'«"«L ein* Ivener * hei »44* le 3l. ’ chinen- cht1703 lüJ/'ilDr j Sfp*’l 1° jM. , WA > Vrivathause am Uhr. Näheres 2oi*S- ' Damen jesternhaas. ouaDfl0|,tr' * eDermoq-avb dthen, »echklMO' Sö» iS? ■eiiq reeüDjL^ ^ling - J7?2 bis zu dem ' " 1 szene die F.dr q.J Gießener StMtyeater. Schiller-Feier. Unser Stadttheater steht am Schlüsse seiner Spielzeit, der hoffentlich drittletzten im alten engen Hause. Zur Vorfeier von Schillers 150. Tod^tage wurden am Freitag noch Szenen aus den Räubern und aus dem Demetrius-Fragment zur Aufführung gebracht. Um unfern großen vaterländischen Dichter zn ehren, hätte die Wahl nicht besser getroffen sein können: die wildgenialen „Räuber" zeigen uns Schiller am Anfang, der gewaltige Demetrius-Torso auf der äußersten Höhe seines dichterischen Schaffens. Was einst der himmelanstürmende Stuttgarter Regimentschirurgus in seinem Jugendwerke verhieß, das schickt sich der ruhmum- sonnte Dichterfürst an, in seinem leider unvollendet gebliebenen letzten Werke in glänzendster Weise zu erfüllen. Man findet zwischen dem Auf- und dem Ausgange des dramatischen Schaffens Schillers manche Parallele. Der Räuber Karl Moor wie der Thronprätendent und falsche Demetrius halten sich als Tragödien-Helden durch ihr gutes Unrecht. Das ist im Sinne des Tragikers ein bewußtes und gewolltes Unrecht. Beide sind kühne, energische, aus Gut und Böse gemischte, vom Irrtum zu Schuld und Verbrechen fortgeriffene Jünglinge. Dec Dichter weiß, daß die echte Tragödie ohne den Bruch mit der Sittlichkeit nicht denkbar ist, den sie dann allerdings als höhere Richterin durch einen erhabenen Untergang zu sühnen berufen ist. Für ihn wächst der Verbrecher mit der Größe seines Verbrechens. So hat denn Schiller seinen Karl Moor wie seinen falschen Demetrius mit aller Majestät tragischer Helden umkleidet. Karl Moor verläßt das reiche Grafenschloß seines Vaters, er gibt das Recht der Erstgeburt, den ihm winkenden Glanz und die Macht seinem jüngeren Bruder preis um seines unbändigen Dranges nach persönlicher Freiheit willen, verliert sich in das Dunkel des wildesten Abenteurertums und sinkt in die Abgründe des Lasters, bis er in ihnen mit Entsetzen die Schmach des Verbrechertums entdeckt, aus denen er reuig und sühnebereit zum Vaterhause zurückkehrt, um dann den seibst- graphischUr Vorstudien, welche Beharrlichkeit in immer neuer Um- und Durchbildung des spröden Stosses, welche Abstriche und Zutaten einer nie sich zu frieden gebenden Selbstkritik. Es hat etwas Rührendes, in den nachgelassenen Papieren Schillers eine Berechnung der zur Vollendimg des Werkes nötigen Zeit zu finden. Der Dichter hoffte wenigstes auf 93 leidensfreie Tage, die der Arbeit gewidmet werden könnten. Aber das Geschick gestattete diese kurze Frist nicht. Ende. Apnl 1805 war die 3. Szene des 2. Aktes vollendet, da entsank die Feder der Hand des Dichters. Noch in den Fieberträumen auf dem Krankenlager, noch in der Nacht vor dem Tode beschäftigte Demetrius seinen Geist. Welch tiefen Schmerz mag es ihm bereitet haben, die gewaltige Dichtung, die feine ganze Seele erfüllte, als Fragment zurücklassen zu müssen. Wie die Flamme vor dem Erlöschen noch einmal höher emporzuckt und glänzender ausleuchtet, so auch S" ls?rs Geist in diesem seinem Schwanengesang. Vergebens möchte man in der gesamten dramatischen Weltlitteratur nach einem Werke spähen, das so wuchtig und großartig, so effektvoll im edelsten Sinne anhebt, wie dieser Demetrius. Die Szenen im polnischen Reichstage sind von hinreißender Gewalt. Und gar manches darin mutet unS heute ganz modern an, ganz passend auf die allerneueste Zeit. Wir hören heißblütige Feinde des Moskowitertumes ihre' flammende Stimme sich erheben, wir hören den Hellen Schrei nach dem guten Recht, wir sehen eine siegessichere Jugend die Krone des Zarenreiches bedrohen. Dieser erste Akt des Demetrius ist ohne Zweifel das höchste Meisterwerk der Expositionskunst. Eine imponirende Kraft dramatischer Konzentration gibt sich darin kund, eine Fülle von prächtig gestalteten Persönlichkeiten tritt uns entgegen. Die Beherrschung der Massen, die schon im Tell mit Recht bewundert ward, findet sich auch hier in virtuoser Behandlung. — Den größten, einen geradezu enthusiastischen Beifall erregte gestern abend die Hungerturmszene des 4. Aktes der „Räuber". Das war das Verdienst des Herrn San dorff. Er gab einen Karl mit dem rhetorischen Pathos und aus dem Geiste des jugendlichen Schiller heraus, einen schwung- und stilvollen edlen Räuber, einen wahrhaften Helden von lodernder Begeisterung und machtvoll aufschäumender Leidenschaft. Es gelang ihm, die volle Kraft einer Feuerseele zu entfalten und eine Fülle von starken und innigen Accenten lebenswahrer Herzenswallungen zu offenbaren. Dazu kam Wahl bot ein Vorgang, wie er sich ähnlich Geschichte des großh. hessischen Hauses hnet . hat Der Erbprinz von Sachsen-Weimar verheiratete sich mit der mffischen Gro^sürüin Maria Paulowna. Schiller hatte die Fürstin schon durch . d'.' Huldigung der Künste" begrüßt, sein Freund Kö'-n.