155* Jahrgang Erstes Blatt. Amir- Md Anzeigeblaii für den Rm§ Gießen W llenj 4336 w inhamUung von heute an S 50 ■ten|. jjacbf- Markt«*1’’10 lB alle* M 3^w “ i#«6 ... gmdwer^ igeräte rt jei®611 u bedeutend Reifen. edner Geschäft Ecke Selterswej l Wni »achmckags 2 Uhr wirt i welchem als ^cjtpreb^e: i unsburg, Pst. Weller- 4531 ■ diesem Feste herzlichst ck I er Sirchenvorstaud. M ssen * teilen 8ieto U’tnn? und Güte farih & Co., tart a. M, ß5/’ sehe Hofflet MITl onLeinenwäBChetouiD m unterscheiden. äs&M A , Mausburg 11; C- ,36; Julius Hoos,Bah; Lüdekiug, Selter«^/' -bach & R'erciiardt ’.-en, welche mit ■W Ä“ |gy &. •hule 111 Ä». / "(r, diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land^ und „Gerichtssaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Sg*»." Montag 11. Septemverisvs Bezugspreis: monatlich75 Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch k /X Abhole- u. Zweigstellen \ /5 s w monatlich 65 Pf.; durch Er begrüßte sodann auch das rronprinzliche Paar und schloß mit der Versicherung, daß bte Anwesenden es als „bor-i nehmste und edelste, allerdings in unserer gärenden Zeit auch notwendigste Aufgabe betrachten, das monarchische unb patriotische Gefühl in unserem Lande zu pflegen, zu stärken und unverletzt zu erhalten". Tem Festmahl folgte ein Feuerwerk im Kurpark, das alle Künste der Pyrotechnik glanzend zur Darstellung brachte. Die Folie lieferte der Kurpark, dessen Bäume und Beete ausschließlich rote Lampions und Lämpchen zierten. Zwei Kapellen brachten viel Wagner, viel Ungarisches von Liszt und Brahms und Moszkowsll', und eine Fülle patriotischer Märsche. Homburg hatte alt* gemein und glänzend illuminiert. * Der für heute vormittag 10 Uhr an gesetzte Feld> g o 11 e s d i en st wurde wegen des andauernden Regens» auf Befehl des Kaisers abgesagt. Die Abfahtt deS Kaiserpaares zur Parade nach Coblenz erfolgte heute nachmittags 6 Uhr. Ter Reichskanzler reiste bereits heute vor< mittag von Baden-Baden nach Koblenz. Tie Kronprinzessin bleibt auf dem hiesigen köntgk Schlosse wahrscheinlich bis zum 27. d. M. Auszeichnungen. Der „Reichsanz." meldet: Anläßlich der AnwesenheL des Kaisers in der Provinz Hessen-Nassau bei den Herbst- manövern wurde eine große 'Anzahl von Auszeichnungen verliehen. U. a. erhielten die Krone zum Roten r2Mer* orden 2. Klasse mit Eichenlaub Thom6, Eisenbahndirek^ tionspräsident zu Frankfurt a. M, den Roten Merorbeni 2. Klasse mit Eichenlaub (Oberbürgermeister Adickes- Frankfurt, Tr. v. Jbell, Oberbürgermeister von Wiesbaden, (der Kunstlehrer des Kaisers) Knackfu ß, Ge-< schichtsmaler in Kassel, Hoffmann, Oberpostbirektor tit Kasel,Professsor Mannhilsers-Marburg; den Roteü Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife: (der nationalliberale Reichstagsabg.) Bartling, Konnnerzienrat in Wies-- baden; den Kronenorden 2. Klasse mit dem Stern: v. Win d-i heim, Oberpräsident in Kassel, den Kronenorden 2. Kl. I a e o b i, Geh. Baurat in Homburg. Ferner hat der Kaiser dem Oberstaatsanwalt Dr. Hupertz in Frankfurt benl Charakter als Geh. Ober-Jttstizrat mit dem Range beo Räte zweiter Klasse und dem ordentlichen Professor in derj philos. Fakultät der Universität Marburg Dr. Frhr. vop der Ropp den Charakter als Geheimer Regierungsrat. Zn Koblenz. Koblenz, 10. September. Das war ein böser Sonntag! Zwar war es um Mittag trocken, aber ein unruhiger Wind zauste an den Festdekora^ tionen. Schade, denn diese waren wirklich schön. Man hatte eine Idee gehabt und die Idee mit Geschmack und ausreichenden Mitteln durchgeführt. Vom Bahnhof über den Markens bilchenweg, die Mainzer Straße, den Schloßplatz unb durchs die Schloßstraße zog sich eine ununterbrochene Kette VVW Fahnenmasten, mit Tannengrün umwunden, an ihren! Spitzen geschmackvoll gearbeitete goldene Kränze oder änderet Embleme. Von den Masten herab wehten stilgerechte ati-i deutsche Banner, vielfach mit heraldischem Adler, auch mit anderen Wappen und Farben aller »Art, an den Enden luftig! ausgezackt und gezipfelt. Mn anderen Stellen hingen» schwere dunkelrote Selarien, mit vergoldetem Netzwerk urn^ säumt, Obelisken trugen frische Blumen, zu den Fenstern,! hinaus waren wappengestickte Teppiche gehängt. Und nun, hatte man Guirlanden anfertigen lassen, künstliche freilich,^ von einem ölgettänkten Papier. Ms die Kriegervereine und die weißgekleidetem Schulmädchen, mit Kränzen im Haar, zum Spalier an* marschierten, begann es zu regnen. Bor der Festhalle standen! die Väter der Stadt im Frack und weißer Bürde und spannten^ den Schirm auf Den etwa hundert reizenden jurrgen Ehrendamen räumte man das Vestibül des Gebäudes ein. Dc^ standen sie nun, in den duftigen weißen Tüllkleidern ä KL ftance-Rosen im Haar und auf der Schulter und in der Hand, und schauten durch die Scheiben ins Wasser, das in Strömen vom Himmel kam. 6 Uhr! Der Regen läßt nach;! Muttg hinaus mit den niedlichen weißen Schühchen über' die Pfützen des Sttaßendammes gesprungen und auf deM rotausgeschlagenen Podium rm Halbkreis ausgestellt. Stärker geht der Regen nieder, noch darf man den schützenden Schirm aufspannen, da donnert der Salut vom Ehrenbreit« stein, die Kirchenglocken läuten. Die Schirme weg, es A alles egal! Es gießt in Strömen. Die Deutzer Kürassiere reiten an, das Kaizerpaar naht, im offenen Vierspänner, die Kaiserin in der Rechten den Schirm hallend. Bürgermeister Ortmann sprach. Der Kaiser winlle ihn fteundlich lächelnd an den Schlag, dankte chm und trank aus dem goldenen Pokal rheinischer Rebe Gold!. Fräulein Wegeler sagte ihre Verse, und die Kaiserin nahm mit huldvollen Worten lächelnd den Blumenstrauß. Die Pferde zogen an, und tausendstimmiges .Hurra hallte den Majestäten nach. Der Kronprinz, mit den Brüdern Ettel Friedrich und Adalbert zu dritt im Fonds eines gleichfalls offenen Wagens, trotzte mit augenscheinlich bestem Humor dem Wetter. Hell glänzten die Fenster an der breiten Schloß ft out und — Malice des Zufalls — als die Majestäten ihr Heim erreicht hatten, ließ der Regen nach, Abend trugen Coblenzer Männergesangvereine im Schloß Volkslieder vor: „Soviel Stern' am Himmel stehen", „Unterm Lindenbaum" und „Das Wandern ist des Müllers Lust". Nicht unerwähnt soll die liebenswürdige Einladung bleiben, die die Stadt Coblenz an die Vertreter der Preffe, insbesondere die Manöverberichterstatter, für heute äberckr «r. «18 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Zamilien- -Mtee viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l 'scheu Iklwers.