Freitag 10. Februar 1905 155. Jahrgang Erstes Blatt. haben die Zechen cmf irgend eine der Anforderungen der Streikenden hin Konzessionen gemacht; die Arbeit muß also zu den ulten Bedingungen ausgenommen werden. riet, sich nunmehr zu bescheiden und ihren Frieden mit der An-* dustrie zu machen. v . e . Als Anwalt der aesckädigten Exportmdnstrie trat nnt warmen Worten Aba. K ä m v f f (fr. in die Schranken — Graf Posa- dowsky fegte ihm für morgen eine eingehende Erwiderung zu -7, doch er erntete auf der Rechten nur ironischen Widersvruch. Kem Wunder also, wmn Kampfs sich'veranlaßt iah, den Gegnern gehörig an den Wagen zu fahren. Immerhin hat schon der erste Dag der Generaldebatte bewiesen, daß die Annaymeder Ha n- delsverträae a^ä opsleb^r't gatten ausnahme d er Arbeit. , . . _ Auch in den Versammlungen in Dortmund ging es erregt zu. Von den Führern wurde betont, daß kein Geld mehr da sei. Eine Ansprache des Pfarrers Traubs beruhigte schließlich die Leute etwas. Er hielt ihnen eindringlich vor, daß sie die Ehre und cie .Organisation aufs Spiel setzten. Endlich gab man sich zufrieden. Die dortigen Belegschaften wollen heute ^Freitag) gemeinsam zu den Zechen ziehen und wegen der Anfahrt fragen. Sollte etwa ein Betriebssührer jemand maßregeln, so wollen alle umkehren. In Bochum erklärte sich eine von ungefähr bUUU Bergleuten besuchte Versammlung des Reviers nach dem Referat des Abg. Sachse und des Vorsitzenden des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter einstimmig s ü r s 0 s 0 r t r g e Wiederausnahme der Arbeit. Auch in Ruhrort Iund Earnav stimmte man dem Beschluß der Delegierten- > Versammlung zu. In Ob er Hausen sprachen sich aber zwei Versammlungen gegen die Wiederaufnahme der Arbeit aus. .. , Die Laae ist also Zt. norfi völlig un aekl art. VezugSpreiOr monatlich 75 PI., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—vienel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeige« iit die Tr rsmannrer 's vo-mUtaqs 0 'ckne. Z c "ennreis: okar A* auswärts Ä ä'z. ? e^antwortl'ch süE den poltt und M.,ehx« Teil: P. Witiko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. ung, den Streik fortzusetzen. In Bottrop besckilosscn indes zwei Versammlungen die Wiederaufnahme der Arbeit, ebenso in Mten-Essen und Bruckhausen. Essen ist für Wieder- meisten' empfundLen Hstände sorgen LL^di^L'U" S r dnk alle die Be-1 bs wird der Regierung nicht allzu schwer werden, das Zentrum für die Verträge zu „gewinnen". . - 1 Mit Herrn Bernsteins langer Rede waren seine Parte:- von freunde nicht recht zufrieden. Er schwächte dre Wirkung semer Kraftworte ab durch lebhafte Reflexionen,^ die den wottischen Widerspruch der Rechten heranswrderten Lvs drecmaftge dröhnende , Nein!", mit dem er schließlich die Vertrage ablehnte, konnte die Schwächen der Rede nicht toethnod>en. Ganz anders hatte Graf Vosadowsky dav Obr des Hauses, als er ein anschauliches Bild der bei den Handelsvertragsver- handlunaen geleisteten Riesenarbeit entwarf. Was er dann über die Bedeutung der Landwirtschaft sagte, gefiel den Herren aus der Rechten außerordentlich. Der Satz aber, Tein Konsument dürfe becmsprucheir, daß die L a n d w i r t s Ä a f t seinetwegen mit Verlust arbeite, klang im Munde eines die, Worte sonst fo foralich wählenden Staatsmannes wie Gras Vosadowsky ge- radezu paradox Umsomehr, als sein Nachweis nicht als gegluckt bezeichnet werden kann, daß die Industrie, durch deren Hoch- stond die gute Lebenshaltung zahlreicher Konsumenten bedingt ist ÜÄ übertriebenen Befürchtungen hingibt über die ihr aus kJ. -neuen Verträgen erwachsenden Schädigungen. Wenn auch Me MuKielle» Internaten den Rat des Grafen Pasadawskt befolgen und ihr Urteil über das 5)andelsvertragswm-k Nicht auf einzelne Positionen, sondern auf eine durch die gesamten Verträge gezogenen Diagonale aufbauen, 10 werden sie schwerlich rii der Auffasung fick bekehren, daß die Industrie m dem gleichen ^liaße zu ihrem Rechte gekommen sei, wie die Landwirtschaft. Namens der Konservativen sprach Abg. Graf Kanitz, der Aarargelehrte", dessen Neigung es ist, mit statistischen Zahlen °oöXrrn die im Augenblick schwer zu entkräften sind, und die Vorzüge' kurzfristiger Meistbegünstigungsverträge gegenüber langfristigen Tarifverträgen zu verkünden. Im übrigen hat Graf E'ff dickle big .Handelsvertragswerk wirklich durchstiidiert, imT Vimn: ^ ^111^ biefer Kenntnis in der Lage und gerecht uud ^.Ln daß gewissen Wünschen der Industrie nicht ?ntüwochen^ worden fet Ja, Graf Kanitz bedauerte es sogar, weswreußischer Landwirt, Abg. Sieg (nl.), ging noch M-nipn ^rfiritt weiter Er räumte em, »aß wichtige Zweige der Industrie bind) die Bestimmungen der neuen Vertrage in schwere Bedrängnis geraten können Sieg ist - bezeichnender- m .ja)**-LTt m;. Mit Ar und Halm von den neuen Handelt." Äff« h’Äflt, Ä s-in-n Memtoen B-rnssg-noss-n Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die Ereiqnisse in Rustand. @me Unterredung mit Trepow. Ein Korrespondent der „Frkf. Ztg." hat im Petersburger Winterpalais eine Unterredung mit dem Generalgouverneur! Trepow. Die Zeit der Unruhen, sagte er, ist vorüber (!! Vergl. unten die Nachrichten aus Sosnowice! D. Red.) und die Bewegung