Erstes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag LI. Mar ISOZ Amts- und Anzeigeblaü für den Kreis Sietzen Z>ie öeutige Wummer umfaßt 8 Seiten. 5U verurteilen. Dadurch würden die Gegensätze noch schärft werden. Die etwa gefällten Richterfprüche kör der- Gchulstratze 7. flbreffe für Deveschar: Anzeiger Gtetzeu. Kernsprechanschluß Nr. 51. . - . o ,-----------,'prüche könnten! nrcht vollstreckt werden. Dann würde die Regierung Straferlaß eintreten lassen itnb sich so als Retterin der Bauern! aus den Mauen der habgierigen Gutsbesitzer aufspielen. Die Kommission Gorernykin müsse daher durch ordentliche Gerichte ersetzt werden, freute diene sie bloß zur Vorbereitung der Gegenrevolution. Man mag sich vielleicht über die Worte des Marschalls Oyama, mit welchen dieser seinen Sieg bei Mukden dem Mikado anzeigte, amüsiert haben, indem er seinen Erfolg „den großen Tugenden" de§ Kaisers zuschreibt. Als Admiral Togo die russische Flotte vernichtete, brauchte er in seiner Siegesdepesche dieselbe Redewendung, und es liegt in diesen Worten viel mehr wie Höflichkeit oder Bescheidenheit. Die große Popularität des kaiserlichen Hauses von Japan ist bekannt. Der Mikado Mut-Suhito ist jetzt 52 Jahre alt. Als er den Thron bestieg, befand sich sein Land in äußerst gefährlicher Situation, aber es gelang ihm durch seine musterhafte Taktik, Japan von den bedrohenden Elementen zu säubern und die Bewegung der modernen Kultur in Gang zu setzen. Nachdem die Shogun-Nevolution von ihm unterdrückt worden war, sandte er seinen Bruder Prinz Sanjo an die europäischen Höfe, um die Regierungsformen und sozialen Zustände der verschiedenen Länder kennen zu lernen. Vom Tage seiner Rückkehr an kam das moderne System zum Durchbruch, bis zum heutigen Tage ift nicht ein wichtiger Schritt unternommen worden, ohne daß ihn der Kaiser unterstützt hätte. Wir betrachten ihn daher als den Erretter und Begründer des modernen Japans, denn jeder gebildete Japanese weiß, daß seit dem Bestehen der Dynastie das Land nie eine gefährlichere Periode durchzumachen hatte als wie zurzeit seiner Thronbesteigung. Der Mikado ist von unserem Gesichtspunkte aus ein idealer Mensch und ein idealer Herrscher. Er erhebt sich schon früh um 5 Uhr morgens und reitet alsdann spazieren. Nach seiner Rückkehr frühstückt er und geht nach seinem Arbeitspalast, dem Gakumonjo, wo er die Minister und Parlamentskomitees zum Vortrag empfängt. Dort erledigt er auch seine schriftlichen Arbeiten, und kaum ein Dokument geht durch feine Hände, ohne daß er seine Randbemerkungen darauf setzt. Nachdem diese Arbeit getan ist, widmet er sich Empfängen oder besucht Schulen, wo er manchmal die Schüler selbst examiniert und tut im allge- meinen alles, was in seiner Macht steht, den kulturellen Fortschritt Japans zu unterstützen. Die Kaiserin ist ihm eine intelligente Gehilfin und wird von ihrem kaiserlichen Gemahl deshalb vergöttert. Er äußerte sich jüngst über diesen Punkt wie folgt: „Ich bin das Komitee der Politik und sie ist das Komitee vom Glück." Es kommt sehr häufig vor, daß der Kaiser sich des Nachts erhebt, um auf den Wällen seines Schlosses zu wandeln, um irgend etwas wichtiges zu überlegen, und es ist häufig vorgekommen, daß die Kaiserin an seiner Seite wandelte, ohne ein Wort mit ihm zu reden, damit sie seine Gedanken nicht unterbreche. Eine Hauptbesorgnis de§ Kaisers ist die Behandlung seiner tapferen Soldaten, welche so viel für den Ruhm Japans getan haben. Als vor einiger Zeit ein neues Gewehr cingeführt werden sollte, ließ sich der Kaiser ein solches in den Palast kommen und fuhr damit auf sein Jagdschloß. 24 Stunden lang marschierte er mit dem Gewehr auf seiner Schulter oder in seinen Händen, nur um sich zu überzeugen, ob eS nicht für seine Soldaten zu schwer zu tragen sei. In derselben Weise probierte er eine feldmarschmäßige Ausrüstung mit schwerem Tornister auf seinem Rücken ' und dicken Soldaten-Stiefeln an seinen Füßen, bis seine I Schultern geschwollen waren und seine Füße Blasen bekamen, i Er weiß daher ganz g^nau, was seine Soldaten durchzu- ' machen haben. Seine Söhne schickte er um unter Togo und ! Oyama zu kämpfen. Dieselben sind in der einfachsten Weise I erzogen worden und sind wie alle Japaner gute Ringer und > Turner. Der Kronprinz nahm eines Tages in seiner Schule i nn Ringkämpfen teil und hesiegte sämtliche Gegner, bis ei« Bauernsohn auf der Bildfläche erschien. Nach einem kurzen Kampf wurde der Prinz geworfen. Dec Kaiser ließ den Bauernsohn sofort kommen. Der Knabe ging in den Palast, fürchtend, daß er zu dreist gewesen sei; der Mikado bat ihn jedoch, eine Stellung als Begleiter seines Sohnes anzunehme« und ribernahm sämtliche Kosten seiner Erziehung. Nr. 110 «««H# außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem SeMschen Landwirt die Girhener Kamillen« Hütet viermal in der Woche beigelegt. KotationSdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. 8t Lange. V-ti»g»Pr«r-r monatt,ch7d viertel« jährlich Dtt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. "/inahme von Anzelc« ix dte Tr ^p'irmner 'S vomxtttagS s'Nr. Zc.'^ennreiS: auswärts > 9 jy? j. Verantwor^ch für den poltt und .cate rett- P. Wtttto: für „Swdi und Land' und „GerichtSlaal'r August Goetz; für den An- ,eiaenteil: Hans Beck Gietzener Anzeiger General-Anzeiger ® Anh and in Sturm und Drang. Die Maifeiern in Rußland, die noch gefeiert werden sollen, scheinen neues Unheil heraufznbeschwören. In einet üon 1000 Fabrikarbeitern besuchten Versammlung in Re- v a I, an welcher Delegierte aus Petersburg und maSfiertv Personen teilnahmen, wurde beschlossen, anläßlich der Mm- feier <1-/14. Mai) einen dreitägigen AuSstand veranstalten und an die F-abrikanten abermals Forderungen zu stellen, deren Nichterfüllung innerhalb zwSY Stunden Brandstiftungen in den Fabriken nach sich ziehen würde. Die Versammlung sang nach der Melodie „Ein feste Burg ist unser Gott" das Lied: „Nicht vom Kaiser, nur aus eigenen Kräften kommt uns Hilfe". Um die Versammlungsstätte waren Radfahrer aufgestellt, um die Ankunft der Polizei zu signalisieren. Diese war jedoch durch falsche Mitteilungen irregeführt worden und suchte die Versammlung in einer ganz anderen Gegend. Für den 9. d. M. nachmittags war im Petrowskipard in Petersburg eine Arb e i t e r v ersam mlun g ongeFün- digt, ljat jedoch dort nicht stattgefunden. Den „Nowosbi" zufolge wäre fciiefe Versammlung an einem anderen Orte abgehalten worden. Teilnehmer