Freitag Ltt.MärzlSVS ISS. Jahrgang Erstes Blatt Aom ^rlegs^chaup.atze Vchulstrahe 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. öl. erfolgte, ist unb'elannt. In einer Beweisaufnahme ist jedenfalls näheres nicht fest gestellt worden. c r c. .. Ter Vorsitzende sprach sich dahin aus, daß die Angeklagten nach dem Scheitern dieser Vermittelungen als „beleidigt sich Genugtuung verschaffen mußten. Tas Gericht hat damit fest- aestellt, daß es zu mildernder Beurteilung verhilft, wenn man s j ch z u V e r g e hu n g e n gegen §§ 201 ff. entschließt. ungen herrschte in der vergangenen Nacht Ruhe. London, 9. März. Tier Korrespondent des Neutmcken Bureaus bei der Armee General Okus meldet,unterm 8. Marz: Tie Hute japanische A rmee hat die Eifenbahn zwi - scheu Mukden und Tieling abgefchnitten und zerstört. Einzelheiten sind nickt zu erhalten. Tie Russen ziehen sich auf den nördlichen Str aßen zurück. Tie. linke Kolonne der genannten Armee, hatte bei Likampu, sieben Meilen nördlich vom Hunho und fünf Meilen wejti,ch von der Eisen- balm, ein heftiges Gefecht mit einer dr.ifaa- stärkeren Aiizahl des Feindes. Tie Verluste der Russen betragen 10 000 Mann. Das Zentrum der Russen zieht sich in großer Zut Lage ui Rußland. Tie Kornini,, iou unte bun ^1111^1115 Organifation einer Volksvertretung wird m etwa. zu Markte getragen. I Es ist unsäglich, woher der Gerichtshof ohne Beweisaufnahme entnehmen konnte, daß eine Beleidigung vovliegt. Sehr kompetente Zeugen hätten bestätigen müssen, daß der Redakteur seine Ausdrücke zu wählen berechtigt war. Tie schärfste Rüge, wenn sie dem Gerügten entspricht, kann aber nun und nimmermehr eine Be-1 leidigung sein, wenn nicht ans begleitenden Umständen die Absicht der Beleidigung hervorgeht. Tie Exzesse sind — wie sich auch aus den in der Verhandlung nicht vorgelegten Polizeiakten! ergibt — aber derart gewesen, daß ein gewissenhafter Kritiker in ehrlichem Interesse für das Theater die Täter festzunageln I für gut befand — schon um vorbeugend zu wirken. Ta ihm die fronen nickt bekannt waren, so konnte er nicht anders, als sie I n.ach der Zugehörigkeit zu ihrem Korps ^u bezeichnen. Wie aber I »er Hinweis auf die Personen eine Beleidigung sein soll, ist un- oerständlich. In seiner Urteilsbegründung meinte der Vorsitzende noch, daß es nötig gewesen wäre, um bei Publikum den Eindruck einer „richtigen Kritik" hervorzurufen, das Publikum einiger- mäßen darüber auszuklären, was eigentlich vorgefallen sei. Das sei aber nicht geschehen. Tazu bemerkt sehr richtig die „Franks. Ztg.": „Tiefe Unterlassung scheint uns vielmehr der Ausdruck einer sehr weitgehenden Rücksichtnahme. Im übrigen hängt es ganz von dem freien Ermessen des Theaterreferenlen | und von den besonderen Umständen ab, ob und wie er Vorgänge I außerhalb der Bühne mitbesprechen will." , Tie Entfcheidungsgrunde haben weiter die minimale strafe iiit den angeblichen Vermittelungsversuchen motiviert. Gewiß haben die Angeklagten vor der Forderung andere Schritte getam Was aber wünschten sie? Es sollten die Redakteure öffentlich und persönlich die Ausdrücke widerrufen! Es ist eine seltsame Zumutung, wenn den Redalteureu das Ansinnen gestellt wiro, das, was sie nach ihrer Ueberzeugung ausgesprochen^ und nut nach ihrer Empimoung zutreiseuoeu Ausdrüaeu chararterlileri Haven, zu revozieren. Bei einer Zeugenvernel/aung wäre wohl auch die Bedingung büier „gütlich.^ > .uiilchluu . u .^pcacke g men. Woher das Gericht die Talfache oer ^Ermittelung w .... und uuute« welcher Art sie war, unb unter welchen Bedulguua u in gefunden! , . , . . Man muß allerdings danrit rechnen, daß ine Japaner nach den entsetzlichen Kämpfen der letzten Tage aussl äußerste erschöpft sind, und daß es ihnen an Kräften' fehlt, ihren Sieg bis aufs äußerste auszunutzen. Aber, ollte es auch den Russen wiederum gelingen, sich der Umklammerung durch die Japaner zu entziehen und dc^ reuende Tieling zu erreichen: von der moralisch,en Wirr- una dieser neuesten Mederlage werden sie sich nicht wredev erholen können, und in Kuropatkins Hand wrrd dre tn zahllosen Schlachten geschlagene Armee auf immer ein) stumpfes Werkzeug bleiben. Tazu kommt, daß nach dem Uebergang der Bahn m Tientsin über Kmtschou nach Sinminting in den Besitz der Japaner den Russen der Weg versperrt ist, aus welchem! sie einen sehr großen Teil ihrer Verpflegung heranKogem Sie sind jetzt einzig und allein auf die sibirisch-mandschurische Bahnlinie angewiesen, und diese reicht kaum für den Truppentransport, geschweige denn für die Heran- schassung von Proviant und von Miegsmaterial aus. In Pariser informierten Kreisen verlautet, daß nunmehr die französische Regierung ernstlich die Friede n s v e r m i t t l u n g in die Hände genommen habe. Nach) Anzeichen, welche aus Petersburg vorliegen, soll der Zar letzt sich weniger ablehnend verhalten. Kleine Meldungen. Pe. evbu-.-rg, 9. März. 10buj Reservisten, die sich an den letzten Unruhen beteiligten, sind nach dem Kriegsschauplätze wahne.i. 9 März. Tie „Times" meldet aus Petersburg, da-ü die russischen Verluste wahrend der letzten 10 Tage «3 mit 83Ö OffÜiere und 33 000 Mannschaften bciufc ctSburg, 9. März. Der Rückzug der russisch en Truppen vom Zentrum und vom Ostslügel wird in aller Ord- holitoaen Tie Russen verbrannten alle Vorräte, die sie ^urücklaiien mußten. Tas Artilleriefeuer dauerte mit furchtb«er S» ö wird immer wieder benötigt, baft die rufst- irfjpn Verluste besonn. . bei den Kämpfen um die befestigten 'Ler enorm sind. Tu . ' scköpsung der Truppen ist groß. ^ori v 0 F i ü r 9 März. MarsWall Obama hat Befehl gegeben, ibafi die Ka'isergräbcr bei Mukden geschü ist und °er- idmit werden sollen, und hat aug-rdem zur Äerupcgung der An" ischm Bevölkerung ans das strengste ungeordnet, Lag die ad Mulden nicht von Truppen belegt werden soll. .. r 8all Mukdens steht demnach zweifellos un- S8 •rfteiet «Salich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien, ölätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. öt Sang«. Redaktion, Ervedittoa mittelbar bevor. In Petersburg hat man daran nicht glauben wollen, man rechnete mit den gewagteste lichkeiten. Nachdem die Japaner die Eisenbahn nördlich) von Mukden abgeschnitten haben, ist die U m zinge lunfl Kur opatkins in der Hauptsache v o 15 Kv g en. Dry Rückzugswege, die übrig bleiben, sind derart schlecht, und über ihre Beschaffenheit werden vollends dre nach Grre- zenbergs Bericht „absolut falschen Generalstabskarten so, viel Irreführendes verzeichnen, daß es nicht zu verwundern^ ein wird, wenn ein großer Teil der Truppen m dre FalM gerät. , ... Nach einer Petersburger Privatdepesche verlangt dre Kriegspartei die Entsendung