-r meinte aber, er solle dem Hause Romanow „noch Sofort machte sich Schiller an die Zweites Bl-atr Nr. 78 iehener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eichen meinde zu gewähren ist, wird im Verwaltungsstrei Redaktion, Expedition a. Druckerei. Schulstr.f. Xeu Öiu 6L i-tiegt/Hbi. * Sln^clflci Gtetzs» verfahren entschieden.' Das Haus nimmt den Gesetzentwurf mit diesen beiden Ausschußanträgen ohne Debatte an und erklärt auch die Eingabe des Evangelischen Pfarrvereins inbetresf dieser 155. Jahrgang '21.bg g. Stöpler, Häusel, Hauck, Müller, Reinhart, Köhler (der gegen die Verderblichkeit der Städte wettert und vom Präsidenten zweimal zur Sache gerufen toirb) und Korell, nimmt das Haus beide Anträge des Ausschusses cm. Darauf richtet 2lbg. Molthan an die Regierung die Anfrage, wie es mit der Erledigung der Wahlrechtsvorlage in der ersten Kammer stehe. Bei Gelegenheit der früheren Beratung habe der Sperr Staatsminister versichert, daß sich die erste Kammer schon in aller Kurze mit der Vorlage beschäftigen werde; jetzt seien nun die Herren zwei Tage zusammen gewesen und bezüglich der Wahlrechtsvorlage sei noch nichts erfolgt. Staatsminister Rothe erklärt darauf, der Gesetzgebungsausschuß der ersten Kammer habe sich bereits eingehend. mit der Beratung der Vorlage beschäftigt und es .sei danach Grund zu der Annahme vorhanden, daß auch das Plenum der Kammer in Kürze in die Beratung eintreten werde. Abg. Hirsche! bemerkt, es liege ihm vollständig fern, an der Geschäftsführung des anderen Hauses eine Kritik üben zu wollen, aber die zweite Kammer sei in den heißen Sommermonaten zusammengekonrnren, um das Gesetz zustande zu bringen, und nun feien dreiviertel Jahr vergangen, ohne daß dasselbe in der ersten Kammer weiter gekommen wäre; er glaube darin eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegen die zweite Kammer erblicken zu müssen. Präsident Haas schwingt die Glocke und erklärt: Ich kann das parlamentarisch nicyt für zulässig erachten, wenn hier von einem Abgeordneten dem anderen Hause Rücksichtslosigkeit vorgeworfen wird. Ich muß diese Aeußerung rügen. Staatsminister Rothe bemerkt noch, die Wahlrechtsvorlage sei der zweiten Kammer von der Regierung im Januar 1903 zugegangen, und dann im Juni 1904 zur Beratung gekommen. Das hohe Haus habe sich also ebenfalls reichlich Zeit für die Erledigung der Vorlage genommen. Die Kammer beschliesst darauf, dem Ausschuß antrag entsprechend den Antrag Häusel, betr. die Rad fahr, kartenabgabe im Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. Aug. 1899 für vorläufig erledigt zu erklären, ebenso den Antrag Re in ha rt betr. die Aufhebung des Art. 48 des Fischereigesetzes vom 27. April 1881, nachdem' sich auch die Abgg. Reinhart, Breimer und See- linger kurz zu der Sache geäußert. Eine Anzahl weiterer Gegenstände wird von der Tagesordnung abgesetzt, eine Anzahl Vorstellungen usw. den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Darauf schließt die Sitzung um lVr Uhr. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr. Tages- ordnung: Landwirtsch-aftskammer. Samstag L. April 1NVF Rotationsdruck and 8erlog der Brühlstchea Untoerfuäisöruderet ÖL Sangt, Qtefecn» KMcher -Landtag. Erste Kammer. R. B. Darrnstadt, 31. März. Die erste Kammer trat heute um halb 11 Uhr wieder -n einer Sitzung zusammen, die Präsident Graf Görtz- Schlitz eröffnete. Das Haus genehmigte zunächst die von der zweiten Kammer angenommene Position 89, Gerichte, für zwei neue Räte beim Oberlandesgericht 11600 Mk. Der Präsident sprach dabei die Meinung aus, daß es nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung der heutigen Abstimmung in der zweiten Kammer nicht mehr bedurft hatte, da die Sache mit der gestrigen Annahme des Minderheitsantrages erledigt gewesen sei. Die Kammer genehmigte dann auf Antrag des Berichterstatters Frhrn. Ludwig Riedesel zu Eisenbach auch das Finanzgesetz, die durch die gemeinsamen Beschlüße der beiden Kammern erforderliche Anleihesumme wird darin auf 9194 817 Mk. festgestellt. Der Präsident teilt u. a. noch mit, daß die zweite Kammer bezüglich des Gesetzentwurfs über die Forstver- waltung dem Beschluß der ersten Kammer, nach welchem bei Streitigkeiten zwischen Forstbehörden und Gemeinden nicht dem Verwaltungsgerichtshof, sondern dem Ministerium des Innern die Entscheidung zugewiesen wird, beigetreten sei. .Damit sei auch dieser Gesetzentwurf erledigt. Das Haus vertagt sich darauf auf unbestimmte Zeit. parlamentarisches. Berlin, 31. März. Die Budg etkommission des» Reichstages trat heute in die Beratung des Militär-' Pensionsgesetzes ein. Sämtliche Parteien stimmten darin überein, daß man sich auf den vorliegenden Gesetzentwurf beschranken müsse. Auch die Negierungsvertreter stimmten dem, zu. Bezüglich des Punktes der rückwirkenden Kraft trat Gras Orrola für allgemeine Rückwirkung des Gesetzes ein. Erzberger gibt bie Notlage zu, betont aber, daß noch nie derartige Gesetze mit rückwirkender Kraft gemacht worden feien. Die Konsequenzen würden gar nicht abzusehen sein. Ein Beschluß wurde noch nicht gefaßt. — Die Börsenkommission des Reichstages lehnte den zu $ 50 vorliegenden Antrag S ch w er in-Kan i tz ab, welcher besagt: „Der börsenmäßige Terminhandel in Getreide und Mühlenfabrikaten ist untersagt. Die Erfüllung einer Verbindlichkeit aus solchen Geschäften kann nicht verweigert {fr für jedes solches Geschäft Erscheint tlgtK) mH vuSnahm« des Sonntags. Die .Stehener Kamlllendlatter- werden dem yttnitetgei viermal wöchentlich betgelegt Der -HMch« tanöölrr* erschetnl rnonaMch einmal Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 31. März. Me zweite Kammer begann ihre heutige Sitzung um ÖV» Uhr. Am Ministertisch: Staatsminister Rothe, Finanz- Minister Gnauth, Justizminister Dr. Dittmar, Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Geh. Rat Braun, Wil- brand, Oberfinanzrat Fuchs u. a. Das Haus nimmt zunächst die Abstimmung über die beiden Ausschußanträge inbetreff der beiden neuen Rats- stcllen beim Oberlandesgericht vor, nachdem ein Antrag Tr. Gutfleisch, die Abstimmung bis zum