sollen einige Tausend gewesen sein. Es sei beschlossen worden, die Maifeier durchaus friedlich zu begehen, damit die Polizei keine Gelegenheit gegeben werde, einzuschreiten. Die Versammlung soll friedlich verlausen sein. ausgeübt, die vorher unter russischer Verwaltung standen. Tatsächlich ist sie auf Liautung beschränkt. In dem besetzten chinesischen Gebiete bleibt die Militärverwaltung werter bestehen unter Anerkennung der chinesischen Souveränität. Jshikuza, der erste Rat der Verwaltung auf Formosa, soll zum Verwalter von Liautung ernannt und dre Art der Verwaltung im großen und ganzen nach dem System der Verwaltung auf To'-mo^a eingerichtet werden. Kuropatkin unb Alexejew. Ter Petersburger Korrespondent des „Vetit Parisien" meldet, die Rückkehr Kuropatkins vom Kriegsschauplätze werde amtlich bestätigt. Andererseits verlautet, daß Admiral Alexejew demnächst wieder in das öffentliche Leben zurücktreten werde. Man erwartet, daß er wieder nach Ostasien gesandt wird. Russische Unterschlagungen. Aus Petersburg wird gemeldet: Ein Kontrollausschuß habe zahlreiche Unterschlagungen der Kriegs- Intendantur entdeckt. Es handle sich um große Summen. Man erwartet nmfanareiche Verhaftungen. Ein französischer Spion. A. E. B o u g o u i n, ein angesehener Franzose, und sein Stiefsohn F. Strange, der englischer Untertan ist, wurden in Tokio unter der Anschuldigung der Spionage verhaftet. Begeisterung in Ungarn. Eine große Deputation ungarischer Bürger beabsichtigt unter Führung des Grafen Erich y und des Abg. O e t v ö s eine Reise nach Japan, um dem Marschall Oyama eine Adresse und einen Ehr en säbel zu überreichen. Ter Mikado in japanischer Beleuchtung. Ein äußerst interessanter Artikel über den japanischen Herrscher befindet sich in der laufenden Nummer der „Tit- Bits". Er ist von einem höheren Beamten verfaßt und lautet wie folgt: .Die Polizei in Baku fahndet auf Revolutionäre. Auf dem Bahnhofe wurden,110 Pfund Lettern für eine Ges l) e i:n d r u ck e r e i k^o n f i s z i e r t. Einige Personen wurden verhaftet, welche die Soldaten aufreizten zu desertieren und ihre Gewehre an die Agitatoren ausz-uliefern. ... Ueber I u d e n m e tze l e i e n in S h i t o m ir, Gouvernement Wolhynien melden die Petersburger Blätter einige Einzelheiten. Die Katastrophe soll von langer frnnb vorbereitet gewesen und aufreizende^ Flugblätter .sollen massenweise verteilt ivorden sein. Tie geängstigte jüdische Einwohnerschaft wandte sich an das Stadthaupt um Schutz. Dieses beruhigte sie aber mit dem Hinweis, d-aß alles Einbildung sei uno nichts geschehen ivürde. Die Administration legte ebenfalls den Hetzereien fetne Bedeutung bei, und so wurde nichts getan, die Katastrophe zu verhüten. In verschißenen Gegenden an der Westrrrcnze wie hti Amern des Landes tritt die Genickstarre auf. Auch in Tiflis ist die Krankheit ausgetreten. Dort wurden in den letzten Monates 30 Fälle beobachtet. per König von Sassen in München. München, 10. Mai. Au§ Anlaß der heutigen An» fünft des Königs von Sachsen prangt die Stadt in dem reichsten Flagqenschmuck. Am Bahnhöfe ist eine prächtig« Ehrenpforte errichtet. Der König, dem der Regierungspräsident von Oberbayern, der sächsische Gesandte in München, der bayerische Gesandte in Dresden und die Herren des Ehrendienstes bis zur LandeSgrenze entgegenfuhren, traf um 4.15 Uhr ans dem Hauptbahnhofe ein, wo ihn der Prinzregent mit den Prinzen, die im aktiven Heeresdienste stehen, dem Ministerpräsidenten, den obersten Hoschargen, dem Bürgermeister und den Vorständen des Gemeindekollegiums erwartete. Auch Prinz Ernst von Sachsen-Meinigen war am Bahnhofe anwesend. Beim Eintreffen des Zuges ertönten Salutschüffs. Die Kapelle der Ehrenkompagnie spielte »Heil Dir im Siegerkranz'. Nach äußerst herzlicher Begrüßung schritten der König und der Prinzregent gemeinsam die Front der Ehren- kompagme ab, worauf Parademarsch erfolgte. Nach der Vorstellung des beiderseitigen Gefolges fuhren der König und des Prinzregent in einem offenen Wagen, geleitet von einer Eskadron Jäger zu Pferde und von dem Publikum mit lebhaften Hochrufen begrüßt, in die Residenz, wo zum Empfang die übrigen Prinzen und sämtliche Prinzessinnen anwesend waren. Moskau, 9. Mm. Der Kongreß der Semstwo» Vertreter wurde um 5 Uhr abenos gesrb'kossen. Die Der* anstalter sind mit deut Verlauf zufrieden, oa sie crnnehmen, die Propaganda sei nun io stark organisiert, daß die Regierung damit werde rechnen müssen, es werde nach ihrer Ansicht schon in wenigen Wochen 'nötig sein, den Wünschen der S ernst wo durch Berufung von Delegierten zur Kom- i-l'.ssiou Bulygin Rechnung zu tragen. Der Kvngreß fordert von der Regierung die sofortige Einberuftmg einer aus gewählten Vertretern bestehenden .Versammlung, deren Aufgabe es wäre, alle in diesem Augenblick besonders wichtig erscheinenden Fragen zu beraten. Ferner sollen die Provmz- semstwo aufgefordert werden, an den staatlichen Kommisiio- nen zur Vekämpsung der Cholera und au der Kommission Goremykin zur Untersuchung der landwirtschaftlichen Mißstände und der Agrarunrn.heu nicht teilzunehmen. Letztere habe den Zweck, die bereits gegen die Grundbesitzer er* bittcrten Bauern noch mehr zu reizen. Die Kommisiion wolle die Semstwoleute veranlassen, die Bauern zu hohen Strafen! Bekanntmachung. Be tr.: Gesuch des August Gabriel II. von Gießen um Genehmigung zur Erbauung eines neuen Ziegelbrenn- ofenS in der Gemarkung Heuchelheim. August Gabriel II. zu Gießen beabsichtigt auf den Grundstücken Fl. IV. Nr. 449, 450, 451, 452, 453 der Gemarkung Heuchelheim einen kontinuierlichen Ziegelbrennofen zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, zom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung, bezw. im KreiSblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgerrueisterei Heuchelheim zur Einsicht der Jntereffenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim vorzubringen. Gießen, den 10. Mai 1905. Großherzoaliches Kreisamt Gießen. I. B.: Dr. Wagner. 3>er Kriest. Der NeutralitätSkonflikt. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio vom 9. Mai: Mitglieder der hiesigen Handelskammer stellten heute den Antrag, rückstchtlich der Neutralitätsbrüche alle Handelsbeziehungen mit Frankreich aufhören zu laffen. Wenn dieser Antrag durchgeht, wird ein gemeinsames Vorgehen aller Handelskammern dcS Landes eingeleitet werden. Der Spezialkorrespondent des „Journal^ berichtet aus Tokio über eine Unterredung, die er mit dem dortigen französischen Gesandten Harmand über die Neutralitäts-Angelegenheit gehabt hat. Harmand habe erklärt, daß er die durch die jüngsten Zwischenfälle geschaffene Lage als sehr ernst ansehe. Eine kategorische Lösung der Frage müsse unverzüglich erfolgen. Die Ungewißheit, in der sich die Japaner in Betreff des Aufenthaltsortes der Flotte des Admirals RoschdjestwenSki befinden, das absichtliche Stillschweigen der französischen Telegramme über die Bewegungen dieser Flotte habe von Stunde zu Stunde die Erregung der Japaner vermehrt, eine Erregung, die einen tiefen und dauernden Eindruck zurücklassen werde. Die Haltung Englands in der Neutralitätsfrage ruft in Zo f id starke Verstimmung hervor. So richtet der „Temps" an Englands Adresse bitterböse Worte und bemerkt, es könne ein Augenblick kommen, da Britannien bereuen werde, die gesamten europäischen Interessen im äußersten Osten so schwer geschädigt zu haben. Im großen Publikum spricht man über das sogenannte herzliche Einvernehmen weit weniger diplomatisch. Tie englische Presse sucht indesien die öffentliche Meinung von der kritischen Lage Englands in der Neutralitäts- srage abzulenken und meint, Marokko schließe viel größere Gefahren für den Frieden in sich als der sranzösisch- japanische Konflikt. Dazu kommt die Meldung aus London, daß der englische Dampfer „Minnesota" mit einer enormen für Japan bestimmten Ladung Proviant und Munition unterwegs sei. Wie aus Paris gemeldet wird, leugnet der Konzessionär des Kamranhstrandes, daß er dem M- miral Roschdjestwcnski Kohlen geliefert hat. Dagegen behauptet er, die Russen hätten in Saigon Baugrund gekauft, dort große Schuppen errichtet und mit Kohlen gefüllt. Diese Kohlen seien bann von russischen Dampfern abgeholt und der Kriegsflotte zugeführt worden. ließet den Zustand de? Wladiwostok-Geschwaders sind folgende Mitteilungen eingegangen: „Rossija" und „Gro- moboi" sind wieder ausgebessert; „Bogatyr" befindet sich noch in unbrauchbarem Zustande. Außerdem befinden sich dort neun Torpedoboote und Material zum Bau dreier Torpedobootzerstörer, doch ist nicht bekannt, ob letztere schon gebaut sind. Der Bau von fünf Unterseebooten ist beendet. — Das französische Geschwader wird an der Küste von Annam zusammengezogen. Augenblicklich liegen 2 3 englische Kriegsschiffe in Hongkong. Die Annäherung an die Pescadores-Jnseln auf zehn Meilen im Umkreise ist gefährlich, da in den Gewässern Minen gelegt sind. Die russischen Geschwader. In Petersburger Marine kreisen ist man überzeugt, daß )is jetzt den beiden russischen Geschwabern im fernen Osten kein Unfall begegnet ist. Nebogatows Division führt eine Geschwinbigkeit von 7 Knoten regelmäßig burch. Der M- miral ist von ber Zuversicht erfüllt, baß er bie Lösung ber ihm übertragenen Äufgabe burchsühren wirb. Es jinb Anzeichen dafür vorhanben, baß bie Bereinigung beiber Ge- schwaber tatsächlich schon stattgefunben hat ober jebe Siunbe stattsinben muß. Beibe Flotten stehen schon mittels braht- loser Telegraphie in Verbinbung. Ein russischer Einfall in Korea? Die „Times" melbet aus Tokio, bie russische Absicht, Xiten Einfall in Korea zu unternehmen, scheine sich zu bestätigen. Aus Mabiwostok seien zu biesem Zwecke zahl- | reiche Truppenaoteilungen nach ber koreanischen Grenze ge- sanbt worben. Von den Japanern . . xt)irb, wie aus Tokio gemeldet iuirb,J die Zivilverwal- 1 tung bes von ihnen besetzten Gebietes nur in ben Teilen : Aie Wehrkraft Italiens. Rom, 10. Mai. Tie beiden Sitzungen deSSen « ts gestern ^nb heute haben eine folgenschwere Bedeutung sirr den morgigen Wiederbeginn der Arbeiten oer Kammer. Der durch die unter* drückung der Mailänder Unruhen 1893 bekannt^ General Bavo Veccaris hatte «Testern im Settni die augenAickliche m t l i - tLris^O Ea ge JtalienA s» pessinnftifch geschildert, daß die IteeieruAi nur durch die Nn-undigung einer neuen Armee- »• t!< e< beruhigend wirken konnte. Die heutige Rede dcS Minister- deß Aeußeren hetr. DriyoliS gipfelte im Grunde Mich nur Tn der GrklaruNA, daß eine Vermehrung notig sei. Ham befriedigt war der Sottrt übrigens nicht von der Rede Tittanis. obschon dieser versichert', das; Italien bet der event. -iauidativn bet Türtei ferner Macht erlauben würde, stch in frf^ufefcen, du- gtir Erhaltung deS Gleichgewichts im Mittelmecr Stillten zufaNen tnüffe. () eit en. gegen ftand- Dnträges Cara Mazedonien und die Hä Lei UNgstclearamm gesandt. aus bat des Vei dem Trinkspruch, den der Prinzregcnt bei der heutigen Hostasel ausbrachte, hieß er den König von Sachsen in ferner Residenz willkommen, dankte ihm für die Thre seines Besuche», knüpfte an die bestehende Verwandschaft der Häuser Wettin und WittelSbach an, und wünschte dem König, seinem hohen Verbündeten, eine lange und gesegnete Regierung. König Friedrich August dankte dem Prinz- regenten zunächst für den glänzenden und herzlichen Empfang, den er und die Stadt München ihm bereitet haben. Die seit alierSher bestehende Freundschaft seines Hauses mit dem bayerischen König-Hause zu erhalten und noch fester zu knüpfen, werde sein Bestreben sein. Der König sprach ferner dem Regenten seinen Dank au- für die Verleihung des 15. Infanterie-Regiments; der bayerischen Armee anzugehören, sei ihm eine hohe Ehre. Der König schloß seinen Toast mit einem Hoch auf den Prinxregenten und das königliche Haus Zinn Kamp? um die akademische Freiheit. Der „Nordd. Allgem. Zig/' wird mit Bezugnahme auf die in der „Deutschen Zeitung" vom 9. Mai veröffentlichte Eingabe der Hallenser Rektorenkonferenz vom 10. März mitgeteilt, das; diese Eingabe dem Kultusministerin m " n o ch nicht zugegangen und ihm auch ihrem Inhalte nach erst aus dieser Veröffentlichung bekannt geworden ist. Die Hallenser Rektorenkonferenz hatte am 10. März eine Eingabe an den Kultusminister beschlossen. Diese hat nach der „Deutschen Zeitung" folgenden Wortlaut: 1) Verhand^uncim mit der Studentenschaft prinzipiell nur durch di? akademischen Behörden fuhren zu lassen und erft bet deren vollständigem Versagen einen Eingriff durch andere Beamte anzuordnen. , 2) Die Studentenausschüsse ferner generellen Regelung zu unterbieten, sondern den einzelnen Universitäten die M5hertge Freiheit der Ausgestaltung gu belassen, im besonderen auch eine prinzipielle Mgrenzung der Kompetenz der Ausschüsse nicht Vor* y.ndircibcn. . die Delegierten einer persönlichen Einladung des Großherzig- gefolgt und wohnten der Festvorstellung im Hofthcatcr bei. Den Vorsitz