von weiteren 400000 M a n n. Das nützt auch nichts viel, so lange den Massen der geniale Führer fehlt. -Die neue russische Niederlage ist die schlrmmstzeum ganzen Kriege und vielleicht bringt sie die endgilNgv Entscheidung über das Schicksal der Russen im fernen! Osten. Schon die nächsten Tage müssen zeigen, was Kuropatkins Niederlage für die fernere Entwickelung der Dinge in Ostasien zu bedeuten hat. Sind Nogi und Kuroki, die vom Westen und vom Osten her andrängen, noch stark genug, die Armeen der Generale Kaulbars und Liniwitsch zu durchbrechen und Miteinander Fühlung zu gewinnen, so ist der eiserne Ring um Kuropatkin geschlossen, er hat bei Mukden fern Sedan ab9Tonbon, 9. Mürz. Tie „Times" berichtet ans Petersburg: General Tragomirow leide an einer Herzkrankheit. In einem Artikel in einem Fachblatt verteidigt er G-riepenberg und richtet gleichzeitig heftige Angriffe gegen Kuropatkin, weil dieser nicht gegen die Japaner unter dem Eindruck der Griepenbergscheu Demonstration zum Angriff vorgegangen ftu , . London, 9. März. Ter russische Botschafter Gwf Bencken dorff händigte heute Lord Lcmdsdowne die Entschädigung sisum m e b'vn 65 000 P fund für dre von bed Hüller Katastrophe betroffenen Fischer aus. Dreimal Geld! T,as Berliner Rusfentonsortiurn soll die Petersburger Re-, qierung unter der Hand verständigt haben, daß auf absehbare Zttt ein neues russisches Anleihegeschäft mit Deutschs l a n d n i ch t in Frage kommeii könne. Turan Durfte^ niemanp etwas Ueberrafchendes finden. Es ist auch übet» die ^orsenkteise hinaus kein Geheimnis, daß die an den bisherigen russischen Finanzaktionen beteiligten Banken, um die Kurse der russischen Fonds zu halten, einer empfindlichen Belastungsprobe ausgest^ sind. Tie Zwangskäufe am Russenmarkt spielen ^m Vernehmw naw besonders fetzt eine unerwünschte Rolle, roeil Mduicq Die, zum Quartalsweck'el erforderliche Geldflüssigkeit beemtrachlrgr wird. Andererseits kommt Rußland um b ie Je o t ro e nDig* leit einer neuen Auslandsanleihe s ckwer lich her- um, und die Meldung des „Daily Expreß,,datz - orrttm Male — Frankreich als Partner für dieses Geichaft m Jws- sickt genommen sei, entbehrt nicht der ^ftm^^schei^ichkert. Tie mit russischen Fonds nachgerade gesättigten Bürger: der Re publik würden zwar sauer dremblicken solcher „Ausnutzung des Allianzverhältnisses, sie könnten aber nicht em Moment außn Acht lassen, daß die Hergabe neuer Millionen an Rügland auch im Interesse Franlreia>s anrät. Wie immer über Dae Annäherung wischen Frankreich und Eiigland geurteilt werden mag, fovi^ stebt fest und weiß man vermutlich auch in ber Republik. anb 'ist d'e letzte Macht, auf die Frankreich sich verlassen! ton im W es über See in Bedrängnis gerät. Charles Tilke. beroorrarenber englischer Staatsmann, hat es ja mit dürren Worten als empfehlenswert bezeichuet, daß England feine bete £™b bebalte um jederzeit den befonderen Umstanden entsprechend Allianzeii abschließen zu können. Das Bündnis Englands mit Japan besteht und wird weiter bestehen. Tamit ist aber die Möglichkeit eines Zaiaminengehens Äii England und Frankreich ausgeschlosten für den ^all, daß letzteres m Ost- aiien einem japanischen Angriff ausgesetzt sein würde Militärische Kreise der Repridlik rechnen allen Ernstes mit Dieter Möglichkeit. Ter Schluß, baß dem vorgebeugt »erbat rönne durch Amchuung Franlreichs an ein militärisch geschultes und finanziell Irüiugeö Rußland, liegt nahe, wenn er auch nur mit der bitteren ^lonsequenz gezogen werden kann, daß vorzugs- iveise Frantreich sich veranlaßt sehen muß, die fmanzielle Kraf- tiauna Rußlands herbeiführen zu helfm. ^iest polttische Erwägung dürfte für die Geneigtheit der Pariser Hochsinanz, ein^ an sie heran tretender Anleihegciuck des russischen Fmanzministers Folge z>l geben, sa u."Rich bestmimend sein. . ve-ag»pr«i»t monalllch75Pf., viertel jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzet'eo ir die Tr '§ do •'mittags 3c'rernret8: auswärts Z'z. Verantwortlich füN den pollt und uija>ie Teil: P. Witiko: für „Stadt und ßanb* und „Gerichtsfaal*: August Äoetz, für den Anzeigenteil: HanS Beck. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Verwirrung zurück. Tokio, 9. März. (Reuter? Tas lapanifche Hauptquartier auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz berichtet heute: In der Richtung auf Sintsching verfolgen unsere Truppen, die die Russen bei 9R a t s ch u n t a schlugen den Feind roeiter. Am Schaho, östlich der Eisenbahn, macht sich ein Zurückgehen des Feindes bemerkbar. Unsere ganze Linie eröffnete am 7. März um Mitternacht den allgemeinen Angriff, orängte den Feind aus seinen Stellungen und verfolgt ihn jetzt in der Richtung auf Hungo. ^.er ganze Bezirk westlich der Eisenbahn und südlich des Hunho ist in unseren .Händen. Bei den Operationen auf dem reckten Hunhoufer fährt der Feind fort, in der Nahe von Aangschiihtun und Lituanpu hartnäckig Widerstand zu leisten. Er machte mehrere Gegenangriffe, die wir unter schweren ,Verlusten für die Russen abwiesen. Unsere Tru^p- !pen drängen jetzt die u s s e n n a ch dNu k d e n z u r u i^m Norden von Mukden besetzten wir trotz des hartnackigm Widerstandes des Feindes Siaochipun, 5 Mecken nordwestlich von Mulden und PachiatUs'u, 2 Meilen, nördlich von Mukden. Unsere Truppen zerstörten die Eisenbahn im Norden von Mukden. — Eine zweite Tep-sche besagt: ^eck gestern feuert die feindliche Artillerie häufig auf unsere Toten und Verwundeten, welche auf Tragbahren und Hmhrwerken nacq einem Punkt westlich von l)!unlnnntnn bei UanMchitnn gcbvacyt tverden. Tokio, 9. Marz. Heibeckerger Theaterskanbals berichtet. Tie Studenten van Hees und Tietrich hatten den Redatteuren Straub und Tufner Forderungen auf schwere Säbel zugehen lassen, welche durch den Stud. Elsässer überbracht wurden. Sie wurden von der Heidelberger . . Strafkammer zu Festungshaft von je 5 Tagen bezw. 2 Sagen I ittqen heute folgende offiziellen Ä/petdungen vor: Verurteilt! m r t Mukden, 9. März, nachts 21/2 Uhr. (Petersb. Telegr^-Agck %-aä Urteil wie die ganze Verhandlung haben nichst nur in & ariffen die Japaner unsere Stellungen n 0 r d l 1 ck Heidelberg, sondern allenthalben — nun sagen wir: Überrascht. | ö 0 n Mukden an. Bei der Ortschaft Padjasu, nordwestlich von Eine Zeugenvorladung an die Geforderten war, wie das Kaiiergräbeni, findet ein hartnäckiger Kampf statt. Unsere /,Heidelb. Tagebl." heute mitteilt, nicht erfolgt, die zur Auf- n§rhut verließ das Torf. Während der Nacht griffen Ttärung des Tatbestandes sicherlich zweckdienlichen Disziplinär- .. c> ^ner die Ortschaft Santaitsi, nördlich von den Kaiser- aften luareu weder auf Antrag der Anklagebehörde noch durch den Gräbern, an. Ter Kampf dauert fort. Auf der Südfront Gerichtshof erhoben. , . - , , erreichte 'di e Vorhut der Japaner Huantschan. Ter Verteioiger der Angeklagten beichrankte seine fehr kurz ß^aeTirDäT±ig wird eine heftige Kanonade gehört. gehaltene Verteidigung auf zwei Punkte: 1. Xu ui ber ange- Petersburg, 9. März. Kuropatkin meldet unter gebenen Kritik gebrauchte Aeußeruug „Roheit und Unanständig- g März: Auf dem reckten Hunhoufer richtete der Feind Seit" sei unberechtigt und zu weitgehend gewesen. 