iann 6772 gdvoll ÄdftlUi sWerkssses. EsrUnW Programm, 8 Uhr. W Ludwig Wagner. a bringt um 12. W frnilpnte iN te Krieg !M >er Dichtung unb Siu?, , zur Aufführung, nblatt und Plakate. :Auswärtige(»W.W; V,^'^ gemeine Borilelluug. gemeine Vorstellung, irslellung für Schuler, gemeine Vorstellung, [gemeine Vorstellung. irfteUung für Schuler, gemeine Vorstellung, n find allem matzgci» richt zu bcrü«Wtiga j!. 2. Platz 60^, n 50 4, Volksichüler , rrebcS, Soft *:i nsen in Nidda. " siö olle - «7u preiswert lack Nr. 264 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 9. November 1905 Erscheint Eglich mit Ausnahme de» SormtagS. Eie „Sietzener Lamilienblätler- werden dem ,9meiqer mermal wöchentlich beigelegt. Der ^esstlch« £oiba>ltr' erscheint monatlich einmal. 1 Rotationsdruck und Verlag der Brüblfcb« UnwersilätSdruckerei. SL Lange, Gieße«. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schukltr.U. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Arberger (Sieben. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. N-Milche Taqeslcha«. Gegen die geplante ReichsquitlungZsteuer fcrirb der Einspruch sich m f)t früh genug erheben können. Handelskammern, wirtschaftliche Vereiingungen aller Art sollten die Führung übernehmen. Tie Erfahrungen, die in Frankreich und England mit der Quittungsgebühr gemacht worden sind, können nur als durchaus abschreckend gelten. Jeder, der irgend etwas liefert, beispielsweise der i^brifaiit, der Handwerker, der Ladenbesitzer, inuß die Ge- ff'.hr ins Auge fassen, daß die Quittungssteuer bei der Bezahlung der Ware auf ihn abgewälzt wird. Der Käufer hat nicht Lust, zu dem vereinbarten Preis auch noch die Rcüchsabgabe zu übernehmen. Ein entsprechender Aufschlag auf den Preis verbietet sich in den meisten Fällen. Ter Verkäufer hat das Bestreben, rasch zu seinem Geld zu lmnrnen und den Ruf der Kvulanz zu behalten: so bildet sich bald der Brauch aus, daß der Verkäufer von vornherein die Quittungssteuer aus ferner Tasche entrichtet. Aehnlich ift ja auch die Warenhaussteuer auf die Hersteller und Lieferanten abgewälzt worden. Wird etwa mit solchen Neueinführungen eine „gesunde Mittelstandspolitik" getrieben? Wird durch Umständlich- fe it und Belästigung der Geschäftsverkehr gefördert? Als ob wir nicht genug und übergenug Formelkram, bureaukratisches Schreibwerk, Vorschriften und, was das Reichsschahamt veranlaßte, diese schon einmal Dem Reichstag fast allgemein verurteilte „Quengelsteuer" — sie verdient in der Tat diese Bezeichnung — hervorzuholen. Mit demselben Recht oder Unrecht könnte man auf die ebenso unglückliche Idee einer Fahrkarten- steuer von Reichswegen zurückgrcifen. Hat der Reichstag auch nur die Spur einer Einsicht für die Interessen dcr Volkswirischaft und des Verkehrs, so lehnt er diesen Plan mit aller Entschiedenheit ab. Tarin liegt keineswegs eine „Bekämpfung der Reichs- fiaanzreform", wenn nicht aue vorgeschlagenen Steuerpläne Beifall finden. Es ist behauptet worden, die Verb. Regier- uitgcn seien entschlossen, feine der beabsichtigten Steuern ab trennen zu lassen. Tas Ganze oder nichts. Sollte ein solcher Entschluß gefaßt fein, so ist er eben nicht aufrecht 5u erhalten. Tie Regierung kann sehr zufrieden sein, wenn and) nur der größere Teil der Reichssteuerpläne die Zustimmung des Reichstags erhält. Sickier ist, daß die R e r ch s e r b s ch a f t s st e u e r, zumal /rach dem Fortfall der Besteuerung des Erbes von Ehegatten und Kindern, eine große Mehrheit auf sich vereinigt. Sehr ji befürchten ist, daß mit „staatsmännischer H i f f c" des Zentrums die Bi er--und Tabakbesteuerung zustande kommen. Auch die Wehr steuer, die vermutlich mit der Flottenvorlage verbunden sein wird, dürfte nicht scheitern. Wir glauben nicht, daß die Verb. Regierumgen dem Reichstag die Pistole auf die Brust setzen werden mit dem „Alles oder nichts". Uebrigens braucht sch der Reichstaa davon nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, denn womit könnte er zur Folgsamkeit gezwungen treiben? Ter Miguel pflegte zu sagen, daß man einem Parlament stets etwas zum Abhandeln und Ab- sireichen belassen müsse. Vielleicht wurde nach diesem Rezept manche Steuer in das Programm ausgenommen. Trotzdem — Vorsicht ist nützlich, und so sei der Rat wiederholt, irrt Protest gegen die gefährlichsten der drohenden Steuern, zu denen auch die ,Luengelsteuer" gehört, das Möglichste zu tun. * Die Reichstagswahl in Eisenach. Aus Eisenach wird heute gemeldet: Das Resultat liegt noch nicht vollständig vor. Bisher wurden gezählt: für Flex (nIO 2705, Kühner lfreis. Vp.) 2649, Schack lAntis.f 3714, Leber (Soz.) 6540, Müller-Fulda (Ztr.) 751 Stimmen. Es stehen nur noch vier kleine Ortschaften aus. Die bürgerlichen Parteien nehmen schon heute zmr Stichwahl zwischen Leber und Schack Stellung. Die National- lrbera'len hoffen, daß der Antisemit sich der Aufgabe, die Sozialdemokraten zu bekämpfen, ebenso gewachsen zeige, wie der frühere n^tionalliberale Kandidat. Die freis. „Eis. ^agesp." hafft, daß der bündlerische Versuch, den Wahlkreis in die Hände d-r Reaktion zu spielen, vereitelt wird. Der Freisinn hat um 500 Stimmen mehr und die Nationalliberalen 700 Summen weniger, wie bei der Hauptwahl von 1903. 