Nr. 110 Donnerstag, 11. Mai 1905 155. Jahrg. ÄSL» — -■- *• - -» -»»»——— ■*• — ». —. KM »GvWW ffflBaMuHantr ■WÄHB 90V sLntzr^ ete*w mSchsüUch öottz-le-t. tk Mb e* «mm am Gießener Anzeiger RtScftti». ÄVeStttam «,Dv»Sff«4r SMkl General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sieben. Parlamentarische Berhaudlrrngea. Lachdrvck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 182. Sitzung vom 10. Mai. B Uhr. Das HarrS ist mäßig besetzt. Am Bundesratstische: Bei Beginn der Sitzimg nur Kommissare. PrasDent Graf Ballestrem: Ich nehme Gelegenheit, nach der Osterpause die Herren Kollegen auf das herzlichste zu begrüßen und eröffne die Sitzung. Der Kronprinz hat auf den Glückwunsch zu seinem Geburtstage ein Dankschreiben gesandt. Zu Ehren des verstorbenen Abg. Faller snatl.) erhebt sich bas Haus von feinen Vtzen. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Der Bericht der Reicksschuldenkommission über die Verwaltung des Schuldenwesens des Deutschen Reiches wird der Rechnungskommission überwiesen. Die Rechnung der Kasse der Oberrechnungskammer für das Rechnungsjahr 1902 wird in zweiter Beratung ohne Debatte erledigt, ebenso dieallgemeineRechnung über den Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1900. Bei der N eberficht der NeiL sausgaben und Einnahmen für das Rechnungsjahr 1903 rügt Dbg. Hug (8trJ die zahlreichen Etatsübersckreitungen, die in diesem Jahre dorgekommen sind, und weist darauf hin, daß eine Sanierung unserer Reichsfinanzen dringend nötig sei und recht bald erfolgen müsse. Abg. Dr. Bachem (Ztr.) macht darauf aufmerksam, daß be- zÜgNch der Etatsüberschreitungen schon vieles bester geworden sei. was nicht zum mindesten der Tätigkeit der Rechnungskommission zu. verdanken wäre. Die Kommission möge im Verein mit dem Reicksichatzamt auf diesem Wege weiter geben, damit die Etats- Wersckreitungen nach und nach ganz verschwanden. Die Ueberficht der Ausgaben und Einnahmen wird hierauf genehmigt. ES folgt die erste Beratung der auf der internationalen Sanitätskonferenz zu Paris am 8. Dezember 1903 von den Bevollmächtigten von Deutschland. Oesterreich- Ungarn, Belgien, Brastlien. Spanien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Luxemburg, Montenegro, den Niederlanden, Persien, Portugal, Rumänien, Rußland, Serbien, der Schweiz und Aegypten unterzeichneten Nebereinkunft. Es handelt sich dabei um internationale Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen. Abg. Schrader (fretf. Vgg., schwer verständlich) bedauert es, daß nicht die Türkei und Bulgarien der Konvention beigetreten seien. Freilich würde jetzt an der türkischen Grenze eine längere Quarantäne innegehalten, da die Türkei aber nicht auf der Höhe her Wissenschaft stände, wäre es nicht unmöglich, daß trotzdem dic Pest aus dem Orient eingeschleppt würde. Hiermit schließt die Beratung. In der darauf folgenden zweiten Beratung wird das Ueber- einkommen debattelos angenommen. Es folgt die zweite Beratung des von allen Parteien unter- chützten Antrags des Abg. Hagemann (nl.) bett, die A e n d e - rung des Gerichtsverfassungsgesetzes. Der Antrag bezweckt eine Erweiterung der Kompetenz der Schöffengerichte. Nach den Bcschlüsten der Kommission sollen alle Anttagsdelikte und diejenigen Delikte, dic nach dem bestehenden Gesetz von der Strafkammer an die Schöffengerichte überwiesen werden können, den Schöffengerichten ohne Einschränkung überwiesen werden. Ebenso sollen die Schöffengerichte für alle vermögensrechtlichen Delikte zuständig sein, wenn der Wert 150 Mk. nicht übersteigt. Bei einer größeren Anzahl Delikte soll die Strafkcnnmer an die Schöffengerichte die Verhandlung überweisen können. Insbesondere soll das auch zulässig sein bei Vergehen jugendlicher Personen und wenn anzunehmen ist, daß die Strafe md?t mehr als 6 Monate Gefängnis oder 1500 Mk. Geldstrafe betragen wird. Abg. Hagemann snl.): Dem Gesetzentwurf, wie er aus der -Kommission hervorgegangen ist, geben wir unsere Zustimmung. Wir werden alle Abänderungsanttäge. wenn sie nicht nur formaler Natur sind, ablehnen. Wir versprechen uns von der Vorlage eine sehr segensreiche Wirkung. Wir hoffen, daß infolge der neugeschaffenen Bestimmungen die Untersuckungsgefanbenen viel schneller zur Aburteilung gelangen und dadurch auch eine erhebliche Entlastung der Staatskasse herheigeführt wird. Irgendwelche Bedenken gegen die Erweiterung der Schöffengerichte können überhaupt nicht vorliegen. Bei der Debatte über den Etat des Reichsjustizamts habe ich bereits ausgeführt, daß zuerst mit der Einführung der Schöffengerichte ein Sprung ins Dunkle gemacht ist. Die Schöffengerichte haben, sich jetzt aber so bewährt, daß man in weiterem Umfange das Laienelement, das in den Schöffengerichten vertreten ist, unbedenklich heranziehen kann. Uns Juristen selbst erweist man einen Gefallen damit, indem wir Gelegenheit haben, mit dem Laienelement in Berührung zu kommen, was sehr bedeutungsvoll ist, zumal jetzt leider der Zug dahin geht, uns durch Ausscheidung verschiedener Materien aus der Justizpflege dem Publikum zu entffemden. Insbesondere halte ich für außerordentlich wertvoll die Bestimmung, welche die Wertgrenze bei den vermögensrechtlichen Delikten von 26 Dtt. auf 150 Mk. hinauffetzt. Ich bitte Sie deshalb, die Vorlage möglichst einstimmig anzunehmen. (Beifall.) Dbg. Dr. Vrunstcrrnaun (b. k. P.): Die Schöffengerichte haben sich durchaus bewährt, sie genießen auch das Vertrauen des Publikums. Wir stimmen deshalb der Vorlage zu, obwohl wir ein Bedenken gegen die Vorlage haben, nämlich daS, daß in die Existenzfähigkeit der kleinen Landgerichte ein schwerer Eingriff erfolgt. Dadurch wird die Justizhoheit einzelner Bundesstaaten, die gezwungen find, ihre Landgerichte eingeben zu lassen, schwer geschädigt. Trotz dieser Bedenken stimmt die Reichspartei der Vorlage zu, weil sie diese nur als ein Provfforium ansieht und hofft, daß sie die Strafprozeßrevision nicht beeinträchtigt. Wir hoffen, daß bei dieser späteren Revision auch unseren Bedenken Rechnung getragen wird. Wir freuen uns. daß durch die Vorlage auch die Möglichkeit der Berufung in erhöhtem Maße gegeben wird. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Porzig fkons.): Auch wir stimmen der Vorlage zu rmd werden alle weitergehenden Anträge ablchnen. Wir wollen, daß uns die Strafprozeßreform eine organische Umgestaltung und nicht eine überstürzte Umwälzung bringt. (Beifall rechts.) Abg. Lattmann (wirtsch. Vgg.): Die Vorlage trägt dem modernen sozialen Gedanken der Beteiligung des Laienelemcnts an der Rechffprechung in ausgedehnterem Maße Rechnung. Es ist erfreulich, daß auf allen Seiten jetzt konstatiert wird, daß die Schöffengerichte sich gut bewährt haben. .Das beweist, daß die Angriffe, die früher aus demokratischen Kreisen gegen diese Institution gerichtet wurden, unberechtigt waren. . Unzweifelhaft führt die Vorlage ein«kEntlastung des Reichsgerichts herbei, aber sie bringt auch eine Belastung der Amtsgerichte. Dem sollte man Rechnung tragen durch Vermehrung der Richter- und Sekretärstellen und Beseitigung der Hilfsarbeiterstellen. Auch sollte man die Amtsanwaltsstellen nickt mehr mit Laien besetzen, die die Aemter im Nebenamt verwalten. Bisher war das möglich, in Zukunft wird man aber Juristen im Hauptamts für diese Posten auswählen müssen. Der Hauvtparagraph (27) wird hierauf angenommen. Abg. Lattmann (wirtsch. Vgg.) beantragt, daß den Schöffen außer den Reisekosten auck Tagegelder gewährt werden sollen. Staatssekretär Dr. Nieberding ftndet, daß diesem Antrag eine Uebersckätzung der Wirkung des ganzen Gesetzentwurfs für. die Praxis der Gerichte zu Grunde liege. Er sei schon mangels eines Bedürfnisses abzulehnen. Aber auch prinzipiell. Denn was man den Schöffen gewähre, könnte man dann den Geschworenen aucf nicht verweigern. Und derartige Aenderungen hier vorzunehmen, ginge nickt an, da es sich hier ja doch nur um ein kurzlebiges Not- gesctz handle und sehr bald eine Neuregelung der gesamten Straf- Prozeßordnung stattfinden würde. Abg. Stadthagen ssoz.) tritt lebhaft für den Antrag Lattmann ein, der ein bestehendes Unrecht beseitige. Abg. Pohl (fteis. Vv.) erklärt, daß auck seine Frermde dafür stimmen werden, ffeilich nicht aus den Gründen der äußersten Linken. ?lbg. Dr. Svnlm (Ztr.) wendet sick dagegen, daß die Vorlage mit einer Bestimmung belastet werde, die für die Regierrmg unannehmbar sei, die also nur dahin führe, daß die Entlastung des Reicksgerickt? imterbleiüe, die Schöffen aber doch keine Tagegelder bekämen. Wäre es so lange gegangen, so würde es wohl noch IV2 bis 2 Jahre weiter gehen. Er (Spahn) sei ja auch im Prinzip für diese Tagegelder. Aber spater, nicht jetzt. Abg. Böckler (wirtsch. Vgg.): Meine Freunde werden doch für den Antrag stimmen. Abg. Stadthagen (Soz.): Meine auch. Der Antrag Lattmann wird abgelehnt. Abg. Stückten begründet einen Antrag, nach dem für die Ueberweisung von der Strafkammer an das Schöffengericht ein Antrag der Staatsanwaltschaft nickt erforderlich ist. Abg. Hagcmann (natl.) bekämpft diesen Antrag. Es müsse der Justizverwaltung die Möglichkeit bleiben, schwierigere Sachen vor die Strafkammern zu bringen. Redner tadelt, daß unnötige Berufungen auf Grund genereller Anweisungen von Staatsanwälten unb Amtsanwälten eingelegt würden. Abg. Dr. Dvfergelt (Ztr.) bittet, das bestehende Gesetz insofern gegenüber den Kommissionsbeschlüssen wiederherzustellen, als die Jugendlichen in allen Fällen von den Sttaffammern abgeunsilt werden sollen. Staatssekretär Dr. Nieberding: Ick kann dem Vorredner bestätigen, daß die Kommission zur Revision der Strafprozcßordnung. die alle einschlägigen Fragen sorgfältig geprüft hat, sich in dem vom Vorredner berührten Punkte zweifellos nicht'auf den Standpunkt der Reickstagskommission gestellt hat, sondern es in diesem Punkte bei dem gelassen hat, was das bestehende Gesetz vorsckreibt. Wenn man diese Beschlüsse an der Hand der Praxis prüft, so muß man dem Vorredner Recht geben, daß die Uebcrweisbarkeit von Delikten Jugendlicher an die Schöffengerichte keineswegs eine Wohltat für die jugendlichen Personen darstellt. Gerade die Eltern der Jugendlichen würden es oft als eine besondere Strafe ansehen, wenn die Murteilung ihrer Kinder den Richtern am Orte ihres Wohnsitzes zugewiesen wird. Die Eltern würden es jedenfalls in den meisten Fällen lieber sehen, wenn die Strafkammern dic Aburteilung vollziehen. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Sttafkämmern. auch auf die jugendlichen Personen einen viel größeren moralischen, nachhaltigeren Eindruck ausüben als die Schöffengerichte. Das liegt ja in der Natur der Sache begründet, weil ja die ferner stehenden Personen immer eine größere Autorttät haben als die näher stehenden. Ich möckte deshcüb nach der Praxis der verbündeten Regierungen befürworten, den bestehenden RechtSzu- stand in dieser Beziehung aufrecht zu erhalten und den von bar Kommission eingefügten Paragraphen zu beseitigen. Nach Auffassung der verbündeten Regierungen liegt darin eine Verbesserung der Kommissionsbeschlüsse. Abg. Dr. Dpfergelt (Ztt.) hat inzwischen einen Antrag eingebracht, der dahin zielt, bezüglich der jugendlichen Persote» daS bestehende Gesetz wiederherznsielleu. Die Anträge der Abgg. Stücklen (Soz.) und Dr. Opferst (Ztr.) werden abgelehnt. Abg. Stücklen (Soz.) begründet hierauf einen Zusatzanttag-um § 80 des GericktsverfassimgsgesctzeS, der bezweckt, daß auch die Preßvergehen den Schwurgerichten überwiesen werden. Redner führt aus, daß in Süvdeutschland die Preßvergehen vor die Schwurgerichte kämen, diese Institution hätte sich sehr bewährt und müßte auf das ganze Reick au^edeksttt werde»,. Dadurch würde der Presie ein großer Dienst ertwefcn, und bett eifrigen Staatsanwälten würde der Züge! etwas ftraffcr Drmn könnte es nicht wieder Vorkommen, daß der StaatSanwaft sich dis Strafkammer aussuckste, wie e§ in dem Prozeß Schneidt-KalÄL geschehen ist, wo der (ÄaatSanwalt durch einfache vmtzrlkrng ba Nomen die Angeklagten vor die 4. Sttafkrnmner beachte, ht der die Herren Dr. Oppermann und Braun fShen. die Wesen ihrer scharfen Haltung gegen hie Presse in ganz DeutsHKmo tnamni seien. Vor den Schwurgerichten würde die Presie eher zu ihrem Neckte kommen, manches, was die Staatsanwälte vor den Strafkammern wagten, würden sie vor den Schwurgerichten mcht wagen. Dre Schwurgerichte entsprächen zwar nicht dem Ideal eines Volks- gerichts, aber sie böten doch weit bessere Rechtsgarantien für hie Angeklagten als die ©ttaffanunem. Der Antrag wird hierauf, ohne daß das Wort weiter verlangt wird, angenommen. Dafür stimmen die Sozialdemokraten, die Frei^ sinnigen und die Antisemiten, die stark vertreten find, dagegen die anderen Parteien, deren Bänke sehr schwach besetzt sind. Die Sozialdemokraten haben noch eine Anzahl von Anträgen eingebracht, die sich aber alle nicht auf das Gerichtsverfassungsgesetz, sondern auf die Strafprozetzordnung beziehen. Präsident Graf Ballestrem bezweifelt es, ob diese Anträge ge* schäftsordnungsmäßlg zulässig sind, er hätte dies den Anttagfttlläm mitgeteilt, wenn die Anträge nicht so spät eingegangen wären. Die Abgg. Stadthagen (Soz.), Pohl (freis. 