2 ^te „ An- - - n e' Offensive gegen MuL> en von Nordwesten geklagten hätten ernsÄiche Versuckfe gemiacht, die Sache gutlicg r n D bitweise von Norden. Das Zentrum und die link» veizulegen. , . , . Flauten unserer Armeen gehen ohne Kampf in die Ter Gerichtshof unterließ es trotz des retcfjlha) vorhandenen verickanzten Stellungen auf dem rechten Hunhoufer zu- and leicht zu beschaffenden Materials, zu ermitteln, ob die ^-er Feind g'tiff uns heute in der Nordsront an, wobei er wählten Ausdrücke zu weitgehend waren oder nicht. Er behauptete '^bines Vorpostendelachement vom Torfe Äladiasa bis auf das erstere einfach! . zwei Werst nordwestlich von dem Torfe Taentun zurückwarf. Ter Der Verteidiger trug u. a. vor: Redakteur Tufner habe rn Befehlshaber dieser Abteilung, Oberst Sapelski, der sich dem Disziplinarverfahren gegen die Angeklagten zugestenden, daß fe|ne Tapferkeit auszeichnete, wurde getötet. Tie Angriffe er in seinen Ausdrücken ju önii gegangen sei. xuefe. -oehaupttmg K Feindes auf unsere Stellungen n ö r dl ich von Mukden entspricht dem „Heidelb. Lagebl." zusolge keineswegs den Tal- tD,utj>cn mit großen Ver lüsten für die Japaner zu- sachen. R^>akteur Tufner wurde von dem Tisziplmarbeamten I geschlagen Auf der Weftftont griff der Feind unsere der Universität, Herrn Bezirksamtmann Hebting,.veniommen und Wellungen bei dem Torfe Niutsitun an und wutde auch hat seine Angaben, die nichts weniger als dieses Zugeständnis\<. zurückgeschlagen. Bei einem Gegenangriff machten enthielten, zu Protokoll gegeben und dieses mit seinem Namen ^sere Truppen eine große Anzahl Gefangene. Auf alten übrigen unterzeichnet. Nack) Schluß dieser protokollarischen Angabe fand Stellungen war während des Towes kein Kampf. eine sachliche Unterhaltung zwisckMi Bezirksamtmann Hebting und Petersburg, 9. März. Ein Telegramm Sacharows Red. Tufner statt. Iw Verlauf dieser Unterhaltiing äußerte Hebting: an ben Generalstab vom 9. März meldet: Auf der Nordfront er stehe sachlich vollständig auf dem Boden der betreftenderi Kritik, ,^r Feind mehrere heftige Angriffe während nur könne er den einen der gewählten Ausdrucke nicht billigen acw die abgeioiefen wurden. Auf den übrigen Stell- Redakteur Tufner erwidert darauf: Man könne ja strecken und den gewählten Ausdruck fieber für zu scharf und zu weitgehend halten, aber dem Sachverhalt gegenüber hätte er nicht anders (jewW werden können. Ti«)es Privatgespräch hat Amtmann Hebting nachträglich ohne Wißen des vernommenen Tufner zum Gegenstand einer Aktennotiz gemadxt, jedenfalls nach Fertigstellung I des Protorolls. Tiefe Aktennotiz hat der Verteidiger, der die Vorlage dieser interessanten Akten nicht für nötig erachtete, zum Kernpunkt seiner Verteidigung gemacht. . . Das Urteil, das auf einige Tage Fesrungshaft lautete, wird vielleM noch den Angeklagten im Gnadenwege erlassen werden. Die Forderung, so meint heute das „Heidelb. Tagebl.", ent-1 eine schwere Beleidigung für die Geforderten, indem man ihnen ein Vergehen gegen das Reicksstrafgesetzbuch zutraute. Hier könne man freilich „den Angeklagten zugute halten, daß sie nach ihren traditionellen Begriffen von bürgerlicher Ehre und Ehrenverteidigung nicht die Empftndung haben, wie bei einem Bürgerlichen der Respekt vor einem-Reichssttafgesetzbuchsparagraphen ausgeprägt ist, den er ernst nehmen zu müßen glaubt". Ter Vorsitzende begründete nun die verblüffende Milde der! Strasausmessung damck, es sei zu berücksichtigen, daß,die gewählten Ausdrücke „roh und unanftänbig" weniger als Rüge, denn als Beleidigung hätten empfunden werden müssen (!); der,Presse stehe ein Rügerecht zu, sie müsse es aber m einer Weise tun, piaß es nicht den Eindruck einer Beleidigung, sondern den einer gerechten Kritik mache. Tie „Beleidigung" wäre noch verstärkt Worben durch den Zusatz: „Es waren wieder Schwaben". Tazu bemerkt nun das „Heidelb. Tagebl.": Jahrelang war M früherer Zeck das Theater in empörender Weise den Launen gewis'ser studierender Herren ausgesetzt, die sick- in souveränster Weife über das Genußbedürfnis ihres bürgerlichen Mitpublikums hinwegzusetzen vermochten. Turch mühsam errungene Repressalien war eine zeitlang Wandlung und Besserung geschaffen. In diesem Winter regte sich in den Logen wiederum die Sportlust. Tie Presse fühlte daher die Pflicht, was üir auch vom Gerichtshof zugestanden wird, das Publikum und die Kunst vor diesen Ueber- griffen zu schützen. In der Urteilsbegründung ist die Absicht der Beleidigung des betr. Artikels als feststehend angenommen. Redakteur Tufner wäre dagegen in der Lage gewesen, zu beweisen, daß ihm die Absicht der Beleidigung gefehlt hat. Für die Sache hat er seine Haut Ile Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten- zwei Wochen gebildet werben. T'e Slusarbeitung deS Ent- wurfS dürfte mindestens einen Mrinat beanspruchen^ worauf nach Ablauf eines weiteren Monats die Wahlen erfolgen könnten. Daraus gebt hervor, da st die geplante Volts" Vertretung im- I uni zusainmentretcn könnte, d. I). ru einer Zeit, wo hier schon die sommerliche Ruhepausei beginnt und alles Urlaub nimmt. Demnach erscheint cS incht unmöglich, daß die Botr Vertretung erst im Herbst zusam- meutreten wird, falls Bulpgin nicht iint Hinblick auf die besonderen Umstände ein sehr beschleunigtes Tempo ein* schlägt. Wie man au3 Petersburg meldet, soll die Stellung deS Üntcrrichtsministers Glasow erschüttert sein. Zum N a ch-- folgcr sei der $Tofj für ft K onstant in arrs er sehen. , Aus Pe tersburg meldet vom 9. März W. B.: Zwei Unbekannte schossen heute auf den Oberst Progul- bitski, d'en Ches des Suchumer Bezirks, in dem Augenblick, als er von der Post kam. s c ch s N e v o l v e r s ch ü s s e ab. Ter Oberst ist nicht verwundet. Den Angreifern ge- lang es, zu cntkonrincn. Das Attentat hat politischen Charakter. In Odessa sank während der Sitzung der Stadtver- tretungcn Stadtpräsident Fürst Ka t b a r i u mitten in einer Rede tot zusammen. Die Beratung wurde sofort unter großer Bestnrmug geschlossen. (Hier wird man wohl einen Giftmord anmnehmcn haben.) Ein blödsinniges Gerücht behauptet, der Mörder des Gr o ß s ü r st e n 2 e rg i u s gehöre einer großfürstlichen