1903 betrugen die betreffenden Stimmcnznhlen: 2145 Autis, 6013 Sozrald., 1313 Zentrum, 2049 freis. Volksp., 3585 Nationallib. Wie man sicht, sind die Schwankungen nicht sehr bedeutend. Den „Rcformparteilern" fielen diesmal die bündlerischen Stimmen zu, die 1903 für den Kandidaten der nationalliberalen Partei, Oberförster Fries, abgegeben wurden. So ist denn der Wahlkreis für diesmal dem Liberalismus abwendig gemacht, dem er seit 1867, im Wechsel zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen, fiets treu geblieben war. Erfreulich ist, daß die sozialdemokratische StimmenzaHl ziemlich stationär geblieben ist. wenn sie auch nicht den Rückgang erfahren hat, wie anderwärts. Für die bürger- lnchen Parteien ist damit die Stichwahlparole eigentlich gegeben. Doch nach den obiaen Mitteilungen mögen die An- füänger des dortigen freisinnigen Blattes sich nicht entschließen, dem Reformparteiler ihre Stimmen zu geben. Wir hoffen, daß viele Freisinnige sich doch noch dazu bereit ß.nden werden. Für nationallcherale Wähler kann es in miesem Falle, wo ein zweifellos national gesinnter Kan- toibat dem Sozialdemokraten gegenübersteht, rein Schwanken «neben. Dieselbe Einmütigkeit der in annähernd gleicher Stärke aufmarschierten bürgerlichen Parteien hat 1903 z,um Siege des nationalliberalen Kandidaten geführt. Deutsch-Afrikanisch S. Nach einem Telegramm des kaiserlichen Gouverneurs wou Kamerun ist der Angestellte der Firma A. u. L. Lübcke-Hamburg, Kaufmann Rogge, in Welemakonc im sü'idlichen Teile des Ebolooa-Bezirks von seinem eigenen Dienstpersonal ermordet morden. Die Mörder wurden «lsbald verhaftet, von der Station Ebolova zum Tode ver- mrteilt und hingerichtet. Rach Ansicht des Gouverneurs A die Tat ohne polnische Ursachen und Folgen. AuS Dar es Salaam liegt folgende Meldung vor ' Der Oberingemeur Makrokordato der Firma Holzmann hat seine zweite Etappenstation in Masindschi, Major Johannes, der Führer der Expedition, feine dritte Etappenstation in Opengera, die daß nördliche Ilwa Livali beherrscht, angelegt und durch eine ASkari - Besatzung linier dem Sergeanten Standau gesichert. Auf dem Marsche von Maßindje nach Opengera wurde die Abteilung von aufständischen Banden stark belästigt. Ein Atzkari ist gefallen. Am 8. November wurde die Station Kilossa von großen Massen Aufständischen angegriffen. Bezirksamtmann Lambrecht schlug trotz geringer Besatzung den Angriff nach heftigem Gefecht zurück. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 2. November bei dem Ueberfall eines Wagen? am Uibib gefallen: Die Unterossiziere OttoOclzner, Heinrich Lörenz, Gustav Icdamzik und Reiter Albert Koch. Am 1. November an Ruhr gestorben: Reiter Adolf Labusch; an Typhus gestorben : Reiter Job. Meyer. Kirche und Schule. — Der Evangelist) e Bund hat auch in Gießen eine akademische Ortsgruppe, die dieser Tage ein Flugblatt „An die Studentenschaft Gießens" verteilen ließ. Tarin heißt es: Vom 8.—12. Oktober hat in Hamburg der Evang. Bund seine 18. Generalversammlung abgehalten. Aus allen Gegenden waren sie herü.'igeeilt, getrieben und beseelt von dem einen Wunsche, Deutschlands heiligste Güter, seine Gewissens- und Glaubensfreiheit, seine Wissenschaft und K'unst, seine Einheit und Cröße zu wahren gegenüber den finsteren, unheilvollen Mächten des Ultramontanismus. Einen freilich vermißte man, der sonst in den großen Zeiten unseres Volkes stets zuerst eingetreten für Deutschlands Grö^e und Herrlichkeit: den deutschen Studenten. Zwar fehlten studentische Vertreter nicht- Mlein, wo sieht man eine wirllich gro^e Bewegung durch die Studentenschaft gehen? Der llltramontaniSums ist der Todfeind unseres deutschen Volkes. Er zwingt uns nicht nur m Den Bann Roms: er vergiftet auch unsere herrliche deutsche Eigenart; er erstickt deutsche Treue und Lauterkeit, beutfebe Innigkeit und Gemütstiefe, brutftfyen Wissensdurst und Freiheitsdrang. Wer's nickst glaubt, der greife zu der be—rüchtigten Enzyklika und Syllabus Pius' IX., der noch, oder besser, erst jetzt völlig in Kraft, „eine neue feierliche Zusammenfassung und Gesamtverdammimg aller der Irrtümer unserer Zeit" darstellt.....Und wie sehr gerade unser liebes deutsches Vaterland, dank der traurigen Bedeutung des Zentrums, diese Segnunaen erf.-bren, das wissen wir alle zu genau. Auch dem Müdesten muß d.w Trierer Schulstreit, der Famecker Friedkwftzskandal, die Aufhebung des 8 2 des Jesuitengesetzes offenbart haben, wie gar herrlich weit es in deutschen Landen gekommen ist. Und der Ultramontanismus — darüber täuschen wir uns nicht — wird nicht ruhen, bis das in Enzyklika und Svllabus gezeichnete Ideal erreicht ist Wollen wir, Deutschlands Zukunft in Staat und Ktrche, in Wissenschaft und Kunst, von ferne stehen? Nimmermehr. Treten wir ein in die Reihen des Evangelischen Bundes! Das Vaterlcmd ruft. Wohlan, Bur- chen heraus! $)te «Lage in Außtand. Die „Ruff. Korr.E berichtet au§ Petersburg: Das auf Anregung Wittes von dem Profeffor und Semstwomann Karavajeß ausgearbeitete Prosekt zur Erweiterung des Wahlrechts war nahezu vollendet und sollte veröffentlicht werden, als Witte den Semstwowannern Schipow und Jutschkow Ministerposten antrug. Beide stellten als Bedingung ihres Eintrittes in die Regierung die Annahme deS allgemeinen, aber nicht direktenWahlrechtS. Witte nahm die Bedingung an und so scheint es, daß die Frage deS