melonen ein Armenier mit vier Bomben gefunden worden sei, der erklärt habe, daß noch 200 Armenier bereit seien, das Attentat gegen den Sultan zu wiederholen, sind vollkommen unbegründet. Dagegen ist wahr, daß auf einer Station der anatolischen Bahn eine zurückgelassene Bombe gefunden wurde. ____________________________ Trmrkfuchtsbekärnpfmrg. Zurzeit ist die Alkoholfrage wieder einmal Gegenstand der öffentlichen Erörterung. Ein Großbrauereibesitzer in Schlesien hat in einer vielgelesenen Broschüre den mäßigen Biergenuß verteidigt, dem Wein ist auf dem Deutschen Weinbau-Kongreß in der Pfalz ein begeisterter Fürsprecher erstanden in der Person eines Arztes. Völlige Enthaltsamkeit vom Genuß geistiger Getränke fordert der z. Zt. in Dresden stattfindende Abstinententag, insbesondere von den Bemittelten und Gebildeten, die sich zu einer Reform der Geselligkeit auf dem Boden der Abstinenz zusammenfinden sollen. Geheimrat Prof. Bö hm crt forderte dort eine Reform der Geselligkeit und Landrichter Popert- Hamburg eine besondere Gesetzgebung gegen die Trunksucht und die Trinker. In Budapest findet heute die Eröffnung des zehnten internationalen Kongresses gegen den Alkoholismus statt, und es sind dort über tausend Teilnehmer versammelt, darunter 370 ans Deutschland. Gestern hielt dort bereits der ungarländische Bund der Frauenvereine eine Versammlung, in der Miß Gray- London, Pastor Gonser-Berlin (Warum bedürfen wir Männer im Kampfe gegen den Alkobolismus der Frauen?), Fräulein Ottilie Hoffmann-Bremen, Frau Emilie Kattowitz-Wien 2c. Vorträge hielten. Die auf Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs 'gerichteten Bestrebungen haben zweifellos die Erkenntnis erweitert, daß die Lösung der Alkoholfrage die Lösung eines wesentlichen Teiles der sozialen Frage bedeutet. Leicht ist die Lösung nicht, aber weil heute kein sozial Empfindender vom Kampf gegen den Alkohol-Mißbrauch sich ausschließt, darf ein Erfolg der Aufklärungsarbeit mit Sicherheit erwartet werden. Bereits jetzt ist es mit der Trunksucht in Deutschland besser geworden, in anderen Ländern liegen die Dinge in dieser Beziehung unbestreitbar schlimmer. Der Sieg des Enthaltsamkeitsgedankens steht freilich auch in Deutschland noch weit im Felde. Aussichtsvoller in der Praxis ist jedenfalls die Befürwortung der Mäßigkeit, denn im mißbräuchlichen Trinken liegt die Gefahr. Die Regierungen unterstützen die Mäßigkeitsbestrebungen. Sie planen, zwar nicht eine Neuauflage des verunglückten „Trunksuchtsgesetzes", aber sie tun auf dem Verwaltungswege Schritte. Jetzt sind beispielsweise in der Militärv erwa ltung Erwägungen im Gange, den Spirituosen-Ausschank in den Kantinen der Kasernen zu verbieten. Neben Bier sollen in Zukunft nur alkoholfreie Getränke zum Ausschank kommen. Das würde auch über die Militärdienstzeit der jungen Leute hinaus von Segen sein. So wird dem gefährlichen Feinde der Volkswohlfahrt und Volksgesundheit immer mehr Terrain abgewonnen. In der Schweiz mehren sich seit einiger Zeit die Verbrechen, die von Absinth-Trinkern begangen werden, in so erschreckender Weise, daß die Behörden von den verschiedensten Seiten gedrängt werden, den Verkauf dieses verderblichen Getränks, das man jetzt fast in jedem Dorfladen haben kann, möglichst einzuschränken. So fand letzte Woche u. a. in C 0 mmugny im Kanton Waadt eine Gemeindeversammlung statt, die einstimmig zwei Petitionen an den Großen Rat beschloß — eine von den Männern, die andere von den Frauen der Gemeinde unterzeichnet —, die das unbedingte Verbot des Verkaufs von Absinth auf dem ganzen Gebiet des Kantons Waadt fordern. Ergreifend soll namentlich die Eingabe der Frauen sein, in der geschildert wird, wie einzelne der Petentinnen wegen ihrer dem Trunk ergebenen Gatten in steter Todesgefahr schweben. — Es steht zu erwarten, daß das Vorgehen der Gemeinde Com- mugny schon bald allenthalben in der Schweiz Nachahmung Inden wird, zumal in der Presse aller Parteien