führte heute canb. jur. Stah l-Bonn (Alemania). Vertreten sind alle deutschen Universitäten, Technischen Hochschulen! und Bergakademien bis auf Freiburg i. B. und Greifswald. Von Freiburg sind zwar Studierende erschienen, haben aber nicht rechtzeitig mehr bevollmächtigt werden können. Greifswald ist nicht vertreten, weil der dortige Studentenausschus; sieb in der vergangenen Woche aufgelöst hat. Der Hochschultag wird sich im Lause seiner weiteren Beratungen mit dieser Auflösung noch beschäftigen. „ „ ,, r An die Göttinger und Marburger Professorenschaft wurde wegen ihrer bekannten Eingaben an das preußische Kultusministerium folgendes Begrühungstelegramm gesandt: „Durch das Eintreten der Göttinger und Marburger Pro» fessorenschaft für die altüberlieferten Rechte der deutschen .Hochschulen ist das Vertrauen der akademischen Jugend zu ihren Professoren neu gestärkt worden. Der außerordentliche Ver- bandstag der deutschen Hochschulen spricht der Göttinger und Marburger Professorenschaft für diese Tat seinen Dank ans." Eingehend besprochen wurde die vom preußischen Kultusministerium für den 10. Juni nach Berlin cinbcrufeite Rektor e n - Ko n f e r e n z. Nack" langer Debatte faßte der Ver- bandstag dazu folgenden Beschluß: „Der Verbandstag deutscher Hochschulen ^bat die feste . Zu» verficht, das; die Rektoren der deutschen Hochschulen auf ihrer demnächst statt finden den Rektoren-Konferenz zu Berlin das altüberlieferte Recht d'r Studentenschaft, ihre Angelegenheiten im Rahmen der akademischen Gesetze sellfft zu ordnen und zu diesem Zwecke sowohl innerhalb der eigenen Hochschule, als auch von Hochschule zu Ho'schule in ungeh'nder^"p Verkehr zn treten, geschlossen verteidigen werden. Sie erblickt in der Llbstcht des Kultn'Ministeriums, für alle Hochschulen einheitliche Normen zu schaffen, sowohl einen Eingriff in ihre überlieferten Rechte, als auch eine Verkennung der historischen Entwicklung unseres deutschen Studentenlebens, die auf feixr Hochschule zu eigenartigen, von denen der anderen abweichenden Formen und Gebräuchen geführt hat. Eine Uniformierung dieser Gebräuche würde die resche Individualität der deutschen Hochschulen, die ihnen ihr eigenartiges, von der ganzen Welt bewundertes Gepräge gibt, vernichten. Erkannt und gewürdigt werden kann diese Eigenart jeder Hochschule nur von ihren Professoren, die mit ihr und ihren Ueberligerungen verwachsen sind und mit den Studenten das untrennbare Ganze der uni- versitas litterarnm bilden. Zu ihnen haben wir das Vertrauen, das; sie im Geiste der Ueberlieserungen nicht nach schematischen Begriffen auf uns einwirken werden. Wir bitten, an den altbewährten Formen, nach denen jede Hochschule frei und selbstständig ihre Gestaltung bestimmen durfte, nicht rütteln zu wollen." t „ Die Nachmittagssiimng wurde mit der Beratung der Verbandssatzungen ausgefüllt. Kußerordentl. Ieröandstag deutscher Hochschulen, 'n. S. u. H. Weimar, 10. Mai. Unter ungemein zahlreicher Beteiligung aller deutschen Hochschulen begannen heute früh in der „Erholung" die eigentlichen aeschästlichen Beratungen des Verbandstages. Gestern abend waren Ausland. London, 10. Mai. (UnterhauS.) Sadler (kons.) fragt, welche Haltung die Regierung tm Hinblick auf die Wirkung be§ neuen deutschen T arifes auf die englische Eisen- und Stahlindustrie zu nehmen gedenke. Bonar Law, Unterstaatssekretär des Handelsamts, erwidert: In Uebereinstimmung mit dem Berichte des Com- mereial-Jntelligenee-Committee find bei der deutschen^ Regierung Vorstellungen in Bezug auf den Einstus; des neuen deutschen Tarises einschließlich des Zolles auf Ellen und Stahl aus den britischen Handel gemacht worden, aber ich fürchte, daß weitere Vorstellungen nicht angebracht wären. Paris, 10. Mai. Der Minister des Aeußern, Del- c a f f 6 begab sich heute vormittag in das Finanzministerium und beriet etwa eine Stunde lang mit dem Ministerpräsidenten Rouvier über auswärtige Angelegen - Zollämter befinden, zu besetzen. C.w ----- - - _ . Kastie, östlich von Rethvmno, besetzt: in dem dortigen Depot befindet sich etne große Ladung für eine Triester tfirina. Em englischer Kreuzer ist dahin abgegangen. ^entlches Reich. Berlin, 10. Mai. In einem Erlas; des Kultusministers an mehrere Regierungspräsidenten heisst es: „Es ist mir ausgefallen, daß von den Herren Regierungspräsidenten bei der Ausschreibung von Konzessionen für Apotheken mehrfach die Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen auf preußische Staatsangehörige beschränkt worden ist. Ich mache darauf aufmerksam, das; eine solche Beschränkung dem Artikel 3 der Reichsverfassung widerspricht." __ Die amtliche Uebersicht über die Geschäftstätigkeit der Schiedsgerichte für Ar beiter Versicherung im Kalenderjahr 1904 gibt ein Bild von dem außerordentlich großen Umfang, den die Tätigkeit dieser Gerichte allein in Preußen angenommen bat. Bei den hier bestehenden 60 Schiedsgerichten (einschließlich der EisenbahndireltionS- bezirke und Knappschaftsvereine) sind im Ganzen 83 293 Streitsachen eingegangen. Davon konnten 68 437 erledigt werden, teils durch Urteil, teils durch Vergleich, Anerkenntnis, Zurücknahme der Klage ober auf andere Weise. 14 008 blieben unerledigt und 848 waren nicht anrechnungsfälstg, weil sich nach dem Einträgen in die Prozeßliste die örtliche ober sachliche Unzustänbigkeit des Schiedsgerichts ergab. Es betrug im Durchschnitt daS Verhältnis der unerledigten 511 den eingegangenen Anträgen 16 Prozent. von Bayern. Der Prinzregent hat, wie aus dem Trinkspruch des Königs hervorgeht, dem König von Sachsen bas 15. Infanterie-Regiment verlieben. Der König von Sachsen ließ dem Staatsmmister v. Pobewils eine prachtvolle Base Meißener Porzellan überreichen. Prinzregent Luitpolb dem sächsischen Gesanbten v. Friesen bas Großkreuz Michaelorbens verliehen. Botschaftssekretär Dr. Scheller-Steinwcrrtz betonte das Gefühl der Freundschaft, das durch die gemeinsame Verehrung Schillers 'wischen Deutschland und America gezeitigt werde. 2Lu den König von Württemberg wurde ein Huldig- Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Petersburg, 10. Mai. Wie der „Petersb. Telegr.