allgemeinen Wahlrechts entschieden ist. Eine weitere Forderung der beiden Genannten ist die Entfernung TrepowS und DurnowoS von ihren Posten. Trepows Entlastung ist beschlostene Sache und wahrscheinlich geht in kurzer Zeit auch Durnowo. Nach einer Meldung auS Petersburg hat eine Anzahl orthodoxe Priester die Erlastung des Kirchenbannes gegen Trepow verlangt. Die Petition an den heiligen Synod bezeichnet Trepow als den „fluchbeladenen Scharfrichter Rußlands". Ein Petersburger Korrespondent meldet, Graf Wittes Stellung werde von Tag zu Tag schwieriger. Er habe gegen die Jntriguen der Hof-Kamarilla ohne jede Unterstützung zu kämpfen. Der Zar handle in vielen Fällen, ohne sich vorher mit seinem Ministerpräsidenten zu verständigen. Auf der Rückreise von Rußland in seine Heimat wurde der englische Publizist Stead in Berlin aufgesucht und um seine Meinungsäußerung über die augenblickliche Lage des Zarenreiches gebeten. Er erklärte, die dortige Situation sei geradezu fürchterlich. Rußland nähere sich mit Riesenschritten einem Zustande, der die Schrecknisse der französischen Revolution weit hinter sich lasse. Stead ist der Ansicht, daß, sobald der Zar fest bleibt und seine eigene hohe Stellung behält, er wohl im Stande sein werde, die allgemeine Lage günstiger zu gestalten, vorausgesetzt, daß die Liberalen die Regierung unterstützen. Die Entlassungsgesuche des Großfürsten Wladimir als Kommandeurs der Gardetruppen und deS Militärbezirks Petersburg und des zum Mitglied des Reichsrats ernannten Eisenbahnministers Fürsten Chilkow wurden angenommen. In Warschau wurden am 8. d. Mts. auf einmal wieder alle Versammlungen untersagt. Infolgedessen ist nicht abzusehen, wann der Ausstand auf den Bahnen und die sonstigen Ausstände zu Ende gehen werden. Viele Vereine sandten telegraphischen Protest an Witte. Der Polizeimeister von Lodz ist wegen unerhörter Grausamkeiten seines Amtes entsetzt und vor Gericht gestellt worden. Gleichzeitig mit dem Beschluß, die Z a r e n - R e g i e r u n g nicht mehr als bestehend zu erachten, beschloß eine Volksversammlung von Industriearbeitern in Sielce (Polen), zur Durchführung deS Aufstandes Zwangsbeiträge von den Industriellen des russisch-polnischen JndustriebezirkeS einzufordern. Tausende republikanischer Flugblätter werden unter die Soldaten verteilt. Der deutsche ReichStagSabg. Korfanty und Redakteur Kowalczyk hielten in Sielce aufreizende Reden. In Moskau bewilligten die Stadtverokdneten eine ganze Reihe wesentlicher Aufbesserungen für die in den kommunalen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Die Arbeitszeit wurde von 9V2 bis 8VZ Stunden verkürzt. Die Lohnsätze mürben erhöht, der TageSlohn durch monatliches Gehalt ersetzt, periodische Gehaltszulagen festgesetzt, WohnungS- geldzuschuß bewilligt u. s. w. Die Schlächter Moskaus, die auf einem großen Platze in der Nähe des Kremls ihre Ware feilbieten, haben vor den Heiligen-Bildern geschworen, alle Studenten zn töten, weil sie überzeugt sind, daß Ruhe erst wieder eintreten werde, wenn der letzte Student abgeschlachtet sei. Die Pförtner der Häuser sind aufgefordert worden, die Studenten namhaft zu machen, und kommen auch dieser Aufforderung nach. Nach einem Telegramm au§ Moskau hat in Rjäsan die Plünderung der jüdischen Magazine von neuemi begonnen. Bei der Verteilung des geraubten Eigentum- der Juden kam es zu großen Straßentumulten. In Jnjowka bauern seit zwei Tagen die Judenverfolgungen an, wobei eS viele Tote gab. In dem jüdischen Stadtteil von Balta stnd 60 Läden eingeäschert, in Kiew ist fast alles zerstört. In Gadiatsch wurden 80 Häuser demoliert; e5 herrscht Hungersnot. In Genizschesk dauerte die Judenhetze drei Tage lang. Erst nach dieser Zeit schritt das Militär! ein. In ganz Südrußland herrscht Panik. Die Juden! flüchten in großen Scharen nach der österreichischen unW rumänischen Grenze. Die Zahl der Juden, welche während der Mastacre in den verschiedenen Teilen von Südrußland umS Leben gekommen sind, beziffert sich nach Privatmeldungen auf 150 00, die der Verwundeten und zu Krüppeln Geschlagenen auf 100 000. Die südrussischen Städte Polta^ Calaraschin und Olviopol sind von den Mitgliedern dev schwarzen Bande vollständig niedergebrannt und auS-l geplündert worden. Viele Menschen kamen in den Flammen um. Ter Brand in JSrnaila ist gelöscht. Die halbe Stadt liegt in Trümmern, wodurch die ganze Bevölkerung an den Bettelstab gebracht ist. Während der Unruhen wurde ein Polizeichef ermordet. Der Attache der französischen Botschaft, der sich auf der Reise nach Petersburg befand, ist nur wie durch ein Wunder dem Tode entgangen. Aus Baku wird gemeldet, daß das HauS deS englischen Verwalters der Gesellschaft in Bra n d gesteckt wurdet Der britische Geschäftsträger hat bei Trepow Vorstellungen gemacht. Trepow versprach, daß man die nötigen Schuh- inaßregeln ergreifen werde. In einem Kampf mit der VolkSrniliz in Nassalvi- rali im Kaukasus wurden über hun dert Gendarmen getötet. Aus Slsöl and AmS. Gießen, 9. November 1905. ** Aus dem Bureau des Stadttheater8.. Zu Schillers GebnrtSta g findet am nächsten Freitag, eine sorgfältig vorbereitete Vorstellung von Maria Stuart mit Elfriede Bayrhammer in der Titelrolle statt. Die Vorstellung zählt als fünfte im FreitagS-Abonnement. Schüler und