( Nr» 239 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 11. Oktober 1905 Erscheint tü-Nch mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Äleßentt Kamllirnblätter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der teibwtlt“ erscheint monatlich etitmoL Rotationsdruck >md Verlag der Brüh lachen Universitatsdruckerei. 8L Lange, Gieße». Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulftr.?. Tel. Nr. 5L Telegr^Adr.: Anzeiger Liehe». iin reiche. 38. to» sowie aßet Arten 6161 choner en ipialien s eisev. 'erarbeiten Flechten und -iäheu. und «oldstiaereicr ltt6ßi Monogramms u und btüigit ausgeWr Iramm r l 18 4688 |) ^Geschäft l vheitea. iss « guten Trag*» H bazar.- !N m «Ml . . von 22 Pjg. ffi, . . , 108 , , . , 258 , , n-er, Vasen, Breuus 51t MAW rrichi D21 "säg' ektion: "I.«. L- Vann» ) Pfund 4» 5’ . ) ?r»#’t,® 6ii General-Anzeiger, AmL§- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Ioflizministerwechset in K-ssen. Wir erhielten heute folgende Drahtnachricht: Darmstadt, 11- Okt. Die amtliche „Darmst. Ztg." derSffeutllcht die am 10. dS. MtS. erfolgte Versetzung des JustizurinisterS Dr. D i t t m a r in de» Ruhestand rücksichtlich seiner geschwächten Gesundheit, unter dankbarer Anerkennung seiner langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste und Verleihung des Grohkreuzes des BerdicustordeuS Philipps des Großmütigen, sowie die Ernennung des Reichs- gerichtSrats Karl Ewald zum Juftizminister. Schon gestern erhielten wir kurz nach Schluß der Redaktion dieselbe, allerdings noch nicht offiziöse drahtliche Meldung aus Darmstadt, und in einem Teile unserer gestrigen Auflage konnten wir sie auch noch veröffentlichen. Der neue hessische Justizminister Christian Wilhelm Karl Ewald, geb. am 18. Juni 1852 in Rehbach, Kreis Erbach, wurde am 11. Januar 1875 Akzessist. Im Jahre 1879 wurde er Amtsanwalt, 1882 Amtsrichter m Worms, 1884 Staatsanwalt in Darmstadt, 1885 nach Mainz versetzt, und 1893 Oberstaatsanwalt in Mainz. Sein Eintritt in das Reichsgericht zu Leipzig erfolgte am 1. Oktober 1896. Er ist bisher, dem „Lpzg. Tagebl.^ zufolge, dort Mitglied des 1. Strafsenats gewesen. Exz. Dr. Dittmar hat, wie uns heute aus Darmstadt geschrieben wird, bereits vor ca. 8 Tagen in einem Schreiben an Se. Kgl. Hoh. den Großherzog um seine Entlassung aus dem Staatsdienst gebeten und die Notwendigkeit seines Rücktritts mit seinem leidenden Gesundheitszustände motiviert. Schon vor ca. 6 Wochen wurde als der vom Landesherrn ausersehene Ersatzmann Reichsgerichtsrat Ewald genannt, während von anderer Seite mit großer Hartnäckigkeit General- staatSanwalt Preetorius als für diesen Posten auSerschen bezeichnet wurde. Exz. Dr. Dittmar hat Jahre lang den hessischen Justiz- ministerseffel inne gehabt, hoch geachtet und verehrt von sämtlichen Angehörigen der hessischen Justizverwaltung. Er hat bekanntlich vordem viele Jahre hier in Gießen als außerordentlich viel beschäftigter Rechtsanwalt gewirkt und ist hier einer der hervorragendsten Anhänger der nationalliberalen Partei gewesen. Am 15. Mai 1888 w-urde er zum Ministerialrat ernannt und, als 1896 das Justizministerium von: Ministerium des Innern getrennt wurde, zum Ministerialdirektor ernannt, am 6. Juli erhielt er das Minister Porte fenllle. Er ist 64 Jahre alt. Seines Nachfolgers Ewald politische Stellung ist uns nicht bekannt. Exzellenz Ewald hat übrigens eine Wormserin zur Fran. Seine Beziehungen zu Hessen waren auch von Leipzig aus stets sehr rege. Wie uns ferner heute aus Darmstadt gemeldet wird, ist als feststehend zu betrachten, daß Staatsminister Rothe vorläufig nicht aus seinem Amt scheiden wird. Volttische Tagesschau. Kolonialdirektor Dr. Paasche? Tie agrarische „Deutsche Tagesztg." berichtet heute wieder, daß der (ihr nicht gar so fernstehende) Abg. Prof. Dr. Paasche zum Kolonialdirektor ausersehen sei. Bekanntlich befindet sich Prof. Pnasche noch auf seiner Studienreise in Deutsch-Ostafrika, im Besitze von Empfehlungen des Reichskanzlers und des Kolonialamts. Früher hieß es allerdings, er werde nicht geneigt sein, den schwierigen Posten des Kvlonialdirektors zu übernehmen. Neuerdings scheint die Möglichkeit nicht mehr so stark bestritten zu werden. Wenigstens würde, so schreibt man uns aus Berlin, das Kolonialamt einen Vertreter mit f-arlamentarischen Erfahrungen und, was auch ins Gewicht füllt, mit großer Redegewandtheit bekommen. Dr. Stübel ist nur ein mäßiger Redner. • Städtetag und Fleischteuerung. Berliner Blätter melden: In vertraulicher Sitzung des Vorstandes des deutschen Städtetages wurde beschlossen, wegen der herrschenden Fleischnot und mangels Eingreifens des landwirtschaftlichen Ministeriums eine Sonder-Deputation, der die Oberbürgermeister von Berlin, Frankfurt a. M., München, Stuttgart und Straßburg i. E. angehören, an den Reichskanzler zu entsenden, um wegen der dringlich notwendigen Schritte in der Fleisch-Frage vorstellig zu werden. Dem Beschlüsse entsprechend wurde an den Reichskanzler ein Telegramm abgesandt mit der Anfrage, wann Fürst Bülow die Deputation empfangen wolle. Fürst Bülow hatte es bisher abgelehnt, Abordnungen zur Frage der Fleischteuerung zu empfangen, angeblich weil der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski für die Entscheidung zuständig sei. Nachdem aber Herrn v. Pod- bi-elsfis Prophezeiungen von der „in vier oder fünf Wochen" behobenen Fleischteuerung derart von den Tatsachen dementiert worden waren, daß der Rus nach billigerem Fleisch fetzt entschiedener ist als je, scheint der Reichskanzler denn doch Anlaß zu haben, sich um eine Kalamität zu bekümmern, deren Wirkungen allenthalben in Deutschland zu spüren sind. Vrsher hotte feite Abordnung des Deutschen Städtetages lisch keine Antwort auf ihr Gesuch um Empfang, wichtiger indessen als die Anhörung oer Deputation ist, daß überhaupt endlich einmal etwas geschieht! Seit Wochen ist von Erbebungen und Erwägungen die Rede. Daß die lvutachten oer Landwirtschafiskammern sich gegen die Oeff- tnnng der Grenzen für die Vieheinfuhr aussprechen, war cf) ne weiteres zu erwarten. Warum erst anfragen, wenn non die Antwort weiß? Das ist nur Zeitverlust, und Keiner ivirt) von den Vertröstungen auf den Abschluß der Erhcb- uirgen satt gemacht. Man hat aber auch nicht das m i n b e ft e davon vernommen, daß der Vorschlag dLs Grafen Stolberg-Wernigerode, des Reichs- lags^Vizepräsidenten, au den Reichskanzler, die Eisen- blLhntarife für lebendes Vieh zu ermäßigen, Berücksichtigung gefunden hat. Diesen Weg kann die