-Buch-u.Stein- bniderei. R. Lang«. Redaktion, Spedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Aernsprcchanschluß 9ir. 51. Walbert Endert, der hessische Oberstallmeister Frhr. von Riedesel, der Eisenbahndirektionspräsident Thoms-Frankfurt, Regierungspräsident Dr. v. Meister, Erbmarschall Frhr. v. Riedesel, Erbschenk Dr. Frhr. Schenk zu Schweinsberg, Fürst zu Isenburg-Büdingen, Fürst zu Erbach-Schönberg, Graf zu Solms-Rödelheim, Wirkt. Geheimrat Prof. Dr. Schmidt-Metzler aus Frankfurt, der Bischof von Limburg Tr. Willi, Oberlandesgerichtspräsident Dr. Hagens, Universitätskurator Dr. Steinnietz die Universitäts-Rektoren Vosstus-Gießen und .Kvrschelt-Marburg, Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Breibert aus Gießen, Professor Jacoby-Homburg. Ter Kaiser, welcher die Uniform seines Gießener 116. Regiments trug, sührte die Kaiserin zur Tafel, die eine rosa Robe mit S-ilberstickerei, ein reiches Perlenkollier und ein wundervolles Brillantdiadem »trug. Der Kronprinz von Griechenland ffchrte die Kronprinzessin, die eine duftige weiße Robe mit Silber - stickereien angelegt hatte. Besonderes Interesse erregte der Maharaja von Kapurthala und sein Begleiter, der Raja-i- Rirjgan von Kapurthala. Ter erstere, ein stattlicher Mann, von dunklem Teint im schwarzen Vollbart, trug einen schwarzen Uniformrock mit überreicher Goldstickerei, darüber ein schwarzweiß gestreiftes Ordensband, den krummen -Säbel mit elfenbeinernem Löwengrrff, am weißen, goldverbrähm- ten Turban den Stutz von Straußenfedern mit glänzender Brillantagraffe. Kaiser und Kaiserin unterhielten sich freundlichst mit dem Inder, 6et Tafel pflog er Unterhaltung mit der Hofdame Fräulein v. Helldors und dem Generalfeldmarschall v. Hcchnke. Ter Raja--i-Rajgan, ein junger, schöner Asiate, der eine Art schwarzer Husarenuniform mit silbernen Fangschnüren trug, plauderte heiter und lebhaft in franz. Sprache mit dem Generäl v .Bock, dem bayerischen Kriegsminister und dem Oberhofmeister Frhr. v. Mttbach. Der Trinkspruch des Kaisers. Der Kaiser hielt einen Trinkspruch, der folgenden Wortlaut hatte: ,^Jn dem mit so lieb imb teuer gewordenen Homburg ist es mit eine besondere Freude, im Namen I. M. der Kaiserin und in meinem Namen Euter Exzellenz (an den Oberpräsidenten von Windhettn gerichtet) unseren herzlichsten Dan? und unsere große Freude auszusprechen über den herzlichen imb warmen Empfang, den die Bevölkerung dieses Teils der Provrnz Hessen-Nassau uns bereitet bat. Ich darf wohl sagen, daß ich das Gefühl habe, hier unter Bekannten zu sein, und daß Homburg und Homburgs Bevölkerung sich gewissermaßen zu unserer Familie rechnet. Wie könnte es auch anders sein. Die Erinnerungen ans früher Kindheit führen mich schon in diese Provinz hin, und es war mir hier vergönnt, in der Zett bet großen Eindrücke, die ich erlebte, die Nachrichten von dem großen Einigungskampfe zu empfangen; zu gleicher Zett hatte ich die Gelegenheit, die batmherzige und mildtätige Hilfe meinet verstorbenen Frau Mutter bewundernd zu beobachten, wenn ich sie an das Bett der Krieger begleiten durste, welche von ihren Wunden hier genasen. Dabei möchte ich aber auch den tiefen Eindruck nicht vergessen, den mir das Weh und das Leid, das der Krieg in ein Land hineinführt, und das, was die Menschen ausgeftanden und ansgehalten haben, damals gemacht hat. Hieraus läßt sich erklären, daß ich als Regent es meine Hauptsorge sein lasse, daß meinem Lande der Frieden erhalten bleibt. Der gestrige Tag hat mit die große Freude gemacht, viele tausende alter Kriegskameraden meines Großvaters und Va'ters den! aktiven Korps gegenüberstehen zu sehen, mit den Ehrenzeichen aus großer Zeit an der Brust. Sie haben ihren Fahneneid gehalten, ihre Pflicht getan, und leben jetzt als Vorbilder der Pstege von Treue und Patriotismus für die jüngere Generation. Besonders dankbar gedenken möchte ich aber der schönen weihevollen Stunde des heutigen Morgens. Das schöne Standbild, das die Stadt dem großen Einiger unseres Vaterlandes gesetzt hat, ist ein beredter Ausdruck ihrer Gefühle, ebenso die schlichten Wolle, die über ihn und unser Haus gefallen sind. Man kann wohl sagen, wenn man von dem Standbild Kaiser Wilhelms des Großen im Park zu Homburg hinaufblickt in den Taunus, zur Saalburg, wo der römische Imperator in der allocutio vor der Polla decumana steht: Es ist hier uralter Kulturboden, der stets eine große Rolle in der Geschichte gespielt hat. Roms Heeve haben ihn besetzt, um ihr Reich zu wahren. Die Fürsten von Nassau-Oranien, meine hohen Voffahren, haben die Glaubensfreiheit erkämpfen helfen, und bas erloschene Geschlecht der Homburger hot hier gelebt, deren einem unsere deutsche Dichtung eine der schönsten Figuren verdankt, die je einer unserer deutschen Dichter geschaffen hat. Und so geht es herunter bis auf die jetzige 3eit. Freilich sind es auch wehmütige Erinnerungen, die uns mit Homburg verknüpfen. In seine Umgebung zog sich meine verblichene Frau Mutter zurück, um von schwerem Weh und Sii mm er sich zu erholen, der hohen Kunst sich widmend und ringsum kulturbringend und befruchtend wirkend. So hat sic gelebt — geliebt und geachtet von der Bevölkerung der Umgegend — bis Gott sie abrief. So sind die Beziehungen von meiner Jugend auf bis zum heutigen Tage innige und mannigfaltige, die mich mit diesem Landesteile verbinden, und ich kann mir wohl das Zeugnis ausstellen, daß ich redlich bemüht bin, ihm aufzuhelfen und zu seiner Fortentwicklung das meinige beizuttagen. Jedenfalls kann ich nur versichern, daß mich jede Stunde meines Lebens freut, die ich in biefem Teile der Provinz Hessen-Nassau zubringen kann. Ich trinke auf das Wohl der Provinz dreimal Hurra!" Die Antwort des Oberprasidenten. Nach dem Kaiser erhob sicy Oberpräsident v. Wind- heim zur Erwiderung. Er dankte dem Kaiser „für die Gnade und Freude, die uns durch die Anwesenheit Eurer Majestäten wiederum zuteil wurde, sowie für die überaus gnädigen Worte, die Eure Majestät soeben an uns, die hier Anwesenden, und von Eurer Majestät entbotenen Ver- tretet der Provinz zu richtei die 6!