Freitag 11. August 1905 Erstes Blatt Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten- Worte des größten Tragikers des Altertums ein, die Verse des Heute früh gegen 1/29 Uhr traf ihn der Schlaggangen. 155. Jahrgang Nr. 187 «eene außer bann lag-. Den, (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt d'e Liefiener vainillen« fcÄttCT otermm m der Woche beigelegL fltotoMnflbrud u. Ver lag der Krühl 'schen Uamers.-Buch-u. Stein» bruderti. «- 8a"0<. IFebaftUm fcrrebtttoti wr?lT» Tiit Deveschen: f^zetger Gteheu. r^krnipr>kdonirtiliiß ')tr 51 Gestern abend, so wird uns mitgeteilt, war Geheimrat Duden noch wohl und munter zu einer Gesellschaft ausge- GietzenerAmeiger M General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jüngerer Bruder Au,gust, der wie Wilhelm Universitätsprofessor ist. Seit vielen Jahren wirkt dieser als ein bekannter und geschätzter Nationalökonom an der Universität der schweizerischen Bundeshauptstadt Bern. Ihm aber schließen sich auch zahlreiche deutsche, die Wissenschaft pflegenden Vereine mit der Millionenzahl ihrer Mitglieder an. Denn W.^Onckeu galt in ganz Deutschland als einer der vortrefflichsten VortragZredner, und in den vielen, vielen Vereinen, die dem deutschen Vortragsverbande an- gehörten, besaß er, man kann wohl ohne Uebertreibung sagen: in allen deutschen Städten von einiger Bedeutung ferne besonderen Verehrer, die keinen seiner trefflichen Vorträge in ihrer Stadt versäumten und, die sich noch nach dem Vortrage zu so gemütlicher als geistreicher Plauderei, in der er auch ein Meister war, versammelten. So ist denn die Zahl der um ihn Trauernden, nimmt man noch die große Menge seiner akadem. Hörer während seiner laugen und überaus ersprießlichen Dozcntentätigkeit hinzu, Legion. Besonders unvergeßlich aber wird er allen denen bleiben, die Gelegenheit hatten, ihm als Mensch näher zu treten. Oncken war im Grunde seines Herzens ein Manu von großer Weichheit und Güte, von Edelmut und Hochsinn. Vor der Zeit ist er aus diesem Leben abberufen worden. Mer er hat doch, nach schwerer Krankheit in seinen besten Mannes^ahren, die er jedoch vollkommen überwunden hatte, sodaß er bis zu den letzten Jahren einer der fleißigsten Gießener Schwimmer bleiben konnte, die rechte Lebensfreude besessen. Mit heißem Danke gegenüber dem Schöpfer für ein tatenreiches und verdienstvolles Leben hat er die Sonne über sich leuchten sehen, hat er die Früchte der Erde gekostet, und am §er§en seiner treuen Gattin ist er entschlafen. Wer hat meh : gehabt und muß nicht sagen: Das Mehr war vom Uebel! Uns fallen angesichts des Verschiedenen die schönen monathd) 75 viertel- jährlich Mk. 8.20; burch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- fährl. ousschl. Beslellg. vmahme om Anzet'M \x die 1c nintaniet 'S Domittiql J ’cJit, Zc 'erntet«: auswärts rti ,3'j. Ve»antreoitl’cö h'ff den polit und (- u teil; P. Wittto; für .Stadt und Canb* und -DetichtSlaal*. August Goetz; mr den An- zeiaentetl HanS Beck Wilhelm Anckcn i*. Heute, am Morgen deS 11. August, ist Wilhelm Ducken, der weit über Deutschlands Grenzen hinatis bekannte und hochgeschätzte Historiker der hessischen Landesuniversität, gestorben. Mit seiner Witwe und seinen beiden Töchtern werden Hunderte und Aberhunderte, die in Stunden hingebender Begeisterung für die allzeit atifwärts führenden Wandelgänge neuester deutscher Geschichte dem ungewöhnlich beredten Munde dieses trefflichen deutschen Geschichtsschreibers und warmherzigen, von lodernder Liebe zum Vaterlande beseelten echten Patrioten andachtsvoll lauschten, den Tod Dnckens aufrichtig betrauern. Er verstand es wahrlich wie wenige das Feuer der Vaterlandsliebe in den Herzen feiner Hörer, jung und alt, zu schüren, begeisternde Liebe und innige Verehrung zu säen für die großen Helden deutscher Nation. Glänzend, elegant, blendend oft war seiner Rede Fluß, von mitreißendem Enthusiasmus sein Temperament, glühend seine Verehrung Wilhelms I und Bismarcks. Und Schillers. Auch ihn, den größten deutschen Dramatiker, in besten 100. Todesjahr nun ihn der Tod vor der Zeit erreichen mußte, hat er geliebt und verehrt mitder ganzen außerordentlichen Aufnahmefähigkeit seines stets begeisterungsfrohen Herzens. Von ihm hatte er das ungemein plastisch Anschauliche, die große Lebendigkeit, das Feurige deS Vortrags, und schillerisch war auch sein stets aufs Hohe, aufs Erhabene, aufs Schöne und Edle gerichteter Sinn. Vor jetzt genau 40 Jahren, im Jahre 1865, trat er zuerst mit einem größeren historischen Werke vor das gelehrte und gebildete deutsche Publikum. Es führte den Titel „Athen und Hellas". Im Jahre darauf folgte ein zweiter Band. !Jm Jahre 1862, seinem Heidelberger HabilitationSjahre, hatte er eine Schrift über »JsokrateS und Athen" veröffentlicht. 