- Agentur" aus JSphatan (Persien) unter dem 9. d. M. gemeldet wird, werden in den im Mittelpunkte fruchtbarer Gebiete gelegenen Städten Achwas imb Schuschter englische Konsulate errichtet. Der Bau einer Straße von Achwas nach Teheran, von welcher von Teheran an5 bereits ein Drittel sertiggcstellt ist, veranlaßt, daß große Fahrzeuge auf dem Schcst-e'l-Arat und dem Karun nach AchwaS kommen. Schanghai, 10. Mai. Eine große Versammlung einflußreicher chinesischer Kausteute, welche' heute hier statt- gefunben hat, erhob gegen den neuen chinesisch-amerikanischen Vertrag lebhaften Einspruch. Einstimmig wurde deschloffen, die anierikanischen Waren zu boykottieren, bis der Vertrag geändert sei. Die Kaufmannsgilben im ganzen Reiche würben aufgcfordert, bis zur Erreichung dieses Zieles sich den Bestrebungen der Schanghaier Kaufmannschaft anzuschließen. Washington, 10. Mai. Die American Rail- way Association gab den Delegierten bei dem Inter- na ti0 na(en Eisenb ahnkongreß gestern abend ein Bankett. Ter stellvertretende Staatssekretär Taft hielt eine Rede, in der er energisch betonte, das; eine Tarifgesetzgebung kommen müsse, und baß bic amerikanischen Eisenbahnleute klug sein würben, wenn sie eine solche unterstützen würden, nicht aber sie hindern wollten. Er sei entschieden gegen die Verstaatlichung, sehe aber keinen Grund, weshalb incht ein richtig zusammengesetztes Tribunal zuständig sein sollte, die höchst zulässigen Preise sestzusetzen. In seiner Antwort stellte sich Stuyvesant Fish auf den Standpunkt, daß die gegenwärtige ^Gesetzgebung völlig ausreichend sei, und verlangte eine bestimmte imb strenge Durchführung der jetzt geltenden Gesetze. Washington, 10. Mai. Der russische Botschafter Graf Cassini ist nach Madrid versetzt worden und hat den dortigen Posten, der ihm schon vor 2 Monaten angeboten worden war, inzwischen angenommen. Er wirb im nächsten Monat nach Mabrib abrcisen. Sein Nachfolger auf bcm hiesigen Posten ist der frühere Gesandte in Tokio Baron v. Rosen. Die Veranstaltungen £um Gedächtnisse Schillers in Chicago fanden in eir-w eindrucksvollen Feier ihren AbsMuß, bei »e* Generalmajor a. D. v. Pfister die Grüße dos Köni'as von Württemberg und des Schwöb. Schillervereins überbrachte und der Bedeutung Schillers als «1«» «a m.Xm. H-aS Sov* Wa4-i ahdeutsche Wien, 10. Mai. Anläßlich einer gestern abend in Floridsdorf abgehaltenen christlich-sozialen Versammlung wurden von Sozialisten große Stra ß ende Monstra' Konen verursacht. Tie Demonstranten zertrümmerten Fensterscheiben und demolierten die GeschästSlaben. Die cin- schreiteude Polizei würbe mit einem fürchterlichen Steinhagel empfangen, wobei 2 Polizisten schwer und 15 leichter verletzt wurden. 6 Pferde der berittenen Polizisten wurden durch Messerstiche verwundet. Erst als bic Polizei energische Maßregeln ergriff, konnte die Ruhe roicbcr hergestellt werben. DetttlH-Liidwcstafrika. Berlin, io' Mai. Ein Telegramm aus W i n b h u k tnclbcl: An Typhus ftnb gestorben: Reiter Zohaimes Kaveu, geb. 23. Sept. 18S1 zu LüberSdorf, am 7. Mai im Lazarett Wasserfall; Reiter Otto K r e l l i g , geb. 7. April 1883 zu Leipzig, am 7, Mai im Lazarett Swakopmund. ____ _____________ Wom Hestcrreichischcn Akgcordnetenöaus. Bei Beginn der Sitzung des M^-ordnetenhauses am ZO. d. M. stellte der Minister des Intern, in Deantwortung der Interpellation Pern er st or s s c.r S, deren Gegenstand die angeb licheinz-elnenGroßindu st vielen gegen Geldleistung angetragene Berufung ins Herrenhaus ist, auf Grund amtlicher Erhebungen mit größter Bestimmtheit folgendes fest: Die frühere Negierung perhandelte weder direkt noch indirekt mit irgend einem her genannten Großindustriellen wegen seiner. Berufung ins Irrenhaus. Es kann also von Geldleistungen für Regierungszwecke nicht die Rede sein. Namentlich weist der Minister des Innern die Behaust.ungen der Jnter- peNatron sowie die im Zuiammenhemge mit dieser gegen einzelne Beamte erhobenen ?Cngriffe als vollkommen grundlos zurück. In der Spezialdebatte über den Zolltarif weist der Ackerbauminister auf die maßlos anwach - sende Konkurrenz der überseeischen Staaten hin, namentlich Kan adas und Arsentiniens bezüglich ber Getreideprsdukte, aus deren in den letzten 30 Jahren a sinkenden Preise, sowie auf die Verbilligung der Ssrachten, wodurch bt» Notwendigkeit eines Schutzzolles für d«S Getreide hinreichend erwiesen sei. Der Zweck de- richtigen ZoNschutzsystems liege nicht in der Erhöhung des GetreidrpreiseZ, fortbent in einer gewissen Stabilisierung derselben. Dir markanteste Erscheinung des neuen österrerchisckxn Zolltarifs sei die Einführung von Mrnimalsatzen bei dem Getreide. Im weiteren Laufe seiner Rede führte der Ackerbauminister aus, daß die Getreideminimatzölle einige ganz wesentliche Erhöhungen der Positionen der alten. Tarife enthalten und daß sich in dem neuen Tarif zahlreiche Getreidepositionen finden, die dem früheren vollkommen fehlten. Auch die Viehzölle zeigten in einzelnen Posten Erhöhungen. Wenn auch der Zolltarif nicht ein alle befriedigendes Ideal bedeute, so könne doch wohl behauptet werden, das seine sandwirtschaftlfch* Abteilung eine wesentliche Besserung darstellt. Ter Minifter spricht sich unter Hinweis auf seine Ausführungen im Zallausschuß gegen den Antrag P e schmr- und empfiehlt von seinem Standpunkte aus eine rasche, unveränderte Annahme des Zolltarifs, welcher Sez-lveckt, bte heimische Gesamtproduktion gegen die fremde Produktion zu schützen. (Beifall.) In der Spezialdebatte wird die erste Gruppe des Zolltarifes und des Zolltarisgesetzes erledigt. Tie betreffenden Positionen gelangen unter Ablehnung des pich (Pole) betr. die Einfuhr von Vieh b den Balkcrnstaaten in der von dem Zoll- Gießen, 11. Mai 1905. " Ein Betrüger. Mit gefälschten Bescheinigungen von Behörden hat in letzter Zeit ein Betrüger eine Gelbsammlung für ein Asyl für alte und ge'brechlichs Leute veranstaltet. Der Mann ist etwa 60 Jahre alt, 1,70—1,75 Meter groß, hat meliertes Haar und^gleichcn Vollbart und geht gebeugt. Er trägt Brille ober Zwicker unb ist gut gekleidet. Vor dem Betrüger wirb gewarnt. ♦* EinbruchSversuch. In verflossener Nacht üer* suchten Einbrecher in ein hiesiges Gold- und Silber- warengeschäft einzubringen. Sie hatten die Haustüre sich erschlossen unb versilchten burch Bohrungen bie Füllung einer vom Hausflur nach dem Laben fübrenben Türe herauSzu ne hm en, wobei sie aber infofern auf Wiberstand stießen, als bie Tür innen mit starkem Eisenblech beschlagen war unb so ber Anschlag mißlang. ** Wettbewerb zur Erlangung rauftet giftiger Baupläne für Arbeiterw0hnhauset. Aus Darrasta bt wirb unS geschrieben: Der von dem Ernst-Ludwig- Verein, hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen hier, ausgeschriebene Wettbewerb, zu welchem