-nadc hatten, sowie ferner für die reiche Fülle von Gnadeubeweiseii, durch welche Eure Majestät heute zahlreiche Bewohner der Provinz auszuzeichnen geruht haben." Ein gesundes monarchisches Gefühl sei, so fuhr Herr v. W. fort, in Sinn und Herz des hessen-nass. Volkes tteu unb festgewurzelt vorhanden. !LZS Pie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Rheinische Kaisertage. Homburg v. d. H., 10. Sept. Die Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals. Gestern vorm. 11 Uhr sand in Anwesenheit des Kaiser- Paares, des kronprinzlichen Paares, der fürstlichen Gäste aus Bayern, Baden, Rußland, England, Dänemark usw. im Kurgarten die Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. statt. Tas Denkmal zeigt mächtige Formen; es steht gerade vor dem Kaiser Wilhelm-Bad. Der Entwurf stammt von Prof. Fritz Gerth, einem geborenen Wiesbadener, der in Rom lebt. Der Künstler schuf eine friedliche Statue. Das über drei Meter hohe Standbild des Kaisers — eine Bronzefigur — steht auf einem hohen Sockel aus schwedischem Granit, den in dem unteren Teil ein Lorbeerkranz aus Bronze schmückt. Das Kaiserzelt, gegenüber dem Denkmal, zeigte römischen Stil, ein Kunstwerk von Blättern, Blumen und Blüten. Homburger und Kirtorfer Säuger trugen den „Kaiser- gruß" vor. Dann hielt der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger die Ansprache. Er gab zunächst der DankeSpflicht Homburgs gegenüber dem perffcher, der Deutschland geeinigt habe, Ausdruck und fügte daran eine Schilderung der Charaktereigenschaften Kaiser Wilhelms I., seiner Milde, seines Mutes, seiner Entschlossenheit und seiner Pflichttreue. Unter ihm und durch ihn wäre für Deutschland alles Ersehnte und Erhoffte ausqelost und erreicht worden und ein Völker- srühling erstanden, der die höchsten Erwallungen übertroffen habe. JSr hat uns hinterlaßen ein einiges deutsches Vaterland, frei durch Semunft, stark durch Gesetz und an dieses heilige Vermächtnis soll uns und unsere Nachkommenschaft das zu enthüllende Standbild «rinnern." Die Hülle fiel, die Truppen präsentierten, der Sanger- chor trug Dahns „Macte senex imperator" vor. Sodann nahm Bürgermeister Maß das Denkmal in die Obhut der Stadt und schloß mit dreifachem Hurra auf Kaiser, König und Landgraf. Damit war die Feier beendet; sie nahm kaum eine halbe Stunde in Anspruch. Der Kaiser ttat nicht aus dem Zelt zum Denkmal heran; er ließ die Festredner und den Landrat v. Marx zu sich entbieten und unterhielt sich mit ihnen mit freundlicher Lebhaftigkeit. Tr. Rüdiger hatte seine Rede llar und vorttefflich pointiert vorgetragen, und der neue ,F)ber"-Bürgermeister Staat hat kurz und gut gesprochen, und so sagte der Kaiser nachher zu den beiden: „SSon Euch Herren kann man hier reden lernen!" Auch dem Künstler gegenüber war der Kaiser sehr fteundlich; hat er ihm doch auch schon eine neue Aufgabe gestellt, das Hessendenkmal, das der Kaiser am Elisabethbrunnen errichten lassen will, eine Erinnerung an die Landgraffchaft Hessen-Homburg und das ausgestorbene Landgrafengeschlecht, und eine Gegengabe an die Stadt. Die Kaiserin war in erdbeerfarbiger Toilette erschienen, von der sich das gelbe Band des schwarzen Adlerordens lebhaft abhob. Ihr Hut war mattgrau, ein Stroh- Toque mit langer Straußfeder von der Farbe der Toilette. Zartes Hellblau eines schleierartig feinen Gewebes umhüllte die schlanke Gestalt der Krouprinzesfirr. Auch der flache, runde Hut war hellblau und seine lange volle Sttaußfeder h -rmonierte mit der weißen Sttcmßfeder- Boa, die lose um die Schultern gelegt war. Die Kronprinzessin konnte übrigens, da ihre Gesundheit zurzeit einige Schonung erfordert, nicht an allen Festlichkeiten teilnehmen. Vor der Abfahrt nahm der Kaiser den Parademarsch über das 80. Regiment ab. « Zur Frühstücks takel vereinigte sich die kaiserliche Familie im Schloß. '2&n Nachmittag fuhr das Kr o n - Prinzenpaar im grauen Automobil mit arau gekleidetem Chauffeur spazieren, die Kaiserin emp^ .j Tonnen der Provinz, wobei es Chocolade und andere Erfrischungen gab, und empfing später bte Fürstin zu Jsenburg-Virstein, die Fürstin zu Isenburg-Büdingen, die Fürstin Paul Metternich mit Tochter und die Firsttn zu Erbach-Schönberg mit Tochter. Der Kaiser machte eure ausgedehnte Automobilfahrt ins Manövergelände, die ein glänzendes Zeugnis dafür ablegen konnte, in wie kurzer Zeit man sich auf dem modernsten Fahrzeug über die ausgedehntesten Strecken orientieren kann. Die Fahrt führte über den Taunus hinweg über Idstein und Kirberg bis einige Kilometer vor Limburg, und zurück über (Samberg- Die abwechslungsreiche Gegend, bte Berg und Tal im fortwährenden Wechsel zeigt, bot in der klaren nachmittäglichen Herbstbeleuchtttng die wundervollsten Aussichten und Durchblicke. Man darf annehmen, daß in der Gegend zwischen Limburg und Cam- berg sich wichtige Kämpfe, wenn auch nicht am ersten Tage, abspielen werden. Das 18. Korps hat sich bereits heute von hier aus in nordwestlicher Richtung in Bewegung gesetzt und wird seinen Vormarsch nach dem morgigen Ruhetage am Montag fortführen. Die Tafel für die Provinz bereinigte die Spitzen der Behöroen, unb wie immer bet solchen Gelegenheiten mischten sich der Waffenrock mit den silber- und goldgestickten Uniformen der Beamten, den roten Röcken der Johanniter, Maltheser unb Lanbstänbe, den grünen Röcken der Forstbeamten, den schwarzen, violetten unb roten Gewünbern ber Geistlichen. Auch der Frack war nicht selten vertreten, unb die stattlichen Gestalten ber Oberbürgermeister mit den schweren goldenen Amtsketten konkurrierten erfolgreich mit jeder Uniform. Aus der langen Reihe der Geladenen sind zu nennen: der großbritanntsche Botschafter Sir Frank Lascelles und der Maharaja von Kapurthala, Oberpräsident v. Windheim, Fürst %u Jsen- burg-Btrstein, Gllff zu Jsenburg-Meerholz, Wirkt. Geheimrat Proz. Dr. v. Behring aus Marburg, der Bischof von Fulda v. Md -nach dem „Casino" zu einem Glase Wein hatte ergehen lassen. Das Schloß zu Friedberg ist wieder verwaist, S. K. H. der Großh erzog ist nach Darmstadt abgereist und begibt sich heute nach Mainz. Bon seinem dortigen Schlosse wird er täglich per Automobil ins Manövergelände fahren. Tas Manöver. Heute beginnen die eigentlichen Kaiserin'anöVer. Für einige Regimenter, s. B. 115 er, 116 er, 118 er, die 63 er Artillerie, Teile der hessischen, badischen und preußischen Kavallerie war bereits der Samstag ein Marschtag, die Regimenter sind westwärts über den Taunus gerückt, zum Teil über die -saalburg, Königstein, Falkenstein und durch den Kreis Usingen. Letzterer Kreis ist von Kavallerie und Artillerie vollständig überflutet. Die 116er liegen am 10. und 11. September in -Schmitten, Arnoldshaiu und Dorfweil nördlich vom Feldbcrg. Das ganze 18. Armeekorps trat heute früh den Vormarsch gegen Koblenz unter dem Befehl des Korpskommandeurs v. Eichhorn au und wird heute abend auf der Linie