155* Jahrg^ Donnerstag, L-. Februar 1905 Nr. 34 Eichener Anzeige StatafaffCtaid tfflfc Kedo® ter ChrftM'Hm Soli^ General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen. en: 748 sowie 7% S5S3L I. y KeKischer Landtag. R. B. Darmstadt, 8. Febr. '"'Am Ministertisch: Staatsminister Dr. Rothe, Finanz^- tnrnifter Dr. Gn a u th, Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Geh. Rat Braun, Ministerialrat Dr. Eisen Hut. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9Vs Uhr. Tie zuerst auf die Tagesoronung ge,etzten Wahlen sür den zweiten und vierten Ausschluß werden auf später verschoben. Das 5>aus setzt daraus diL Etatsdebatte ngen Einsatz! wnnaussicIM 1 Mark et ein U n 0, gewüuireii^ । Gotnaer Wyllch atSf TrrSnoHms M ^»etzroa faniffienblÄrt«t* Derbe» drrv -ae-mc «Lch«tttLch bdgrteqi. De. >, UNb. bk» * eddxt» «oaarltch ctamM trgeld-fiewinnc ^enutzus^- B» i)00 », rlameniariscke llerhannlmifleiL Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. 11 ent 8 rtt er 11 ei chstag* 136. Sitzung vom 8. Februar. 1 Uhr. Das Haus ih sehr schwach besetzt. Am Bundesratstisch: em Kommissar Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Beratung des von dem Grafen Hompesch und Genossen (Bträ Gesetzentwurfs betreffend die Freiheit der Religions- übuna (Toleranzantrag.) T Aba. Schrader sfreis. 93er.): Ter erste Teil des Antrages erhalt. wie der Äbg. Sattler ganz richtig nachwies, durch den zweiten Ten eine ganz andere Bedeutung, nämlich ein rein katholisches Gepräge. Da der zweite Teil so wie so aussichtslos ist, hätte das,,Zentrum wob besser getan, wenn es sich auf den ersten Teil beschrankt hatte. Tie Begründung, die der Abg. Dr. Bachem dem Anträge gab, ändert an der Sachlage nichts. Tie katholische Slircbe ist nur da, wo sre selbst nicht die Macht hat, bereit, den anderen Konfessionen entgegen zu kommen, aber dies ändert sich in demselben Augenblicke,, wo ste Die Macht erlangt. Die Tendenz des vorliegenden Antrags ist nun d'.e, der katholischen Kirche überall die Macht zu verschaffen Seit Jahrzehnten geht das Bestreben des Katholizismus dahin, die Katholiken abzutrennen von der übrigen Bevölkerung, sie will iede Parität beseitigen, und das Hoheitsrecht des Staates illusorisch machen. Ditzum unruhigen Zentriim) wissen, das; dem so ist, und auch warum^ Sie wollen einfach die Macht, und dazu brauchen Sie ein Volk, da^ Ihnen ergeben ist. ?lber wir wollen nicht, daß eine Gemeinschaft sich über Staat und Staaisgesetz stellt. Ebenso entschieden, wie wir den zweiten Teil des Antrags ablehnen, treten wir für den ersten Teil ein; denn er enthalt fa nichts anderes, als die Statmerung der Freiheit religiöser Ueberzeugung für jeden einzelnen. Eine Beratung Dieses Teils in einer Kommission ist wohl überflüssig. , JteDncr bleibt in seinen Darlegungen im einzelnen unverständlich. haben können, wenn die Regierung in den ^cr^al^u,n^? mit Preußen ein größeres Maß von Festigkeit beobachtet und bessere Bedingungen erreicht hätte. Hessen hatte Mrt dw Zudwiasbahn eine süddentjche Eisenbahn g em eruschast er- [trcben sollen. Wenn Abg. Reinhardt den Ausspruch desi SMlcacn Dr. David im Reichstage rügte, daß dre preußisch' hessijme Eiscnbal)ngemeinjchaft den ersten Einbruch deutichland darstelle, so habe er m gewissem Sume re^,. Denn der erste Einbruch war ergenürch der &rto€rb oer, Main-Weser-Bahn. Wir sollten auch bezugltchunsererErs^ babnerträauisse erst einmal abtvarlcn, welche ^^tung »rc neuen .Handelsverträge aus die NnnahmenaMuben wurden. Bezüglich der Lotterie empfehle er dem Staate zum Rückzug zu blasen; jedenfalls sE -r em Bmdes at dahm. wirken, daß die jetzigen nnerqnrerllchen ^uswnde »n -E riciucfen besei trat werden. Redner bespricht dann ot» Brer teren die Mißstande bei der Stempels^uer; ört: au* Siemveln jetzt mehr herausgewirtschaftet, als au» dep t “ I <1»°» boit«tlir| '(II (»10 Mk,j nnd die Minister weben mit. (Heiterkeit.) Der Reichskanzler brauchte neulich ein Bild von einem, der auf den Rathansturm klettern wollte am Blitzableiter. Ra, vielleicht wäre der Reichskanzler da oben ganz angebracht als Wetterfahne. (Stürmische Heiter feit links.) Auch die Bestimmungen über die Tissidentenkinder müssen geändert werden. Bisher war die Geschichte der Tsisi deuten von Giordano Bruno bis zur Ausräucherung aus der Schulaula (Heiterkeit) eine Leidensgeschichte Ter Dissident, der -inen Eid leisten muß, wird ja geradezu zum Meineid gezwungen ^enn er kann doch nicht bei einem Gott schwören, an den er nick: glaubt. Als ich mal einem Richter das sagte, erwiderte der mir1 Es ist ganz egal, was Sie glauben, wenn Sie falsch schwören, kommen Sie doch ins Zuchthaus! (Große Heiterkeit.) Ganz gm wäre es, wenn man die Eidesfrage auch in diesen Antrag hinein brächte. Der bekannte Falkscbe Erlaß soll den Tissidentenkinder,' zu gute kommen. Ich wurde aber trotzdem einige zwanzig Mal verurteilt, weil ich meine Kinder nickst in den Religionsunterricht schicken wollte. Tas Landgericht entschied nämlich: Der Falkschr Erlaß bezieht sich nur auf höhere Lehranstalten, nicht auf Volks schulen. Also, die Leute, die Geld haben, brauchen keine Religion Das Kammergerickst entschied freilich anders, trotzdem aber bekam ich wieder Strafmandate, und der Rektor sagte zu mir: „Ihr Nmd muß alles lernen". So kam ich dann nochmals vor das Kammergericht. (Heiterkeit.) Es wehte dort jetzt ein anderer Wind, denn Bosse war inzwischen an die Reihe gekommen. (Hei- -* *5^ Abg. Hoffmann-Berlin (Soz.): liniere Stellung zum Toleranzantrag ist bereits durch Genossen David dargelegt worden, stuf Ihrer Seite (zum Zentrum) kann es keine Toleranz geben: denn es handelt sich hier nicht um Neberzeugungen, sondern um Privat-, Standes- und Klassen-Interessen. Zu den einzelnen Bestimmungen des Antrages habe ich zu bemerken: Sie wollen den Austritt aus der Landeskirche noch versteuern, trotz der Fassung des § 6 Es ist eben ein kostspieliges Vergnügen, sich die Kirche vom Hälfe zu halten. Vor allem müßten sie doch dafür sorgen, daß die Abgaben an die Kirche nach dem Austritt aufhören. Sie können doch eigentlich nicht von Heiden und Ketzern noch Geld nehmen, solches Sündengeld kann der Kirche doch nicht frommen. (Heiterkeit.) Oder wollen Sie (zum Zentrum) auch in die katholische Kirche die Mir- bach-Moral einführen? (Heiterkeit.) Wir wünschen,.daß die Kirche frei werden soll von jedem Zwang; wir. haben nichts gegen die Kirche, wenn die Leute sie wünschen und sie selber bezahlen.. Dagegen haben wir sehr viel gegen die Kirche, wenn, sie sich in den Dienst der herrschenden Gewalten stellt. Sahen wir doch erst vor einigen Tagen, wozu die Religion gemißbraucht werden kann: in Petersburg, da haben die Kugeln des Zaren gepfiffen auf das Symbol des Ehristentums, das den Massen vorangetragen wurde, da konnte man sehen, zu welcher Schmach die Religion benutzt wurde! „Religion ist Pcivatsache", dabei bleibt es für uns. Aber das heißt noch lange nicht, daß wir überhaupt nicht über die Religion sprechen Wir werden stets ein kräftiges Wort darüber sprechen, so oft die Religion zur Stärkung der Gewalthaber gemißbraucht wird. Und gerade dazu brauchen Sie (zum Zentrum) sie fortgesetzt. Daher ist Ihnen auch die Schulbildung mit Ausnahme der „Religion" ein Dorn im Auge! Reichensperger hat einmal ganz offen im Abaeordnetenhause gesagt: . Alles, was über Lesen, Schreiben und Religion hmausgeht, ist vom Nebel l (Hört, hört!) Warum rufen Sie (zum Zentrum) nicht: „Sehr richtig!"? Das ist ganz Der Standpunkt des Herrn von Puftkamer, Der da sagte: „Zum Kartoftelbuddeln lernen die Kinder immer noch viel zu viel!" (Unruhe rechts.) Vor allem Religion: Bibelsprüche, Gesangbuch- Verse! Natürlich, wo das im Gehirn ist, da kann nichts anderes mehr hinein. (Heiterkeit.) Da braucht man sich nicht zu wundem über die Resultate unserer Volksschulbildung. Irr Stuttgart wurde festgestellt, daß in einer Klasse nur 6 die Hauptstadt des Deutschen Reiches, nur 11 den Erdteil, in dem sie wohnen, kannten, daß 17 den Namen Bismarck nicht kannten. In dieser Schule aber wurde 12 Stunden in der Woche Religionsunterricht erteilt. (Hört! Hört! b. d. Soz.) Außerdem herrscht ja überall das Bestreben, auch alle andern Fächer mit Religion zu durchsetzen: in Lesen, Schreiben, Geschichte, überall. Nur noch nicht im Rechnen, denn in der Nechenstunde hat man es noch nicht fertig gebracht, zu beweisen daß 3X1 = 1 ist. (Unruhe im Ztr.) Man macht jetzt so viel Aufhebens von dem Toleranzantrag, eigentlich aber ist es für deutsck)e Zustände beschämend, daß ein Antrag auf Religions- und Glaubensfreiheit bei uns . noch diskutiert werden muß. Vor fast 200 Fahren war eS ein Hohen- zoller auf dem Thron, der Gewissensfreiheit verlangte. Er sagte: „Ich wünsche mir nichts mehr als ein edles fühlendes freidenkendes Volk. Wenn auch die Freiheit gemißbraucht wird, so bin ich doch desto sicherer vor niederem Gewürm und Schmeichlern." (Hört! Hört! b. d. Soz.) „Ueber meinen Untertanen soll Die Morgenröte