Nr. 58 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag S.Mär^lSOL •» w e > a < G ÄÄ Gießener Aineiger sS™ " General-Anzeiger « WM «ä™ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Fernsprechanschluß Nr. 51. m। ■ nwm illi. Fluß^.std in Sturm und Irang. Zwei Dementis Wie die „Petersb. Tel.-Ag." erklärt, entbehren bit Gerüchte über eine Erkrankung des Thronfolgers jeglicher Begründung, und der „Prawttelstwennyj Weltnik" erklärt, daß die Blättermeldung, wonach der Präsident des Ministerkomitees Witte sein Abschiedsgesuch eingereicht haben sollte, durchaus falsch ist. Russisch-Polen fteH unentwegt unter der Diktatur des Säbels, die national» polnische Bewegung soll durch brutale Gewalt unterdrückt werden. Gleichartig aber sucht die russische Regierung iw den von ihr abhängigen Preßorganen di-e Polen glauben M machen, daß ihre besonderen nationalen Wünsche auf wohlwollende Prüfung ?<\i rechnen hätten, wenn Rußland erst aus den äußeren'Verwicklungen heraus sei. UeberflüssigeS Bemühen. Tie Schläge, die man auf die Polen niedersausen läßt, werden dadurch nicht weniger empfindlich, daßj man den Mißhandelten Versprechungen vor die Augen hälp, Das polnische Nationalgesühl lehnt sich auf, und da macht es keinen Unterschied, ob der Polonismus in sozialistischer. Tafc Hsuwkrfsxe Sujalzin? MV MStz WIR Cliche-Corr. Chsrlöffenburft. J /'~*S^J?inkia^an£si si nmirrtm flsinnfgjisch/). awerk TänsihiL^^ ^Kuxmschari. &>Gefechie X GärirasJPässe o 5 io is 10 Werst bzzzzzz’/^S’' / / \ uktilkou. Kqtirn.,,'xlHiilvvW^ **^Vbrmar$ch.der Japctnee =, UcmptsbrasscTt —■ *■ Wege ahnen. Am rechten Ufer des Hunho griff der Feind unsere Stellungen nördlich und südlich von Pa ns in tun an, rourbr aber zurückgeschlagen. Eine Ab» Leitung von uns ging auf dem Weg nach Simminting vor und besetzte nach einem blutigen Kampf das Dorf Tsin- vanche in der Räbe von Taschnikiao, Mukden, wird gemeldet: Am 6. März morgens rückten oie japanischen Streitkräfte in der Richtung auf Lmaijen vor, nabmen zuerst Pinsbibata, darauf duaiien. Die Lage in der Gegend von Tita ist unverändert. Am Dienstag morgen um 3 Ubr qinp die russische Artillerie aus der Richtung vom Schccho östlich der Eisenbahn gegen eine Anböbe nördlich von Tunchintun vor, wurde aber unter Verlust von 30 Toten z u r ü ck g e s ch l a g e n. Um 2 Uhr morgens am Dienstag konzentrierte sich die r u s H s ch e Artillerie von T a s ch a n und Wanpaosban, während große Infanteriewaffen zum Angriff vorgingen: ihr Feuer richtete sich gegen unsere Stellung; sie wurden aber um V25 Ubr morgens vollständig geschlagen. Um 11 Ubr vormittags nm Dienstag belebten die Japaner Ost-Hanchengpoa im Westen der Eisenbahn und schlugen später einen Angriff der- Ruffen bei dein Versuch, den Ort wiederzuerobern, ab. Am rechten IVer des Hunho machen in der Räbe von Pangsbiftm, sieben Meilen südwestlich von Mukden sich Anzeichen bemerkbar, daß die Russen allmählich Verstärkungen heranziehen. Die Japaner besetzten zwei Drittel von Likuanpalo, acht Meilen westlich von Mukden und schlugen den Gegenangriff einer russischen Division ab. Mukden, 8. März. (Petersburger Telegrapben-Agentur.) Nordwestlich von Mukden wird st a r k e r Kanonendonner gehört. Die Wände der Häuser in Mukden erzittern. Die Schlacht tobt auf den Kaisergräbern. Petersburg, 8. März. Nach Meldungen aus Muk- Dschibuti zurückzusegeln. Die Niederlage der Russen det Mukden läßt sich danach wohl nicht mehr bestreiten. Kuropatkin hat nach anderen Meldungen Mukden verlaßen und, wie aus Tokio versichert wird, sein Hauptquartier in einem — Eisenbahnzuge aufgeschlagen, um sich mit den Seinen schleunigst rückwärts zu konzentrieren. Ob da§ gelingen wird, muß man abwarten; es ist mindestens zweifelhaft. Man scheint in Petersburg alle Hoffnung aufzugeben. Die Rückkehr des Roschdjeschwenskischen Geschwaders deutet mit aller Klarheit darauf hin. Auf Rußlands Friedensabsichten deutet auch folgende Meldung: Antwerpen, 8. März. Seit mehreren Monaten waren hiesige Rheder da- mit beschäftigt, die russischen Geschwader regelmäßig mit Proviant zu versorgen. Zu diesem Zweck war eine große Anzahl Dampser gechartert worden. Es sind nun plötzlich Anweisungen gekommen, diese Sendungen ei n z u st e l l e n. Der Dampser .Juliette", der bereits seesertig war, wurde ebenfalls durch Gegenbefehl an der Ausfahrt gebindert. Der russische Agent, der die Käufe für die russischen Schiffe vermittelte, ist nach Petersburg zurückgekehrt. Vom Kriegsschauplätze liegen indes heute