1870—75 folgte die zweiteilige »Staatslehre beS Aristoteles", 1876—79 das gleichfalls zweibändige Werk »Oesterreich und Preußen im Befreiungskriege", 1881—82 das ebenfalls zweiteilige »Zeitalter Friedrichs des Großen", ein Werk annähernd ebenbürtig dem gewaltigen LebenSwerke des großen friedericianischen Malers Adolf v. Menzel. Sein am weitesten verbreitetes Werk aber, daS in Tausenden deutscher Hände al§ ein wertvoller und teurer Hausschatz gehütet wird, ist daS 1890—92 erschienene zweiteilige »Zeitalter des Kaisers Wilhelm", ein Buch, in dem seine ganze kerndeutsche Seele, sein ganzer, tiefwurzelnder heiliger Glaube an den deutschen Kaiser Barba -blanca und seinen übergroßen Kanzler quillt und auS dem sie sich auf den empfindungsvollen Leser mit wohltuender Wärme ergießt. Die letzten drei Werke sind übrigens Bestandteile der von ihm unter Mitwirkung von 30 anderen hervorragenden Historikern herauSgegebenen vielbändigen »Allgemeinen Geschichte in Einzeldarstellungen", die von der Grote'schen Verlagsbuchhandlung in Berlin glänzend aus» gestattet worden ist und mit Recht großen Ruf besitzt. Nahezu ebenso beliebt und viel gelesen ist die schöne Monographie »Unser Heldenkaiser" (1897). 1901 erschien endlich eine Schrift über die Wartburg. Ducken war ein Sohn Alt-HeidelbergS. Die schönste deutsche Universitätsstadt mit ihren altertümlichen reizenden Straßen und Plätzen, den benachbarten grünen Bergen und tiefen Schluchten, und vor allem mit der herrlichsten und poesievollsten deutschen Ruine, sah ihn, den früh von heißem Streben Beseelten, aufwachsen, und der unvergleichlichen Poesie seiner Heimat verdankte Dncken vieles. Dort wurde er anno 1866 außerordentl. Professor. Seit dem großen Kriegsjahre aber, seit 1870, wirkte er ander Hess. Landes- Universität. Ihr ist er bis zu seinem Tode treu geblieben, von Gießen aus hat sich sein Ruhm über die Welt verbreitet. Hat doch noch jüngst der ehemalige amerikanische Botschafter in Berlin, Andrew D. White, in seinen Lebenserinnerungen W. Oncken seinen Landsleuten vorgeführt als einen der vorzüglichsten deutschen Universitätslehrer und einen Gelehrten, der es wie sehr verstanden hgt, den freien Vortrag wahrhaft künstlerisch zu gestalten. Hier in Gießen ist er wahrhaft heimisch gewesen. Aus eigenem Grund und Boden hat er hier gesessen in einem stattlichen Hause, und in seinem prachtvollen großen Garten an der Wieseck konnte man noch in den letzten Tagen den vortrefflichen Gelehrten mit dem schönen Greisenkops lustwandeln oder dem Studium hingegeben sehen. Nicht nur die Hess. Landesuniversität, sondern auch die Stadt Gießen erleidet mit dem Tode Onckens einen überaus schweren, unersetzlichen Verlust. In Gießens Vereinsleben spielte er in früheren Jabrcn eine führende Rolle, und Vorsitzender der vornehmsten Gießener Musikvereine ist er bis zu seinen letzten Tagen gewesen. Allzeit ist er ein sehr eifriger Verehrer der Musik gewesen, mtb den Konzerten des von ihm seit vielen Jahren geleiteten Akad. Gesangvereins hat er bis zuletzt mit Fleiß und Hingebung mitaesungen. _ , Auch als Politiker ist Oncken in den 70er Jahren yervorgetreten. Von 1873-76 vertrat er unsere Stadt. in der zweiten Hess. Kammer, von 1874—77 den 3. feff. SW* kreis im Reichstage. Er ist bis zu seinem Dahinscheiden ein eifriger und im innersten überzeugter Anhänger des Nationalliberalismus gewesen. Zu den Leidtragenden gehört auch fein sechs Fahre Gleise benutzten." Die „Tageszig." macht die ziemlich selbstverständliche Bemerkung, es gehe denn doch nicht an, alle eingleisige Strecken in zweigleisige umzuwandeln. Nur dann werde eine solche Umwandlung geraten und geboten erscheinen, wenn der Verkehr allzu stark fei. Soweit die „Tagesztg", die dem Leiter des Eisenbahnwesens ihr Vertrauen ausspricht. Als ob es sich um Vertrauen oder Nichtvertrauen handelte! Der Verkehrsminister in Berlin ist nicht absoluter Herr des preuß.-hess. Eisenbahnressorts: Der n-eußische Finanzminister greift nach den Ueberschüssen der Staatsbahnen, nicht weniger wie 473 Millionen im vorigen Jahr, und will der Vcrkehrsminister reformieren, bann geschieht es leicht, daß der Finanzminister sein Veto einlegt. Also die Öffentlichkeit stärkt die Position des Eisenbahn- ministers gegenüber dem Kollegen von der Finanz, wenn te mit aller Entschiedenheit darauf bringt, daß so furchtbare Lehren wie die jetzt empfangene nicht ungenützt bleiben. Daß die in Betracht kommende Strecke zeitweilig bis aufs äußerste in Anspruch genommen ist, besagt eine Zuschrift an die „Nationalztg." Die „Nationalztg." erinnert ihrer- eits daran, daß bereits im Jahre 1891 für den größeren Teil der Strecke Berlin—Görlitz die Legung des zweiten Gleises in Aussicht genommen war. „Und die Betriebssicherheit", fährt das Blatt fort, „die unseres Erachtens bei den Kreditfordernngen der Babnverwalvina ebenso mitbestimmend fein soll, wie die Leistungsfähigkeit, hat den Ausbau jedenfalls schon gefordert, als die Strecke von Preußen übernommen wurde." Bereits wird in der Presse eine Anzahl viel befahrener Strecken aufgeführt, die,ebenfalls eingleisig sind. Durch alles dies uno die Diskussionen im Reichstag und im preuß. Landtag wird die Eisenbahnverwaltung veranlaßt werden, den Satz von der Betriebssicherheit eingleisiger, verkehrsreicher Strecken einer Nachprüfung zu unterziehen. Zur Frage der Entschädigung der Verunglückten und Geschädigten bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.", oaß die Eisenbahndirektion in der Lage ist, aus den ihr zur Verfügung stehenden Fonds Vorschüsse auf Entschädigungs- forGerungen zu leisten und den zu Schaden gekommenen Beamten oder ihren Hinterbliebenen Unterstützungen zu bewilligen. Ter „Spremb. Dnz." meldet: Der der Schuld an dem Eisenbahnunglück bezichtigte Bahnassistent Stulljüß ist auf Anordnung des Untersuchungsrichters verhaftet worden. Das Versehen, welches das Unglück verursachte, soll um so größer fein, als entgegen anderen Meldungen der Nachzug 