ist jetzt nur eine ökonomische. Hier arbeiten alle Fabriken außer der Waggonfabrik Bastrcm, aber am Samstag wird auch dort der Streik beendigt sein. Das Verlangen nach einer Konstitution ist unerfüllbar. Der Zar ist Autokrat durch den Willen des ganzen Volkes. Ein Mittelding wie der Senst^ Ssobor, eine Ständevertretung, ist in Krieaszeiten undiskutierbar. Der Krieg, dessen'sind wir gewiß, endet siegreich für uns. Meine Funktionen sind nur vorübergehend und ich hoffe, daß der Zar mich bald entbeben wird. Die Verhaftung Hochs. Petersburg, 9. Febr. Von zuständiger Seite wrrv mitaeteilt: Der deutsche Reichsangehörige, Kaufmann F. A. Hoch, wurde am 28. Januar verhaftet, und auf Intervention der deutschen Botschaft am folaenden- Tage wieder aus der Haft entlassen, nachdem sich herausgestellt hat, daß eine bedauerliche P er s 0 n en v er we ch s lun g vor- aeleaen habe. Das russische Ministerium des ^nnern hat alsbald Hoch schriftlich sein l eb h aftes Bed auer n über dieses grobe Versehen ausgedrückt und ihm mitgeterlt, daß der betreffende Polizeibeamte, welcher die Verhaftung anlaßt hatte, bestraft worden sei. Die Lage im Lande. Sosnowice, 9. Febr. Vor der Katharinenhütte erfolgten abends blutige Zusammenstöße Em Ar- beitertrupp wallte auf den Platz dringen, um Arbeitswillige' am .Hochofenbetrieb zu vertreiben. Das Militär gab acht S a l v e n E ab. 15 Arbeiter wurden verletzt und. 10 a e - tötet. Vormittags fand bei Milowice em ähnlicher Zu-, sammenstoß statt. t Kattowitz, 9. Febr. Außer auf der Katharinenhutte; bei Sosnowice kam es bei der Niflagrube hinter Modrzeowj zu einem Zusammenstoß zwischen Militär und Streikendem. Man spricht von 150 Toten. Die Gerüchte smd augenblicklich unkontrollierbar, doch muß die Zahl der Opfers groß sein, da die Salven in eine dichte Menschenmenge gegeben wurden. Kattowitz, 10. Febr Bei dem Zusammenstoß vor der Sosnowicer Katharinenhütte gab es nach den bisherigen Angaben 54Toteund70 Verwundet e. Vom Militär wurde, niemand verwundet. Zur Bewachung der. Eis en bahn brücke von Sosnowice nach Kattowitz wurde heute abend die preußifche G-ndm-merie verstärkt. Nr. 35 vrfch-ivt tL-lich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfiichen Landwirt die Gießener Familien« Blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93er» lag der Brü h l'sehen Un wers.-Buch-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion. Ervediuon und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Deveschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanlcklußNr 51. Ansiand. Nom, 9. Febr. Ein hoher Beamter des Ministeriums des Aenßeren teilte einem hiesigen Berichterstatter mit, der Deutsche Kaiser werde mit dem Kronprinzen und dessen Braut in Livorno zusammentreffen, wo der Monarch mit dem Prinzen Eitel und der kaiserlichen Familie Mitte März ankommen werde. Wien, 9. Febr. Das Abgeordnetenhaus begann die erste Lesung des Staatsvoranschlags. Abg. Sommer erörterte eingehend das Verhältnis zu Ungarn. Er empfahl einen Anschluß an Deutschland und sprach sich gegen Konzessionen an die Tschechen und Italiener aus. Skene (Mähre) rühmte die österreichischen Kommissare bei den Handelsvertrags-Verhandlungen mit Deutschland und bemerkte, daß dabei Deutschland es an Entgegenkommen und Aufrichtigkeit hätte fehlen lassen. Der Sozialist Seiz wendet sich in einer Anfrage ein das Präsidium gegen den Geschäftsordnungs-Entwurf des Herrenhauses und beschwert sich über die Einmischung der Herrenhäusler in Sachen des Abgeordnetenhauses. Dw Sozialisten rufen: .Die Herrenhäusler sind Trottel. Ausbeuter, Lumpe, senile Greise!' Der Präsident erwidert, das Herrenhaus sei in seinen Beschlüssen souverän. Die Sozialisten rufen: .Das Präsidium ist servil, v s u i Vräsidium! " Per Krieg. Vom Kriegsschaitplalje. Tokio, 9. Febr. Vom Hauptquartier der tnandschu- rischen Armee wird gemeldet, daß die Russen in der Nacht vom 7. Februar mit der Beschießung in der Richtung aus den Sch ah0 fortsehen und daß sie sich inetter ut öer Front von Vouliuchenpae und in der Umgebung von Heikaitei verschanzen. r • Tokio, 9. Febr. Man kann geaenwartig -.v l a d 1 wostok von der Seeseite her nur durch oic Tschuschima- uns die Tsugarastraße erreichen, denn die übrigen Mecresstraßen sind fast ganz von Eis bedeckt. Um die Schaurigkeiten des Heran kommens an Wladiwostok zu erhöhen, kündigt me Regierung an, sie werde die Leuchttürme tn der Nahq der Tsugarastraße auslöschen imd sie nur gelegentlich imebet an zünd en. Die Ja p aner bewachen durch Kreuzfahrten svr^ faltig die beiden - ’i<> " n < iraßen. Ndan glaubt, daß du: Blockade von ^Wladiwostok jetzt durch geführt Ale veAtige Kummer umfaßt 10 Selten. Aas Knde des WerffarKeiterKreiKs. Wir" erhielten gestern kurz nach Fertigstellung unseres Blattes folgendes Telegramm: Essen n. d. R., 9. Febr. Die seit 9 Mr tagende Revierkonferenz der streikenden Bergarbeiter beschloß gegen 2 Uhr die Annahme einer Resolution, welche die Indes findet der Beschluß der Führer unter den Bergleuten mannigfach Opposition und den Delegierten wurde bei ihrem Austritt aus dem Versammlungsraum von der auf der Straße wartenden Menge ,,Verräter"^und ,.gestochene" entgegengeschrien. In den für