nachdrücklichst auf die Gefahren des Absinth-Genusses bingewiesen und zur Enthaltsamkeit gegenüber diesem unheimlichen Getränke aufgefordert wird. Russische Neuigkeiten. Aus Warschau wird über die Hinrichtung des Sozialisten Kasprzak berichtet: Um 5 Uhr morgens begab sich der Militärgeistliche in die Zelte des zum Tode ^Verurteilten, den er trösten wollte; Kusprzak empfing ihn jedoch mit dem Liede von der „Roten Fahne". Später kam ein maskierter Henker, der ihm das Totenhemd anlegte und die Hände fesselte. Kasprzak, welchen die IVejährige Kerker- hafi physisch gebrochen hat, sah aus, wie ein Mann von mehr als 60 Jahren, obwohl er erst 46 zählte. Ms er seinen letzten Gang antreten sollte, richtete er sich hoch auf und schritt klaren Auges in ruhiger und kühner Haltung zum Hinrichtungsplatz, der von Militär und Gendarmen umgeben war; beim Besteigen des Galgens stolperte der Verurteilte. Als ihm der .Henker den Sack über den Kopf stülpte, rief Kasprzak mit leiser, aber deutlich vernehmbarer Stimme: „Es lebe die Revolution!" Dann ergab er sich ruhig in fein Seyicksal- Der Generalgouverneur Generalleutnant Skalon hatte nicht nur den Verteidiger Kasprzaks, sondern auch dessen Frau und Sohn den Zw- tritt zu ihm verwehrt; es wurde ihm nicht gestattet, von feinen Angehörigen 'Abschied zu nehmen. Der 19jährige Schuhmacher geselle Ehmiel- nitzki in Warschau wurde wegen Verletzung eines Soldaten durch Messerstiche vom Kriegsgericht zum Tode durch den Sttang verurteilt. Sein Antrag auf Kassation des Urteils,, wurde ab gelehnt. In Cherson sind vier Sol aten, die ein Attentat auf den Chef des bort gamisonierenden Bataillons verübt hatten und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt wurden, hinge- richtet worden. In Sebastopol wurden die zum Tode verurteilten meuternden Matrosen deS Kreuzers „Vobjedonoszew" Petrow, Titof, Adamenko und Tschemy bereits h i n g e r i d> t c t. Im Städtchen Dvbrusch, unweit Hörtel, wurde auf das Polizeigebäude, in welchem auch "ber Kveispolizeichefwolmt, von unbekannten Jubividuen eine Bombe geworfe n. Das Ofebäubc ist vollständig zertrümmert. Der Polizeichef und mehrere Polizeibeamte erhielten leichte Verwundungen. Die Täter entkamen. * Die „Br. N. N." melden aus Bad Kissing en, bcij Minister Witte Werde im letzten Drittel dieses Monats in einem bärtigen Sanatorium für M agenkranke Aus-, enthalt nehmen. Aus Atadl uni) Kaub. Gießen, 12. September 1905. ** Personalien. S .K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer am Realgymnasium, der Oberrealschule und der höheren Handelsschule zu Mainz, Dr. Zulauf, zum Oberlehrer an dem Ostergymnasium zu Mainz, den Oberlehrer am Gymnasium und der Oberrealschule zu Worms, Pros. Ludwig Dautel, zum Oberlehrer an dem Real- gymnasium, der Oberrealschule und der höheren Handeln schule zu Mainz ernannt. ** Mn Auszeichnungen aus Anlaß der Homburger Kaisertage sind noch u. a. folgende verliehen worden: den Kronenorden 4. Kl. erhielt Rösing er, Garnisonverwal^ ttingsinspettor bei der Garnisonverwaltung in Gießen, Schmidt, Hüttenbeamter in Herborn und Schneider, Militärbausekretär beim Militärbauamt in Mainz, den Roten Adlerorden 4. Kl. Dr. de Bary, Sanitätsrat, in Frankfurt a. M. Drei Mitgliedern der Marburger Universität ist vom Kaiser der Charakter aT§ „Geh Regierungsrat" verliehen worden: dem Ordinarius der mittleren und neuren Geschichte Prof. Dr. Frhr. v. d. Ropp, dem ordentl. Professor der alten Geschichte und klassischen Philologie Dr .Niese und dem Ordinarius der deutschen Sprache und Literatur Dr. Vogt, von der Ropp war von 1881 bis 1890 Ordinarius in Gießen- ** Ordensauszeichnungen von Militärper- sonen. S. K. H. der Großherzog haben zum 12. Sept, b. Js. verliehen: das Komturkreuz 2. Klasse des Ludwigs- ordens: dem Generalmajor von Wachter, Generaladjutant S. K. H. des GroßherzogS; das Komturkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Generalmajor v. Schmidt, Kommandeur der 25. Kav.