Limburg, Hahnstätten, Kirberg. Idstein, Hohenberg, Langen-Schwalbach Aufstellung nehmen. ^r,as 8. Armeekorps wird nach seiner Parade heute nachmittag über Lahn und Rhein ostwärts vorrlicken. Dienstag wird cs wahrscheinlich nur zu Vorposten- und Kavalleriegefechten kommen, das Hauptgcfecht wird sich Mittwoch abspielen und zwar in der Gegend von Nastätten, Miehlen, Katzenelnbogen, Hahnstätten. Dienstag und Mittwoch werden fast sämtliche Truppenteile Diwack auf dem „Schlachtfeld" beziehen. Das Hauptquartier liegt von heute ab in Katzenelnbogen, wo auch der kaiserliche Marstall sich befindet. Das 8. Armeekorps kommandiert General der Kavallerie von Deines, es ist verstärkt durch eine Kavallerie-Division A. Am Donnerstag früh vereinigen sich die beiden Armeekorps zum Angriff auf die Festung Koblenz-Ehrenbreitenstein. J4>a die Truppen Lahn und Rhein überschreiten müssen, so müssen die Pioniere größere Brückenbaaten ausführen. Tie Leitung der Schlacht geschieht vorwiegend durch Telephon, sodaß auf dem ausgedehnten Gefechtsfeld große Telcgraphenleitungen angelegt werden müssen. In Katzenelnbogen und Nastätten liegen Telegraphenleitungen aus Berlin und Koblenz und stellen Linie von Koblenz nach Katzenelnbogen, Nastätten usw. her. Der Kaiser besichtigt am Dienstag einige Schlösser und Burgen am Rhein und wird Mittwoch und Donnerstag — wie verlautet — selbst den Oberbefehl übernehmen. Am 15. September gehen die Manöver zu Ende, und bic Infanterie-Regimenter werden per Bahn in ihre Garnisonsorte verbracht, ihre Entlassung erfolgt am 18. Sept. Tie be- rittenen Tr-nw^n m uiriiff. Deutsches Reich. 23 er I in, 9. Sept. Tas Kaiser paar wird voraussichtlich am 16. d. M. von Koblenz nach Potsdam zurück- kehren. — Wie eine hiesige Korrespondenz aus Hofkreisen erfahren haben will, hat das Kronprinzenpaar Grund, einem frohen Familienereignisse in einiger Zeit entgegenzusehen. — Wie der „Vorwärts" mitteilt, wurde an den Reichskanzler Fürsten Bülow lolgendes Telegramm geschickt: 9lnt 1. September wurde in Warschau der preußische Staatsangehörige K a s p r z a k zum Tode verurteilt. Gegen das Urteil haben die Verteidiger des Verurteilten das Rechtsmittel der Kassation eingelegt. Der Kassationshof residiert in Petersburg. Gestützt auf den Kriegszustand in Warschau hat der Herr Generalgouverneur die Absendung der Kassationsvegründung inhibiert. Dies Verbot ist eine Verweigerung der dem Verurteilten zustehenden Rechtsmittel. Tie Unterzeichneten ersuchen den Herrn Reichskanzler beziehungsweise das. Auswärtige 9(mt Rücksicht auf die Kürze der Zeit unverzüglich bei der russischen Regierung das Verlangen zu stellen, die Vollstreckung des Urteils aus zu setzen und dem Verurteilten die ihm zustehenden Rechtsmittel zugängig zu machen. Ein gleiches Telegramm ist an den Herrn Staatssekretär des Auswärtigen Amtes abgegangen. Um Antwort ersuchen die Mitglieder des Reichstages Auer, G-risch, Molkcnbu.hr, Pfannlüch, Singer, Lindenstraße 69. Ans Warschau kommt indes heute die Meldung, daß am 8. d. M. dort der So.'-ialisteu.führer Kasprzik h i n g e r i ch t e t worden ist! Ausland. London, 9. Sept. Der König ist aus Marienbad wieder hier eingeiroffen. Paris, 9. Sept. Der Staatsanwalt beantragte die Anklage gegen den flüchtigen Avino genannt Farkas 1. wegen Mordversuches gegen den König von Spanien, den Präsidenten Loubct und 18 Personen des Gefolges der beiden Staatsoberhäupter, 2. wegen Teilnahme an einer verbrecherischen Vereinigung und 3. wegen Erzeugung und Besitzes von Sprengmitteln. Gegen den Schriftsteller Charles Malato, gegen den Engländer Harvey, gegen den Franzosen Caussane und gegen den Spanier Vallina wird die Anklage wegen Mitschuld beantragt. Wien, 10. Sept. Das vom Gemeinderat beschlossene Verbot des rituellen Schachtens, d. i. die Tötung des Schlachtviehes mittels Halsschnittes ohne vorherige Betäubung, wurde von dem Ministerium des Innern im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kultus und Unterricht mit der Begründung aufgehoben, daß das Schächten als eine mit dem Kultus einer gesetzlich anerkannten Religionsgenossenschaft im Zusammenhänge stehende Handlung anzusehen sei. Auch die nicdcrösterreichische Statthalterei hatte das Verbot des Magistrates als mit den Staatsgrundgesetzen im Widerspruche stehend sistiert. Russische Neuigkeiten. In Warschau und Umgebung wurden am 8- d. M. drei Polizisten ermordet und zwei verwundet- Für heute steht dort der Ausbruch eines neuen Generalstreiks bevor als Antwort auf die Hinrichtung des Sozialistenführers Kasprzak- Nach zehntägiger VerhandUmg gegen 75 Matrosen des Panzerschiffes „Georgi Pobsedonoszew" wurden vom Militär-Marinegericht drei Angeklagte zum Tode, 19 zu Zwangsarbeit, 33 zur Einreihung in die 'Arrestantenkompagnie verurteilt und 20 freigesprochen. Durch kaiserlichen Ukas werden provisorische neue Reglements für die Verwaltung der höheren Unterricht s a n st a l t e n eingerührt. Danach wird künftig der Rektor von den Dekanen, der Fakultätssekretär von der Fakultät gewählt. Tie Wahlen haben vor Beginn des Schuljahres stattzusinden- Die Aufrechterhaltung der Ordnung und des regelmäßigen Ganges des Unterrichts liegt dem Rate der Dekane ob, die auch bei Ord- nungsstörungen die "Aussetzung des Unterrichts zu beantragen haben. Die Schlichtung von Zwistigkeiten,welche Studenten betreffen, wird einem aus Professoren gebildeten Disziplinarrate übertragen- Jas tzrdöiven in Sübitalien. Die Provinz Calabrien, die fruchtbarste von Süditalien, ist von dem Erdbeben total verwüstet worden. Kaum eine Stadt, kaum ein Dorf der ganzen Provinz ist mit einem blauen Auge davongckommen, manche sind geradezu Ruinen. In einigen Fällen riß ein kurzer Stoß die Dächer über den Häuptern der Schlafenden in Fetzen, von Entkommen keine Rede. In anderen Fällen war der Stoß, weil mehr in die Länge gezogen, auch sehr gewaltig, und die Bewohner konnten mit genauer Rot noch eben hinausstürmen. Wie durch einen Zauber leerten sich die Gebäude, Männer, Frauen und Kinder im Hemde füllten die Straßen, die Frauen mit entsetztem Geheul, viele auf den Knien liegend und den Schutz der Heiligen anflehend. Der erste Stoß wurde gegen drei Uhr morgens verspürt, als die Bauernschaft irii letzten Morgenschlaf lag. Er dauerte 18 Sekunden. Der zweite setzte etwas später ein in eine Kette, die volle dreiviertel Stunden dauerte, und ein totales Zerstörungswerk verrichtete. Wie italienische Zeitungen melden, übersteigt in Palmi der durch das Erdbeben