Regierung beschreiten, und wenn dadurch Ausfälle in den Eisenbahneinnabmen entstehen, so ist das eben eine „vorübergehende Erscheinung". Auf die Umfrage, die die „Allg. Fleischer-Ztg." wegen der Viehnot und Fleischteuerung an sämtliche 860 Schlachthofdirektionen im deutschen Reiche gerichtet hat, äußert sich die Vieh- und Schlachthofdirektion in Gießen folgendermaßen: Ein Mangel an Schlachtvieh hat sich insofern eingestellt, als brauchbare S-chlachttiere nur durch hohe Koufsummen erworben werden können. Die Schlachtungen, insbesondere der Schweine, sind bedeutend zürn ckg egan gen. Dazu haben die Tiere bei weitem nicht das Gewicht (und dem entsprechend die Qualität) aufzu- weisen. Der Fleischverbrauch muß demnach eingeschränkt fein. Abhilfe der Teuerung kann durch Organisierung gemeinschaftlichen Schlachtvieheinkaufs geschaffen werden und durch .Verbilligung der Futterstoffe. Auch ein Dank Englands. Der Aufsch Wung, den der Schiffsverkehr von To ve r in neuerer Zeit nimmt, ist nicht zum mindesten auf das durch Kaiser Wilhelm veranlaßte regelmäßige Anlaufen der großen transatlantischen Dampfer zurückzuführen. Der Kaiser hatte sich auf Bitten des Bürgermeisters von Dover bei den betreffenden deutschen Redereien verwandt. Auch die englische Regierung sieht sich jetzt veranlaßt, diesem Hafen ihre Aufmerksamkeit zu widmen, aber nicht im Interesse der Handelsschiffahrt, sondern zum Zweck des Ausbaues derVerteidigungsanlagen. Diese Tatsache nimmt sich eigenartig aus im Lichte der Del- rassischen „En thüllun gen" über den ihm von England versprochenen Kriegsbei stand. Und sie ist gewissermaßen charakteristisch für das unveränderte Mißtrauen Englands im Hinblick auf den deutschen Vetter, dem es das Aufblühen eines seiner eigenen Häfen verdankt. Denn daß man bei der stärkeren Armierung Dovers in erster Linie mit einer Abwehr deutscher Kriegsschiffe rechnet, diese Annahme erscheint nur zn begründet. Die Pariser Prefie begnügt sich im wesentlichen damit, die englischen und deutschen Zeitungsstimmen über Del- eassss Enthüllungen zu verzeichnen. Die 100 000 Engländer in Schleswig-Holstein erregen mehr Heiterkeit als Staunen. Mit Ausnahme der ,ä!ibre Paroli ist alles darin einig, daß DelcassSs Politik, wie er selbst sie darstellt, unfehlbar zum Kriege hätte führen müssen. Die r ö mi sch e „Tribuna" geht scharf gegen Teleassd vor, dessen Politik und deren Rechtfertigung das größte Ungeschick darstellten, das jemals einem modernen Diplomaten passierte. Ausstiche Wenigkeiten. In M o 8 k a u dauern die Unruhen fort. Die Demonstranten belagern das Telegraphenamt, weshalb dieses von einer Kompanie Soldaten besetzt wurde. Vor dem Strastny-Kloster wurde am Montag nachmittag von den streikenden Arbeitern eine große regierungsfeindliche Versammlung veranstaltet. Eine Dragoner-Patrouille wurde von den Arbeitern mit Schöffen empfangen. Ein Dragoner-Offizier sowie mehrere Soldaten wurden tätlich verwundet. Die Menge zwang die Patrouille zum Rückzug. DaS aufregendste Ereignis am Montag war ein plötzlicher Angriff auf das Palais deS Generalgouverneurs. Er wurde von den Truppen zurückgeschlagen, wobei 10 Streikende auf der Stelle getötet und viele verwundet wurden. Ein Student, der das Denkmal Puschkins bestiegen hatte, um an die streikenden Arbeiter eine revolutionäre Ansprache zu halten, stürzte so unglücklich ab, daß ihm der Kopf zerschmettert wurde. Am Montag abend versammelten sich etwa 5000 Arbeiter in der Vorstadt RikitSkaja Worota. Agitatoren hielten revolutionäre Reden. Kosaken, welche die Demonstranten auseinander jagen wollten, wurden mit Steinen beworfen und durch Revolverschüffe verwundet. Es kam zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Kosaken schlugen mit ihren Ragaiken auf die Arbeiter ein und verwundeten viele. Ein Gendarm erie- Leutnant wurde getötet, viele Schutzleute erlitten durch Steinwürfe schwere Verwundungen. Die wütende Menge stürzte sich auf einen jungen Kosaken-Offizier, riß ihn vorn Pferde herunter und schlug ihn solange, bis er blutüberströmt zu Boden fiel. Tas Militär, das unterdessen requriert worden war, jagte die Demonstranten auseinander. Viele Arbeiter wurden verhaftet. Auch am Mittwoch fand ein Zusammenstoß zwischen den Ausständigen und Polizisten statt, bei dem mehrere Personen verwundet wurden. Aus Rad am (Polen) rotrb gemeldet: Als ein früherer Gymnasiast gegen einen Offizier eine Bombe sch leud erte, sollte er durch einen Polizisten verhaftet werden. Der Täter erschoß den Beamten und tötete sich durch einen Halsschnitt. Auf dem Bahnhofe D ombrowa in Polen wurde durch einen Unbekannten ein Gendarm durch sechs Revoloerschüffe getötet Wie aus Helsin gfors Ritzaus Tel.-Bur. meldet, ist Hohenthal, der Mörder des Prokurators Johnsen, in der vergangenen Nacht aus dem Gefängnis entflohen. Aus Regierungskreisen verlautet, daß die Gründung eines P olizeiministeriumS, dem die Polizei und die Gendarmerie unterstellt werden sollen, geplant sei. Für den Posten des Polizeiministers kandidiere Trepow. Der amerikanische Finanzmann Charles Flint begibt sich „ach Petersburg, um amerikanische industrielle Unternehmungen in Rußland und deren Anschluß an schon bestehende russische Unternehmungen zu betreiben. Flint nimmt ferroegS kurzen Aufenthalt in Paris und Berlin. Auch m ; von der bekannten amerikamschen Firma I. P. Morgan reiste nach Europa. Ein noch unbestätigtes Gerücht besagt, die Reise betreffe Abmachungen im einzelnen über vmerikanische Beteiligung an der russischen Anleihe. Kolonialpost. Die „Times" meldet aus Kapstadt: Ein TelegrcumnI aus Üpington berichtet, daß bei der Schutt Trift drei Trans- vaaler mit 200 Stück Vieh, das sie von den Deutschen gestohlen hatten, festgenommen wurden. Die Leute waren bewaffnet, obwohl sie angeben, Nichtkonv- battanten zu sein. Das Vieh wurde den Deutschen ausgehändigt; die Leute'wurden in dem Gefängnis von Kenhcwt untergebracht. Deutsch-Südweftafrika. An den General v. Trotha ist eine Ordre ergangen, die Geschäfte dem Gouverneur v. Lindequist sofort nach dessen Ankunft zu übergeben, lieber die Einsetzung eines neuen Kommandeurs ist noch kein Beschluß gefaßt, e§ wird sich also die Kommandoftage nach dem allgemeinen Gebrauch regeln, daß beim Zusammenwirken der älteste Stabsoffizier den Befehl hat. Ausland. Stockholm, 10. Okt. Wie verlautet, beabsichtigt die Marinebehörde die Verstärkung der Flotte um einen) Panzerkreuzer, 4 Torpedojäger, 8 Torpedoboote erster und 7 zweiter Klasse und ein Unterseeboot. Ehristiani a, 