Eintreffen der auswärtigen Mitglieder auszusetzen, abgelehnt worden ist. Dann wird der Antrag der Ausschußminderheit, welcher die unbedingte Bewilligung der beiden Räte und des dafür geforderten Betrages von 11600 Mk. aus spricht, mit geringer Mehrheit angenommen. Ohne Debatte stimmt dann das Haus den Beschlüssen der ersten Kammer inbetreff des Gesetzes über die Forst- ve rwaltung zu. Bei Beratung des Gesetzentwurfs, betr. daS Beerdigungswesen, hat der zweite Ausschuß der Kammer nach abermaliger Beratung folgenden neuen Artikel 4 a aufgestellt: „Für jede Gemeinde ist durch Orts- ftahit eine Begräbnis- und Friedhofsordnung zu erlassen, welche die religiösen Anschauungen in Kon fessions gemein den und religiösen Verbände zu berücksichtigen hat und von unserem Ministerium des Innern zu genehmigen ist. Die vorhandenen Begräbnis- und Friedhofsordnungen bleiben in Kraft, soweit sie mit diesem Gesetz nicht im Widerspruch stehen." Auf Wunsch einiger Mitglieder des Ausschusses wird hierzu noch ausdrücklich bemerkt, daß unter religiösen Anschauungen der Konfessionsgemeinden und religiösen Verbände nicht ein Wunsch aus räumliche Trennung durch eine Mauer oder bergt auf den Friedhöfen gemeint sein kann. — Der Ausschuß beantragt noch einen Art. 4 b: „Tie Frage, ob einer Ärchengemeinde oder Kirche, der durch gegenwärtiges Gesetz eine Beerdigungsbeftrgnis entzogen wird, eine Entschädigung von der bürgerlichen Ge- Frage für erledigt. Der Geseüentwurf, betr. die An sta lt s v o r m un d- schäft, hat den Zweck, den Vorständen oder einzelnen Beamten ösfentlicher Erziehungs- oder Verpflegungs-Anstalten die Vormundschaft vor den int § 1776 des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgesehenen Personen zu übertragen, sofern es sich um Kinder, die in der Anstalt selbst oder unter Aussicht des Anstaltsvorstandes resp. einzelner Beamten in einer fremden Familie erzogen werden, oder um Kinder unehelicher Geburt, die unter einer derartigen Aufsicht in der mütterlichen Familie erzogen werden, handelt. Das Haus nimmt die Vorlage nach den Ausschußanträgen ohne Debatte an. Tie Vorlage, betr. die berufs.ständische Vertretung der Landwirtschaft, wird von der Tagesordnung abgesetzt, da die Betr. Drucksachen noch nicht vorliegen. Bezüglich der Anträge der Abgg. Hauck und Reh auf Ausbau der Realschulen zu Groß-Umstadt und Alsfeld zu Oberrealschulen beantragt der Ausschuß, die Regierung zu ersuchen, diesen Anträgen zuzustimmen. Abg. Hauck legt die Gründe für seinen Antrag näher dar. — Geh. Oberschulrat Nodnagel bemerkt, er wolle nicht abermals die Gründe darlegen, welche die Regierung zu ihrer ablehnenden Haltung veranlaßten. Es stehe fest, daß kein Bedürfnis für den Ausbau der beiden Schulen vorhanden sei, es würde auch an den event. neuen Lehrkräften fehlen. Für Groß-Umstadt komme noch in Betracht, daß sich die Kosten der Gemeinde, die gegenwärtig 7500 Mk. betragen, sich nach der Umwandlung auf ca. 28 000 Mk. belaufen würden. Abg. Reh befürwortet seinen Antrag bezüglich des Ausbaus der Realschule zu Alsfeld, und bemerkt, die Gemeinde Alsfeld habe sich bereit erklärt, für ihre Schule dieselben Lasten zu tragen, wie andere Städte auch. Er sei der Ueberzeugung, daß die Regierung ihren Widerspruch gegen die Ausbauung der Alsfelder Realschule aus die Tauer doch nicht werde aufrecht erhalten können. Tie lieberfüttung der höheren Schulen in den Städten sei bekannt, sie werde aber nachlassen, wenn man auch die Landstädte mehr berücksichtige, als bisher. Abg. Bähr beklagt die Bevorzugung der Städte vor dem Lande. Das letztere werde bei der Errichtung von höheren Schulen viel zu wenig berücksichtigt. Daher erfiäre sich auch das steigende Beamtenproletariat in den Städten. Abg. Korell legt gleichfalls in eingehender Weise die Notwendigkeit der Umwandlung der beiden Anstalten zu Oberrealschulen dar, während Abg. Schlenger bemerkt, mit demselben Recht, wie Alsfeld und Groß-Umstadt, könnten auch die Städte Bingen, Heppenheim, Alzev und Michelstadt die Umwandlung ihrer Schulen beanspruchen. Abg. Hauck sucht nochmals die Notwendigkeit der Umwandlung der Groß-Umstadter Schule darzutun. Geh. Oberschulrat Nodnagel geht noch weiter auf die Sache ein und erklärt, daß die Negierung ihre Stellung dazu nicht ändern könne. Das einzige, was er versprechen könne, sei, daß die Schulabteilung die Forderung bezüglich Alsfeld in wohlwollende Erwägung ziehen werde, während er dabei bleibe, daß die Umwandlung in Groß-Umstadt schon an den hohen Kostet scheitern würde. Die Abgg. Erk und Köhler traten in weiteren Ausführungen für die Umwandlung der Schulen ein, ebenso Abg. Ulrich, während Abg. Bäbr gegen die Schulabteil- t-1 ung polemisiert und deren Bevorzugung der Städte dem Lande gegenüber bedauert. Nach einigen Bemerkungen der JnhalatQrium. Neues muster£ültl£ßs inmitten herrlicher Gebir&swa/dun&ßn. Badeschrift durch die ßadeverwaitunä.. 16 !Hni. s$ Fre /ollen m iHcrslellun aus Idjrif. «ls: A. M B. 6lci C. Eisei Wut fctxnün a Gr -1765 Die findet lii statt. (Sei Die 25/40 cm aus Lung hon soll ! den. An^ an benjeit Hun 1761 Aiis!iu" an uns ein' Bei di Seiten und Anmd der Kontobuch? ettennen u Gietzei , Mit sollen Ch Slnlaqe, 'Gcoßh. Soli Gr «778 Alle r «altnng d( Jnb L'e'en' . Frc Rongeni a. b Hoi» 1260 ®'ü’l A ^pC, M $1(1, Uli 6 Rheinisches Technikum Bingen für löascliiiienban und Elektrotechnik. asnf\ Märkte. Gießen, 1.April. Marktbericht. Aw heutigem WochenmarkK kosteten: Butter pr. Md. 1.00—1.05 Mt., Hühnereier 1 St. 5—6 Vis,. 