-Brigade (Großh. Hess.) und dem Generalmajor Freiherrn v. Ledebur, Kommandeur der 50. Jnf.-Brigade (Großh. Hess.); das Komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Obersten Die klein, Kommandeur des 4. Großh. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118 und dem Obersten De in Hard, Kommandeur des 2. Großh. Feldart.-Negts. Nr. 61; das Ehrenkreuz desselben Ordens: dem Oberstleutnant z. D. Mootz, Kommandeur des Landwehrbezirks Friedberg, dem Oberstleutnant z. D. Naumann, Kommandeur des Landwehrbezirks Mainz, dem Oberstleutnant z. D. v. Mosch, Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen und dem Generaloberarzt Dr. v. Kühlewein, Divisionsarzt der Groß. (25.) Division; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens mit der Krone: dem Major Lang, Abteilungs-Kommandeur im 2. Großh Feldart. - Regt. Nr. 61 und dem Major z. D. Morne- w e g, Bezirksoffizier beim Landwehrbezitt Erbach; das Ritter- Fleischpreise in Gießen Getreidepreise in Mannheim treten. ße^'l Z Wetter ü 3? fr? 4% Oesterr. Goldrente . 4*/5 % Oesterr. Bilberrento Bed. Himmel Bew. Himmel Bed. Himmel 4% 4fi/i 3% 3°/ 1% Ochsen Kälber Schweine September 1905. 4 2 4 Lombardei; Gotthardbahn Laura hütte Bochum , e 12,8 .14,1 11,5 85 97 96 ßfi.ftO 68.30 90.65 140.20 Höchste Temperatur Niedrigste „ Unejar. Goldrente Italien. Rente , Portatjieser I Portugiesen. HI UniL Türken . 68.75 . 97.95 . 137.20 . 137.30 . 213.40 . 195.60 . 152 60 . 167 80 . 173.60 . 144.60 . 21.25 Reiohsanleibe do. Konsole . do , . Hessen Oberhessen iten, die ein Atteria n Bataillons verübt HM rurteilt hnnben, hiu!^ rourben die zum Lk Preujrö „$obitbon.^r bereits hingeMn Rottel mitte aiiA'A g er Kttlspollzeichefwom ■ ibt ^footiexi Lmtzm. Tie Mer tiiH schwarzen Regenschirm und ein mit den Buchstaben ,91. gezeichnetes Taschentuch. Einen Ueberzieher trug Dr. Colli- schonn nicht bei sich. Als Oberlehrer an der Adlerflpch'.schule (an der gleichen Lehranstalt war auch sein Bruder, Dr. Paul Collischon tätig) erfreute sich der Vermißte des besten Rufes. Er ist der Sohn des in Altfrankfurter Kreisen bekannten, vor weniger Zeit verstorbenen Pfarrers Collischonn, der in der Fürstenbergerstraße wohnte, wo auch der Vermißte sein Domizil hatte. Dr. Adolf Collischonn war Reserveoffizier und zwei Jahre zu Studienzwecken in Chile. Nachrichten, die zur Auffindung deS Oberlehrers führen können, bittet man an das Frankfurter Polizeipräsidium gelangen zu lassen. . 270.50 256.50 . 221.80 . 100 IS 18,9° C. 14,1° , Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 11. September 1905. Briefkasten der Redaktion. lAnonhme Anfragen bleiben nnberncksiibtigtl. D. M. Ob Sie im Rechte sind und ob deshalb eine Klage Gvfcdq haben wird, können wir nicht io ohne weiteres beurteilen. Wenn wirklich durch Ieuchtiakeit die Tmiqlichfeit der Wohnung zu dem vertragsmäßigen Gebrauche aemindert worden ist, io können sie teilweise Beireinna von der Entrichtung des Mietzinses uer» langen, um dadurch Ersatz ihres Schadens zu erhalten. Vielleicht isi es am besten, wenn Sie sich aus den rückständigen Mietzins verklagen lassen und dann Ihre Behauvtungen einredeweise geltend machen. Im übrigen raten wir Ihnen, sich an einen tüchtigen Anwalt zu wendens da Hier nicht der Raum gn längeren RechtS- aussüHrungen ist. __________ 50 Kg. Schlachtgewicht 78-82 Mk. */„ Kg. Schlachtgew. 86—90 Pi. */' .. 75 Mniversttäts-Hlachrichten. Unsere Notiz in Nr. 212 ist insofenr richtig zu stellen, als der verstorbene Abg. Liebknecht nicht Gießener Starkenburger war, sondern zuerst dem gegenwärtig susp. Gießener Corps RHeuania, dann der Marburger H a s s o - N a ss o v i a angehörte. Richtig ist, daß Liebknecht bis cm sein Lebensende rm Besitze seines Bandes war. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. 