angerichtetc, bisher scstgcstelltc Schaden jede anfängliche Schätzung. Leichte Erderschütterungen wiederholen sich immer wieder. Die Bevölkerung bringt die Rächte unter freiem Himmel zu. Die Behörden ordneten die Zerstörung von 300 unbewohnbar gewordenen Häusern an. Die Zahl der Getöteten in Paghelia wird auf dreihundert geschätzt. Die Zahl der bisher in Melito fest- gestellten Opfer wächst immer mehr. Bei einer elfköpfigen Familie sind alle unter den Trümmern umgefommen. Güterzüge schaffen Hunderte von Verwundeten fort. Es wird bestätigt, daß die Zahl der Toten in Joppolo 200 beträgt. Alle Wege sind mit Flüchtigen erfüllt. Der Anblick von Pizzo ist besonders nachts schrecken- erregend. Tie aus Catanzaro angckommenen Truppen fahren in der Bergung der durch die Trümmer Getöteten fort. Das Schloß Quima ist in Gefahr. In Castiglione find 16 Häuser eingestürzt, in Castrolibcro sind zehn Menschen umgekommen. AuS San Lucido werden ungeheure Schäden gemeldet; das Schloß ist'zerstört, mehrere Menschen sind unter den Trümmern getötet worden. Torzano ist fast gänzlich zerstört. Auf der Insel Stromboli wurde ein heftiger Erdstoß verspürt, durch den alle Häuser beschädigt wurden. Das Kabel ist unterbrochen. In Santa Marina und in Belvedere weigert sich die Bevölkerung, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Sie verlangt in Eisenbahnwagen nächtigen zu dürfen. In Martirano ist die Lage trostlos. Unzählige Leichen liegen unter den Trümmern, lieber 100 Leichen sind geborgen. 2000 Personen sind ohne Obdach. In der Provinz Cosenza ist der Schaden ungeheuer groß. Ueberall hin wurden Aerzte, Ingenieure und Militär zur Hilfeleistung entsandt. Die Zahl der Opfer in der Provinz Catanzaro belauft sich bis jetzt auf 450 Tote und tausende Verwundete. In manchen Orten findet man durch Messerstiche Getötete, die wahrscheinlich in fürchterlichen Kämpfen um die Ausgänge, in dem rücksichtslosen Bestreben eines Jeden, sich selbst zu retten, sich das Leben nahmen. In Catanzaro selber versuchten 1400Gesangene, die durch das Erdbeben in einen wahnsinnigen Schrecken versetzt waren, die Türen ihrer Zellen zu durchbrechen, und nur durch zahlreiche herbeigerufene Truppen konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Der Ausbruch desVesuvs hält noch an, im Süden hat die Lava die Drahtseilbahn erreicht und zerstörte davon eine Strecke von 50 Metern. Man befürchtet weitere Ausbrüche, da die Registrierapparate für Erdbeben noch unausgesetzt in Bewegung sind. Der König von Italien beschloß, die vom Erdbeben heimgesuchten Gegenden persönlich zu besichtigen. Kaiser Wil Helm und andere Staatsoberhäupter haben dem König telegraphisch ihr tiefes Bedauern und ihre lebhafte Sympathie für Italien ausgesprochen. Der italienische Ministerrat beschloß, 250 000 Lire zum Vesten der Opfer der Erdbebenkatastrophe zu verwenden. Das Ministerratspräsidium und verschiedene Ministerien steuern außerdem zusammen 25 000 Lire für eine nationale Sammlung zum Besten der Verunglückten bei. Die Ravigazione generale Jtaliana hat Fortis 10 000 Lire für die Geschädigten zur Verfügung gestellt. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Ferraris, ist bereits in dem von den Erdbeben betroffenen Gebiet. Er hinterließ an verschiedenen Orten die mit ihm eingetroffenen Aerzte und das Krankenpflegerpersonal und gab Geldunterstützungen. Der Sachenschaden ist überall außerordentlich groß, da die Erdstöße, wenn auch in leichterer Form, sich wiederholen. Die Erregung und Furcht der Bevölkerung ist sehr bedeutend. Die Gemeindebehörden von Rom bewilligten 50 000 Lire für die Opfer. Den Blättern zufolge ersuchte der Papst den Bischof von Kalabrien um Berichterstattung und beauftragte ihn, die unglückliche Bevölkerung zu trösten. Aus Neapel wurde alles verfügbare Brot nach Salerno geschickt. Hötlkürgermeifler Dr. Kaßner in Mainz Mainz, 9. September. Oberbürgermeister Dr. Gaßner ist, wie uns bereits ein Telegramm am Samstag meldete, ini Rochushospital g c ft o r b en. Dr. Gaßner war am 8. Juni 1847 zu Mainz geboren als Sohn des Großh. Notars Heinrich Gaßner; er studierte in Gießen und Heidelberg und bestand 1871 die Staatsprüfung. Im Dezember 1872 wurde er zum Honorar- Substitut des Staatsprokurators am Bezirksgericht Mainz und 1878 zum Substitut des Generalstaatsprokurators am Obergerichte der Provinz Rheinheffen ernannt. Am 18. Juni 1879, nach Einführung der neuen Justizorganisation, erfolgte feine Anstellung als Staatsanwalt. Am 23. September 1888 wurde er als besoldeter Beigeordneter der Stadt Mainz und Vertreter des Bürgermeisters eingeführt und am 24. Februar 1904 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig zum Bürgermeister von Mainz gewählt. Die Bestätigung seiner Wahl erfolgte am 29. März 1894 und seine Ernennung zum Oberbürgermeister am 16. Juni 1894 bei der Anwesenheit des Großherzogs zum Bundesschießen. Dr. Gaßner besaß die höchsten hessischen und hohe außerhessische Ordensauszeichnungen. Mainz verdankt seiner ziel- bewußten Tatkraft viel, und die endliche Entfestigung ist nicht zuletzt seinen guten persönlichen Beziehungen zum deutschen Kaiser zuzuschreiben. Sein prächtiger, nie verletzender Humor bewährte sich oft und namentlich in den früheren Jahren, als et- den Präsidentensitz des Mainzer Karnevalvereins inne hatte. Auch zur Presse stand er im freundschaftlichen Verhältnis und er betätigte sich selbst als hervorragender Opern- kritiker am „Mainzer Tagebl." zu der Zeit, als dort noch der Lustspieldichter Wilhelm Jacobi die Redaktion führte. Der Groß Herzog sandte folgendes Beileidstelegramm: WoliSgarten, Jagdschloß. Es drängt mich, der Stadt Mainz zu sagen, wie ich mit ihr den Heimgang ihres vortrefflichen Oberbürgermeisters Dr. Gaßner aufrichtig betraure. E r n st Ludwig. Staats m ini nist er Rothe telegraphierte: Ministerium spricht der Stadt Mainz wärmste Teilnahme an dem schweren Verlufle aus, den die Stadt durch Hinscheiden des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner erlitten. Ministerium des Innern: Rothe. Vom Kaiser traf am Samstag aus Homburg v. d. H, folgendes Telegramui ein: „Seine Majestät der Kaiser und König nehmen an dem schweren Verluste, welchen die Stadt Mainz durch das Hinscheiden ihres hochverdienten Oberbürgermeisters erlitten hat, herzlichen Anteil und sprechen der Stadt Mainz Allcrhöchstihr wärmstes Beileid aus. | Aus Allerhöchsten Befehl: Der Geheime Kabinettsrat v. Lucanus.' In einer außerordentlichen Stadtverordnetensitzung