der Weisheit aufgehen, herrschsüchtige Priester sollen die Freiheit nicht einschränken können, keine allgemeine Religion soll herrschen." Denken sie: ein Hohenzoller auf dem Thron für Tenkfreiheitl (Unruhe rechts.) Dis war Friedrich, „der Große". Seitdem haben wir noch mehrere „Große" gehabt (Heiterkeit), aber so gmß habe ich noch keinen reden hören, obgleich sie manchmal eine game Menge reden. (Heiterkeit b. d. Soz.) Heute weht Der Wind ganz anDers als zu Friedrich des Großen Zeiten, Anlage der Grundbücher, die sich mit den dies mach gen Bewilligungen schon bald auf eine Million belaufen. Ter Weg, den das Finanzministerium zur Sanierung unserer Finanzen eingeschlagen habe, erscheine ihm als der einzig richtige, vernünftige und auch geschäftsmäßig Karste, nur mit her Einschränkung, daß der Dirni^r lewer nicht das von Redners Partei befürwortete System einer Steigerung in der Progression der großen Einkommen, beim Vermögen, hohen Erbschaften ic. akzeptiert. Es komme daraus an, wessen Schultern am stärksten sind, die größeren Lasten ui tragen. Entlastet werden inüßten vor allem die kleineren Einkommen Filter 1000 Mk., umsomehr, als durch den neuen Bolltari lviedcr eine größere Belastung der Minderbemittelten geschaffen werde. Für eine Reouzierung der Ler- möaensneucrsatze liege absolut kein Grund vor. Die Freude darüber, daß die Erseubahnertrrägnisje um 1200 000 Mk. höher seien, teile er auch, es wäre aber noch viel mehr Kultur. Ta bin ich ganz der gleichen Meinung wie der Vorredner, etei) spreche im übrigen — Das sei von vornherein bemerkt — nur für meine Person, nicht für meine Partei. In Süddeutschland herrscht tiefgehende Beunruhigung wegen Der verdächtigen „Toleranz" des Zentrums. Sie (zum Zentrum) verquicken Religion mit Politik. Man lese nur das „Gebetbüchlein für die katholische Männerwelt" von Pfarrer Tr. Josef Anton Keller. Da heißt es: „Ter Liberalismus ist Der Feind", „Wen wählst Du? . lieber» Haupt ist dies ganze Andacktsbuch nichts, als ein Wahlkatechismus für Das Zentrum. (Hört! Hört!) Unter „Liberalismus' wird Dort eine Weltanschauung verstanden, Die alle nicht klerikalen Parteien umfaßt. Auch Sie (zu Den Sozialdemokraten) fallen darunter, ob- gleich Sie gerade in Bavern ein liebevolles Techtelmechtel mit dem Zentrum haben (große Heiterkeit), auch Die Rechte fällt Darunter. (Hört! Hört!) Dies Büchlein tft erschienen unter Approbation Der Geistlichkeit, Der Verleger hat eine hohe Auszeichnung von feiten des apostolischen Stuhles erhalten lHört. hört!) In diesem Büchlein steht auch u. a.: „Selbstverständlich gehört der katholische Mann Der Zentrumspartei an. sHört, hört! und große Heiterkeit.) „Wählet nie und nimmer ftaubenslose Manner. (Sehr richtig! im Zentrum.) „Wer Gott nicht fürchtet und nur liberale Zeitungen liest, der wird,em Verräter sein." (Sehr richtig! im Zentrum.) Gegen derartige Praktiken, unter religiösem Teckmantel Parteipolitik zu treiben, muß I IRtbafttou. Qgpebtttan a. tnrudmi: (buffte. V« tM. Ke, &L> IcUgu-Sbtu $tc£ai» entschieden Front gemacht werden! Den ersten Teil des Antrags will auch ich acceptieren, obgleich ich befürchte, daß wir damit eine Einfallspforte für spätere weitergehende Wünsche schaffen. Aber über den hochwichtigen zweiten Teil: Darunter mutz zunächst einmal eine Aussprache in aller Deffentlick'kelt staitfinden, nicht etwa in Der Stille einer Som* Mission Er ist von so eminenter kultureller Bedeutung, Daß manche der Herren gar nicht ahnen was alles dahinter steckt, terfeit.) So hat man in weiten Kreisen das Gefühl, daß durch Den letzten Paragraphen des Antrags unsere Schulen sämtlich Den Kongregationen ausge'iefert würden. Wenn eine Kommsisivnsberatung ftattfinber. und ein schriftlicher Bericht erstattet werden sollte, so müßte man als Appendix eine Reihe von Urkunden beifugen, Damit man wirklich weiß was das Zentrum unter Toleranz versteht. Hierzu gehören z. B eine Anzahl päpstlicher Bullen und Der Lyllabils, von Dem Fürst Hohenlohe sagte, daß Dessen Satze sich gegen die Grundsätze des öfstmtlichen Lebens richten.^ Wenn ete (nun Zentrum' wirklich Toleranz wollen, dann losen Sie Die Schule von Der Kirche, geben Sie Freiheit Der Winenschaft und vor allen Dingen verzichten Sie auf Den Geldbeutel des -Staates! Tann erst werden wir mit gleichen Waffen kämpfen., Aber Das wollen Sie nicht. Sie wollen nur eine freie Kirche in einem unfreien Staate. Wenn Schiller heute fein bekanntes Wort sagte: „aus Religion gehöre ich keiner Religion an", wurDe er gewiß auf Grund des § 166 bestraft. Durch den zweiten Teil- des Antrages wird dieser Geist des Konfefsionalismus, an dem die Kultiiserzellenzen nicht unschuldig sind, nur verstärkt. Deshalb bitte ich Sie. lebnen Sie ihn ab (Beifall links. Zuruf aus dem Zentrum- Vergessen Sie nicht ^hr Gebetbuch. Redner holt unter stürmischer Heiterkeit des Hauses das auf der Tribüne liegen gebliebene Gebetbuch.) Abg. Gköbcr (Zentr.): Der Vorredner hat nur in seine« Namen gesprochen, deshalb brauche ich ihn wohl nicht eingehend zu widerlegen. Seine Worte werden aber in Bayern beachtet werden, wenn auch in anderem Sinne, als er meint. Nun tft gesagt worden, unser Aniraa richte sich gegen den Protestantismus. Dies ist grundfalsch Als unser Antrag eingebracht wurde, wurde er nur non angesehenen nationalliberalen Blättern begrüßt, z. B. von der „Nationalzeitung", die u. a. im Dezember *900 schrieb: ..Wiederholt sind in Den letzten Fahren in Sachsen, Mecklenburg, Braunschweig usw Vorgänge passiert, die zeigen, daß in diesen Staaten noch immer gesetzliche Bestimmungen bestehen, die mit Der religiösen Freiheit unvereinbar seien. Wir würden daher tn einem Gesetz, das mit diesem Wust vergangener Zeiten aufräumt etnen Fortschritt nicht verkennen und ihm nicht widersprechen. Und dabei bekämpfen heute Die Nationalliberalen m so scharfer Weise unfern Antrag Ich betone nochmals, daß es sich habet nicht um einen konfessionellen Vorstoß handelt. Wir wollen nur, daß Zustände beseitigt werden, wie sie jetzt noch in Sachsen Usw. bestehen, daß ein Priester bestraft wird, der ohne besondere Erlaubnis katholischen Gottesdienst abhält. Unser Antrag richtet sich nicht gegen die Hoheit des Staates, sondern nur gegen die Bevormundung durch Die Bureaukratie. Auch will er nicht, daß den Religionsgemeinschaften Rechtsfähigkeit erteilt wird die können sie je^: IW W Umwegen dadurch erlangen, daß sie sich als Aktiengesellschaften eintragen lassen. (Heiterkeit.) InMecklenburgi hat die Remerung darüber zu bestimmen, ob ein Bedürfnis für den katholischen Gottes dienst vorhanden ist oder nicht. Die Herren, stellen abr gar lerne Untersuchungen an. sondern macken es ganz so, wiees^bnen patzt. Das sind die richtigen Bureaukraten, die statt des H ns ent Tintenfaß in ber Brust haben (Heiterkeit.) SB«= mit unfenn Antrag so lange wiederkommen, bi» unsere gerediten «ö - iterbcu abn-st-llt sind. R-vner fMbert eimeS«b bu » Behandlung der Katholiken in Sach,-N und Braunschweig, wird dabei von -ntrüstet-n Pfui-Rufcn seiner Fr°NwnSg-n°ss-ui 6^ gleitet. (Präs Graf Ballesirem erbebt sich, droht den. mit dem Finger und sagt: M-me Herren, das omtnoje Wort . . .!, was grosie Heiterkeit heroorrust). Aba Dr Sattler (ul.): Es ist bereits nach 6 Uhr, wir können mit Dem" Gegenstand nicht fertig werden, ich beantrage deshalb . Vertagung. (Beifall.) Der Antrag wird angenommen. Nächst- Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. [ Erste Beratung der H a n d e l s o e r l r a g e. 1 Schluß 6!4 Uhr. terfeit.) Der Staatsaiiwaltsckaftsrat fügte nämlich: „Es wäre meine ' Pflicht gewes-n, mich zu unterrichten, ob fick das Kammergerickst > bei feinem ersten Urteil nickst geirrt hätte." (Große Heiterkeil.) ^ch wurde also verurteilt. Was würde aber wohl paffwrt icm, wenn ich da die Rickter gefragt hätte: „Entschuldigen Sie, hab-n Sie sich vielleicht nickt geirrt?" lSiürmische Heiterkeit) Ich wurde also verurteilt, trotzdem kein Buchstabe an Den Gesetzen gedruert war, nur weil die Minister gewechselt hatten, und ein anderer ->tnc von oben webte. Ich werde deshalb nock einen Mmisterwechsel abwarteu und Dann nock einmal fragen: Haben Sie sich oielleick't geirrt? (Heiterkeit.) Graf Poiadowskh sagte gestern, man sollte nickt «Weiseln an Der Unvarteilickkeit der R'ckrer. Aber wenn die Gesetze fo ausaelegt werden, heute so und morgen so, roo fefl[ man da nock glauben an Der Unvarteilickkeit Der Richter? lGroße Heiterkeit.) Selbst Der Hofvrediger a. T. Stöcker qat gefügt, es wäre unrecht, Kinder zu zwingen, etwas zu lern-n, was Die Eltern nicht glaubten. Auch unter Dem Minister Stadt ist es nickt besser geworden. Dreimal bat Die Kommission des Abgeordnetenhauses Petitionen der freireligiösen Gemeinde behandelt, an das Plenum sind sie nickst gekommen, das hohe Haus batte keine Zeit dazu, trotzdem es den ganzen Sommer Diätenvoll in den Ferien war. Zn Der freien Republik Hamburg sinD sogar freireligiöse Versammlungen unmöglich. Und Da wollen Sie von Glaubens- und Ge- wisiensfreiheit reden? In Berlin bat man Dr. Will? und Fräulem Ida Altmann verboten, Religionsunterricht zu erteilen, weil in ihrem Unterricht „fein positiver ®otte§glaube, vorhanden seil Als sie diesem Verbot nicht nackkamen, hat man sie ins Gefängnis gesteckt — auf administrativem Wege, ganz wie in Rußland. (Hört, hört!) Und Dann hat man Fräulein Altmann ihren Lehrbereck? kigungsschein überhaupt entzogen, wegen „sittlicher Bedenken". Diese „sittlichen Bedenken" bestanden eben in jener Gefängnisstrafe 11 (Unerhört! Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Also müssen wir recht vorsichtig fein bei den Toleranzgesckenken. mit denen wir beglückt werden sollen. Besondere Furcht vor Ihnen (zum Zentrum) haben wir aber nicht. Das überlassen wir den Nationalliberalen. Die Rede des Herrn Dr. Sattler war die verkörperte Furcht vor Rom und Den Jesuiten. Aus ihm schrie Die Sehnsucht nach einem neuen Kulturkampf. Die Zeiten Des Kulturkampfes waren für Die nationalliberale Partei wirklich zu schön! Ach, wie ist sie feitDem zufammengesckmolzen. Na. suchen Sie (zu Den Nalionallibst Dock Die LeiDensckaften Des Kulturkampfes wieDer aufzupeitschen, wenn sie noch ein paar übrige Mandate übrig haben: Das Zentrum wirD sie Ihnen schon abnehmen. Auch wir sinD im übrigen gern Dazu bereit. Durch folcke Reden legen Sie dem sckon etwas wackelnden Zentrumsftirm nur einen eisernen Reifen um. (Sehr wahr!) Das Zentrum kann bei solchen Vorstößen nur gewinnen, daher freut es sich Darüber. (Abg. Dr. Heim, Zentr.: Sehr richtig!) Na ja, ich kenne ja Ihr (zum Zentrum) gutes Herz (Schallende Heiterkeit), ick weiß ja. was gern haben. Sie aber (zu den Natl.) verkürzen sich dadurch noch die paar Lebensjahre, die sie noch haben: Sie leben ja nur noch von Der Gnade anderer Parteien, nur mit Unterstützung der reaktionärsten Parteien schleppen Sie sich in den Reichstag. Also nochmals: Wir stimmen für den ersten Teil be§ vorliegenden Antrags. Aber glauben Sie nur nicht, daß Sie mit diesem Antrag im' Ernst etwas für die Glaubensfreiheit tun. Wollen Sie wirklich etwas tun, Dann sorgen Sie für einen guten Volksschul- unterricht, vor allem auch in Der Geschichte! wir haben ]a jetzt auck einen Geschichtsunterricht, aber was für einen! Da werden Die Ge- burts- und Sterbetage Der Fürsten gelesen und Die Schlackten, Die sie gi Wonnen, —von Den verlorenen rcDct man nicht I (Große Heiterkeit.) Diese Zahlen werden die Kinder alle am Scknürcken lvissen. Aber fragt sie nicht nach Schiller und Goethe! Von Denen weiß man wenig in Der Volksschule. Kein Wunder, in einer Zeit, wo man SchillerDenkmäler entfernt, um Fürstendenkmaler hinzusetzen! (Sehr gut!) Es ist ja wahr: wo soll man sie Denn Hinsehen? Wemi Das so weiter geht mit Der Denkmalssetzerei, so wird man bald ein Preis- missckreiben erlassen müssen, nach fteien Platzen sur Furstendenk- mäler! (Heiterkeit.) Also: Tragen Sie nicht so dick auf mit Ihrer „Toleranz". Wir wisien. was wir davon zu halten haben. Wir wollen Gewissensfteiheit für das ganze Volk. (Heiterkeit.) Abg. Dr. Müller (Meiniiigen, frei?. Volksv.): Die Behandlung der DissiDenten ist in der Tat eine Schmach für unsere ganze deutsche fort. Avg. Ulrich gibt zu, üag uw)etc Finanzlage im allgemeinen besser gemorden sei, allein wenn man genauer hinsehe, werde man doch zu arosiem Jubel keinen Anlah finden, sondern auch in Zukunft darauf bedacht sein müssen, möglichst vorsichtig und, sparsam zu wirtschaften. 3m üiUÖbcn die' Posten für die I herauszuholeu gewesen, und wir hcitten eure doppelte Freude ürttem- Tie Mehreinnahmen ans den ersteren hofierten ans den besseren Holzverkäufen, und bezüglich der letzteren könne er die erfreuliche Mitteilung machen, daß das im Oktober I. bei der EtatZaufftellung angenommene Plus von 150 000 Mk. sich nach den jetzt vorliegenden genaueren Nachweisen auf 283000 Mk. belaufen werde. (Bravo!) "Tiefem neuen Plus stelle sich aber jetzt schon die Sorge um die Ausfälle der Stempelsteuererträge entgegen, die eintreten müssen, wenn auch nur die empfindlichsten Härten des Gesehen korrigiert würden. DaS günstige Steuererträgnis komme, wie er glaube, nicht nur aus der strengen Steuerveranlagung, sondern ganz erheblich aus der Vermögenssteuer, was -c>.rfo tatsächlich eine wesentliche Verbesserung der allgemeinen Vermögenslage bedeute. (Lr lasse demgegenüber dahingestellt, ob es richtig sei, immer in die Welt hrnauszurufen, daß man in Hessen die höchsten Steuern bezahlen müsse. Bezüglich des prozentualen Steuergesetzes sei Hessen bereits von Sachsen und Württemberg erreicht, auch Preußen gehe mit Aenderungen vor, und überholt sei Hessen in den Zwischenstufen der Beteuerung auch schon z. B. von Württemberg. Man dürfe üso nicht mehr den Glauben verbreiten, als ob man in 'ganzen Vermögenssteuer. Der günstige Abschluß des Bud- ;wtS sei nur möglich gewesen unter Beiseitestellung wichtiger Forderungen und Reformen, auch berechtigter Petitionen der kleinen Beamten um ö>chaltsanfbesserung: die Regelung der Frage der Tienstivohnungsentschädigung sei gleichfalls nicht länger zurückznstellcn. Ten Bergarbeiter- ausstand halte er mit dem Abg. Reinhart für ein nationales Unglück, cs müsse alles aufgeboten werden, um ein Unterliegen der Arbeiter in diesem gewaltigen Kampf zu verhindern. Redner verbreitet sich dann über die „rücksichtslose Auspowerung der Massen" und die verderbliche Ausdehnung der Trustbildungen, und verlangt Freiheit der Koalition der Arbeiter, nur dadurch könne einer weiteren" Verelendung der Arbcitermassen vorgebcugt werden. Die gestrige Attacke des ?lbg. Schmitt über die konfessionellen Gegensätze umr eigentlich nur eine CH am ade. Seine Angriffe aus die Presse müßten sich, besonders an die Adresse des Mainzer Journals richten, das in einem sehr scharfen Artikel gegen Philipp den Großmütigen wütete, während Herr Tr Schmitt kurz danach den Philipps Orden erhielt. (Heiterkeit.) Zu Kulturkampfdebatten sei frier im Hause» ein wenig günstiger Boden; wenn man in der „Wormser" Ecke" das Bedürfnis habe, ein bischen in Krrlturkampf zu machen, so könne das hier im Hause nicht weiter genieren. Redner bespricht dann das Kreisblattwesen, das er als ..Unwesen" 'bezeichnet und Abhilfe von der Regierung verlangt. Dann wendet er sich zu den Offenbacher Schulver- hälwissen, die ganz ungesetzlich seien. Man habe auch einem Nachtwächter die Bestätigung versagt, weil er Sozialdemokrat sein sollte, einem Obstbaumwärter hat das Kreisamt Offenbach wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung die Bestätigung versagt. In umständlicher Weise kommt Redner dann auf den Fall Pernerstorffer in Offenbach und fragt die Regierung, ob die dort angewandte Praxis bezüglich des Versammlungsrechts in Zukunft zum Prinzip erhoben werden solle. Die Regierung dürfe solche Verfassungsverletzungen nicht dulden, wenn sie nicht ben1 Ruf als liberale Regierung einbüßen wolle. Staatsminister Dr. Rothe erwidert dem Vorredner, die Regierung habe in der ülngelegenheit Pernerstorffer durchaus korrekt gehandelt. Eine Zulassung der Rede dieses Herrn, der an den Reichskanzler einen von Beleidigungen strotzenden Brief gerichtet hatte, würde als eine ganz offenbare Demonstration aufgesaßt worden sein. Das Vorgehen der Regierung sei auch vom völkerrechtlichen Standpunkt aus völlig gerechtfertigt, er sei überzeugt, daß auch ieder- andere Staat in gleicher Weise gehandelt haben würde. (Beifall.) Nach kurzer Frühstückspause nimmt Finanzminister Dr. Gn au t h das Wort. Er dankt zunächst für die Anerkennung hinsichtlich der Etatsaufftellung, bei der auch alle Zweige der Staatsverwaltung in bester Weise mitgearbeitet hätten. Man dürfe aus der Verbesserung des Etats vom vorjährigen zum jetzt vorliegenden indes keine 51t großen Hoffnungen erheben. Unser Budget sei zu elastisch; ein Teil der Beweglichkeit fei ihm allerdings int vorigen Jahre durch das Gesetz über den Ausgleichsfonds genommen worden, womit die Wirkung wechselnder Eisenbahneinnahmen, der Lotterieerträge und der Reichsüberweisungen paralvsiert wird. In der Schaffung dieses Ausgleichsfonds erblicke er einen Hauptfortschritt zur Sanierung uttserer Finanzen. Wir hätten jetzt einen genauen Rahmen, in welchem sich die staatlichen Ausgaben bewegen müßten. Für die Einnahmen kämen im wesentlichen zwei Gruppen'in Betracht, die Erträgnisse aus den Domänen und die direkten Steuern. Hessen anderen Staaten gegenüber so sehr mit Steuern überlastet sei. Gegen die Ermahnung der beiden gestrigen Redner, keine höhere Belastung durch die Gtemeindesteuer- resorm eintreten au lassen, habe er nichts einzuiwenden. Man dürfe aber die Vorsicht nicht so weit treiben, daß man sage, wir wollen lieber alles beim alten lassen. Denn so schlecht, wie die jetzige Gemeindebesteuerung, werde der neue Gesetzentwurf keinesfalls werden. Die 'Besprechung der Lotterüefr age bitte er vorläufig noch zu vertagen, denn die Verhandlungen mit Preußen seien noch nicht zum dlbschluß