gestern nach-- Wiederaufnahme der Arbeit empfiehlt. Imittag in Essen und Umgegend anberaumten ösfent- §eute liegen uns folgende Berichte vor: ti ch en Ber g ar b e iter v ers am m ln n g en wurde mit Essen a. d. Ruhr, 9. Febr. In der geheimen überwiegender Majorität bei ch lochen, oem Beratung der Revier-Konferenz wurde, wie der Vor- Beschluß der Delegierten-Konferenz der Bergarbeiter, die fitzende nach Zulassung der Presse feststellte, der Siebener-Arbeit wieder aufzunehmen, nicht bei zu treten, viel- Kommission ein V e r t r a u e n s v o t u ni ausgestellt. Efiert mehr im A u s st a n d z u v e r h a r r e n. Sachse und andere und Sachse referierten kurz über die Besprechungen und Führer mußten flüchten.. Huv wollte die Bergleute ve- aaben die Gründe an, die für Wiederaufnahme der Arbeit ruhigen, wurde aber tätlich angegrichen. ^5or oem sprachen. Nach langer Geschäftsordnungs-Debatte wurde Lokal wurde ein Wagen mit etwa 250 000 Flugblättern mit überwiegender Mehrheit Schluß der Debatte beschlossen von Bergleuten überfallen, die Flugblätter wurden zerrissen und alsdann folgende Resolution angenommen: Mehrere Versammlungen wurden wegen ^umuirs In Erwägung, daß 'der Herrenstandpunkt des Vereins für polizeilich au fgelöst. Die zum weiteren Streik neiaen- bie bergbaulichen Interessen durch diesen Kampf in nächster Zeit hen Arbeiter bereiten ein Flugblatt vor Mit per Au,foroer- noch nicht gebrochen werden kann und die Werksbesitzer nach! - wie vor Verhandlungen mit der Siebenerkommission ablehnten, in fernerer Erwämmg, daß durch die Weiterführnng des Kampfes das g e sa m t e W ir t s ch a f t s l e b en einer unermeßlichen Er - s ch ü t t e r u n g ausgesetzt wäre, glauben wir an die Opferwulig- keit der Bergarbeiter wie der Gesamtarbeiterschaft keine höheren Anforderungen stellen zu dürfen. Im Hinblick daraus, daß nahezu die gesamte öffentliche Meinung auf feiten der streikenden Arbeiter steht und die Regierung, gedrängt durch die imposante Kundgebung der Bergarbeiter, im Reichstag bereits Gesetz-1 entwürfe betreffend Arbeitskammern und die Recht s - fähigkeit der Bernfsvereine angekündigt, sowie die seit einem Jahrzehnt versprochene Reform der Berggesetz- g ebun g auf das bestimmteste zugesagt Jät, in welcher 1. die Schichtzeit gesetzlich geregelt, 2. das Ueberfchichtswesen verboten bezw. eingeschränkt, 3. die Knappschafts käste verbessert, 4. das Wagennullen verboten, 5. die vielen und hohen Strafen beseitigt, 6. die Arbeiterausschüsse allgemein eingeführt werden — beschließt die Konferenz der T-elegierten der vier Verbände, die Arbeit morgen wieder aufzunehmeii. Sollten die Versprechungen, die man den Bergarbeitern während des Kampfes seitens der Staatsregierung gegeben hat, nicht erfüllt, die Beschwerden mibeachtet, die Mißstände im Bergwerksbetriebe in alter Weise fortbestehen bleiben, dann behält sich die Bergarbeiter^ schäft vor, fo einmütig, wie sie diesen Kampf geführt, aufs neue wieder den Kampfplatz zu betreten, urn.die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen zu erzwingen. Tie Bergarbeiter verpflichten sich, die Stärkung ihrer Organisation energisch ,--------- ------ zu betreiben, um jederzeit für einen neuen Kamps gerüstet KandelSVkrlrage lUt FketHStag. u«‘iT Kn"'S&A. ”««t Ä' mS? Sb “5“. Hus und anderer wurde die Siebmer-Kommstsron beauftragt, Tipwinatcnlaqen überfüllt. daZ Parkett Mit besetzt, weiterhin zu tagen und aus die Ausfiihrung der Versprechen Vundesrat«estrade desgleichen, auf der man heute — ertte AU achten und über sie zu wachen. parlamentarische Seltenheit — die Vertreter sämtlicher Einzel- * staaten erblickte. Im Hintergrund der Empore die stattliche Schar Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß für der an den Unterhandlungen mit den fremden Maaten beteiligt bm Entschlich der Siebenerkommission, den Arbellern zu em- D^^>^mmiss«e. Bülow „fe^lengJj11pI58IIe, pfehlen,. die Arbeit wieder aufznnehmen, von ausschlaggebendei Diskussionsredner, Mg. Bernstein (Soz.), er- Bedeutung das Telegramm des Reichskanzlers 9^^! schallen ließ, im Saale. Der Kanzler blickte höchst befrüdigt drein wesen ist, in dem er für den Fall, daß der Streik durch so- und begrüßte auf das kordialste den. Swatchekrttar^^ von sortige Wiederaufnahme der Arbeit seitens der Grubenarbeiter I Pichen Minister von Rheinbaben und beendigt würde, seine persönliche Intervention ankündigte. 011 Zmtrum hatte das erste Wort und entsandte den agrarisch Der Beschluß, dem Streik im Ruhrrevier durch Wieder- ^^hauchten Abg. Herold ans Rednerpult, getreu seiner Taktck Aufnahme der Arbeit ein Ziel zu setzen, ist nach Lage ^nächst einige Bemängelungen verlautbaren zu lasten, ^erow der Dinge der vernünftigste, der gefaßt werden konnte. Mtte seine Bede ebensogut gestern im L^^wirtschastsrat Mit n Tie Regwruug hat inzwischen wiederholt die Versicherung können. Km übrigen „ziert stch \ abgegeben, daß sie durch das Bcrg-Notgesch für bie Ab-1 nachdem Wellch-in . 1 *___ V _ i____ .t t*** i ort stellung der am .......—L.