hielt Bürgermeister Dr. Göttelmann eine Gedächtnisrede. Die Beisetzung erfolgt Montag nachmttag 4 Uhr auf städtische Kosten. Ans MM und Land. Gießen, 11. September 1905. • • Die Hundertjahrfeier des Komponisten Reeb. Am 11. Dezember ds. Js. sind 100 Jahre verflossen, daß der bekannte Komponist und Musikdirektor Heinrich Nceb zu Lich geboren wurde. Er lebte, so schreibt man uns, fast stets in Frankfurt, wo man auch anläßlich seines hundertsten Geburtstags große Festlichkeiten plant. Die Gesangvereine, besonders der von dem verstorbenen Komponisten gegründete Neebsche Männerchor, werden umfangreiche Programme für die Feier aufstellen, und auch die Bevölkerung dürfte an der Feier lebhaften Anteil nehmen. * * Der Sängerkranz unternahm am Samstag bei sehr zahlreicher Beteiligung eine Sängerfahrt nach Höchst a. M., zum Besuche des dortigen Mannergesangvereins. Es war ein Gegenbesuch, und das Zusammentreffen der beiden Vereine trug darum einen herzlichen und später auch sehr fidelen Charakter. Nach dem Empfang am Bahnhof wurden durch ein gemeinsames Essen die leiblichen Bedürfnisse Bcfricbigt, um dann mit desto mehr Freudigkeit und Munterkeit edler Sängerluft zu huldigen. (55 war in den schönen, eigenen Käsinoräumcn des Höchster Vereins, wo beim Herrenabend in ernster und heiterer Weise,, bei Gesang und schäumendem Pokal die ganze Nacht hindurch die lebhafteste Unterhaltung herrschte. Bei manchem stellten sich dann freilich am Sonntag unter dem Licht der Sonne traumhafte Zustande ein, die sogar bis nachmittags anhieltcn. Aber die Freuden der Sängerfahrt waren noch lange nicht erschöpft. Auf der „Schönen Aussicht" in Höchst, wo man einen wundervollen Blick ins Maintal, zu dem sich hinschlängelnden Fluß und, den zahlreichen hübschen Dörfern genießt, wurde das gemeinschaftliche Mittagsmahl eingenommen. Dann sahen sich die Gießener Vcr- einsmitglicder auf einem Gang durch die Stadt Höchst deren Sehenswürdigkeiten an. Am Abend wurde bei festlicher Zusammenkunft auch die Damen des Höchster Vereins begrüßt. Es gab einen durch Gesangsvorträge, muntere Toaste und humoristische Veranstaltungen äußerst gemütlichen Familienabend. Noch bei der Abfahrt vom Bahnhof gaben die Höchster Herren ihren Gästen Beweise ihrer Gastfreundschaft. Einer erhielt eine riesige Servelatwurst, die wahrend der Eisenbahnfahrt zuerst als Dirigentenstab gebraucht, später in friedlicher Eintracht verteilt und verzehrt wurde. Als bleibende Erinnerung wollte man keine Würste, wohl aber das Bewußtsein mitnehmcn, daß durch den hübschen Ausflug die Freude am deutschen Lied neue Anregungen und Förderungen erfahren hat. • • Ruhestörung. Zwischen Vater und Sohn, welche gestern abend von einer Kirchweihe zurückkehrten, entstand am Neuenweg Streit, infolgedessen die Schutzmannschaft einschreiten mußte. Gegen den betrunkenen Sohn und Ruhestörer wurde Anzeige erhoben. • * Einige Betrunkene, die gestern nachmittag auf der Straße umhertaumelten und Auflauf verursachten, mußten zur Haft gebracht werden. * * Ueberfall. Gestern abend zwischen 11 und 12 Uhr wurde ein hiesiger Arbeiter auf der Straße von Krofdorf nach Gießen von mehreren Unbekannten überfallen und geschlagen, wobei er sechs Messerstiche erhielt, sodaß er in der Klinik verbunden werden mußte. Lauterbach, 9. Sept. Dem ersten Vorsitzenden deS Kriegervereins, Rendant Frieß, wurde von dem Kaiser der Kronenorden 4. Klasse in Anbetracht der Verdienste um das Kriegervereinswesen verliehen. Alsfeld, 9. Sept. Das Stadtoerordnetenkollegium beschloß mit Rücksicht darauf, daß die Anlage eines Schieß> und Uebungsplatzes für das 18. Armeekorps in der Gemarkung Wermertshausen (Kreis Marburg) und Nüdingshausen (Kreis Gießen) wegen der Höhe der Kosten nicht zur Ausführung gelangen wird, das Generalkommando auf das Hochplateau deS Vogelsberges aufmerksam zu machen. Dort liegen keine Dörfer im Wege, und der durchweg mit Wald bestandene Grund und Boden ist zumeist Eigentum des Staates. [] Marburg, 10. Sept. Bei der diesmaligen Versteigerung des Straßenobstes wurde trotz der schwachen Obsternte ein Gewinn von 1332 70 Mk. erzielt. Im vorigen reichen Obstjahre kamen nur 780 Mk. heraus. — InHeskem ver kaufte in öffentlichem Termin ein Landwirt einen großen Acker. Zwei fremde Händler machten dabei ein gut Geschäft, sie erstanden den Acker und verkauften ihn eine Stunde später mit einem Gewinn von über 1000 Mk. an einen Nachbar des seitherigen Besitzers. Frankfurt, 11. Sept. Das Privatboot des Bankiers Hugo Keßler, ein Doppelzweier, ist Sonntag abend gegen 6 Ühr auf dem Main in der Nähe der Wilhelmsbrücke auf der Sachsenhäuser Seite untergegangen. Leider sind bei dem Unfall zwei junge Menschenleben vernichtet worden: ein Neffe Keßlers, Schüler des hiesigen Goethe- Gymnasiums, und ein anderer junger Anverwandter aus England, der Sohn eines dort lebenden Vetters des Bootsbesitzers, sind ertrunken. Das Boot war mit Keßler, feinem Associß W. Melber und den Genannten besetzt. Das Wetter war stürmisch, bei einem heftigen Windstoß schlugen die Wellen ins Boot und füllten es so rasch, daß eS im Nu sank. Die beiden jungen Leute gingen unter und verschwanden in den Wellen, bevor ein Versuch zu ihrer Rettung gemacht werden konnte, obgleich sich der Unfall ganz in der Nähe des UferS ereignete. Sie standen im Alter von 17 Jahren und waren von kräftiger Gestalt; der eine, der Schüler des Goethc- Gyninasiums, war sogar ein guter Schwimmer. Die Herren Keßler und Melber konnten sich ans Ufer retten. Die Rettungs- -M - »fe Mi N 6, E M ??' *A!. U-. Abend noch nicht geschehen. (Frkf. Ztq.) Mk. . 21.75 nach -rer Weise, bei Geftntg )t hindurch Re leMch Kitten sich bann tteilii I traumhafte Zustände ein $btt die Freuden dei Störung. Todes-Anzeige im 46. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: A. aCoeBsäer, Grossb. Forshneisier. Giessen, den 9. September 1905 Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 4 ühr in Giessen von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 05996 Wohne von heute ab Bruciisii*. 88 a pari hocherfreut an 4696 Friedrich Hamburger und Frau Paula 06004 4696 Weizenmehl 0 bis Mk. 25.25, junger Damen gefreut, der Bevölkerung seinen Telegr.-Agentur.) In Aus dem Hause eine? . 100 90 . 89.70 . 100 20 . 89.70 . 100.00 Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht' . 270.50 . 256.25 . 220.30 . 100.15 Mk. 22.75—23.25, 1. Qualität Mk. 20.25—20.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Noqgenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. 