3V9»/o 3% 3V,% 3°/o 3’/,% 3 7,K Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. •* Die Ueberreichung der Meisterbriefe an 45 Jungmeister — acht Kandidaten hatten die Prüfung nicht bestanden — fand unter zahlreicher Beteiligung am Sonntag im Cafe Ebel statt. Baumeister Traber, der Vorsitzende der Prüfungskommission für Oberhessen, begrüßte die erschienenen Gäste, hob die Bedeutung des Tages hervor, teilte das Ergebnis der Prüfung mit und forderte die Jungmeister zu regem Weiterstreben in ihrem Berufe auf. Regierungsrat Dr. Wagner beglückwünschte die Jungmeister namens der Großh. Negierung; Kommerzienrat Koch überbrachte Glückwünsche der hiesigen Handelskammer. Rockel, der 2. Vorsitzende der Handwerkskammer in Darmstadt, gab den Jungmeistern gute Ratschlage mit auf den Lebensweg. Auch Kommerzienrat Heyligenstaedt, der Vorsitzende des hiesigen Gewerbevereins, richtete zu Herzen gehende Worte an die versammelten Alt- und Jungmeister. Gegen Handschlag empfingen die Jungmeister hierauf von den Herren Dörr, E. Beil und Haubach ihre Meisterbriefe. Seitens der Jungmeister dankte Herr Pirr der Prüfungskommission für ihre große Mühewaltung und den Gästen für ihre Teilnahme an der Feier. ** Diebstahl auf der Bahn. Eine Frauensperson aus der Schweiz, welche sich gestern abend auf der Fahrt von Köln nach hier im Zuge die Reisetasche eines Geschäftsreisenden widerrechtlich angeeignet hatte, wurde hier verhaftet Die Tasche konnte dem Eigentümer mit unversehrtem Inhalt wieder zugestellt werden- •* Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen Ziehungstage der 5. Klasse der 6. Lotterie fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 16265, die zuletzt mit 25 000 Mk. gezogen wurde; ferner ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 7404, ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 63616, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 9513, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 15527 20384 21693 27993 60409, Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 52166 62548 65306 66681 69294, Gewinne von je 300 Mk. auf Nr. 5010 13247 14897 15765 42233 52892 61858 87109 91610 NNE NNE W kreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Major Kade, Kommandeur des Großh. Train-Bataillons Nr. 18, dem Major Freise, Abteilungs-Kommandeur im 2. Großh. Feldart.- Regt. Nr. 61, dem Hauptmann Freiherrn von Gillern, Kompagniechef im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, dem Rittmeister z. D und Pferde-VormusterungS-Kommissar v. Neufville in Darmstadt, dem Rittmeister Ritter und Edler v. Loeßl, Eskadronchef im 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Negt.) Nr. 24 und dem Hauptmann v. Hahn, Batteriechef im 1. Großh. Feldart.-Negt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps); das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Oberzahlmeister Finck im 5. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 168 und dem Oberleutnant v. Jagemann im 1. Großh. Drag.-Regt. (Gardc- Drag.-Regt.) Nr. 23; daS Silberne Kreuz desselben Ordens: dem Vizefeldwebel Gunkel und dem Vizefeldwebel Volk im 1. Großh. Inf.- (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, dem Vizc- feldwebel Kopp im 4. Großh. Jns.-Negt. (Prinz Karl) Nr. 118 und dem Feldwebel Hoffmann bei der Halb- Jnvaliden-Abteilung des 18. Armeekorps zu Mainz; das Allgemeine Ehrenzeichen: dem Hausdiener Wille beim Garnison-Lazarett Darmstadt. •• Ein Mord ist gestern abend in Büdingen verübt worden. Wir erhielten heute folgende Drahtnachricht: Gestern abend wurde ein hiesiger Einwohner von einem Kanalarbeiter aus Worms auf der Straße er'ch offen. Der Sohn deS Getöteten hatte vor kurzem mit dem Täter eine Differenz gehabt, weswegen der Arbeiter den Vater zur Rede stellte. Als er zur Antwort erhielt, daß das ihn nichts angehe, verließ der Mann das Lokal und stellte jenen kurz darauf auf der Straße, um ihm wiederholt Vorhaltungen zu machen. Es kam zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf er zwei Nevolverschüffe auf ihn abgab. Der eine Schuß traf die