2 Stet. 60-00 Pfg.. Gänseeier 00—00 Vic,., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pi., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbten vr. Liter 21 Psg., Linienpr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar0,80- 0,900)1 f., Hübner pr.St. 1,00—1,60 9)1 k., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 9)1 f„ Gänse pr. Pid. 55—65 Psg., Ochsenfleisch pr. Piund 70—80 Pia., Kuh- und Oiindsieisch pr. Piund 62—68 Pig., Cchweine'- fleiscb pr. Piund 60—72 Pig., Sclnveinefleisch, gesalzen, pr. Piund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hannnelfleisch pr. Pfund 50—74 Pig. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 9)ck., Znnebelnpr. Ztr 8,00—10,00 9)1 f., 9)lilcb per Liter 18 Pia.. Aepiel per Zentner 0 bis 0 Mt., in Korben 00—00 Pig. Nüsse 100 St. 00-00 Pig. Zivelichen per Zentner 0.00—0.00 9)1 f. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 9)1 L Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeil 8—2 Uhr. Deutschlands jüngste Kolonie. Telegramnr via London, Berlin, 1. April. „Eine mächtige, bisher unbekannte Jrrsel- Grnvpc im stillen Ozcan wurde durch Admiral Freiherru b. Voll von Deutschland annektiert. Die Insel-Gruppe wurde auf den Namen Aegir- Land feierlich getauft!" — Die Richtigkeit dieser sensationellen Meldung erhielt unser Berliner Gewährsmann auf Arsiraqe im auswärtigen Amt bestätigt. Es handelt sich nm eine große und drei Heinere, im malayi'cben Archipel gelegene Inseln, die auf 2,001 qkm Flächeninhalt 687,000 EinivoHner zählen. Intereffen fremder Mächte werden durch diesen Akt nicht tangiert. Dennoch erwartet man von seilen Englands Einsprrich. Die Annektion wurde vorgenommen durch die Kreuzer I. Klaffe »Hagen" und „Schwalbe" sowie 3 Torpedo-Boote, die sich zur Ausführung dieses Auftrages im September vorigen Jahres dorthin begeben hatten, lieber die interessante Vorgeschichte erfahren wir,' daß die Anregung zur Annektion von einem deutschen Handelshaus (Kathreiners Malzkaffee-Fabriken — München) ausging. Diese Firma erklärte sich in einem Antrag an die Regierung bereit, die Inseln gegen eine Summe — man spricht von l°/4 Mill. Mk. jährlich — auf 33 Jahre zur Anlage ungeheurer Faktoreien zu pachten. Veranlaßt wurden sie hierzu durch die Tatsache, daß die eigenartige Zusammensetzung des dortigen Erdreiches, unler- stützt durch ein spezifisches Klima, die erstaunliche Fähigkeit besitzt, nicht nur einfache Gerste in höchster Ergiebigkeit zu erzeugen, sondern direkt vollkommene Malzkaffee-Kulturen zu zeitigen, d. h. den vollendetsten Malzkaffee in seiner besten Form, geröstet und gebrauchsfertig, zu Keim, Blüte und Ernte zu bringen. Dadurch wird der komplizierte Fabrikationsprozeß, den die Firma zurzeit in Deutschland anwendet, vollständig hinfällig. Mau steht hier vor einem noch unergründeten wissenschaftlichen Problem, zu dessen Lösung sich der hervorragende Naturforscher Professor Kille aus 9)lünchen, der sich gegenwärtig in Tokio mii- hält, um ein Werk über dis zweite Rippe des Teeblattes zii vollenden, nach Aegir-Land begeben wird. Außerdem — und das steigert den Wert dieser Insel'Gruppe für das genannte Handels- haiis in ganz unberecheiibarer Weise — wächst auf den nördlichsten dieser Inseln der echte Düten-Baum. Auch die überaus seltene Bindsaden-Spinne fabriziert dort ihre für die Verschließung der Tüten ganz einzig geeigneten blauweißen Kilometer-Schnur-Gewebe. außer her gewöhnlichen noch eine besondere Reichssiempelabgabe $u zahlen, welche das 50 fache her in Ziffer 4 b zum Taris des Reichsßembelae-setzes festgesetzten Abgabe beträgt." Graf Posadoivskl) hatte um Mlehnung gebeten. Die Kommission nahm dann nach längerer Debatte mit großer Mehrheit einen Antrag Gamp zu £ 51 an, wonach Matz 3 wie folgt xu fassen ist: , „Durch ein Börsentermingeschäft in W ar e n oder Wertpapieren, in denen der Börsenterminhandel^untersagt ist, wird ein S ch u l d b e r h ä l t n i s n i ch t b e g r ü n d et. — Die Kommission des Abgeordnetenhauses für die Verggesetznovelle genehmigte einstimmig un Prinzip die Abschaffung des Nullens. vorderen Seite bc§ von einer überlebensgroßen Figur des Dichters gekrönten Sockels in einem Relief zu einer Gruppe zu vereinigen. Man wird da rechts den römischen Imperator Nero sehen, umflammt von den Feuermasien des brennenden Rom, in grausiger Verzückung vor seinem Thronsesiel stehend. Tecius, der lustige Flötenspieler aus dem alten Rom, wird zu den Füßen des Cäsaren lagern, und links wird sich die schaumgeborene Aphrodite aus den Fluten erheben, eine holde Frauengestalt von wundervoller Keuschheit. Ta es beabsichtigt ist, das ganze Werk polychrom zu gestalten, so werden sieh auf dem herrlichen Frauenleibe und in den Wogen, denen sie entsteigt, die Flammen der brennenden ewigen Stadt widerspiegeln. In der Mitte, zwischen den beiden Hauptfiguren rechts und links, ein wenig nach unten gerückt, wird man den Gymnasialdirektor aus Ecksteins berühmtem „Besuch im Carcer" unter seinen Schülern, darunternatürlich ganz im Vordergründe den vorlauten „Rompf", sehen. — Der ungenannte Mäcen hat der Stadtverwaltung Mitteilung gemacht, daß er diesen prachtvollen „Eckstein" seiner Vaterstadt zum Geschenk zu machen gedenke, und in der nächsten Stadtverordneten.Sitzung wird dem großherzigen Spender der Tank der Stadt ausgesprochen werden. ** Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um 1 /2 12 Uhr in dec Südanlage mit folaendem Programm statt: 1. Vorspiel zu „Pariser!" von Wagner, 2. „Mein Traum!", Walzer von Waldteufel, 3. Große Fantasie aus der Oper „Die Hugenotten" von Meyerbeer, 4. Armee- Marsch