10. Okt. Staatsminister Michelsen schloß heute die Storthingsession. Nissen stellte die Anfrage, ob sich der Staats Minister an das dänische KönigS- hauS gewandt habe. Der StorthingSpräsident bemerkte, daß der StaatSmimster jedenfalls nicht als Chef de» Regierung einen solchen Schritt getan habe. Kopenhagen, 10. Oft Bei der heutigen Budgetberatung im Folkething führte Anders Nielsen auS, der deutsche und englische Flottenbesuch im vergangenen Sommer dürfe nicht übersehen werden, er habe für Dänemark die Notwendigkeit einer Politik nach außen bargelegt, die unabweiSlich auf die Neutralität begründet fei: er habe ferner gezeigt, daß beide Staaten auf die Fre undschaft mit Dänemark großen Wert legen, die dieses gern erwidern wolle. Bevor sich aber ein Freundschaftsverhältnis zwischen Dänemark und Deutschland in rechter Weise ausbilden könne, müsse eine Aender- ung in der Politik in Nord-SchleSwig erfolgen und die Optantenftage gelöst werden. Im ban. Volke würde e$ mit Freude begrüßt werden, wenn eS sich zeigte, daß die wachsende Freundschaft zwischen Dänemark und Deutschland Aussicht auf eine zufriedenstellende Lösung dieser Fragen böte. Der Minister deS Auswärtigen, Graf Raben-Levetzau glaubte aussprechen zu können, daß das Verhältnis Dänemarks zu seinem südlichen Nachbar sich gebeffert habe; er wolle hoffen und wünschen, daß dieses gute Verhältnis bald gute Früchte trage. Prag, 10. Okt. AuS Anlaß einer von Arbeitern inszenierten Wahlrechts-Demonstration ruhte heute in allen Fabriken und großen Betrieben die Arbeit. Die meisten Geschäfte und Gasthäuser sind gesperrt. An den Straßen- umzügen beteiligten sich ca. 70 000 Personen. Die Arbeiter sandten Deputationen zum Statthalter und zum Oberst- Landmarschall, wo sie Petionen um Einführung beß allgemeinen Wahlrechts überreichten unb betonten, daß bie organisierte Arbeiterschaft Böhmens entschloffen fei, alles zu tun, damit das allgemeine Wahlrecht zur Tatsache werde. Dec Statthalter und der Landmarschall versprachen, die Petition dem Landtage und der Regierung befürwortend vorzulegen. Budapest, 10. Okt. (Abgeordnetenhaus.) Präsident Justh bringt das königliche Handschreiben, betreffend die Vertagung des Hauses zur Verlesung. Ausrufe der Entrüstung werden laut: „Schurken, wo ist die Verfassung?" Graf Andrassy erklärt, er wolle das Vorgehen der Minister geißeln, die gegen daS Herkommen nicht im Abgeordnetenhause erschienen seien. Die Minister hätten dem Abgeordnetenhause gegenüber Geringschätzung gezeigt unb vollständig die Basis deS Gesetzes verlaffen. Uns bleibt nichts übrig als zu protestieren, wir werden uns nicht zu Gewalttätigkeiten hinreißen lassen. Vielleicht wird der letzte Aufzug der Tragikomödie die Auflösung sein. Man wird daS Volk befragen, doch nachher seine Stimme mißachten wie bisher. Andraffy verliest einen umfangreichen Protest und fügt hinzu, daß nachdem das Programm, die nationale Idee in der Armee durchzusetzen, bei den Wahlen den Sieg errungen habe, es unmöglich gewesen sei mit dem Ausschalten der Armeeftage ein Kabinett zu bilden. Die persönliche Ansicht des Königs wurde dem Willen des Volkes gegenübergestellt, dadurch ist die Kabinettskrise eine Verfassungskrise geworden. Die Situation wird dadurch charakterisiert, baß die Majorität unter ben vorgeschriebenen Bedingungen die Regierung nicht übernehmen kann und bie Regierung es nicht wagt, an die Nation zu appellieren. Nach dem Grafen Andrassy ergreift Graf Tisza daS Wort und führt aus: Er könne an der Diskussion nicht teilnehmen, da nach seiner Auffassung nach der Verlesung des Vertagungsantrages keine Debatte zulässig sei. Tisza verläßt mit seinen Anhängern unter höhnischen Zurufen der übrigen Abgeordneten den Saal. Graf Appenyi polemisiert gegen Tisza, man werde an der Vertagung mitschuldig, falls man das königliche Handschreiben stillschweigend ohne Protest zur Kenntnis nähme. Der Beschlußantrag des Grafen Andrassy wurde fast einstimmig angenommen. New-Pork, 10. Okt. Die Enthüllungen über div politische Korruption der Versicherungsgesell-, schäften werden immer bedenklicher. Die »Mutual Säe*, hatte einen geheimen Fond, nach dem jährlich 100 000 Doll, zur Bestechung von Politikern als Wahlbeiträge bestimmt waren, darunter 40000 Dollars bei der letzten Prä- sidentenwabl.________ _ Zum Streike der Berliner Elektrizitätsarbeiter. Es dürste nicht ganz uninteressant sein, zu erfahren, Zaß die staatlichen Behörden vor Beginn des Ausstandes der Angestellten der Mellrizn "tswerke tatsächlich mit der Möglichkeit gerechnet haben, das; die Ausstandsbewegung ernstere Unruhen herbeiführen könnte. Um allen Zwychen- fällen vorzubeugen, waren daher, wie man uns aus Ber.m schreibt, mehrere Tage lang die Mannschaften der Truppenteile im Süd ost en Berlins in den Kasernen konsigniert Die Offiziere mußten, wenn ;tc ihre Wohnung verließen, Torge tragen, stets an ihrem jeweiligen Aufenthalte sofort erreichbar zu Kin, und 48 Stunden lang durften auch sie das Kasernen geb aude nicht verlassen. — Alle diese Maßnahmen wurden auf gehoben, sowie zutage trat, wie musterhaft organisiert die streikende Arbeiterschaft war und wie fern ihr der Gedanke irgend welcher Ausschreitungen lag In Berlin hat eine Versammlung von Werkzeug- machern aus den Spezialfabriken festgestellt, daß von den drei großen Elektrizitätsfirmen die bei dem Kampfe in Frage kommen, Drerkzeugauftrage zur Anfertigung nach außerhalb vergeben werden Es ist deshalb beschlossen worden, eine besondere Kommission in allen Fabriken zu bilden, die genaue Kontrolle zu üben haben und event. den Streik proklamieren muß, wenn Arbeit aus den vom Streik betroffenen Firmen vorgelegt wird. In Chemnitz tagte eine von etwa 1000 Maschinenfabrikarbeitern besuchte Versammlung. Es wurde folgende Resolution angenommen: Die Anwesenden erwarten, daß von Csemnitz niemand nach Berlin fährt, um dort als Streikbrecher zu arbeiten. Desgleichen verspricht die Versammlung, ihre streikenden Kollegen moralisch und materiell zu unterstützen und Schritte zu unternehmen, möglichst schnell Mittel zu verschaffen zur Unterstützung der durch den Uebermut der Unternehmer ausgesperrten Berliner Kollegen. Tie Differenzen, die zwischen den Inhabern der Kabel- und Gummiwerke Dr. Cassierer u. Co. und den Arbeitnehmern infolge des Kampfes in der Elektrizitätsindustrie bestanden haben, sind vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichtes durch einen Vergleich beigelegt worden. Die Cholera. Ter preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 