Halsader, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Täter wurde alsbald fe st gen ornrnen. Die Sektion der Leiche findet heute nachmittag statt. *• Verunglückt. Gestern nachmittag trug sich in der Werkstätte der oberhessischen Eisenbahn ein bedauerlicher Unfall zu. Ein zirka 3 Zentner schwerer Wagenteil siel dem Schmied Becker aus Lützellinden auf Bein und Fuß. Er mußte per Wagen zum Arzte und nach Hause gebracht werden. Reifen. Die Preiskonkurrenz und Ausstellungvorr Artikeln für die Reise, sowie d e n A u f e n th al t in Bädern und Sommerfrischen, welche der Deutsch- Oesterreichisch-Schweizerische Fremdenverkehrsverein in München zur Veranstaltung bringt, verspricht, wie man uns schreibt, nach den bisher emaclanicnen Anmeldungen sehr interessant zu werden. Es handelt sich hier nicht um ein aus Gewinn berechnetes Unternehmen, wie schon daraus Hervorgeht, daß die Beteiligung an der Ausstellung kostenlos ist und auch fein Entree bei dem Be- such derselben erhoben wird. Der Verein empflng von seinen Mit- gliedern io viele Anträgen nach empfehlenswerten Bezugsquellen von Artikeln sirr die Reise und den Aufenthalt in Bädern und Sommerfrischen, daß er, um ein für alle Male erkhnpfenbe Auskunft geben zu können, diese Preiskonkurrenz und Ausstellung zu veranstalten beichtor>. Keer und Ällotte. Tie Stadt Frankfurt a. M. Hat dem Infanterieregiment „Frankfurt" aus Anlaß der Kaiserparade eine prachtvolle silberne Fanfaren trompete gestiftet, die kunstvolle Bauart in altdeutschem Stil aufweist. Ter Kaiser hat genehmigt, daß diese vom Stabstrompeter bei festlichen Gelegenheiten geführt mevben darf. Weiter hat der Kaiser dem Regiment den von feinem Stabstrompeter, Musikdirigenten Fleschner komponierten Marsch „Alt-Frankfurt" verliehen. Tas Regiment ist berechtigt, diesen Marsch bei großen Paraden zu spielen. am 10.—11. S ‘ember _ 10.—11. Berlin, 12. Sept. Eine von 1500 Personen besuchte Versammlung nahm nach Reden der Abgg. Wiemer und Rosenow eine Erklärung an, welche die Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr von Vieh, namentlich von Schweinen fordert. Berlin, 12. Sept. Ein 18 jähriger Handlungsgehilfe und 19 jährige Verkäuferin begingen im Grune- walde Selbstmord aus Sorge um die Zukunst. Ter junge Mann ist gestorben, das Mädchen schwer verletzt. Berlin, 12. Sept. Wegen Mißhandlung Untergebener in 345 Fällen und Mißbrauch der Dienstgewalt hatte sich der Unteroffizier Thon vom Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment vor dem Kriegsgericht zu verantworten Nach 7 stündiger Verhandlung beantragte der Vertreter der Anklage 2 Jahre silefangnis und Degradation. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von I72 Jahren sowie Degradation. „ ... . . Liegnitz, 12. Sept. Der S ch i e ßunt e r 0 ff 1 z 1 er Mahn vom 7. Grenadier-Regiment ist in U n t e r s u ch u n g s h a f t genommen worden. Dem Verhafteten wird die Hauptschuld an dem Schießunglück, bei dem zwei Grenadiere ihr Leben verloren, zur Last gelegt, weil er die Gewehre nicht ordentlich revidiert hatte, nachdem das Schießen beendet war. K o t t b u s , 12 Sept. In der Sache der S p r e m b e r g e r E i s e n b a h n - K a t a It r 0 P b e hat die S t a a t s a n w a l t s ch a ft die Anklage gegen den verhafteten Statwns-Asststenten Stull- jus wegen fahrlässiger Tötung und Außerachtlassung der Berufspflichten erhoben. Nürnberg, 12. Sept. Eine Versammlung von Bürgern und Bürgerinnen wegen der Fleischteuerung nahm eine Resolution an, in welcher vom Ministerium und dem Landtag die Aufhebung der Grenzsperre gefordert wird. HelsiNgfors, 11. Sept. Ein unbekannter Dampfer von 300 Tonnen Gehalt kam in der Nacht zum Donnerstag an der Insel Kaloscher, 25 Kilometer von Jaeobstad an. Infolge des starken Nebels stieß das Schiff am Freitag auf eine .etwa 3—4 Kilometer vom Strande befindliche Sandbank. Dabei ereignete sich eine Explosion, wobei der D a m v fer samt seiner Bemannung in die Luft flog. Ern Teil des