155, Jahrgang tvvcirn^ 1. Dezember 1905 Erstes Blatt. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger *** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die heutige ‘•Hummer umfaßt 14 Seiten gebrannt, aber noch flott -Allerdings wird amtlich behauptet, daß die Stadt Sewastzpol keinen Schaden g> Steinbai . 9}eueu $««' c Marke. reiizte Daueret nben. । haben. ?d)irm beM S^/ZM'rr. Meuterer. Tchouchnin depeschierte an den Zaren: „Ich bin Herr der Stadt." Tie Hälfte der Stadt Lewa st o- vol ist zerstört, lieber bte beiderseitigen Verluste, die sehr große sind, liegen nou, keine näheren Einzelheiten vor. — Offiziös werden diese Meldungen im tnesent- lichen bestätigt! Nach i Petersb. Telegr.-Lg. wurden die Kasernen, wo sich die Meuterer verbarnradiert hatten, von treugcbliebcnen Truppen besetzt. 2000 Meuterer sind mit Mitrailleusen in da§ Innere des Landes gezogen. Ter Kreuzer, ,L) tsch a kow" ist aus- itafcrfrn gr frblofi-n. in anderen i^ die Arbeit wieder ausgenommen worden. Tv iüngü von Arbeitern überfallene Fabrik von Abri- fc!nm verkür'te den Arbeit s'eg um l12 Stunden und bewilligte eine Lobncrhehuna. Fast icb.-r Tag bringt einen Streik in irgend einem Gencrl". Tic wohlhibend^n Einwohi'er verlassen die Stadt. Tie Tclegr'phen- und Pol!b'amten Moskaus, die mit dem Streik bcg'nnen, versagten die noch arbeitenden Kollegen durch Auss r ütfcn stinkender Flüssigkeiten in den Arbeitsräumen. Aus Zawierce iPclen) wird gemeldet: Infolge der Verhaltung ihres delegierten gaben die Arbeiter dec .Huldschinswerke durch die Febr kpfeife das Signal zum Streik, das von allen öerfcn sofort ausgenommen wurde. Tie Kirchen ' Jen I--me.cn, die elektrische Beleuchtung erlosch K 0 s a len tonliten eine sich zusammenrottende Arbeiterncenge auscinanderlrciben. Sie töteten vier Arbeiter und verwundeten viele. Auch drei Kvsakeu und ein Offizier wurden verletzt. In Warschau wurde am Mittwoch abend das Telegraphen- -mt gesperrt. Hundert Telegraphisten verteilten sich sofort in die Umgegend der St dt, um die Drahtverbindungen zu beschadl- gen und so die Wahrnehmung des Telegraphendienstcs durch Sappeure unmöglich zu machen. Tie Postbeamten hatten schvn 'm Margen aus-eliirt zu arbeiten. Alle Aemter wurden gesperrt -mb sofort Militär sch b setzt. Im Truppenlager bei I 0 b l 0 n n a meuterte ein B'taillon Sappeure, weil ihnen die Bezahlung für die beim Streik der Eis nb'bner geleisteten Dienste verweigert wurde. In der Kreisstadt Skiernewice lehnten die zum Militär «cinbcrufeucn Rekruten die Eidesleistung für den Zaren a b. In der Gouvernementsstadt Radom gaben alle Lehrer der städtischen Schulen ihre Entlassung. In den Dorf- schoften wurden zahlreiche Gemcindesck>reiber wegen Einführung der Po niselen Sprache bei ihren Amtshandlungen entlassen. Polr- tisclre Verhastung-'n und Tevortationen werden in großer Zahl vor- gcrwmmen. — Soviel aus Polen! Ter Petersburger K'-rr-.s pendent des „Daily Telegraph'» meldet, d-'ß eine neue Meuterei in Libau ausgebrochen sei- Aua- in 5 r 0 n st a d t soll eine neue Meuterei im Gange sein. Die Ausdehnung b-r P e st in den östlichen Provinzen Rutz- lands erregt Awr-milse. In Astracl-an erlagen ihr innerhalb nrcniger Tage 166 Personen. Wie die „N. Fr. Pc." meldet, haben die Meuterer in Batnm einen österr Llovddampfer mit 33e* schlag belegt und verlangen ein Lösegeld. Tas österr. Ministerium des BuswerLigen hat bei der russischen Regierung Schritte emgeleitet Aus Wladiwostok wird gemeldet, daß dort alle Regierungsgebäude zerstört sind. Kosaken, welche in die St'dt eindringen wollten, wurden von der Artillerie zurückge- wiesen. Tic Meuterei umfaßt alle in der Festung anwesenden Regimm-cr. Auf der B'hnstation Mandschurin, wo infolge deS Streiks ungchcur- W-renmassen angesammelt sind, zerstörten Infanteristen die Warenvorräte und verbrannten daS Bahndepot. Sie verlangen sofort nach dem europäischen Rusch nd trnr-s-v'^rtiert zu werden. '"•Sletmn ÜKm* ] (gar. rein) , traiuenteu. OlMi, Im oiiN it Prämien^ ket 5 Pf., 1° *' peinlich sp^Vvi M. 283 II t rj ein t täglich HB’t Sonntag-. ^«Kcebener Anzeiger rtfSfi im Wechsel mit s. ml isflschen £ünö»lrt d ii ii chener Familien- MÄtr viermal in der J.xt)e betqeleflL fllht.n®n6bnid u. Per- l, rij bei Brühl ‘leben l .niii.-BuH-u.Stem- txinlrrti. R. Longe, gütibiltion, Ervedttwu und Trucferft: 14 Ift r a 6 e 7. !3t5nfnon 112 aiÄffie für Tepeldien: 4n,cifltr Wieher». ge-c-ön.K'it. Dadurch wird die Verpflegung der Truppen 'undP^AiJ, erumsiluch gefährdet und der Gang der Operationen , ve'iHnfliif) beeinträchtigt. Hamburg sind soeben 11 Offiziere und höhere !Älcr0bemnte mit einer kleineren Anzahl Mannschaften au§ ' diüffl '^-Sudwestafrika zurückgekehrt. Deutsch-Afrika. durch die aus Kapstadt eingeführten Ochsen ist auf dem 6Ä3 Lüderitzbucht-Kubub-Keetm an Shoop die R Hf »e rpest eingeschleppt worden. ES ist daher die Tötung deq sinitlichen im Seuchengebiet befindlichen Großviehs, ftrin ö 'üOO St tick, angeordnet worden. Bezüglich privaten VA tz sind gleiche Maßnahmen eingeleitet. Eine mehrwöchent- liöbt Omarantäne ist erforderlich Es muß nunmehr auf der Bßcttfe Luderttzbucht-Kuibis der Betrieb mit Maultieren durch- geiMk werden. Von KuibiS aus landeinwärts wird der D6E|!tnbf?tri(*b vorläufig noch aufrecht erhalten. Trotz aller tluistMOndten Mittel ist der Verkehr auf dein Baiweg auf etwa kini Wicertel der Leistungen des Monats Oktober zurück- ^ion en- holilt. litten habe InPetersburg wurden 250 Soldaten vvn der elektrotechnischen Kompagnie verhaftet und in der Peter Paul- Festung interniert wegen Beteiligung an einer Spenden-Sammlung für die Familien der Opfer der politischen Bewegung. Tie Mannschaften des Leibgarde-Regiments Ssemewow und d r Gardeiager hatten sich geweigert, die Verhaftung der Kameraden vorzunehmen. Wie offiziös ans Moskau, wo der Telegraph.nd-lenst durch Soldaten und pens. Telegraphisten besorgt wird, telegraphisch gemeldet wird, dehnte sich der A u s st a n d auf a l l e P 0 st - bureauS Rußlands aus. Auch in Moskau sind einige Auhlanvs Lage. i liee Wirtschaftslage Rußlands verschlechtert sich Boni. iQig zu Tag. Jedenfalls setzt man an den deutschen vezugSpreiSr monatlich 75P1., viertel- jnbrltd) Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monntlid) 60 Pf.; durch die Post Alk. 2.