Familie an, welche mit den Obolenskis verschwägert ist. Dies mache den Besuch der Großfürstin-Witwe bei dem M örder im Gesrän gnis erklärlich. In den Bergwerken Schtsechcnbinowka und Auerbach im Kreise Bahmut wurde am Soun tag bezw. Montag die Arbeit eingestellt. Es kam zu Plünderung e 11 von Bergwerkseigentum, Läden und Bicrniederlagcn. Als den Arbeitern mit dem Gebrauche der Waffen gedroht wurde, warfen sie die Truppen mit Steinen und feuerten Re- volverschüsse ab. Durch Y>ewehrsalven, die die Truppen infolgedessen auf die Arbeiter abgabcu, tourt)c eine Anzahl Arbeiter getötet bezto. verwundet. Mittlerweile wurde die Ruhe wiederhcrgestellt und die Arbeit wieder ausgenommen. VlUitische Tagesschau. Der Kolonialstaatssekretär. Da die Vorlage über Errichtung eines selb- händigen Kolonialamts schneller, als man erwartete, an den Reichstag gelangt, wird also Den sch land binnen urzem seinen Chaniberlain haben. Wenigstens im verwaltungstechnischen Sinne. Im übrigen fehlt für den Vergleich mit Chamberlain der Person und der Sache noch die Voraussetzung. England hat mit ganz anderen kolonialen Größen und Werten zu rechnen, als Deutschland, und von Dr. Stübel wird mein, bei aller Anerkennung seiner Tüchtigkeit, nicht sagen können, daß er das Zeug zu einem Chamberlain habe. Ob überhaupt Dr. Stübel seines Amtes als erster deutscher Kolonialstaatssekretär lange walten wird, darüber bestehen auch in kolonialen Kreisen Zweifel. Mau glalibt zwar an sein Verbleiben bis zur völligen Wiederherstellung geordneter Zlistände in Südwestafrika, nicht aber an die Geneigtheit Dr. Stübelß, darüber hinaus die für ihn recht schwer gewordene Bürde deS Amtes zu tragen. Die Leitung der Kolonialverwaltung dürfte, auch im erweiterten Rahmen des StaatLsekretariats für die Kolonien, der am wenigsten begehrte Posten im Reichtzdienst bleiben! Südwestasrika. Rach einer Meldung des Generals v. Trotha vom L März überfiel da3 Detachement Zwehl (2. Kompanie des Regiments 1, 10. Kompanie des Regiments 2 und Halbbatterie Stublmaun) im Marsche von Gideon nach dem Hudllp, am 1. März, im oberen Kcitsubrevier am 2. März, eine im Hudup sitzende Bande von etwa 100 Witb oiS und Bastards lind sprengte sie auseinander. Der Feind verlor sechs Mann, tot; diesseits keine Verluste. Eine Patrouille oon zwei Mann, die von Gibeon Verbindung mit dem Detachement Zwehl aussuchen sollte, wurde am 3. März auS nächster Nähe von etwa zehn Hottentotten beschossen. Ein Mann blieb tot, der andere wurde durch fünf Streifschüsse verwundet und erreichte, von den Hottentotten verfolgt, am 5. März zu Fuß die Station Hanaus, von wo er am gleichen Tage nach Gibeon weiterritt. Am 4. März wurde zwischen Zwartfontein und Witkranz ein Wagen trau Sport von WitboiS überfallen, wobei unsererseits elf Mann ielcn und drei verwundet wurden. Die Verfolgung des nach Osten und Nordosten zurückgegangenen Feindes durch die zweite Kompanie deS Regiments 2 wurde aufgenommen. Nach einem Telegramm auS Windhuk ist Vizcwachtmcister Joseph Michael Nagaller im Lazarett Okahandja an Lungenschwindsucht gestorben. Varlamenlarisches. Berlin, 9. März. Der dem Abgeordnetenhause zu- ^egangene Gesetzentwurf, betreffend die Schadloshaltung des H e r z o g l i ch e n H a u s c S vonSchleSwig-Holste'in- S onderburg-Glücks bürg bestimmt: Dem Herzoglichen Hanse w-rd Schadloshaltung gewährt, bestehend aus dem Schlosse zu Glücksburg mit Zubehör vom 1. April 1905 ab und einer vierteljährlich vorauSzuzahlenden JahreSrente von 150 000 Mk. Berlin, 9. März. Die Budget-Kommission deS ReichS- /ageS begann die Beratung deS Gesetzentwurfes, betreffend Aenderung der Wehrpflicht, mit der Erörterung deS überschlägigen Geldbedarfes für die AuSgleichSmaßnahmen anläßlich der Einführung der zweijährigen Dienstzeit. Bezüglich deS Antrages Südekum auf Aufhebung der Einrichtung deS E i n j ä h r i g - F r e i w i l l i g e n - Militärdienstes betont Kriegsminister v. Einem, daß mit der einfachen Maßregel, wie sie die Sozialdemokraten vorschlügen, die Beseitigung des einjährigen Dienstes nicht erfolgen könne. Nach längerer Debatte werden Artikel 1 und 2 angenommen und der Antrag Südekum mit großer Mehrheit abgelehnt. Tie Eisenbahn im preußischen Abgeordnetenhaus. Berlin, 9. Mürz. 9(6<7. Tr. Schröder (nL) wünscht bessere Verbindungen »uüsäm Cassel und Vertin und zwischen Cassel v"d Tormüadt. __ opjfl Tn Arendt (st.) bittet um ein: bessere Zugverbi"dung zwischen Halle, und Cassel. Minister v. Budde erklärt die Wünsch^ wohlwollend prüfen zu wollen. Tic Einnahmen anS den Plahkarten und Bahnsteigkarten würden für Verbesserung der Zngverbindungen Verlvnidet. In den letzten zwei Jahren seien für diese Zwecke 13 Millionen Mark anfgcwendet. Es folgt das Kapitel „Besoldungen". Einen dazu vorliegenden Antrag des Abg. S'ckm i d t - Warburg (Ztr.) aus Anrechnung einer fünf Jälwe überschreitenden diütarischcn Besckms- tigung der Eistnbahnban- und Betriebsinspektoren nnd Maschinen inspektoren auf daS Vesoldungsdienstalter beantragt die VudgetkommiKion der Regierung aut Erwägung zu überweisen. T>en 9kntrag Trimborn (Ztr.) und Genossen ans Erhöhung deS Gehalts der Eiscnba hübet riebSsekretä re beantragt die Kommission ab zu lehn en. Tie Mgg. Oeser! 'Hosp. d. frs. Vp.), Tr. W i e m e r (frf. Vp.) und Golds ch m i d t (frf. Vp.) beantragen, daß der Nachtdienst im Eiscnbalmbetrieb höher angerechnet wird als der Tagesdienst. Abg. Schmidt- Warburg (Ztr.) befürwortet seinen Antrag. Bei der lmmen Wartezeit, die die Betriebs- und Maschinlnstnspektoren vielfach durchwachen müßten, ost 10—13 Jahre, sei c5 doch eine große Härte für diese Beamten, wenn ihnen die Zeit der bintnrifcfneti Beschäftigung nicht angerechnet werde. Zu bedauern sei, daß in der Eiiscnbah!,Verwaltung die Juristen besser gestellt würden als die Techniker. Redner bittet das HauS, seinen'Antrag der 9l(lni''rintn zgr Berücksichtigung zn überweisen. — Geb. Finanzrat Nöle erwidert, daß der Minister bereits in der Bndgetkommission betont habe, daß in den letzten Jahren sehr viel gesä'ehen sei, um den Unterschied in den Besoldungen zwischen den Juriß.u und den Technikern zu beseitigen. Der Antrag Schmidt widerspreche den Gnlndsäüen, von denen man bei Errichtung des TienstaltcrS- stufenSshstemS ansgegangcn sei. — Mg. v. S ch n ck mann lkons.) erklärt das Einverständnis seiner Partei mit den Forderungen des Etats für die Vermehrnng der Beamten. — Weiter macht er darauf aufuierksam, daß durch die Vermehrung der Z^bl der Eiscnbalv'arbeiter, die meist vom Lande kommen, die Landwirtschaft zu leiden habe. DaS Petitionsrecht der Cisenbahubcamten sei verfassungsmäßig garantiert, aber eS dürfe bantit kein Unfug getrieben