gelangt, man wisse noch nicht, ob [te scheitern oder zu einem Erfolge führen würden. Jedenfalls aber werde die Regierung bemüht sein, allen berechtigten Ansprüchen imd) Möglichkeit gerecht zu werden. Bezüglich der liesst sch en Eisenbahn Politik sei er mit dem Slbg. Reinhart der Meinung, daß der Abschluß der Eisenbahn- gemeinschaft mit Preußen der beste Schritt gewesen ist, den Hessen tun konnte, und er danke heute noch den politischen Freunden des Herrn Reinhart für das Verdienst, das sie sieh bnrcf) die Unterstützung der Sackte erworben haben. Ter Minister kündigt dann an, daß noch in diesem Jahre die Vorlage eines Nebenbahn gesehes erfolgen würde, welches auch die Erbauung der Linien Höchst — Aschaffenburg, Bensheim — Lindenfels lind, wenn sich die noch vorhandenen Schwierigkeiten mit den Gemeinden überwinden lasten, auch die Linie Grün» berg—Lich enthalten wird. (Bravo!) Er habe bei Vorlage des neuen Etats mit Genugtuung konstatiert, daß die Finanzlage wiederum eine Besserung erfahren habe und dieser Satz sei in der Presse in verschiedenartigster Weise kommentiert worden. Von einer Seite sei schon für 1906 das Gleichgewicht im Etat vorausgesagt worden und für den Rückschlag habe dann der Finanzbericht des 9lbg. Möllinger gesorgt, der die Befürchtung einer Steuererhöhung nicht unterdrücken zu sollen meinte. Das Nichtige liege auch hier in der Mitte. Er glaube, daß wir sicherlich noch zwei Jahre gebrauchen w erd en, um das völlige Gleichgewicht im Etat herzustellen. Die vom Abg. Ulrich angeregte Frage der Verminderung der Steuer bei niederen Einkommen könne erst praktisch werden, wenn dieses Gleichgewicht erreicht fei und die teilweise im Vermögensteil enthaltenen Ausgaben mieber auf den Verwaltungsteil übertragen worden sind. Die Hoffnungen auf eine Ermäßigung der Anforderungen für das Reich teile er nicht, er glaube auch nicht, daß die Zolleinnahmen nach den neuen Handelsverträgen uns die Lasten der Matriklilarbeiträge abnehmen werden; daß das nicht geschieht, dafür werde schon die Resolution Trimborn sorgen. Aber wenn Abg. Möllingcr wieder eine Steuererhöhung in Aussicht stelle, s0 erkläre er, der Minister, daß er nicht an eine solche glaube. Er habe schon vor zwei Jahren die Zuversicht ausgesprochen, daß er ohne Steuererhöhung aus- i ommen werde und er halte sein damals gegebenes Wort auch heute aufrecht. (Lebh. Beifall.) Tie Herren Reinhart und Molthan hätten schon gestern zur Vorsicht in der Stellung weiterer Anforderungen ermahnt — wenn die Herren von der Linken ebenfalls die nötige Zurückhaltung übten, so glaube er, daran festhalten zu können, daß der Ausgleich im Staatsbudget in zwei Jahren sich vollziehen wird. (Lebh. Beifall.) Es folgen nun zunächst einige Wahlen für die Ausschüsse. Für den zweiten Ausschuß werden die beiden aus- cheidenden Mitglieder Reh und v. Brentano wiedergewählt, ür den vierten Ausschuß wird an Stelle des verstorbenen Abg. Weidner der 9(bq. Leun gewählt. Die Generaldebatte über den Etat wird dann fortgesetzt. Abg. Dr. Buff-Darmstadt kommt auf die gestrige Rede des Abg. Dr. Schmitt zurück und spricht die Hoffnung aus, daß die versöhnenden und ermahnenden Worte des Redners über den Zwiespalt beider Konfessionen in der ganzen hessischen Bevölkerung weiten Widerhall und Beherzigung finden mögen. Wir müßten das alle aufrichtig wünschen; auch die eoange- lische Bevölkerung wolle Frieden haben, und der Friede beider Konfessionen sei ein wertvolles Gut für das ganze "and. Bei der jetzigen politischen und wirtschaftlichen Zerrissenheit in Deutschland sei das Verlangen nach Beseitigung der 'onfessionellcn Streitigkeiten allgemein; es seien so viele wichtige andere Aufgaben zu lösen, daß keine Zeit zu kon- fefiionellent Hader übrig bliebe. Auch er und seine Freunde zugleich am amüsantesten von Rudolf Herzog in seinem Roman „Eüt Lebenslieb") dagewesene rührsame Geschichte erzählt, baß eine gefeierte Sängerin dem Gatten entfloh, als sie erkannte, baß bieser sie um ihr Lebens- g'lück schnöbe und ruchlos betrogen hat. Wie Sudermanns „Magba" rang sie sich kos aus der Erbärmlichkeit ihrer Ehe. Als ein Weltkiub mit weitem Blick unb Hoheit Zielen ist sie doch keine Verächterin konventioneller Fesselt! ge- woroen. Während der Stern ihres Ruhmes immer Heller erstrahlte, hat sie zwar alle Brücken zwischen sich und ihrer Familie abgebrochen und sich — wohlgcmerkt: nach dem Bruch mit ihrer unglückseligen Vergangenheit — einem feinfühlenden, sie wohl verstehenden 'Mcmne hingegeben. Ihr Name wurde darum von Vater und Sohn niemals mehr genannt. Aber sie gerade ist, im Gegensatz zu ihrem Gatten, stets ihrer weiblichen Würde treu geblieben, und darum klingt es recht deplaziert, wenn sie das alte abgesungene Lied der Magda aus Sudermanns „Heimat" anstimmt von dem „Sündigwerdettmüssen, wenn wir wachsen wollen", von dem Größerwerden als unsere Sünde, die mehr wert ist als unsere Reinheit. Diese edle Frau wird nach Jahren von unwiderstehlicher Sehnsucht nach ihrem Sohne erfaßt, der beim Vater zurückgeblieben ist. Der Herr Papa ist eine neue, vielfach verschlechterte Auslage von Sudermanns buhlerisches Negierungsrat v. Keller, und recht romanhaft, im Sinne der Dutzendromane vom Range der Spielhagen und Konsorten ist es, wenn aller Edelmut und aller Großmut von ihr, alle Niedrigkeit von ihrem Gatten ausgeht. Aeußerlich respektabel vom glatten Scheitel bis zur Zehe, innerlich morsch ist dieser Herr Baron, der es jedoch seltsamerweise fertig gebracht hat, seinen Sohn, obwohl er diesen von fast allem Verkehr mit anderen abschließt, zu einem rechtdenkenden Menschen von tiefer innerer Moral zu erziehen, wenn auch verorämt mit den engherzigen, verrosteten Ehrbegriffen einer äußerlich exklusiven und scheinbar moralisch unantastbaren Gesellschaft, die sich jedoch nicht zu scheuen pflegt, dirrch Hintertüren lüderlichsten Genüsseu^ nachzugehen. Der Junge zwar, eine blutleere, wesenlose Vühnensigur, ist die Reinheit selber, nach Art des bleichblütigen Sckrwesterchens von Suder- Gießener Theaterverein. Um seinetwillen. Schauspiel in 4 Aufiügen von Selma Erdmann- Jes u i tz e r. Auch am Mittwoch hatten wir eine halbe Uraufführung. Wie Birts „Anna von Hessen" vor dem Gießener Theaterpublikum nur die Besucher des Kasseler Hoftheaters kennen gelernt hatten, so ist das Schauspiel „Um seinetwillen" von Frau Erdmann-Jesnitzer, der Gattin des Bremer Stadttheaterdirektors, bisher m. W. nur auf der Darmstädter Hofbühne und in Worms zur Darstellung gelangt. Frau Erd- mann^ wandelt in den Bahnen Sudermanns. Wäre ihr Stück vor langer denn einem Dutzend Jahren, vor dem Erscheinen der Sudermannschen „Heimat" auf die Bretter gelangt, dann hätten vielleicht manche es für das Erzeugnis eines verheißungsvollen Bühnentalentes gehalten. Heute redet die dramaftsche wie jedwede andere frunft (hoffentlich auch bie Kunst des Architekten unseres heiß ersehnten Musentempels) mit neuen Zungen. Frau Erdmann ist nach den fernen Landen einer längst überlebten Vü^'mmanier retiriert, nach Landen, wo romanhafte, nicht romantische Vorgänge die Bühne bevölkern, wo nicht das Gesetz der seelischen Entwickelung gilt, ja wo selbst das minderwertige Gesetz der Ueberraschung und Spannung schon im ersten Akte seine Geltung einsteltt, wo nur das epische Gesetz der gemächlichen Auseinanderse^ung und Auflösung eines im wesentlichen vor dem Beginne des Schauspiels geschehenen Vorganges waltet, wo nicht der Autor traft feines künstlerischen Temperamentes Partei ergreift, sondern traft gewisser welt- bürgerlicher Ideen, die in seinem Verstände leben, die er erlernt hat weniaer aus dem Leben, als aus der Lektüre. Aus den von Srkoermann, und mehr noch von dessen philosophischen Meistern und anderen neueren Lebenskünstlern- her wohlbekannten Ansichten heraus sind die Hauptgestalten des Stückes „Um seinetwillen" gebildet, sie sind nicht aus den Anschauungen originalen Künstlertums heraus geboren. Es wird uns wieder einmal die schon so oft (zuletzt und manns „Magda", der Herr Papa aber, den die Autorin! einen gesellschaftlichen ^Bhender" nennt, lernen wir als! albernen Gecken und verrohten Lustlümmel kennen, würdig! seines klapprigen Freundes, des alten Pavians v. Mns. Er predigt seinem Sohne täglich von der Tugend und! Sittsamkeit, von Gehorsam und Pflichterfüllung, von dem! Glück der Seelenreinheit und dergleichen mehr, handelt! aber selbst genau nach entgegengesetztem Rezept. Er beschimpft täglich die Mutter, die mit ihrem Gelde ihn und den Sohn Fänzend aushält, wovon er dem Jungen aber kein Sterbenswörtchen sagt. Natürlich fehlt auch der Suder- mauusche mannatriefende Pfarrer Heffterdingk nicht. Nur hat er Unterröcke an und ist eine verwitwete Fran Oberst, den es mit threm Zuspruch von burschikoser Biderbität — der Autorin passieren da mitunter verblüffende Entgleisungenj von der Bahn des guten Geschmackes — unter Beihilfe ihres schlappen und langstieligeii Sohnes gelingt, Mutter und Sohn zu vereinigen. Auf die