— oiertel* jährl. auöfchl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesuunuuer bi- oornutlags 10 llhr, Zeiletivrei-i lokal 12Ps^ auswärts 20 Pkg. Verantwortlich *üt den rolu. und allqem. Teil: P. Witt ko: für „Stadt und Vanb* und „(tienrtitsfnal*: Ernst Heß. f-ir den Anzeigenteil: Hans Beck. Ileijchteuerung im Acichstug. R. Berlin, 30. WoU Aus den heißen Empfang, der ihm beute bereitet wurde. mt d-er preuß. Landwirlschaftsminister v. Podbielski offen Blmr peffoßt Er hörte sich die geharnischte Rede des früheren (»itfirr er, jetzt Kasseler sozialoemokr. Redakteurs Scheide- 11011 m mit Gleichmut an, der ihn auch nicht verließ, als klier Nebncr dem Minister bestritt, daß er als großer nez lichter die Frage der Fleischteuerung objektiv zu bfeuttr len in der Lage sei, und als der Redner von der „,Qr 1 r ü ft u n g" sprach, bte die Haltung des Landwirt- s.süü srninisters im Volke hervorgerufen habe. Herr von P«dl>ielski, dessen Fleischteuerungs-Tenkschrift vom 2Ibg. bemann arg zerkaust wurde, fand Unterstützung im Wt. Tic Agrarier ließen sich angelegen sein, ihrem Mi- rnificr Hülfe zu kommen dt.rch lärmende Zwischen- riw| , die ihren Höhepunkt erreichten bei der Erklärung dca-liedners, die Handhabung des Flcischb-schaugesetzes habe Mit volle Kompottschüssel der Agrarier zum Mtbke laufen gebracht Ter Lbg. Scheidemann ließ sich bt< «Mögen 6cit nicht entgehen Generalabrechnung z:i. halten mit der agrarischen Politik der Regicr- wnti und er verfuhr hierbei mit unleugbarem Geschick Etmstcs Selstveigen herrschle, als Graf Posadowsky nnim n9 des Reichskanzlers eine Erklärung verlas, die im luick'it! irficn auf die Kompetenz der Landesregierungen hin- nneisl und von Reichsweben besagt, daß im Interesse doetCchutzes der he t mischen Viehzucht an der Ojel rinären Grenzpolttik fest gehalten werden xraülle. 4 in großes Hall oh aber erhob sich, als Herr v. Pod- biStlski ebenso tourt)tig tote in der Form schtoerfällig die gx:«n i eine Person gcrirtjiclcn Angriffe zuruckivics. Zunächst ct qirlt die „böse Presse" ihr Teil, auf deren „Gewäsch" HIuop «mb klar zu entgegnen dem Minister anscheinend ein Hiptzmsbedürsnis tonr. Und worin bestand das „Gewäsch"? ber Mitteilung, daß Herr von Podbielski bei etnrni „opulenten" Tiner in einer burschikosen föe» tnosrfjnifl das Bestehen einer Flcischnot bestritten haben sollte. Tit-r Minister eröffnete heute, daß bei jenem Diner das OiM drei Mark gekostet habe, kein Tropfen Sekt ge- truinier worden sei, und er selbst über die Fleischteuerung ni:cbt g»sprort)en habe. Tiefes „Getoüsch"-Intermezzo trug üLMens, nm es gleich vorwegzunehmen, dem Landwirt- frt:a|l3mtniftcr nachträglich einen verbrämten Ordnungs° r 11 i etn, denn „ein Mitglied des Reichstages macht sich nift zum Sprachrohr von Gewäsch". Herr v. Podbielski bhrttr verblüfft drein, als Graf Ballestrem ihn berge,polt korrigierte. In der Sache selbst, über die der Mi- nüffln sich weitläufig äußerte, bleibt er dabei, daß die F'.resPcuerung eine „vorübergehende Erscheinung" |lh Gie scheint sie nicht nur zu sein, sondern zu bleiben. Abg. v. Oldenburg (kons), der westpreußisrt)e Agraria, ber dem Minister frrfch fröhlich beispranch war um ei'ittn guten Rat nicht verlegen Er meinte, bis die Eisbeine tone6 r billiger würden, möge man sich an Rindfteisch und JMntoffein gütlich hin, und brachte zum Schluß ferner cii| einen derb spaßhaften Ton gestimmten Rede ein reget» reMs Hurra auf den rückgrat festen preußischen Landwirt- fchsOlisminister aus. Zbg Pohl (freij. Volksp.) bemerkte, die Rede des FL^norii.rhäuptlings sei zwar zum Amüsement des Reichs- iatiiii gewesen, aber nicht zur Freude des Landes, denn die F^ci^teuerung sei zu ernst, um scherzhaft behan- d ikli zu werden. Abg. Pohl wies aurt) die gegen die S4«! Verwaltung en und den Zwisrt)enhandel gerichteten Än- pTfti-ii’ gebührend zurück und erinnerte das Zentrum, daß es se i«: Niederlagen in Sel;lesren wesentlich seiner agrarischen Mlltlk zuzuschreibcn habe. los hinderte indessen den Redner dieser Partei, den LMKd e r 0 ld , nicht, an der Handhabe der „Seuchengefahr" cn.f'Jt die agrarische Richtlinie zur Geltung zu bringen. 2t(? Debatte hat bewi sen, daß mit der Fleischteuerung ölillfö beim Alten bleibt, denn große Parteien des Reüthiages teilen die optimistische Auffassung des Ministers v. l 31b6icI3Ti. Börsenplätzen fest ein in der Hoffnung, zu einer gedeih- lichen Börse zu kommen, und immer wiederkehrend verschlimmert sich das Geschäft, weil eben die Nachrichten aus Rußland höchst ungünstig lauten. So war es noch jeden Tag dieser Wock>c. Tie russischen Werte, nicht aftein mehr die Staatsfonds, sondern in St. Petersburg und Moskau alle nur einigermaßen distutablen, haben in den letzten Togen ganz enorme Kursstürze erlitten. So z. B. verloren Petersburger Tiskoutobank en die 40 Rubel, Peters burger Internationale Handclsbank "2 Rbl., Russisch-Ehiue sische Bonk 12 Rbl, Rufiiscye Bank für auswärtigen Handel 15 Rbl., Bakuer Naphtha-Gesellschaft 37 Rbl., Briansker Metallwarenfabrik 15 Rbl. Tie Depeschen von der Moskauer Bank zeigen auch einen sortg.s ,len Rückgang der Industriewerte an, die nut französischem und deutschem Kapital arbeiten Ebenso gehen d-e rusfifcl),en Eisenbahn- Prioritäten wieder stärker zurück und das Land wird, ehe es reorganisiert wird, so verarmen, daß es dann kaum mehr reorganifationsfähig ist. Eine Berliner Mittngs'eitnng hn«t' die Nachricht von einem russischen Z a h l u n g s s r i s» g e s u ch verbreitet. Cbil-on die Meldung an der Böitze keinen Boden fand, wurde sofort der 91 pp?.rat des ossiziösen Teresrt-enbureaus ?r Beamter d-irch Msetzung sich zu Todfeinden gemacht bat, los uwerden. „Fällt Ditte", so bemerkt ein Berliner Blatt, „übernimmt an seiner Stelle die Re Aktion wieder die Regierung und treten dann Reaktion und Revolution zur Crntfrttfitninn^midt sch-.ckt- zwei Parlamentäre mit der weißen Flagge zu Tsrtwucbn..,, nm ihn anfzufordern, sich zu ergeben. Tchouchnin lieg ste verhaften und eröffnete seinerseits das Feuer gegen die Meuterer. Zwei Stunden währte eine regelrechce Schlackit, welche zu Lande und zu Wasser geführt wurde. Auf beiden Seiten wurden schwere Verheerungen angerirtitet. Tie Geschosse von den meuternde. Kriegsschiffen fielen in die Stadt und zerstörten zwei Kirchen und viele Häuser. Zahlreirt)e Personen wurden getötet. Tie Einwohner vcrsteckteti s in den Kellern. Zwei Kriegsschiffe, die sio den Meuterern angesÄlossen hatten, wurden in den l rund gebohrt. Ter Oberbefehlshaber der Revolutionäre erhielt eine t ö b I i dj c Wunde und ergab s i ch mit seinem Schiff um W Uhr abends. In der Zwischenzeit hatten zwei regierungsfreundliche Regimenter die meuternden Matrosen mit großen Verlusten zurückgeworfen und gingen dann wm griff gegen die drei nördlichen Forts über, die sich'' im Besitze der Meuterer befanden. Tie Forts wurden mi*^?m Bajonett erstürmt. Die Verluste der Meuterer sind sehr beträchtlich. Tie Sck)lacht endete mit einer völligen Niederlage der Ans Htndl Hilft £a«ft. Gienen, 1. Dezember 1005. "Personalien. In den Nuhestand verseht wurde der Schullehrer an der Gemeindeschnle zu Büdesheim, Kreis Bingen, Martin Maurer auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. S. K. H. ber Großherzog haben den Goemeter 1. Klasse Philipp Zimmermann aus Oppenheim zum FeldbereinigungL- geom-ter mit Wirkung vom 1. Dezember 1905 ernannt. " Ordensverleihung. Dem bisherigen Reichsbevollmächtigten für Zölle und Steuern in Hannover, Großh. Heff. Geheimrat Karl Müller wurde von S. M. dem König von Preußen d»r Rote Adler-Orden 2. Klaffe verliehen. " Erledigte Lehrer stelle. Die mit einem evang» Lehrer zu besehende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lau back), Kreis Schotten. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Dem Grasen zu Solms-Laudach steht daS Präsentationsrecht zu. " Eine Sitzung des Provinzial -Ausschusses der Provinz Ob er Hessen findet am Mittwoch, 6. Dez. vormittags ]/.,9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt. 1. Gesuch deS Karl Philipp zu Watzenborn um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 2. Klage des OrtSarm enverbands Mainz gegen ben OrtSarmen- verband Butzbach wegen Unterstützung der Familie deS Franz Joh. Bräuer von Preußisch-Eylau. 3. Klage deS Or tsarm e nverba n ds Frankfurt a. M. gegen die Ortskrankenkasse Nieder-Wöllstadt wegen Unterstützung deS Adam Jakob Ludwig Kitz aus Frankfurt a. M. ** In ber Ober herrschen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt kürzlich Tr. D e l k e s - ka m p einen Vortra z über: ,.Tw Bildungstocise der Kohlensäure in M in e r a l q u e l l e u und Thermen". Ter Erforschung der geyclischen Verhältnisse der Mineralwässer und K-ohlensäuregueklen stellen ft_d sehr große Hindernisse entgegen, und die Theorie muß deshalb noch so manche Lücke des sicheren Wissens ausfüllen. So kommt es, daß die Ansichten über die Bildung d^- natürlichen K-ohlensäure weit aus- einandergehen. (xS vulkanische siuvenile) Kohlensäure und solche, die nah Erdoberfläche stattl>abenden Prozessen ihre Entstell 'roank^ /^adose Kohlensäure). Diese vadose Kohlensäure hat weit geiinnere Bedeutung als die juvenile und entstammt bem Kohlensäuregehalt der Lust, oder sie entströmt TorV Moor- oder Draunkohlenlagern, oder sie wird in der Tiefe der Erde aus Karbonaten durch verschiedene Naentien oder durcy Hitze allein ausgetrieben. Für jede Bildungstveise torrben die von den verschiedenen Forschern herange-o^ nen Beweismittel erörtert, und jede Theorie vom physikal-'Ochernischen und geologischen Standpunkte kritisch bereue: .et. S.us Braunkohlenlagern wurde die Kohlensäure zuerst durch I. v. Liebig, und zwar be- sonders diejenige der Nauheimer und SalzhäuserQuellen abgeleitet. Neuerdings hat 2b. Giutt die Kohlensäure der nordböhmischen Quellen nut diese Weise zu erklären versucht. Nach Lepsins entsteht die Nauheimer Kohlensäure und diejenige der Eifel und des rlminiscücn Schiefergebirges durch Kalkbrennen oder durch Einwirkung, heißer klc>el- säurehaltiger Lösungen auf in der Tiefe anstehende Kalke. Wenn diese Ansicht auch für verschiedene Fälle möglich i|t, wird bei den meisten Kohlensänreauellen die Annahme eines in der Tiefe anstehenden Kalksteines zur Unmöglichkeit, x’.c größte Menge der natürlichen Kohlensäure entströmt dem in der Tiefe erstarrenden Magma. Es wurden auf Grund der einschlägigen Beobachtungen und Untersuchungen die physikalisch-chemischen Verhältnisse des Magmas eingehend dargestellt, und die vulkanischen Gasausströmungen, ^besonders in ihrer 'Abhängigkeit von der Temperatur geschildert, und der Beweis erbracht, daß die Kohlensäurcausjtröm- ung der kältesten und letzten Phase der postvulkanuchen Phänomene entspricht. 5 ieean anschließend wurde die Menge der in den Quarzen der Granite cingeschlossencn Kohlensäure besprochen. Ter Vortrag wurde durch eine Reihe von Tafeln. Präparaten, Mineralien und Bildern erläutert. ^Freidenker-Vereinigung. Tie gestern abend einberufene Versammlung derFreidcnker-^Vcreini g- ung im Saale deS Hotel Einhorn war überaus zahlreich besucht. Prediger Kla uk e-Frankfurt sprach über das Wesen deS FreidenkertumS, dessen Notwendigkeit ini Interesse der Weitercntwickclung der Kultur und seine Qrganu'ation. Ter Redner entwickelte em Bild von der Machtstellung deS katholischen KleruS und dessen Tätigkeit bis auf die heutige Zeit. Der Kampf um die Schule, der in Preußen bevorstcht, gebe zu denken, denn die Folgen davon würden in den übrigen Einzelstaaten nicht ariSbleiben. Er verweise auf Italien, Oesterreich, Spanien, Rußland etc. jene Länder, wo das Priestertum noch in alter Macht herrsche. Tie Veivohner jener Länder seien in der gcifltigcn und materiellen Entwickelung nicht nu1 nicht vora e jmrnen, sondern verdummt und verblödet. Die bedenkliche politische Macht, welche das klerikale Ecntrum im Reiche ausübe, würde dazu führen, daß man auch in Deutschland unsere Gei'tesfreiheit und Kultur zurück dränge, und darum sei es rinbedingt nötig, daß die Freidenker sich zusammenschlössen, uni einen Machtsaktor zu bilden, der dem entgegeutrete. Prediger Kla.cke, besten eineinhalbstündige Rede mehrfach durch Beifall unterbrochen wurde, forderte zürn Schlüsse auf, sich durch Bildung cinec- Freidenker-Vereins auch in dcr Universitätsstadt Gießen zu- samincnzutun. Zu einer Entgegnung meldete sich Niemand, obgleich mehrfach die 9lusforderung erging. Für die Freidenker-Vereinigung meldeten sich in der Versammlung 50 Personen. Die nächste Versammlung wird am Donnerstag, 7. Dez. wahrscheinlich im Neuen-Soalbau stattsinden. Prediger Klaute wird sprechen über die Frage: Kann unsere moderne Volksschule noch konfessionell sein. Der 9u*bner wird hierbei die Stellung des cvangelichen Klcrikalismus zur Kultur behandeln. •• DaS Schwurgericht der Provinz Oberhessen, das am Montag, 4. Dezember, seinen Anfang nimmt, hat über folgende Fälle abzuurteilen: Montag, 4. Dez., norm. 9 Uhr: Hch. Berg von Bad-Nauheim wegen Raubes; Anklagevertr. Oberstaatsanwalt Theobald, Verleid. RechtSanw. Arnold. Dienstag, 5. Nov., vorm. 9 Uhr: Katharine Niemenschneider aus RüddingShausen wegen Meineids; Anklagevertr. Gerichtsassessor Dr. Hetzel, Vcrteid. RechtSanw. Grünewald. Mittwoch, 6. Dez., vorm. 9 Uhr: Margarethe Horni auS Birklar wegen Kindestötung, An- klagcvcrtr. Staatsanwalt Hoos, Verleid. RechtSanw. Fischer. "Diebstähle. Ein S ch losserlc h rlin g half seit einiger Zeit in seiner freien Zeit einem hiesigen Bäckermeister beim Ausfahren von Brot re. Diese Vertrauensstellung benützte er dazu, mittelst Nachschlüssel die Ladenkasse ab und zu zu plündern. Er soll im ganzen in kurzer Zeit 148 Mk. entwendet und diesen Betrag in Damenkncipen verjubelt haben. '* U c b e r „Z u k u n f t sa u i g a b e n i n S ü b w e st a f r i k