------ will. Es ist zwar nicht anzunehmen, daß alle die Be-. — stimmungen, deren Aufnahme in das neue ^Gesetz die ~ Siebenerkommission dem Grafen Bülow empfiehlt, Ver-,' wirMchung finoen, immerhin sind die Vorschläge, als voi. Praktikern ausgehend, für die baldige Fertigstellung der I Vorlage von Wert. Nebrigens ist die hauptsächlich, beanstandete Forderung eines Mindestlohnes in der Eingabe an den Reichskanzler nicht aufgestellt. Nun kommt es I darauf an, wie der preuß. Landtag das Not-Berggefetz behandelt. Wie sich in seiner gestrigen Sitzung der deutsche Landwixtschaftsrat zur Sache äußerte, das ist allerdings für die Bergarbeiter wenig vertrauenerweckend. (Vgl. den Artikel „Die agrarische Woche".) Für diese Ofieuherzigteit darf man immerhin dankbar sein. Denn nun wird d'ie preuß. Regierung nicht umhin können, in Erwägnung darüber einzutreten, was im Falle der Ablehnung des Berg-Notgesehes zu geschehen hat. Die Begründung des Beschlusses der Arbeiter Vertreter läßt keinen Zweifel darüber, daß der Kamps mit voller Kraft aufs neue geführt werden soll, wenn „die Beschwerden unbeachtet bleiben, die M i ß st än d e im Bergwerksbetriebe in .alter Weise fortbestehen." Eine Wiederholung des Streiks aber beschwört eine wirtschaftliche Katastrophe herauf, die den Fortschritt von Jahren zu Nichte macht. Tiefer neue Brand würde nur mit der äußersten Schwierigkeit zu iö'chen fern, nur mrt dem Erlaß eines Reichs-Berggesetzes, daß rm Rmchsta.g eure sichere Mehrheit hat. Daraus ergibt sich, daß Graf Bulow enttveder die Auflösung des preuß. Abgeordnetenhauses »ms Auge fassen oder daß er schon ,etzt Vorbereitungen für die re r chs g es c hlrche Regelung treffen muß, damit jede verhangntsboll wirkende Verzögerung nach Scheitern des preußischen Gesetzentwurfs ^Gegenüber' den Zechen ist der Streik völlig er- aebnislns geblieben, weder ist cs dcn OrNauisatiolieu gelungen, ihre Anerkennung als Vcrireter der Gesamtbcleg- schait bet den. Zechei,Verwaltungen. purchWsctzen, noch. Chifctn Vernehmen nach sind die russischen Kreuzer „Rossia" und „Gromobvi" ausgebessert. aber es sei zweifelhaft, ob sie den Hafen verlassen 1 verbot. Infolge der enormen Mengen von Steinkohlen, in deren Besitz Japan durch die jüngste Wegnahme von Schiffen gelangt ist und infolge der schon vorher angesammelten Vorräte hat Japan den Ankauf von Brennstoffen eingestellt. 'Ter Generalinspekteur der russischen Kavallerie, Groß- fürstNikolauS Nikolajewitfch reist in nächster Zeitz nach dem Kriegsschauplatz ab. Es unterliegt keinem Zweifel, daß damit die Nolle KuroPatkins als Leiter der kriegerischen Operationen ans gespielt ist. Mit dem Großfürsten wird Prinz Friedrich Leopold von Preußen seine im September verschobene Reise nach dem Kriegsschauplatz antreten. Ten letzteren wird Major Freiherr von Tettan vom Großen Generalstabe nach dem Kriegsschauplätze begleiten. Ter Prinz begibt sich am kommenden Montag nach Petersburg und wird dann, nachdem er dem Zaren einen Besuch abgcsiattct hat, gemeinsam mit dem Großfürsten Nikolaus die Fahrt nach den: fernen Osten ,an treten. Japans Geldbedürfnis. Tokio, 9. Febr. (Renter.) Der Vizepräsident der japanischen Bank reist am 17. ds. über Vancouver nach Amerika und England ab. Es werden jetzt Vorverhandlungen bezüglich der Bedingungen der vierten inneren Anleihe gepflegt. Der Finanzminister trifft Vorbereitungen zu einer Zusammenkunft mit Bankiers und Kapitalisten für den 13. ds., um den Zinseinsatz und die Zeit der Ausgabe der neuen Anleihe au besprechen. Sitzung der Stadtverordnetcil. Gießen, am 9. Februar 1905. Anwesend Oberbgm. Mecum, die Beigeord. Curschmann und Georgi, sowie sämtliche Mitglieder des Stadtverordneten- Kollegiums außer Beig. Heyligenstaedt und den Stadtverordneten Dr. Gutfleisch, Jughardt, Schiele und Schmall. Oberbgm. Mecnm gab zunächst von einem Dankschreiben der V o l k s s ch u l l e h r e r für deren Gehaltsregelung Kenntnis und berichtete darauf ferner, daß das Großh. Ministerium giwar dem Besitzer der Krachen- bürg, Weber, die.Erlaubnis zur Bebauung seines Eigentums erteilt habe, daß aber tzurzeit die Bauerlaubnis noch nicht erteilt werden Föthic, weil Weber behauptet, der hinter der Straße liegende Abwässergraben sei sein Eigentum, und sogar jeden Tausch mit der Stadt ablehnt, die ihrerseits das seit 1896 verbriefte Recht des Eigentums des Grabens, das im Grundbuch cingezeichnet ist, für sich in Anspruch nimmt, und, wie Oberbgm. Mecum betonte, weder das Recht noch die Neigung hat, ihr Besitztum ohne weiteres preiszugeben. — Stadtv. Wallenfels stellt gleichfalls fest, daß am Eigentumsrecht der Stadt kein Zweifel bestehe und daß bei der jeweiligen Räumtlng des Grabens immer nur die Stadt, niemals Weber, der sich doch als Eigentümer aufspielt, in Aktion getreten sei. — Na'ch einer Anfrage des Stadtv. Schaffstoedt, ob man nicht zur endlichen Beseitigung des unwürdigen Zustandes der Krachenburg sich mit Weber irgendtvie einigen könnte und wie hoch der Geländewert des Grabens sei, geht man nach einigen anderen Meinungsäußerungen der Stadtverordneten zum 2. Punkt der Tagesordnung über, der bett Fluchtlinienplan für die Kat'h arin en aasse betraf. Dieser ist ftüher bereits sestgestellt, aber nicht eingehalten worden, und die jetzigen Verhältnisse gebieten eine neue Linie festzulegen (nämlich bei den beiden Enden der Straße), was akzeptiert