Jfflandsche Welt, die in dieser blassen Jünglingsgestalt lebt, ftfößit der neue- Glaube an die Mutter und der Mutter wie ein Komet auf einen Haarbeutel. Als modrige Staubwolken erkennt er den Nimbus, mit dem sein Vater sich ihm gegenüber zu umgeben verstanden hat; sie fliegen aus und mit ihnete schwirren die kindlichen Ideen von der Geringwerfigkeiil seiner Mutter wie Fledermäuse verwirrt von bannen. Er fufjit sich zunächst noch sehr unbehaglich in btefent Meteoritenschwarm seiner nun untergehenben Jugeubwelt. Von ber Jnfamität seines Vaters bleibt noch sein langsam freiwerbenber Geist bebrückt. Aber schließlich wenbet sich, wie wir es schon im ersten Akt voraussahen, alles zum Guten. Wir sehen, bic Handlung dieses Stückes ist ausgeklügelt^ die Hauptsache ist, wie in Sudermanns „H»einratz', der Zusammenstoß von alter und neuer Welt, nur in noch erheblich platterem Sinne dieses „alt" und „neu" genommen. Die Personen und ihre Handlungsweise sind ganz der ronrcm- hasten Idee« untergeordnet. Eigens präpariert für diese Romanidee sind namentlich der die Goldwage der Standes^ ehre täglich besudelnde schurkische Vater (der seit Olimsi Zeiten von alten Komödienschreibern beliebte Theaterböjc- beklagten tief die immer weiter greifende konfessionelle Absonderung, die sich teilweise sogar auf die Schulen erstrecke. Er erblicke darin eine Gefahr für das Vaterland und unser ganzes Volksleben. ES muffe jetzt vor allem gelten, auch doS Reich finanziell selbstständig zu machen unb ba werde schließlich doch nichts weiter übrig bleiben als die Bestenerung von Tabak und Bier. Abg. Häusel, auf der Tribüne nahezu unverständlich, bringt verschiedene Beschwerden vor über Schädigungen, die gewerblichen Anlagen im Odenwald bezüglich der Betriebs- lrast zugefügt würden und ersucht die Regierung um Abhilfe. Abg. Dr. Schmitt gibt feiner Freude darüber Ausdruck, daß feine gestrigen Ausführungen und deren Grundgedanke sowohl im Hause selber, wie bei der Regierung sym- patisch begrüßt wurden. Heute müsse er noch einiges ergänzen. Redner beklagt dann die Behandlung in betreff deS allgemeinen katholischen Kirchenfonds. Die staatliche Zuwendung von 80 000 Mark an die evangelische Kirche erfolge en bloc. Dagegen müsse bei der Zuwendung der 50 000 Mark an die katholische Kirche eine genaue Einzelberechnung erfolgen. Das sei eine Ungleichheit in der Behandlung und er bitte hier um Abhilfe, lieber die Erklärung des Staatsniinisters bezüglich der Behandlung der Ordensschwestern freue er sich, nicht minder über die Aeußerung des Abscheus darüber, daß die Ordensschwestern überhaupt gleichzeitig genannt würden mit den Dirnen und in den Polizeivorschriften auch so behandelt würden. Er habe die Beobachtung gemacht, daß auch jeder vorurteilsfreie evangelische Mann darüber empört sei. Jetzt gelte cs aber nicht nur, zu reden, sondern auch zu handeln und zwar durch eine gründliche Revision der bezüglichen Bestimmungen. In den hessischen Ordensvorschriften sei von einer bestimmten Zahl der Ordensschwestern überhaupt nichts enthalten. Redner weist dann noch auf einige weitere Un- zuträglichkeiten hin. Staatsminister Rothe sagt zu, die vorgebrachten Beschwerden zu prüfen; die Regierung werde bemüht fein, den Wünschen des Vorredners so weit als möglich entgegen* zukonunen. Die Beratung wird daraus nach 1 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag früh 9 Uhr. Die agrarische Woche. III. 33. Plenarversammlung des Deutschen LandwirtschastsrateS. (Nachdruck verboten.) S. u. H. Berlin, 7. Februar. Im Sitzungssaale des Vrovmziallandtagcs der Provinz Brandenburg trat heute der Deutsche Landwirtschaftsrat zu seiner 33. Plenarversammlung zusammen. Von den Veränderungen int Mitgliederbestände interessiert die Wahl des Majors a. D. Ende l l - Posen in den Landwirtschaftsrat. Unter den Erschienenen bemerkte man u. a. Graf Ori 0 la, Geh. Rcg.-Rat Haas-Darmstadt usw. Ferner Graf v. P ü ck - l e r, und Vertreter der Reichslande, der fielen Städte, Hessens, Oldenburgs und thüringischer Staaten. Dem Bericht der Kommission über die Ausführung der auf der vorjährigen Plenarversammlung gefaßten Beschlüsse ist zu entnehmen, daß eine Erhebung der F l e i sch pr 0 du kt i on der heimischen Viehzucht ftattgefunken hat. Der gesamtedeutscheVieh- be stand wird «auf 8 Milliarden Mark geschätzt, die jährliche Werterzeugung auf 5 Milliarden Mark. Ten Geschäftsbericht erstattet Generalsekretär, D«r. Da de. Aus demselben geht hervor, daß der Landwirtschaftsrat im letzten Jahre auch Fütterungsversuche angestellt hat. Eine Unterstützung des L an d w ir t s cha f t s r a ts auI dem Fonds des Reichsamts des Innern in Höhe von 50 000 Markalljährlich stehe in Aussicht. Hierauf wird in die materielle Tagesordnung eingetreten. Erster Gegenstand ist der „Einfluß der Kartoffelernte! 1904 auf die Spiritusfabrikation und die Industrie der Kartoff eliabrikate." Es referieren Ämtsratj Säuberlich-Gröbzig und Geh. Oberregierungsrcrt Professor Dr. Delbrück- Berlin. Frhr. v. Ran vau beantragt anstelle der alliährlichen Vieh» zählung „eine Schätzung des Schweiirebestundes". Tie Kosten für eine allgemeine Viehzählung seien zu Hoch. In der Abstimmung werden eine Anzahl Leitsä^e angenommen, die sich mit den Ausführungen des Referenten decken. Eine Aenderung wird nur insofern beschlossen, als aus Antrag des Grafen Brühl, daß die Verwendung des Stärkesyrups nur dann als Fälschung angesehen werden kann, wenn er nicht deklariert ist. Ter Antrag! Rantzau wird ebenfalls ungenommen. Dann wird die „S e ß ha f t i g k ei t u n d A b w a u d e rung der weiblichenJugend vom Lande" behandelt. Referenten find Hauptmann Tr. B i n d e w a l d-Berlin und Frhr. von C et t o-ReicbiertisHausen. Beide Referate gipfeln in folgende« Resolution, die angenommen wird: Sif zttf te gelegte: den Rk öelsvet stände. Abfickt Land Wohl { schuft der gc habunc bald, die K sowie t den M brr btfa her btt bie toorben । erschwert tei rufi M sh nicht n eingM des rns Regien Zu nie Recht zoll sei worden des W dauern würde ^rsöiilichj Wenbfin Frcmw ung gi ventivs empfm Tazu Ucbere Eismb Me 1 Dolzzy wM Vast seine, über । Znk tat a derk baue Sen unb betS streu weiblü mig schajili Kl Stz DolM Devöl^ ba« tveiM anM w Kticfi ? bescstai w- derung nach 1 Arvech nach» bezei» der 2 Lante derart" tunelji tn" te" trendy Wicht) rute Sohn. Nisse, un gen einwii schon drei S vorber Spielen ist i Siach t öoni 2^ erschien, voller u "achte । MX !* » "ihige, ’ gift Quaker oats hoch® und Quaker Oats wird am besten •500 Um deutliche Angabe des Namens und Adresse kV, Weiberschwäche. Recht bald aber klingt im Gespräch mit doch immer die nierender Lebensart führt, Tie heutige Sitzung des Lcmdwirtfchaftsrats ist mit Rücklicht zfltf den on erster Stelle stehender Punkt ,.die dem Reichstag vor- gelegten Handelsverträge^ außerordentlich stark besetzt. Die von den Referenten vorgeleate Resolution lautet: „Ter Deutsche Lanowirkschaftsrat erblickt^ in^den neuen Han- oelsverträgen eine Verbesserung - n g gegenüber dem jetzigen Zu- daß denselben die unverkennbare ~ ..... wischen und seinen Bitten entgegen. Die Schlußszene zwischen Mutter und Sohn war wahr- hast erschütternd. Da verstand Frl. E. es, den überquellenden vuu die schlichte, herzhafte Wärme und Geradheit ihres man Tones von überzeugendster Beredsamkeit. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Neligionsgemeinde. HottesdienN in der Synagoge (Sndankage). Samstag, den 11. Februar 1905. Vorabend 5.15 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. SchrifLerklärung. Sabbathausgang 6.25 Uhr. Israelitische Neligionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbathfeier am 11. Februar 19 05. Freitag abend: 5.10 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.25 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 5.00. fttäqe des liebevollen Muttcrherzens hindurch. Und dann bebt und flammt ihre ganze Person in Heller Freude über den Bruch zwischen Vater und Sohn, einer Freuds, die unwiderstehlich mitreißt. Und schließlich setzt sie mit unbeugsamer harter, kalter Willensstärke ihr Nein seinen Drohungen zu einem" richtigen' Ausgleich Ler gegenseitigen Interessen zu gelangen. Wenn es uns gelungen ist, den ersten schwierigen Teil dieses großen Werkes zu einem gedeihlichen Abschluß zu bringen, hoffe ich, Sie werden mir und den verbündeten Regierungen das Vertrauen schenken, daß wir die richtigen Mittel und Wege finden, auch den übrigen Teil unserer Aufgaben in handelspolitischer Beziehung zum Wohle der Landwirtschaft wie der Gesamtheit zu Ende zu führen. (Lebhaftes Bravo.') Auf allen anderen Gebieten wartet unser aber noch reichliche Arbeit für die Landwirtschaft, so die brennende Frage der Entschuldung des Grundbesitzes, deren Lösung wir begonnen haben und hoffentlich zu einem glücklichen Ende bringen werden. Ferner die innere Kolonisation, wofür ich mich besonders interessiere und die ich 'planmäßig durchgeführt zu sehen wünsche, (Bravo!) und