a" wird am o n t a q , abends 8' 'A Uhr, in der großen Aula der Universität der Inspektor der Rheinischen Missionsgesellschatt, Herr Pastor H a n ß le i t er aus Barmen, einen Vortrag hakten. Er verdient ein doppeltes Interesse, einmal um des gegenwärtigen Zeitpunktes willen, da durch die llntewuermng dcr Witbois die Beendigung der Kriegsivirren in Südivestalrika zu erhoffen steht, und damit zuoteich wieder die Frage: Was soll nun werden? ernstlich zur Erwägung fomnit; sodann im Blick ans den Vortragenden, der als Leiter der qrofsen Rheinischen Mlssionsgefellschast, die schon sei» CO Jahren in Südwestasrika arbeitet, über die Verhältnisse, Land und Leute ganz nngetvöhnlich unterrichtet ist, und sich durch die taktvolle und besonnene Art, wie er seinen Einfluß im Interesse unseres Volkes und seiner Mission geltend gemacht hat, ein großes Vertrauen erworben hat und dessen Rat darum bei der Neugestaltung der Tinge von sehr entscheidendem Gewicht fein wird. Von ihm darf man in dieser wichtigen Sache ein wohl- erwogeiics Wort zur rechten Zeit erwarten. Ter Zutritt ist jeder- mann, selbstverständlich auch Damen, offen. Büdingen, 29. Nov. Von der Errichtung eines Elektrizitätswerkes ist man hier wieder abgekommen. Voraussichtlich kommt Gasbeleuchtung zur Einführung, wenn sich die Gemeinde nicht entschließt, der projektierten elcktr. Lichtzentrale bei Lißbcrg sich anzuschließcn. Nia inz, 30. Nov. Dcr Stadto. Zimmermeistcr Gabr. Gerster hatte sich in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter Kenntnis von einem Voranschlag über Bauarbciten verschafft und dann als Mindcstnebmendcr den Zuschlag erhalten. Aus diesem Anlaß wird die demokratische Fraktion dcr Stadtverordnetenversammlung einen Antrag auf Neuregelung der Vergebung von städtischen Arbeiten an Stadt- verordnete einbringcn, dahingehend, daß es den Stadtverordneten untersagt wird, sich an den städtischen Arbeiten zu beteiligen. (F. Z.) Wiesbaden, 30. Nov. Hofrat Otto Dornewaß, der langjährige Hofopernregisseur, ist, 65 Jahre alt, ge- storben. Dornewaß war 1840 in Darmstadt geboren, debütierte als Sänger 1860 in Lübeck und wirkte seit 1865 in Wiesbaden. Er war ein gewissenhafter und pflichttreuer Mann, der für die hiesige Bühne viel Ersprießliches geleistet hat. Marburg, 30. Nov. 2000,32 Mk. hat die Samm- l u n g zum 93 c ft c n unserer Truppen in Südwcst - afrika hier ergeben, wie in der gestern abend abgehaltenen Sitzung dcS Ausschusses mitgeteilt wurde. Dieses Ergebnis hat die kühnsten Errvartungen übertroffen. Außer dem baren Gclde sind auch noch reiche Geschenke an VerbrauchSgegcn- ständen eingegangcn, die einen nicht geringen Wert bar- stellen. lOberhess. Zig.) Frankfurt, 80. Nov. Heute nachmittag 4 Uhr 55 Min. erfolgte eine allgemeine Storung im städtischen elektrischen Betrieb. Alle Straßenbahnlinien standen slill; im Nu erlösen sämtliche Lichter. Erst um 5 3/4 Uhr war die Störung vollkommen beseitigt. — Am 25. August wurde der Kassenbote der Offenbacher Zementsabrik, Gruber in Sachsenhausen, in dcr Nähe der Fabrik von vier Burschen angefallen und trotz seines heftigen Widerstandes einer großen Summe Geldes, im ganzen 3200 Mk., bera u bt. Die Burschen wurden bald ergriffen und harren ihrer Aburteilung vor dem Schwurgericht. Gruber nahm sich aber den Vorfall so zu Herzen, daß er tiefsinnig wurde. Er bildete sich ein, „alle Leute sähen ihn darum an*, daß er sich damals habe berauben lasten. Seit Sonntag ist Gruber au§ seiner Wohnung verschwunden und nicht zurückgekehrt. Seiner Frau hinterließ er einen Brief, worin er die Absicht kundaibt, sich das Leben zu nehmen; auch der Polizei teilte er brieflich diese Absicht mit. Leider ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß der Unglückliche in geistiger Gestörtheit tatsächlich in den Tod gegangen ist. * Kleine Mitteilungen a" s Hessen und den Nachbarstaaten. In Niederwöllstadt wurde Eisenbahn- assistent Schneider wegen Fäls^nngen und anderer Unrcgcl- mäßigk.'itcn voin Dienste suspendiert und verh stet. — In Worms k m in dm chemischen Fabriken und Asphaltwerken ein Schlosser einem Bcnselk sscl mit d'-i zu n.hc; cs cntsland eine Explosion, bei der d r Mann sstrcest .'c Brandwunden bavon- tr-fi. C"u zweiter Arbeiter erlitt leichtere B rlehungen. PwnitoSea» * Literaten-Gespräch! „Nun, was schreibst du denn da? „Ich verfasse eine Kritik der Kritik über die Kritik der Kritik." Während deS diesjährigen Manövers sollte eines Tages ein Schützengraben ausgeworfen werden. Weil die Sache aber gar nicht ihren 9lnfonq nehmen wollte, trat ein höherer Offizier an einen Unteroffizier heran und stellte barsch die Frage: „Haben Sie denn Spaten mit?* — „Nein aber Löwenbräu, Ew. Exzellenz*, war die prompte Antwort. (Aus der „Jugend".) <5;unfl unö enlchatt. — Die Intendanz brr Frankfurter Oper verunstaltet zum Andenken an den 150. Gcbnrts ag Mozart's. int Januar in neuer Einstudierung und tcifnrifc nev-'r Ausstattung eine cyclische Aufführung folgender Werk- des Mcis' rs: „Jdcm?ncus" ..Tie Enlsilhrnng aus dem Serail", „Fiaaro's Hochzeit", „Ton Iu"n", „Eosi fan tnttc", „Tit''s" „Tie Za'.'bcrst'tc". in chronologischer Reihenfolge. Der Chclns wird am 10. Januar beginnen und am 31. Januar endigen. Um d'ese Aufführungen auch weiteren Kreisen znaangig au machen, w ro ein besonderes Abonnement eröffnet, dessen Bedingungen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Stuttgart, 30. Nov. Der Maler Gr'f Leopold von Kalkreuth, Professor an der M'demie der bildenden Künste, dessen Rücktritt schon früher gemeldet worden ist, W die nach- gesuchte Entlassung unter Belassung als Mitalstd des Lehrcr- konventes dcr Akidemie erhalten. Auf seine Stelle wurde der Maler Adolf .Holzel in Dachau 6crufen. — Ter Maler Hans Thoma als Kammer Mitglied. Wie der „Köln. Ztg." ans Hcidelb"rg b-richtct wird, verlautet in dortigen UniversitotSkreisen. das; Prof. Hans Thoma, Direktor der Karlsruher Galerie und Ehrendokior ocr Ruyerto Carola, vom badisck>en Grostherzog in die Erste Kammer berufen worden sei. Bestätigt sich dieses Gerücht, so wäre es das erste Mal seit dem Bestehen der badischen Verfassung, daß neben dcr Wissenschaft auch die Kunst im Parlament eine Vertretung erhält. Thoma ist im badischen Schwarzwald geboren und ist, abgesehen von seiner eigentlichen Kunst, in letzter Zeit auch als Schriftsteller hervvrgetreten. Seine Berufung in die Erste Kammer dürste als eine Auszeichnung der badischen Kirnst im ganten Land mit aufrichtiger Freude ausgenommen werden. — Die Nr. 51 der „Medie. Klinik", Wochenschrift für vrakt Aerzte, bringt im Feuilleton auf S. 1315 einen Artikel mit der Ueberichrift „Experimente an Verbrech er n", welcher den im „Lancet" 1905 30. Sept., von dem Engländer Vreston King erhobenen Vorschlag, den zum Tode verurteilten Verbrechern die Wahl zwischen Hinrichtung und der Bereitwilligkeit, sich einem vatbologi s ch en Experimente zu unter-iehen, vom ethischen Gesichts'-unkt nicht obweist, praktisch-juridisch dagegen für kaum durchführbar erklärt iwd zum Sck'luß anfuhrt, daß das Au stauchen eines derartigen Vorschlages in England, „der Hochburg des juristischen Konservativismus und dem Ausgangspunkte der AntivivisektionShetze" und dessen Erörterung an leitender Stelle im vornehmsten englischen medizinischen Blatt bezeichnend für unsere Zeit sei. Wir weisen auf einen Original-Artikel „Vivisektion und Hnmani- tätsdnsclei" in Nr. 255 L des „Gieß. Anz.", Jahrgg. 