werden. — Ab^i. Oescr (Hosp. d. frf. Vp.) begründet seinen Antrag. AuS sozialpolitischen Gründen müsse eine Tisse- renziernng zwischen Tag- und Nachtdienst stattfindcn. Redner bittet schließlich den Minister, den Beamten und Arbeitern im Eisenbahndienst in möglichst weitem Maße Urlaub zu gewähren. — Ein Regierungskommis sar erklärt, daß eS die Eisenbahn Verwaltung an einer höheren Bewertung des ^Nachtdienstes nicht fehlen lasse; eine Verordnung bestimme, daß von einem Beamten nicht mehr als siebenmal hintereinander Nachtdienst verlangt werden dürfe. Ter Nachtdienst sei ober an sich viel seichter als der Tagesdienst. Tie Verwaltung strebe sowohl eine Verkürzung des Nackt- wie deS Tagesdienstes an. — Abg. V u s ch '3tr.) bittet um Vermehrung der S o n n t a g S f a h r- karten und bedauert, daß der Minister sich ablehnend inbezng ans Besserstellung ider Betriebssekretäre verhalte. — Minister v. 23 u b b e erklärt, seine Absicht sei es, die Son n tag S- kartcn bei der Pcrsoncntarisrcform anfzuheben. Was die Petitionen der BetriebSsekretärc betrifft^ so gibt cS viele Beamte, die einen verantwortungsvolleren Dienst haben als die Betriebs- sekretäre und doch kein volleres od'r noch weniger Gehalt haben. t- Abg. Hammer (fj wendet sich gegen die Konsumvereine und WarcnhÜnser der Beamten, die eine Schädigung deS Mittelstandes darstellten. — Mg. Hcckenroth (k.) bittet, daß die Fahrgelder der Beamten nicht zur Einkommensteuer heran- gezogen werden. ?lbg. Kindler (frcif. Vp.) tritt für Besserstellung der technischen Beamten ein. Hierauf >vird di^ W^'t"rberatnng vertagt. Deutsches Neich. Berlin, 9. März^ Man meldet anS Wilhelmshaven: Nach Besichtigung der Werst und der südlichen Hafenertoeiterung begab sich heute per Kaiser an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." zurück. Um 1 Uhr nahm der Kaiser daS Frühstück bei dem Admiral v. Vende- mann ein. Der Kaiser verblieb den Nachmittag über an Bord deS Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." Das Wetter ist regnerisch. — Der Kaiser hat bestimmt, daß daS geltßentlich des 50jährigen Ehefubilüums von bedürftigen und würdigen Ehepaaren für Rechnung deS »allerhöchsten Dispositionsfonds zahlbare Gnadengeschenk von regelmäßig 30 Mark für alle Iubelhochzeiteu, deren Jahrestag auf den 1. 2ipril 1905 oder spacker fällt, auf durchtoe'g 50 Mark erhöht toird. i — Die Kaiserin traf heute, am Todestage Kaiser Wilhelms I. zusammen htit dem Kronprinzen vor oem Mausoleum im Schloßpark von Char- lottenburg ein. Dort hatte bereits fitrft vorher der Korrespondenzsekretär des Kaisers Geh. Oberregierungsrat Mieß- ner am Sarge Kaiser Wilhelms I. Kränze niedergeleg*. Die Kaiserin verweilte mit dem Kronprinzen längere Zjeit in' stiller Andacht an dein Sarge. — Der jüngste preußische Baron ist der Hamburger Großkanfmanu Johann Rudolph Sckroeder, dem der erbliche Freiherrntitel verliehen to-ordeu ist. — In der heutk-gen Sitzung bc5 Bundesrates landen die Entwürfe eines Lotteriegesetzes und eines VerdingS- gefetzes für Elfaß-Lothriuge'n Muahme. — Krimiualkourmiffar v. Manteuffel erklärte dem Vorsitzenden des Vereins der Cafetiers Deutschlands, daß das Berliner Polizeipräsidium noch wie vor das Pokern als 5)azardspiel ausehe und mit verschärften Strafen gegen die Lokalbesitzer vorgehen werde, die baS Poß?rspiel in ihren Räumlichkeiten dulden. ^Der Ruhstrat-Pr-ozeß könne die Berliner Kriminalpolizei nicht von dieser Auffassung über das Wesen deS Pokerns als Glückspiel abbriugen. Schwerin, 9. März. Die Hochzeit des Kronprinzen ist endgiltig den 6. I u n i in Aussicht genommen nnd wird au diesem Tage in Berlin ftatlfinben. Dresben, 9. März. Dr. Ocrtel erklärte in der heutigen Landesversammlung d e S Bundes der Landwirte, wenn die neuen 5)audelsvertrage den Landwirten keine Besserung bringen, müsse man auf den Au- t r a a K a n i tz zurückkommen. Leipzig, 9. März. Eine gut besuchte 23-ersammlnng, eiuberufeu vom iuuguationalliberaleu Verein, nahm nach dem Vortrag de§ Grafen .Hoeusbroech über die akademische Freiheit eine Resolution au, in der erklärt toird, bet dem entgegenkommenden Verhalten der p r e it ß i s ch e n R e g'i c r u u g g e g e n d a S Z e n t r u m fei cs die höchste Zeit zum W i d e r st a u b c. usland. Wien, 9. März. (Abgeordneten hau §.) Zu Ve- ginn der Sitzung beanttoortete Ministerpräsident Freiherr v. Gautsch die Interpellation Schönerer und Genossen bclr. die Jntervenliou der gemciusameu Regi-erung in Der Angelegenheit der Aeus'.erung deö preußischen Finauzministers Frhrn. v. Rh ein b ab en über die Ru th eu e n fr a g e> iit Galizien und führte aus, daß die gcmcmsante Re- gieruug durch den österreich^uugarischeu Botschafter als zuständige Stelle in Berlin an maßgebender Stelle die er- toühwe Aeußerung zur Sprache gebracht habe und daß die darüber erteilten Aufklärungen vollkommen befriedigend gctoesen seien, toic denn mich die ganze Angelegenheit in ä u ß e r st freundschaftlicher Weise erledigt toorden fei. Eine Mitteilung des Inhalts der Anfrage sowie b t Antwort müsse er, der Minister, sich versagen, da di» mit dem in solchen Fällen üblichen internationalen Brauc» nickit in Eingang steht. Wasbington, 9. März. Im Auftrage de§ deutschen Kaisers überreichte der Botschafter Freiherr von! Sternburg dem Präsidenten Roosevelt die Prachtausgabe von S i m r o ck s „Nibelungenlied", welches in St. Louis die Bewunderung des Präsidenten erregte. Aus Stadt und Sand. Gießen, 10. März 1905. ** Das GroßherzogSpaar in Petersburg. ^W. T. 23/ meldet aus Petersburg vom 9. März: Bei der gestrigen Einkunft II. KK. HH. des O^roßherzogS und der Großherzogin von Hessen in ZarSkoje Sselo sand auf dem Bahnhof großer Empfang statt, zu dem der Kaiser, die Kaiserin, die Großfürsten und die Großfürstinnen, der deutsche Botschafter und Gemahlin, sowie alle Damen und Herren der Botschaft sich eingefunden hatten. "'Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den von S. Dnrcht. dein Fürsten zu Psenburg-Büdingen auf die evangelische Pfarrstelle zu Hain-Grl'mdau, Dekanat Büdingen, präsentierten Pfarrverwalter Ströher zu Büdingen für diese Stelle bestätigt. Uebertragen wurde dem Schullehrer Schmidt zu Elbenrod, im Kreise 2llsfeld, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, im Kreise Groß-Gerau. — In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft, Mattes zu Laubenheim a. Rhein. ** Versetzung. Postinspektor Olbricht wurde unter Beförderung zum Oberpostinspektor von Gießen nach Aachen versetzt. "Folgende Anfrage haben die Abg. Adelung und David an die Regierung gerichtet: Hat die Großh. Regierung Kenntnis davon, daß der Provinzial» ausfcbuß für Rheinhessen in Ueberschreitung der