112 kein außerfahrplanmäßiger war. Der Zug 112 verkehrt seit dem 1. August wie alljährlich zur Ferienzeit täglich, und so mußte das Fehlen dieses Zuges auf dem Bahnhof Spremberg unbedingt auffallen. Es_ war also die Möglichkeit vorhanden, daß der Zug 112 infolge eines Unfalles liegen geblieben war oder eine besonders starke Verspätung erlitten hätte. Unter allen Umständen mußte nach d em Verbleib des Zuges geforscht werden, bevor der Sckmellzug 113 von Spremberg z"r Ablassung kam. anfall, der ihm einen augenblicklichen, schmerzlosen Tob brachte. Seine Gattin weilte bei ihm. Geheimrat Oncken besitzt zwei Töchter; bie eine, bie bekannte Malerin, lebt hier, bie anbere, in Mainz verheiratet, beren Kinder zurzeit hier zum Besuche sinb, wirb bie traurige Nachricht in ber Schwei; entgegennehmen müffen. * Geheimer Hofrat Professor Dr. Christian Friedrich Georg Wilhelm Oncken wurde am 19. Juli 1838 zu Heidelberg geboren. Von Herbst 1856 bis Ostern 1862 studierte er klassische Philologie und Geschichte, Germanistik, Philosophie in Heidelberg, Göttingen und Berlin. Am 25. April 1860 promovierte er bei der philosophischen Fakultät in Heidelberg. Im April 1862 habilitierte er sich für Philologie und Geschichte an der Universität Heidelberg. Er verheiratete sich am 7. Cftober 1865 mit Hermine Henriette geb. Lewald, Tochter des verstorbenen Kirchenrates und ordentlichen Professors Der Theologie (Kirchengeschichte^ Dr. Anton Lewald in Heidelberg. Am 12. Januar 1866 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor und am 8. Januar 1870 seine Derusimg als ordentlicher Professor für Geschichte an bie Hess. Landesuniversität. Am 23. Januar 1873 lehnte er einen Ruf nach Königsberg ab. Am 23. Juni 1873 wurde er einstimmig zum Abgeordneten ber Stadt Gießen für die 2. Kammer ber Stände gewählt. Am 10. Januar 1874 erfolgte seine Wahl in den Reichstag für den Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Schotten mit 8143 Stimmen. Im Jahre 1877/78 war er Rektor ber Landesuniversität. Dom 2. bis /4. Juli 1886 vertrat er die Landesuniversität beim Jubiläum des Polytechnikums (techn. Hochschule) in Darmstadt, und vom 2. bis 8. August 1886 war er Ehrengast beim 500 lähmgen Jubiläum ber Universität Heibelberg. Am 12. September ^889 wurde er zum Geheimen Hofmt ernannt; im Wintersemester 1890/91 hörte der bamalige E r b g r o ß h e r z o g , unser jetziger Landesherr, an der Spike ber Studierenden feine Vorlesung über daS Zeitalter der Revolution, des Kaiserreichs und der BeftemngS- kriege. Am 25. November 1900 wurde ihm das Ebrenkreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen und am 25. November 1904 das Kvmturkreu; 2 Klasse verliehen^__ Die Kisenbahnkatalirspfie Sei Spremberg. An ber gestern von unS wiedergegebenen, durch die „Nordd. Allg. Ztg." erfolgten Darlegung der Eisenbahn- Verwaltung zu dem Eisenbahnunglück wird von fast allen Seiten eine nicht günstige Kritik geübt Die Erklärung der Verwaltung über die Sicherheit der eingleisigen Strecken — vorausgesetzt, daß die Vorschriften genaue Befolgung finden — begegnet lebhaftem Widerspruch Das Laienpublikum konnte vielleicht bet der Frage, ob ein ober zwei Gleise nur vom Standpunkt ber LeistungS- fähigkeit, nicht ber Betriebssicherheit, in Betracht kommen, als nicht sachverstänbig von der Erörterung ausgeschlossen werden. Nun aber melden sich Männer der Praxis, Techniker, zum Wort und sie geben der Laienmeinung Recht, daß zwei Meise auf Strecken mit starkem Verkehr aus Gründen ber Betriebssicherheit unbedingt den Vorzug ver- bienen. „Keine offiziöse und Feine offizielle Dialektik so schreibt bie „Voss. Ztg.", „schafft bie Tatsache aus ber Welt daß ber Zusammenstoß der beiden Zuge auf ber Unfallstelle unmöglich gewesen wäre, wenn sie nicht auf einem unb ! demselben Gleis zu fahren brauchten, sondern verschiedene Per Lrieg. Vom Kriegsschauplätze. Tokio, TO. Aug. Vizeadmiral Katacka meldet, daß er ein Geschwader nach Kamtschatka und ein anderes nach Ochotsk gesandt habe. Beide Ostschwader seien jetzt mit der Ausführung ber Operatimisziele beschäftigt. Die Friedensdelegatiou. Newcastle, 10. Aug. Baron Komura besuchte gestern nachmittag den Minister Witte, um ihm seine Vollmachten zu zeigen. An den Konferenzen nehmen nach gemeinsamer Verein- > barung teil: Witte und Rosen, Kvmura und Takahira, ferner Plankon, Nobokhoff, Korostovetz, Sato Ptchiai und Deitohi, also je fünf Russen und fünf Japaner. Portsmouth (New-Hampshire), 10. Aug. (Reuter.) Im Verlaufe verschiedener Privatgespräche äußerte Witte, daß er der Zahlung einer Kriegsentschädigung energischen W\- derstand entgegensetze. Berichte aus japanischen Kreisen besagen aber, daß auch die mildesten Bedingungen eine Entschädigung für die ungefähre Kriegslasten Japans enthielten, welche auf 600 bis 800 M illionen Dollars geschätzt werden. Dies zeigt einen weiten, wenn nichtunüberdrück- baren Unterschied zwischen den Parteien. Es ist iebodji möglich, daß Rußland sich zu Kompensationen verstehen würde, zum Beispiel dafür, daß die Japaner auf den Besitz Sachalins verzichten würden, dessen Besitz ihnen die Herrschaft Über die gesamte sibirische Küste sichern würde. Paris, 10. Aug. Die gestrige ersteVersammlungder Friedens-Delegierten hat, wie der „Newhork Harald" aus New- Castle meldet, den Eindruck hinterlassen, daß c5 möglich feitf wird, die Unterhandlungen