153, (1903) hin, dessen Verfasser Dr. med. F. Schäffer iu Lcnn ist. — Jrn neuesten Hefte des „Literarischen Echos" 'Berlin. Egon Fleischel u. Co.) erläßt NickschesSchwester, Frau Elisabeth Förster-Nietzsche, folgenden Aufruf: „Durch die Nachlässigkeit des verstorbenen Professors Franz Overbeck in Basel sind nach der Erkrankung meines Bruders im Januar 1889 sowohl in Turin als in Sils-Maria einige seiner H a n d s chr i ft e n verloren gegangen. Es besteht die Vermutung, daß diese Manuskripte noch existieren. Ich mochte nun an alle, die von solchen Manuskrivten hören oder sie besitzen, die innige Bitte richten, sie dem Archiv leihweise zu überlassen. Ich werde alles wieder znrückgcben, oder, wenn es gewünscht wird, die Handschriften für das Archiv ankanfen. Für die Benker der Autvgraphen haben diese einzelnen Blätter keinen großen Wert, da, weil die Unterschrift fehlt, sie nicht einmal beglaubigt sind. Durch das Nietzsche-Archiv würde d.ann die Beglaubigung erfolgen, wodurch die Autogrophen erst ihren wahren Wert erhalten würden. Für uns im Archiv aber würde der Inhalt dieser verstreuten Blatter einen viel höheren als Autographen-Wert staben! Nachdem dos ganze Material mehrfach durchgearbeitet ist, erkennen wir erst die großen Lücken in dem Hauptwerk meines Bruders, dem ..Willen zur Macht". Ta nun mehrfache Zeugnisse dafür vorhanden sind, daß mein Bruder das Werk als fertig bezeichnet bat, besonders auch den Schluß „Dionysos, eine übermenschliche Lebensauffassung", gerade ober zu diesem Teil des Werkes am wenigsten Vorständen ist. so spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß gerade zu diesem Werk gehörige Schriften in Sils-Maria und Turin verloren gegangen sind. Ich wende mich an alle Nietzsche-Verehrer und bitte sie, ihr Möglichstes zu tun, einige von diesen ki^b^ren Manuskrivten wieder herbeiriisck>gfsen." Landwirtschaft. Königsberg, 30. Nov. Der Aufsichtsrat des rrnlängst unter dem Namen „Ostpreußische Landgesellschaft" gegründeten Unternehmens, das es sich zur Aufgabe gestellt bat, durch Aufteilung von Gütern die Bauern - und Arbeiterstellen in der Provinz Ostpreußen zu vermehren und durch Regelung dcr Schuld Verhältnisse der bäuerlichen Güter eine Befestigung des vorhandenen Bauernbesitzcs anzustrebcn, stielt rm 27. Nov. unter der Leitung des Oberpräsidialrates Dr. Gramsch-Königsberg. seine erste Sitzung ab. An bet Sitzung nahmen unter and-.wen teil der Oberpräsident v. Moltke, der Ministeriaskommissar toefo. Regierungsrat v. Schwerin, Dr. Hugenberg-Bwlin und die Vertreter dcr an dem Unternehmen beteiligten Finanzinstitute (Scehondlr.ng, Landbank zu Berlin und vstpr. Provinzialgenossenschaftskasse». In der Sitzung wurden vorwiegend DrganifationSfragen erörtert Handel und ^»erkesir. '•nofä$roirfpf-afft Ko h l en pr e is e r h ö hu n g. Die Bekanntgabe der am 27. d. M. in Essen stattgefundenen Sitzung des Nhcin'ifcs^"q5 fälischcn Kvhlensyndik'ts festgesetzten Richtpreise fi.r 1906/17® mm erfolgt Die meisten Sorten mirbcn um 25—50 Vf crtöS Kokskohle unb einige andere um' 1 Mark. Bei Kolö imj beträgt die Erhöhung 50 resp. 75 Pf. Wie betont wurde V" die jetzt vorliegerrdc Preisliste das Ergebnis langw. - - ’ Handlungen und wurde sic einstimmig angenommen. I der Preissteigerung, die wie stets erst für die Abflüsse I 1. dlpril n. Js. in Kraft tritt, wurde die Steigerung cT-r triebsiusgabert cmschlies^lich Materialien angegeben: 'jictb^i I ist die Preiserhöhung unbebingt nötig geworden. In irr I f-nrnnfung wurde zugleich her M'schLuß preußischer Oraetsba^ für Lokomotivkohlen zur Erörterung gestellt, mit b?nt darauf, haß die von dem Arbeitsminister für zwei Jahre tätigten Wscstlüsse zu einem um 60 Pf. höheren Preise ein stcög« 1 Anzeichen für die günstige Auffassung der wirtschasili >u Lev bedeute. Deutsches Kartellwesen. Tie Denffckrist ül>rr I K'-rtellwcscn ist nunmehr dem Grafen Posadvws'a I Sie enthält viel wertvolles Material, doch ist d:sscll»e' iir,» I noch einigermaßen davon entfernt, vollständig zu sein. V meisten Verbände geben zwar jede wünsck-enswcrte manckw aber auch nick t; sie suchten sich vielmehr mit allen I der Äuski'nstscrteilung zu entziehen. Etwa 50 Dcrbäud: einen Einblick in ihre Verträge entweder ausdrücllich oder sijz, fcknveigend cbgclehi't, indent sie sich trotz Erinnerno aos die j.'llui'.g d.s Fragebogens bes.hränktm oder lediglich beit (Srf^, sch. ßsvcrlrag cin'>übten, der nur den gcsetzlick'cn notwendiM Bestimmungen über die Begründung einer Äktiengcslllsch-ft ch, ! Gesellschaft mit b s ^wünktcr Haftung entsprach., L" die Stat® aufgenommen sind 385 Verbände. Nach der wirtüchaflsichen deulung sind die K'rtclle d-r Montanindustrie und der clcini>'4k, Industrie hervorragend was auch in ihrer festeren 5?r-Kitifatij* form zum Ausdruck kommt. Mit Ausnahme des Deis-Hleifstch. k'ts. des Kalisvndikats und der Vromkonvention sind die mc-är, Svndik tc er?: nach 1880 gegründet worden. Erst in b. ,i 3 :V1 1903/04 hat die Svndiko tsbewegnng ihren Höhepunkt emich Die ?. 'M der im Jahre 1901 gegründeten Verbände übersteigt ch j b-r früheren Jahre bedeutend. In drses Jahr fallen Mich ch Veränderungen in (trn Organisationssoaemen der Verbände Eisenindustrie, die Bearündung W Stahllverksverbandes, H* j d'mit verbundene A'fsaugung bestehender Kartelle, die 3!» ; bildung des Lbersck>lesisckvn Stahlwerksverbandes u. a„ fett, die Behauptung, d's ckmrakteaeistische Merkmal des Johrcz 19Dj sei die Verb nasbildung, ni< t unaerechtfertigt erscheint. 9)iärTtc. Limburg a. b. 29. Nov. Frnchtmarkt. Ti:r$. schnittSoreise pro 9)’al ter. Roter Weizen 15.07 T1L, weisrr 00.00 Mk., Korn Mk. 12.55, Gerste 0.00 Ttt., Haier 7.C05L alt 7 70. Erbsen 0.00 Ml.. Kartoüeln 0.00 Mk. •----■■ .....