Mittelschiffes ist gesunken. Der Hintere Teil des Dampfers, sowie der Bug blieben sichtbar auf der Oberfläche des Wassers. Das Schiff war mit Gewehren und Munition beladen Die Wasseroberfläche ist mit schwimmenden Gewehrkolben bedeckt. Am User wurden 1300 Magazingewehre geborgen, außerdem drei Kisten, die mit Revolvern angefüllt sind. Der Name des Schiffes ist mit Farbe überstricheir. Bei dem Schiffe wurde ein schwediiches Rettungsboot, sowie deutsche und englische Flaggen gestinden. Man vermutet, daß der Dampfer unter amerikanischer Flagge 12. Sept. Kürz nach der Mreise des Königs von Monte Leone erfolgte ein neuerErdstoß. Ein großer Erdriß entstand südlich der Stadt. 50 Kilometer von Monte Leone entfernt hat sich ein neuer Vulkan gebildet. Die Unterstützungsgelder übersteigen eine Million Lire. Dagegen ist die Verproviantierung und die Herstellung von Baracken für die Bevölkerung überaus schwierig. „ t , Rom, 11. Sept. Die Bevölkerung in den vom Erdbeben betroffenen Gegenden beginnt sich zu beruhigen und in ihre Häuser zurückzukehren. Die Flüsse und Bäche in den am meisten verwüsteten Gegenden sind trotz der Trockenheit angeschwollen, waS eine seltsame Naturerscheinung ist; einige traten sogar über die Ufer. Im Kreise Monte Leone beträgt die Zahl der Toten über 600. Messina, 12. Sept. Gestern nachmittag wurde hier em leichter Erdstoß verspürt. In einer Gemeindeschule stürzte die Zimmerdecke ent. . Petersburg, 12. September. Bei starkem West- sturm sind hier gestern Ueberschwemmungen eingetreten. Der Sturm trieb daS Wasser bergauf. In anderthalb Stunden stiegen die Fluten um 2 Fuß. Der Vorort Wassili Öftrere iTt ganz überschwemmt. Am englischen Quai mußte da§ Wasser jeden Augenblick die Straßenhöhe erreichen. Der Verkehr über die Hafenbrücke ist gestört, der Boot- und Dampferverkehr eingestellt. Von der Festung ertönen Warnungs- : schüsse. Der heftige Sturm dauert an. Weizen 100 Kg. 18.00 Mk. Rogaen 100 Kg. 15.40-15.50 Mk. .. ' Anmerkung: Tie in der vorwochigen Veröffentlichung aufqeführten niederen Fleischpreise in Gießen beruhten auf einem Irrtum; vielmehr haben an deren Stelle die obigen Preise zu Türkenlose 4% Griech. Monopol -Anl. 55.50 j Hn -ner . . . 4°/0 äussere Arerontiner . —.— !Stna: -chatzscheine Tendenz: anfangs lest, s; ter schwächer. 100.90 3°/0 Mexikaner 89.85 41/o'1/' Chinesen . 100.95 Electric. Sch ackert 89.70 Nordd. Lloyd . . 100.00 Kredituktien . . —.— Diskonto-Kommandll 101.95 Darmstädter Bank 101.20 । Dresdener Bank . 97.55 : Berliner Handels"eg 105.90 । Oesterr. Staatabahn teil. .Hinrichtung beä , «gens bcqab e b_li? zwn Lode Ber° empfing fam em v^ cmlegte unb E U/Mhrige Kerker- \ feie ein Mann von fit 46 zählte. W er 'chtete er sich hoch w -und kühner Haltung ntar und Gendamen Galgens stolperte der n Satf über den Kopf deutlich vernehmbare^ tion!" Tann er gast er Generalgouvernem nur den Verteidiger iu und Lohn den Zu. hm nicht gestattet, von -hmen. chergeselle llhmie!« rletzung eines Loldater zum Tode durch bm j Kassation des Urteils 7, Kg. 72-8? Pfg. 7, „ 70-80 , 7, „ 76-86 „ Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 52 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. M., 12. Septbr. 1905. i) M 12. September 1905. || ' bet btt Oben«#“'1111 » jU Wmj, itn * l bette#!' ju Meer ton " bet W” ®°"’ z Mich der MiE | äeI iu Miliz, k/ | lammt iu J t || mittleren nanuj der" j 3. d- RÖPj' PhilM I rnd is der dASM T Nopp ivar JQMine Je' in t 9’unb[)c-tilmiler ■btn in !'rtauf biei ! w!> ieljt, ® 'ne 7’$e u. q. .'nen n, bie Qn?