mit Erfolg zu beenden. , Witte setzte die Japaner in Erstaunen durch seine Forderung, täglich zwei Sitzungen abzuhalten, deren erste bereits um 9 Uhr morgens beginnen soll. Es deutet dies auf den Wunsch hin, die Verhandlungen schnell und zum glücklichen Ende zu führen. Soweit bis jetzt verlautet, hat Witte die Japaner ersucht, ihre Bedingungen im allgemeinen gleich zusammenzufassen oder wenigstens ausreicheicke Angaben darüber zu machen, damit die russischen Delegierten in der Lage sind, festzustellen, ob diese Bedingungen als Grundlage für eine Verständigung geeignet sind. Die Japaner weigern sich, so weit zu gehen. Petersburg, 10. Ang. Die russische Presse faßt ihre Kommentare über die Aussichten der FriedensverHandlungen dahin zusammen, daß es an einer genügenden Basis fehlt, um einen Friedensschluss zustande zu bringen. Tokio, 10. Aug. Die japanische Presse ist sehr befriedigt über den Empfang der japanischen Friedens-Delegierten seitens der amerikanischen Bevölkerung und speziell durch Rwsevelt. Der Ton der Presse ist sehr optimistisch. Witte hat bei seiner Mission als Friedensunterhändler nicht nur die großen Schwierigkeiten zu Überwinden, die die Verhandlungen mit den Japanern bieten werden, er hat in dem Lande der Pankees auch mit den R c po r t e r n und den Photographen einen unaufhörlichen erbitterten K ampf zu führen. Namentlich als er sich mit Baron von Rosen nach Ovster Bay begab, stürzte Sophokles: ens im Gange ist. Der zum Tode verurteilte wird erst in diesem Prozeß abgeurteilt und erst, nacktem er die zu erwartende Strafe verbüßt hat, hingerichtet werden. Wegen massenhafter Ueberschreitung der rumönischen Grenze durch jüdische Flüchtlinge aus Rußland hat die Regierung zu Bukarest Befehl erlassen, daß die Grenze bis auf Weitere# für alle Flüchtigen aesverr,t bleiben müße. sich ent ganzes Heer von Photographen auf ihn, die von dem Augenblick ab, da er in Ncwyork gelandet war, Jagd aus ihn machten unb nun eine besonders günstige Gelegenheit gefunden zu haben glaubten. Die „Kamerateusel" folgten dem rüsti- schen Delegierten mit der Bahn nach Oyster Bat), und ständig mußte das arme Opfer in unmittelbarer Nähe das Klappen der Apparate hören. Wahrend ihn her Wagen des Präsidenten in dessen Haus führte, bekla't? sich Witte nachträglich bei dem Detektiv, der neben bem Kutscher saß. und da ihm dieser wohl nicht genügend Abhilfe versprechen konnte, wandte cr^ndidirekl an Roosevelt und erklärte, seine Geduld wäre erschöpft' er wolle Ruhe vor den ,.Knipsern" haben. Der Präsident konnte indessen auch weiter nichts tun, als daß er die Photographen bitten | ließ, sie möchten doch endlich von ihrer Fehde gegen bcn unschuldigen Witte ablassen. Am meisten hatte es ihn gekränkt, wie er erklärte, daß ein Photograph sogar in seinen elektrischen Wagen geklettert war, roährcnb er sich zu dem Gottesdienst in der russischen Kirche begeben hatte. Ein wenig tröstete er sich, als em Junge, der hoch oben auf einem Baum saß, dem voruberTahren- den Witte zurief: „Drei Hochs für Witte", und eine große Menge dieser Aufforderung Folge leistete. Witte lachte, nahm den Hut ab und grüßte die Menge freundlich; aber bald mutzte er wieder bemerken, daß eine ganze Schar von Photographen m Miet- droschken ihm nachsel-.te. Er konnte sich augenscheinlich nicht entschließen, die Sache von ihrer spaßhaften Seite zu nehmen, W eS jüngst der Schah von Persien in Ostende getan hat, nachdem er sich auch genügend über die Zudringlichkeit der Berus-^- und Amateurphotographen geärgert hatte. Als er gerade rtneber öon einer ganzen Schar belagert wurde, nahm er emen günstigen Augenblick wahr, um seinerseits die Maulaffen, zu photogra- pbieren, und er hatte die Genugtuung, daß sie nicht gerade mit ihren geistreichsten Gesi^ttrn am s"in" Matte gekommen waren. Aeriülslaal. (n) Gießen, 10. Aug. Don der Strafkammer wurde heute ein Urteil deS Schöffengerichts Grünberg teilweise abgeändert Einige iunac Burschen von Grünberg belästigten an der dortigen Station einige im Wartesaal befindliche Frauen durch unanständige Redensarten. Der diensttuende Stattons» Assistent forderte sie auf, da sie keine Fahrkarten hatten, dm Wartesaal zu verlassen. Als sie sich weigerten, wurden sic nut Gewalt hinauSbesördert. Hierbei gab der Dienstkneck't Ludwig 5t. dem Beamten mit der Faust einen Stoß unter das Kinn, daß er die Brille verlor und ihm die Mütze vom Köpfe flog. Bor bem Stationsgebäude nahm er einen Backstein um nach dem Beamten zu werfen, wurde aber von einem dazwischen tretenden Weichensteller daran gehindert. Der Taglöhner Johannes W. rief nun K. zu, er möge ihm „auf-3 Äug' hauen". Weitere Ausschreitungen wurdm durch das Hinzutreten mehrerer Beamter vermieden. Auf Strafantrag der Ciseubahnbehörde wurde K. durch das Schöffengericht wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beleidigung, Bedrohung und H a u Sf r ie de nSbru chs zu einer Gesamtstrafe von 2 Wochen unb 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Wegen des groben Unfugs, der in dem Belästiaen bc5 Publikums erblickt wurde, erhielt er eine Woche Hast. W. wurde zu einer Woche Gefängnis und 20 Mark Geldstrafe, verurteilt, während der Metzger, Heinrich R., der sich nur an dem Belästigen der Frauen beteiligt hatte, mit einer Geldstrafe durchkam. ft1, und W. fochten daS Urteil an; nud) die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Indem