9. bis 10. Okt. mittags wurden im preußischen Staat zwei choleraverdächtige Erkrankungen und acht Bazillenträger amtlich neu gemeldet. Von den Erkrankungen betrifft eine einen Arbeiter aus Simonsdorf, Kreis Marienburg, die andere ist in Wöplitz bei Havelberg, Kreis West-Priegnitz, gemeldet worden. Die acht Bazillenttäger sind auf dem Rittergut Stolpe, Kreis Meder-Barnim, festgestellt worden, zwei unter den dort tätigen ungarischen Feldarbeitern, sechs in einer einheimischen Arbeiterfamilie, die mit jenen in einem Arbeiterhause gewohnt hatte. Alle acht befanden sich bereits in Beobachtung. Auf dem Rittergut Stolpe werden zwei Deckersche Baracken aufgeschlagen zur Aufnahme der cholera- ttanken Personen und Bazillenttäger. Von den bisher gemeldeten Erttankungen haben sich zwei in Marienburg und eine in Oranienburg (ungarische Feldarbeiterin) nicht als Cholera herausgestellt. Tie Gesamtzahl der Cholerafälle befragt lkahcr 272 Erttankungen, von denen 90 tödlich endigten. Gießen, 11. Oktober 1906. •• Als Termin für den Schluß der gegenwärtigen Kammerperiode ist, wie uns auS Darmstadt geschrieben wird, der 16. Oktober in Aussicht genommen. — Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tat. S. K. H. der Großherzog haben dem Schüler des Realgymnasiums zu Darmstadt Jakob Kraft, in Anerkennung der von ihm am 8. Juli d. Js. mit Mut und Gut» schloffenheit unter eigener Lebensgefahr vollzogenen Rettung deS Kammachers Friedrich Gaßner zu Babenhausen vom Tode des Ettrinkens, die Rettungsmedaille verliehen. ” Hessisch-Thüringische Staatslotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 14689, Gewinne von je 20 000 Mk. auf Nr. 56699 84369, Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 31481 50975, Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 1367 4491 4857 20886 61577 54633 78359, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 2310 6214 16782 22710 23002 37989 43641 44067 53767 61401 64719 69041 73810 76595. (Ohne Gewähr.) ♦* Zur Gemeinde st eucrreform. Wie die Main- Rhein-Korrespondenz erfahren haben will, fyat die Großh. Regierung auf Grund der Behandlung, welche der Finanzausschuß der ersten Kammer ihr hat angedeihen lassen, eine 77 Seiten starke Denischrift ausgearbeitet, in welcher die Stellung der Regierung hinsichtlich der Gemeindesteuerreform gerechtfertigt und die Ausführungen des Ausschußberichtes, resp. des Berichterstatters Frhrn. v. Hehl entsprechend mit)erlegt werden. Die Verhandlungen in der Kammer dürften sich dadurch noch spitzer gestalten, als sie ohnedies schon zu werden versprachen. •• Anläßlich der Eröffnung derGuterverlade- fteile in Abend stern fand gestern abend in der Restauration der Ww. Duill daselbst eine kleine Feier statt, Stadtv. G a b r i c l begrüßte die Gäste und dankte der Eisenbahndirektion Frankhirt und der Verkehrsinspektion Wetzlar sowie allen, die an dem zustande kommen der Verladestelle mitgewirkt haben, insbesondere Herrn Bahnmeister K i r ch b o f für das entgegengebrachte Wohlwollen. Herr Kirchhof habe sich durch die hierbei entfaltete Tätigkeit ein ganz besonderes Verdienst erworben. Mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß Herr Gabriel feine Rede Hierauf dankte Bahnmeister Kirchhof, daß nicht ihm sondern dem Vorarbeiter Wolbeth und den Streckenarbeitern der ihm ausgesprochene Dank gebühre. An Herrn Reg.-Rat Dr. v. Ritgen Wetzlar wurde sodann eine DankeSdepesche geschickt. Nachdem noch Herr Bürgermeister Kreiling und verschiedene andere Herren daraus hingewiesen, daß mit der neuen Verladestelle einem schon lange gehegten Wunsche endlich entsprochen worden sei, sowie das gute Einvernehmen zwischen Publikum und Bediensteten und das schöne Zusammen- arbeiten von Beamten und Arbeitern hervorgehoben halten, schloß die Feier. ^Steinberg, 10. Oktober. Goldene Hochzeit feiern im Laufe des Monats der Landwirt und Müller Georg Heß und seine Fran, geb. Häußer. Heß, der jetzt 75 Jahre alt ist, gehört feit Jahren dem Kirchenvorstand an. Velde Eheleute sind noch sehr rüstig. "Was raucht der Kaiser? Mäßig auf jedem Gebiete deS Lebensgenusses verschmäht Kaiser Wilhelm II. den Tabaks- genuß keineswegs, ohne ihm aber so leidenschaftlich anzuhängen, wie z. B. sein kööniglicher Oheim Edward VII. von England, dem die Zigarre ein unzertrennlicher Begleiter ist. Der Kaiser bevorzugt die Zigarette, die er von einer bekannten Berliner Fabrik bezieht und die dort auch jedem anderen Käufer zugänglich ist. Es ist die Marke „Salon", die aus mittelstarkem Tabak hergestellt wird und den ziemlich hohen Preis von 15 Pfg. das Stück kostet, der sich aber durch das ftir Zigaretten ungewöhnlich große Format erklärt. Namentlich im Manöver, aber auch in Berlin auf seinen Spazierritten im Tiergarten kann man den Kaiser oft mit der Zigarette im Mundwinkel scheu. Vor einigen Jahren passierte es einmal, daß bei einer dieser Gelegenheiten der Kaiser das Mundstück seiner fertig gerauchten Zigarette gerade vor dem Caf6 Bauer fortwarf, ein fixer Junge es auflangte und den Gästen des Cafäs zum Kauf anbot. Richtig fand sich ein Engländer, der es für 20 Mark erstand. Des Kaisers ge- wöhnliche Zigarrensorte ist die leichte Holländer Zigarre, die unter Brüdern nickst mehr als 10 Pfennig wert ist und wohl zu den nikotinweiesten ihrer Gattung gehört. Bei den Hoffestlichkeiten fehlt es aber natürlich auch nicht an den besten und kostspieligsten Importen und unter diesen ist eine besonders edler Art, die nur für den Kaiser aus der besten kubanisck)en Emte- produktion fabriziert wird und deren Herstellungspreis daher ein ziemlich hoher ist, von der er selbst aber nur noch wenig Gebrauch macht. Zur Jagdzeit aber, so jetzt in Rominten, zieht der Kaiser der Zigarre und Zigarette die Pfeife vor. Des Kaisers Pfeife unterliegt der Obhut eines Dieners, der dafür verantwortlich ist, daß sie in seinem Jagdgepäck niemals fehlt. Sie ist nach den eigenen Angaben des Kaisers von einem Berliner Drechsler angefertigt worden. Ihr Rohr besteht aus Weichsel, das Mundstück aus Horn. Der Kops ist aus Meerschaum gearbeitet und mit einem feinen Korbgeslechl überzogen. Aus der Mitte des KovfeS bemerkt man einen balzenden Auerhahn aus Silber, auf Zweigen sitzend. Dieser Auerhahn ist ein eigenartiges kleines Kunstwerk. Im Magen des lebenden Auerhahns nämlich finden sich öfter kleine Kieselsteine, die mit der Aesung verschluckt wurden '.inp durch die Magensäure einen ganz eigenartigen Schliff erhalten. Eine größere Einzahl solcher Steinclxm ilt zur Bildung bc3 Kopses und der Flügel des Auerhabnes verwandt worden. 