Schülerinnen erhalten zu dieser Vorstellung Eintritts-^ karten zum ermäßigten Preise von 1 Mk. (Sperrsitz), 75 Psg»s (I. Parquet), 50 Psg. (II. Parquet) und 25 Pfg. (Galleries Doch sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese ermäßigten Schülerkarten nur im Vorverkauf in Ernst ChallierS Musikalienhandlung ausgegeben werden. ** Betrüger. Ein Arb eiter aus TmiBringen er* schwindelte im Lause dieser Woche aus einem hiesigen Geschäft zu drei verschiedenen Malen eine Anzahl Körbe, die er bann auf dem Wege des Hausierhandels^ in den Nachbarorten billig absetzte und den Erlös für sich verwendete. ** Diebstähle. Ein Ehepaar hatte am vorigen Sonntag einen Ausflug nach Dem Vogelsberg gemacht. Spitzbuben: müssen von der Sache Kenntnis bekommen haben und benutzten diese Gelegenheit zu einem nächtlichen Besuch in der unbewachten Wohnung. Sie taten sich nicht allein in der Küche an Speise und Trank gütlich, sondern ließen noch eine alte goldene Uhr nebst 16 Mk. bar mitgehen. Sonstige Wertsachen ließen sie unberührt. — Einem Arbeiter wurde am verflossenen Sonntag von seinem angeblichen Landsmanne, einem ganz jungen, unbekannten Burschen, der Geldbeutel mit 10 Mk. Inhalt gestohlem, — In letzter Zeit werden wieder morgens häufig die an die Haustüren gehängte Brötchenbeutel mit Inhalt entwendet. ** Preßprozeß. Demnächst wird sich LandtagSabg« Hirsch el wegen Preßbeleidigung zu verantworten haben. Auf Grund eines seinerzeit im ^Bauernkalender^ erschienenen Artikels hat Blättcrmeldungen zufolge ein Handelsmann in Re in h eim Prioatklage angestrengt, unb es ist Verhandlungstermin vor dem dortigen Schöffengericht auf den 23. bS. Mts. anberaumt. *• Der Verein Contentia feierte am Samstag in der Turnhalle sein Winterfest, verbunben mit Theater unb Ball unter gütiger Mitwirkung deS „Gernharbtschen Zither- unb Mandolinen-Chors". Nicht nur, baß ber Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, sondern man hatte noch in der Garderobe Plätze einrichten muffen. Die zur Aufführung gelangten Theaterstücke :c. fesselten die Besucher derart, daß bis zum frühen Morgen der Saal dicht besetzt war. Eine von ergibt. „(Scnoffentoaft§roefen* vor. (H. Sb§Afq.) neuen des Handel 3% 39; 112.25 Börse, 9. Nov., Anfangskurse. 4%' Ocsterr. Goldrente. . 4l/B 9< Oesterr. Silberrente I . in 23.50 141.80 125.00 und dieselbe Summe erhielten die Bediensteten des preußische Hofes, als er zmn Begräbnis seiner Schwester, der Kaiserin Friedrich. noch Deutschland kam. Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank < Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prinee-Henri-Eisenbahn L’nsrar. Goldrente Italien. Rente . Portugiesen Serie Portugiesen „ Harpener Bergwerk Lanrahiltte . . Lombarden E. B Nordd Lloyd . . Türkenlose . . . 100.70 100.90 96.05 3% w/0 3 M°/„ Elektriz. Lahmeycr . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahiltte...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Rcichsanleibc do. Konsuls . . do. . . Hessen . . Oberbessen B. B. Darmsta dt, 9. Nov. (Eigener Drahtbericht.) II. KK. HH. der Großherzog und di e Großherzogin, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen und die Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für txreitnq, den 10. November 1905: Walkia, Temperatur wenig verändert, geringe Niederschläge, jedoch nur stellenweise. Näheres durch die Eichener Wetterkarte. . 173.70 . 149.25 . 240.70 . 99.50 . 164.50 . 213 50 . 256 50 . 23.50 . 129 60 . 136.20 Der Bezirksiusschi"" erachtete die Stenerordnnng für rcchtsgiltig vnd erkannte auf Llbweisung der von G. erhobenen Klage. Tiefer Ansicht trat das Obervk-rwaltungsgericht bei und wies die non G. erhobene Revision ab. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 9 Nov., 1.15 ühr. Landwirtschaft. x Alsfeld, 7. Nov. Bin Saale des Ackerbauschulgebäudes land heute vormittag 11 Uhr die feierliche Eröffnung des Winterkurses der land w. Winterscbule statt, der auch der Vorsitzende des Aussichtsrates, Kreisrnt Dr. Melior, bei- wohnte. ES wurden 38 Schüler ausgenommen, die nach ihren Heimatskreisen sich wie iolnt verteilen: Alsfeld 28, Lauterbach 4, Schotten 3, Gienen 2 und Ziegenhain 1. Im Lehrerkollegium der Schule sind insofern gegen das Vorjahr Aendernngen eingetreten, als an Stelle des seit Beginn der Schule 1871 tätigen Rektors Wei'enbach Reallebrer Stumm und an Stelle des nach Darmstadt versetzten Landw.-Lehrers Reichest Gronb. Landw.-Lehrer Thömsgen getreten sind. An der Schule unterrichten zurzeit 3 Landw.-Lehrer, 1 Kultlirtechniker und 3 Hilfslehrer. Grünberg. 8. Nov. Der Vogelsberger Geflügel, und Vogelznchtver.ein veranstaltet in dem Saal des Gastwirts Beldrop hier Sonntag, 12. und Montag, 13. November eine größere Junggeflüaelschau, ’it der die Anmeldungen recht zahlreich einaelanfen sind. Namentlich 'sind die reb. Italiener und weißen Mhandottcs in überreicher Zahl gemeldet. Montag von 1 Uhr ab findet eine Versteigerung von Rasse, geffuget aller Art statt. Züchtern und Liebhabern ist ans diese leichte Weise Gelegenheit geboten, sich in den Besitz eines guten Zuchtstammcs au setzen, dm sie ;uvor durch eigene An- schauung auf seine Qualität hah-n hruren können. 