wurde. Ein B a u g esu ch d e s H e i n r i ch Kr ö ck V. zu Heuchelheim für die Rod he im erstraße wird abgelehnt, da sich wegen der festzulegenden Fluchtlinie in späteren Jähren Schwierigkeiten ergeben könnten. Es handelt sich um den Bau eines Wohnhauses mit einer Wirtschaft, die so weit außerhalb der Stadt liegend, außerdem der polizeilichen Ueberwachung Schwierigkeiten machen würde. Die Stadtv. Krumm und Löb er meinten zwar, man solle den Steuerzahler nicht veranlassen, über die Grenze des Stadtgebiets hinauszugehen, allein weitaus die Majorität beschloß, dem Antrag der Baudeputation auf Ablehnung des Gesuchs zu entsprechen. Auch ein Baugesuch des H. Becker II. für die Katharinengasse 14 wurde nicht befürwortet, dagegen wurde dem Baugesuch der Gailschen T am p fzie g e le i für den Erdkauterweg (außerhalb des Ortsbauplans liegend) Zugestimmt. Das Gesuch des Heinr. Kröck V. zu Heuchel- Herm um Erlaubnis zur Errichtung einer Stauanlage rmNeustädter Feld wurde bedingungsweise, gegen eine ;ährlrche Anerkennungsgebühr von 3 Mk. genehmigt. Ein gleiches in Aussicht stehendes Gesuch des Dan. Weller von Heuchelheim findet auch die einstweilige Zustimmung. Wegen der Anlage eines Geländers an der ^Trepp e ber d er neu en ka th o lisch en Kir che, was dre Stadtverordneten schon einmal beschäftigt hat, schlägt dre Baudeputatton vor, einstweilen noch die Entwicklung der Dinge abzuwarten, bis nämlich der Besuch der Kirche in Betracht kommt. Mit einer Aenderung des Flnchtlinienplans für bte Straßen zwischen dem Mittelweg und der Vetc- rinärklinik, deren Zweckmäßigkeit Oberbgm. Mecnm an ber Hand von Plänen erläutert, ist die Versammlung einverstanden. Zum Ausbau des Wetzlarerwcgs ist noch der Erwerb eines Stückes Gelände erforderlich und zwar von K. Wenzel und der Witwe Käß. Der zuerst Genannte verlangt neben dem Ersatz für Bäume und der Versetzung von Einfriedigungen 20 Mark für den Quadratmeter,' die Witwe Kan verlangt 15 Mark für den Quadratmeter. Der Stadtoerordneten-Versammlung erschien diese Forderung als viel zu hoch und man beschließt die Enteignung unter Zugrundelegung des Taxwertes von 7,50 Mark für den Quadratmeter. Von der Herstellung eines Kiesbanketts aus der nördlichen Seite des Schissen bergerwegs, die 1400 Mk Kosten verursachen wurde, schloß man sich der Meinung des Oberbürgermeisters an, der äußerte, der Zustand der Straße rechtfertige gegenwärtig so hohe Kosten nicht und in der Innenstadt seien mindestens ebenso# dringende Bedürfnisse vorhanden. Oberbgm. Mecum macht die Mitteilung, daß die städt. Unkosten, die der Einq uartierung imJahr!904 entsprungen sind, 4 0 000 M k. betragen, wahrend nur 2000 Mk. vorgesehen waren. Ca. 78 000 Mk. sind ausgegeben worden und 38 000 Mk. sind an den Stadtsäckel zurückgekommen. Die Rechnung des Großh. Realgymnasiums und ber Oberrealschule für 1903/04 (der städtische Zuschuß beträgt 44 075 Mk.) gibt zu Ausstellungen kein Anlaß. Eine Entschädigung für Obstbäume, die in dem bereits genehmigten Tauschvertrag mit Gg. Thront versehentlich noch nicht einbegriffen war — sie beträgt 46 Mk. — wirb nachträglich genehmigt. Die Beschaffung von Schulräumen für das Realgymnasium, die von den Stadtverordneten schon beschlossen wurde, beansprucht 1200 Mk. Kosten, die von der Versammlung bewilligt werden. Für die Beschaffung eines Sprengwagens und zweier Schlamm wagen werden 2400 Mk. bewilligt. Die Vergebung der Arbeiten für die Hausanschlüsse bei der Kanalisation soll an die Firmen Jäger und Rumpf und H. W. Rinn erfolgen. Es soll dem pflichtmäßigen Ermessen des Tiefbauamts überlassen werden, die Arbeiten an die beiden Unternehmer zu verteilen. Die Firma Jäger und Rumpf hatte für die gesamten Arbeiten 126 497.89 Mk. verlangt, die Finna H. W. Rinn 121 807.10 Mk. Tie zuletzt genannte Firma soll, da sie nicht nachgewiesen hat, daß sie schon ähnliche Arbeiten ausgeführt hat, zunächst einige Probeanschlüsse zur Beurteilung ausführen. Von den übrigen Punkten, die in der öffentlichen Sitzung verhandelt wurden, erwähnen wir heute nur die zwei wichtigsten, nämlich den, die Errichtung einer Zicgcnzuchtstation und den, die Errichtung eines Zuchtviehmarktes betretend. Morgen werden wir ausführlichere Mitteilungen übet die weiteren Ergebnisse der Sitzung machen. Von der Errichtung einer eigenen Ziegenzuchtstation will man Abstand nehmen, dagegen deut Ziegenzuchtverein, der bekanntlich die Bockhaltung, zu der die Stadt sonst verpflichtet wäre, seither übernommen, nun aber wegen finanzieller Bedrängnisse auszugeben beabsichtigt, entgegenkommen. Dem Beigeord. Curschmann soll es überlassen werden, mit dem Verein wegen der Gewährung eines höheren Zuschusses zu verhandeln. Auch der Anfrage des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins wegen der Errichtung eines Zuchtvieh- Marktes in Gießen steht man sympathisch gegenüber. Wahrscheinlich wird für diesen neuen Markt die Bichler'sche Rennbahn als Platz in Anspruch genommen, da Bichter sich als sehr entgegenkommend erweist und der jetzige Vieh- marktplatz voraussichtlich deshalb nicht in Frage kommen kann, weil die Züchter wegen Seuchengefahr ihr teures Vieh nicht dort unterbringen wollen. Die Stadt wird der Markt, wie