2 er Abguß der Pfeife besteht wie daS Mundstück aus Horn und r-igt ein aus Auerliahnsteinen zusammengesetztes W. Der Kaiser bevorzugt ubrig-ns einen leichten Blättertabak, der durch Zusatz non einigen Weichselblätter,r einen angenehmen Geschmack erhält und ein feines Aroma entwickelt. * Kleine To geschronik. In den letzten Tagen ist h. Annerod, 10. Ott. Die Einweihung unseres neuen Schulh auf es, daS nach den Plänen des Baurats Die hm in Gießen gebaut wurde und eine Zierde des Ortes bildet, findet nächsten Sonntag, den 15. Oktober, statt. An dem der Einweihungsfeier vorausgehenden Festzug beteiligen sich außer den Behörden, den Schulkindern usw. auch eine Anzahl Ehrenjungfrauen und die hiesigen Vereine. Zum Schluß findet eine Feier im Saale des Gastwirts Heinz (zur Krone) statt. -r. Nidda, 10. Okt. Heute wurde eine tn wetten Kreisen bekannte Frau zur letzten Ruhe gebettet, Frau Menge! fen., zur Traube. Eine große Anzahl Leidtragender hatte sich eingefunden und zahlreiche Kranzspenden schmücken ihr Grab. Pfarrer Hermann zeigte, wie ihre Liebe auch außer: dem Hause reich ausgewirkt habe und Pfarrer Werner legte für die Kleinkinderschule und den Gustav-Adolf-Frauenverein einen Kranz nieder. Frau Menge! erreichte ein Alter von 62 Jahren. 1 Nieder-Besfingen, 11. Okt. Die Feier deS Amtsjubiläums des Bürgermeisters H o r st findet Donnerstag nachmittag im Gasthof zum Löwen statt. Friedberg, 10. Okt. Nach einer von dem Finanzministerium an Großh. Kreisamt Friedberg gelangten Mitteilung hat die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. von dem preuß. Eisenbahnminister .Auftrag erhalten, allgemeine Vorarbeiten für die Nebenbahn Bad-Nauheim— Ufingen vorzunehmen. Es handelt sich zunächst nur um Vorarbeiten für ein aufzustellendes Projekt. (Ob. Anz.) Heldenbergen-Windecken, 10. Okt. Infolge der vielen und starken Regengüsse ist der Bahndamm zwischen Eichen und Höch st (Nidder) teilweise gerutscht. Mit seiner AuSbefferung sind eine Menge Leute beschäftigt, so daß Verkehrsstockungen voraussichtlich nicht eintreten werden. (F. Ztg.) Darmstadt, 10. Okt. Wie die ,N. Heff. Volksbl." mitfeÜen, steht die Offenlegung der Pläne für den Bahnhofsneubau, der nach Westen zu nach dem Nummelbräu gelegt werden soll, bereits für nächste Woche bevor. Der Ankauf des Hopfengartens durch die Stadt hat den Zweck, dieses Terrain der Militärbehörde abtreten zu können, welche es zum Neubau der Jnfanterie- kasern e benötigt, die dorthin verlegt werden soll. Ein Teil deS Exerzierplatzes wird dagegen in den Besitz der Stadt übergehen. Frankfurt a. M., 10. Okt. Nach Mitteilung des statistischen Amtes ist die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der feit der letzten Volkszählung polizeilich angemeldeten Zu- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden Ueberschusses der Geburten über die Sterbefälle am 1. Oktober 1905 mit 3 3 4 0 0 0 anzunehmen. Am 1. Januar waren es 320 000, am 1. April 324 500, am 1. Jüli 330 000. Höchst a. M., 9. Okt. Ein schönes Zeichen religiöse'r Duldsamkeit ist hier zu verzeichnen. Da die Synagoge sich im Umbau befindet, so wurde der israelitischen Gemeinde während der israelitischen Feiertage bereitwilligst ein Saal des kat h ol. V er e ins h a n ses zur Verfügung gestellt und von ihr auch benutzt. (F. Ztg.) Hanau, 10. Okt. Im benachbarten Kessel st adt kam es vorgestern zwischen Soldaten und Zivilisten zu einer Mutigen Schlägerei. Wie sich nach der F. Z. herausstellt, haben die Soldaten umfangreichen Gebrauch von ihren Säbeln gemacht und drei Zivilisten erheblich verletzt. Ein Postkiltscher erhielt einen schweren Hieb über den Kopf, sodaß er den Verlust eines Auges zu bellagen haben wird. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. In Ortenberg stürzte der 33 Jahre alte Schaffner Wilhelm Hippel wahrend der Fahrt aus dem Zuge und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. — Ter Bürger- meister von Salz in Oberhessen, der sich vorübergehend in Frankfurt aufbieü, wurde plötzlich g e i st e s g e st ö r t. In der Rudolfstraße legte er seine Kleider ab und lief, nur mit dem Hemd bekleidet, über die Straße. Die Polizei suchte die Kleider zusammen und sorgte für die Verbringung des Unglücklichen nach der Irrenanstalt. — In Hanau feierte Frau Ww. A u l, Zigarrenmacherin in der Fabrik P. G. Hoffe Ww., den Tag ihres 50jährig en A r b e i t § j u b i l ä u m §. — In Weilmünster hatte vor drei Wochen ein Radfahrer, Hirschhäuser, den Einwohner Sanne- witz umgefahren. Gestern ist Dannewitz gestorben. in Tirol die Temperatur derart heruntergegangen, daß es auch imTale schneit. Die Stadt Innsbruck hat ein turnten* •• * liches Aussehen. ' " ---- ------- ----------- ' — 'L Gießener Strafkammer. (n.) Gießen, 10. Oftobet. Dtt Bierbrauer Peter L. aus Gansheim kam auf die Bichler- I sche Brauerei, am wegen Arbeit nachzusrageu. Er konnte nicht eingestellt werden und verließ in angetrunkenem Zustande die Hardt. Unterwegs begegnete ihm eine Frau, der er ohne Veranlassung ins Gesicht spie. Die Frau teilte den Vorfall ütoei von Heuchelheim kommenden Männern mit, die L. zur Rede stellten. Er schimpfte nun weidlich Über die armen, blinden Hessen, bei denen nichts zu verdienen sei, da sie selbst nichts zu fressen hätten und bemerkte weiter, daß der Kaiser totgeschossen werden müsse, da er den Leuten nicht für Verdienst sorge. Als zwei Gendarmen ihn nach seinen Legitimationsvavieren fragten, spie er sie ebenfalls an und schimpfte über bn5 ganze Gendar- meriekorvs, das ebenfalls erschossen werden müsse. In der heutigen Verhandlung gab er zu, vom Kaiser gesprochen zu haben, aber von einer Majestätsoeleidigung könne keine Rede sein, da er mit seiner Aeusternng den Braumeister Kaiser gemeint habe; von den übrigen Vorfällen wisse er nichts mehr. Seinen Angaben wurde wenig Glauben geschenkt, zumal er ein Mensch ist, der zu Ausschreitungen neigt, was seine 23 Vorstrafen beweisen. ‘ Das Gericht hielt ihn der M a j e st ä t s b e l e i d i g u n g, wofür 3 Monate Gefängnis angcfcH wurden, der tätlichen Beleidigung, wofür die gleiche Strafe in Ansatz kam und der Beleidigung von Beamten, wofür 6 Wochen angesetzt wurden, für schuldig und erkannte auf eine Gesamtstrafe von 6 Mo naten Gefängnis, worauf 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu kommen haben. — Zwei „s chwere Brüder". Der 22 iährige Schlosser Wilhelm H. von Oberrad inb der 25 iährige Metzger Franz R. von Gänbeim wurden aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Die Anllage legte ihnen verschiedene Einbrüche zur Last, die sie mit herausforderndem Benehmen bestritten Beide sind wegen ähnlicher Taten bereits mehrfach bestraft. Sie lernten sich in einer zweifelhaften Wirtschaft zu Frankfurt a. M. kennen. Am 11. Juli d. I. befand sich Kaufmann Böhrer in Frankfurt auf seinem Kontor, als in der Mittagsstunde heftig und andauernd geklingelt wurde. Da sich an der Türe ein Schild befindet, woraus su ersehen ist, , daß das Kontor in der Mittagsstunde geschlossen ist, öffnete er 1 nicht. Rach kurzer Zeit merkte er, das; sich jemand an der Tür W zu schassen machte. Er begab sich leise dicht an die Türe und beobachtete einen Einbrecher, der in diesem Moment eine Glasscheibe eindrückte. Er öffnete nun vic Türe und verfolgte den davoneilenden Dieb. Ta ein Ein hol en aussichtslos war, begab er sich wieder zurück und sah R. aus dem Hause kommen, (fr bezichtigte ihn sofort der Teilnahme an dem Einbruch, ließ ihn aber nach Nennung seines Namens und einer Ausrede wieder gehen. In der Nacht auf ben 4. August twirden nun zu Bad- Nauheim zwei Einbruchsdiebstähle verübt und zwei ' weitere versucht und zwar wurden in der Konditorei Müller mittels falsckxw Schlüssel aus der Ladenkasse 15 Mark Wechselgeld gestohlen; weiter wurde einem Portier, während er schlief, aus seiner vor dem Bett aus einem Stuhl liegenden Hose ein Portemonnaie mit 40 Mark entwendet. Ms der Portier früh morgens den Diebstahl merkte, machte er Anzeige, worauf die Polizei die Verfolgung der Angellagteu, die sie nachts schon in verdächtiger Weise beobachtet hatte, aufiiabm. Die inzwischen verständigte Friedberger Polizei gelang es. sie festzunehmen. Kaufmann Böhrer erhielt durch Zeitungen Kenntnis, daß ein Ein-- brecher namens N. verhaftet worden sei, worauf er den bei ihm versuchten Einbruch zur Kenntnis der Polizei brachte, die ihm die Einbrecher gegenüber stellte. Er erkannte beide sofort. Das Gericht hielt beide lws gemeinschafllichen Einbruchsdiebstahls zweier versuchten Einbrüche für schuldig und diktierte jedem 5 Jahre Zuchthaus zu, erkannte ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer ab und stellte sie unter Polizeiaufsicht. — Zum Schlüsse unterlag ein Urteil des Schöffen- gerichts Grünberg der Aufhebung. Vor mehreren Fahren . ttnirbc dem Stadtrechner Schäfer zu Grünberg eiu Geldbetrag 1 von etwa 3000 Mark gestohlen. Der Nachtwächter Sieck hatte 1 Verdacht auf Heinrich Gehringer TV. und er äußerte diesen Verdacht in der letzten Zeit dem Stadfreclst'er gegenüber unter vier Augen. Als G. Kenntnis davon erhielt, erhob er Klage und das Schöffengericht verurteilte S. wegen Beleidigung zu 10 M^rk Geldstrafe, indem es ausführte, daß eine so grundlose Beschuldigung als Beleidigung aufzufassen sei. Ans^ Be- rahtng des S.. der die Beleidigunasabsicht bestritt, kam die Strafkammer zur Freisprechung mit der Motivierung, daß S. durchaus berechtigt war, Schäfer von seinem Verdacht Mitteilung zu machen, zumal er mit Feststellungen bezüasich des Einbruchs betraut war. S. sei gedeckt durch den § 193. Zeng-Hauptmann Künemund vor dem Kriegsgericht. (d.) Mainz, 11. Okt. Am Donnerstag und Freitag hat sich Zeughmiptmann Küne- mund vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Der Angeklagte ist im Jahre 1855 als Sohn eines Postschaffners in Arenshausen (Sachsen) geboren. Nachdem er die Elementarschule, die Präparandena.nstalt und die Knust- und Gewerbeschule besucht hatte, trat er 1872 als Dreijährigfreiwilliger in den Militärdienst ein. Im Jahre 1880 wurde er zum Zeugfeldwebel, 1888 zum Zeugleutnant und 1890 zum Zeughauvtmann ernannt. Er bezog ein Gehalt von ungefähr 4000 Mark. Krankheit in ferner Familie müssen den Angeklagten auf ?lbwege geführt haben. Seine Frau war jahrelang herzleidend, sie starb vier Wochen nach der am 31. Mai 1904 erfolgten Verhaftung ihres Mannes. Seine einzige Tochter ist seit langen Jahren leidend und mußte mehrmals operiert werden, das alles kostete dem Llngeklagten viel und dürfte ihn zu den begangenen Unterschlagungen und Fälschung verleitet haben. Die Verhaftung des Angellagten erregte großes Auffehen. Anfänglich mürbe der unterschlagene Befrag auf eine hohe Summe geschätzt, nach eingehender Bücher- Prüfung durch Handelslehrer Kreher-Mainz und Gerichtschemiker Dr. Paul Jesericb-Berlin wurde die unterschlagene Summe auf 4—5000 Mark festgestellt. Immerhin ist es möglich, daß einige kleine Posten durch mangelhafte Buchführung nicht mehr fest- gestellt werden konnten. Die Unterschlagungen reichen bis 1900 znrück. Dem Angellagten war es besonders bei Versteigerungen von altem Geräte möglich, Veruntreuungen vorzunehmen. Äiich bei Auszahlungen für geleistete Arbeiten trug der Angeklagte größere Beträge, als er ausgezahlt hatte, ins Buch ein. Das war msbesondere bei den Rechnungsablagen über Arbeiten, die von einem Bauunternehmer ausgeführt, festzustellen Hierbei hat der Angellagte über 3000 Mark in seine Tasche fließen lassen. Al^r auch dre Buchfilhrung des Unternehmers ist recht mangel- ■ ntc^ festzustellen, ob er, wie er behauptet, no^ Geld zu bekommen bat. Nach den Angaben des Angellagten hat der Unternehmer 2000 Mark weniger ausgezahlt bekommen, hatte. Die Veruntreuungen kamen dadurch sich ein Zeugfeldwebel bei einer Versteigerung L 'Aufzeichnungen machte, um sie nach der Verweigerung bei dem Kassenfeldwebel mit den Nachweisungen des Angeklagten zu kontrollieren. Dor Verdacht gegen den Zeug- druptmann bestand bei dem Zeugseldwebel schon längere Zeit, dem Zeugfeldwebel, als er das Proto- X Derstergerung zu führen hatte, auf, daß ihm der j Ziffern mit Bleistift ein zu trag en und nicht a^udrucken. Als der Feldwebel sich nach dem Namen erkundigte, rief ihm der Angeklagte zu, Sdut •00 der Steigerer Hinz oder Kunz heiße. Nach Versteigerung nahm der Angellagte dem Feldwebel ™ auch den Sack mit dem Gelde nahm bü6a£lTTC Addition oder Nachzählung des Geldes ^8 der Feldwebel bei dem Kassenfeldwcbel SV Vorweisungen des Angellagten vergleichen tokhV It Ja Vt ^geklagte das Material noch nicht abgeliefert, trobtem dies sofort geichehen muß, wie auch her erlöste Vevi SSfeÄ "'V unfreie" LZLL Sf'1'"'10«?; ffS-r* mrti§en,ffrb.v. D " Rtanj am Sav.e (tintig bedeckt war. tretet mit 'bren ifl Cberhoiprebiaer $rna MMirckMllatn. Sie nächste i” ^ab’9laiihein t,aue§' werden k 161 Juni 1893 Zur Mergel i und ii । in und r r,I«s; 2os v „ ''"'■wb g„ieg c« J |WM „ 3‘1” qn s "’n/* und IV Q‘1 Ma*6*'" -> ’ i*11 Sei Sofe^'W»1 «LZ # Bakin bo laden. Nachdem einer direkten Verbi stkiein durch MM roorben war. wurde tat alle Welt ber < !ti und dcch den 9a Mein behiebe über 9h'anthnt a. denn es sollte diel macht werden, wo tie Gründe lür Unter allen Umifä brätln 3iirGr6mnm( flinit ji/ Wen auf Grund de? Mil hi) veWben werd StoL tzbL 2T 11 Tie Verdinl (Wilhelmslraße 2 (mit Ausnahme zum cclbsikostenx _ Angebote tni Erössnungtztermin, 11 Uhr, bei uns Rchlagssris, ließen, den Großh. Vaubcl ES MNd wjjutt W. I $$**** * Handel 6 Berliner Börse, 11. Okt., Anfangskurse. Backsteinmauerwerk Lehrlinge: 11 Uhr, bei uns einzureichen. Becker. Achtung! Achtung! 