die L an darb eitern ot, die wir meiner Ansicht nach, nicht im Wege der Gesetzgebung, sondern nur durch großzügige Unter- nehmtmgen zur Seßhaftmachung der Landarbeiter beseitigen- können. (Lebhafter Beifall.) Lassen Sie uns auf diesen Wegen in Vertrauen und Mut zusammengehen! Stärken Sie beit Mut und das Selbstvertrauen der deutschen Landwirte! Vor allem halten Sie fest an der Ueberzeugung, daß der Kaiser, die verbündeten Negierungen und die verantwortlichen Leiter der Politik des Reiches einig sind in dem Bestreben, die Landwirtschaft auch weiter zu fördern. Ter Reichskanzler schließt mit einem Hoch aus die Landwirtschaft und ihre Vertreter. gebrochene Tonfall, der ihm eigen ist imb der leichten! Konversations-Szenen nicht gerade zum Vorteil gereichte schien hier wie ein Lürsfluß des Innersten. Was noch sonders bei Herrn L. zu. rühmen ist, das ist: er versteht^ es zuzuhören. Er lauscht jedem Worte semes Partners^ mit feinem Verständnis und richtet danach, rmd zwar stets, in sehr vorsichtig zurückhaltender Weise, sein gemessenes^ Mienenspiel ein. Andere setzen die rechte Miene ost erst auf, wenn ihre Rede beginnt. IN dem großen Moment des, dritten Mes, da er, auf dem Sofa liegend, die furchtbare Kunde von der Niedertracht seines Vaters erhalten hat und? wie er des ersten Wortes seines Vaters harrt, da versagte freilich noch seine Geberdenkunst. Darüber aber sind wir uns einig, daß wir in -Herrn L. ein vielverheißendes' Talent besitzen, der, wenn er in seinem ernsten künstlerischen^ Streben forrfahrt, wohl von srcy reden machen wrrd. Den Baron v. Waiblingen feit., der ja glücklicherweise nicht der Typus eines Edelmannes ist, diesen bis ins Mark korrumpierten Menschen, charakterisierte Herr Direktor Stein g o etter in vielen kleinen Einzelzüaen geschickt. Herr Andreas sand sich mit seiner nicht sehr viel dankbareren Rolle eines Hanstapses gut ab; mehr ist von der^ Rolle, und d arum auch von der Darstellung nicht zu sagem Frl. Dülfer war von schlichter Munterkeit und Innig- keit. Die bescheidene junge Dame zeigt stets einen achtunggebietenden guten Willen und vorbildlichen Fleiß. Die übrigen Figuren des Stückes machen keine Entwicklung durch. Fandet für sie der Darsteller den richtigen Grundton, so hat er erreicht, was zu erreichen ist. Ihn fanden alle anderen» Mitwirkenden, denen darum diese magere Anerkennung! nicht, versagt sei. . Lobend zu erwähnen sind indes noch der kumebcmrg^ alte Rous des Herrn de Giorgsi und die treuherzige Bedientenseele des Herrn Eckhard, eines strebsamen An-- sängers, dem die Mecklenburger Mundart HeimatsrlanA zu bedeuten Wen. D ™ stände. Er erkennt dankbar an, — . . . Absicht zu Grunde liegt, allmählich die Parität . . Landwirtschaft und Industrie wiederherzustellcn, obwohl zahlreiche und berechtigte Wünsche der deuckchen Landwirtschaft keine Berücksichtigung gesunden haben. Die Wirksamkeit der getroffenen Bestimmungen wird weientlich von ihrer Handhabung abhängen. Ter Deutsche LandwirtfHaftsrat halt das baldige Inkrafttreten des neuen Zolltarifgefetzes und die Kündigung der bestehenden Meistbegünstigunasvettrage, sowie des mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika bestehenden Vertrags für unbedingt erforderlich." Als erster Referent nimmt hierauf Tvmanenrat Rettich, der bekannte mecklenburgische Reichstagsabgeordnete und Vorsitzender der Zolltarifkommifsion, das Wort. Es sei begreiflich, wenn die Stimmung in landwirtschaftlichen Kreisen nicht rosiger geworden sei. Unsere Handelsbeziehungen zu Nordamerika seien erschwert durch das dort bestehende System der WehrzöNe. Was den russischen Handelsvertrag anbelangt, so sei sehr zu bedauern, daß der § 9 im Schluß Protokoll stehen geblieben sei. Nach ihm dürfe russisches Getreide nach Königsberg und Danzig nicht nur als Transitgut, sondern auch in den freien Verkehr eingeführt werden. Das sei eine ungerechtfertigte Konkurrenz des ruffischen Getreides. — Zu begrüßen sei, daß die verbündeten Regierungen an den Minimalzöllen für Getreide festgehalten haben. Zu niedrig sei außer dem Malzzoll vor allem der Kartoffelzoll. Recht schlecht weggekommen sei auch die Gärtnerei. Der Twpfen- zoll sei zwar von 14 auf 20 Mark, für die Vertragsstaaten erhöht worden, allein diese Erhöhung sei völlig ungenügend. 2,ie Wunsche des Weinbaues seien so gut wie nicht beachtet worden. Zu bedauern sei die Zollfreiheil der Milch und der Gänse. Immerhin würde wohl der Reichstag die Handelsverträge annehmem Deo zweite Referent, der balMische Reichsrat Frhr. v. S o d e n- Frcmnhofen, behandelt u. a. die Veterinärabkommcn. Eine Beffer- ung gegen früher sei insofern eingetreten, als anstelle der Pra- ventivsperre die Repressivsperre getreten sei. Gar keine Freude empfinde er über die Erweiterung des Kontingents für Schweine. Dazu komme die Seuchengefahr, die ein wenig durch das neue Uebereinkommen mit Oesterreich bezüglich der Desinfektion der Eisenbahnwagen gemildert werde. Redner kommt auf die Holz- zölle zu sprechen. Es habe wohl niemand daran gedacht, daß die Holzzölle b»rabaeseftt werden könnten und nun gar bis zu 40 pCt. mi'd"iv7iblichcr, mttttcrlichrr oTS crgtnftcS Erlebnis durch. Selbst der etwas larmoyant Der Deutsche LcmdwirksMstsraL erklärt: wenn auch über Seßhaftigkeit und über Abwanderung der weiblichen Jugend vom Lande innerhalb des Deutschen Reiches exakte statistische Nachweise zurzeit nicht zu erbringen sind, so ergiebt sich doch aus den seit längerer Zeit von berufener Seite vielfach gemachten Beobachtungen mit großer Wahrscheinlichkeit, daß eine Abwanderung der weiblichen rugendlichen Bevölkerung in einem größeren, stets zunehmenden, Umfang ftattfindet und zu e r n'st l i ch e n B e s or g n i f.s e n in volkswirtschaftlicher wie m staatspolitischer Richtung AnlaH gibt. Der Deutsche Landwirtschaftsrat sieht sich daher zunächst veranlaßt an den Reichskanzler das Ersuchen zu richten, anzuordnen, daß bei Volkszählungen in Zukunft auch die Beweguna der weiblichen Bevölkerung in Stadt und Land ermittelt werde. Behufs alsbaldiger Orientierung über die Ursachen der Abwanderung der weibliche Ändbevölkenlng hält der Landwirtschaftsrat die Veranstaltungen von E n g u e t e n für ein geeignetes Mittel. Diese sollen nach einem noch näher zu bezeichnendem System, ev. Nach den von B i n d e w a l d ausgestellten Grundsätzen aus einer beschränkten Anzahl von noch zu bestimmenden typischen ländlichen Bezirken des Deutschen Reiches, den Umfang der Abwanderung der weiblichen Jugend sowie der männlichen vom Lande nach den Städten weiterhin, soweit eine Einführung slavischer Arbeiter und Arbeiterinnen stattfindet, die Anzahl derselben nach Geschlecht getrennt (Inländer wie Ausländer nach der Nation bezeichnet) die Dauer ihres Aufenthalts, die Regelmäßigkeit der Wiederkehr derselben Personen feststellen. Ter Deutsche Landwirtschaftsrat empfiehlt den verbündeten Staatsregierungen derartige Erhebungen in ihren Gebieten möglichst bald vorzunehmen und ersucht, dieselben zu fördern, daß die gewonnenen Resultate einer der nächsten Plenarversammlungen des Landwirtschaftsrats vorgelegt werden können. Hinsichtlich der zur Hintanhaltung der Abwanderung in Aussicht zu nehmenden Maßregeln nimmt der Deutsche Landwirtschaftsrat bezug auf seine nt der 28. Plenarversammlung 1900 gefaßten Beschlüsse über die Maßnahmen zur Beseitigung der ländlichen Arbeitsnot. In Ergänzung derselben bezeichnet der Deutsche Landwirt)chnts- rat als gleichfalls beachtenswertes Mittel zur Hintanhaltung der Abwanderung: H ebung des Standes g efühls der bäuerlichen Bevölkerung und Beeinflussung der Berufswahl der ländlichen Jugend in Schule und Kirche. (!) Zeitgemäße Handhabung und Ausgestaltung der W o hl f a hrt s p f l e g e aus dem Lande. Anwendung einer strengeren Kontrolle der Subsistenzmittel und des Unterkommens der von dem Lande in die Stadt wandernden weiblichen Jugend. Prämiierung und öffentliche Auszeichnung der in treuer Pflichterfüllung ausharrenden landwrrt- jchaftlichen Berufsangehörigen. ♦ S. u. H. Berlin, 8. Februar. Redner spricht den Wunsch aus, daß wir künftig im Abschluß vonl; Meistbegünstigungsverträgen vorsichtiger sein möchten. 