Nr. 7, 1. Bat., Garde (1806). — Unsere Negiments- Musik konzertiert morgen nachmittag in voller Stärke, 42 Mann, im Neuen Saalbau (Steins Garten). Wir machen aus das interessante Programm aufmerksam. Ta§ Violinsolo im „Geigenmachec" von Cremona wird von H. Gieß gespielt. •* Alle Besitzer von Luxushunden möchten wir nochmals daran erinnern, daß sie heute nachmittag 4 V2 Uhr in dem Hofe der neuen veterinärmedizinischen Klinik, am Ende der Frankfurter Straße, ihre Hunde vorzuführen haben. Die soeben zu Ende geführte Hundevisitation, die sich wegen der hier und in anderen Lahnorten ausgebrochenen Tollwut als nötig erwies, hat das Ergebnis geliefert, daß besonders leicht Luxushunde von der Tollwut befallen werden. Nur durch strenge Kontrolle kann dem Weitergreifen der Sache entgegengetreten werden. Zu diesem Bebusc sind umfangreiche sanitäre Maßregeln nötig und es wurde daher befchlosien, alle im Stadtbezirk befindlichen Luxushunde einer genauen tierärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Tie Lurushunde- besitzer haben daher, wie ihnen bereits durch Rundschreiben mitgeteilt worden ist, heute nachmittag am oben angegebenen Orte ihre Tiere zu einer Untersuchung vorzusühren, widrigenfalls sie eine Geldstrafe von 3 0 0 Mk. trifft. •* Lotteriege m eins ch ast. Wie nach der „Franks. Ztg." bestimmt verlautet, sollen die Verhandlungen zwischen Hessen und Preußen wegen Aufhebung der hessischen Klassenlotterie und Zulassung der preußischen Klassenlose in Hessen dazu geführt haben, daß Hesien alljährlich eine Abfindungssumme von 1 Million Mark erhält. "'Fischzucht. Im kleinen Teich in der Ost-Anlage hat die Stadtverwaltung Mitte März eine größere Partie Heringe zur Zucht aussetzen lassen. Wie wir hören, soll dieser Versuch von gutem Erfolg begleitet sein, denn man kann täglich in den Nachmittagsstunden, wenn die Sonne warm scheint, beobachten, wie sich die Katerbezwinger lustig an der Oberfläche des Wasserspiegels rummeln. Wenn die Zucht lohnt, will man es am 1. April nächsten Jahres auch mit Stocksischen versuchen. "Tie Gießener freiwillige Feuerwehr hat ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung nächsten Montag im Restaurant Gambrinus. ** Versetzt worden sind die Eisenbahnverkehrsinspektoren Nordmann in Gießen als Vorstand der Eisenbahnverkehrs, inspektion nach Münster i. W., Spandau in Düsseldorf als Vorstand der Eisenbahnverkehrsinspektion nach Gießen. *♦ Der hiesige Kreisverein des deutschen Vereins gegen denMißbraiich geistigerGetränke veranstaltet Sonntag, den 2. April, nachm. 3'^ Uhr, eine Versammlung mit geselliger Unterhaltung in Langgöns im Saale des Herrn Wentzel (Gambrinus). Für den musikalischen Teil sind bewährte Kräfte gewonnen. Die Bewohner von Langgöns und Umgebung ohne Unterschied des Standes und Geschlechts sind freundlich eingeladen. (S. Anzeigeteil.) Frankfurt, 31. März. Am 9. April wird hier im ersten Stock des Hauses Mainzer Landstraße 137 das erste Arbeiterinnenheim von einem kleinen Komitee eröffnet, dessen Mitglieder durch das Wachstum industrieller Unternehmungen in unserer Stadt und durch die guten Er- fahrungen, die man mit ähnlichen Einrichtungen in anderen Großstädten gemocht hat, zur Gründung solcher Heime angeregt wurden. Diese Heime sollen Arbeiterinnen, die oft mir in Schlafstellen wohnen und ihre freie Zeit in engen, schlecht gelüfteten und beleuchteten Räumen zubringen müssen, einen behaglichen, gesunden Aufenthalt für diese Stunden bieten. Tie Arbeiterinnen sollen hier für billigen Preis kräftige, nahrhafte Kost, einige auch billige Wohnung finden; zwong- l ose, heitere Geselligkeit und Gelegenheit zur Aneignung praktischer Kenntnisse sollen mit dazu beitragen, sie vor Gesundheit und Sittlichkeit bedrohenden Gefahren zu schützen. (Kl. Pr.) — Zur Schiller feier erschien als besonders Willkomm mene Gabe int Verlage von B. G. Teubner in Leipzig ein oU Künstlersieinzeickmimg ausgesührtes Schiller-Bildnis, von Karl Bauer-München zum Preise fein 3 Mark. Bei der geradezn einzigen Gabe Bauers, die äußere Erscheinung und das innerste Wesen der Heroen unsi'res geistigen Lebens zur Darstellung zu bringen, darf das Blatt besondere Beachtung beanspruchen. Es zeigt Schiller als den voll ausgercis^n Dichter der Meisterdramen, also in einer Olestalt, die der volkstümlichen Auffassung fHm't Persönlichkeit entspricht und wird schon darum weiteste Verbreitung finden. — Münchener Festspiele 1905. Man schreibt uns aus München: Bei den heurigen Richard.Wagner-Festspielen im Prinzregenten-Theater und Mozart-Festspielen im K. Residenz- Theater in München, die ans die Zeit vom 7^ August bis 21. September festgesetzt sind und wohl drei vollständige Ring-Cyklen, ferner je dreimal „Die Meistersinger von Nürnberg" und „Tristan und Isolde", zweimal „Der Fliegende Holländer" und von Mo- zart^Opern je zweimal „Figaros Hochzeit", „Don Giovanni" und „Cosi san tuttc" zur Aufführung gelangen werden, ruht die musikalische Leitung in den Händen der Storren General-Musikdirektor Felix Mottl, Professor Arthur Nisisch (Leipzig) und K. Hofkapellmeister Franz Fischer. An hervorragenden Kräften wirken u. a. mit: Charlotte Huhn (München), Anna von 9Nildenburg (Söieit), K'ath. Senaer-Bettaaue (München), Dr. Otto Briesemeister (Stockholm), Fritz Feinhals (München), Edgar Oberstetter (Wies-, baden), Karl Perron (Dresden). Main verlange ausdrücklich die Original-marke „Dr. DJommel’s“ Haeniatogen und lasse sieh Nachahmungen nicht anfreden. xsi', stattliche äußere Repräsentation und das wohllautende, volltönende Organ des Künstlers