von Kuropatkin drei sehr optimistisch ge'ärbte Telegramme vor: In dem ersten vom 6. März heißt es: demokratischer oder allpolnischer Färbung schillert. Es srnds keineswegs nur radikale Elemente, die Forderungen aufstellen wie: eigene gesetzgeberische Körperschaft für Polen, Landschaftsverfafsung mit gewählten Deputierten, Besemgi-t ung der russischen Unterrichtssprache in. den polnischen! Schulen. Im Grunde erübrigt es sich, die Frage aufzuwerfen, ob der Appell der russischen Polen an das Solww- ritätsgesühl der preußischen Polen notwendig war, deck in der kecken Behauptung gipfelt, Preußen habe ber.baj Unruhen in Russisch-Polen die Hatnd im Sprel, weck eÄ förmlich darauf brenne, dort einzurücken und dem russischen Freunde die Arbeit der Zerschmetterung der Polen aozu- nehmen. . . , In der Ortschaft Sawerze im Krei,e Sipnowice feuerte am 4. März eine Patroicktle auf 30 Arbeiter, die ^?r Aufforderung, auseinanderzugehen, nicht gefolgt waren. DreiÄ Arbeiter wnrden getötet, drei verwundet, denj Kasimiergruben wurde die Drahtseilbahn durch eine Dpnai^ m i t e x p l o s i o n beschädigt. Aus dem Reiche. Aus Kiewwird gemeldet, daß ein B auern aufstand in der Umgegend ausgebrochen sei. Die Bauern grisfens das Landgut des Barons Meftendorff im Gouvernement! Kursk an und plünderten die Landwirtschaftsgebäude.' Baron Meyendorsf ist Kornmandant der Leibgarde des!Barette Tie Bauern schleppten die Getreidevorräte fort und verteilten sie unter sich. JU Kiew sind sämtliche GeschästSi- läden geschlossen, da die Einwohner befürchten, daß dies revoltierenden Bauern in die Stadt eindringen werden. Wie aus Eriwan im Gouvernement Kutais telegraphisch gemeldet wird, wurde auf offener Straße der Gouvernementsarzt Arnujow ermordet. Dyel Untersuchungen nach den Tätern blieben erfolglos. Gorki. Riga, 8. März. Ter Gesundheitszustand des hier weilenden Dichters Maxim Gorki bessert sich mit jedem! Tage. Wie er einem Freunde gegenüber geäußsert hat, will er ein Werk über das Blutbad in Homel schreiben, lichen Teil des Westftügels, besonders bei dem Detachement des Generals Zerpitzki. Auf japanischer Secke waren- dort 50 000 Mann mit 200 Geschützen am Kampfe Beteiligt; doch wurden alle ihre »griffe von ZerPrtzkr »Wte üeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Der Krieg. Wir erhielten gestern abenb folgenbe Telegrgmme, bie wir alsbald durch Aushang bekannt gaben: London, 8. Marz. Der Korrespondent des Reutersch en BvreauS km Hauptquartier des Generals Kuroki meldet in einer Depesche vom heutigen Tage um 4 Uhr ans Fusan: Heute früh haben die Russen unter dem Schutz der Dunkel- heil die ganze Linie längs des Schaho geräumt. Sie sind jetzt in vollem Rückzug nordwärts begriffen, von der japanischen Infanterie hart bedrängt. Vor dem Rückzug legten die Russen Feuer an große Mengen von Vorräten, die dann die Nacht hindurch verbrannten. Ter Fall vonMukden scheint unmittelbar bevorzuftehen. Die Japaner bedrängen die Ruffen hart ans dem Oststügel. Paris, 8. März. Eine Privatdepesche des „Temps" aus Tananarivo von heute besagt: Die ganze russische Flotte hat die Gewässer von Madagaskar verlassen, um nach intb darin Mc ß üben frage in Rußland und deren Lösung berühren. Der Dichter befindet sich unter poliziei- Ucher Aufsicht. Besserung der Lage der Handlungsgehilfen. Ter Finanzminister, der sich mit der beklagenswerten Lage der Handlungsgehilfen, die im Durchschnitt täglich 14 Stunden arbeiten, beschäftigte, arbeitete -einen Gesetzentwurf aus, der die Mindest dauer der täglichen Ruhezeit nach der Arbeit und der Essenszeit, der Sonntagsruhe, Befreiung dev Kinder unter 15 Jahren von der Arbeit auf die Dauer von $Wei Stunden täglich, damit sie sich wissenschaftlich beschäftigen können, festsetzt. Volitische Tagesschau. Ministerwechsel in Baden. Der Großherzog von Baden versetzte, wie heute offiziös gemeldet wird, den Präsidenten des Staatsministeriums und Minister des Grobh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten Dr. v. Brauer auf sein Ansuchen wegen leidender Gesundheit unter besonderer Anerkennung seiner ausgezeichneten, langjährigen und erfolgreichen Dienste in den Ruhestand und ernannte ihn zum Ritter des Hausordens der Treue. Der Minister der Justiz, des Kultus und des Unterrichts, Dr. Frhr. v. Dusch, wurde unter Belassung in dieser Stellung zum Staatsminister und Präsidenten des Staatsministeriums, der Ministerialdirektor Geh. Rat Frhr. v. Marschall zum Präsidenten des Ministeriums des Grobherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten und zum Wirkt. Geh. Rat ernannt. Die „Südd. Reichskorr." bringt einen längeren Artikel, kn dem die Verdienste de§ scheidenden Ministers besonders um die Verfassungsrevision gewürdigt werden. In dem Artikel heißt es: Sein Rücktritt, rote die infolge desselben eingetretene Umgestaltung des Staatsministeriums bedingt keine orgnni- satorischen Aenderungen. Ta der Rücktritt des Herrn v. Brauer nicht durch politische Beweggründe veraitlaßt wird, liegt auch der Umgestaltung des Staatsministeritims keine politische Erwägung zu Grunde, und schon die Tatsache der Beschränkung der Personaloeränderung auf die durch den Rücktritt des Herrn i). Brauer frei gewordenen Amtsstellen ist Bürgschaft, daß ein Abschwenken von der feitberigen politischen Richtung der Groß- herzoglichen Regierung nicht beabsichtigt ist und nicht eintreten wird. Das neue preußische Berggesetz. Dem preuß. Abgeoronetenhause ging soeben der Gesetzentwurf betreffend die Abänderung einzelner Bestimmungen des Allgemeinen Berggesetzes vom' 24. Juni 1865/92 zu. Durch Artikel 1 der Berggesetznovelle wird n. a. § 80 c, Absatz 2, abgeändert: Genügend vorschriftsmäßig beladene Förde r g e f ä ß e bei der Lohnbereck-nung in Abzug bringen, ist v e r - boten. Ungenügend oder vorschriftswidrig be.adene Fördergefäße müssen insoweit angerechnet werden, als ihr Inhalt vorschriftsmäßig ist. § 80 d erhält den Zusatz: „Die im Laufe des Ka- lendcrmonats gegen Arbeiter verhängten Geldstrafen dürfen int Gesamtbeträge den doppelten Betrag des durchschnittlichen Tagesarbeitsverdienstes nicht über- it e i g e n. Alle Strafgelder müssen zum Besten . der Arbeiter des Bergwerks verwendet werden." § 80 f wird dahin abgeändert: „Auf allen Bergwerken, wo in der Regel mindestens, einhundert Arbeiter beschäfttgt sind, muß ein ständiger Arbeiterausschuß vorhanden sein. Ter ständige Arbeiterau sscstuß bat auch die Befugnis, Wünsche und Beschwerden der Belegschaft zur Kenntnis des Bergwerksbesitzers zu bringen und sich gutachtlich zu äußern." Nach dem neuen Paragraphen 80 g ist vor Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrages dazu der Arbeiter- aussckmß über deren Inhalt zu hören. Turch Artikel 2 der Novelle wird eine Reihe neuer Vorschriften eingeschaltet. Ter neue Paragraph 93 besagt: „In Gruben oder Grubenabteilungen, wo mehr als die Hälfte der belegten Betriebspunkte eine , gewöhnliche Temperatur von mehr Äs Plus 22 Grad Celsius hat, darf die regelmäßige tägliche Arbeitszeit vom 1. Oktober 1905 ab 8V2 Stunden, vom 1. Oktober 1908 a b 8 Stunden nicht über st eigen." Nach dem Paragr. 93 s können zum Ausgleich von Betriebs- oder Absatzstörungen lieber» und Neben schichte n eingelegt werden. Vor Beginn b»r regelmäßigen wie der Nestensckicht muß mindestens eine achtstündige Ruhezeit liegen. Wenn wiederholte sorgfältige Nachprüfung eines Gesetzentwurfs dessen Vorzüglichkeit bürgen könnte, dann« würde sich diese Novelle als ein erstklassiges gesetzgaber- isches Erzeugnis darstellen. Die „Berl. Pol. Nachr." sehen sich denn auch veranlaßt, — ob im Auftrage, sei dahingestellt —, der politischen Welt zu eröffnen, daß diese Novelle deshalb auf sich warten ließ, weil in ihr etwas Musrergiltiges und Vorbildliches geboten wird. Nur solche Eigenschaften könnten das Drängen nach einem Reichs* ber.gbesetz entkräften. Das ist gewiß richtig. Ein von offiziöser Voreingenommenheit sich frei fühlender Beurteiler neigt aber wohl docy der Ansicht zu, daß die preußische Regierung nicht zuletzt aus dem Grunde mir der Einbringung der Novelle gezögert hat, weil sie den Berg- crrbeiterstreit mehr und mehr in Vergessenheit geraten lassen will. Es soll der Vorlage der Charakter des aus besonderem Anlaß entworfenen Notgesetzes genommen werden, um die preußischen Konservativen und einen Teil d"r Nationallive- ralen dem Gesetz geneigter zu machen. Die Bergarbeiter werden sich ohne Verzug ein Urteil bilden, inwieweit das ven den „Berl. P^l. Nachr." vorschußweise gespendete Lob zu Recht erteilt war. r Die Errichtung von Arbeiterausschüflen. bei den preußisch-hessischen Staatsbabnen ist vom) Minister der öffentlichen Arbeiten für alle Bezirke ungeordnet worden, na ^dem sich die Versuche in Berlin, Frankfurt und Köln bewährt haben. Tie neuen Ausschüsse umfassen die Arbeiter außerhalb der Werkstätten, Gasanstalten und ähnlichen Anlagen , der Bahnverwaltung, für die es schon jetzt Ausschüsse gibt. Tie neuen Ausschüsse sollen nach den Jnipektioncn für