das Berufungsgericht, entgegen der Annahme des Schöffengerichts, in dem Verhalten der Angeklagten eineii gemeiiischasttichen Hausfriedensbruch erblickte, erhöhte es die Strafe deS K. auf 4 Wochen Gefängnis. Die Haststrafe von einer Woche wegen des groben Unfugs, der bei den andern mit einer Geldstrafe geahndet wurde, schien dem Gericht zu hoch, weshalb sie auf 3 Tage herabgesetzt wurde. Die Berufung des W., der unentschuldigt auSblieb, wurde verworfen. — Der HauSbursche Franz B. von Bruchenbrücken hatte auf einer Eisenb^hnfahrt dem Gymnasiasten Weith von Nieder-Wöllstadt ohne Veranlassung einige Ohrfeigen ge» gt&tn. Auf Anzeige des Vaters verurteilte ihn daS Schöffen- grriefit zu 30 Mark Geldstrafe. Er focht daS Urteil an, aber daS Berufungsgericht bestätigte eS, indem eS hervorhob, daß das reisende Publikum, insbesondere jugendliche Personen, des Schutze- bedürfen. — Der Wirt Hermann H. und Fräulein D. hier hatten sich gegenseitig wegen Beleidigung verklagt. , Das Schöffengericht hielt beide für schuldig, ließ sie aber straffrei au?» gehen. Mf Berufung deS F-räulein W. erfolgte heute ihre Freisprechung, während daS Urteil im übrigen bestehen blieb. — Der Schreinermeister Friedrich Sch. von Groß-Felda hatte den Sattlermeister Louis B. wegen Beleidigung berflogt, weil er ihm nachgesagt hatte, daß er die goldene Medaille auf der ErsinderauSstellung durch Schwindel erhalten Hobe; diese sei ihm nicht verkannt worden, da er überhaupt nicht ausgestellt habe. Darüber erregt, ließ sich Sch. zu einer beleidigenden Aeußerung hinrcißen, die eine Gegenklage zur Folge hatte. Durch daS Schöffengericht wurde V. zu 60 Mark Geldstrafe, und Sck. stark belastet. ** Huddes Begnadigungsgesuch abschläglich beschicden. Der Raubmörder Hudde, der am 12. November ; vorigen Jahres den Pfarrer Thöbes in Heldenbergen er- । morbetc, hatte durch seinen Verteidiger ein Gnadengesuch an den Großherzog richten lassen. Anstelle des beurlaubten ; Justizministers hielt, so wird uns aus Darmstadt be- - richtet, am Mittwoch Geheimrat Pückel dem Fürsten einen längeren Vortrag über die Angelegenheit. . Der Großherzog entschloß sich, dem Gnadengesuch keine Folge zu geben. Damit ist das Schicksal Huddes besiegelt. ** Eine Kollision zwischen einem Fahrrad und einem Sagen sand gestern nachmittag in der Rod- heimerstraße statt. Der Radfahrer stürzte zu Boden, trug I aber zum Glück nur einige leichte Verletzungen davon. Sein Rad wurde beschädigt. Für den Wagen und die Pferde hatte der Zusammenstoß weiter keine Folgen. ** U n 1 e r s ch l a g u n g. Wegen Unterschlagung von 400 Mark wurde gestern ein'junger'Mann von hier zur Anzeige gebracht. Er hatte das Geld für eine Firma, bei der er in Arbeit gestanden hatte, eingenommen, aber für sich behalten und für sich verwendet. ** Diebstahl. Aus einem Hause der Marburger» straße wurde vorgestern eine Uhr gestohlen. Der Täter wurde in der Person eines 12jährigen Burschen ermittelt, welcher mit Gcniüse im Hause hausiert hatte und bei dieser Gelegenheit die Uhr aus>cm Küchenschrank stahl. Die Uhr fand sich bei ihm vor. —Gegen einige Personen wurde Anzeige wegen Diebstahls erhoben, weil sie sich aus dem Schutt der Elsoffer'schen Brandstelle Porzellanteller aneigneten und nach ihren Wohnungen brachten. ** Herbst-Pfcrdcmarkt zu Gießen. Am 6. Sept, findet zu Gießen Pferdernarkt mit Prämiierung statt. Die letzten Märkte waren durchschnittlich mit etwa 300 Pferden befahren und Händlern und Landwirten sehr gut besucht. ES wurden recht bedeutende Käufe abgeschlossen. Auch für diesen Herbst fW em guter Markt zu erwarten. Für die Prämiierung der Pferde Neben 1670 Mark zur Verfügung. Die Präniiierungskommnfion besieht aus den Herren Gutspächter Müller-Neuhof bei Gießen, Vorsitzender deS Lanoespferdezuchtvereins, Gutspächter Brne-Hof- Altenberg bei Wetzlar, Oekonomierat Hoffnawn-Hofgüll, schlacht' I Hofdirektor Dr. Liebe-Gießen, OberstleuMant Zalm-Gießen An Preisen sind die folgenden vorgesehen: 1. ?lbtcilung: Relt- pf»rbr: 30 unb 20 Mk. 2. Steilung: Dagenschläge (paarweise : 90, 60 und 40 Mk. 3. Weitung: ArbeitStckilage (Pnarweise): a) schwere: 80, 60 unb 40 Mk., fr leichte: 60, 40 unb 20 Mk. 4. Abteilung: ArbeitSschläge (einzeln) a) fettere: 30, 20, lo und 10 Mk., fr leichte: 30, 20, 15 und 10 Mk. 5. Abteilung: Arbeitsschläge: (diese Pferde müssen mindeftens 6 Monate im > Besitz von Landwirten sein, die Mitglied des hessuchen Landes- ' pferdezuchlvercins oder eine? landwirtschaftlichen DezirksveremS ? finb) a) einzelne Pferde: 30, 20 und 10 Mk.. fr Vaarweise: < 50, 80 unb 20 Mk. 6. ylbtciluna: Dreijährige Fohlen: a) Wa» gexfrfilnge: 40, 30, 20 unb 10 Mk., fr ArbettSschlage: 40, 30, 20 und 10 Mk 7. Stellung: Zwei,ährige Fohlen: a) Wagenschläge: 30, 20 , 20 und 10 Mk. fr ArbeitSschläge: 30, 20, tO "imb 10 Mk. 8. Abtellun«: Zuchtstuten mit F»hlen oder I nachweislich gedeckt. (Prämien für inländische Züchter, welche Mitglied be» L«ndeSpserderuchtvereinS sind.) a) Wagenschlage: 1 po 50, 30, 20, 15 und 10 Mk., fr ArHeitSschläge: 60, 50, SO' 20 15 und 10 Mk. Zn den ?lbt:ilungen 1 biS 4 werden für im Privalbffitz befindliche Pferde, die niefrt um Gelbreife ronT;irricr-'U, Ehrenpreise gegeben. In ben Erbteilungen _, 3 unb 4 werden nur Pferde im Besitz von Händlern zugelaflen. Trr PrilmiiemngSplan, welcher die näheren Bedingungen enthält, ^ltadt unb‘ b-5 J '?tiSa«r.. <*« ferne? !ie ai ®ormi|f. ' Sektion ergab M- und Darm. ? L -« "E»K« 6ltt W'mmften liegen "amstadt in (uN Cron aus m 5U ®ießch Riegen 3«. ÄS '■ 1 d-r Epihpti, ?