mit dem seltsam dunklen Timbre, und wenn auch das Pathos des verzweifelten Schwärmers sich nicht steigerte, volle Wucht also die ganze Szene über andauerte, so trat doch eines zum andern, um einen bedeutenden Erfolg herbeizuführen. Diese Szene bildete, wie gesagt, den Gipfelpunkt auf dem äußeren Erfolge des Abends durch die Darstellung des Herrn Sandorff, den wir gestern leider zum letzten Male vor uns gesehen haben. Denn der gestrige Abend stand unter dem Zeichen des Abschiednehmens. Herr S. geht mit Herrn Direktor F. A. Steingoetter nach Chemnitz. Wir verlieren in ihm einen hoch gerichteten ernsten Künstler, ausgestattet mit guten äußeren darstellerischen Mitteln und respektablen Gaben des Geistes, einen Künstler, den wir ungern von uns scheiden sehen, weil er für das klassische Fach hervorragender befähigt ist als die meisten Mitglieder der deutschen Bühnen vom Range der unseren. Herrn Sandorff unterstützten in dt'ser Szene die Herren Lippert, Lüttjohann und Linzen (der sich, wohl zum ersten und letzten Male, arg verspätete). Herr Lippert gab Mc schwieriae Rolle des Iammergreises einfach und voll natürlichen Lebens, Herr L ü t t j o h a n n aber hätte als Hermann mehr warme Teilnahme zeigen können. Herr Linzen, der ehrwürdige Bühnenveteran, hat, wenn ich recht unterrichtet bin, gestern als Schweizer der Bühne für immer Lebewohl gesagt. Wir Gießener waren nur Zeugen der Neige seiner künstlerischen Laufbahn. Wir lernten ihn schätzen als einen Mann von altem Schrot und Korn, von gediegener Bildung, aufrechtem und geradem Charakter, als ein Muster von Fleiß und Gewissenhaftigkeit, als einen Darsteller von Kraft und Wucht, pon Kernhaftigkeit und markiger Mannheit. Wenn er sich jetzt nach einem langen Leben voller treuer Pflichterfüllung von den schwanken Brettern, die die Welt bedeutenn sollen, ins Privatleben zurückzieht, so kann er das tun in dem Bewußtsein, ein Leben voller redlicher Arbeit undMühe hinter sich zu lassen, das der Psalmist köstlich" genannt hat, und mit Recht, denn wenn ihm bald fern vom Bühnenleben die Glocken der Erinnerung läuten, dann wird in wesenlosem Scheine alles Widrige der Kulissenwelt zerstoben sein und ein stiller Sonntag in seinem Herzen einkehren. Die große Szene mit der Traumer^ühlung spielte fälsch- Lick-erweise in einer Galerie. Und da das „geistige Band" fehlte und 5^)errn de Giorgi das Kolossalische im Stil nicht aufgegangen zu sein schien, das hier allein zu echter Wirkung verhilft, so blieb sie verfehlt. Der Ausbruch des Standbild. Tie begleitende Musik zeichnete sich durch Diskretion und scheinbares 9lnschmiegen an den Text des Prologes aus. Ter Gedanke, bei einer Theaterschillerfeier die berühmtesten Gestalten der unsterblichen Dramen an uns vorüberziehen zu lassen, war ja gewiß recht gut, aber unsere alte Bühne in ihrer Enge und primitiven Maschinerie ist doch zu solchen Schaustücken wenig geeignet. Die Gestalten glitten, an uns zumeist ziemlich eindruckslos in fast fliegender Haft vorüber, ohne daß sie für den Dichter und seine Tichttmgen besonders Charakteristisches in uns wachgerufen hätten. Das Hans war nahezu ausverkauft. Schiller macht olfft noch volle Häuser, und so darf man wohl zum guten Ende dieser Spielzeit mit einigem Recht annehmen, daß das breite Theaterpublikum unserer Stadt nach all den vielen kleinen Voll-, Halb- und Mißerfolgen unserer modernen und modernsten Dramatik eine Ahnung besitzt von dem unermeßlichen Schatze, den das deutsche Volk in seinen Klassikern besitzt. Mit dieser schönen Erkenntnis eine lange, an dichterischen und darstellerischen Ereignissen nicht sonderlich reiche Spielzeit absehließen zu können, ist Gewinn und fordert heraus zu Hoffnungen auf Höheres in späteren Wintern. P- W» Wahnsinns war nicht mächtig genug, sondern hatte eher etwas Groteskes an sich. Wir haben überhaupt im Laufe dieses Winters wiederholt Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß dieses jungen Künstlers starke Begabmm weit mehr nach der komischen als nach der tragischen Seite neigt. .'Als Molieres „Geiz'ger" bat er uns eine ganz köstliche Probe seiner vis comica. Daß auch er Gießen verlassen will, ist vielen Theaterfreunden gar nicht recht, und wlir hoffen tzrotzdem im nächsten Winter ihn zu uns zurückkehren zu sehen, da er sich anderweitig noch nicht verpflichtet haben soll. In der Wiedergabe, die den selbst bei großen Bühnen klippenreichen Demetrius-Szenen zu teil ward, konnte bei uns nur ein schwacher Abglanz ihrer Bedeutung und Größe hervortreten. Störte schon das Dürftige der 9lusstattung, so ernüchterte die schauspielerische Gesamtleistung. Dem von Schiller so großartig entwickelten Bilde fehlte es an Bewegung und Lärm nicht, es lag darin aber keine rechte Abmessung, keine Ordnung in der Unordnung, kein Schwung und keine Größe. Stummes Spiel, eine Steigerung der Aufregung während der großen Rede des Demetrius waren kaum wahrzunehmen. Die Titelrolle spielte Herr Lut tj o h a n n. Er ist ein recht sympathischer Darsteller, auf den ein Teil imserer eifrigsten Theaterfreiinde besonders große Hoffnungen setzt. Ich muß gestehen, ich bemerke bei ihm kein sonderliches Vorwärtsschreiten. Für diesen feurigen Jüngling fehlt ihm das zündende Temperament, die Beweglichkeit von gewinnender Grazie. So blieb denn dieser junge Demetrius ziemlich trocken. Herr Sandorff aber stand wieder voll und ganz seinen Mann. Er bot als Sapieha der Menge kraftvollen Trotz; mit edlem Feuer und im Vottbrustton der lieber» zeugung donnerte er die Mahnungen zu Recht und Pflicht den aufgeregten Massen entgegen. Und er besaß auch die Löwenstimme, einen polnischen Reichstag durch sein Veto zu übertönen. Vom Finale zur Ouvertüre des Abends. Sie bildete ein von Herrn Direktor Hermann Steingoetter verfaßter und von Frl. Dülfer beherzt gesprochener Prolog, begleitet von einer Reihe von lebenden Bildern aus des Dichters bedeutendsten Dramen. Dilles zusammen schien auf das Publikum einen großen Eindruck zu machen. Das ganze Personal 'war wohl zu diesen stummen Rollen herau- gezoaen worden. Lautlos boten sich die Bilder hinter einem Gazeschleier. Das weitaus gelungenste war das letzte, die Apotheose des Dichters. Umgeben von ihn huldigenden Gestalten aus seinen Werken sah man sein lebensgroßes . 