ausgerechnet wurde, 1000 Mk. für den Markttag kosten; unmittelbare Einnahmen erwachsen ihr dagegen nicht. (Schluß folgt.) In der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. beschlossen, Bauführer Heß vom 1. April ab für den Kanalbetrieb anzustellen. Aus Stadt und Sand. Gießen, 10. Februar 1905. ** Schiller feier in Gießen. Rach verschiedenen Vorberatungen der beteiligten Kreise über eine würdige Schillerfeier auch in unserer Stadt, hat gestern diese Angelegenheit auch die Stadtverordneten beschäftigt. Sie faßten in nichtöffentlicher Sitzung folgenden Beschluß: Die Schuler und Schülerinnen der oberen Klassen der Volksschule und erweiterten Mädchens chttle werben größere Schulfeiern haben. Ferner soll ein Zuschuß zu der von der Studentenschaft beabsichtigten Schlller- feier gewährt werben, unter ber Bebingung, baß zu ber beabsichtigten Aufführung ber „Braut von Messina" nnb bent Festakt in ber Universitätsaula (wobei, wie wir hören, Geheimrat Prof. Dr. Behaghel bie Festrede halten wird) ein Teil der Plätze auch für die hiesige Bürgerschaft reserviert wirb und daß eine weitere Aufführung der „Braut von Messina" in derselben Rollenbesetzung wie bei der Erstaufführung an einem folgenden Sonntag als Volks Vorstellung stattfindet. ** Akademischer Vortrag. Am Donnerstag fand der erste der vier akademischen Vorträge aus der Altertumswissenschaft in der dicht besetzten Aula statt. Professor Dr. Bet he schilderte die durch erstaunlich erfolgreiche Ausgrabungen seit Schliemann erst wieder erschlossene, bis dahin völlig verschollene vorhomerische Kultur, die nach ihrem ersten großen Fundorte die „Mykenische" genannt wirb. Bc- sonbers bie großartigen weiträumigen und mehrstöckigen Paläste in Kreta, bie jetzt aufgegraben werben (Knossos unb Phaistos), zeigen in ihrer guten Erhaltung eine Baukunst, eine Formen- nnb Farbenpracht, einen Reichtum, einen behaglichen Luxus, unb hygienische Anlagen (Bäder, Waterklosetts, Senkgruben) wie sie doch erst int späten Altertum und jetzt wieder erreicht sind. Zahlreiche z. T. kolorierte Lichtbilder vermittelten die Anschauung. — Hoffentlich werden die weiteren Vorträge an den folgenden drei Mittwochen (Prof. Dr. Wünsch über „Rout zur Zeit Goethes", Professor Dr. Sauer über „antike Malerei", Prof. Dr. M. L. Strack über „Alexander den Großen") ebenso zahlreich besticht werben unb für die wissenschaftlichen Reisen der Gießener Studierenden eine erkleckliche Summe zusamntenbringen. ** Der Krieger-Verein Gießen hielt vor einigen Tagen seine diesjährige Hauptversammlung ab, worin es sich in ber Hauptsache um bie Vorstanbswahl hanbelte. An Stelle des früheren ersten Vorsitzenben, Landgerichtsrats Wiener, Hauptmann d. L., wurde Fabrikant 2t. Gabriel, Hauptmann d. L., gewählt. Die sämtlichen übrigen satzungsgemäß ausscheibenden Vorstanbsmitglieber wurden wiederge» wählt. Postsekretär i. P., Meyer, der Mitbegründer des Kriegervereins, der sich große Verdienste um den Verein erworben hat, bleibt nach wie vor Ehrenvorsitzender. Im Verlauf der Versammlung wurde dem beliebten, 25 Jahre dem Verein angehörigen Mitglied, Verwalter Keller, unter herzlichen Gratulationen allerseits ein Ehrendiplom ausgehändigt. Die sämtlichen zahlreichen Anwesenden blieben nach Erledigung der Tagesordnung noch lange in gemütlicher Stimmung beieinander. Eine n kriegerischcn Bürgevmcistcr haben die Bewohner des Dörfchens E. im Vogelsberg. Er hat in diesem Jahre nicht nur die im Jahre 1885 geborenen Burschen, sondern auch die Mädchen dieses Jahrgangs in die Stammrolle ausgenommen. Ob sich das Dorsoberhaupt vorher das Einverständnis der jungen Schönen gesichert hat, ist nicht bekannt. tzOrtenberg, 9. Febr. Ein 10jähriges Pflegekind wird seit gestern vermißt. Das Mädchen kam au# der Schule und wurde mit einer Milchkanne in ein Nachbarhaus geschickt. Für die ab gelieferte Milch erhielt die Kleine 15 Pfennige, welchen Betrag sie für den Ankauf von' Klickern verwandte. Nachdem das Mädchen mit Kameradinnen ge-- spielt hatte, kehrte es nicht mehr ins Hans zurück; gegen abend sah man bad Kind in einem Graben in der Nähe der Stadt. Erst um 8 Uhr abends rückte nach erfolgter Anzeige durch den Pflegevater H. Suhl die Feuerwehrs ans, welcher sich viele Einwohner anschlossen — allein^ man fand die Kleine nicht. Auch die beiden Schulen, welche heute ausrückten, machten eine vergebliche Streife. Nur im Schnee fand man einige Fußspuren nicht weit vow der Stelle, an welcher man gegen abend das Kind zum lctztcumale gesehen hatte. Möglicherweise ist das Kind in' der kalten Nacht erfroren. w. Darmstadt, 9. Febr. Die Stadtverordneten- Versammlung genehmigte mit allen gegen 1 Stimme den Antrag ber sozialdemokratischen Stadtverordneten, den ans- stänbigen Bergarbeitern im Ruhrgebiet 2000 Mk. zur Verfügung zu stellen. — In ber nichtöffentlichen Sitzung ber Stabtverorbneten würbe bem Journalisten- unb Schriftsteller-Verein für bie in biesem Jahre hier ftattfiubenbe Hauptversammlung des deutschen Journalisten- un b Schriftstellerv ere ins eine Beihilfe insofern genehmigt, als bie Stabtverwaltung für ein event. eintretendes Defizit bis zum Betrag von 2 000 Mark emspringen wirb. Anßerbem wirb bie Stadt den Gästen auf bem Oberwalb- haus ein Ab end feit geben. verinisehtes. ——— • Die Gräfin Montignoso. Die „Chemn. Allg.