■ M-r: ion 5 3M., AH.R beten. " d-r gaHoUnn armstadt unb Um- ttcr nieder. Am Gebäude der Mäd- der zum Glück >9 verursachte. Die urplötzlichen grellen imt dem Lehrer aus nderen Klasse schlug er große blaue Funke Msigen Bureau stet !es vom Stuhl und Unheil scheint buch ifen Gewitter nicht gingen itellenweiie nieder. In den h sand ein schwerer igeltbrner bedeckten bst und Feldsrüchte Ortschasten wurden Die Bäche traten n die angrenzenden n lagen vielfach um» )ens ließ sich heute alls ist er sehr be- l Unfall ereianett er djauffeur fo(Ite hen den Motor in bremsen und das a, der Mtzen setzte nsseur sich vergebens fuhr ans eine Rampe Tiefe eines Kellernder an der Rampe •m Geländer von der Anzahl Kurgäste, n und die mt dem niemand. Das Auto die Amateurphoto, all, das schwebende irasbammcr wurde fi »1R BsS! Sss» Lr-xkZ iet«SfiTwwbe l enbahnbeholde fe rh\bc^9ultg und Rcd.rohun^gKcn '^arobenUn* der tzL Mil § S. föchten6 bfl? WH urteil das ^/hervorh^ZMtz.er le-Lne biffcJS Ü^Thtct be?. Durch rn IO Mark verurteilt. D., der deuWo^hlnM^ssenwr Behauptungen antreten hrolttc, legte Berufung em In der heutigen Verhandlung ttnirbe itncbgetmefm, daß tatsächlich wegen Ls Diplomschwindels ein Strafverfahren entgelettct xfL Das Gericht sah fick deshalb veranlaßt, das Dnvatklageverfahren Ns Erledianng des bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth an- hänaiaen Strafirrn'esies ausrosetzen. * Kleine Tageschronik. In Lübeck ist eines der besterhaltenen, mittelalterlichen eckst lüfrckischen V a t r i i ä i c rb 5 u - ser das der Trogengroßhandluna Longe und Knuth gehörende Kaufmannshaus, mit einem großen Marenlaaer niedergebrannt Bei den Losckarbecten wurden drei Feuerwehrleute verwundet Es war geplant, das Haus zur Unterbringung lübecki- scher Mtertümer herzurichten. — In Sckiwabbausen bei Dacbaü überfuhr ein Automobil ein Bauernfuhrwerk. Zwei Versonen wurden schwer verletzt: der Automobilist fuhr, unerkannt davon. — Am letzten Samstag unternahmen zwei Apotheker, Hermann und Deltener aus Basel die Besteigung der Zu na fr au. Seitdem werden beide vermißt. Man nimmt an, das; sie im Rottalsattel verunglückten. Zwei Rettungserpedi- tionen sind abgegangen. — Bei einem Unglücksfall auf der Automobil fahrt vom Bürgen stock nach Ennetbür- gen wurden alle drei Insassen des Wagens herausgeschleudert. Der Hotelb-ntzer Liui'^-rmann war gleich tot, seine Begleiter twrS" vorletzt /lrkeiterbewequnq. Ehemnih, 10. Aug. Ter Zentralvorstand des Verbandes deutscher Tertilarbeiter erläßt die Aufforderung an die Ortsverwalti'naen, angesichts der Lage in der sächsisch-thürinaischen Textil-Jndustrie aus die Dauer von vier Wochen eine Extrasteuer von 20 Pfg. pro Woche für die männlichen und von 10 Pfg. für die weiblichen Mitglieder zu erheben. Dortmund, 10. Aug. Die Vorstände und Aufsickstsrats- /nitolied^r der im Jnduürwbezirke bestehenden 14 Verkaufsvereine für Ziegeleifabrikate beschlossen einstimmig: 1? die Bildung eines Arbeitgeberverbandes der Ziegeleibesitzer, 2) die Herbeiführ"ng eines Vertragsabschlusses mit dem Arbeitgeberbund für das Baugewerbe im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Zur Einleitung vorbereitender Schritte wurde eine Kommission gewählt.___________________________________________________________ Handel vrb Werkel'r. "STolTt^wirffdiaff Amerikanisches Versicherungswesen. Das Ver- rauen in das amerikanische Verstcherunasweien batte durch die korkommnisie bei der Egrntable einen emvstndlichen Stoß erlitten. Man bat einseben gelernt, daß die von den Einzelstaaten geübte klnssicht keineswegs ansreick't und sucht nun nach einem Mittel, das -as Vertrauen zu den Instituten wieder bebt. Als solches wird sie Uebertragung der Aussicht über tue Versicherungsinstitute von jen Einzelstaaten au? den Bund erachtet. Dem Projekt dürfen sich indes erhebliche Schwierigkeiten entgegenstellen. Insbesondere ist 's der Partikularismus der Einzelstaaten, mit dem die Verfechter »er Idde der Bundesauisicht über die Versicherungsinstitute zu rechnen haben. Russische Finanzen. Der „Slowo" meldet, daß für die nächste Zeit die Emission einer bprozentigen Anleihe bevorsteht. Die Emission sei aber bis jetzt noch nicht festgestellt. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 11. Llug. ^Orig.-Telegr de? „Gieß. llnz.G V i e b m a r k t. Zum Verkaufe standen 682 Kälber, #4 Schale u. Hammel, 154 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pfg., 2. Qual. 80—84 Psg., Lebendgewicht 19-51' Pfg., Schlachtgewicht 62-66 Psg. Schake 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Schweine .. Qualität 69—00 Psg., Lebendgewicht 54.00 Psg., 2. Qual. 58—00 Psg., Lebendgewicht 53—00 Psg., 3. Qualität 62—64 psg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen ffir Samstag, den 12. August 1905: Ruhig, vorwiegend heiter, mäßig warm. Näßeres durch die Gießener Wetterkarte. Briefkasten der Redaktion. Mnouvme Anfragen bleiben nnberücksichtigt.l Herrn R.