Arbeiten bis zura 1. Mai einzureichen waren, hat eine außerordentlich große Beteiligung gefunden. Es sind 287 Llrbeiten mit mehr als 5000 Entwürfen unb zahlreichen Modellen eingelaufen. Schon jetzt kann gesagt werben, daß eine große Anzahl der Entwürfe bein von dem Vereine seinerzeit aufgestellten Programm durchaus entsprechen, so daß das Ergebnis des Wettbewerbes hoffentlich dazu beitragen wirb, ben KleinwohnungS- bait auf ein höheres künstlerisches trab ästhetisches Niveau zu heben. DaS eingelaufene Material unterliegt jetzt der Prüfung des Preisgerichts. Die Entscheidung wirb bemnächst bekannt gegeben werden, auch beabsichtigt bet ^erc/n' gekrönten unb angekauften Entwürfe in ntögltchst weiten Kreisen zu verbreiten. . (:) Friedberg, 11. Mai. (Eigener Lwcchtbertcht des Gieß. Anz.) In verflossener Nacht gelang e~, stoet C in - brech er auf frischer Tat zu ertappen. Der eine wurde verhaftet, dem anderen gelang cs, zu entfliehen. Man glaubt btejelbcn Tater zu haben, bie auch vor einigen Tagen in einer Villa in -oad-Nau heim Einbru^chsdiebsta h l begingen. Offenbach, 8. Mai. Das Hochzeitsgeschenk bet Stabt Offenbach für das Großherzogliche Paar, ein prächtiger Iagdwagen, geht nunmehr nach seiner völligen Fertigstellung nach Darmstadt ab. Dem Geschenk ist eine große, kunstvolle Hulbigungsadresse in Lebereinbanb beigegeben; sie ist von Professor Schurig entworfen trab gezeichnet unb in ihrer Gesamtheit ein bewunbernswertes Meisterwerk des Offenbacher Kunstgewerbes. SWK. Mainz, 10. Mai. Wie bestimmt verlautet, wird der Kaiser auf der Rückreise von Wiesbaden, wo er am 17. Mai den Festjpielen beiwohnt, in Gejellschuft des Gr 0 ß- von Rußland und ucn Juaiiunjiauicii m uct uuu vuu ausschuß genehmigten Fassung zur Annahme. Abge- kehnt wird der denselben Gegenstand behandelnde weitgehende Antrag Peschka (deutsche Bauernpartei). Nächste Sitzung am 11. Mai. Der östreichifch-ungarifcbe BvtsHafter überreichte der Pforte Alte von den scchtz Botschaftern unterzeichnete Kollektivnote, «eiche mitteilt, daß die Großmächte bereit seien, das türkische Finanzreglement für Makedonien anzunehmen unter der Bedingung, daß dasselbe ergänzt werde durch die Bestimmung, daß die Ucberwachuna ber Einnahmen und Ausgaben ber Dilajets durch eine Kommission bestehend aus hept Gencralmspe- teur und den Zivilag-nten einerseits und vier Finanzbelegiertl-n, nämlich Deutschlands, Frankreichs. Cnalands und Italiens, an- dererscitK statt-ufinden habe. Kürzlich ist in O r p h a n t im Wtla- jet Saloniki eine auS 150 Mann bestehende, von Offizieren kommandierte griechische Bande gelandet. Sonntag hatte sie einen ^nkammenstvß mit Truppen nahe bei Kassandra. Einzelheiten 'Bei Blaeakasa-Katzlar lMlaiet Monastierf wurde ein Lrupvendetachemcnt von einer 100 bis 200 Mann starken griechischen Bande am 5. Mai überfallen, wobei 15 Tote und « Verwundete ans dem Platze blieben. Die Bmtbe stand unter dem Befehl eines ariechifchen Offiziers. Infolge der.letzten Schritte der Ententebotschafter bei der Pforte wurde Hilmi Pascha beauftragt, energisch daS Unwesen der gricchisckpen. Banden zu verfolgen. Die Gefangenen werden durch ein Gericht, das nur aus Billaaren besteht, abgeurteilt. Die S i t u a t i 0 n a u f £ r e t a Hut' sich verschlimmert. Die Konsuln der Garaullemachte beantragten Truppen Verstärkungen Gendarmericpostcn, welche von den Insurgenten bedroht oder die exponiert sind, werden Mnick- gezogen. Die Dufstänoischcu planen die Küstenpimkte, wo 11a) Schillervercins übervrächte unö Der Jöcoeuimw Sie haben das Zollamt in c;ne§ (raten Geistes der Nationen gedachte. Danksagung 03200 Familie Pfaff SUi innigsten Tank Familie Kesrler Wies eck, den 11. Mai 1905. 2571 Wieseck, den 11. Mai 1905. SW jagen wir herzlichen Dank. Großen-Lin den, den 10. Mai 1905. Seltene Gelegenheit Das Anwesen Barftttzerstr 53, in best. Geschäftslage dahier, Ladengeschäft, wertvoll durch unluittelb.Lage am Marktplatz, nebst freistehend. Hinterhaus in der Nicolaistr. n. dadurch zu jed. Geschäftsbetriebe ganz besonders geeign., ist beiannehmbarem Gebote sof. freihändig unter günst. Bedingungen zu verkaufen. Anfragen, Angebote resp. Besichtigung durch Hermann Eller, Marburg a.L., Frankfurter Straße 20. [hv10/s Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag bei 12. Mai 1905: Heiter, noch etwas wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Vermischtes. • Berlin, 10. Mai. In der letzten Nacht brach in einer im Hause Alexandrinenstraße 97 belegcncn Dampfwäscherei Feuer auS, welche? sich mit rasender Schnelligkeit auf sämtliche Räumlichkeiten der Tampswäscherei au8- breitete und auf den 3. und 4. Stock des Gebäudes übersprang, so daß das ganze im Hof belogene Fabrikgebäude innerhalb einer einzigen Viertelstunde ein einziges Flammenmeer bildete. Erst nach zweistündiger angestrengter Tätigkeit der Feuerwehr gelang es, des Brandes Herr zu werden. Der verursachte Schaden laßt sich noch nicht übersehen, ist aber ganz bedeutend. Etwa 150 Arbeiter sind einstweilen brotlos geworden. Bei dem Brande sind auch zwei Feuerwehrleute verunglückt. * Breslau, 10. Mai. Die Ortschaft Giersdorf wurde von einer großen Ueb erschw e mmun g heimgesucht. Ein kleiner Gebirgsbach schwoll zum reißenden Strome an. Wiesen und Felder wurden zerrissen und verschlammt und sind auf Fahre hinaus unbrauchbar. In den Häusern stieg das Wasser meterhoch und zerstörte alles. Die Menschen konnten sich nur mit Mühe retten. — Im Glatzer Gebirge ging am Montag nachmittag ein Wolkenbruch nieder, der schweren Schaden anrichtete. * Straßburg i. E., 10. Mai. Am Donnerstag, den 11. Mai, findet in den Morgenstunden eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt statt. Es stiegen Drachen, bemannte und unbemannte Ballons auf in Crinau, Trappes, Ftteville, Paris, Guadalapra, Rom, Pavia, Zürich- Lissabon, Straßburg i. E., München, Barmen, Hamburg, Berlin. Wien, Lindenberg, Stockholm, Petersburg, Kasan, Blue Hill, U. S. N, St. Louis. Ter Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er den jedem Ballon beigegebeneu Instruktionen gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vorsichtige Behandlung der Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht. * London, 10. Mai. liebet das Schicksal des großen atlantischen Schnelldampfers „Lake Cham plain", welcher der Canadian Paeifie-Eisenbahn-Gesellschaft gehört, herrscht hier große Beunruhigung. Der Dampfer verließ mit 1172 Fahrgästen und 1 80 Mann Besatzung