23p.), Heine (So&J und Tove (freis. Vgg.) meinen es mäste geschäftsordnnngsmätzrg zulässig erachtet werden, die den Paragraphen desGerichtsoerfasiungS- gesetzes korrespondierenden Paragraphen der Strafprozetzordnuna « ändern. Es sei nur juristische Wortklauberei, wenn man sich so streng an die Form halte. Präsident Graf Balleftrem: Juristische Haarspalterei treibe ich nicht (Heiterkeit), aber auf den formalistischen Standpunkt mutz ich mich doch stellen. (Erneute Heiterkeit.) Wenn man die Form außer ackt läßt, geht man aus Rand und Band. (Große Heiterkeit.) Ich muß deshalb bei meiner Meinung bleiben. Wenn die Herren mr dritten Lesung ihre Anträge umformen, sodaß sie zulässig erscheinen (Heiterkeit), kann ich natürlich nichts dagegen einzuweude^ haben. Abg. Dr. Semler (natl.): Obwohl ich im allgemeinen glaube, dem Präsidenten zustimmen zu müsten, so meine ich, daß wir nn vorliegenden Falle von der Form absehen können, weil GerichtS- verfassungsgesetz und Strafprozeßordnung immer wieder einem» anbergreifen und die Bestimmungen durcheinandergehen. Das ist materiell und nicht formell. Ich meine deshalb, wir würden uns überflüssige Fesseln auferlegen, wenn wir die Möglichkeit, Aercke- rungen der Strafprozeßordnung im Rahmen dieser Vorlage vorzunehmen, abfckneiden würden. Ab-g. Heine (Soz.) bat einen Antrag eingereicht, die Hebet* fchrift des Gesetzes zu änbem dahin: „Gesetz, bett. Aenderung des Gericktsverfastungsgesetzes und der Strafprozeßordnung^. Präsident Gras Ballesttem: Dieser Antrag ist formalistisch auch nicht richtig. (Heiterkeit.) Den Erfolg, den er bezweckt, erzielt er nicht, denn Der Antrag kommt erst zur Debatte, wenn wir zur Ueberschrfft kommen. Es erfolgt nunmehr die Abftimmung darüber, ob die Beratung der Anträge, die sich auf die Strafprozeßortmung beziehe«, zulässig ist. Das Haus verneint die Frage. In dem Antrag Hagemann steht am Schluß, daß ba8 Gesetz mit dem Tage der Verkündigung in Kraft tritt. Abg. Kirsch (Ztr.) beantragt, diese Bestimmung zu streichen; nach der Verfassung muß daS Gesetz bann 11 Tage nach her Publizierung in Kraft treten. Staatssekretär Dr. Rieberdmg erklärt, daß er den Autraa gn- nehmen würde, aber nur unter der Voraussetzung, daß der AwStaß des Hauses bezüglich des § 80 wieder falle. Mit dem Ämrag Stücklen habe das Gesetz für die Regierung keinen 2Bect. Der Antrag Kirsch wird angenommen rmd nsit Aenderung dec ganze Antrag H a g e m a n n. Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 2Uhb Tagesordnung: Kamerun - Eisenoahn, Rechnungssachen, kleine Vorlagen und Wahlprüfungon. Schluß 5$ Uhr. Bom künstlerischen Schassen. Aus Darmstadt wird dem Bert. Tgol. über den von /ms bereits erwähnten Vortrag von Prof. Olbrich berichtet. Zn einem kleinen dekorativ gut abgesttmmten Raume drangen sich dicht nebeneinander in gespannter, feierlich ruhiger Grwart- üng Damen und Herren. Unter ihnen auch i tr kunstsinnige La-ndessürst Gr 0 ßherz 0 g Ernst Ludwig und seine junge sTa u E l e 0 n 0 r c. Der Führer ter ‘SanintäbtcrJUnftlerfolonic, Professor Olbrich, spricht über das künstlerische fassen. Alles ist Stil an dem Redner: Ton. Gebärde, und Haltung, bis ans die perlgraue, künstlerisch schöne Weste. „Alles künstlerische Schaffen ist Entwicklung Diese. setzt einen bestimmten Besitz voraus: Er)chautes, Erlernte» und ienes „gewisse Etwas", das man wohl Phantasie nennen kann, oas stets aber die treibende Kraft bildet." Diese Satze stellt der Redner seinen Betrachtungen voran. Und dann gewahrt er uns? eilten Einblick zunächst in sein Erschautes. In Briefen und Ronzeu auf alten Skizzen hat er es festgehalten. Wte er m Rom st-unst und Schönheit erschaute, die ihn m die Geschichte des augustaischen Zeitalters zurückführten und ihn zu weltphnoio- pbischen Betrachtungen zwangen. Wie ihn die .^bijneocy schönen Mainstädtchens Miltenberg, das Er stauen lenci poetisch-zuift tierischen Kunst an Häusergiebetn und -^uren, beim Klange des Kirchenglöckchens zu seiner Detailmalerei anregte. Wie drüben über dem Lzean - 1 u r \ g. '■ r< t und Wunder der Technik ihm höchste Bewunderung ür . : ' arl Volk en flößen, in Die sch) nur cm . ..er Unterton :■ eauerne. >...s.-r über den 'JJtangcl an GefaUigem, Schönem, an sinniger Ausgestaltung der inneren Welt des Menschen. Professor Olbrich erzählt dann vom Erlernten, den Gesetzen der Konittukrion und der Zweckmäßigkeit. „Unsere Zeit hat die schlichteii Ziveckformen leider in den Hintergrund gedrängt." Olbrichs stark dichterisches Talent trat besoiiders hervor, als er schließlich auf jene geheimnisvolle menschliche Kraft zu sprechen lam, die er „das gewisse Etwas" nannte. sJtuT ArchUeltur und Musik vermögen GoUähnliches zu sä-as,en. Wie oft erinnert uns ein weltenfernes Kirchlein an ein Botkslied und ein hoher mächtiger Dombau an eine Symphonie! Um die Zeit der Sommersonnenwende dringt die Kunde zu dem Künstler von einem Zauberland, einer Friedensinsel, irgeickwo. Er ist dazu ausersehen, deni hehren Gedanken des F-riedcns durch ein Bauwerk Ausdruck zu geben; Bausteine sprechen zu lassen. Und im Nachsinnen über diese Ausgabe treten dann alle Faktoren des künstlerischen Sclmsstns in Funktion: Ersa-autes, Erlerntes und die Phantasie. Erschautes ward verwendet oder es wirkt anregend, und was die Phantasie erschafft, strebt Erlerntes zu verwirklichen. Das eine oder das andere mehr bildet den Stil des Künstler' . - " — Zur S ch i ll er f e er am 9. Mai hat die philosopUsch« Fakultät der Univerfität $ena, der Schiller seiner Zeit als Proiffjor angeyörc hat, die Würde eines Ehrendoktors tevtz Herzocr von Sachsen-Meiningen Georg II. unb dem Nildhmr« Auguste Rodin in Paris verliehen. Das Doktor-Diplom des .Herzogs von Sachsen-Meiningen hat in teutfcher Uetersetzvus folgmden Wortlaut: „Sr. Hoheit. Georg II., Herzvg von S^chsen^ Meiningen, dem auf des Vaterlandes Wohl stets bedachten, mit der Liebe seiner Untertanen reich geschmückten Fürsten, Mcfe: Hochschule erhabenem Nurritor, dem erlauchten Sproß bei mit den ersten Geistern Deutschlands, eng verknüpften Ernesttnifch« Hauses, aller Künste unb Wissenschaften zu jeder Zeit fübrnmi Hon, dem bewundernngswürdigen Interpreten edelster Werke ra. mftl, der Dichter und Muszker, der deutschen Lcha»sp«lkmH glücklichem Nefommtor, der die Dramen und Vcstatten nwin»! schiller, in unübertroffener Wahrheit mit dem größten HcMOe den