—----~ -------- ---- •2t niverfddts-’Tlarfitt «fiten. Jena, 30. Nov. Die Nachricht, die Universitälsbehäcdett d s von den russisch en Studenten beantragte Voqch gegen die Mafregcln des Vereins der deutschen Stubcnpi!» stimmig abgelehnt, beruht nach Erkundigungen an ziiW», Stelle auf Erfindung. Wie her Protektor erklärte, komu ttech gclcgenhcit erst in der am 2. Dezember abzuhallcndeitTtz^ des Senats zur Verhandlung. Freiburg i. B., 30. Nov. Der o. Professor fr l* logie unb pathologisck)e Anatomie an der hiesigen UnivM Dr. Ernst Z i e g l e r , ein aeborm'-r Schweizer, ist gcilorbtt v'»>richtsiaal. M i t der Bedeutung der Redensart .Hall". Sie den 9.U u n b!" unb nut dem Unterschieb in ber '8,' i der Worte Johnt" unb „uiibebingt' hatte sich dieser Tage «r vierten Atale ent Berliner GerichtShos zu befchäfligen. ' Polizciübertretuug mar seinerzeit dcr HandluugSgebll'e .‘li’v.M Lauge zu 10 Mk. unb wegen B c l e i b i g u u q eines Pol».;» l e u t n a n t s zu 200 Mk. Geldstrase vom Schösfengcricht vennui worden. Der Angeklagte hatte am 18. Marz den Frieblw' te Arärzgesalleuen besucht? Bei seiner Rnckkehr blieb er innerhalb Bezirks, in dem polizeiliche Maßregeln zur Regelung des Meiijt»' andrauges getrossen waren, stehen, um «uf zurückgebliebei: > | saunte zu warten. Auf die Aufforderung de? Polizeilm^ Nordh a uß, weiter zu gehen, ging er zögernd eiuige weiter, wobei et rnifonnierte: „Die Polizei mischt sich in dM* i Tann blieb er wieder stehen, und als er abermals zum Lttn- geben aiünctotbcvi wurde, ging er wieder zögernd einige I weiter, indem er dem Polizeileutnant Schirmer, ber bü'tte Aufforderung an ihn richtete, zurief: „Sie fehen ja, daß idi ct'x; mau wird doch noch stehen bleiben bürgen !* Schirmer cnv-.trt ihm: „Halten Sie ben Munb!" unb erhielt barauf fo’ort die Abwart: „Halten Sie ben 9)hmb 1* In biefer Nückäußenmq d« bas Schösfengcricht eine Belobigung ocs Polizeileutuants Cchima erblickt, in bem sonstigen Verhalten des Angeklagten atcv e« Uebcrlrehmg bc5 § 132 ber Straßeuorbnung, wonach dem zur» Haltung ber Sicherheit, Orbnuug unb Ruhe aus ben Ön»nt'trrtji Straßen eigcbcnbcn Anorbnungen der Aussichtsbcamten micc^-t'ü Folge zu leisten ist. Ank bie hiergegen von beiben Seiten coi/k^ll Berusiiug erkannte bie Berusungskammer ouf völlige Frei' I sprechung des Angeklagten. Siegen bas Urteil der kanimer legte der Staatsanwalt Revision ein. Tas Kommergci-L hob bas Urteil ber Straikammcr auf. In ber obctmali^cn !t banblung vor der Strafkammer bcantrogte der Staat-anwali^ urteilung. Tie Strafkammer blieb bezüglich ber Uebcvtrciiuiq * ihrer früheren Ansicht stehen unb sprach in dieser Bczicliii'N AngeNagten frei. In ber vom Angeklagten getanen Aeußm»! , erblickte bie Straskammer jeboch ben Ausbruck ber Mchc>ct.-< gegen ben Polizeileutuaiit Schirmer. Man könne barüber fW*'| I ob die Worte beS letzteren „Halten Sie ben Miiud" die ; • mäßigsten gewesen, cs liege aber barin auf Seiten bcs Vcutn.’ j noch keine Bcleibiguug, fonbern ber energische Ausdruck» iI Wunsches, Ruhe zu halten. Wenn ber Angeklagte sieh de^ Recht amnaße, so fügte er ihm eine Ehreukränkung zu und rv sich dessen auch bewußt gewesen fein. Mit Rücksicht aber ton”- I daß der Aiigeklagte biirch bie nicht ganz geeignete Form der - u | forberung erregt fein konnte, hielt der Gerichtshof die (MIN V I von 200 Mark für zu hoch unb erkannte auf 30 Mark G' ft rafe. Brcslau, 28. Nov. Tas Oberkriegsgericht des ff-'« Armeekorps verurteilte den Tambour Pohl Jufantericregiment wegen Aufruhrs uud Lätlick::n grifses gegen einen Vorgesetzten zu 5 Jahren 4 >o naten Gefängnis. Gera, 27. Nov. Vom Schwurgericht wurde nai tägiger Verhandlung der frühere Nachtschutzmann ut Feuerwehrmann Max Kirmse in ^Ulenburg weg.e fünffacher Brandstiftung zu 12 Jahren Zuev-' haus und 10 Jahren Ehrverlust, sowie zur Stellung uni^ Polizeiaufsicht verurteilt, 'n zirka 20 Fällen der stistung kam dcr Verurteilte in Frage, doch konnlcn nur fünf Fälle nachgewiesen werden. Ter üEn^cnaßte uv nete auch nach seiner Verurteilung noch. Er ift aber dui Indizien glänzend überführt worden. Kilcnbafin-Zeitung. — E§ ist nach einer neuen Verfügung der Eue-' b ahn-D irckti on Frankfurt a. M. darauf qU i'?‘^ daß Anträge auf Ausstelliing von Nt o n atSne bc f arten von bcm Hau shalt ungSvor st and gc'fc3t u- unterzcichnet werben. In ben Fällen, in benen dieser nu- etwa Inhaber dcr DionatSstammkarte ist, muß da» . ivandtschaftSverhältniS zwischen ihm unb bcm Inhaber MonatSstammkarte hinter dcr Streckeubczeichnling burch ben Zusatz: Inhaber usw. (folgt Verwandtschaf 1^-" Ä Abgabe u, b* He’ • .„F irrS1'1 beS» ptfen, r L^rfcn ... ^rii *• llümann, ° ye- geborene, t - aparbura -— * (Criflin Meuterei «ttcr'burg, sie C’-'.-riiiter, M -3arfkl'au, 1- ^erslbufmann ■T-t mrs'.nduaicr Petersburg, r. rfii;icr5Dcr t >'r 9* : . -autr-a ku'dgabm lalaillon U n r u l-r-'n die M-r-iaabc Unfern Tabakrauc richt rauchenden Pu> nteressiert, ist die w f-cen sibcrmlüfiges 2 t vrbe die 'ßnrol^ nu i autre fficfabr tut Toiac blcfcr Bednuv Hdrikanten sich über . üfotinarmen", ihrer ‘'Im fchütlete das r -imbcn des Tabaks (o-t stehende Kenuh . .edit kommen muhte Ta eraahen denn gentümlichen ^e'tar llcnchen allein die C 'ritßimqtn ft. Hit ■ '"i tintr ueut . t >cm Hiibahüihf) t i • •"'/Ä'Xrwnabc-jZ : t fror. Dr. med. (5Jf ’f-’ Sfabrifate trjeu i Mählich bezeichnet toi IThoms in Mn' 1 von rtraßenun >3»r UnterHastu' hfl foffen bie erfot V itfiriMidjcn Anq. rnch'kciiie K Chm 2260 i’cJBcbinqunqct Lieferungen auf cr-'m Bureau bc§t »J eMen such, jur' nur jeden Ltrak! Formular dem? i.r,* S. fii AHchch ■jrubbetg, dl . lflti Bc : ,mt «nl r ! "n"nftnt6«te , :Site, Hl ZA Ist g'ibnhrnndjfn grfnnbhritefdjnblid)? r ♦ 0 ♦ i ♦ 5 ♦ ♦ I ♦ e ♦ 8 ♦ cbm 494 richten. e Universitas! t e n beantt'ole deutschen 8tub- ibiginttien cn or erklärte, forr «r abzuhallmbs : o. drofesier V : ter hiesim!' 'sl'mi^er, ihr cbm 645 Klcinschlag cbm 7069 krnchsteine r.hm 2260 Friedberq, den 30. November 1905. Der Großherzogliche Kreisbauinspektor G o m b e l. t Ahnung) ersichtlich gemacht werden. — Um zu verhüten, Ins Reisende, die wegen unzulänglicher Fahrkarten Fahr- tclb nachzuzak, len haben, im bedränge verschwinden, int das Zugpersonal in höflicher Weise die Reisenden um lA t»gabe der Fahrkarten zur einstweiligen Verrechnung keim Zugführer zu ersuchen, wenn nach den Umständen deS Zolles zu befürchten steht, daß sich der Reisende zur Nach- uhlung mtf der Zielstation freiwillig nicht melden wird. Wo d'kS nicht zu befürchten siebt, sind dem Reisenden die Fahrkarten zu belasten. Diese Verfügung ist dadurch hervorge- riren, daß sich in letzterer Zeit vielfach Reisende mit unzu- länglichen Fahrkarten auf den Zielstationen vom Nachzahlen jit d r lief''n v^riiicM finden. rucht mark'. 