ihm durch Artikel 25 der Stadteorbnung gezogenen Kompetenz bestimmt hat, daß einer der bei der letzten Stadtverordneten mahl zu Mainz in der Minderheit gebliebenen Kandidaten in das Stadtverordnetenkollegium eintritt? Was gedenkt die Großb. Regierung zu tun, um die Ausführung btefe§ gesetzwidrigen Beschlusses zu verhindern? Es handelt sich um die Angelegenheit des freireligiösen Predigers in Mainz. ** „Maria Friedhammer^, da§ Drama von Heinrich Lilienfein, das am nächsten Dienstag, den 14. d. Mts. im Tbeaterverein gegeben wird, wurde zum ersten Male am Anfang dieses Winters vom Deutschen Theater in Berlin aufgeführt und ist seitdem über einen großen Teil der deutschen Bühnen gegangen. Das Drama behandelt das Thema der geniischt-konfessionellen Ehe. Die Buchausgabe erschien in dec Wiuterschcn UniversitätSbuchhandlung in Heidelberg und liegt jetzt schon in dritter Auflage vor. In der Titelrolle der 17jährigen Maria gastiert eine junge Künstlerin vom Mannheimer Hoftheater, Frl. Lilly Donecker. *“ Obdachlose. In letzter Zeit wurden wieder viel« fach von Obdachlosen die Neubauten und Gartenhäiiser als Schlasstätten ausgesucht und bei dieser Gelegenheit auch alles MitgehenSwerte gestohlen. So wurden auS einem Gartenhause hinter dem NahrungSberg alle Gartengeräte und Kleidungsstücke, aus einem Neubau im Steinweg eine Anzahl Bürsten und aus einem Neubau der Westanlage Eßwaren und Zigarren gestohlen. *• Die neue Nettungsleiter für die städtische Feuerwehr wurde gestern nachmittag um 4 Uhr auf Oswalds- garten in Gegenwart von Oberbgm. Meeuw, einiger weiterer Herren vom Stadtvorstand, Branddirektor Traber und anderen Interesienten ihrer Bestimmung übergeben. Die vorher am WieghauS vorgenommene Belastungsprobe mit ca. 5 Zentner Gewichisteinen, entsprechend dem Gervicht von drei wohl- auSgerüsteten Steigern, zeugt von der Tragfähigkeit der Leiter. Die Leiter, die einen vollständigen Löschzug darstellt, mißt, auSgezogen, 22 Meter und kann durch eine weitere kleinere Leiter noch tun 2 Meter verlängert werden. Sie liegt auf einem vierrädrigen Wagen, kann nach allen Richtungen gedreht und geneigt werden und wird vermöge dieser Eigenschaften hauptsächlich als Nettungsleiter benutzt werden können. DaS war auch der Hauptgrund, weshalb sie von der Stadt für 6000 Mk. augefchaflt wurde. Die gestrigen Prüfungen, wobei ein städt. Feuerwehrmann in dec Höhe der 22 Meter das aus der Wasierleitung gespeiste Strahlrohr in Tätigkeit setzte, ergaben, daß da§ neue, sehr leicht zu handhabende Gerät vollkommen seinen Zweck erfüllen wird. Sie hält, wenn sie ausgezogen ist, sich in ihrer schwindelnden Höhe ohne Schwanken und steht dabei sicher und unbeweglich, da das Räderwerk gut gebremst werden kann. Ein Vorgespann von zwei starken Pferden brachte das schwere, aber trotz der für die in doppeltem Sinne „hohen" Zwecke umfangreichen Vorrichtungen hübsche und elegante Gefährt im Trab nach seiner neuen Heimstätte, dem Turmhaus am Brand ** Hausfrauen-Verein. Man bittet uns folgen« des zu veröffeucktichen: Eine Mrzahl Frauen auS allen Kreisen der Bürgerschaft Gießens, die durch langjährig-e Erfahrung Einblick haben in vorhandene Mißstände, beschlossen. als Nebenzto^ig deS Vereins der Freundinnen^ 'Ünaer Mädchen, einen Hausfrauenv"rein zu gründen zur Hebung und Wahrung der beiderseitigen Jn'^eressen und, Bechte der HauShaftungen sowohl wie des weiblichen Per- .onols. Zu diesem Zwecke toird aml 1. April ein Stellen- v e r m i 11 l tt n g s b u r e a u eröffnet werden, welches allen weiblichen Swlle^fuchenden Vermittlung, MSkunst und Rat kostenlos gewährt. Die Betriebskosten sollen gedeckt werden durch Beiträge der VereinSmitglicder. Gegen eine jährliche Zahlung von 5 Mark für jede Haushalckung ist cs den Mitgliedern gestattet, die Stellenvermittlung mehrmals im Jahre in Anspruch zu nehmen. Der 5)au§frauen- b er ein will sich bemühen, den Stellensuchenden die ihren Leistungen entsprechenden Plätze zu verschaffen. ES wirb auch auf Ersuchen deS aNgemeinen deutschen 5^>ausbeam- tinnenvercins und de§ Kaufmännischen Vereins für tvetb- llche Angestellte, die hiesige Stellenvermittlung den beidenj Vereinen anschließen. Lln die Geistlichen, Lehrer ilnd Bürgermeister in der Umgegend toird der Verein ein Rund^ schreiben richten mit der Bitte, alle toeiblichen Stellen- suchenden an die Stellenvermittlung zu vertocisen. ES ergeht nun die Bitte au alle Hausfrauen und GeschäftS- inhaber, ihren Beitritt in die nächster Tage erscheinenda Liste durch Einträgen ihrer Namen erklären zu wollen!.. •* Evangel. Arbeiterverein. Der nächste Vortrag findet lt. Inserat übermorgen (Sonntag) statt. Oberstaatsanwalt Theobald wird über das neue bürgerliche Gesetzbuch sprechen. Zu den vorn eoangel, Arbeiterverein veranstalteten Vortragen hat bekanntlich Jedermann unentgeltlich Zutritt. ** Lotterie. Die Verbandlungen zwischen der hessischen und der preußischen Negierung, wegen Aufhebung der bessischen und Einführung der preußischen Klassenlotterie, sind, wie die „F. Z." hört, einstweilen noch nicht zum Abschlüsse gekommen, weil die bessische Negierung allen den Kollekteuren eine nambaste Entschädigung zahlen will, die künftig eine Kollektur in Hessen nicht mehr erhalten würden. •» Die Schnaken bekam pfung scheint neuerdings dutf) anderwärts mit Nachdruck betrieben zu werden. Wie gemeldet wird, hat Geb. Nat Prof. Flügge, Vorsteher der hygienischen Anstalt zu Breslau, an die Hausbesitzer und Hausverwalter des Scheitniger Stadtteils in Breslau ein Schreiben verschickt, in dem es u. a. heißt'. „Der Maaistrat der Stadt Breslau bat beschlossen, die all- säbrlich berrschende Mückenvlage planmäßig tu bekämvsen; dazu ist der Plan in der biesiaen bnqttMincbcn dlnstalt ansgearbeitet worden. Nach diesem Plane ist es in erster Linie erforderlich, die in den Kellern und Erdaeschosien der Häuser oft massenbaft überwinternden Mücken vor Eintritt der wärmeren Witterung tu vernichten. Aus ieder solcher überwinterten Mücke geben bis zum Ende des Sommers schätzungsweise 75 000 Millionen neue M ü cken bervor. Um eine erfolgreiche Durebfübrung des Planes, der alle Bevölkerungsschichten Breslaus gleichmäßig angebt, zu er nöalicheu, bitten wir Sie ergebend, den in den nächsten Tagen sich bei Ihnen meldenden, mit Ausweis- karten versehenen Desinfektoren den Zutritt zu den in Betracht kommenden Kellerräumen Ihres Hauses und die Vornabme der zur Abtömng der Mücken erforderlichen Prozeduren gestatten zu wollen." *• Die Diener der hessischen Staatsbehörden haben eine Vorstellung, betreffend Gehalts- 2C. Verhältnisse an die Zweite Kammer gerichtet. Sie bitten, zu beschließen, daß 1. ihr Diensteinkommen, anfangend mit 1500 Mk., den Höchstgehalt von 2200 Mk. in zwölf Dienstjabren erreicht, steigend von drei zu drei Jahren um 175 Mk. 2. Daß alle durch Dekret bei Hesüschen Staatsbehörden als Diener an- gestellte Beamten in Bezug ihres Diensteinkommens einander gleichgestellt werden. 