-A. M., z. Z. Genf. Bernll ist ein Edelstein von einer zumeist besonderen grünen FZrbuna, so daß dieses Grün als eigene Farbennüance gilt. Eine edle Abart des Bergll bildet übrigens der Smaragd. In Deutschland sinket man wobl nur bei Bodenmais in Bauern den grünen Beryll, eine Mischung von Berggrün itnb Apselgrun, und von dort ber mag die Bezeichnung „beryllgrün* stammen. — Wegen des Wortes „Qangroiebe* ober „Langbaum* können Sie sich in jedem deutschen Wörterbuche orientieren. So bezeichnet man die deichselartige Stange, die einen ländlichen Wagen zulammenbält. Hier in Oberhessen gerade ist der Ausdruck gebräuchlich. — Schöne Grüße und „denken" Sie unterwegs nicht zu viel! Das beeinträchtigt Ihre Erholung. Oriqlnas-Drahimefdunoien. Posen, 11. Aug. Vor Beginn der Kavallerieererzitien auf dem Truppenübungsplätze Weißenburg hielt der Kaiser eine Rede, in der er ungefähr folgendes ausführte: Es sei das erstemal, wo er das Gelände des Truv- penübunasplatzes Weißenburg sehe. Von allem, was er gesehen, sei er überrascht und hvcherfreut. Die Haltung der Bevölkerung und der herzliche Empfang, den er bei dieser und seinen Truppen gefunden, habe in ihm die lieber» zeugung gefestigt, es mit loyalen Untertanen zu tun zu haben. Angesichts der Versuche, Zwietracht zwischen den Bürgern deutscher und polnischer Nationalität zu säen, sei es sein ernster und unerschütterlicher Wille, fest an der Ostmarkenpolitik zu halten. Posen sei früher Garnison eines Leibregiments gewesen und solle auch jetzt wieder die Garnison eines solchen werden. Zu diesem seinem Leibregiment ernenne er das Regiment Jäger zu Pferde in Posen, das von jetzt ab beißen werde: Leibregiment Jäger zu Pferde Nr. 1 Kaiser Wilhelm II. Er hoffe, daß das jüngste seiner Leibregimenter sich würdig den Taten seiner übrigen Regimenter anschließen und ein Hort deutscher Gesinnung in den Ostmarken sein werde. R. B. Darmstadt, 11. Aug. (Eigener Drahtbericht.) Die gestrige Sektion der Leiche der Frau Büttner in König i. O. hat als Todesursache Brechdurchfall ergeben, der wahrscheinlich durch den Geruch des Puddings hervorgerufen worden ist. Die Frau war herzleidend und wenig widerstandsfähig. Auf Veranlastung der Staatsanwaltschaft wurden einzelne Leichenteile und Ueberreste des Puddings zur Untersuchung an die Universttät Gießen gesandt. Im allgemeinen befinden sich die übrigen Betroffenen, abgesehen von einzelnen Bauchfellentzündungen, auf dem Wege der Besterunq. Hof, 11. Aug. Auf der Fahrt zur deutschen Automobilwoche in München sind der Fürst und die Fürstin Radziwill auf der Chausiee nach Münchberg verunglückt. Das Automobil stürzte in einen Graben und die Insaflen gerieten unter den Wagen. Die Fürstin wurde leicht verletzt. Dresden, 11. Aug. Die Unzufriedenheit der Bergleute des Königreichs Sachsen hat sich derart gesteigert, daß die Organisation auf den 3. September naH OelSnitz einen sächsischen Arbeiter-Delegiertentag zur Be» sprechung ber Lage der sächsischen Bergleute einberufen hat.. Die Regierung und das königliche Bergamt Freiberg sind dazu eingeladen. Innsbruck, 11. Aug. In Tarenz in Tirol stieß em daher rasendes Automobil gegen einen voll besetzten Gesellschaftswagen. Ein norddeutscher Tourist wurde schwer, eine Dame und drei Kinder leicht verletzt. London, 10. Aug. Verschiedene Blätter berichten, daß König Eduard mit dem deutschen Kaiser in Kassel eine Zusammenkunft haben werde. Petersburg, 11. Aug. In dem Arbeiterviertel am Narwater herrscht Hungersnot: das Elend ist unbeschreiblich. ES hungern gegen 30 000 Personen. Portsmouth. (New Haw"fhires, 10. Aug. ''Reuter? Dre Sitzung der heutigen Friedenskonferenz währte zwei Sttm- bim und trug einen sehr Herzlichen dharaftm. Beim Beginn überreicht'' Witte den Javanern eine diplomatische Note darüber, daß die Javaner es gestern versäumt hatten, ihre Vollmachten mitzubr-'naen. Da die Javaner keinen Einspruch erhöhen, wurde bin? offiziell zu Protokoll gegeben. Die russische offizielle Erklärung saat. daß die I-roae berJPenofimarhtigtm der Machte ietzH in einer Weise geregelt sei. daß 'iheT diesen Gegenstand keine- Schwierigkeiten mehr entstehen werden. Der Ausiausch b^r Kreditive int ganzen sei nur Formsache, da frühe, Parteien, Gelegenheit hatten, sie zu prüfen. Nachdem die Konferenz beendet war, gingen die Mitglieder zum Frühstück nach dem Merws» Arsenal. Die Russen zogen sieb -urück und prüften die Frie^ densbedingunaen, welche sie mit W'ttes Erläuterungen und Ansichten Hierüber telegraphisch nach Pewrshnrq übermittelten. — Es kann sestgestellt werden, daß die Stimmung in der Friedenskonferenz derartig ist, daß sie die Hoffnungen auf günstigen Ausgang der Konferenz in hohem OVrabc verstärkte. Komura sprach mit großem Ernste und erllärte, daß die Bedingungen seines Landes mäßig und, wie er hoffe, derartig seien, daß sie als Grundlage zu Verhandlungen dienen können, die mit der Hoffnung auf einen dauernden Frieden geführt, werden. Portsmouth (New Hampshire), 9. Aug. (Reuter.)t Die Japaner überreichten den Russen die Friedens-/ bedingungen schriftlich. Portsmouth (New-Hampshire), 10. Aug. (Reuter.)» Die Russen werden über die Friedens bedingun gen. der Japaner beraten und sobald wie möglich Antwort a« teilen. Die Konferenz wurde infoloedesfen vertagt. Telephonischer Kursbericht. Frankinvt hu M, 3°/0 Mexikaner Tendenz: matt. 4% Oesterr. Goldrente . 4X\% Oesterr. Silberrente . 96.65 . 137 70 . 132.70 . 210 20 . 193.80 . 146 50 . 163 40 . 171.80 . 144 30 . 18.55 4% 4% 4% 3°/ 1% Ungar. Goldrente, Italien. Rente , Portnpieser I , portnerlesen. UI Unif. Türken . 263.80 . 253.60 . 221 90 . 