°"Hn d..b^7°°"d.n int!) Qui iw Ä(tt 4 ^arteten no^t. S ,m* Mönk Q lj Bad Kisslngen, l: Trittcl dieses Monats a r Magenkranke Aq- 9653. (Ohne Gewähr.) Bad-Nauheirn, 9. Sept. Der Verein der bürgerlichen Partei beschloß, für die Wiederwahl des seitherigen LandtagSabgeordncten Justizrat Windecker einzutreten. Friedberg, 11. Sept. S. K. H. der Großherzog begab sich am Samstag vormittag vor der Abreise nach Wolfsgarten zu Fuß aus dem Schlosse nach der Bindewal d sch en Fabrik. Dort war Kreisrat Fey anwesend, welcher die Herren H. Bindewald und F. Bindewald senior und junior vorstellte. Der Großherzog besichtigte unter Führung der Herren Bindewald eingehend die Fabrik, ms- beso.idere wandte er sein lebhaftes Jntereffe dem von der Firma Bindewald neu erfundenen farbigen Politurverfahren zu. S. K. H. veriveilten längere Zeit in der Werkstätte des Meisters Röse, reo u. a. die von Professor Olbrich m Darmstadt entworfenen Muster und Farbenproben vorgezeigt und erläutert wurden. In der Politurwcrkstätte wurde dilrch den Meister Kurr an mehreren Gegenständen das neue Politurverfahren vorgeführt. Zum Schluffe begab lich S. K. Hoheit in die von der Fabrik neu eingerichtete mechanische Werkstätte, wo Ingenieur Albrecht die Ehre hatte, die neue Konstruktion einds Automobillastmagens zu erläutern. Homburg v. d. H., 11. Sept. Hier ist der Leibarzt der Kronprinzessin Dr. Keller angekommen. •’ Ein Frankfurter Oberlehrer vermißt. Am Freitag begab sich der Oberlehrer Dr. Collischonn m Frankfurt auf einen AuSfliig und ist seitdem nicht wieder zurückgekehrt. Seinen Angehörigen ist nicht bekannt, wohin er den Ausflug unternehinen wollte, jedenfalls konnte eS sich dabei, so entnehmen wir dem „Franks. G.-A.^, nur um eine kürzere Tagestour handeln, iveshalb die Angehörigen vermuten, daß dem Vermißten ein Unfall zugestoßen ist. Der Vermißte wurde zuletzt von einem Kellner »ni »Schützen- Hos' in Oberursel gesehen. Dr. Adolf Collischon ist 45 Jahre alt und ein Mann von kräftigem Wuchs und mittlerer Große. Er trug einen grünen Rucksack, schwarzen steifen Hubhöhen weißen o ^h(offenen Stehkragen mit 'nicften Sn iwn, schwarze,, ackanzug, baumwollene St> gelbe en ®'S. 1 ■n S‘b.5 ** I Vatter. l ilomtuW j I :K?i Großh- ber9,J |l| deuc des gjlol®)1 (- Dermifd>ees. • Auf dem Viehmarkt in Salamanca (Spanien) wurde ein aus einigen Tausend Maultieren bestehender Aus-; trieb scheu und richtete furchtbares Unglück an. 120 ■ Mensch en wurden verwundet, worunter etwa 40 schwer; einige liegen im Sterben. Man beschuldigt Zigeuner, in diebischer Absicht die Katastrophe angestiftet zu haben. Die auSgebrochenen Tiere wurden zum Teil tot aufgefunden. * Dr. Witz ho ff, der angeblich aus Basel stammende, von Amerika aus verfolgte Bigamist, der in Amerika etwa hundert Frauen geheiratet hat, wurde in Manchester auf Grund von Photographien in der Zeitung identi- iziert. Er hat dort seit zehn Akonaten unter falschem Namen ils amerikanischer Zahnarzt gelebt, war auch dort verlobt, anbte aber am Samstag seine Möbel weg und verschwand. * Automobilunfäile. Die berühmte Serpen- tintäuzerin Loie Fuller erlitt im Dpreewald einen Automobilunfall, indem ihr Äntomobil eine drei Meter tiefe Böschung hin ab stürzte. Das Äntomobil chlng um unb die sieben Insassen, darunter Loie Fuller tnb die kgl. Hofschauspielerin Vilma v. Mayburg wurden her aus geschleudert. Sie Tarnen jedoch mit unerheblichen Hautabschürfungen davon. Das Gefährt wurde vollständig zertrümmert. — Bei Dinamt (Belgien) ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Straßenbahnwagen. Tie drei Insassen des Automobils wurden herausgeschleudert. Ein Kind war sofort tot, eine Frau erlitt mehrere Rippen- prüche, drei weitere N<"rson"n wurden schwer verletzt. Händel und ^erüel r, Motkswirischaft. Die Neichsbauk erhöhte ihren Discont von 3 auf 4 °/0 unb den Lombard - Zinssns von 4 auf 5 °/0, obwohl der Ausweis für die erste Woche des September nicht so ungünstig ausfiel, wie anzunehmen war. Die Börse wußte, was bevorstand lind zeigte sich daher weniger erregt als zurückhaltend. Von London wurden ziemlich schwache Kurse gemeldet, doch war man gestern m Frankfurt im ganzen ziemlich fest, die Umsätze jedoch waren gering. Was die Kursbewegung betrifft, so standen Montanaktien noch am besten und es gewannen die Aktien der Oberschlesischen Eisenindustrie-Gesellschast 4 °/0; Harpener, Gelsenkirchener, Bochumer