1 Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern von Wer- i Muth: Wir h Industrie. Auf den jetzt geschaffenen Grundlagen wollen wir weiterbauen. Sie, meine Herren von der praktischen Landwirtschaft, indem Sie der Landwirtschaft den durch die neuen Verträge gebotenen Vorteil voll ausnutzen und die Viehzucht sowie den Körnerbau Deutschlands auf die Höhe der Vervollkommnung bringen, wir von der Regierung, indem wir das mit den sieben neuen Handelsverträgen begonnene Werk fortsetzen, durch die etwa ein Drittel unseres Handels vertragsmäßig geregelt wird. Wir werden trachten, nunmehr auch mit anderen wichttgeu, uns befreundeten Staaten jÄcht), und der edelsinntge, unter der geschmeidigen Zucht-1 Schwäche kämpfen, das machte uns Frl. E. mcht recht tute der väterlichen Autorität Kind gebliebene erwachsene plausibel, und das ist auch eine recht schwer zu losende Auf- Sohn. Der dramatische KairptftUer aber ist: die Gescheh, g^be. Je glaublicher das eine ist, desto weniger glaublich nisse, die auf das gegenseitige Verhalten und die Aeußer- rojri3 das andere bleiben. So menschlich an sich auch ungen der auf die Buhne tretenden Personen beflirmnend^ V^maung oon Leibern ist, so wenig wird der hervoreinwirken, liegen alle in der Vergangenheit. Man kennt . , . chgarakterart einer Darstellerin eines und das anschon int ersten Wie die ganze Geschichte, tmrd aber ganze ) „ntsvrechen. gn ihrem vollen Wuchs erscheint Frl. E. ÄPiläSMSJ* ■*** S-Ä« 4 f3"‘S Es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß die abgeguckten Gespräch mit ihrem erbärmlichen Gatten. Uls Tragödinnen der deutschen Bühne die Marianne bald so gern sie seinen Namen h rt, jubelt sie auf, denn sie glaubt tu spielen werden wie die Mazda Sudermanns. Denn zweifel- nächsten Moment ihrem Sohne gegenuberzustehen. Uls sie los ist diese Nolle für eine Heroine, für ein Rasseweib voll statt dessen ihren Gatten sieht, übermannt sie wieder nnma Stärke und Energie ungemein dankbar. Irl. Eichelsheim Weiberschwache. * h ^r klmat un Ge mach mit vom Darmstädter H-Mater, die gestern als Gast bei uns ihm leidenschaftliche Ab cheu und dann stolzer Hohn hervor erschien bringt für die^Marianne eine Reihe bedeutunaS- Durch ihre herbe Unklage ,D*,n vN 'und höchst schätzenswerter Eigenschaften mit. Sie — Mutterberwns En machte nichts weniger als den Eindruck einer Theaterprinzessin im bösen, im Sudermannschen Sinne, sondern erschien vor uns als ein überragendes Weib voll freier Gedanken und umfassender Weltklugheit. Sie ist eine hohe, stark wirkende Persönlichkeit von imposanter Figur mit vollem, frei aus- Ä“ iffii’ÄS L St SSsüäÄjSäÄ LL Ä zutrauen mochte. Schwäche steht ihr nicht zu Gesicht, dazu " pietätvolle MnalmgLfiaur von ergreifender Wahr- iihlt man sie zu selbstsicher, zu erprobt m LebenSkämpseii. ^'bPcd,ter MnMerschaft. Er geigte die Bescheidenheit Erreauug, Leidenschaft, Lemperament dagegen gehorchen b Zurückhaltung de§ jungen Mmmes aus gutem yause facher, sondern ein sog. „gebrochener Charakter ist, d. y. einer, in dem die reiche, härtende Lebenserfahrung, , die zu dann. Un-iTf-anhyaf rr bei Kälte und Hitze bietet das so sehr beX ULiiuljSLilUlZi [iebtc Unt> bewährte nicht kettende in Tuben/ überall «hästllÄe Myn holinglycerin. bVin THE AMERICAN CEREAL COMPANY Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg. wird höfl. gebeten. ABTEILUNG: E. T. vorteilhaftesten in einem Quaker Oats Kocher zubereitet. wir geraden Gratis emeh Quaker Oats Kocher an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl Schutzmarken, die aus der Vorderseite der Packete zu schneiden sind IW und so aussehen, franco in einer Sendung und vor dem 31. Dezember 1905 zugehen. BO Schutzmarken von 1 Pfd. Packeten oder W Lehrling gesucht. 6penglermeifter Dahmer. 0649_______Neuenweg 42._____ Oaufmädcheu gesucht 0730 ™_______Ludwigstraße 6, ITL 0725s Eine ordentl. Lausirau gesucht___________Diezstratze 11. Ttzlöhlimmcii aus dauernde Beschäftigung gegen guten Lohn gesucht. 738 Ludwig Georgi, Ziqarrenfc'brik. Mädchen ffir leichte Arbeit sowie 99t» rciserinncn sofort gesucht |747 Schtllerftrafte Ift. .Kräftiges HauSmädchen gesucht Alarktplatz 7.05^H zuverlässiges Mädchen, das Küchen- und Hausarbeit versteht und gute Zeugnisse hat, gesucht von Krau Landrichter Bott, 710_________SelterSweg 81, II. Ein Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, per 16. März gesucht. 799 Vl. Meißner, Seltersweg 22. 6tn oröeiitliihks WW iu einem Kinde^esucht. 640 C. H. SiOekra h. Marvrwgerstr. 57. Ilrl schied rne». einer grotzen Bam-nschule u Mtsgedikdet, sowie durch lang' jährige Praxi« und &rf«{ynfnqen des gesamten Obstgebietes, hauptsächlich in Anzucht, Schnitt und Pflege der ^roergobftbdume, erlaube ich nur, mich für Gießen und Umgegend in allen darin vorkomnrenden Arbeiten zu empfehlen. Bestellungen aus Bämne aus den ersten Baumschulen Deutschlands werden unter Garantie der Sorteuechtheit von mir zu den billigsten Preisen sofort besorgt, nur muß man mir Boden und Lage angeben. [746 C. Pröscher Rodheimer Strafte 27. Laden mit oder ohne Wohnung in guter Lage, für Uhren-, Gold- u. Silber- waren-Geschäft, oder HauS zu faufen gesucht. Offerten unter 741 an die Expedition d. Bl. empfiehlt sich im Waschen ylUU und Putzen. 0720 Walltorstraße 67, I, Dorberh.^ tLin Garten zu verpachten 10708- 2^_________Kalharinengafte 7. neHmerinnen für MiinHi bei einem Maler (Landschafter) gesucht. Offerten unter Nr. 0702 an die Expedition d. Bl. K 88.D4 DouaerStag d. 16. Kebr. 1605 nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht der dem Karl Marx von Gießrn zuftebende Amril bestehend in ^tel an B"/’ Mur 10/194=3750 qm Acksr am Steinborn aus den Leih- gesterner Weg, , 12/16=4457 qm Acker im Rödern öffentlich meist- ibietend versteigert. Gießen, den 11. Januar 1906. Grvßü. OrtSgericht Gießen. Gros. IZirniBESiMteTtalernies Montag den 13. Februar, 8 Uhr bringen die Mitglieder des Frankfurter Schauspielhauses: Thessn KHnckhummer — Poldi Snngora — Arthur Rauer — Hans Ziegler im Verein mit der Direktion und den Mitgliedern des Stadttheaters dos neue Schauspiel ron Max Dreyer Die Siebzehnjährigen im Stadttheater zur einmaligen Aufführung. K 88/04 Donnerstag d. 16. Kebr. 1905 nachmittags 3 Uhr wird auf biefiqcm Ortsgericht der dem Karl Marx von Gießen zustehende Anteil bestehend in k/MteI an L"? Flur 10/194=8750 qm Acker am Steinborn aus den Leih- gesterner Weg, , 12/16=4457 qm Acker im Rödern öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 11. Januar 1905. Grvtzh. Ortsgericht Gießen. Gros. L 85/d4 Donnerstag d. 16. Febr. 1905 nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht der bem Stad Marx von Gießen züslehende Anteil bestehend in "/^tel an B11/4 Jlur 10/194=8750 qm Acker am Steinhorn aus den Leih- gestern er Weg, , 12/16=4457 qm Äcker rm ^Rüdern öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 11. Januar 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros.__________ K 6/05. Donnerstag den 2. März 1905, nachmittags 3 Uhr, werden die vor dem Namen von a. Wallenfels, Joh. Christian b. Drebes, Lina, geb. Wallenfels e. Wallenfels, August tL Wallenfels, Georg e. Wallenfels, Karl t Göbel, Louise, geb. Wallensels stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/1200 = 272 qm Gradgarten hinter der Kirche 1/1202 = 784 qm Hofraite daselbst 1/12031/,9 = 204 qm Grabgarten daselbst auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend versteigert. B”/1 Gießen, 25. Jan. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros.__________ K 4 /05 Donnerstag den 9. März 1905, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Carl Buß und Ehefrau geb. Rumpf stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/516 = 243 qm Hofraite auf dem Marktplatz öffenllich meistbietend versteigen werden. B*/1 Gießen, 25. Jan. 1905. Großh erzogt. Ortsgericht Gießen. Gros. K 82/04, Donnerstag den 2.März 1905, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgencht die zur Konkursmaffe des Wilhelm Schomber Nachlaß und der Witwe Mara. Veronika Schomber, geb. Schäfer gehörige Parzelle der Gemarkung Gießen 2/140 = 527 qm Hofraite, links der Cbauffee öffentlich meiftbietenb versteigert. Gießen, 25. Jan 1905. B*8 Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. K. 66/04. Lomerstaß d.2.MrzM nachmittags 3 Uhr, werden bte zur Ludwig Kuhne- fchen Konkursmaffe gehöngen Parzellen der Gemarkung Gießen 1/1382 = 203 qm Hofraite auf dem Asterweg, 1/1-83 = 63 qm Hofraite daselbst öffentlich auf hiesigem Ortsgericht meistbietend versteigert. B9-? Gießen, den 7. Februar 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. ZolMrsteigenmg Dienstag d. 14. Februar 1905, morgens 10 Uhr, versteigere ich im „Äörnberg" bei der Ganseburg: 23 Fichten-Stämme9,18tw, 34 , Derbstangen 2,98 , 37 rm Buchen-Knüppelholz, 1810 Buchen-Wellen, 500 Fichten- 5 rm Fichten-Stockholz. Gießen, den 8. Febr. 1905. 733] H. Adami. Freibank. »uhsteisch 50 Pfg. Molster- und Tapezier-Ar- Ap beiten fertigt 072$ «arl «eh. West-Anlage 25. Die Vorstellung’ findet bei aufgehobenem Abonnement und ohne Giltigkeit von Passepartouts statt Preise der Plätze im Vorverkauf bei Herrn Challier: Loge Mk. 4.—, Sperrsitz Mk. 3.50, I. Parkett Mk. 2.50, H. Parkett Mk. 1.50, Stndenten-Estrade Mk. 2.—. v"/, Turnverein Gießen (Gegründet 1846). Samstng, dr« 11. fcbrnor d. I.» abends 7 Uhr 59 Mia. Kroßes MasKenfeß mit vielen Ueberraschungen in sämtlichen Htäumen der Hurnßasse. Eintritt 50 Pfg. mit 2 Beikarten für verheiratete Mitglieder, 1 Beikarte für ledige Mitglieder, jede weitere Beikarte 30 Pfg. Bcikarten sind gegen Vorzeigung der Hanptkarte, die bei Herrn L. Althoff, Walltorslraße 16, -u entnehmen ist, bei Herrn Rich. Buchackcr, Nerienbäue 11, zu liaben. Nur Mitglieder haben Zutritt und wird am Ginqcmg Kontrolle ausgeübt. — Kinder Haden keinen Zutritt. Sonntag, den 12. Februar, nachmittags 4 Uhr: Kroßes Konzert in der Hunchasse Don 7 Uhr ab: Tanz. Eintritt frei. v*/. Der Borstand. Schirme 106 in großer Auswahl von den billigsten bis zu den feinsten. Ueberzieheu und Reparaturen schnell und billig in eigener Werkstätte. Heinrich Sack, 19 MarltjlrÄ 19. Kunstverein. Sonder-llusfiessung des Berliner Malers F» De I.SNgV-Dedekam. 