4% 40/. 3% 30/ 1% Unzar. Goldrente Italien. Rente , Portugieser I portupriesen. III Unif. Türken 3°/„ Mexikaner 4*/e*i/r Chinesen . . Electric. Rohnckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber'iner Handels»es Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthard bahn , . . Laur al lütte . , . Bochum . . . . !’ arpener . . . . Staatschatzscheine . Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt). H. P. In vielen Zeitungen findet sich eine Notiz, . 68.50 . 97.90 . 138 30 . 136.60 . 212.90 . 196.10 . 152 00 . 16610 . 173.80 länder und über den reichen Kranz Ec beauftrage den Oberbürgermeister, Dank auszusprechen. Tiflis, 10. Sept. (Petersb. Baku dauert das Schießen fort. . 97.60 . 106.00 . 68.70 . 68.50 . 90.70 . 140.40 55.50 . 96.70 geb. Baer. Frankfurt a. M, Günthersburg-Allee 50a. 3’ i°/q 3 i 3‘V/o Reichsanleihe do. Konsole . do . . Heesen Oberhessen bewährt1 bei Brechdurchfall, Darmkatarrh, Diarrhoe etc. wache wurde sofort benachrichtigt und erschien an der Unfallstelle, nm Wiederbelebungsversuche anzustellen, wenn die Verunglückten gelandet würden. Da§ war aber bis zum späten Tendenz: fest. Im Vordergründe stehen Dresdener Bankaktien- Oesterreichische Bahnen sind schwächer. Heute verschied in Butzbach plötzlich nach kurzem. Krankenlager unsere geliebte Gattin, Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Schwiegertochter und Schwägerin Statt Karten. Die glückliche Geburt eines Mädchens zeigen 31 »o/n 31/, % idwVft. Auf der „Schöna wundervollen Blick in- 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmebl 0 chrrichtssaak, Bayreuth, 9. Sept.» Der frühere Landtagsabg. Gutsbesitzer Doernhöier -Zeggenmühle, welcher am Pfingstsomstag a u f der Treibjagd unvorsichtiger Weise den Gutsbesitzer Krätschmar erschossen hat, wurde von dem hiesigen Landgerichte heute wegen fahrlässiger Tötung zu 14 Tagen Ge- i ä n g n i s und wegen Uebertretung der Jagdvorschriften zu 3 Mk. Geldstrafe verurteilt J. Krauskopf Dachdeckermeister. MohamedanerS wurde auf eine Patrouille geschosien. Mehrere Personen wurden heute getötet. Polizei und Militär vereitelten Versuche zu Brandstiftungen und Plünderungen. Zur Wiederherstellung der Ordnung wurden energische Maßregeln getroffen. Die Arbeiter der nieder- gebrannten Betriebe verlassen in Massen Baku Aus dem Distrikte Sangesur laufen sehr beunruhigende Nachrichten ein. Viele Armenierdärfer sind ganz vernichtet. Viele Hunderte Personen wurden ermordet. Da die Militärstationen weit entfernt sind, verzögert sich die Hilfeleistung. Die gesamte tatarische Bevölkerung befindet sich in Aufruhr. Viertausend bewaffnete Kurden von dem persischen Ufer des ArasfluffeS schloffen sich den Tataren an. Verhandlungen mit der persischen Regierung wurden eingeleitct. Godsiadan, 10. Sept. Gestern mittag 1 Uhr traf bei dem russischen Posten an der Eisenbahn ein j«panischer Parlamentär mit weißer Fahne ein, begleitet von 50 Soldaten. Der Parlamentär übergab dem wachthabenden russischen Offizier, der ihm entgegen gegangen war, ein Schreiben des Marschalls Oyama au Lenewitsch. In demselben sendet der japanische Heerführer dem russischen Oberkommandierenden Grüße und Glückwünsche anläßlich des Friedensschlusses und der Beendigung des Krieges. Er ersucht Lenewitsch, einen russischen ©esicbtsaasscblage Li Ich bescheinige hiermit, dass Obermeyers Herba-Seife meinem Gesicbtsaus- schlag, an dem ich Jahre lang auf die unangenehmste Weise litt, nach einigen Wochen vollständig Heilung brachte. Grb.Gcom.J.KLKrämer, Bcd-Nanh.-ia. Z. h. i. a. Apoth., Drog. u. Parf. p. St. 50 Pf-r. u.1 Oberceycr £ Co., H-run:i. Kandet urb VerKefir. Volkswirtschaft. Leipzig, 10. Sept. Der Verein deutscher Glace- und Weiß- । leder-Industriellen beschloß infolge anhaltend hoher Rohfellpreise erhebliche Erhöhungen der Lederpreise. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 11. Sept. (Telegr. Qrig.-Bericht des , „Gieß. Anz/). Amtliche Notierungen der heutigen'Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 419 Ochsen, 154 aus Oestreich, 76 Bullen, 12 ans Oestreich, 579 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 376 Kälber, 303 Schafe und Hammel, 1270 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde siir lOOVsund Schlachtgewicht- Ochsen 1. Qualität 78—82 Mk., 2. Qual 71—73 Mk., 3. Qual. 67—69Mk.; Bullen 1. Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 69-70 Mk., 2.Qual. 66—67 Mk., 3. Qual. 51—53 Mk, 4. Qual. 49—50 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 86—90Vfq., Lebendgewicht 52—54 Vf., 2. Qual. 80—84 Pfq., Lebendgewicht 48—50 Big., 3. Qual 00- 00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Psg., Schale: 1. Qual. 72—74, 2. Qual. 64—66 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 75-00 Pfg., Lebendgew. 58.50 Psg., 2. Qual.74— 00 Pfg., Lebendgew. 58.00—00 Vfg., 3. Qual. 68—70 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, bei Kleinvieh gut, kein Neb erstand. fc. Frankfurt a. M., 11. Sept. (Qrig.-Telegr. des „Gießen. Dnz/) Amtliche Notterrmgen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 17.25—00.00, Kurhessischer Mk. 17.25—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.00, Kanias Mk. 18.50—19.25, Roagen (hiesiger) Mack 14.50—15.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.75—17.75, Franken- selder Mk. 00,00—00,00, Haler Mk. 13.75—14.50, Mais Mk. 13.50—13.25 Origmaf-Praylmciounffen. Berlin, 11. Sept. In Berliner Krankenhäusern befinden sich 2 Personen wegen Cholera-Verdachts in Beobachtung. Doch wird in beiden Fällen angenommen, daß Cholera nicht vorliegt. Coblenz, 10. Sept. Auf die heutige Ansprache des Oberbürgermeisters Ortmann erwiderte der Kaiser ungefähr folgendes: Er danke für den schönen Empfang und die freundliche Begrüßung. Er habe zwar erwartet, daß Coblenz sich nach der Entfestigung ausdehnen werde; aber das, was er auf der kurzen Fahrt gesehen habe, habe seine Erwartungen doch bei weitem übertroffen. Er habe sich gefreut, daß er den Beschluß der Entfestigung habe faffen können, wodurch er Coblenz gleichsam Flügel verli-hen habe. Er danke für die äußerst geschmackvolle Ausschmückung. Insbesondere habe er sich über die frohen Gesichter der Rhein- zu ernennen. Er selbst bestimmte zu diesem Zwecke General Fukuschima als japanischen Bevollmächtigten und schlägt als Ort der Zusammenkunft die Station Sakhedsa vor. Tokio, 10. Sept. (Reuter.) Mitglieder der Progress i o n i st i s ch e n Partei