5299 62 Bahnhofstrasse 62 NB. Bitte genau auf Firma und Hansnummer zu achte«. Anfang nachmittag« 4 IThr. "TrrT':I 2"/,. . 176.20 . 151.90 . 243.40 . 103.30 . 168.70 . 256.75 . 140.00 Erdaushub Bruchsteinmauerwerk . 68 40 . 97.75 gehilfen. 1 Schreiber. 101.40 101.30 96.90 105.60 68.70 68.20 97.40 95.00 90 40 . . 100.85 . . 89.40 . . 101.00 . . 8940 . . 99.85 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. tarfe Perfonenftequenz gerechnet werden — jedenfalls wäre sie weit bedeutender, als der Verkebr nach Eronberg, wohin ja doch von Rödelheim gleichfalls Personenzüge nbgelasien werden. Auch in Mainz zeigt sich für die direkte Verbindung lebhaftes Interesse; für Homburg wäre diese Verkehrserleichterung jedenfalls von größ- tem Wert, es konnte auf eine erhebliche Zahl von Kurgästen rechnen. Friedberg, Nauheim, unser Gießen re. hätten gleichfalls fein geringes Interesse an einem solchen Bahnverkebr. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. Oktober 1905. Oroßh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. 146.50 135.40 276.75 247.20 171.50 223.25 269.00 . 135.00 . 140.40 , 175.80 . 151.80 . 243 00 . 186.20 . 193.80 . 168.10 . 213.50 . 115.80 ' 24*50 . 146.10 . 128.50 qm Sockelverblendung in Lungsiein Bn/io Los I. 653 250 270 113 Wlo 3% 3X°/0 3% 3^°/e sprechender Llufschrift versehen an die unterzeichnete Behörde Ibis spätestens 28. Oktober vormittags 11 Uhr einzusenden, worauf deren Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Bad-Nouheim, den 11. Oktober 1905. Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim. Jost. Wahrheitsliebe ist das Wahre Von der Wiege bis zur Bahre!! Der geplante Gießener Seefisch-Markt ist noch nicht er^ öffnet, wird es auch hoffentlich nicht werden, und bitte ich ©ie,: meine verehrten Kunden, Bewohner von Gießen und Umgegend:' „Lasten Sie sich durch eine das Publikum täuschende Annonce nicht beirren, sondern kaufen Sie nach wie vor nur anerkannt allcrseinste Schellfische, Kabliau, Zander, Rotzungen, Salm re. 0. S= Kieinhenn, BMM. 59. ’ Daselbst täglich Zufuhr, billigste Preise und prompter Versand nach 06873 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 11. Okt., 1.15 Uhr. Reichsanleihe do. Konsols . . do. . Hessen . . Oberhessen Feinste Bratheringe Neue Bismarckheringe Reue russische Sardinen empfiehlt [5288 Eb. Dort, Walltorstraße 45. ' Veraekmnq don Bauarbeitern Zur Erbauung eines JsolierhaufeS für die neue Augenklinik zu Gießen sollen die Erd- und Maurerarbeiten trif Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffent- Arveiis-Aeraeliung. Die nachstehenden bei der Erbauung des Badehauses VIII AU Bad-Nauheim vorkommenden Arbeiten des „Innern Ausbaues^ werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: Zur Vergebung kommen: 1. Treppenliefcrung: 4 Lose. 2. Glaserarbeit: Los I und II je ca. 170 qm Fensterrahmen mit Beschlag; Los UI und IV je ca. 114 qm Verglasung mit gemustertem GlaS; Los V und VI je ca. 36 qm Verglasung mit Opaleszent- und Spiegelglas, ca. 36 qm Verglasung mit Opalescent- und Facettglas; Los VII u. VIII je ca. 44 qm Fensterrahmen mit Beschlag und ca. 35 qm Verglasung mit 4/4 Glas. 3. Weißbindcrarbeit (Aeußerer Putz) Los I und II je ca. 1695 qm Facadenvutz (Terranova) 2c., Los III und IV je ca. 3710 qm Leimfarbenanstrich, ca. 40 qm Oelfarbenanstrich «c., Los V und VI je ca. 235 qm Leimsarbenanstrich, ca. 240 qm Fußbodenanstrich :c. 4. Schreinerarbeit Los I itnb II je ca. 800 qm rauhen Dachfußboden rc., Los III itnb IV je ca. 68 qm Pitch pine Fußboden, ca. 170 qm ^schwedischen Niemenfußboden, 18 Stück Zimmertüren rc. 3. Schlosserarbeit Los I und II je Beschlag von ca. 20 Türen. 6. Tapezierarbeil Los I und II je ca. 200 Nollen Tapeten aufzuziehen, 125 qm Linoleum. Anaebotsunterlagen sind in unseren Amtsräumen (Zander- sstraße) einzusehen. Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen werden zum Selbstkostenpreis abgegeben (nicht versandt). Der Zuschlag kann nach Losen getrennt oder für mehrere Lose gemeinsam erteilt werden. Die Angebote sind verschlossen und portofrei mit ent- Wäscher ArbeitMchMis Gichea Gartenftraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. Dresden, 11. Okt. Der ehemalige Wiener Gvm- nasialprofessor Benedek wurde wegen Kautwns- schwindeleien zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Zähren Ehrverlust verurteilt. . , . , Paris, 11. Okt. Professor v. Behrtng wtes daS 5 0 000 Dollar-Anerbieten zurück und sagte, ess sei nicht Gelehrtenart, unter den Augen einer Kontrollkommission zu arbeiten, wie jener Newhorker es Wunsche. Moskau, 11. Okt. Die Bewegung nimmt einen sehr allgemeinen Charakter an. Die Arbeiter fordern den Achtstundentag, sowie eine Lohnerhöhung. Da auch die Schriftsetzerzweiter Mecken, erscheinen heute noch k'ine Zeitnnoen. Gestern schelten sich blutige Vorgänge in der Fabrik von Licbrecht ab, wo cm Hemer Teck die Arbeit fortsetzte. Der andere Teil be^b sich nach der Fabrik, um die Arbeit zu verhindern. Sobald sie den Hof betreten, hatten, schrien sie laut ihren auf der Straße zirrückgeblrebemn. siamerad'n zu' Um Gottcs'mllen. rettet uns, verlaßt uns' nicht. Darauf sielen von der Straße her Revolverschüsse, durch dae cm Revieraufseher und c in Schutzmann getötet.Purdcn Ein weiterer Schuhmann wurde schwer verlebt. Dte Hoschtaler sind überfüllt mit Verwendeten und Opfern der letzten Tage. . Lodz, 11. Okt. Der hier erschossene Groß in» d u st r i e l l e K u n i tz e r v e r m a ch t e in seinem Testament eine halbe Million Mark für W 0 hlt ä 11 gkert sArbeiter-, Kirchen- und Schulzwecke. Dar-cs-Salaam, 10. Okt. Von Konduteki, 20 Kilometer nördlich von hier, werden Unruhen gemeldet. Truppen sind dorthin nnterweos. 4%°'n russ.Staatsanl. 1905 4 n japan. Staatsanleihe 4 % Oonv. Türken von 1903 Türkenlose......138.80 4% Griech. Monopol-Anl. . 54.20 4 % äussere Argentinier . 90.70 3% Mexikaner . . . 