> Ztg." metbet aus Florenz: In ber hiesigen Gesellschaft erregt bas Benehmen ber hier in der Villa Papino weilenben Gräfin Montignoso großes Aufsehen. Die Gräfin wirb viel in ber Gesellschaft bes etwa 30 Jahre alten Grafen Carlo Gicoiardini, ber von seiner m Rom lebenden Gattin getrennt lebt, gesehen. Der Verkehr der beiden erstreckt sich auf gemeinschaftliche Ausfahrten sowie abendliche Besuche des Grafen in ber Villa Papino unb hat in ber Gesellschaft bereits bas größte Aergernis erregt. Verschiedene hoch angesehene Familien haben ihre Beziehungen zu ber Gräfin abgebrochen. Zrnivcrsttäts-Aachrichten. Göttingen, 9. Febr. Tie Studentenschaft, vex- trcteir durch ihren Ausschuß, hielt eine Sitzung ab, erklärte sich mit dem Protest der Marburger Kommilitonen einverstanden und protestiert entschieden gegen jeden Versuch. die akidemische,K-re7beit an entasten. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 10. Febr. sOrig.-Telegr. des „Gieß, Anz.") S ch w e i n e m arkt. Zum Verkauf standen 300 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60—61 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Pfg., 2. Qual. 59—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qualität 53—55 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein lieber- stand. Landwirtschaft. Erfurt, 9. Febr. Auf dem heute hiev tagenden Generalverbandstag der Raiffeisen-Genossenschaften De u t s ch l a n d s wurde beschlossen, den,' Generalverband sämtlicher Raiffeisen - Genossenschaften Deutschlands mit dem Reichsverband ländlicher^ Genossenschaften zu verein i gen. Neueste Meldungen. N. B. Darmstadt, 10. Febr. (Eigener Draht- berichtZ In der heutigen Sitzung der 2. Kammer wurde zunächst die Wahl des Oberförsters Dr. Weber für gütig erklärt. Dann setzte das Haus die Speziall- beratung über den Etat fort, wobei eine große An- mhl kleinerer Beschwerden, insbesondere die hohen Reise- l oft en unb Transportvergütungen bei den Kreisämtem zur Debatte kam. Zum Schluß verhandelte das Hans in umständlicher Weise über das Institut der Kreisgeometer. Bochum, 10. Febr. In einer stark besuchten Sorg- arbeiter-Versammlunng hielt Sachse eine wirksame Rebe, bcguinbctc den Beschluß ber Revier-Konferenz unb empfahl bic Wicberaufnahme ber Arbeit. Er wanbte sich be* sonders gegen ben Vorwurf bes Verrats an der Arbeitersache,, den man ber Siebenerkommission gemacht habe. Der Streik habe beenbet werben müssen, weil keine Gelber mehr vorhandett seien. Die Ansprache würbe oft von Bei-i falls-, aber auch von Mißfallsrufen unterbrochen. Gegen eine Resolution, einmütig die Arbeit wieder aufzu- net)men, machte sich eine starke Opposition geltend; bie Resolution würbe aber schließlich mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Dresben, 10. Febr. Aus guter Quelle verlautet, baß bic Gräfin Montignoso beabsichtige, sich wieber zu verheiraten. Ihr zukünftiger Gatte sei der Graf Carlo Gicciardini, der Sohn des Eigentümers dec Villa Papiani, wo die Gräfin wohnt. Die Hochzeit soll im Frühjahr ftattfinben. Der nach Florenz im Auftrage bes Königs von Sachsen entsaubte Justizrat Dr. Körner soll lediglich Ver-^ Handlungen führen, bie barauf abzielen, baß bic kleine Prinzessin Monica nach ber Hochzeit ihrer Mutier nach Dresden zum König zur Erziehrmg gebracht wird» New-Port, 9. Febr. 'Dr. Francis Peabodi, Professor für christliche Moral an ber Harwarb-Universiät Cambridge, wurde für das nächste akademische Halbjahr ausge-I wählt, um an der Universität Berlin über ethische und soziale Fragen zu lesen. TeBephonistchea» l£urstoeric0^t. 3‘/«°/ü ReichsRnloiho BVo do. Konsols . . . 3% do..... *1/2% Tloeson . . 3'fQ% Oberhesflon 4% Oostorr. Gohlronto * 4*/ß% Oestorr. Silberrento 4% linear, Goldronto , 4°/ Italien. Rente 4*/a% Portugieser , . '1°/ Portugiesen. . . . l % C. Türken , , . Türkonlose ..... 40,(j Uriech. Monopol.-Anl. 4'/a% äussere Argentiner F «nkfnrt a. 10. Februar. . 33.70' . 93.00; . 141 25 . 113.50 »o/o Mexikaner 4,/2% Chinesen . Electric. Schlickert Nordd. Lloyd . . . 102.25 . 60.50 . 102.35 . 90.40 . 100.45 Kroditaktien.....213 30 . 99.70 Diskonto-Kommandit. . . 193.70 101.90 Darmstädter Bank 100.80 Dresdener Bank . . . 100.30 Berliner Handolsges. . 105.60 Oosterr. Staatsbahn . . 66.60 . 66.00 ' 130.80 Lombarden Gottlmrdbfthn Laurahiitto . Bochum . . 51.80 Harpener .... 45.40 | Staatsschatzscheine * Tendenz: fest. . 144.10 . 162.30 . 165.00 . 140.10 . 17.10 . 191.50 . 259.00 . 245.00 . 215.30 Bekanntmachung, betreffend: Die öffentliche Impfung. Am Mittwoch dem 15. Februar 1905, nachmittags 2 bis 4 Uhr, wird im Jmpflokal (Schulgebäude, Neustadt 61) ein öffentlicher Impftermin erbgehalten, in welchem diejenigen Angehörigen von Jmpfpflichtigeil, welche Aufforderung erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen können. Dieselbe wird an einem Arme nut Kalberlymphe aus dem Landes-Zmpfinstitut vorgenommen. Die Kinder müssen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht wer Agenden Termin, Mittwoch den 22. Februar, am dieselbe Zeit, sind die am 13. Februar Geimpften zu der ge- reiflichen Nachschau wieder vorzustellen. In beiden Terminen Sonnen ferner Kinder, welche wegen Krankheit bis zum Sommer von der Impfung zurückgestellt werden wollen, dem Jmpfarzte zur Untersuchung vorgezeigt oder diesbezügliche ärztliche Atteste abgegeben werdeii. Die am Großherzoglichen Kreisgesundheitsamte abgegebenen Impfscheine müssen dort wieder abgeholt werden. Gießeli, den 9. Februar 1905. B10/2 Großherzoglick'c Nüraermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen liegt vom 16. bis 24. Februar d. I. auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Allertshausen, den 9. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Hill gärtner. 754 Vergebung von Fuhrleistungen. Die* Abfuhr von Stratzenkchricht nach verschiedenen städtischen Wiesen im Rechnungsjahr 1905/06 soll Samstag den 18. d. Mts., vormittags UV, Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Abfuhr umfaßt etwa 1750 cbm, die in 3 Lose geteilt sind. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns aus Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Februar 1905. Städt. Tiefbauamt. _________________ Braubach._________________ B10/2 Vergebung von Fuhrleistungen. Die* Anfuhr von Kies aus der städtischen Kiesgrube im Stadtwald während der Zeit vom 1. April 1905 bis 31. März 1906 soll Samstag den 18. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Tie Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Februar 1905. Städtisches Tiesbauamt. Braubach._________________B1 % Vergebung von Fuhrleistungen. Das Fahren der Gietzfäffer, der Kehrmaschine und des verdeckten Kchrichtwagens während der Zeit vom 1. April 1905 bis 31. März 1906 soll Samstag, den 18. Februar l. I., vormittags 1OV2 Uhr öffentlich vergeben werden. Tie Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlaasfrist 3 Wochen. Gießen, 9. Februar 1905. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bx% Vergebung von Fuhrlöhnen. Das Anfahren von Holz, Wellen usw., sowie die Leistungen der Tagcsfuhren für das Rechnungsjahr 1905/6 sollen Samstag, den 18. Februar l. I., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf und sind Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Februar 1905. Städtisches Tiesbauamt. *Braubach.B10/, Atz- uni) Bmtzch-LcrAchemg am Donnerstag, den 16. Februar l. I., nachmittags von 2 Uhr ab, in der Wirtschaft Pfaff, Launsbach. Es kommen zum Verkauf: Eichen: 2 Rm. Schichtnuhh. (2 Mtr. lang), 9 Rm. Scheit (teils Küferholz), 9 Rm. Knüppel, 661 Rm. Reiser. Kiefern (meist Gruben-und Pfahlholz): 120 Stämme — 20,83 Fm., 21 Rm. Schicht- nutzh. (2 Mtr. lang). Fichten: 86 Stämme —16,21 Fm., 52 Stangen 1. und 3. Kl. Nadelholz: 34,5 Rm. Knüppel, 7 Rm. Stöcke, 332 Nm. Reiser. Das Holz liegt in den Distrikten 5, 6, 7, 8, 9 und Totalität, Gemeindewald von Launsbach. Krofdorf, den 9. Februar 1905. B10/2 Der Bürgermeister. Nutz- md Brennholzverkauf am Dienstag, den 14. Februar l. I., vorm. 10 Uhr ab, bei Gastwirt Moos, Krofdorf. Es kommen zum Verkauf: Eichen: 18 Stämme 3. und 4. Kl. — 7,47 Fm., 161 Rm. Schichtnuhh., 2, 2,5 u. 4 Mtr. lang, 3 Nm. Scheit, 137 Rm. Knüppel, 387 Nm. Reiser. Buchen: 218 Rm. Scheit, 251 Rm. Knüppel, 778 Nm. Reiser. Fichten: 103 Stämme 3. und 4. Kl. = 22,88 Fm., 144 Stangen 1. bis 3. Kl., 1 Rm. Scheit, 7,5 Rm. Knüppel, 114 Rm. Reiser. Das Holz liegt in den Distrikten 4 ab cd Eichwald, 5 Steinbusch und 8 d Krokelberg, Gemeindewald Krofdorf-Gleiberg. Krofdorf, den 9. Februar 1905. ßio^ Der Bürgermeister. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 LS Bahnhofstrasse 26. a10/, Plockwurst Ia Qnaliläl I es Eti Wär W M w W E8 M nur so lange Vorrat per Pfund nur ® Pfennig. Rheinisches Kaufhaus für Lebensmittel Holzversteigerung im Dillinger Kemeindelvald. Montag den 13. Februar, vormittags 10 Uhr anfangend, werden in den Distrikten Blaustück und Schlaghaus versteigert: 276 6 Rm. Buchen-Scheiter ,, Eichen- 9 54 Rm. » Knüppelreiser Buchen-Reisig 109 „ Buchen-Knüppel 56 u- Eichen- „ 20 u Hainbuchen-Knüppel 70 u Buchen-Stöcke 48 y Eichen-Knüppel 36 Eichen- „ 8 „ Fichten- „ 18 y Fichten- „ Zusammenkunft im Distrikt Schlaghaus. Dienstag den 14. Februar, vormittags 10 Uhr anfangend, werden in den Distrikten Eisensteinstrauch und Hinterberg versteigert: 55 Rm. Buchen-Scheiter 94 „ Buchen-Knüppel 146 u Hainbuchen-Knüppel 96 „ Eichen-Knüppel 36 „ Kiefern- „ 52 „ Eichen-Knüppelreiser Zusammenkunft im Distr 485 Rm. Buchen-Durchforst.-- Reiser (4. Durchforstung) 196 Rm. Hainbuchen-Reisig 52 „ Eichen-Reisig 16 „ Buchen-Stöcke 61 „ Eichen- „ 12 „ Kiefern- „ 1 Eisensteinstrauch. Freitag den 17. Februar, vormittags 10 Uhr ansangend, werden im Distrikt Mühlberg und Eiscnstein- strauch versteigert: 131 Rm. Buchen-Scheiter 250 Rm. Buchen-Reisig 44 „ Hainbuchen-Knüppel 53 „ Buchen-Stöcke 44 „ Eichen-Knüppel 22 „ Eichen- „ 47 „ Eichen-Knüppelreiser 169 Eichen-Stämme mit 60,22 Fstm. Inhalt 73 Kiefern-Stämme mit 41,95 Fstm. Inhalt 3 Schnittbuchen-Stämme mit 1,83 Fstm. Inhalt 3 Elsbeer-Stämme mit 0,53 Fstm. Inhalt 1 Fichten Kleines Familienlogis an ruhige, saubere Leute per 1. März zu vermieten Kreuz 11. | Möbl. Zimmer | 0668) Ein nwbl. sowie ein unmöbl. Zim. p. sof. z. v. 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