an Bord am 25. April Liverpool, um direkt nach Montreal zu fahren. Seit der Abfahrt von Liverpool hat man keinerlei Nachricht von dem Schiff, welches bereits eine Woche ü b e r f ä l l i g i st. * Poris, 10. Mai. Gestern trafen hier 5 2 englische Aerzte ein, um den Besuch der französischen Kollegen in London zu erwidern. In der Sorbonne sand der offizielle Empfang statt. * New-Port, 10. Mai. Durch einen Tornado wurde ein Teil der Stadt Marqnette im Staate Kansas zerstört, roobei 2 4 Personen getötet und 35 verletzt wurden. __________________ Für die vielen Beiveise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben VaterS Sem Korner Schreinermeister sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. In Gießen bei: Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie: Gustav Walter, Drogerie: W. Mlbinger, Drogerie; August Noll, Drogerie r. r. Kreuz.ss'1/1 K. 82/04. MncMdi!n8.ZMM nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die zur Konkursmasse der Eheleute Wilhelm Schomber in Gießer gehörige Parzelle der Gemarkung Gießen 2/140 — 527 qm Hofraite links der Chaussee öffentlich meistbietend versteigert rocrbeii. Gießen, den 9. Mai 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. G r o s. pKtldHlMiiaL. (sd.) Darmstadt, 10. Mai. Die in aller Welt bekannten /üg. „ächten Frankfurter Würstchen" werden bekanntlich, ihrer weitaus größten Mehrzahl nach, nicht, in dieser Rcain,tadt selbst, sondern meist in den bei und umliegenden größeren und kleineren Orten „fabriziert". So stammen nach der heutigen Feststellung eines Richters die für die Kaiserliche Tafel in Berlin Gelieferten ächten Frankfurter aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. (Stimmt. D. Red.) In der Nähe Frankfurts bestehen nun seit Jahren eine ganze Anzahl ganz bedeutender Betriebe, die ihr „Fabrikat" nach allen Erdteilen versenden. Um dieses versandtfähig und haltbar zu machen, werden dabei entsprechende Konservierungsmittel verwendet. Ein Isenburger Wurstfabrikant namens Luft hat sich nun heute vor der Strafkammer zu verantworten, da er beschuldigt ist, bei der gewerbsmäßigen Herstellung von Fleischwaren „Borsäure" verwendet zu haben, wahrend dies nach § 21 des Neichsgesetzes vom Juni 1900 betr. die Fleischbeschau verboten ist. Aus einer ganzen Reihe von deutschen Städten, darunter Neuß-Düsseldors, Potsdam, Erfurt, M -Gladbach, Düsseldorf, Rilhrort usw. sind Anzeigen eingelaufen, nach welchen die von einer Frankfurter Firma welche den Alleinverkauf für Luft hat, gelieferten Würstchen als stark borsäurehaltig bezeichnet werden. Ter Angeklagte gibt zu, vor lrafttreten des Gesetzes im Jahre 1900 den Würstchen zur besfern Konservierung kleine Mengen Borsäiire (Salpeter) zugesetzt, bestreitet aber entschieden, dies auch noch fpäter getan zu haben; er gibt weiter zu, auch jetzt noch, wie schon früher, die für den Versandt bestimmten Würstchen, nachdem sie geräuchert sind, in einer Blechbüchse mit einer Lake (Brühe) übergossen zu haben, die in einem Verhältnis von 700 Pf. Wasser zu 500, Gramm Borsäure hergestellt ist; dieser geringe Vorsäurezmatz )ci notig, damit, die sog. weißen Stellen, welche denn Rauchern, der Würstchen vom Rauch nicht berührt werden, besonders desmsiziert würden; das mehrfache Kochen in den luftdicht abgeschlossenen Büchsen' genüge zur Tötung der in den Fleischteilen etwa vorhandenen Spaltpilzen nicht. Di.e in den beanstandeten Würstchen vorhandenen großen Borsäurezusätze (bis oO Proz.) konnten nur von Fabrikaten herrühren, die er Dor bern ^nfreTttreten fragt. Gesetzes geliefert habe. Tie Sachverständigen Dr. Uhl- Darmstadt imd Dr. Gerlach-Wiesbaden fmb der Ansicht, daß der Angeklagte wissen mußte, daß die. Borsärne, wie tedes andere Salz, durch die Wursthaut, auch m die Wurst. cmdrmqe, doch halten sie geringe Borsäurezusätze Nicht Nir schädlich. Da nicht michgewi-s-n ist, datz bie bennit-mdetrn Wnrstcken au- der Fabrikation nach bem Inkrafttreten bcs Gesetzes stammen und man annatzm, bast bie jetzige Herstellungswene nicht in gesetzwtbrtgcr Absicht geschieht, wurde auf F r e i s p r e ch u n g erkannt. lerzogS von Hessen nach Mainz kommet. Ob U sich nur um einen kurzen Aufenthalt oder um eine ^ruppenbesichtiguna bandelt, stehe noch nicht fest. Marburg, 10. Mai. Ein studentischer Zug selt- /mner Art bewegte sich am Dienstag nachmittag durch die Straßen unserer Stadt. Es war ein Karzerkomitat, wie man es seit langer Zeit hier nicht mehr zu sehen bekam. Eine farbentragende Korporation hatte die für sie wahrscheinlich seltene Gelegenheit benutzt, um als erste die alte Studentensitte wieder einzuführcn, nachdem der neue akademische Freiheitswind auch in dieser Beziehung wieder Luft geschaffen hat. Der Zug stellte in witziger Weise den Transport des akademischen Schwerverbrechers dar: Voran der Couleurdiener mit einer Tafel, die dem staunenden Publikum Ziel und Grund der Reise enthüllte. Unter Bedeckung zweier unheimlicher Gesetzeswächter folgte eine Sänfte, in der der Delinquent mit rasiertem Schädel und blauer Sträflingsjacke die Huldigungen der Menge entgegennahm. Bettzeug, Kleider, Bücher, Pfeife und Tabaksbeutel reihten sich an. Em würdevolles Männerquartett in Gala gab dem Schwerverbrecher die letzte Ehre, und ein Nachtwächter am Schluß wirkte ebensosehr durch Helle- barde und Tuthorn als durch seine außerordentlich passende Physiognomie. Vor der Universität am Lahntor angelangt, ließ das Quartett die feierlichen .Klänge von „Integer vitae" dahinfluten, eine schmetternde Rede feierte den ,Karzerpinken", der mit tränenerstickter Stimme, aber doch getröstet, aus des Karzers Höhen vom rosigen Lichte Llb- schied nahm. (O. Ztg.). ♦ Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt entgleisten gestern, Mittwoch morgen, nach 6 Uhr auf bem ehemaligen Güterbabnbow der Hessischen Ludwigsbabn aus dem von Griesheim kommenden und im Einfahren begriffenen Güterzug fünf Wagen. Sie stürzten teilweise um. Verletzt wurde der Bremser Ruppert von Frankfurt an der Brust und am linken Arm, er kam ins städtische Krankenhaus. — Ein schweres Unglück trug sich gestern, Mittwoch, mittag in O f f e n b a ch an der Ecke der Frankfurter- und Lullen- straße zu. Das zweijährige Arädckwn des Bäckermeisters K., welches auf der Straße spielte, geriet dabei unter die Räder eines Eiswagens und war sofort tot. Ten Kutscher trifft, wie es heißt, keine Schuld, da er langsam gefahren fein soll. — In Mainz auf der mittleren Bleiche fiel ein Kind von einem Jahr wider eine mit heißem Wasser gefüllte Badbütte, dabei wurde es derart Der- brüht, dan es bald darauf verstarb. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Gattin, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Großmtttter, Schwester und Tante Fm Katharina Kessler, |ti. Mr besonders für die liebevolle Pflege der evang. Schwester und die troftrcicbeit Worte des Herrn Pfarrer Hellwig am Grabe, sowie für die zahlreichen Vlumenspenden sagt 53 al täglich irisch gc- SiM Ml stochen [02911 Christ. Pfeiffer, Schiffenberger Weg 16. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Krankheit und Beerdigung unserer lieben Tochter und Schwester Anna Junker besonders für die liebevolle Pflege der cuangcL Krankenschwester und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig am Grabe, sowie für die vielen Blumenspcndcn fagcu wir hiermit unfern herzlichsten Dank. Wies eck, den 11. Mai 1905. 2570 Ftmlit Mer. Für bie vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres lieben Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, Schwagers und Onkels Hem Kugiemkißer SFf aü Märkte. te. Franksurt a. M., 11. Akai. (Telegr. Qria.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen ViebMarktpreise. Zum Verkaufe standen: 23 Ochsen, 4 aus Oesterreich 2 Bullen, 00 ans Oesterreich, 40 Kühe, Ferien, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 0 Kälber, 0 Schafe u. Hämmel, 0 Schweine. Bezahlt wurde für 100Psd.Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 72 bis 74 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., 3. Qtial. 60—64 Mk.; Bullen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 68-70 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., 8. Qual. 50—52 Mk., 4. Qual. 42—44 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht 49—51 Pfg., 2. Qualität 77-82 Pfg., Lebendgewicht 46-48 Pfg., Schlachtgew. 60—60Pfg.; Schafe: i. Qual. 72—75 Pfg., 2. Qual. 66—70 Pfg. Geschäft: mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend. Limburg a. d. L., 10. Mai. F r u ch t m arkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 15.25 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 11.20, Gerste 00.00 Mk., Hafer 7.80 Mk., Caatbafer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Hnflinat-AratjriM'lormgett Berlin, 10. Mai. Nach Mitteilung der „Kol. Zeitschrift" wird die ost afrikanische Süd bahn, die sogen. Nyaffabahn, den Reichstag bald beschäftigen. Wie für die Kamerun bahn soll auch für die Nyassabahn eine Reichsgarantie gefordert werden. Essen (Ruhr), 11. Mai. Hier wurden drei Personen von einem tollen Hunde gebissen. Sie wurden sofort in das Institut für Infektionskrankheiten nach Bersin geschafft. Bochum, 11. Mat. DaS Schwurgericht verurteile nach zweitägiger Verhandlung den Bergmann Komecky, der seinen Kostwirt, Maleska, ermordete, um dessen Frau zu heiraten, zu 15 Jahre ZuchtHalls. Aachen, 10. Mai. Rektor und Senat der Technischen Hochschule haben ebenfalls gegen die bekannte Verfügung vom 16. März an das Kultusministerium eine Eingabe gerichtet. Sie ist als eine der ersten eingegangen und zwar noch bevor die Erklärung der Göttinger Professoren durch die Presse bekannt wurde, im übrigen ist sie aber wie die Göttinger und die Marburger ganz im Sinne der Aufrechterhaltung der bisherigen akademischen Freiheit gehalten. Pforzheim, 11. Mai. In Oeti8heim bei Maulbronn brach gestern im Hause des Metzgers Münchinger auf unaufgeklärte Weise ein Brand aus, der so rasend schnell um sich griff, daß ein ganzes Häuserviertel obbrannte. Trotz angestrengtester Tätigkeit der Feuerwehr fielen drei Doppelwohnhäuser mit sechs Scheunen, zwei Wohnhäuser mit Scheunen und vielen kleineren Gebäulichkeiten dem Feuer zum Opfer. Auch beträchtliche Vorräte verbrannten. Christiania, 10. Mai. DaS Storthing hat heute mit 96 gegen 19 Stimmen den Antrag des Budget-Aus- schusfes angenommen, nach dem dem Prinzen Gustav Adolf eine Apanage von 50 000 Kronen jährlich bewilligt wird. Brüssel, 10. Mai. Eleonora Düse ist hier krank angekommen. Der Zustand der Künstlerin hat sich so verschlimmert, daß die Vorstellungen im Theater de la Monnaü abgesagt werden mußten. Montreal, 10. Mai. Die Einnahmen der Kana« dischen Paeificbahn in der vergangenen Woche betrugen 908 000 Dollars, das bedeutet gegenüber dem gleichen Zeiträume des Vorjahres eine Abnahme von 17 000 Dollars. Rom, 10. Mai. (Senat.) In Beantwortung von Interpellationen bezüglich Tripolis und einer angeblich französischen Kapitalisten erteilten Konzession für den dortigen Hafenbau erklärt Ti t tont, durch wiederholte Vereinbarungen mit den Mächten sei Italien bezüglich Tripolis in bestimmtester Weise das Vorzugsrecht zugesichert worden. Italien arbeite in loyaler Werse für den Frieden, müsse aber für die Wahrung seiner lebenswichtigen Interessen im Mittelmeere Vorsorgen. Von diesem Ziele gingen die im Parlament einzubringenden Flotren- maßnahmen aus. An eine Besetzung von Tripolis dürfe Italien nicht denken. Die falsche Nachricht von eurer Hafen- konzession sei bedauerlicherweise von der Presse, ohne ihre Richtigkeit zu prüfen, zu Verdächtigungen der französisches Regierung benutzt worden, die vottlommen loyal gehandelt habe. Rach diesen feierlichen Erklärungen schloß Trttonr, habe Italien ruhig sein wirtschaftliches Vorgehen m Trr- politanien wieder aufztmehmen. (Beifall.!) Petersburg, 10. Mai. Aus Schitomir wird über die dortigen gegen die Juden gerichteten Unruhen berMtt: Die Unruhen begannen am 6. Mai, indem auT Israeliten, welche auf dem Teterew- Flusse Boot fuhren, von Christen Oteinen geworfen tourte. Die Israeliicn antworteten mit Sams,en durch welche einige Leute verwundet wurden. In der Vorstadt Pawsi- kowka kam es zu Ansammlungen der Jsraesiterii eineriests und den Chris,cn andererseits. Ein Israelit wurde KilsalliF von einem Pferde getötet. Am 7. M In feinlfer und fauberffer Ausführung bllliglf. S < Siebener Anzeiger, Brühllche Druckerei E In bester Lage der Stadt UlUjJtoi 36 Dm refp. 62 Dm mit 4 Schaufenstern, am beste» für Manufaktur- oder Äonfektious-Gefchäft geeignet, mit großer, schöner Wohnung im 1. Stock eveuil. auch noch als Lager- oder Kontor-Räume verwendbar, ganz oder getrennt, eventl. auch mit Umbau der Schaufenster in Glas und Eisen per 1. Olt. zu vermiete». Seltersweg 2. 2567 auHgeführt von der 2575 Anfang 5 Uhr. Eintritt 40 Pfg. 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