100.75 ■i1 Chinesen . Electric. Sobackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . DiRkonto-Kommandil Darmfitädter Pank Dresdener Bank . Berliner Hondelages Oesterr. Staatubahn Lombarden . . Gottharnbalm « , LaurahCtte . , Bochum . . . H arpener . . . Sto atschatzscheine Reiohsanleibe do. Konsole . do. . . Hessen Oberheaaen 11. August 1905. • .... 68.75 Türkenloae...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4*/»% äussere Argentiner 3’/8°/o 3->/n 3V,o/c R0/n W/r, 3‘/,% 101.20 90.80 101.30 90.30 100.70 99.50 101 90 101.40 97.45 106.35 68.20 68.00 89.30 134.20 55.00 96.95 11Ä morgen unser Professor Familie ittags \ Friedhof statt. ie Beerdigung Sonntag, den 13. August Ansjlug °°chWiodhof Abmarsch 3'/, Uhr v.d.Lahubrücke Freunde deS Vereins sind ein- geladen. Der Vorstand. 6 Pfg. 4201 Morgen Samstag früh Schweinefleisch 45 Pfg. 8525 ei mir anzumelden. 4102 Wilhelm Wolff, Rechtsanwalt. Wiesbaden, Adolislraße 14. Kapelle des Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung Cu/a Grossh. Musikdirektors Herrn C- Kransse. 6m W KÄ‘,tcn 06817 üicher Straße 9. für dauernde Slrbeit bei gutem Lohn gesucht. Meldungen aus dem Lohiibureau der lD10/8 LHdttiis'chn Wiiivcrke, Lollar. am Ludwigabrunneiie Abmarsch mit Musik um 27, Ubr vom Ludwigsplatz aus. Bei ungünstiger Witterung im Felsenkeller (Saal). Freuilde und Bekannte sind herzlich willkommen. 05291 Der Vorstand. »n teöer beliebigen Schriftart anö Kanon- Dielntirir 11 forte, sowie mit öirleln aller ludentlfchev Vereinigungen, liefert zu matzlgen Preise, „ vrlihl'sare Universttäis-Vruclerel. 8chulitrahe 71Iferog., Gustav W«Uter,' Trog. Verkäuferin für Kolonialwaren- und Deli- katesien-Geschäst gesucht. Schriftl. Meldungen unt 4197 an den Gießener Anzeiger erbeten. VeHoren I Busennadel, iTÄ abzugeben Moltkcstraßc 2, I. T. C. | Satz auf der Kneipe rsmstaz abenb 9 Uhr. i^ute Pflege bei besseren Leuten V?) für kleines Mädchen per sofort bei mäßigem Preise gesucht. Schriftliche Meld. unter 05305 an deii Gießener 'Anzeiger erb. Die gegen die Anna Beinhauer dahier gebrauchten Beleidigungen nehlne ich als Unwahrheit zurück. Gießen, am 11. August 1905. Wer gibt einem Sextaner MWlse-LliiiAii? Schriftl. Meldungen unt. 4138 an deii Gießener Anzeiger erb. Für isr. Lchuler einer höheren Lehransi. Pension in guten Haufe gesucht. Lehrer bevorz. Gefl.Off. m. Prelsang. unt. F. 0. M. 3753 an Rudolf Mosae, Berlin SW. [ss" w 05314] Per sofort cm kralliges Bürschchen artetet Ringel & Walther. qilrthtflftt das bürgerl. koch, kann .UlUllUjUl u.Hausarb.ver|l.,licht St. Teufelslustgärtchen 26. ]05307 Konsum™: Glessen und Umgegend. Prima neue Wminge Gut dilllg zu erhaltene • üerfauf. illaheres Kontor Alicestraße Sonntag, den 13. August Alle Sorten 4119 Frühkartoffeln H WdF <■ ebenfalls ist die so sehr beliebte Sonntag, den 13. August: a"/' Grosses BCosizert Lhürmgcr । HMssnsky sind soeben eingetroffen bei Endivien-Ftianzen l abzugeben Gründergerslr. 13, L Mein Haus worin ich seit 24 Jahren ein 05281] Sch.Z-Zimmerw.p.lö.Aug. od. l.Sept. zu verm. Schützenstr. 15. °°^-] Kleinere 3-Zlmmerwohn. zu verm. Frau Hem, Steinstr. 73. 05376] Sch. 3-Zunnienvohn. z. v. Wolkeng. 23, fajt Ecke Bahnhosstr. I^eue Linsen eingetroffen. 4195 J. iJo Marktstraße 4. Telephon 119. Verbunden mit meinem Spezialgeschäft der Liefen- u. Herd-Jn- ouslrie ist eine Werkstätte, in der fachgern. Neparat. u. Uniwechselg. verbr. Teile ausgeführt werden. Wilh. Dürbeck, Krofdorserslr. 15. 05309 05312] Em Zimuicr mit Peunou sofort zu verm. Atänsburg 3. 050641 Schön möbl. Zimmer mit od. ohne Pens.z. v. Bismarckstr. 17. Freitag, den 18. August, abcns 9 Uhr bei Gastwirt 21 b q in Ziegler. 1. Antrag deS Mitgliedes Gg. Schomber, daß sämtliche Back- men Karamellen waren nur von h'chgkn Bäckern b°»°g-n werden sollen. nbc|d)roerben ein 2. Antrag deS Ntitgliedes Bernhardt, datz der Beschluß bc- vorzügliches Genußrniilcl und züglich der Dividenden abgeändert wird. wirken sehr erfrischend. 8. Anlauf von Waren bei der GroßemkaufSgesellschaft deutscher Nur echt in Beuteln K 10 fion|unwereine Hamburg. 2.unich.oraN" Gebrüde^ Adami @cbe VranSbnrg 14. Bauführer alt., energ., flotter Zeichner, auf Bureau und Bau gleich selbständ. mit prima Zeugnissen sucht sofort Stellung. Schriftl. Meldungen unt. 4193 an den Gießener Anzeiger erbeten. Fräuüein, geübt in Korrespondenz, Buch- Ührnng und Schreibmaschine ucht Stelle. vl7, HanSfraueu-Berein. Oanffrau ob. -Mädchen gesucht. : * 4177] Plockslraße 6, L Suche per 1. September oder Ä? Tikiistmiidlhtii. i Fran Schmidt, Bahnhosstr. 8. Em braves Dienstmädchen gegen guten Lohn gesucht. 05272] Ed. Noll, Neustadt 49. Achiize LchllhlNlllher sof. gesucht. Neuenweg 11. 1°"°' (Kir k Partie luo^Kßcr Maurer sofort gesucht. 4179 Stundenlohn 45 bis 50 Pfennig. Jaeger & Rumpf _______Seltersweg 52.______ Em älterer, eriahreuer Dreher findet dauernde selbständige Stellung gegen hohen Lohn. Schrlitl. Meld. unter 4158 an deii Gießener Anzeiger erbeten. Eisenbahn-Fahrbeamten-Bereiu : Telephon 2G2. ' Gegründet 1826. Lin fiitftg »agxtfr Miigerilläiiiliiifer gesucht. ...... H. Keaaicr, Baugeschait. E°!°" !ölklllil!3884] SelterSweg S2 Möbl. Zimmer mit Kabinett evtl. 2 ineinandergehende Zimmer mögt. Nord- oder West-Anlage von ruhigem Herrn gesucht. Schriftl. Meld, m^ Preisangabe unt. 05-300 a. d. 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