168* Grosse Auswahl in Konfirmationsfjesclienken vom billigsten bis zum leinsten Genre empfiehlt Juwelier Brück. Kreuzplatz 8 Aus Slüö! und KauS. Gießen, 1. April 1905. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Kandidaten des höheren Lehramts Dr. Made zu Bensheim zum Oberlehrer an dem bortgen Schullehrerseminar ernannt. ** Ernst Eckstein-Denkmal. Bekanntlich ist Ernst .Eckstein, der Verfasser einer Reihe vortrefflicher Romane und einiger köstlicher, geradezu klassischer Humoresken, ein Sohn unserer Stadt, und es bestand längst für unsere Stadtverwaltung die Ehrenpflicht, des bereits vor 5 Jahren verstorbenen Poeten in würdiger Weise zu gedenken. Jetzt chören wir, daß ein sehr vermögender Herr, der in besonderem Grade für Ernst Ecksteins Schriften schwärmt, dem Andenken des Dichters zu Ehren hier ein Monument zu errichten gewillt ist. Er hat bereits einen bekannten Darmstädter Künstler beauftragt, einen Entwurf zu einem Eckstein-Denkmal herziistellen, und dieser Künstler hat, wie man uns mit» teilt, die sinnige Absicht, in Form eines Ecksteines das Eckstein-Denkmal gegenüber der Bürgermeisterei in dem ehemaligen Schülerschen Garten vor dem dort zu erbauenden Stadttheater zu placieren. Der Künstler beabsichtigt, die Hauptfiguren aus den besten Werken des Dichters auf der Statt besonderer Anzeige Heute Morgen 7 Uhr entschlief nach langem Leiden meine inniggeliebte Mutter, unsere gute Tante Frau Rentmeister ULsLGZZ Wwe im 77. Lebensjahre. Däe ta’aMea'nelen HiaiterbBiebesien 1786 Giessen (Goethestrasse 40), Brooklin, Friedberg, den 1. April 1905. Blumen auf Wunsch der Verstorbenen dankend abgelehnt. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Den Eingang diesjähriger Neuheiten prium. 4 Bahnhofstraße 4 1771 gen & ev )lat» 8 5 1SEÖff Zimmermann. *7?8 Holzversteigerung mit 2 Bureaugehilsen. Lehrlinge: 1 Mechaniker. 1 Friseur. u n Dampf-Färberei und chem. Waschanstalt Mk. 4.50 17 1S98 - Höchste Auszeichnung zuerkannt für vorzügli Rein. 1776 ’k. 3 N «v ö 20 80 24 6 72 1 3 Ü N D N C S Ä 18,43 21,60 6,07 2,49 21,96 1,46 6 y W c «<1 tb 3 3 Frührofen . . . Gelbe Frühe . . Gelbe Nose« . . Ma^nnm bonuni Prub ^verbesserte Ma- gnnm bonurn) . Weltwunder . . Pf. Weltmann. . Prof. Leo . . . gmporatau . . . Jstm. a Nadel-Stämme Esche-Stämme Kirschdaum-Stämme Eile-Stämme 5.— 4.- 3.— 3.50 3.50 3.50 3.50 3.25 3.25 3.26 rr ©s rr cf einen bieten, Neu emgetroffen: Ein Posten Teller von 8 Pfg. an Ein Posten Tassen von 8 Pfg. an Ein Posten Dessertteller von 6 Pfg. an Ein Posten Wassergläser, 6 Stück zn 25 Pfg. Ein Posten Bierservree, komplett 89 Pfg. Ein Posten Emailletöpfe m. 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April 1905. Grosrherzogliche Bürgermeisterei. Arbeits-Vergebung. Die Lieferung von 11,40 Ifdm Einfassungssteinen, 25/40 cm stark, und 7,50 Ifdm Abdeckplatten 50/20 cm aus Lungsteinen für die Gemeinden Steinheim und Langsdorf soll durch Submission vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. Angebote sind bis spätestens den 4. Apnl abends 6 Uhr an denselben einzureichcn. Hungen, den 31. März 1905. 4761 Listmann, KreiSstraßenmeifter. Bekattutmachuttg Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Nntcr- Haltnug der städtischen Strasten «. s. w. ansgellihrten Arbeiten ttnb Lleiernngen im Nechiiimgsjabr 1904 sind bei Meldung der Nichlberückllchtigiing bis spätestens ben 1. Mai ds. Js. in doppelter Ausfertigung und Aktenformat unter Beifügung der Bestellscheine an uns einzureichen. . vr _r Bei dieser Gelegenheit machen nur darauf aufmerksam, -Urzeiten und Lieferungen für Rechnung des Tiesbauamts nur auf Grund der von uns ausgestellten Bestellscheine bezw. vorgelegten Kontobücher zu bewirken, andernfalls wir die Rechnungen nicht anerkennen und kurzer Hand zurückweisen werden. B1/« Gießen, den i. April 1905. Städtisches Tiefbanatnt. Bra uba ch. Berichtigung. Die Holzversteigerung der Fürstl. Oberförsterei Gedern findet nicht am 6. April, sondern Dienstag, 11. April statt. Gedern, am 1. April 1905. f)i/ Kl ingelhöffer, Oberförster. Ernst IBloedner, Seitersweff. "»’tfeten J*615 ’*S lni i>o, ttcil.) rb hier im erste 'c et5ht, ll'r Unter, fiuten Ex, ’n anderen ^cinie an. btc oft nur Giessen Neuenweg 4 Coblenz Firmungstrasse 4—6 Offenbach a. M. Frankfurterstrasse 36 Butzbach i. H. Fabrik gegr. 1848 die Arbeiten. 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Mangeln ebenfalls bellens und billigst. Arbeits-Vergebung. Freitag, den 7. April l. I., vormittags 10 Uhr äollen auf Größh. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. die xrstellungsarbeiten eines Querkanals im Orte Treis a. d. Lda. auf schriftlichem Angebot öffentlich in Akkord vergeben werden als: A. Erd- tu Maurerarbeiten veranschlagt zu Mk. 92,66 B. Steinhauerarbeiten » n • 186,56 C. Eisemvarenlieserung N » - 241,50 Die Offerten sind verschlossen und portofrei bis zu obigem Dermin auf Gr. Bürgermeisterei abzugeben, woselbst die Ver- chingnugTunterlagen zur Einstcht der Intercffenten offen liegen. Grünberg, den 29. März 1905. ,1765 I. A.: Förster, Kreisstraßenmeister. '!)