4X°/o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W. . . . Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurabfltte...... N'ordd. Lloyd . . . . . Oberschi es. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn..... Gotthardbahn..... Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . lieh vergeben werden: cbm Neue Äerliucr NöstwiZbie per St. 7 Pf., 100 St. Mk. 0^0 B e r l i n, 10. Okt. Heute fand für den verstorbenen Geographen Pro?, v. R i ch t h 0 f e n in der Wohnung des Vestorbenen esie Trauerfeier statt, an welcher die Spitzen der staatlichen und fhtbtifcben Behörden, sowie Vrosefforen und andere Persönlichkeiten ter Berliner Gesellschaft teilnahmen. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Frh. v. Nichthosen legte im Auftrage des Katfers einen Kranz am Sarge nieder, der mtt prachtvollen Kranzspenden voll- ständig bedeckt war. Auch die Berliner Studentenschaft hatte Der- tretet mit ihren Fahnen entsandt Dte Gedächtnisrede H elt Oberhofprediger Drpander. Dte Betsehung fand auf dem alten Mathäikirchhosi statt. ----------- Kisenkaljn-Zntuvq. * Bahn Homburg-Rödelheim-Mainz W t e s - ad en. Nachdem schon feit langen Jahren dte.Notwendigkeit einer direkten Verbindung Homburgs nut Wiesbaden und dem Mein durch Abzweigung von Rödelheim nach Höchst dargetan worden tvar, wurde endlich m deren Herstellttng geschritten unb e3 war alle Welt der Ansicht, daß nunmehr das erstrebte Ztel erreicht sei und daß den Fremden, welche uns von Mainz, Wiesbaden un dem Rhein besuchen wollten, künftighin der zeitraubende Umweg lii»er Frankkutt n. M. erspart lei. Doch dem sollte nicht so sein, denn cs sollte diese Bahn nur für den Gütertransport nutzbar ge- mocM werben, roogegen sie dem Personenverkehr verlchlosien w,rd Tie Gründe für diese befremdende Maßnahme sind unbekannt. Unter allen Umständen aber könnte atu dieser Bahnstrecke auf cute 543 , Zwischendecken mit Betonanffülltmg. Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Amte (Wilhelm straße 21) zur Einsicht auf und können von dort (mit Ausnahme der Zeichnungen) soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift sind zum Eröffitungstermin, Snmstttg den 21. Oktober, vormittags sdnaEgsbetrag bei der Reichsbank Unterlegt und alsbald bei der Kasse gebucht werden muß. Der Angeklagte zog ber allen ^erstestterungen die Abrechnungen hinaus entweder hatte er dte ^Äwellwtaen verlegt oder noch nickt ferttggestellt. Das Verboten des Hauptmanns wurde des ackeren unter, fernen ^ld- IXJt besprochen, aber keiner getraute sich' eme Mzeige zu machen, schließlich gab sick eine dritte Person, dazu hn, eme anonpme ^reiae an d'e Generalfeldzeugmetsteret nach Bersin zu richten. VÄ würd' Intendantur der Artilleriedcpot-Direkton benachrichtigt die einl unvermutete Revision durch den IMten- !^imr-Asse'ssor Sckoff^r-Franknirt vornehmen liest Dte Revi- -ß7n ^gab so viri Belastendes, daß der Angeklagte verhaftet der ersten Zeit leugnete er, später legte er em Htraeifeä3(Meftänbn« °b Emine Monate nach der «erhaftemg Lnnhrrt sich d'r Angeklagte so merkomrdtg, daß ferne lieber- IhÄ ns SMOttti erfolgte. Ans Antrag seines Verteidigers. chr^Wstb^rdt wurde Aünemtind im Januar 1905 zur Unter* sickuna seines Geisteszustandes auf sechs Aack-n in das Irren- K Eickb-ra nberftibrt. Das Gutachten der Aemte gtng dabrn, er Herzog von Orleans hat das Schtff für Ito OOO Sterne nefautf. Ta« Schiff, da? unter belgischer Flagge fShrt wird am Freitag dte Attsretfe zu einer Erpedt tt on n och Inland antreten. Die Expedition steht unter der Leitung des Bckgsirs de G e r l a ck e. Si® wird von allen Hausfrauen, welche sie schon zum Kochen der Wäsche und zum Auswaschen gebraucht staben, weil sievorzüglich reinigt, ohne dieHände der Wäscher- innen und ohne die empnudlichs en etoffe mimgretfeu, deswegen der stetig steigende Absatz von Gwth s gemahlener Kernseife mit «almtak urtd Terpenttn Per Paket nur 15 Pfg. ANeuttger Fabrikant: I. Gtolh, Hanau a. M. Hauvtniederlagen bei: L. Kallhof Nachf., West- Attlage- Gebr Michel, Walltorstr.: E. Roth II. Nachf., Wo Morste.: Earl Seibel, Frankfurterstr.; Sch. Wechsler Weserstraße; Ludwtg Stetnhauser; Gg. Wallenfels, Marktplatz 21, Sch- «d'/^.richraße, Carl Seibel, Frankfurter Straße; Kathartna Elle, Steinstraße; W. B. Hofmann, Sderstraße, Earl Eichmann, Ederstr. lhv /s 1 'Feinste Gothaer Cervelatwurst Echte Frankfurter Wiirßel empfiehlt >5293 L. Kalkhof Nacht °» ÄSät i nhe auw 4^5 % Oesterr. Silberrente 4°6 Unear. Goldrente . . 4% Italien. 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Ms der Portiei wachte er Anzeige, woran! klagten, die sie nachts schor ?, ausnchm. Die inzwischa g es. sie sestzunchncn. fi’nuf- icn Kenntnis, das, ein (sr- en sei, woraus er den fci nis der Polizei brachte, b:- Er erkannte beide sofwt mfck'chen EinbrüchsdiebltM üii!bi(? unb diktierte jeher le timen bie MrgerW b teilte sie unter TptheV-' ' Urteilbe? Achösse» - rr. §or mehreren Jahre? [Wnmbera ein Geldbetrag Nachtwächter Sied harte und er btfttte W adtrechuer «Är «nt« ,n erhielt, M er Nage L wegen BelsiVxg'ane ZMe, daß eine \mM anfznfassen fei. « chsicht bestritt, kam die SM t der Motivierung. W - seinem Verdacht MteM Jen bezüglich des Einbruch. den § 193. Bekanntmachung. In unser Handelsregister wurde heute eingetragen bei Firma A. Reichardt, Lich: Die Firma ist erloschen. Lich, den 7. Oktober 1905. Bu/10 Großtwr'vnck.'• zs Amtsgericht. Der diesjährige Simchas- Thoraball findet Samstag, den 21. Oktober 1905 in dem großen Saale der Germania *n LollaP statt, wozu freundlichst einkadet Das Komitee. 068oo >or dem Krtcgögerichtz sd) Mainz, U. Okt. sich oeughmlvtm-mn M .gencn zGaeklagten a Haftung des M Mide dcr^M^Mchcn ü, Nack ■ ’Ä d'ß.« es. Wir.? V M-K «gg l nut den den er % Ä M'xk-M ZrsSÄ Ärbeiterbewcqung. Offenbach, 10. Oktober. In eine Lohnbewegung sind die Lithographen und Steindrucker eingetreten. Am 1. Oktober haben sie einen Tarifentwurf an die Prinzipale eingereicht der jedoch ablehnend beantwortet wurde. Deshalb soll bis spärestens nächsten Samstag in allen Kunstanstalten Offenbachs dre K ü n d i g u n g eingereicht werden. ^, Märlte. kc. Frankfurt a. M., 11. Okt. lOrig.-Telegr. be? »Gieß. Anz."l V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 000 Kälber, 00 Sckafe und Hammel, 788 Schweine: 1. Qual. 78 Pfg., Lebendgewicht 60.50 Pfg., 2. Qual. 77 Psi., Lebendgewicht 60 50 Psi. 3. Qual. 72—74 Psi. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf,. Lebendgewicht 00-00 Psi., 2. 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