244.50 137.50 67.50 67.65 95.25 94.90 90.10 136.80 53.20 90.25 67.85 97.75 Arbe iter ist in Verbindung mit den Arbeiterausschüffen bei der Bürgermeisterei und Stadtverordnetenversammlung um Bewilligung einer Teuerungszulage infolge derFleisch - teuerung vorstellig geworden. Der Eingabe' ist eine ausführliche Begründung beigegeben. — Holland. Schweine sind am Samstag zum erften Male hier geschla chtet zu Markt gebracht worden. Es war eine Probe von 70 Stück, die sofort vergriffen waren. Die Ware ist schlachtreifer, als die, die gegenwärtig meist au? Deutschland zu Markt gebracht wird. Wenn sich die Probe bewährt, wollen die Metzger weiter beziehen. Auch iu vielen anderen rheinischen Städten ist man zu dieser Art des Bezuges aus Holland übergegangen. Die Schweine sind infolge der fehlenden Eingeweide 2C. vorerst nicht billiger, als die deutschen, doch sind die Metzger wenigstens in die Lage gesetzt, überhaupt Schlachtvieh zu haben. (M. Tgbl.) Bingen, 8". Nov. lieber einen neuen Angriff auf die künstlerische Freiheit wird der »Köln. Zig." folgendes berichtet: »In einem Schaufenster der Firma Karl HilSdorf, welche kunstgewerbliche Gegenstände aller Art zum Verkauf bringt, war unter anderm auch eine Nachbildung von Caners wasserschöpfender Nymphe in Marmor zur Ausstellung gelangt. Ter geistliche Rat Engelhardt, katholischer Pfarrer in Bingen, sah sich durch eine anonyme Anregung veranlaßt, gegen dieses Kunstwerk zu Feld zu ziehen und ersuchte den Geschäftsinhaber, »das unanständige Weib da" auS seinem Schaufenster zu entfernen. Auch wenn er Mitglied der Freimaurerloge sei, könne man ihm dies vom sittlichen Standpunkte aus nicht gestatten. Herr Hitsdorf ließ die Figur stehen, dem geistlichen Nat schrieb er, daS Kunstwerk sei allerseits bewundert worden, und niemand habe etwas Unsittliches daran gefunden. Das Original befinde sich im Besitz des Kaisers. Jetzt schrieb der geistliche Rat an Herrn und Frau HilSdorf. Er bezeichnete in dem Brief an den Mann den Laden als Nuditätenkabinett und drohte, daß er auf der Kanzel die Angelegenheit zur Sprache bringen werde (was er übrigens auch tat). Frau HilSdorf sollte ihren Einfluß ausüben, damit ihr Mann die Figur entferne. Als diese Schritte nicht wirkten, wurde die Staatsanwaltschaft aufmerksam gemacht, und da auch dieses erfolglos blieb, mußte die städtische Behörde einem an sie ergangenen Ruf Folge leisten, und so entsandte denn der Bürgermeister einen Polizeikommissar in den Laden, damit dieser Machthaber auf Entfernung der unsittlichen Nymphe bringen solle. Nun wollte der Geschäftsinhaber immer noch nicht Order parieren, und so bat denn der Kommissar, er möge das Aergernis doch entfernen, damit das Sturmlaufen ein Ende nehme. Es handelt sich, wie die „K. Ztg." bemerkt, um ein Geschäft gediegenster Art, das in seiner Pflege feineren KunstgeschmackS an einem kleinen Orte nur eine erfreuliche Wahrnehmung bietet. Man hat eS bei der beanstandeten Figur mit einem Salonstück zu tun, das jede gebildete Dame anstandslos in ihren Wohnräumen aufstellen darf. Herr Hilsdorf hat die Figur erst aus der Auslage zurückgestellt, als sie verkauft war. "* Frank furt, 8. Nov. Der bei dem Kelsterbacher Bahn Unfall schwerverletzte Lokomotivführer Hissenauer ist heute im städtischen Krankenhause gestorben. — Der Großfabrikant Camaillo B o longaro er schoß sich in seiner Wohnung; er beging die Tat in einem Anfalle von Schwermut. Marburg, 8. Nov. In der gestrigen Generalversammlung des nationalsozialen Vereins konstatierte der Vorsitzende die erfreuliche Anfwärtsbewegung des Vereins sowie der Gesamtbewegung. Die Mitgliederzahl des Vereins ist ständig im Wachsen begriffen; die Kassenverhältnisse sind zufriedenstellend. Der bisherige Vorstand wurde durch Aufruf wiedergewählt. Hierauf stellte sich der Parteisekretär L otz -Kassel mit einem Vortrage über das amüsierten sich über das lustige Stück bestens. — Gestern Qbenb fand im „Kaisersaal" eine von den vereinigten kaufmännischen Vereinen einberufene Versammlung bei sehr starkem Besuch statt, in der Herr Hachenburger' aus Frankfurt über die SonntaaSruhe im HandelSge- m> e r b c referierte. Nach lebhafter Diskussion nahm die Versammlung eine Neso lution an, in der gesagt wird, daß sich die von selbständigen und angestellten Kaufleuten sehr gut besuchte Versammlung auf den Standpunkt der vollständigen allgemeinen Sonntagsruhe stellt und der 'Ansicht ist, daß die den anderen Berufsständen längst gewährte vollständige Sonntagsruhe auch den Angehörigen des Handelsstandes nicht auf die Dauer vorenthalten werden kann. sd. Darmstadt, 8. Nov. Heute nachmittag wurde Rentner Heinrich Dahmer beim lleberschreiten des GeleiseS ber elektrischen Straßenbahn Ecke der Viktoria- und Pallaswiesenstraße von einem Motorwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Dahrner erlitt einige Verletzungen am Kopf, sowie verschiedene Kontusionen am ganzen Körper. Er wurde mittelst Näderbahre nach seiner Wohnung gebracht' -Später machte sich indessen seine Ueberführung ins städtische Krankenhaus nötig. Das Befinden DahmerS gibt zu Besorgviffen keinen Anlaß. ** Mainz, 8. Nov. Die Stadt wird in der Nähe de§ zu erbauenden neuen Hospitals eine städtische DeS- ln fekt io nS-A nsta lt errichten. Die Eröffnung soll im nächsten Sommer erfolgen. — DaS Polizeiamt hat nach Rücksprache mit der Bürgermeisterei dem Antrag der Kreitz - vicdizinalbehörde auf Untersagung der Vorstellung der Traumtänzerin Madeleine keine Folge gegeben, sodaß deren Austreten nun nichts mehr im Wege steht. — Der städtische Beamte Fr cy der vor einigen Tagen spurlos verschwand, hat sich heute Abend durch ein Telegramm aus einer auswärtigen Stadt bei dem Polizeiamt gemeldet. Frey, der an Nervosität leidet, hatte sich in einem geistigen Dämmerzustand von hier entfernt und ist planlos in die Ferne gefahren. — Von dem vermißten Prokuristen Ott der Mainzer Lederwerke ist bis jetzt noch feine Spur entdeckt. ; Mainz, 6. Nov. Der Verband der städtisch en 100.50 88.90 100.75 88.85 99.80 Familien Pachrichten. Verlobte. Frl, Hedwia Wende mit Herrn Dr. August Hofmann, Alsfeld. — Frl. Emilie Schneucker mit Herrn Wilhelm Caspary, Hainbach und Burci-Gemünden. Gest 0 rbene. Frau Maraarete Rehse Witwe in Butzbach. — Herr: Karl Bert, Schlitz. — Herr Philipp Werner in Flonheim. — Herr Andreas Ferber in Dorlar. 141.30 132.00 265.00 229.00 167 RO 213.20 257.00 129.50 133.40 dem Tanzlehrer Herrn Karl Schmidt arrangierte „Gavotte der Kaiserin" wurde mit großem Beifall aufgenommen. •* .Konzertverein. Die erste Aufführung des Kon- .zertvereins am 5. November hat mit einem vollen Erfolg für den Verein abgeschlossen. Unser im allgemeinen recht kühles Publikum ließ sich zu Beifallsspenden hinreißen, die so urplötzlich, so unvermittelt hervorbrachen, daß sie lebhaft an hier ganz unbekanntes, südliches Temperament erinnerten. Möge dieser wohlgelungene Anfang als ein Wahrzeichen für die ganze Saison 1905/06 gelten, aus das der Verein, durch seine noch folgenden Gaben, redlich Anspruch erheben darf. So folgt bereits am Sonntag dem 19. November, dem herrlichen Carreno-Abend, wir wählen diese Bezeichnung, ohne damit die Verdienste unseres Trautmanns und seiner wackeren Kapelle schmälern zu wollen, ein Lieder- und Duetten- Abend von Erika Wedekind und Hans Buff-Gießen. Wurde bei Frau Carreno reine und wahre Kunst geboten, so schöpft der Verein mit den beiden soeben genannten Gesangs- künstlern von neuem großzügig aus dem Vollen. Erika Wedekinds Kehlfertigkeit ist wohl jedem bekannt, nach dieser Richtung hin dürste sie unerreicht dastehen, aber es wäre falsch, das allein betonen zu wollen. Viel höher muß ihre eminente Fertigkeit eingeschätzt werden, da Erika Wedekind diese Gabe niemals als Zweck, sondern stets in musikalisch-künstlerischer Weise verwertet. Und mit ihr Buff-Gießen, der neben seinen glänzenden Stimmmitteln über musikalisches Können gebietet, welches in dieser Fülle selten einem Sänger bescheert worden ist. Wir behalten uns vor, auf beide Künstler demnächst zurückzukommen und verweisen für heute auf den Inseratenteil, der das hochinteressante Programm lückenlos bringt. Auch wollen wir nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß jetzt schon Karten für den 19. November vvrgemerkt wurden. A Bad-Nauheim, 8. Nov. Die Einweihung der evangelischen Dankeskirche wird voraussichtlich am 4. Juni 1906 stattfinden. Nächste Woche treffen die Glasmalereien und die vier Glocken für den Hauptturm auS Eisenach ein. Bis Weihnachten sollen die Tüncherarbeiten, sowie die Zentralheizung vollendet fein. Die innere Ausstattung erfolgt mit Beginn des Frühjahrs. Die Kirche wurde im Oktober 1903 in Angriff genommen und ist einschließlich der Türme vollständig aus Basaltlava auS den Brüchen bei Londorf erbaut. Der Hauptturm hat eine Höhe von 68 Mtr. Der Kirche sind von Kurgästen bereits zahlreiche Geschenke, z. B. Fenster, Altardecken, eine Glocke 2c. gestiftet worden. Das neue Gotteshaus steht an der Stelle des alten Kurhauses inmitten der Stadt und ist im frühgotischen Stil wbaut. § Ruppertenrod, 9. Nov. Heute wurde der älteste Mann unserer Gemeinde, der Küfermeister Sinn zu Grabe getragen. Vor wenigen Tagen war der Verstorbene 84 Jahre alt geworden. Körperlich und geistig rüstig war er bis zu seinem Tode tätig. x Groß-Eichen, 8. Nov. Heute morgen gegen V?6 Uhr brach in der Scheuer des Schmiedes Fischer plötzlich Feuer aus. Die Leute hatten bereits mit dem Dreschen begonnen. An dem in der Tenne liegenden Stroh fand das Feuer reichlich Nahrung und es griff so schnell um sich, daß Scheuer, Haus und Stallung im Augenblick in Flammen standen. Nur mit Mühe konnte das Nötigste au§ dem Hause gerettet werden. Die Hühner verbrannten im Stall. Man vermutet, daß das Feuer durch Umfallen einer Laterne entstanden sei. [] Laasphe, 8. Nov. Zwischen den beim Bahnbau Rothemühlc—Frcubenberg im Siegerlande beschäftigten ausländischen Arbeitern kam es in der Nacht zum Montag in der Arbeiterkantine zu Nömershagen zu argen Tumu lten. Als der einschreitende Wirt Becker nebst seiner Frau mißhandelt wurde, griff er zum Revolver und tötete einen böhmischen Arbeiter durch einen Schuß in den Hals. . . 174.40 . . 149.50 . . 240 90 . . 180.50 . . 189.30 . . 164.60 . . 210.30 Märkte. Gießen, 9. Nov. Marktbericht. Au? heutigem Wochenmarkt, kosteten: Butter pr. Md. 