nahmen eine Resolution an. in der die Regierung wegen des Friedensschlusses scharf verurteilt wird- Derselbe sei demütigend und habe den Aufruhr in Tokio herbeigeführt, der die Proklamierung des Belagerungszustandes nötig gemacht habe. Das sei ein unwürdiger, beispielloser Vorgang. Tie Frie- densbedingunaen widersprächen diametral den nationalen Interessen. Die Beseitigung der Redefreiheit sei das unwürdigste, was seit der Einsetzung der konstitutionellen Regierung vorgekommen sei. Tokio, 10. Sept. Der Polizeichef von Tokio legte sein Amt nieder. Man glaubt, daß auch der Minister des Innern demissioniert. Ministerpräsident Katsura verspricht, daß das Parlament zu einer Tagung im Oktober einberusen werden würde. Man erwackct, daß das gesame Kabinett dann von seinem Amte zurücktreten werde. New-Pork, 10. Sept. Baron Komura ist plötzlich an einem inneren Leiden erkrankt. Statt besonderer Mitteilung. Die glückliche Geburt eines kräftigen .langen beehren sich anzuzeigen Ingenieur Stamm und Frau Else 26.75—27.75, 2. Qualität Mk. 24.75 Samstag bei sch nach höchste £ > war ein Gegen, ^ereme trug borunt fiMen Charakter. Nach 9 cm gemeinsames 6fltn n dann mit desto mehr ^rlnsthuldigen. G5 Kn des Höchster Vereins, Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanaltsationsarbeiten wird der Ast er weg, zwischen Walltor- und Schillerstraße, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1905. Großh. i Gießen. I. V.: Roth. Bekanntmachmg. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wettergasse zwischen Mäusburg und Marktstraße vom 12. l. Mts. an bis auf Weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Gießen, den 11. September 1905. Großh. Gießen. Z. Ä»; Roth. Türkenloee .... 4% Grieoh. Monopo'.-Anl, 40,0 ansflere Argentine’- «n Fluß und den zahl- urde das gemeinschaftlich en sich die Gießener Vn- i die Stabt höchst dm: wurde bei festlicher höchster Vereins bemst muntere Toaste und Huw- ichen Familienabend. die höchster denen 'fc Einer erhielt eine w? afmfabrt zuerst aöftn- 5er Gvitiatit ’oetifSsri •rang wollte m trat itehmm, tKi§ ichen Lied neue 9nrem- ’ßalti unb Sohn, ’ ,weihe ;uMehäen, ent* zedessen die Schuhmann- n betrunkenen Sohn un) i lb®** »05. st'd TÄt ' stecht man uns °"ch anläßlich sein»- ^en plant. Die Gesang. 3,tb* S«mpo«i!k, , "nisangreiche Pro- a °nch die Bevölkeruno nehmen. 4% Oesterr. Oo’drcnte . 10190 4’/s% Oesterr. Silberrente . 101.40 T cdes-^DTzeerie, Verwandten, Frelinden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater, Großvätern. Schwiegervater Sm Mwig Fink HI Schreiuermeister heute nachmittag um 2 Uhr, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ttm't entschlafen i't. Die trauernden Hinterbliebenen. Albach, Hausen, Trier und Reinhari.--haui. den 9. September 1905. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 12. Sept. 1905, nachmittags 3 Uhr in Albach statt. 06008 Telephonischer Kursbericht. l’rnnklnrt 11 31., 11. Septbr. 1905. tQ9enbet n Zeit. q[= .^perg, 3l9enbe§ ■öei(eibs, LM rDZ:- xjnnerir ***Svki !' 601, SbeuJte "'«thefenRt a"u5-‘ Ul,t °«! fiatiiäj. Frau Auguste Koehler geb. Carl e geflem nachmittag ar j 'lauf verursachten, mußt« ) zwischen 11 und 12 - Straße von Krofdai^ -r kannten überfallen < rstjche erhielt, sodaß kW ißte. । n ersten Vorsitzenden V 1 urbe von dem Kaiser * etracht der Verdienste' itobtoerorbneto*- e Slnlageeinö 18 sjrmeelotV8 («„iS * (S"„ Mr bet * ■ÄÄ* »“■säsI ! oonic bitt jh« 1»! ’Äo *’ W* * II *t8' lh„0tbe890* -----1,-« ungcr i , -es ■ tnbtn K" , i M- “■' ,©>§ * •t »"b M l.,,» SnnnßYthrnTlfl Hitzpochen, Sommersprosien usw. behan« loUIlllvllUI <41111 Pelt man am vorteilhaftesten nur mit Bevollmächtigten für die Angelegenheiten des Waffenstillstandes glänzend bewährten MyTKllOllH-Soifo ^5 geb. Baum. Giessen, den 10. Sep1 ^iber 1905. der in der „Alla. Fleischer-Ztq." das folgende gestanden haben soll : „E? ist, auch bei dem viel umstrittenen Begehren nach weiterer Oeffuuna der Grenzen wohl zu beachten, daß sowohl bei Einsichr von lebendem Vieh und auch irisch geschlachtetem Vieh, wenn auch die Zuiubren bedeutende und den Markt beeinflussende sind, mit einem sehr kühlbaren Rückgang der sTleiichpreise int Konsum kaum zu rechnen sein dürfte/ Das ist vollständig eckunden. In der „Allg. Fleischer-Ztg.", den: Organ des deutschen Fleischerverbandes, haben diese Worte nie gestanden. Ob ein mideres Fleischerblatt, so oder ähnlich geschrieben hat, wissen wir nicht. — Die Schächtgebühren werden dem Schächter von den Metzgern bezahlt, sofern sie ihnt im Jntercsie ihrer jüdischen Kundschaft Fleisch zu diesem Zwecke überantwortet haben. Sie richten sich nach der Große und der Zahl der Stücke. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 12. September 1905: Wolkig, kühl, allmählich aufheiternd. Näheres dttreh die Gießeiter Wetterkarte. Marktplatz 18 Marktplatz 13 ChemWasclia nstalt Gebt Röver Fa rberei Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. b1*/, Die DWckMMMMM Sie sparen mehr als die Halste an Zeit, Seife u. Feuerung wenn Sie sich eine Lrmps-WMWschM anschafsen. Lieferung auch aus Probe. L Krön Söhne. Geschäftseröffnung Mä Empfehlung. 4697 Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend beehre ich mich ergcbenst anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen in der eine BSokereä verbunden mit Konditorei eröffnet habe. Gleichzeitig gestatte ich mir, um gefälligen Zuspruch höflichst zu ersuchen. Die pünktlichste und aufmerksamste Bedienung wird zugesichert. am 10. Sept. 1905. 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B. wurde eingetragen bezüglich der Bank für Handel und Industrie, Depofitenkaffe Gießen: Direktor Theodor Winkler in Berlin ist aus dem Vorstand ausgcschieden. Gießen, 9. September 1905. Großh. Amtsgericht. Bu/C Dienstag, den 12. d. Mts., mittags 12 Uhr. sollen 2 herrenlos eingeiang. Hunde, ein schöner Ratteupiufcher sowie ein schwarz unb weißer Spitzhuud auf der Polizeiwache meistbietend versteigert werden. [4711 ' Der Polizeiwachtmeister: Kasper. Maieited sowie Lenden im Anschnitt empfiehlt von jetzt ab tägl. [05307 tor. lalkomesras Mäusburg 19 Telephon 447 ss Prima Kognak Z Spezialinarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2 Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine sranzösischenKognaks unter Origmalverschluß als die besten, rvelche der Markt bringt. E. Dort, Walltorstraße 45. sind zu verkaufen. [4702 [4701 mieten. 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