und Laurahütte kamen jedoch über Plus-Bruchteile nicht hinaus. Bankaktien waren ziemlich gebessert; es gewannen u. a. Dresdener Bank 1 °/n, Schaaffhausen 1,20 %. Bahnen gaben nach. Von den Kaffa-Jndiistriewerten waren Steigerungen über 1 °/0 nur bei Zellstoff Waldhof zu beobachten. Niedriger schloffen Ulrich Emaill 2,80 /0, Klein Armatureii 31/, %, Gritzner 2 °/0. Privatdiskont 3l/l9 %• Märkte. Gießen 12. Sept. Marktbericht. Ans heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfq. 2 Stck. 00—00 Vsg., Gänseeier 15—00 Psg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Mk., Hühner pr.St. 1 00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 180—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 72—82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70-80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5 00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 00—00 Pfg., Zwetschen per Zentner 0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk. Mnrktzeil 7—1 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Poransfichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 13. September 1905: Zeitweise heiter, kühl, besonders nachts. Näheres durch die Gieüener WeNerkarle. Famüitil-Nachrichtcn. Gestorben. Herr Lehrer i. P. Leonhard Wolff. Lauterbach 11. 747,5 17,7 11. 9" 746,2 17'1 12. 725 749,3 14,2 fach ausqiobigar iU ehlnnlnhirlhea Auf 1. November sucht junges Ehepaar eine schöne 3-Zimmerwohuuug, Nähe des Bahnhofs bevorzugt. Schrift!. Meld, mit Preisang. unt. 06017 a. d. Gieß. Anz. erb. Eine 2—3-Zinnnerwohnung von ruhigen Leuten gejucht. Schriftl. Meld. m. Preisang. u. 06020 an den Gies;. Anz. sof. erb. Größeres Geschäftslokal auf dem Seltersweg zu Mitte kommen» den Jahres zu mieten gejucht. Schriftliche Meldungen nut Preis und Größenangabe unter 3502 an den Gieß Anz. erbeten. S! 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August 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. _______Gros._________ WerßeiMW. Donnerstag, den 14. d.M., vormittags 10 Uhr soll das der Gemeinde Osthcim gehörige Obst, ca. 220 Ztr. Acpfel und ca. 50 Ztr. Birnen abtcilungSweise versteigert werden. Zusammenkunft an der Haltestelle. — Bei Privatpersonen ist ein größeres Quantum Obst, insbesondere sind über ca. 1000 Ztr. vorzüglicher Honigbirnen verkäuflich. Ostheim, 11. Septbr. 1905. Schneider 4715___________Bürgermeister. Nächsten Freitag, den 15. September d. I., soll das Gemeinde-Obst, sowie dasjenige des fürstl. Hofkon- sortiumS in der Gemarkung Eberftadt an Ort u. Stelle [ öffentl. meistbietend versteigert 'werden. Anfang 9x/2 Uhr auf der Dreispitze. 4720 Großh. Bürgermeisterei _______Görlach.________ Mittwoch, den 18. September, nachmittag» 2 Uhr 4784 versteigere ich im Bieker'schei» Saale: 1 Sopha, 1 Vertikow, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch, 1 Ausziehtisch, 1 Nipptiscychen, 1 vollst. Bett, 2 Bilder, 1 eiserne Kassette, 4 Kistchen Zigarren, 1 gotd. Damenuhr, 1 Partie woll. Jacken u. Kinderhemden, 1 Ladeneinrichtung, 1 Kassaschrank, 1 Metalldrcybank, 12 Säulemvagen, 2 aeschn. Eichenstämme u. a. in. / Geißler, GericlUsbollücbec Wascht mit a„ Schwan Slissraliiii-iliirgariii« Postkottt % Pfund Netto, franko Pfd. «0 Pfg. Io GQle gleich feinster Molkerei-ßulter. Vollmileli-llargarine Postkolli 7, Pfund Netto, franko Pfd. 50 Pfg. In Güte gleich feinster Bauern-ßulter. Es kann auch von beiden Sorten gemischtes Paket bestellt werden. 9tichtgesallende Ware [b°/0 nehmen unter Nachnahme zurück. Altonaer Margarine-Werke MOHR & Co., G. m. tr. H. Altona-Ottcnfen (Holstein). Petkuser Koggen 100 kg 21 jK-, 1000 kg 200 Jll Strube Souare-head Weizen 100 kg 24^, 1000 kg 230^ Alienbnrger Weizen 100 kg 24 M, 1000 kg 230^ E;trn Sprt-liead Weizen 100 kg 26^, 1000 kg 250 JL Die Saaten sind Ortginalnachbau und gekört. 4711 Saatbanstelle Altenburg bei Alsfeld. Fritz Schade. 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