! smonq. Aneignung •e vor Ge, 11 ichühen. Nl. Pr.s Aspe-Statmn Eiche- und 10 Nadel-Nuhknüppel, 1 Eiche- „ 284 Nadel-Derbllangen, 15 Nm. Buche-, 4,5 Nm. Eiche-, 4 Nm. Nadel-Scheit, 110 Nm. Buche-, 40 Nm. Eiche-, 103,5 Nm. Nadel-, 38 Rm. Erle-, 43 Nm. Aspe-Knüppel, 1250 Wellen Buche-, 1850 Eiche-, 210 Nadel-, 1300 Erle- und 1800 Wellen Aspe-Reisholz, 25 Nm. Buchen, 19 Nm. Eiche-, 36,5 Nm. Nadel-, 7,5 Nm. Aspe- und 23 Rm. Erle-Stockhotz. Das Holz in den Distrikten Mark, Rabenauer Straße und Streitköppel wird in der Mittagspause versteigert und bet der Braubach & Fischer, Frankfurt a. M., Oederweg 38 Friedberg i. H. h durch Dis- -ext bc§ Pro- hiil-rs-i-r di- nen «" ,,"18 t aber unfete inerie P * ■italfett gl* litgenbet N. M Sifttunflc« i hätten. , nrf 0® gute"®"1 )flg bmte vielen heme toberne« “nil on dem * ,e 1«** W. ff- Mi "lA pin (iii Wft.a von oeff vtil) kAs ist h'-i vttb A iiii **"5*i* ■wA“' Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustratze 2 (fBfirgermetfterctgebdube) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat dte Aufgabe, zwischen Arbeugebern und Arbeitnehmern (Wrbclfent jeglicher Art. Dtensibote« und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu oennttteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bi» S Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: , 1 landwirtschastliche Magd, 1 Gärtner, 1 landwirtschaftlicher Knecht 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Schreiner, 1 HauMmetder, 1 ^nfeur, 1 Schilbmacher, 6-8 Zimmerleute, 80-100 Schneider, 4 ningere Lailsburschen, 5 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Gärtner, 2 Schlosser, 1 Wagner, 1 Mechaniker,2 Buchbinder, 1 Lackierer, 3 Schreiner, 2 Bäcker, 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 2 Installateure, 2 Glaser, 2 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Gärtner (Prioatarbeit), 1 Schreiner, 2 Waich- oder Putzfrauen, 1 9nftanateiir, Ausläufer, 1 D.encr, Kalsier oder Portier, 1 Kellner (hier- oder auswärts), 1 Dleitztmadchen, 3 Lau))rauen, Gegen andere Systeme unerreicht vorteilhaft sind die von mir ge- iül,rtEn „Union"» Impf-WMimichim e laudwirtscha tl. Maschine» % und Geräte nur anerfnnnt beste bewährte D7/1 Fabrikate.** Saat Kartoffeln Ptimil Wcttctivicr Ware Preis für 50 Kilo mit Sack: Selesta...... 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AM g3- hSatfCIh »ata« K Gvpheuin Gretzett Coitys BierkeNer, Schanzenstratze ns Inhaber Ti. Wagner. Samstag den 1. April Sonntag bett 2. April Montag beit 3. April Dreitägiges Gastspiel ^gf: vom LptzialitM-Thkater Kolossciim Frankfurt. VVT' Auftreten von nur Künstlern I. Ranges. "7VV Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntag 2 Vorstellungen: 4 und 8 Nhr. Eutree ä, Person 50 Pfg. — Es ladet ergebenst ein [02016 L. Wagner» MMcr-Tumemll Gikßkn. Samstag, den 8. April 1905, abends 91/« Uhr pünktlich findet im Hotel Schütz untere diesjährige MMhs-Mgliedemrsamlnilg statt, zu der wir unsere Mitglieder hiermit einladen. Tages-Ordnung: L Bericht des ersten Svrechers. 2. Bericht des ersten Turnwarts. 3. Rechnungsablage. 4. Entlastung des Rechners für das Jahr 1903/04. 5. Wahl des Turnwarts für das Jahr 1905/06. 6. Feststellung der Sommersestlichkeiteru 7. Verschiedenes. Anträge, die noch auf die Tagesordnung gesetzt werden sollen, inüssen spätestens bis sunt 3. April 1905 gemäß Satz 33 Abs. 3 d. S. bei dem ersten Sprecher schriftlich eingereicht werden. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß Nichtanwe'ende nur dann wählbar sind, wenn sie vor der Versammlung dem Vorstände gegenüber sich schriftlich bereit erklärt haben, eine auf sie entfallende Wahl anzunehmen. v1/* Der Borstand des M. T. B. Gießen. Neuer Saalban . (früher Steins Garton). Sonntag den 2. April. Grosses Konzert aufigeführi von der 1782 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Groesh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan: 1) Berlin mein Sinn! Marsch. Glassmann. 2) Ansstellnngs-Onverture. Heinecke. 3.) Haideröschen. Idyll. Krausse. 4) Capriccio. Italien. Tschaikowski. 5) Ouvertüre zur Oper Oberon. Weber. 6) Die Teufelszunge. Schmidt. Solo f. Piston. Hr. Giess. 7) Fratienllebe und Leben. Walzer. Frz. von Blon. 8.) Fantasie a. d. Op. Der Geigenmacher von Cremona v. Hubay. 9) In Treue fest zum Zollernhause. Festzug a. d. Op. „Deutschlands Erhebungen.“ C. Machts. 10) Paraphrase a. d. Lied Ein Vöglein sang im Lindenbaum v. Eberle. 11) Sita-Mazurka. Lincke. 12) Von Gluck bis Wagner! Chronol.Potpourri v. Schreiner. Anfang nachmittags 5 Uhr. Eintritt Pfg. Cafe Leib. Dienstag den 4. April, abends 8 Nhr (ernste und humoristische Dichtungen) Mitwirkende: Charlotte Gartner — Marga Rus — Otto Conradi Max Andreas — Reinh. Lttttjohann — Car! de Giorgi Preise der Plätze im Vorverkauf: Loge numeriert Mk 1.50 I. Parkett numeriert Mk. 0.80 Sperrsitz „ „ 1.20 II. „ w v 0.50 Estrade numeriert Mk. 0.60 Vorverkauf von heute an bei Herrn Challier, Neuenweg. 02115 1799 Hochachtungsvoll Je vorm. I Happel. Auf Vorstehendes höflichst Bezug nehmend, werde ich das Eisenwaren-Geschäit in unveränderter Weise unter der Firma 3. Häuser, vorm. J. Happel weiter führen und eifrigst bestrebt sein, meine verehrten Abnehmer in jeder Weise zufrieden zu stellen. Zum Umzu 30 Mtr. Mtr. Paar 35 Mtr. 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