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 Et. 8—9 Psq. 2 Strk. 00—00 Psg., Gänseeier 15—00 Via., Enteneier 6—7 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen vr.Liter 21 Psg., Linsen vr. Liter 32 Psg., Tauben vr. Paar0,80— 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne vr. Stuck 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Md. 65—70 Psg., Ochsen fleisch vr. Pfd. 72—82 Psg,, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Psg., Schweine- stoisch vr. Psiind 80—90 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Plund 94 Psg., Kalbfleisch vr. Pfd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Mund 50—76 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln vr. 100 Kg. 5,00—5,50 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevlel ver Pfund 10 bis 25 Psg„ in Körben 00 Psg., Nässe 100 Stück 30—40 Psg., Birnen ver Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.07-0.10 Mk.' Marktzeit 8—2 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Teregr. Ocig.-Vericht de? , Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zum Verkaufe standen: 46 Ochsen, 5 au? Oesterreich 2 Brillen, 00 an? Oesterreich, 63 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 631 Kälber, 402 Schafe und Hämmel, 00 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78 bi - 80 Mk., 2. Qual. 71—73 Mk., 3. Qual. 66—77 Mk.: Bullen 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 64—66: Kühe 1. Qualität 70—72 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 49—51 Mk., 4. Qual. 47—48 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 86—90 Psg.. Lebendgewicht 52—54 Psg., 2. Qualität 84—88 Psg., Lebendgewicht 50—53 Psg., Schlachtgew. 60—62 Psg.: Schafe: 1. Qual. 70- 72 Psg., 2. Okml. 60—62 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt Neberstond bedeutend: bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Au-? Holland kamen 71 geschlachtete Schweine. Limburg a. d. L., 9. Nov. Frachtmarkt. Durch» schnittspreise vro Malter. Roter Weizen 15.12 Mk., weißer Wegen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.30, Gerste 9.20 Mk.. Haler, alter, 7.77 Mk., neuer 0 00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. sich bei Grundstücken ein Wertzuwachs von mindestens^ 30 Pro;. Ein Kaufmann G-, der ein Grundstück für 45 000 gekauft und nach neun Kohren für 86 800 Mk. verkauft hatte, war su etwa .1000 Mk. WerNuwackssteuer h.'rangewgen ivorden. Prinzessin Ludwig von Battenberg wohnten gestern abend im Hoftheater der Erstaufführung des Schwankes von Wilhelm Walters „Sein Alibi" bei und Hcriisitslaas. Das vreuü. Oberverwaltungsgericht hatte sich dieser Tage mit der in Frankfurt a. M. neu cingcsührrenl Wertzuwachs st euer • 11 beschäftigen, die erhoben wird, wenn 1 Vermachtes. * Mvrbtaten. In Gelsenkirchen wurde der Alt- ' Häusler Ti ck in seiner Wohnung ermordet aufgefundcn; er war [ mit einem Beil erschlagen morden. Der Mörder ist bisher nicht ermittelt. — Unter dem Verdacht, in Breslau im Streit den Schneidermeister Ulfig mit einem Dolche erstochen zu haben, 1 wurde der Geiger Mertens vom Breslauer Stadtthea- 1 ter verhaftet. — Im Dählhölzli Wald, kaum 10 Minuten , von der Stadt Bern entfernt, wurde an einem Landwirt namens ' Johann B i e sc n ein Raubmord verübt. Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet. 1 Madrid, 8. Nov. Gestern fand int Außenhafen von Bilbao die amtliche Probe eines vom Ingenieur Torres Quevedo erfundenen Apparates statt, der den Namen Telekin 0 trägt und dazu bestimmt ist, Schiffe und Luftballons vom Lande aus z u lenken. Es ist dies eine neue und geistvolle Anwendung des Prinzips der drahtlosen Telegraphie. Die Probe soll durchaus befriedigend ausgefallen sein. Die Presse bringt begeisterte Berichte. Die Regierung hatte dem Erfinder 200 000 Pesetas Unterstützung für seine Arbeiten bewilligt. • Fürstliche Trinkgelder. Das Trinkgeld-Budgct der europäischen Herrscher ist recht bedeutend. Unter den europäischen Regenten ist unser Kaiser bei weitern der freigebig ft e Trinkgeldspender. Al? er sich nach dem Tode der Königin Viktoria von England in Cowes aufhielt, ließ er für die Dienerschaft 40 000 Mk. zu nick, und selbst bei kürzeren Aufenthalten in England wurden an die Diener etwa 20 000 Mk. verteilt. Auch König Eduard von England ist sehr freigebig und sein Trinkgelderbudget beträgt große Summen. Selbst wenn er sich nur wenige Stunden im Hause eines Freundes aufhält, bekommt die Dienerschaft eine Extragratifikation. Der Aufenthalt de§ Königs bei den Lords des Oberhauses kostet die Woche nicht weniger als 6000 Pfd. St., und als Entgelt hinterläßt König Eduard nie unter 200 Pfd. St. Wird bei solcher Gelegenheit jedoch eine große Anzahl von Dienern angenommen, so steigt der Trinkgeldposten bis auf 300 Pfd., ja, auf noch mehr. Bei den Jagden, die der englische König mitmacht, bekommt jeder Treiber ein Pfund und der Obertreiber fünf ober zehn Pfund, je nach der Anzahl von Tagen, die die Jagd dauert: natürlich haben diese Trinkgelder mit den für die Dienerschaft bestimmten nichts zu tun. Der König von England zahlt stets in Banknoten. Am Tage vor der Beendigung des königlichen Besuches überreicht ein Sekretär den Betrag in einem Kuvert bem Haushofmeister, und dieser hat die Verpflichtung, das GMb an bte einzelnen Diener zu verteilen. Besucht der König einen anderen Hof, so ist daS Trinkgeldbudget viel größer. Sto er z. B. im letzten Jahre den Kaiser von Oesterreich I besuchte, hinterließ er 1000 Pfd. Sterling für die Diener, Oriinnas-Drcilhml'svungen. Berlin, 9. Nov. Der „Verl. Lok.