Herzen der Deutschen nahe gebracht hat." — Der Großh. Hofbibliothek in Darmstabt sdch von den Erden des vor kurzem versdorbenen Herrn Major land etwa LldOO Bänd« auS dessen Bibliothek als Gefchenk üte* wiesen worden, hauptsächlich schöne Literatur, solvic wisicnschaft- liche Werte in französischer, italienischer und englisästw Spra Die Schentunst ist. so bemerkt die „D. Ztg.", eine, erfreuliche; Bereicherung der Bchliothel, da dieser Zweig der Literatur btt, den Em kämen leider fast ganz unbtwücksichtigt bleiten muß. I* Ans dem Reichstag. bereit das Zentrum umsomehr eil es zum Zweck der en en- c e 3 3 6) ys = 3 ~ c - o 4» 3 afrika zur Frage des „Sein oder Nichtsein". Landwirtschaft und Viehzucht sind nur möglich, wenn Arbeiter vorhanden sind. Noch viel mehr ist das beim Bergbau der Fall, von dem ja in der Aufruhrkolonie soviel für die Zukunft erhofft wird. Nun fehlt es uns wahrlich nicht an kräftigen Arbeitern, die zu Tausenden hinter den Gefängnis- und Zuchthausmauern sitzen. Und wenn wir bedenken, daß bei unseren Strafgefangenen vier- bis achtmal mehr an Lungentuberkulose erkranken, daß Selbstmord, Irrsinn und alle Abstufungen der Verblödung viel häufiger vorkommen als in der freien Bevölkerung, so werden wir der Ansicht derjenigen zuneigen, die den modernen Strafvollzug als unzulänglich und reformbedürftig bezeichnen. Würden wir nun die Verbrecher nach unseren Kolonien schicken, so wären wir eine Last los, und unsere überseeischen Besitzungen erhielten Arbeiter. Es wird auch von vielen Leuten, darunter bewährten Juristen, die Deportationsidee befürwortet. Sie rühmen diesem Strafvollzüge besonders nach, daß er den Gefangenen wirklich bessert,'zur Arbeit und damit zu einem nützlichen Miede der Gesellschaft erzieht, das nach Vollendung der Strafe ein brauchbares Mcnschenmaterinl zur Kolonisation liefern würde. Nückfälligkeit wäre kaum zu befürchten, während bei uns jetzt mehr als 40 Prozent aller Verurteilten aus Rückfälligen bestehen. Nun gibt es kaum einen Staat, der auf dem Gebiete der Deportation soviel praktische Erfahrung besitzt, wie England. Bis zum Jahre 1858 hat es Westaustralicn als Vcrbrecherkolonie benutzt. Und doch — als nach dem südafrikanischen Kriege Mbeitermangel in den Minen eintrat, sandte mau nicht Strafgefangene dorthin, sondern — Kulis. ES kann nicht gerade behauptet werden, das; England mit den Kulis gute 'Erfahrungen gemacht hat. Es gibt auch zu denken, daß im demokratischen 'Amerika die Einführung von Kulis überhaupt verboten , ist. Die Engländer aber halten die Deportation kaum" noch für das geeignete Mittel, um die Arbeiterfrage am Kap zu lösen. Kulis und Strafgefangene sind eben zwei Nebel. Welches von beiden das Heinere ist, das scheint zurzeit noch eine offene Frage. Gewerbesteuerreformen in Preußen. Das preußische Abgeordnetenhaus hielt am gestrigen Mittwoch seine erste Sitzung nach den Osterferien ab. Auf der Tagesordnung stand zunächst die erste Beratung des Antrages der verstärkten Handels- und Gewerbekommission auf Annahme eines Gesetzes zur Abänderung des W a r e n h a u s st e u e r g e s e tz e §. Die Kommission hat beschlossen, die Waren Haus st euer zu erhöhen und die Anfangsgrenze für die Festsetzung der Warenhaussteuer von 400 000 Mk. auf 200000 Mk. herabzusetzen. Ein Negierungskommissar erklärte, baß für die Negierung die Beschlüsse der Kommission unannehmbar seien. Außerdem bestehe das Gesetz noch zu kurze Zeit, nm heute schon über seine Wirksamkeit ein Urteil fällen zu können. Au der Debatte beteiligten sich Abgeordnete der verschiedensten Parteien. Es folgte alsdann der zweite Punkt der Tagesordnung, die zweite Lesung de§ Antrages Funk-Oeser (srs. Vp.) wegen Vorlegung eines Gesetzentwurfes zur Abänderung des Gewerbe st euergefetz es dahin, daß die beiden unteren Steuerklassen erleichtert werden. Die Kommission hat diesen Antrag abgelehnt und statt seiner eine Resolution beschlossen, im Wege der Anregung dahin zu wirken, daß die Gemeinden mehr wie bisher auf eine gerechte Ausgestaltung der Gewerbesteuer Bedacht nehmen. Ein Regierungskommissar betonte, daß die Negierung nach wie vor auf ihrem ablehnenden Standpunkte beharren müsse. Der Kommissionsantrag wurde hierauf einstimmig angenommen und weiter noch Petitionen beraten. Morgen ist zweite Beratung der Sekundärbahn Vorlage, des Gesetzentwurfs zur Abänderung des Warenhaussteuer- Gesetzes und des Gesetzentwurfes betreffend die Erweiterung des Stadtkreises Essen (Ruhr). liehe tun, um das vom Zentrum geforderte Ergänzungs- rnaterial alsbald beizubringen, aLer es bleibt gleichwohl zweifelhaft, ob daS Zentrum seine Auffassung, die Erledigung der Militärpensionsreform bis ;ur befriedigenden Lösung der Finanzlage zu verschieben, preiSgeben wird. Man weist von nationalliberaker Seite nicht mit Unrecht darauf hin, daß das sonst so lebhaft für Sozialpolitik eintretende Zentrum gerade aus politischen Münden auf eine baldige Erledigung der Militärpensionsgesetze hinarbeiten müßte. Ist doch die Notlage der Militärpensionäre, Beim Wiederzusammentritt des Reichstags richten sich Vie Hoffnungen weiter Kreise auf die Dudgetkommission. mein' und 8 bis 19 durchs Lei £. 10 bis pnrmiin an Aw Lecham X« schmucke unter 2 Obstern in unse sich roe Ge cat . scheu üo stall: 1 randwi Unlenie 4. 'Untre St ratung tiitM §5 2 5«" ?8 W HiesiSsi die/, die cM. Streik fc. /egten nieder. ®1 vicrhM WlW6 schoss ung. " altgeinc anheim der Ac aufrechl Fl Flen- «Man. den Aki beiter, Sia der dor Zälifltfl lichen 3 r 2 3 = g 5 3 2 ~ «6 X$ KoMische Tagesschau. Hamburg—Tanger. Vor der „offenen Tür" Marokkos wird die deutsche Handelsflagge in Zukunft wohl regelmäßig anzutreffen sein. Der Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, Ball in, begibt sich demnächst in besonderer Fahrt nach Tanger, wohin auch der Vertreter brr Gesellschaft tu Algier berufen ist. In Tanger soll, wie e§ heißt, eine Geschäftsstelle dec Hamburger Rhederei begründet werden. Mit anderen Worten: die marokkanische Hafenstadt wird Anlaufsstation der in der Mittelmehrfahrt beschästigten Dampfer der Hamburg-Amerika- Linie. Man darf wohl aunehmen, daß der Kaiser die Anregung hierzu gegeben hat. Ist doch auf seine Initiative hin auch die Stadt Dover Anlaufsstation der „Hapag"-Dampfer geworden. Für die Entwickelung dcS Warenaustausches zwischen Deutschland und Marokko ist eine regelmäßige Schiffsverbindung Hamburg—Tanger natürlich von großer Bedeutung. In Frankreich aber wird man doppelt scheel drein- blicken ob der Energie, mit der Deutschland sich seinen Platz an der marokkanischen Sonne sichert, und ein zorniger Protest der DelcassS-Presse dürste nicht auf sich warten lassen. 