Verkehr, Maschinen und Betrieb getrennt werden. Für jeden Bahnhof, auf dem eine entsprechende Zahl von Arbeitern derselben Inspektion vorhanden ist, sind in der Regel besondere Ausschüsse zu bilden, doch können benachbarte Bahnhöfe mit gleichen Betriebsverhältnissen zttsammen- gezogen werden. Voraussetzung ist aber, daß im einzelnen Ausschuß wenigstens 100 Arbeiter vertreten sind. Zahl und Sitz der Ausschüsse bestimmen die Tarektionen. Zu jedem Ausschuß gehören mindestens 3 und höchstens 15 Mitglieder. Tie Vertreter müssen 30 Jahre alt und mindestens 5 Jahre im Tienste der Verwaltung, 1 Jahr auf dem Bahnhof beschäftigt sein. Tie Wahl erfolgt geheim durch Abaabe von Stimmzetteln. Tie Wahl der Ausschutzmitglieder und Ersatzmänner erfolgt auf fünf Jahre. Aussche'dmde sind wieder wählbar. Eine Verpflichtung zur Annahme der Wahl liegt nicht vor. Die Ausschüsse sollen nicht nur Anträge, Wünsche und Beschwerden der Arbeiter beim Trenst- stellenvorsieher Vorbringen, und sich darüber gutachtlich äußern, sondern auch ihr Gutachten über Fragen, die das Arbeiterverhält- nis treffen, auf Anforderung abgeben, insbesondere über neue Arbeiterordnungen und Einrichtungen zur Verhütung von Unfällen sowie zum Wohle der Arbeiter und ihrer Angehörigen. Soweit die Ausschüsse von beiden Teilen an gerufen werden, sollen sie auch« Streit'ter Wffip?t-r untpremander schlichten. Die Eisenbahnreform im preußischen Abgeordnetenhanse. Berlin, 8. März. Tie Beratung des Etats der Eisenbahnverwaltung wird fortgesetzt Tie Budaetkommission beantragt, den Antrag Dr. Wiemer in folgender Fassung anzunebmen: Die Staatsregierung zu ersuchen, eine Reform des Eisenbahn-Personentarifs mit dem Ziele der Vereinfachung ohne wesentliche finanzielle Einbuße in die Wege zu leiten, den Antrag Gamp aber abzulehnen. Abg. Frhr. v. Erffa (fonj.) fuhrt aus, durch die Verwaltung des Ministers gehe ein gewisser großer Zug, der sich bei der Anlage neuer Bahnen, Vermehrung der Gleise und der Schnellzüge gezeigt habe. Erfreulich sei, daß über die Umleitung von Güterzügen mit den Verwaltungen der anderen Einzelstaateu eine Vereinbarung zustande gekommen sei. Tie Reform b-er Personentarife sei notwendig im Sinne der Vereinfachung, aber ebenso notwendig sei auch eine Reform des Gepäcktarifes. Mit einer Ermäßigung des Gütertarifs muß man im Interesse der Finanzen sehr vorsichtig sein. Wünschenswert sei noch die Ausdehnung des Geltunasbereichs für die v-Züge für 1 Mk. auf über 100 Kilometer hinaus. Abg. Engelbrecht (ff.') betont den engen Zm.ammenhang der Eisenbahntarifpolitik mit dwi Zellschutz durch die Handelsverträge. Redner bittet, in Zeiten des Futtermangels in der Gewährung von NetstandsMrifen möglichst weit zu gehen. Abg. Tr. Dahlen lZtr.) entgegnet, daß, wenn der Rcichs- sckatzsekretär Tabak und Vier schärfer zur Besteuerung heranziehen w>'l, er damit weniger G l ü ck haben werde, als mit anderen Steuern. Tie Ausführungen über das Programm des Ministers, welches er befolgt, wären sehr erfreulich. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn auch die ihm Nachgeordneten Behörden dementsprechend verfahren würden. Vielfach würden Klagen der Beamten über die ungünstige Tiensteinteilung laut, deren Beseitigung sich der Minister angelegen sein lassen solle. Abg. Dr. Wiemer (frf. Vp.) zielst seinen Antrag zurück in der Voraussetzung, daß der entsprechende Kommissionsantrag angenommen wird. Damit ist auch der Antrag Gamp beseitigt. Tie Anträge der Kommission werden daraus angenommen. Abg. Brütt (sk.') regt an. die Bahnhofsbuchhand- l u n g e n in eigene Regie zu übernehmen. Minister v. Budde erwidert, daß die Verwaltung es ablehnen müsse, den Vertrieb von Zeitungen und Büchern selbst zu über» nehmen. Das deutsche Heer vor der Budgetkommission. Berlin, 8. März. Tic Budgetkomnnssion des Reichstages setzte die Spezialberatuug der Vorlage betreffend die Friedenspräsenzstärke fort. Die geforderte Stärke der Pioniere von 29 Bataillonen, der Verkehrstruppen von 12 Bataillonen und des Train von 23 -Lataillonen wurde nach kurzer Erörterung genehmigt. Sodann fand die gestern ausgesetzte Mstimmung über die Erhöhung der Infanterie um 8 Bataillone tatt. Diese Forderung wurde gleichfalls bewilligt. Tie Kommission nahm dann den ganzen § 2, der die Präsenzstärke festsetzt, in der Fassung der Vorlage an, jedoch mit der Ausnahme, daß die Kavallerie einstweilen überhauptnichtb e willigt ist. Infolgedessen ist eine zweite Lesung erforderlich. Nach dem Antrag Gröber-Spahn sollen