-Anz." meldet aus Dar - eS'-S ala am: Oberleutnant v. Grawcrt hat das Gelände nörbHd) und westlich des festen Lagers SHbattn in den Matumbi- Bergen ausgiebig gesäubert. Die Aufständischen, welche mehrere grobe -M?r angelegt batten, ergriffen bei Annäherung der Trul»- ben »gelmäßig die Flu chtt Gleichwohl erlitten sie starke ^nc Gefangener konnte eingebracht wcrdM- ^00) irren Aussagen soll der Rebellcnsülner Abdullah ÄitmnS aus M tumbe i jetzt zur Unterwerfung raten. Berlin, 9. Nov. Der Gouverneur von Kamerun, von iputtiamcr, wird, wie bem „B. T." auf das bestimmteste 4X0/0 russ.Staatsanl. 1905 4/5°n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4 % °/0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W. . . . Tendenz: matt. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bonk . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. n 9 ö q P r; , W»»» ^ÄU to,Mtä *"'"*' L»i*«ie"n>' SSV *■£ Sm«“* bnle 1871"2 Cln^lT|> •!!«nbie,o1(l* |ph :tIthKt’'x®ifiU' '".ÄÄ >md reb. e rÄ.»?ld-t. ,erutq von ’Rftfi, »»d SMMetn J"; | ,rfi ?w»M eigene L pjnt können. 213- 189: 16t£ 110 9$? 11! 12*" er-i*. senbahn ' ' . tfi>' bl Staatsbahn • • rgbeirichte pon der Bank für Hand iessen. I. Not. l»l® in! riz.Lahmeyer. ■ • riz- SchDnc^rk - 285 veiler Bere^erk ener Ber^rk- - ahntte • • ■ ' ' , 122.' $ ner Handels^' ■ ' jstädter Bank • sehe Bank ■ ' , M scb-AM va°k onto-Kom®andlt' dner Bank • JjJ tentiflem öotbenmrt Mneteier 1 El. 8-9; •. Mneiet6-7 - ■% Emen vr. Liter 81^ R-0.«OM,SAhmrm- ?M.. Guten p“Dfeä •'n., CAienfleifdi pr.p mb j-72ffl|u Schweb neWjcn, pr. WM Hammelsieisch vr. -j Kartoffeln vr. 100* . -6.00 Mk., Milch per Pig-, in Korben 00 ft J »er Zentner 8 bis 10^W 8-2 Uhr. 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Die Bedien steten aller m Wien em- nurnbenben Linien der Staatsbahnen beschlossen gestern abend in einer Bersammlimg eine Resolution, in rvelchcr eine Erhöhung der Gehälter und Löhne für alle Kategorien um 20 Prozent und das allgemeine,gleiche unddirekte Wahlrecht gefordert wird, sowie für heute früh der Beginn des obstruktionsgemäßen Arbeitens aus allen Bahnhöfen der Staatsbahn in Wien und Umgebung angeküudigt wird. Petersburg, 9. Nov. Kriegsmini st er Nödiger hat einer Blättermeldung zufolge seinen Abschied eingereicht, weil in den lebten Tagen 20 Garde off i ziere verhaftet wurden. __ Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Hennebcrg, Zürich. in kürzester Zeit, nur mit Wasser — man nehme keine Fleischbrühe — zuznbcreiten. Bestens empfohlen von o°/„ Emil Fischbach, Seltersweg 24. jeder Preislage. in solider Ausführung. Unter Garantie. — Franko Lieferung. — blau und schwarz Grösse 42—50 Beste Maschine für Familien-Gebrauch. Unübertroffen für gewerbliche Zwecke. 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Die Feier findet nachmittags punkt 3 Uhr auf dem Lutherbcrg statt. Zusammenkunft 2% Uhr bet Kamerad A. Stein- meyer. Grünbergerstraße. Der Borstand. ' ■ -< -7 - Präcisions-Taschenuhren A. Lan ge & Soh ne,Glashütte' Sa. Zu beziehen durch alle feineren .Ührengeschäfte. 28 Pr'äm. Versichert wird, demnächst abberufen werden Als sein Nachfolger kommen die Legationsräte Gleim und Dr. Seitz in Betracht. Die Ursache der Abberufung des Derrn v. Puttkamcr ist die allgemeine Unzufrieden Herl mit seinem Rc- gierungssystcm in der Kolonie. — Bei den Berliner Stadt- verordnetcnwahlen der 3. Abteilung find 11 ^o^xap listen und 1 Freisinniger gewählt worden. In vrer Bezirken sind Stichwahlen nötig. Die Freisinnigen verloren drei Mandat^' — Bei den Stadtveroronclenwahlcu m C h a r l o t t e n - bürg siegte in der 2. AbteUung die Liste der vereinigten ^^^erVin 9 Nov. König Al fons von Spanien hat sich heute zum Besuch 'seines 66. Infanterie-Regiments nach Magdeburg begeben ~ , HaNe a. S., 9. Nov. Bei den -L>tadtvcrordneten- Wahlen der 3. Abteilung verloren die kommunalen Bezirks- vcrcine von 10 Mandaten 9. Ein Mandat in den Vororten eroberten die Sozialdemokraten. 8 Mandate in der Altstadt stehen zur Stichwahl zwischen Sozialdemokraten und Mieterpartci, die zum erstemnai selbständig auftritt. K' i c l, 9. Nov. Der im Großen Belt gestrandete Schooner „Axel" verschwand in den Wellen, als der Bergungsdampfer nahtt Tic gesamte Besatzung wird vermißt. Ztargard i. Pommern, 9. Nov. Das Landgericht erließ prima Delikateß-Nordsee-Schcllstsche 26 u. 28 „ gestern mittag zu sich zu ruten. Um stille Teilnahme bitten die tieftranerndeu Eltern: Konrad Dürr und Frau. Gießen (Steinstr. 73), 9. November 1905. (07636 Geschäfts-Eröffnung* Hierdurch beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich Ostanlage Nr. 15 «« Flaschenbier - Geschäft eröffnet habe. Außer hiesigen siihre ich die Biere der Freiherr!. Riedeselschen Brauerei Lauterbach, Löwenbrauerei Dortmund, Äugustinerbrauerei! 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Schülerinnen erhalten zu dieser Vorstellung en mäßigte Einlaßkarten in Ern« Ehalller's Blichhandtung suich an der Abendkasse). y?aflbebiit$ ft zur Wf KLbitths 9 mir ffcbes Ncsiment jammen sein SU Ingen, qrbe tch ■ der . von der Go Lehrerber: kennlnis, dah d Stlbfihiife 2eben§nufga(i#, Hu eröffnen, sie d bilbuna her Lm werden könne, i dss eftrronrbiqen lädilitfi nur mit M» von der Ö drari? zu fibertre w'Uschaiilik Danen, stn Vl i'otibjldnngsWj d'e Rai.