15.07 DIL, tttii- ■00 M, fiait:'' 'In 0.00 Mk. I Prospekts und nähere Auskunft durch Fricdr. Helm, Gießen. Tie Bedingungen, sowie die Uebersicbt der Verteilung br Lieferungen auf die einzelnen Straßenstrecken liegen citf dem Bureau des Unterzeichneten, Haiuarabenstraße 21, ivoselbst auch die Angebotsformulare zum Selbstkostenpreis zu erhalten sind, zur Einsicht offen. Für jeden Straftenmeistcrbezirt ist ein besonderes tzlntmnlar jtt verwenden. Die Angebote sind versiegelt, postfrei und mit cnt- I sprechender Aufschrift versehen bis zum 15. Dezember I. I., vormittags 91/, Nhr hier einzureichcn. v'/„ Fnmilikn-Ilachrichten. Gestorben. Frau Geheimrat Tr. Elfte Roeder Ww., geb. (Hmibred), Darmstadt. — Fran Kammerrat Düringer Ww., ged. ichnnbel, Griedel bei Butzbach. — Herr Johannes Blum, Schliß.— \vcr Kaufmann Rudolf Schweisgut, Homberg a. d. Cbm. — Herr L'uniiS Block,, Offenbach. — Herr Jakob Ehring, vens. Lehrer, Wetzlar. — Fran Friedrich Zahn Ww., geb. Inna, Wetzlar. Verlobte. Fräulein Anna Loeb, Friedberg, mit Herrn Emil Aosenbanm, Rodheim a. d. Bieber. Vermählte. Herr Joseph UNmann, mit Fräulein Amalie Uvmann, geb. Honig, Worms a. Rh. Geborene. Herrn Metzler und Fran, geb. Tamm, einen Vhi, Marburg Vergebung von Strastenunterhaltnriasmaterialien für das Fahr 1906. Zur Unterhaltung der Kreisstraßen des Kreises Fried- kra sollen die erforderlichen Materialien auf dem Wege ic§ schriftlichen Angebots wie folgt vergeben werden: ' Grus Sand !ür bi?l> > Wfrri.’ >'«>. eiet & ? * leinte,<■;. Mi ■ tiwi 50 H f»i' bet frir Unfern Tabakrauchern nicht allein, sondern auch dem gebildeten, ritfit rauchenden Publikum, welches sich für hygienische Fragen 'itcresstert, ist die von ärztlicher Seite ausgegaugene Bewegung •qtn übermäßiges Tabakrauchen nicht unbekannt gebl'kbeu. Es "iiibc die Parole au-sgegeben, daß da? Nikotin des Tabaks eine ■’n- erc Gefahr für die Gesundheit des Menschen , bedeute. Die vohe dieser Bebauvtung war, daß alsbald finbtge Elgarren- ib- ifntitcn sich überboten in Anvreisungeu ihrer »uikotmtreieu . '(tüt kommen mußte. , Da ergaben denn weitere Forschungen, daß mast die dem Tavak l yetümlicheu Bestandteile, zu dem u. a. das Nikotin gehört, beim I Heu allein die Giftwirkung bedingen, sondern datz diese vor- i i-weise die Folge der beim Verglimmen des Tabaks entstehenden Ilr etzungeu ist. Diese richtige Erkenntnis war die Veranlassung, i • sich nach einer neuen Richtung bin Bemühungen geltend machten, : m dem Tabakrauch die Giftwirkung zu nehmen, ohne dabei das i - gliche Aroma des Tabaks zu zerstören. Nachdem schon-Gehemr- I ''Brot. I)r. med. Gerold durch besondere Vorbehandlung des Fabrikate erzeugt hatte, welche als physiologisch nikottn- 'iffintilid) bezeichnet werden konnten, war es Untversitatsprofeffor ii-. Thoms in Berlin Vorbehalten, auch die Giftwirkuug der beim ^rininas-Drafffmt'lstnnfll'n. Meuterei und Streik in Rußland. Petersburg, 1. Dez. Ein unkontrollierbares Gerücht rr-qt die Gemüter, wonach ein Großfürst auf den Zaren qeschossen haben soll. Angeblich lwbe der Zar eine Verwundung an der rechten.Hand erlitten. Warschau, 1. Dez. Gestern nachmittag wurde fiter em Ol erschu Nmann getötet. Der Kvhlenmangel macht sich im in er empfindlicher fühlbar. Petersburg , 30. Nov. In der Stadt allgemein ver- Ire leten Gerüchten zufolge fand in der Generalftabsakademie (int OffizierSversammlung statt, die ihre Sympathie •ii! der großen, ganz Rußland bewegenden freiheitlichen ^gung kundgaben. Heute sind im 2. Garde chasseur- ln? aillon Unruhen ausgebrocheu. Die Mannschaften ver- -nien die T-r-iaabe eines in Arrest afiaefü bitten Kameraden. Montag, den 4. Dezember, abends 81/» Uhr im Saale des Gesellschaftsvereins v1/1’ IV. OHMchkl öortnio Herr Profestor Dr. Krüger, Gießen: „Tic Entitcinn) der Emüdicn-LitnMl" kistwittSlarteu sind zu 80 Pfg. abeitds an der Kasse zu haben. A,'»ufmännifcher und Ortsgewerbeverein Gießen. wsäie 7feftcren <>- !bme . nbention Erli in ta' bren ööh-.pii!-'- ■n Verbände iV ses Jahr sch. jmen her ?-■ stahbmrlsvch nbn Rtitklk, 'svnbanbcs ii - ‘n-fmnl des:<•- ^fertigt erst- , i lustinarmen", ihrer „hygienischen" und „Gesundheits-Cigarren". C|h i schüttete das Kind mit dem Bade aus, indem man den rc inden des Tabaks diese? geschätzte und bei Tausenden in hoher ibnft stehende Genußmittel in einer Form darbot, daß es m Mttz- Ein Weihnachtsgeschenk ♦ -------- von bleibendem 125ert = • ist eine Lebens- nnd Jnvaliditätö-VersichernugS-Police * der Germania, ? «f. LebenS-BersichcrungS-rlktien-Gefellschaft zu Stettin. ♦ Unanfechtbare und nnverfallbare Wettpoliee. ♦ höchste Zicherheit bei größter Billigkeit. Dividende nach Plan B im Jahre 1906 bis zu TI1/,6/» • der vollen Prämie. D'/’2 e Sicherheitsfonds 310 Millionen Mark. $ steden?ar! ‘eddiieb in ber ?i tu sich bi6'r 2: VcWr' $anbW:. ' . ■ kehr tto tx w ■ ur Rkqüm^ - n mit iurüdaibi’.i runq bei W-v\ er joßenib einigt iolizei mW fith > er obtnntiU/'■ )er ;5fltmb emr Schirmer, i’ iie ßhcn ja, bei rfeii!' Ecbimiki hielt bat-nui W i dieser W«N Polizeileulnan^ des Angeklaglea^ )nung, wonach Ruhe aui beit r Au'sichtsbeami«'-r von beibenCech- er aui volu? n bas Urtcij • «ein. 2«* Qn der nbenr- WeberStool^ ,üql«f| dn"'^ ch in bie|Cr ; .. floaten Ausdruck btt - Man könne baB Sie den M"'d '.i i aui i;'r; r energi'che ,er Angeklagte Mil R»ch'chl ° «Sv- ” 5 ,1,1b *• cdeu- D a rs cha u, T. Dez. .Beim lithauischen Gardeinfanterie-Regiment ist eine Meuterei ausgebrocken. Das Artillerielager von Rembertow m e u ter t. Die Soldaten fordern Soldzulage. Ter Streik der Telegraphenbeamten greift hier und in Lodz um sieb. Auf der Wiener Bahn sind Ausstandsgelüste bemerkbar. Die Nachrielsteu aus Sebastopol riefen eine Panik an der Börse hervor. Riga, 1. Dez. In Rodenpois forderte ein Offizier die Auslösung einer Volksversammlung. Aus die eine drohende Haltung annehmende Menge wurden 102 Sebüsse abgegeben. Vier Personen mürben getötet, acbt wurden schwer verwundet. Im Wendenseben Steife gerieten 18 Kofaken in einen Hinterhalt, der ihnen von einer hundertlöpsigen Baude gelegt worden war. Zwei Kosaken wurden getötet, zwei verwundet. Auf Seiten der Arrgreiser gab es starke Verluste. Berlin, T. Dez. Ein Familiendrama spielte sich in dem Haufe Lützowstraße 27 ab. Die 37 jährige Frau eines Uhrmachermeisters versuelste sich und ihre beiden im Mter von 7 und ß Jahren stehenden Kinder mit Lvfol zu vergiften. Während d^s jüngste Kind, ein Mädchen, den Verletzungen erlag, gelang es, die Mutter und den älteren Sohn am Leben zu erhalten. Häusliche Zwistigkeiten waren der Beweggrund zu der Tat. — Der dem Reichstage zugegangeue Geselxentwun betreffend die Aenderung des Gesetzes über beit Unter ft ühungswohnsitz setzt die Mtersgrenze ftir den Crtverb eines neuen Unterstiiuungs- Wohnsitzes vom vollendeten 18. auf das vollendete IG. Lelwns- jahr herab. Zugleich mit der Herabsetzung