die Friedenspräsenzzifsern sich um die Abkomman- dierten und die Oeronomichandwcrker vermindern, welche zufolge der Ersetzung durch Zivilpersonen für den Dienst in der Front dauernd frei werden. Auf Antrag Paaschc streicht Abg. Gröber in seinem Anträge die Abkommandierten. Nunmehr wird der Antrag Gröber einstimmig an- genommen, ebenso der Rest der Vorlage. deutsches Reich. Berlin, 8. März. Der Kaiser traf heute vormittag in Wilhelmshaven ein und wohnte der Vereidigung der dortigen Marine-Rekruten fiel Dann begab er sich nach dem Offizicrkasino, wo Frühstück stattfand, an bemi die Offiziere und die Geistlichkeit teilnahmen. Der Monarch ergriff bei der Tafel das Wort und erwähnte unter anderem Beispiele von Tapferkeit auf dem ost- asi a tisch en Kriegsschauplätze, die für die deut> schen Soldaten vorbildlich seien. Schließlich fand an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." ein Festmahl statt, zu welchem die Admirale, höheren Stabsoffiziere und das Gefolge geladen waren. — 150englische Bürgermeister, Stadträte und Stadtverordnete werden zu Pfingsten Berlin, Aachen und Köln besuchen, um die städtischen Einrichtungen zu besichtigen. Lord Lyveden, Präsident des britischen Komitees zum (5tnbtum frember innnizipaler Einrichtungen, unb Dr. H. S. L a n n, Vorsitzenber bes neuen Reform-Klubs in Lonbon, weilen zurzeit hier, um bie Vorbereitungen für, diesen Besuch zu treffen. Bei bem gestrigen Hofball wurden, sie bem Kaiser und der Kaiserin vorgestellt.. Der Kaiser sprach seine Befriedigung darüber aus, daß, englische städtische Behörden zu diesem Zwecke nach Deutschland kommen wollen. Er könne den Herren die Versicherung geben, daß Berlin, Aachen und Köln ausgezeichnete Verwaltungen besäßest, und. *r 'ncTfe, daß durch derartige Besuche ein besseres Verständnis der gegenseitigen i rt r i rh+tt -n q r- werde. Sirdrvestufrika. Rach einer Meldung General v. Trothas vom 7. März u erfolgte Major Mühlensels mit den Abteilungen Estorfs, Hepde und Bornhardt Wilhelm Mabarero und Traugott bis in bie Gegend von Tabis und Korckas. Er raub aber nur verlassene Werften, und entsandte nochmals Hornbardt nach Nielfontein zur Säuberung der dortigen Gegend. Ob Wilhelm Viaharero die Grenze überschritten hat, soll festgestellt werden. Samuel Wtaharero soll sich beim Häuptling Sekotti am Rgamisee (Britisch Betschuanaland) befinden. Geschlossene Herero- banden haben sich nicht mehr zum Kampf gestellt. Es wird beabsichtigt, in der nächsten Zut zu Stationsbesatzungen überzugehen. Die Aufklärungen haben ergeben, daß der Rossob- sluß zwischen Hoagonsgeis und dlrahoab vom Feinde frei ist. — Oberst Deimling hat Koes besetzt, um den Abzug der Witbois zu verhindern. Diele befinden sich voraussichtlich jetzt östlich der Linie Aminueis-Arahbabs- Goelas-Koes. Uebercinftimmenbe Nachrichten deuten auf die Absicht ihres Abzuges nach den Karasbergen. Deimling kann die Offensive gegen Moren ga erst aufnehmen, sobald die immer noch sehr bedeutenden Schwierigkeiten der Verpflegung überwunden sein werden. Bis dahin muß er sich aus Austlärungsmaßnahmen beschränken. Der Heidelberger Theaterskandal vor Gericht. (Eigener Bericht W „Gießener Anzeiger".') S. n. .Heidelberg, 8. März Unter, großem Andrange des Publikums, namentlich der Srn- bentenvhaft, sand heute, am Älsckerwittwoch, vor der Strafkammer die Verhandlung gegen bie Studenten der Rechtswissenschaft Walter ö an Hees aus Mülheim (Rhein), Kurt T>ietr ich aus Berlin und Fritz Elsässer aus Mannheim wegen Heraussorder- u n g d e r R e d a k t e u r e des „5oeidelberger Tagebl." zum Z w e rkämpf, bezw. Kartelltragens statt. Der Prozeß ist bekanntlich eine Folge des Heidelberger Theaterskandals, der durch van Hees und Tietrich verursacht wurde, die am dlb-end des ersten -~>eit)» nach-tsfeiertages in dem Kostüm eines Sa uh i r t e n und seiner Frau in Begleitung einer Anzahl lärmender Kommilitonen in der dem Korps „Suevia" reservierten Rangloge des hiesigeir Stadttheaters erschienen und wahrend bet Vorstellung einen derartigen Unfug verübten, daß schließlich ihre Entfernung durch bie Polizei erfolgen mußte. Ten Vorsitz im Gerichtshöfe führte Landgerichtsdirektor Frhr. v. Stockhoruer, während Referenbar Hetlinger die Anllage vertrat. Ter sonst an dieser Stelle amtierende Staatsanwalt Seebolbt ist „Alter Herr" des KvrpS „Suevia", dem die drei Angellagtm! angeboren. Als Verteidiger war an Stelle des erkrankten Reichstagsabgeordneten Rechtsanwalt Tr. Bassermann-Mannh?im, auch eines „Schwabm", Rechtsanwalt Lindeck-Mannh-m erschienen. Bei Aufruf der Sache fehlten Dietrich und EMsser, was bei den von der gestrigen Fastnacht etwas ve rfatert drein schau enden Mmensöhnen im Zuschauerraum große Heiterkeit erregte Referendar Hellinger beantragte die zwangsweise Vorführung der unentschuldigt ausgebliebeneu Angeklagten, und ihre Verurteilung zu einer Geldstrafe, woraus R.