3. Beseitigung der Gebühren und Vereinnahmung derselben durch die Staatskasse, sowie Ueber- nahme der Substituten auf die Staatskasse. 4. Gewährung eines Wohnnngszuschusses denjenigen Beamten, welche keine Dienstwohmmg inne haben; sowie Vergütung der Auslagen und Kosten, die den Dienern, insbesondere den Gerichtsdienern, erwachsen, bet Zustellungen oder sonstigen Dienstv^rrichtungen außerhalb ihres Wohnortes. □ Klein - Linden, 9. März. Die langersehnte Wasserleitung und die Anlage einer zeitgemäßen Ortsbeleuchtung scheint nun endlich zustande zu kommen. Durch Ingenieur Jung und Kulturtechniker Weller wurden gestern die ersten Vermessungen vorgenommen. Die Einwohner stud über die baldige Einführung beider Einrichtungen sehr erfreut. Es ist möglich, daß der Anschluß an das Gießener Elektrizitätswerk angestrebt wird. (!) Groß en-Linden, 9. März. Die Renovierung >nseres 1000jährigen Gotteshauses, das im Frühjahr in Angriff genommen werden soll, wird 2 6 000 Mark er- iordern. + Laubach, 9. März. Heute nachmittag um 2 Uhr -var Schluß der Abiturient en-Prüfung am hiesigen Gymnasium. Die Abiturienten bestanden sämtlich. Lauterbach, 9. März. Ueberfahren wurde.gestern abend von dem Zuge 11.10 Uhr nach Alsfeld der Postschaffner König von hier bei der Ausübung seines Amtes. Es wurde ihm der rechte Fuß und das linke Bein bis zum Knie abgefahren. Unter qualvollen Schmerzen verstarb König heute nacht, eine Witwe mit vier unmündigen Kindern hinter- laffend. e. Lauterbach, 9. März. Gestern abend gegen 11 Uhr -vurden dem Postschaffner König von hier am Bahnhof von dem einfahrenden Zuge beide Beine abgefahren. Noch in bex Nacht ist der Verunglückte seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern in ärmlichen Verhältnissen. Das Unglück ist durch eine Unvorsichtigkeit entstanden. König hatte aus einem Zuge Packete entladen; dabei war ein Packet auf das andere Geleis gefallen. Als er dies aufheben wollte, wurde er von dem Zuge, welcher von der entgegengesetzten Richtung einfuhr, erfaßt. t in dw vlten Kaserne über zw"i Fälle. D-er Gerichtshof r'enanS ans Maior Hofmann. Hauvtm"nn a D. n s ch und den Obersantnants Stein und D 0 r iR. Verbau dl nngslei ter war KriegsgaricktSrat Koch. T-?e An^aam v^tmt P'Ti‘'*«nori(bt3rnf s) b e n a u e r. Untrroffizi'w K. nnw angeklaat der Unterschlagung, des Belna'm^ eines Voracsebtwi. d-'s Unoo^->7sanis und d^r unerlm'btan EnU-"rnuna. Tm- Anaekwafe batte von zwei ifmt unt-'raebenen Soldaten je 1 Mk. bekommen, nm damit beim Phkotoarnvben Schulden zu hez-ahlen: er hatte dem vorgesetzten Feldwebel auf dessm Befragen unwahre Angaben über das noch in seinem Belitz befindliche Geld gemacht. Eines Nachmittags hatte er sich im Dienst höchst unpünktlich gezeigt, worauf ihm der Feldwebel befohlen hatte, die Kaserne nicht mehr zu verfassen. K. war trotzdenr aegen abend in die Stadt gegangen, batte die Nacht üb-r verschiedene Wirtschaften besucht und war bis zum Morgen nicht in die Kaserne zurückgekommen. Wo die 2 Mk., wetch" nach 'be* ?lnklage von K. unt^rschlaaen worden sind kn jener NaM hingekommm sind, will dieser nicht mehr toittm <*r bestreitet aber ganz entschieden, etwa dafür Getränk gennsmn zu haben, ^as Kriegsgericht sprach «d'N Angeklagten wegen Unterschlagung frei, erkannte ab^r weoeu der übrigen Verfehlungen w'f eine Strafe von 4 Wochen Mittelarrest. —D-er Mus- kier W. von der 8. Komv. des 116. Jnf.-Regts. stand unter Anklage wegen Ungehorsams vor versammelter Mannschaft. Es handelt sich um einen Vorgang auf der Straße, und der Verteidiger, Hauvtmann H 0 0 s , beantragte, da dieser Vorgang sich nicht im eigentlichen Sinne vor versammelter Mannschaft abgespielt habe, und auch sonst mildernde Umstand-' anzunehmen seien, von einer Gefängnisstrafe abzusehen. Tat- Gericht erkannte auf Wochen strengen Arrest. Sport. Hunde-Ausstellung in Frankfurt. Am Sonntag den 5. d. M., fand in Frankfurt a. M. eine von der Vereinigung für St. Bernhardshunde (Sitz fit Frankfurt a. M.1 veranstaltete allgemeine Ausstellung frnrt Himden aller Rassen statt. Sie war mit ca. 724 Hunden beschickt worden. Der äußerst rege Besuch der Ausstellung zeigte, welch großes Interesse man in Frankfurt a. M. dem Hundesvort entgegenbrinat. Was die Hunde anlangt, so waren manche Rassen in großer Zahl und Güte vertreten. so z. B. St. Bernbardsbunde. Collies, Tnbermannvt'nschcr, Spitze und Njnsch-er. Folgende Gießener Aussteller errangen Preise- Hr. Karl Volk auf Dobermannpinscher, einen Rüd-m und zwei Hünd'nnen zwei 1. und vier 2. Preise, sowie einen Ehrenpreis. Hr. Justus Lenz tntf einen Dvbermannptnscher-Rüd°n einen 1. und einen 5. Preis. Hr. Otto S e t t e g a st auf eine Dobermann- vinscher-Hündtn einen 3. Preis. Hr. Louis Hammel auf einen Bulldogg-Rüden einen 1. und Ebr-mpreis. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voransstchtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 11. März 1905: Zeitweise auibeiternd, nur noch stellenweise im Gebiet geringe Niederschläge, kälter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kir^tiche 'Nachricklen. Evangelische Gemeinde. Gl»1tesdienÜ. In der Stadtttrche. Am Sonntag Jnvoeavit, den 12. Märzt Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Missionar Fl ad aus Frankfurt a. M. Im Anschluß daran im Gemeindefaal, Kirchstraße 9: Versammlung zur Feier des 50iährigen Jubiläums der Baseler Halb- batzen-Kollekte, wozll alle Sammler und Sammlerinnen, Geber und Freunde der Halbbatzen-Kollekte eingeladen werden. Abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Mittwoch den 15. Marz, abends 6 Uhr: 2. Passions-Andacht. Pfarrer Schwabe. Näcbstkunftigen Sonntag, den 19. März, findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Fn der Fohanneskirche. Vormittags 9V? Uhr: Professor D. E ck. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrassistent Schulz. Abends 6 Uhr: Siebe Stadtkirche. Montag, den 13. März, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Pfarrassistent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. März 1905: Nachmittag? um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 12. März 19 0 5, 1. Fasten sollntag: Vormittag? von 6 V. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Ansteillmg der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heilige Meffe. „ um 9 V, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5’/, Uhr: Christenlehre: darauf Andacht. Abends um 8 Uhr ist im Lenz'schen Felsenkeller Versammlung des Volksvereins, wobei auswärtige Redner Vorträge halten werden. Alle Herren der katholischen Gemeinde find eingeladen. Mittwoch abend um 6 Uhr ist Fastenandacht. Israelitische Religionsgemeinde. in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 11. März 1905. Vorabend 6.00 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterllärung. Sabbathausgang 7.10 Uhr. Israelitische Neliqionsgesellschaft. (Gottesdienst. Sabbathfeier am 11. März 1905. Freitag abend: 6.00 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 7.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 6.00. Kriüinal-praölmt'l'drlngeil. R. B. Darmstadt, 10. Marz. In der heutigen Sitzung der 2. Kammer gab Staatsminister Dr. Rothe bezüglich der Anfrage der Mgg. Tr. David und Adelung (vergl. den heutigen lok. Teil) die Erllärung ab, daß in der Angelegenheit bereits die höchste. Behörde der Vcrwaltungsinstanz entschieden habe und die Regierimq infolgedessen feine Veranlassung habe, auf die Sache einzugehen. (ES handelt sich um die Nick'tbestätig- ung der Wahl des freireligiösen Prediger? Frhrn. v. Zucca- Cuecagna -uvk Stadiverordneten in Mainz.) In der Debatte wurde von beit Mgg. Windecker und Schmitt da? in der Anfrage auSgedrückte Verlangen einer rechtmäßigen Entscheidung tv-A '''rovfnzfa7au7Ni.»ffes 1 • .ravtnekkSfufffz chiuslic^fm schärfstet Weist gef-rnz-schnct. Be?' -ich dw staatlichen Schlachtvieh v e rs i cki e ru n g beschoß bie Kammer, aus einem ersten Beschlllß auf Festsew'na der Versich^"-N'''sgreuze von 15,00 M k. zu bebrnren. im Geaensatz zu dem Beschluß der ersten Kammer, die 25 00 Mk. festgesetzt lwtte. Eine längere Debatte entspann sich über den Antrag Schönberger irbctreff der Enffchädigung von an. Maul - und Klauenseuche gefallenem Schlacht« vieh. Vom Strkftc. London, 10. Marz. „Daily Telegr." meldet ans Tokiö von gestern: Gerüchtweise verlautet, daß da? russische Zentrum umzingelt fei; später ist das Gerücht durch eine Depesche bestätigt worden, nach der 200 000 Russen ab« geschnitten sind. London, 9. März. Reuters Bureau meldet aus Niu» lschwang• Nvgi fetzt feineu V 0 r m ars ch in (Sil* Märschen, bis zu 25 Meilen täalich, fort. Er operiert in Verbindung mit Okns linkem Flügel. Es heißt, er habe eine großer ussische Streitm acht bei Tielin g umgangen und die russischen H i l f s t r u p p e n a b - geschnitten, die sich eiligst zur russischen Hauptmacht begeben wollten. Weiter heißt es, 'General Nogi sei während seines Marsches an einer russischen Division vorbei- gegangen, habe derselben iedoch keine Aufmerksamkeit ge- whenkt. bis er seine Umgehnnasbew'egunfl vollendet hatte. Erst dann habe er von allen Seiten einen vernichtenden An griff gemacht. KuroPci tkin hat, wie erklärt wird, seit dem 1. März keine Verstärkungen aus der Richtung! von Charbin erhalten. Tokio, 10. März. Alle fünf iapanischen Armeen sind in glücklich st er Vorwärtsbewegung^ die Russen in vollem Rückzüge auf allen' Straßen, die vom Hunbo zwischen Mnkden und Futschun nach Tieling führen. Die Leitung der Operationen erfolgte nach einem vom Generalstohschef Kodama entworfenen und von Marschakl Ovama gebilligten, von langer Hand vorbereiteten Angwiffsplan. Die neuen großen Verstärkungen waren den Armeen in aller Stille zugeführt und rückten allem Anschein nach völlig überraschend für die Russen in die Schlachtlinie ein. Petersburg, 10. März. Die hiesigen Armeekreiso halten angesichts der nun llar aewa^igenNieder^ läge nicht zurück mit schweren Vorwürfen gegen! das Oberkommando. Dte Bildung einer neuen großen ?lrmee wird immer erpstar debattiert. Es gibt sogar einflußreiche Kreise, welche den Zaren bewegeu wollen, sich selbst an die Spitze der Armee zu stellen. Man geht nicht zu hrit. wenn man behauptet, dieser Vorschlag solle mundgerecht durch den Hinweis gemacht werden, der Zar würde in Berücksichtigung der gegenwärtigen revolutionären Strömung am sichersten an der Spitze seiner Tru.ppen sein. Sollte der Zar nicht zur Hebet* nähme des Kommandos geneigt sein, dürfte ein Gr 0 ß fürst als Armeeführer in Aussicht stehen. (Diese Pläne sind nur Wünsche der Militär- bezw. Kriegspartei.) Petersburg, 10. März.1 Dke Erörterung aller poll« tischen Fragen .ist auch in Zivilkreisen völlig vetsllimmt. Dfe Aufstellung einer neuen Armee soll bereits befohlen sein. Zahlreiche kaum zu kontrollil'rende Gerüchte von neuen Mobilmachunasmaßnahmen durchfchwirren die Stadt. —4 Aus Smolensk ttürd gemeldet: Die 71. und 75. Artillerie»., Brigade geht nach dem Kriegsschanplatz-e ab. Damit tnärc; also die. Mobilisierung des 13. Korps beschlossen.' In den Kämpfen um Mnkden hat sbch das 1. sibirische Korps Stackelberg und das 10. Zetpitzkische Korps besonders' hervorgetan. Tokio, 10. März. Die Fapane r er b e u t e t e n den Kämpfen um Mnkden 5 7Ges'chütze,4700Gewehro, und 4220 Eisenbahnwag-en mit verschiedenen Gegend ständen. Die Zahl der Gefangenen ist noch unbekannt. * Regensburg, 10. März. In dem Magazin bÄ Staatsbahnzentralwerkstätte sind große Unter* schleife festgestellt worden, die Jahre zurückreichen. Der Wert der unterschlaaenen Gegenstände soll bedeutend sein. London, 9. März. Reuters Bureau erhält die offizielle Mitteilung, die japanische Negierung habe gehört, daß große Geschäfte in der neuen 6prozentigen inneren japanischen Anleihe stattfänden, für welche doch die Zeichnungen nicht vor dem 25. März in Tokio und Poko- hama eröffnen würden. Die Regierung habe in keiner Weise solche Geschäfte autorisiert. Paris, 10. März. In einem Hotel zu Marseilk^ wurden sechs russische Nihilisten, darunter zwei ehe-: malige Offiziere verhaftet. Nach den aufgefunbenen, Papieren gehörten sie einem Verbanbe an, ber die Er-' mordung zweier Großfürsten beabsichtigte. Warschau, 10. März. Nachts schoß ein Unbefannfet auf den Bezirkspolizeikommissar Rittmeister Nastiagaiow und verwundete ihn schwer. Der Rittmeister schoß zwei mal auf den Täter, ohne ihn zu treffen. Tokio, 10. März. Die Japaner kaperten bi6 britischen Dampfer „Venus^ und „Aphrebite^, bis mit Kohlen nach Wladiwostok nnterweas waren. Telephonischer Kursbericht 8? nnkfnrt a. 38. Tendenz: fest. 135.40 51.65 45.85 105.60 68.20 68.80 ?.o/o Mexikaner . , 4k$erl. lochend kann u. Hausarbeit übernimmt.- gesucht. 1274 01324 Ebelstraße 2. Mjsrao Dürr -Liä-A» gesucht. 1284 Ludwigsplatz 5, 111. 01350] Ein Hausbürschchen gesucht. Näheres Hammstr. 27. 1229 Junger Hausbursche so- sort gesucht Seltersweg 14. Snoerlßiiig. SchMthrliog Sohn ehrenh. Eltern, der die Begriffe „Mein«. Dein" unterscheiden kann, gesucht. 01421 „Bureau Üniversal“ Inh. K. Wenzel, Neue Baue 9. 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