5"O'2 c § n • c mand. Und heute stellten sie sich wieder wie das Mädchen aus der Fremde ein: man wußte nicht, woher sie kamen. G. Büdingen, 8. Mai. In der verflossenen Nacht machte der Maurermeister C. Di em er hier seinem Leben durch Erhängen ein Ende. D. lebte in geordneten Verhältnissen und wollte sich in Kürze verheiraten. Was den hier allgemein geachteten, kaum 30 jährigen Mann in den Tod getrieben hat, ist bis jetzt unaufgeklärt. R. B. Darmsta d t, 10. Mai. Der Sonderausschuß für die Gemeindesteuerreform setzte gestern und heute die Beratung über die Vorlage erfolgreich fort und erledigte endgiltig die ersten 15 Artikel de§ Gesetzes. Erhebliche Schwierigkeiten bietet jetzt noch die Kapitalrentenstetier, sowie die Beschlußfassung über die allgemeinen Bestimmungen des Gesetzes; auch bezüglich der Anträge Haas über Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Konsumvereine ?c. bestehen noch starke MeintmgSdifferenzen. Der Ausschuß bat deshalb für die morgige Beratung noch einmal die NegierungS- verlreter eingeladen. — Ihre königl. Hoh. die Frau Großherzogin stattete heute vormittag in Begleitung der Haus- Hofmeisterin Freiin v. Graney dem hiesigen städtischen Krankenhaus einen längeren Besuch ab. Die Herren Oberbürgermeister und der Direktor empfingen die hohe Frau und geleiteten sie durch die .Krankensäle, in denen sie einer Anzahl Kranker freundliche Worte widmete und sich nach Einzelheiten erkundigte. Eine eingehende Aufmerksamkeit wandte die Großherzogin auch den vorzüglichen Einrichttmgen in der Kinderabteilung zu, sich vielfach mit den kleinen Patienten in leutseliger Weise unterhaltend. Frankenthal, 9. Mai. Der Stadtrat hat in seiner letzte»! Sitzung die Anstellung eines Berufs bürg er - meist erS mit 15 gegen 10 Stimmen beschlossen. Sämtliche größeren pfälzischen Städte werden nun in kurzer Zeit den Ehren bürgermeister ab geschafft haben. Ludwigshafen hat bereits seit einigen Jahren einen Bürgermeister, Landau und Neustadt seit Anfang April d. I. fc* n = Sitzung des Provinzialausschusses. Gießen, 10. Mai. Zur Verhandlung stand die Hilfsbedürftigkeit ber Eheleutr Ludwig Thalmann in Burg-Gräfenrode; hier die Klage des Ortsarmenverbandes Burg-Gräfenrode gegen den Landarmenverband Friedberg. Für Hilfeleistung bei Geburten der Ehefrau Thalmann waren insgesamt 15 Mark Hebammenkosten entstanden, die der Landarmenverband, des Kreises Friedberg übernommen hatte, da die Bürgermeisterei Burg-Grä- senrode die Eheleute Thalmann als landarm bezeichnete. Infolge nachträglicher Ermittelungen kam der Kreisausschuß des Kreises Friedberg zu der Ansicht, daß Thalmann seinen Unterstützungswohnsitz in Burg-Gräfenrode erworben habe und forderte von dem Ortsarm en verband Burg-Gräfenrode Rückersatz der irrtümlich verauslagten Entbindungskost'en. Dieser verweigerte die Rückzahlung. Es erfolgte Klage deS Ortsarmenverbandes gegen, den Landarmenverband, Widerklage dieses Verbandes gegen jenen und die Angelegenheit gelangte zur Entscheidung vor den Pro- vinzialausschuß. Dieser wies heute die Klage des Ortsarmen- verbandes Burg-Gräfenrode als unbegründet ab, da er annahm, daß Thalmann den Unterstützungswohnsitz in Burg-Gräfenrode erworben habe, aber ebenso auch die Widerklage des Landarmenverbandes »Degen Unzuständigkeit des Provinzial-Aus- schusses. Die Entscheidung über das Gesuch des Johann Michael Desch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gast wirtschaft wurde wegen der Anstellung von Ermittelungen auSgesetzt. Auf Antrag des Gesuchstellers wurde hierauf in nichtöffentlicher Sitzung daS Gesuch des Heinrich Lu ft II. zu Hartmannshain nm Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein verhandelt und darüber entschieden. Die französische Flotte. Marineminister Thomson, der zu den Motorbootrennen erschienen war, hielt, wie a»»S Toulon berichtet wird, eine Rede, in der er die Vorlage seisteS Flottenprogramms für die nächsten Tage in Aussicht stellte. Er führte auS: Die erste Pflicht der Demokratie ist, ben Frieden zu sichern, und um den Frieden zu sichern, müssen wir die Marine mächtig und stark erhalten. Die meisten Völker bringen Opfer in dem Bestreben, eine VerteidigungSmacht zur See zu schaffen, und wenn wir unS überflügeln lassen, würden »vir bald von der zweiten auf die dritte, vierte und fünfte Stufe sinken; daS wollen wir nicht, sondern unsere Ueberlegenheit zur See aufrecht erhalten. DaS Beispiel von 1870 bleibt UNS immer vor Augen. Wenn Frankreich zu jener Zeit besiegt wurde, so geschah die?, weil es nicht vorbereitet war und weder Geschütze noch Gewehre hatte. Auf der Demokratie lastet die Verantwortung für die nationale Verteidigung. Die Verantwortlichkeit für irgendwelche Fahrlässigkeit würde auf sie und von ihr auf die Regierung und aus die Republik zurückfallen. Wir wollen 1870 nicht vergessen! Damals retteten wir nur die Ehre! Wenn wir nichts als die Ehre retten konnten, so ist die Schuld denjenigen beiznmeffen, die das Land von Deutschland entwaffnen ließen. ES herrscht Einstimmigkeit, daß daS Kaiserreich barmt schuld war. Marineminister Thomson schloß, eS solle niemand einst am Tage vor einem nicht mehr gut zu machenden Unglück sagen, daß dafür die Republik verantwortlich zu machen sei. gjliH'*" 8ot<"6 «ud«,,n gjlark r WS |C( d-- g'ü- if bie Dudgetkommission. Man erwartet, daß sie die Durchberatung der Militärpen- sionsgesehe so beschleunigen werde, daß sich Aussicht eröffnet auf Verabschiedung der Vorlagen noch vor der Vertagung der Session. Die Regierung wird sicherlich das Mög- besonders der Angehörigen des Unteroffizier- und So'ldaten-- standes, vom Reich-tay wiederholt und einmütig anerkannt worden. §ier spricht gewissermaßen eine Ehrenp-sticht mit, : umsomehr einaedenk sein sollre, als Fürsorge für die arbeitenden Masst einen beträchtlichen Teil der auS dem Zolltarif zu erwarte Der Kaiser itt Straßburg. Der .Kaiser verlieh Geueralleutnant Breitenbach, dem Inspekteur der 3. Ingenieur-Inspektion, und Generalleutnant v. Pawlows, dem Kommandanten von Straßburg, den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub; ferner den Roten Mlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe Generalmajor Pawel, dem Kommandeur der 60. Infanteriebrigade, und Ebener atm a jor Lauter, dem Kommandeur der 4. Fuß-Artiklerie-Brigade; den Roten Mlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub Generalmajor Bendemann, dem Kommandeur der 61. Infanterie-Brigade ; ferner den Kronenorden 2. Klasse Oberst Valdhausen, dem Kommandeur der 30. Feldartillerie- Drigade, und Oberst v. Wegener, dem Kommandeur des Infanterieregiments Rr. 143; den Kronenorden 3. Klasse Geheimrat Gievek ing; ben Kron en orden 4. Klasse Re- gierungSassessor Pauli. Dm Nachmittag des 9. Mai unternahm der Kaiser um .61/2 Uhr im Automobil eine Spazierfahrt nach dem südlichen Rheinwald und besichtigte btc dort errichteten neuen Be- feftigungswerke. Abends fand Tafel beim Fürsten-Statt- fialter statt, zu der außer dem Gefolge des Kaisers und der Umgebung deS Statthalters der kommandierende General Hentschel von Gilgenheimb und Staatssekretär von Köller geladen waren. Iw Laufe des Tages hörte der Kaiser die Vorträge des Ehess des Zivilkabinetts, v. Lueanus, mit) des Gesandten v. Schön. Am gestrigen Mittwoch machte der Kaiser morgens eine längere Äutomobilfahrt. Zunächst wurde die Feste Kaiser Wilhelm II. bei Mutzig besichtigt. Alsdann ging otc Spazierfahrt nach dem Berge Donon weiter. J'n der Nähe wurde an einem schönen Punkte des Gebirges ein Imbiß eingenommen. Der Kaiser kehrte um 2i/i Uhr nach Straßburg zurück. Der Kaiser empfing abends den Oberbürgermeister Kirschner und den Stadtbaurat Hoffmann von Berlin zur Vorlegung von Plänen, die die Ausschmückung der Stadt Berlin bei dem Einzüge der Braut des Kronprinzen betreffen. Um 8 Uhr begab sich der Kaiser zum Mendessen bei Staatssekretär v. Köller. den Einnahmen von langer Hand her festlegte. Warum soll nun die Möglichkeit der Besserstellung der Militärpensionäre durchaus abhängig gemacht werden von dem ganz ungewissen Schicksal der großen Finan^reform? Gerade das Zentrum beginnt ia schrni jetzt allerlei Wenn und Aber eit diese Finanzreform zu siiupfen. Neuerdings heißt es: ohne Reichsumsatzsteuer keine Finrrn^reform! Was hat mit oll' dem unmittelbar die Notwendigkeit zu tun, den gedienten Militärs die Mi-fickit auf einen gesicherten Lebensabend zu eröffnen? ES gibt doch zu denken, daß bereits in einigen Garderegimentern, also bevorzugten Truppenteilen, ein Mangel an Unteroffizieren sich fühlbar macht. Um diese für die militärische Ausbildung unentbehrlichen Elemente in ausreichender Zahl bei der Fahne zu halten, muß ihnen eine materielle Besserstellung auch nach der Militärzeit gewührleistet werden. Das nicht immer an richtiger Stelle anaewendete Argument von der Beeinträchtigung der Schlagfertigkeit des .Heeres läßt sich hier mit Fug heranziehen. .Wenn ein Wille ist, wird also auch bei den Militärpensionsgesetzen ein Weg zur baldigen Er- ^ichung des Zieles gefunden werden können. Kolonialarbeiter in Südweflafrika. Von besonderer Seite wird uns geschrieben: Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht die Friedensaussichten in Ostasien erörtert werden; dagegen ist leider wenig über das Ende unseres Kolonialkrieg - in Südwestafrika zu hören. Wohricheinlich wird noch, ^rnnifie Zeit verstreichen, ehe die letzte Verlustliste Kn Namen desjenigen Deutschen verkündet, der als letzter sein Leben für die Ehre des Vaterlandes in die Schanze geschlagen ha^ Und nwtit mit schweren Opfern der Friede wiederher- gefieNt ist, dann wrrd Südwestafrika teilweise entvölkert ♦eitt. Sicher ist es leichter, dielen Krieg zum siegreichen Ende zu führen, als feine übten Folgen zu beseitigen. Nie bekommen wir Menschen in Misere Kolonien, besonders solche, die körperlich arbeiten? Das wird nach der Niederwerfung des Ausstandes jpezieN für Deutsch-Siwwest- Dermifdrte** * Eine große Ausstellung für WohnungS» funft wird anläßlich des 60jährigen Jubiläums der Berliner Tapezierer-Innung in der Philharmonie veranstaltet werden. Die Ausstellung, für die bereits alle großen Firmen interessiert sind, soll ungefähr drei Wochen währen und alle Gruppen der WohnungSgewerbe umfassen. Es sind sechs Abteilungen gedacht und zwar Abteilung 1: Komplette Zimmereinrichtungen, 2: Fertige Einzelsabrikate, 3: Halbfabrikate, 4: Werkzeuge und Maschinen, 5: Rohmaterialien, 6 : Ausstellung der Fachschule, 7: Entwürfe zur Innendekoration, 8: Fachliteratur. * Die verräterischen Hummern. In einer Wick schäft der Niedernstraße zu Hamburg kam am Samstag nachmittag ein Schiffer, der ein großes Paket bei sich hatte. Er bestellte sich Butterbrot und ein GtaS Bier. Dann öffnete er sein Paket und wickelte 4 große Hummern aus, die er mit vielem Appetit zu verzehren begann. Das kam einem zufällig in der Wirtschaft anwesenden Kriminalbeamten verdächtig vor. Er war der Meinung, die Hummer seien gestohlen und verwickelte deshalb den Hummeresser in ein Gespräch. Als er den Mann nach dem Erwerb der Hummer fragte, entgegnete dieser, er habe sie gekauft. Das glaubte der Beamte nicht. Um sich zu überzeugen, ging er mit dem Gourmand in das betreffende Fischgeschäft. Dort stellte sich die Wahrheit des Kaufes heraus. Der Schiffer zog nun sein Portemonnaie und zeigte, daß er Geld genug habe, um sich Hummer zu kaufen. Beim Zuklappen des Portemonnaies sah der Polizist einen 1000-Markschein, der sich etwas herausgeschoben hatte. Der Beanite fragte, ob der Schein eine Blüte sei. Jetzt stutzte der Schiffer und verwickelte sich in Widersprüche. Das Portemonnaie wurde untersucht und es enthielt 23 000 Mark in 1000-Markscheinen. lieber den Erwerb des Geldes befragt, verwickelte der Schiffer sich immer mehr in Widersprüche, bis er schließlich eingestand, einer Ziegelei in Meißen 24 000 Mark unterschlagen zu haben. Er wurde nun sofort festgenommen. * Die bayerische 10 Pfennig-Marke. Der „Allg. Ztg.^ wird geschrieben: Hatte da kürzlich ein in München lebender preußischer Staatsangehöriger an die königl. Polizeidirektion einer preußischen Stadt ein Gesuch um Ausstellung eines Zeugnisses gerichtet. Der Antragsteller hatte dem Gesuch eine bayerische 10 Pfennig-Marke beigefügt. Nach einiger Zeit wurde der Betreffende früh morgens durch ein Klopfen an seine Tür geweckt; auf den Ruf, wer da sei, ertönte die Schrecken erregende Aillmort „die Polizei". Die Türe wurde also schleunigst geöffnet, was war los? Ein Beamter der königl. Polizeidirektion München erklärte, er habe eine bayerische 10 Pfennig-Marke auszuhändigen. Die preußische Behörde hat mit dem Bemerken, „daß hierzulande eine Verwendungsmöglichkeit für eine bayerische 10 Pfennig- Marke nicht besteht", die Marke der königl. Polizeidirektion Ans Stad! Md Land. Gießen, 11. Mai 1905. *' Personalien. Se. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Dr. Beyschlag zu Hering eine evangelische Pfarrstelle an der Johannisgemeinde zu Mainz, dem Pfarrer Bäh ringer zu Böhlen in Schwarzburg-Nudolstadt die evangelische Pfarrstelle zu Billerts'oausen, Dekanat Alsfeld, und dem Pfarrverwalter Roos zir Schornsheim, Dekanat Oppenheim, die dortige Pfarrstelle übertragen. Bad Nauheim, 10. Mai. Zum Besiiche des amerikanischen Staatssekretärs Hay trafen hier heute ein: Spencer Eddy, Sekretär der amerikanischen Botschaft in Petersburg, der heute nach Paris weiter reist, und Frank Mason, der amerikanische Generalkonsul in Berlin. § N ie d e r - O b m e n, 10. Mai. Die Lust nach Abenteuern wandelt nicht nur die Kmder der Großstädte an, sondern auch zuweilen die sonst bescheidenen Landbewohner. Davon lieferten drei hiesige Dienstmädchen einen schlagenden Beweis. Sie fuhren am jüngsten Sonntag .mit dem letzten Zug von bannen, wohin, das wußte nie München zurückqesandt, diese wieder ließ sie durch einen Boten dem Antragsteller überbringen, der hierüber dankend qulüeren mußte. So gelangte die bayerische 10 Pfennig- Marke wieder in den Besitz des glücklichen Antragstellers. Was wäre aber aus der 10 Pfennig-Marke geworden, wenn der glückliche Empfänger die Annahme verweigert hätte? Zlnivelsträts-Dachrichten. Stuttgart, 10. Mai. Die Kammer nahm bei der Beratung des Kultusctats die Errichtung einer ordentlichen Professur für Hygiene an der Universität Tübingen einstimmig an. Arbetteröeweguug. Würzburg, 10. Mai. Seit dein 1. Mai streikten die hiesigen S ch n e i d e r g e h i l f e n, weil sie S t r e i ka r be i t f ü r Gießen anferligen sollten. Heute wurde beschlossen, morgen die Arbeit wieder aufzunehmen, nachdem die Firmen die Zusage gegeben haben, daü organisierte Gehilfen keine Streilarbeit zu machen haben und daß Maßregelungen wegen des Streikes nicht eintreten werden. fc. Vom Westerwald, 10. Mai. Wegen geringen Lohnes /egten fänitlidj-e Arbeiter der Tongrube bei Girod die Arbeit nieder. E s s e g, 10. Mai. Der Ausstand dauerte an. Etwa vierhundert Ausständige versammelten sich beute mittag vor der S.adt; sie wurden vom Militär auseinandergetri ben. Ern junger Vur,u)e, der i>ie Gendarmen mit Steuwu w^r,, wurde niederge- schojsen. Unter den Arbeitern herrscht eine sehr erregte Stimmung. — Neuerdings haben die Arbeiterführer eingewilligt, den allgemeinen Aus st and auf zu heben. Den Arbeitern wurde anheimgesrellt, morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die von der Behörde trotzdem getroffenen Sicherheitsmaßregeln werden aufrechterhalten. . Flensburg, 10. Mai. Der größte Teil der Arbeiter,der Flensburger Schiffsbaugesellschaft ist seit heute früh ausständig. Die Verhandlungen zwischen der Werftleitung und den Arbeitern dauern fort. Es handelt sich um etwa 2000 Arbeiter. die eine Lohnerhöhung fordern. Ra t h e n o w, 10. Mai. In Ketzi n wird auf der Mehrzahl der dortigen Ziegeleien wegen Lohndiffercnzen gestreikt. 9/ur in fünf Ziegeleien wird gearbeitet. Wenn die Arbeiter ihre Tätigkeit nicht wieder aufnehmen, wollen die Besitzer auf sämtlichen Ziegeleien die Arbeit ruhen lassen. -e- Klein-Linden, 8. Mai. Der Bestand an Ge- meindeobstbäumen beträgt zur Zeit 250 Aepfel-, 20 Birn- und 8 Zwetschenbäume. Von diesen wurden in den Jahren 1899 bis 1904 im Durchschnitt 230 Doppelzentner Obst geerntet. Die durchschnittliche Einnahme betrug im setben Zeitraum 153.50 Mk. Bei Obstverkäufen wurden für Kelterobst 6 Mk., für Brechüpfcl 10 bis 12 Mk. bezahlt. Vorwiegend werden an Aepfcln: Goldparmäne, Landsberger Reinette und Allendürfer Rosenapfel und au Birnen: Gute Luise, tzolzfarbige Butterbirne, Liegels- und Dechan^sbutterblrne angepflanzt. )( Aus d e m O h m l a l, 10. Mai. In überreichem Blütcn- schmucke prangen unsere O b st b ä u m c. Da die Blütenzeit meist unter Sonnenschein verläuft, so sind die Aussichten für eine gute Obsternte die denen. Merkwürdigerweise fehlen die Maikäser in unserer Gegend völlig, auch die übrigen Obst-schädlinge zeigen sich wenig. Gesamt-Sitzung des Hessischen L a n d w i r t s ch a f t s- ta t . Mittwoch, 17. Mai, findet eine Gesamt-Sitzung des Hessischen Landwirlschastsrats in Darmstadt mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen. 2. Festsetzung des Voranschlags des Hessischen ^andwirtschaflsrats pro 1906. 3. Durchführung der besonderen UnlernehniUiigen des Hessischen Landwirtschasisrctts in 1905 und 1906. 4. Anträge auf Acnderung des Programms der Landwirtschaftlichen Lander- «nd Jubiläumsausstellung Mainz und entgültige Festsetzung desselben. 5. Voranschlag der Lairdwirtschaftlichen Landes- und JubilänmS-Ausstellung Mainz 1905. 6. Erweiterung der Preis- notierungseinrichtilng des Hessischen Landwirtschaftsrat. 7. Antrag des Direktoriums des Vereins der deutschen Zuckeriiidustrie Berlin, bete. Herabsetzung der Zuckersteuer. 8. Wahl des Ausschusses für die Maschinenprüfungen. Sport. Darmstadt, 10. Mai. Die Vorbereitungen der Darmstädter Lawn-Tennis-Vereinigung zu dem unter dem allerhöchsten Protektorat Sr. Kgl. Hoh. des G r o ß h e r z o g s am 9. Juni und den folgenden Tagen stallfindenden zweiten allgemeinen Lawn- Tennis-Turnier sind in vollem Gange. Aus den dieser Tage zur Verschickung gekommenen Ausschreibungen ersehen wir die stattliche Anzahl von acht Nummern, und, zwar bestehen dieselben in: 1. Einzelspiel um die Mcistersck)aft von Darmstadt; 2. Herren-Einzelspiel; 3. Herren-Doppelspiel; 4. Damen-Einzel- spiel; 5. Herren- und Tamen-Doppelspiel; 6. Herren-Einzelspiel mit Vorgabe; 7. Damen-Einzelfpiel mit Vorgabe; 8. Cnnzcl- spiel für ältere Spieler (Herren und Damen über 30 Jahre). Nennungen zu diesen Wettspielen sind nur unter Beifügung des Betrages der Einsätze zu richten an Herrn A. H o l t e, Pfründnerhausstraße 18, wo auch alles Nähere zu erfahren ilt, sowie Anmeldungsformulare zu haben sind. Der hessische Jagdllub hatte für den 24. und 25. Juni eine Hundeausstellung in Darmstadt geplant. Nachdem aber in M a i n z und in G i e ß e n die Hundesperre angeordnet wurde, hat der Verein es für seine Pflicht gehalten, die Hunde-AussteUung abzufagen. S. K. H. der Großherzog hatte bereite das Protektorat zu übernehmen geruht München, 10. Mai. Die Vertreter der bayerischen Eiscn- bahnverwaltung bei der letzten Konferenz betr. die Persone n- und Gepäcktarifreform, Regierungsdireltor v. Hauck und und Oberregierungsrat Bölcker, sind nach München zurückgekehrt. Wie die „Augsb. Aodztg." hört, haben die Verhandlungen in allen wesentlichen Punkten zu einer