-A. Lindeck bemerkte, der anwesende Angeklagte van Hees habe seinen Kommilitonen Elsässer heute früh zur Verhandlung abholen wollen. Dieser habe jedoch, im Bette gelegen und sei sehr unwohl gewesen. (Erneute Heiterkeit un Zuschauerraum.') Er, der Verteidiger, wolle unverzüglich Schritte tun, um die Angeklagten zum Ersck-'einen vor Gerichts zu veranlassen und bitte deshalb um eine kurze Vertagung. Ter Vor- litzende erklärt darauf, daß die Sitzung bis 11 Uhr ausgesetzt werde. Bekanntlich hatte das „Heidelb. Tagebl." das Auftreten der Angeklagten van Hees und Tietrich einer sehr abfälligen Besprechung unterzogen und ihr Verhalten um so schärfer getadelt, als innerhalb kurzer Zeit die Studentenschaft mehrfach das Theater zu alle rleiRadauszenenmißbr au ch t hatte. Man war dabei soweit gegangen, die Damen int Publikum zu belästigen unb den Musikern Geld vor bie Füße zu werfen. An jenem Abend konnte erst die Polizei dem Unfug ein Enbe machen unb bie Folge war bie Verurteilung des Schweinehirten und seiner Gattin zu 100 Mk. Geldstrafe. Tas „Heidelb. Tagebl." schloß seine Kritik der Vorstellung damals mit folgender Bemerkung : Junge Herren machten sich wieder recht unangenehm o^ merkbar und erforberten bas Einschreiten ber Thwterpolizei. Soll bas etwa ein Bernets von besonderem Anstand, Bilbnng, guter Erziehung sein? Nein, — nur Roheit und Unanständigkeit gebärdet sich so. Es scheint Usus werden zu^ wollen, ben groben Unfug wieder ins Theater zu tragen. Dagegen muß energisch protestterl werden. Vorerst seien die Herren ber Öffentlichkeit dmunziert, es waren wieder „Schwaben". Darauf ging der Redaktion des „Heibelb. Tagebl." vom „Verein Alter Herren der Suevia" folgenbes Schreiben zu: „Der von Ihrem Theater-Referenten gerügte Vorfall wird selbstverständlich auch vom Korps zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht werden. Daß Störungen ber Vorstellung nicht gebilligt werden, bebarf nicht ber Wiberlegung. .Tie von Jhrem^ Herrn Referenten erfolgte „Tenunzierung", tote er seine Rüge selbst nennt, hätte bilügertoeise dom wohl in anberer Form erfolgen sollen." Ta zu bemerkt die Redaktion bes. „Heidelb. Tagebl.": „Störungen von Theatervorstellmigen sind in letzter Zeit wiederholt vorgekommen. Schon deshalb war ein scharfes Wort der Zurückweisung am Platze. .Me Form war aber der „Art" der Stötungeu angemessen. Und an einer anderen Stelle erklärte das gleiche Blatt: „Tte Sache hat noch eine andere Seite. Tie Theatetloge wurde den Schwaben nur gegen Unterzeichnung eines Reverses überlassen, in dem sie sich kontraktlich verpflichten,, im Falle einer Störung ihrerseits ohne weiteres zu.verzichten. Tiefer Revers legte den Herren aber auch die moralische Verpflichtung auf, von vornherein jegliche Störung zu vermeiden. Sie haben sich jedoch daran nicht gehalten, wie sie auch das Vertrauen miß-- braucht haben, das man durch Ueberlaffung der Loge ihnen entgegenbrachte. Wir überlassen Hierin das Urteil bem Publikum." Auch die übrige Heidelberger Bresse stellte sich auf ben gleichen Standpunkt. Es wurde ausgeführt, daß Heidelberg nicht mehr das frühere „Un i v ersi t ä ts dor f", sondern eine auf* blühende Stadt sei, in der sich auch Fremde wohl fühlen sollen. Tie Bewohner dieses neuen Heidelberg hätten keine Veranlassung, sich den Theaterbesuch durch Leuts verekeln zu lassen, die für ften das Privilegium beanspruchten, sich ohne Rücksicht auf ihre Umgebung so zu benehmen, wie es ihuen gerade beliebt. Schon im Interesse der Stabt Heibelberg müßte die Presse derartigen ?lussckreitungen entgegentreten. Tas wäre nicht nur ihr Recht, sondern ihre.Pflicht. . Darauf richtete der Erst chargierte der „Suevia an die Redaktion des „Tageblatt" und an dessen Theaterrezensenten die Frage, ob sie für bie Kritik jenes Theatervorganges unb für die an bie Erklärung bes Vereins „Alter Herren ber Suevia" geknüpfte Bemerkung „persönlich einstehen wollen". Tas Tage-" blatt antwortete darauf wie folgt: „Wir haben dazu bie Erklärung abzugeben, daß sowohl die Redaktion als der Theater-Referent für ihre Aeußerungen persönlich einstehen, daß aber —, um hier