67 Gemälde und Zeichnungen. Die Ausstellrmg ist täglich mit Ausnahme SamStagS von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Mittwochs auch von 3 bis 6 Uhr. BT/, Zimmer-Türen, Futter, Bekleidungen, Kehlleisten Fussbodentafeln etc. Emil Funcke Zimmertüren-Fabrik. La?er: Frankfurt a. M.. Nledenau 15. Vertreter ge*ncht. Achtung für Brautleute Billige Möbel! Stühle 2.80 Mk., Tische 8.— Mk., SophaS, sehr gut gepolstert, 40.— Mk., komplette Plüsch Garnituren von Mk. 130.— an, Spiegel, Kleiderschränke, Bettstellen, BertikowS, sowie alle Möbel, Teppiche, Borhangstosfe, 38 Pfg. per Meter Alles sehr billig ess wegkn Äutgaße der Mtiale Scffcrsroi’a 83. Tabak Manniakturen F. J. Burrus Sankt Kreuz i. L. — Elsaß.Boncourt — Schweiz. Spezialität: Feinschnitt-, Mittelschnitt, Tabake, Zigaretten. Jährlicher Umsatz über 21/, Millionen Kilo. Meine Tabakpackungen wurden vielfach täuschend nachgemacht, besonders in letzter Zeit. Ich bitte deshalb die geehrten Raucher, genau auf den Namen K. I. Burrus und auf die Fabrikmarke zu achten. las Vä rJ Wasser-Reinigungs- Apparate D. R.-P. angcm. hvto/7 antom. wirkend Reimpnng von Kesselepefeewasser sowie sonstiger gewerblicher Gebrauchswässer für Brauereien, Wäschereien, Papierfabriken. Garantie für Erziel um* reinen, weichen, von Kesselstein bildncrn vollkommen befreiten Wassers. Glänzende Zeugnisse. Vorzug. Referenzen. — Billige Preise. Kostenlose Wassenrotenrachnng durch eigenes Laboratorium. Prospekte und Kostenanschläge gratis. Dampfke«selfahrik vorm. Arthur Rodberg, A.-G. Darmstadt. — Vertreter Besucht „V«i" mästet Schweine kolossal! Sämtliche Schweinezüchter,welche „Sui“ verwenden, bestätigen die vorzügliche Wirkung. Backet 60 Pfg. Philipp Schwager Wwe., Gießcu 106 5n uetluüifcn Photogr. Apparat vorzügl. erhalt. (13x18), zu verk. Off, unt. 0658 an die Erv. d. Bl. ÄmickgeW, sehr gangbares, mit großer Kundschaft, speziell viel Hufbeschlag, in größerem Orte in der Nähe Gießens, ist Sterbefalls Halder sofort zu vermieten, evtl, auch zu verkaufen. Nähere Auskunft erteilt die Ervedition d. Bl. [706 2 LambrWns, Sä 1 Klosettsruhi, 1 Schreitüisch mit Seffel zu verkaufen. An^nseden von 1—5 Alieestraße 28, pt. ,0699 Kästen sind zu verkmrien. 0726 Sstringmann'S SchuhhauS, Gießen, Bahnhofstraße 58. Elegantes Maskenkostüm zu verkaufen GrÜndevger Str. 5. Sm Kassenschrank noch so giU wie neu, mtt zwei TrriorS, wegen Anfchasftnrg eines größeren zu verkaufen. Gest. Anfragen unter 745 an die Exvedition d. Bl. erbeten. Ä wegen Abbruch All verkaufen. 735 Neuenweg 60. itiuif-(i3ernd|r 3-stöckigeS HauS mit 3-Zimmer-Wohmmgen zu kaufen gesucht. Offert, mit Preis- angabe ii. 0688 an die Erv. d. Bl. ^geschnittene sowie ausgekämmte Haare „ kauft H. Tichh, Seltersweg 43. Cnt erhaltener Kcrö zu kaufen gesucht. Offerten unter 0593 an die Ervedition d. Bl. ZU ucvuuvtcii I 6 Zimmer | Lndwigstrasse 46 6-Zimmerwohn. zu verm. s!64 Stfjöne~ 6-ZmMmhnW mit Gartenanteil und Bleichvlatz wegzugsbalber per 1. April zu verm. (Mitil. Stock). Näh. >170 Grünbergerstraße 16, pari. 2671 Wohnung, 6 Zimmer nebst Zub., 1. Stock, per 1. April zu vermieten. Lndwigstrafte 31. | 5 Zimmer | 739] Größere 5-Zimmerwoh- nung mit allem Ziibehör, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, oer 1. April zu üemiieten. Näh. Gebrüder Zntt, Steinstr. 84/86. 528! Eine Famisienwöhnuna mit fünf Zimmern am L April oder später zu vermieten Bahnhofstraße 57. Schisteubergerweg 12 3. Stock, 5 Zimn^er mit allem ZnbehSr an ruhige Seide zu vermitten. 196_____________Louis Beil. Stephanstr. 38 schöne b-Zimmerwohnnng mit Zubehör und ©ortenerntet( per 1. April 05 zu vermiet. Näheres Banaeschäft Vinn.__88 Westanlage 62 Wohmmg im 1. S4ock von fünf Zimmern und sonstigem Zubehör per 1. Juli event. auch 1. April zu vermieten.________________724 Wohnung (5 Zimmer) per 1. April zu vermieten. 186 Näh. VtSmartkstrafte 26, Part. I 4 Zimmer | Hofmannstrasse? Elegante 6 -Zimmerwohuung (Beletage) vollständig neu her- gerichtet, auf April zu vermieten. Näberes parterre._____________6 5681 Eleg. Patterrewohn., 4 Z., neuzeitl. einger., ev. mit Stallg., per 15. Februar, od. später zu vermieten. Näh. Krofdorserstraße 5 und Diezstraße 6, III.__________ Wohnung, 4 Zimmer im 3. Stockwerk, per 1. Juli zu ver- mieten. SelterSweg 91. |323 | 3 Zimmer | 7401 3-Zimmerwohnung mit Zubehör, Bieichplatz und Garten- anteil per 1. April zu vermieten Weserstraße 23. Schöne 8-^immermohnung mit allem Zubehur preiswert zu ver- mieten. Näh. Lahnstraße 14. s482 707| Frdl. 3-Zimmerwohnung nebst Zubehör zu vermieten. Näh. Bahnhofstr.,^Ecke Wolkengaffe 27. Verschiedene Wilhelmstratze 8 ist Beletage von 6—7 Zimmern, alles der Neuzeit entspr., sofort oder später zu vermieten. Heiz- u. LeilchtgaS, sowie Anschlllß für elektrisches Licht ist vorhanden. 294 Näheres Franksnrterstratze 29. Mottkestratze 24 eine elegante 5. bis 6-Ztmmcrwohnung mit Bad- und Mädchenzimmer und sonst. Zubehör sowie Bleichplcch und Gartenanteil per 1. April, event. früher, wegzugshalber anderweitig zu vermieten. Näh. daselbst vart., NicolanS. 246 Schöne 2-, ?»* ober 4-Zimmer° Wohnung mit Gas, Bleiche, ab- schlteßbarern Korridor und allem Zubehör per 1. April zu vermiet. Ä»ikh. HuaS, Bleichstt. 18. s54 4—5-Zimmerwodn. sofort bill. zu vermHn. Marktplatz 18. |199 meinem Neubau Ebelstraße \j sind per 1. Mai, evtl, früher oder später, 3 der Neuzeit ent' sprechende 4°Ztmmerwohnungen mit Mädchentzmtmer, sowie frroei Mansarderr- Wobmingen mit je 3 Zimmern, Koch- und Leuchtgas, Bl«chplatz und Gartenanteil zu vermiete»!. 749 Näh. Moltkestr. 24, McokauS. [ Möbl. Zimmer \ 07271 Möbliertes Zimmer zu vermieten Ederstraße 4, II. Ö65sis Möbl. Zimmer billig zu vermieten SelterSweq 10. JL&den etc. ) Landgraf Phiktbb - Platz 6 ist ein einzimmer. kleiner Laden, auf Wunsch auch mit Wohnung Wort zu vermieten. 204 Näheres Frankfnrterstrafte 29. MrMeluche ßmsAstliihe Wshnüilil mit 8 Zimmern in freier Lage und möglichst mit Pferdestall zu mieten gesucht. Off. mit Preis- angabe u. 0721 an die Erv. d. Bl. WiHnHilflhiininfr mit Burschengelatz in freier Lage sofort zu mieten gesucht. Off. mit Preis u. 0722 an die Exv. d. Bl. (Offene WM 743 Bedingung. für sofort gesucht. 717 I. Rickcr'fche Nniv.-Bnchhdlg., Gießen, Süd-2tnlage 5. LchrliiMesiich. Ein braver Junge kann die Photographie erlernen. 1478 Chr. Zimmer, Ludwigsplatz 2. L. Kalkhof Nachf., Kolonialwareti, Delikatesien. Sera Schlosser öfter bevorzugt, in eine Aiaschinenfabrik gesucht zu sofortigem Eintritt. Anfr. unter 744 an die Expedi-rion d. Dl. IM» Wsssktgksköe gesucht, chohmeier. 0678 1ÄFWHF Geor'g Wo lleuftkkS, Marktplatz 21 “W" Om braves, ehrstches ßMürMll qeftncht. -ch. Aruold N., Marktstr. 28. hittiMrsihe ^tMa^ jg ^«mr ktsihiftötzikSkr (Austräger), aber nicht unter 20 Jahre, streng ehrlich u. sottd, der über gute Zeugniffe und Empfehlungen verfügt, gesucht. |742 3. Nicker'sche Nniv.-Bnchhdlg., Gießen, Süd-Anlage 5. Sohn achtbarer Eltern mit giiter Schulbild, sucht zu Ostern schäft. Zu erfragen bet |786 Willh Grünstetu, Steinstraße 111 Suche für mein Kurz- u. Wollwarengeschäft für sofort einen tüchtigen Zpodhaltsr mit schöner Hcmdschrift. Branche- kenntniffe erwünscht. Offerten nebstZeugnisabschriftenu.Salair- anspriichen erbeten unter 731 an die Ervedition d. Bl. jüngerer Kontorist ober Korttoristin mit schöner Handschrift für 1. April ober auch früher gesucht. Stenographie- u. Schreibmaschine-Fertigkeit sind Lchöln höhkttk Klassk ober Student gesucht zur Erteilung von Privatnuterricht in Latein. Off, u. 737 an die Erv. 390 Mark ST».?'?* Zinsen zu leihen gesucht. Off. unt. 0719 an die Erped. d. Bl. erb. 25000 Mark auf zweite Hypotheken auszuleihen. Offerten unter 682 an d.E^p.d.Bl. Bezugnehmend auf die gestrige Annonce meines Ehemannes bemerke ich hiermit, daß ich auf seinen Nomen noch nie was geborgt bekommen habe. 0705 ftrau Faitz, Schützenstrake 1. 6^29s 4im Sonntag in Stein's Garten ein EapeS hängen geblieben. Abzuholen bei Tienfi- mann Reuter, Kaplaneigasfe. Strtin Asiicitia. Abfayrt rrach Msrßurg Samstag abend 818. Zusammenkunft 7*/4 Uhr im Beren»slokal. >0724 Q10.2.687,» M. M«. dr. M. Konsums. Giessen and Umgegend. Unseren Mitgliedern zur gesl. Kenntnis, daß die für die Krüh. jahrSbestellttug benötigt«, Sämereien in unserer Ver-kauiSstelle 81 Vahnhofstraße 31 eingetroffen sind. Zugleich em* pWen mir fifimttiche Kolonialwaren in nur guten Qualitäten. ' Billigste DeZvgSqnrlle für Beamte., Handwerker, Arbefter Neueintritte können jederzeit in unterer Verkaufsstelle 31 Bahnhofstraße 31 erfolgen. 751