Einigung der Eisenbahnverwaltungen auf Grunb der preußischen Vorschläge geführt, u>>d es ist nur noch die formale Zustimmung der ein- ze.neu R gier..ngai zu erholen. Die preußischen^ Vorschläge bc- lucgien ui der ^auptjau-e in folg>.noer Richtung: Aushebung der de ü a f a h r t a r t e n und tunlichste Beseitigung ülier Sonderbegünstigungen; Beseitigung des S ch n e l t z u gs z u s ch t a g s und Einführung eines Zoneuzuschlags naaj dem Voroiid der Playkarten in den D-Zügen; etuheitticher für die 1. Klasse 7 Pf. pro Km., für die 2. Klasse 4,5 Pf. pro Km., für die 3. Kl. 3 Pf. pro Km., und für die 4. Kl. 2 Pf. pro Km. Die Einführung der 4. W a g e n kla s s e in B a y e r n ist nicht zur B.dmgung einer Em.gung gemacht worden; Bayern wird in Zukunft sür dll 3. Klaise in den Personenzügen 2 Pf. für das .Kilometer und für die 3. Klasse in Schnellzügen 3 Ps. erheben. Auch über die Revision des Gepacktanfs hat man sicy gi.ei.nigt, wenigstens in allen wesentlichen Punkten. Es soll für Gepäcknu^e em Sendungstaris, abgestust nach Z neu und Gewicht, e.ng. führt werden. Unter „S.noungstarif" Hut man zu verstehen, da^ mcijuce Gepückpucke ais eine Sendung behandelt weroen. lieber den ZeitMillt des Inkrafttretens des neuen Tarises ist twch nichts bestimmt, im. laufen» den Jahre wird es indes keinesfalls mehr möglich sein. Köln, 10. Mai. Die 5. Zivilkammer des Kgl. Landgerichts Köln wies heute die Klage des Konkursverwalters der Deutsch-Venezolanischen S ch w e f e l g r u be n - A k -- t i e n g e s e l l s ch a s t ist Köln gegen die Gründer und Verwalter auf Herauszahlung des Aktienkapitals kostenpflichtig ab. Kandel und KerKey*. AolLsrmrlschasl. Reichsbank. Wechsel auf Seifersdorf bei Sorast (Nieder-Lausitz), welche vom 15. d. M. ab fällig werden, werden von jetzt ab, wie man uns schreibt, von der Reichsbank angekauft; ie sind an die Reichsbanknebenstelle in Sorau (N.-L.) zu girieren. Der Verband Deutscher Eisenwarenhändler e. V., der seine diesjährige Generalversammlung vom 1. biS 5. Juni in München abhält, verbindet mit dieser wiederum eine Ausstellung von Artikeln der Eisenwaren-, Haus- und Küchengerätebranche, zu der bereits 140 Fabrikanten ihre Beteiligung angemeldet haben. Der jetzt acht Jahre bestehende Verband Deutscher Eisenwarenhändler zählt gegenwärtig über 1800 Mitglieder, darunter die bedeutendsten und angesehensten Eisenwarengeschäfte Deutschlands. Seine Bestrebungen sind in erster Linie darauf gerichtet dem Zwischenhandel in der Eisenwarenbranche seine Stellung zu wahren. Liv erpool, 10. Mai. Die White Star-, die Dominion- und die American-Line geben bekannt, daß sie von dem auf der nordatlantischen Schiffstonferenz abgeschlossenen Tarifverträge für die erste und zweite Klasse und von beim Abkommen zwischen den britischen, skandinavischen und kontinentalen Geselischasten über die Tarife für Reisende dritter Klasse zurücktreten. Zu diesem Vorgehen haben sich die Gesellschaften entschlossen im Hinblick auf den Rücktritt der Cunard- Gesellschaft von allen kürzlich abgeschlossenen Passagier* tarifabkommen infolge der Weigerung der amerikanischen Regierung, ihre Einwilligung zu geben, daß die American-Line ihren Abiahrlslag für den Newyorker Postdienst verlegt. Die drei ausscheidenden L.n.en haben es für notwendig gehalten, in gleicher Weise bull allen Abkommen befreit zu sein, um sich gegen ein etwaiges Vorgehen der Eunardlinie schützen zu können. Märkte. p. Aus dem Kreise Wetzlar, 11. Mai. Tie Schweine» preise flehen bei usts eben hoch. ' Das Paar achtmöchige Ferkel gilt 50—60 Mark. Fette Schweine wurden mit 62 Pfennig ver- pfundet. Weil das Fehlen der Mutterschweine in dem ungünstigen letzlherbsllichen Kartoffelausfall in der hiesigen Gegend begründet liegt, so ivird diesmal der Markt von Großhändlern durch aus- wäriigen Bezug beschickt. Die Pflanzung der Kartoffeln ist im flottsten Betrieb. Saa'kartoffeln sind äußerst begehrt und wird der Zentner nut 4 Mark bezahlt. Sobald die Pflanz- oder Setzzeü vorüber ist, sinkt erfahrungsgemäß der Preis. p. Darmstädt, 10. Mai. Nachdem in den Stallungen des Landespferdezuchtvereis hier die Maul- un^d Klauenseuche ausgebrochen, ist der für den 15.—17. angesetzt gewesene Pferdemarkt auf den 29.-31. Mai verschoben worden.. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 10. Mai. Offizielle Schlusskurse. 3I/e% ReichBanleihe . '. 101.20 3>/0 do. ... 90.25 3'/o/o Konaols . . . 101.25 i»/0 do . . . . 90.40 372°/o Hessen .... 100.10 3ljt% Oberhessen . . . 99.— 4% Oesterr. Goidronte . . 101 96 4‘i6% Oesterr. tiilberrento . 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 99.75 4U/ Italien. Rente '. . . 106.50 4% Portugieser I . . . 67.20 3°/ Portugiesen. III . . 67.25 1% Unit. Türken . . . 88.25 L’ürkeniose......134.40 4% Gnech. Monopol.-Anl. 52.20 4%% äussere Argentiner — Tendenz: schwac Ko/o Mexikaner .... 34.7b 4i/2% Chinesen . . . . 96.10 Electric, tiohuckert . » . 131 50 Nordd. Lioyd . . . . 122.00 Ereditaktien .... 208.80 Diskonto-Kommandit. . . 186.50 Darmstädter Bank . . » 141.00 Dresdener Bank ...» 154 40 Berliner Handelsges. . . 167.20 Oesterr. Staatsbahn. . . 143.25 Lombarden . . , . . 16.00 Gotthardbahn « • • • • 187.00 Laurahütte . • • « . 267.00 Boohnm . . • • • . 244.20 liarpener . . . , 215 70 gtaatschatzscheine • • » 100.55 aer, Schluss fest. (?<. ev ö iso yo Vö CO r - Cf UD s Co CD o st Cf » ra ts Ä L CT (Ä> o C> C* o 2' & c? O7 vv e er S Victoria-Drogerie Adolf Kieler Marktstr. 5. Junge Erbsen . . . . 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Quartett op. 13 in Cmoll für Klavier, Violine, Viola und Violoncell . R. Strauss Eintrittskarten tür Nichtmitglieder ZU Mk. 2.50 (Sperrsitz Mk. 3.50) sowie Kleine Partitur-Ausgabe K-,,,,,,-, «Tnr.««; sind in der Musikalienhandlung von Ernst Chailier (Rudolph’s Nachf.) und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Oeffnung des Saales 41/» Uhr. v% Giftigkeit haben blaue, rote und rotweisse Karten, ungiltig sind gelbe Karten. föaccaroni von 30 Pfg. an per Pfund, Gemüse - Nudeln non plus ultra 1985 empfiehlt Emil Fischbach. Mineralwasser " in allen Sorten und stets frischer Füllung ' 1 - bei Emil Fischfoach. Für die Herren Apotheker uub Wiederverkäufer zu den von Frankfurt aus off. en gros Preisen. 1988 Äwetschen beste türkische, Kathariua-Pslaumen von 28 Pfg. an per Pfund, Brünetten italienische und französische, Apselriuge in verschiedenen Qualitäten, Aprikosen, Birnen, Kirschen, gem. 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