das Kind gleich mit dem rechten Namen zu nennen, auf den Duellunsinn prinzipiell nicht eingegangen werden wird. Wir bleiben auf dem gesetzlichen Boden. In unseren Augen ist es speziell im vorliegenden Fall Unsinn, um uns milde auszudrücken, wenn diejenigen, bie sich eine Ungehörigkeit zu schulden kommen ließen, und dafür gerügt wurden, nun glauben, daß sie diejenigen, welche im öffentlichen und allgemeinen Interesse unb in Ausübung ihres Berufes die Rüge ausgesprochen haben, „fordern", d. h. eine Gesetzesverletzung begehen wollen. Tas Urteil darüber können wir ganz ruhig dem gesund und logisch denkenden Publikum überlassen. Wohin käme unser öffentliches Leben, wohin käme die Presse, wenn solche Usancen gang unb gäbe würden, unb was würde das Volk babei benten, wenn Ungehörigkeiten durch Gesetzesverletzungen „gesühnt" werden sollen? Was geschieht bei Ungehörigkeiten seitens der unteren Schichten des Volkes?" Der Effekt dieser Antwort war nun tatsächlich eine schwere Säbelforderung durch Elsässer sowohl an ben Chefredakteur des „Heidelb. Tagebl." als an den Theater-Referenten, der sogar zwei Forderungen erhielt. Tie Redaktion lehnte ein Eingehen! auf diese Forderungen ab, und es wurde gegen van Hees, Dietrich und Elsässer, gegen letzteren als Kartellträger, das gegenwärtige Strafverfahren eingeleitet. Bei Wiedereröffnung der Sitzung um 11 Uhr vormittags war der Verhandlungssaal in einer beängstigenden Weise von Studenten überfüllt. Dietrich und Elsässer mußten auf ber Anklagebank zusammen mit einem für die nächste Strafsache bereits vorgeführten Z u ch t h a u s st r ä s l i n g Platz nehmen. Nach dem Eröffnungsbeschluß werden van Hees und Dietrich der Herausforderung zrcm Zweikampf mit tödlichen! Waffen, Elsässer der Ueberbrmgung einer solchen Herausforderung an den Theaterkritiker Tusner und den Redakteur Straub des „Heidelb. Tagebl." (Vergehen nach §§ 331, 203 des Ltr.-G.-B.) beschuldigt. Zunächst brachte der Vorsitzende die einzelnen „Tageblatt- Artikel über den Vorfall tm Theater zur Verlesung, wobei er hervorhob, daß eine Schilderung des Vorganges selbst unterblieben fei. Ebenso gelangte das Schreiben des „Vereins Alter Herren der Suevia" zur Verlesung. Auf Beftagen gab van Hee8 au, daß er die Artikel sofort nach ihrem Erscheinen gelesen unb sich, durch die Ausdrücke „Roheit unb Unanstänbigkeit" beleidigt gefühlt stabe. Rach Rücksprache mit Dietrich sei Elsässer von ihm telegcaphlsctz beauftragt worden, den beiden Redakteuren bie Forderung zu überbringen. Elsässer erklärt, es haste sich sofort nach dem Vorfall der Ätadtrat Lehmann, von der Tl>eaterkommission anheisckng gemacht, die Sache auf friedlichem Wege steizülegen, unb man sei auch an die „Tageblatts-Redaktion mit dem Ersuchen herangetreten, durch eine Zurücknahme der Bezeichnung „roh unb unanständig" die Angelegenheit ohne weiteres Aufseher; au5 der Welt zu schaffen. Allein ■ bte Redaktion sei hierzu nickt zÄ bewegen gewesen, obwohl auch noch andere Herren in die Sache eingegriffen hätten und TbegtelT anch der „Me Herreir-Verefn" fern Möalichstes getan habe. Nunmehr erst habe er die Forderung überbracht. T« Zeugen zu der Sacke nicyt aeladen waren, wurde hiermit die Beweisaufnahme geickilossen. Refermdar Kessinger beantragte ange^'ts des Geständnisses bor Angeklagten ihre Verurteilung im Sinne d"s Erösfmmgsb^sckstffses. Ter Verteidiger, Reckts- anwaft L i u d e ck, bat, aus zwei Gründen auf eine möglichst müde Strafe .zu erkennen. Vinmas hätten alle drei Angeklagten narb den bei ihnen geltenden Anschauungen gebend"lt und sveziell Elsasstr alles vorher im Int-relst ein^r friedlichen Beis-'gung des^ Streites wrsuckt, was ffa freilich n-ach d"n bekannten Reicks- geric'tsentitbeidungen nicht straflos macke. Z"m anderen sei die ,ag"blatt"--N^d-'k^nn in ibr-r Kritik mit der Bezeichnung „Roheit und Unanständigkeit" zu weit gegangen. Tie Angeklagten erklären, sie nichts zu ihrer Verteidigung anzuführen batten. Tarauf verkündete nach ganz kurzer Ber^tima H: Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Frhr. v. Stockhorner, folgendes Urteil: Das Bericht hat für Reckt erkannt: van Kees imb. et* T i eh sind ie eines Vergebens gegen § 3?1 Str.-G.-B. schuldig und werdni Mher zu je fünf Tagen Festunas^aft verurteilt. Elsässer tfl ein«»? Vergehens gegen 8 203 Str.-G.