der Altersgrenze wird auch die Frist, deren Maus den Verlust des bisherigen Unter» ftutzungswohusitzes bedingt von zwei Jahren auf ein Jahr abgekürzt. Tie Fürsorgepflicht der Heimatgemeinde für die im Alter von IG Jahren oder früher abgewanderten Arbeiter würde alsdann bereits mit dem vollendeten 17. Jahre, mithein drei Jahre früher als gegenwärtig ihr Ende erreichen. Wien, 30. Nov. (Abgeordnetenhaus.) Abg. Skedl tritt im Namen der deutschen Fortschrittspartei ftir das allgemeine gleiche Wahlrecht ein. Adler (Soz.) be- zeielmet die Äusftihimngen des Ministerpräsidenten in der vorigen Sitzung als energisch und vernünftig und appelliert an das Haus, daß diese? der Wahl kein Hindernis bereiten möge. Was den Zeitpunkt der Einbringung der Wahlresornr-Vorlage anlange, so fei jede Verzögerung nur eine Gefa hr für den öffentlichen Frieden in Oesterreich. (Beifall.) Dien, 1. Dez. Die Schwierigkeiten der Regierung mehren sich Außer dem konservativen Teile des Polenklubs und den Großgrundbefitzern stellt sich jetzt auch das Herrenhaus in fcMrfffer Weise der Wahlreform e u t- Rauchvrozeß sich bildeudeu Gase, wie Blausäure, Schwefelwasserstoff, Ammoniak rc. zu beseitigen. Professor Thoms hat die chemische Wirksamkeit seines Verfahrens bewiesen (Ghem. Ztg. Nr. 1, 1904). Gs blieb nunmehr nur noch übrig, auch auf physiologischem Wege die Wirkung desselben darzutun. Das ist nun neuerdings geschehen. In einer angesehenen medizinischen Zeitung, der „Medizinischen Klinik" (Nr. 22, 1905), berichten Dr. med. W. Schmidt und I.Varges über Versuche, diesie mit nach dem Gerold- u. Thomas- schen Verfahren hergestellten Cigarren ausgeführt haben. Die physiologischen Prüfungen wurden an 23 Rauchern vorgenommen, und zwar 1. an gesunden, 2. an empfindlichen, 3. an kranken Rauchern. Von ganz besonderem Interesse und die bei kranken Rauchern gewonnenen Ergebnisse. Die Verfasser schreiben darüber: „Alle waren Raucher gewesen, hatten aber wegen ihrer verschiedenen Leiden das Rauchen ganz anfgeben ober auf ein Minimum beschränken muffen. In erster Linie waren cs Patienten mit chronischer Magenverstimmung und chronischem Magenkatarrh, ferner Leute (in der Rekonvalescenz befindlich) mit akuten und chronischen Herz- und Lungenleiden, Herzmuskelentartung, Fettherz, Verkalkung der Gefäße, chronischem Bronchialkatarrh, Limgenerweiterung, Asthma, ebenso solche mit Nervenerkrankungen, besonders Neurasthenie und nervöser Schlaflosigkeit, endlich Patienten mit Symptomen chronischer Nikotinvergiftung. Während bei den meisten dieser Herren schon nach dem Genüsse einer mittelleichten, nicht präparierten Cigarre sich eine deutlich wahrnehmbare Steigerung ihrer Krankheitssymptome geltend machte, blieb nach dem Genüsse von ein Für jeden ZwecK Elegante Schuhwareia Für jeden Preis Mäusburg 12 Mäusburg 12 N. Reiss Frankfurter ScKiaHlager Elegant. Haltbar. Preiswert. C-1 C>1 lö Für Giessen und Umgegend gesucht tüchtige Vertreter zum Verkauf von Mülhauser Wollstoffe und Weißwaren an Private. 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Dez., 1.15 Uhr. 3X’/0 Reichsanleihe . . 100.90 3% do. . . 89.45 3X7o Konsols .... 101.05 3% do.....89. CO 3^e/, Hessen.....99.30 3%°/„ Oberhessen . . . — 4®o Oesterr. Goldrente. . 100.20 41/-, % Oesterr. Silberrente 100.50 4%- Ungar. Goldrente . . 95.80 4 9® Italien. Rente' . . . 105.50 39® Portugiesen Serie T . 68.00 3% Portnrriesen „ ITT 68.00 rnss.Staatsanl. 1905 90.50 4/j0o Japan. Staatsanleihe 95.65 4°® Conv. Türken von 1903 90 30 Türkenlose......138.00 4 % Griech. Monopol-Anl. . 53.75 49o äussere Argentinier . 89.95 3°/e Mexikaner .... 68.10 4J^°/0 Chinesen . . . 97.80 Aktien: Bochum Guss..... 246.25 Buderue E. W.....139.00 Tendenz: flau. Berliner Börne, 1 Canada E. B......176.80 Darmstädter Bank . . . 148.80 Deutsche Bank .... 241.20 Dortmunder Union C. . . 101.00 Dresdner Bank .... 163.70 Elektriz. Lnhmcyer . . . 141.00 Elektriz. Schuc.kert . . . 129.50 Eschweiler Bergwerk . . 265.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.60 Hamburg-Amerik. Unketf. 163.70 Harpcner Bergwerk. . . 216.00 Laurahütto..... 251.10 Nordd. Lloyd ..... 126.10 Oberschi es. Eisen-Industrie 133.50 Berliner Handelsges. . 172.00 Darms* idter Bank . . . 149.00 Dem - uik . . . 24 Deut. at. Bank . . 182.50 Disko .i -Kommandit. . . 187.50 Dresdner Bank .... 163.75 Kreditaktien..... 208.60 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .....113.56 Gotthardbahn.....194.80 Lombard. Eisenbahn . . 23.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 125.00 Dez.. Anfangskurse Harpcner Bergwerk « • 216.20 tte..... 252.10 L rden E. B . . 23.70 Nordd Lloyd.....126.56 Türkenlose......133.20 Tendenz: schwach. bis drei der vrävarierten Cigarren jegliche ungünstige Wirkung aus. Im Gegenteil äußerten sie ihre Freude über dcu langentbehrten Genuß einer Cigarre ohne die bisherigen schlimmen Folgen. Besonders fehlte jede nachteilige Wirkung auf datz Cirkulations- und Nervenfustem: die Blutdruckmeffungen vor und nach dem Genuß dieser Cigarren zeigten ein gleiches Resultat, also das Ausbleiben jeder Veränderung des Blutdruckes. Auffallend war die Unschädlichkeit dieser Fabrikate bei Personen mit chronischer Nikotinvergiftung. Trotz des Genusses von zwei bis drei Cigarren pro Tag blieben die früheren Symptome: Herzklopfen, Pulsbefchlcimigung und Unregelmäßigkeit, Bellemmung, Angst, Magcnftöningcn, Kopfschmerz usw. ans. Sic traten nicht ein einziges Mal wieder auf.*' Die Verfasser schließen ihre bemerkenswerten Mitteilungen mit den Worten: „Rach diesen objektiven Wahrnehmungen und subjektiven, Kundgebungen glauben wir ein günstiges und empfehlendes Urteil» nicht zurückhalten zu sollen. Wir halten diese, nach dem Patentierten' T Homs-Ger old'schen Verfahren hergestellten Wendt's Patent- Cigarren von Wendt's Cigarren-Fabrikcn Aktiengesellschaft, Bremen, für eilte hygienisch außerordentliche wertvolle Crrungcnschaft, indem sie sowohl dem euwsindlichcn, als auch dem kranken Raucher den Genuß einer fast entgifteten, mild aromatischen, schmackhaften Cigarre ermöglicht und ihn der Notwendigkeit enthebt, sich diese Annehmlichkeit und liebe Gewohnheit ganz oder zum Teil veffagen/ zu müssen." r. p. Versteigerung. Montag den 4. Dezember, nachmittags 2 Nhr, findet dahier, Lahnftraße 5, die freiwillige Versteigerung von 5 Pferden cb. auch von Wagen nnd Geschirr statt. Gießen, den 1. Dezember 1905. Römheld, 6138 Rechtsanwalt nnd Notar. Verfteigcrnng^ Donnerstag, d.14-.Tezbr. l.J., nachmittags 1,2 Nhr läßt die Unterzeichnete sämtliches Schmi ede werkzen»* darunter: 1 Stauchinaschine, 1 Bohrmaschine, 1 Biegemaschine, 1 Blasebalg, 1 größer. 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