-B. überführt und wird d°shalb zu zwei Tagen'Festungsbaft verurteilt. Ten Ana-'klagwu fallen fern-'r die Kasten des Verfallens zur Lasi. Tas Geständnis aller drei Anaeklagten hat eraeben. daß Elsässer von van Kees und Tietrick mit der Ueber- brww'ng einer schweren Säb"lfordernng an die Redakteure Tnkner und Straub des ...Keidelb. Tagebs." bea'cktraat wurde. Es liegt also zweifellos eine Forderung aus tödliche Waffen bt"*. Festzn stellen ist. daß di"se He^^"s?^rderi'N--s abgelehnt w"rde und daß van da ab keine weiteren Schg-i^e zur Austragung diestr Ann-iegenheit m^br erfolgten. Das Strafmaß ist 1 Tag bis 6 Monate. Elsässer hat nickt erreickt. d^ß die Forderung unterblieb, und samit w^r auck er zu bestralm. Für sein Vorgehen kommt § 203 in Betracht. Bei der Strafabmessnng hat das Geriet berücksickt'at, daß in den Z^'tunasa'-likeln des . Keidelb. Tagebl." zwei Ausdrücke Vorkommen, die in der Tat von den Angeklagten weniger ass Rüge, sondern als eine Beleidigung aufgefaßt, werden konnten. Tiefe Ausdrücke sind: „Roheit und Unanständigkllt", und wenn man besonders berücksichtigt, gegen wen sie sich richteten, so waren sie entschieden beleidigender Natur. Tie Presse, die allerdings die Aufgabe hat. D im g e z u r ü g e n, die, wie der vorliegende Fass, ein Einschreiten, der Polizei erforderten, darf dies jedoch nicht in einer Weise tun. daß der Emdmick der Beleidigung hervorgerufen wird, sondern sie muß ihre Kritik in den richtigen Formen halten. Es hätte sich also gebärt, daß das Vubsikum in der Zeitung zunächst einigermaßen darüber aufgeklärt wurde, was denn eigentlich im Tbmt"r geschehen sei und was die Bezeichnung „roh und unanständig" tterdrene. Tas große Publikum dachte sich infolge des Ausbleibens von Mitteilungen hieriiber ganz etwas Schlimmes und somit geht aus dem Artikel die Absicht der Beleidigung hervor..(??) Und diese Msicht wird verstärkt burcfi die Anmerkung in dem späteren Artikel: „Es waren wieder Schwaben!" Tie Angeklagten mußten nach vielfach herrschenden Anschauungen unter diesen Umständen zu ihrer Keransfor- derung zum Zweikampf kommen. Tem Gericht erscheint jedoch dargetan, daß ihre Absicht zunäcyit dabin gegangen ist. das TueN durch eine gütliche Beilegung der Differenzen zu verhindern. In diesem Sinne ist auch der Brief der „Alten Herren" aufzufassen, dessen Abdruck wohl erfolgte, worauf die beleidigenden Aeußer- ungen jedoch ihren Fortgang nahmen. Deshalb ist das Urteil dahin ergangen, daß die Angeklagten wobs zu bestrafen waren, aber n-ur nach Tagen. Und da lvar Elsässer noch milder zu betrachten, weil er sich die größte Mühe zur gütlichen Beilegung der Sacke gegeben hat. Somit erschien dem Gerichtshof die verhängte Strafe eutsprech-end." Tas Urteil wurde von dem Nr cktakademischeu Publikum mit unverhohlener Mißstimmung auf- aenommm. während die anwesenden Studmten ihren verurteilten Kommill'tonen vor d»m G-ri^sst-st eine Ovation dorbrackten. Aus Stadt und Sand. Gießen, 9. März 1905. • • II. KK. HH. der Großherzog und die Groß- ch erzog in sind, wie „W. T. W." aus Petersburg meldet, dort nm Mittwoch aus Moskau eingetroffen und begaben sich nach Zarskoje-Selo. * * Personalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Gefangenaufseher am Provinzialarresthaus in Mainz, Reinhard, auf sein Nachsuchen, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. * • Geh. Oberschutrat Nodnagel kommt heute hierher zur Abhaltung der Prüfungen. * * Schiller - Ausstellung der Universitätsbibliothek. Wie früher bereits erwähnt wurde, beabsichtigt die Universitätsbibliothek zur Feier der hundertjährigen Wiederkehr des Todestages Schillers eine Ausstellung von Druckwerken, Handschriften, Briefen und sonstigen Erinnerungsgegenständen zu veranstalten, die sich auf Schiller und die klassische Periode der deutschen Literatur beziehen. Die Verwaltung der Bibliothek würde äußerst dankbar dafür sein, wenn ihr Gegenstände, die sich für die Ausstellung eignen (erste oder seltene Drucke der Werke Schillers, Goethes, Herders, Bilder, Stammbücher, Erinnerungen an die Schillerseier von 1859 u. dgl.) leihweise überlassen würden. In den Glasschränkeu des feuerfesten Ausstellungsraumes sind die Gegenstände aus das sicherste untergebracht. Verschiedene wertvolle Ausstellungsgegenstände sind bereits von privater Seite in Aussicht gestellt worden. * * Besitzwechsel. Der Besitzwechsel des Cafös Skalitzky an Herrn Rath aus Frankfurt ist nunmehr perfekt geworden. ’* Einen Kriminalkommissar wird auch die Provinz Oberhessen in absehbarer Zeit erhalten. Der Etat für 1906 sieht für einen solchen, mit dem Sitz in Gießen, die Mittet vor. Auch die Provinz Rheinhessen wird einen Kriminalkommissar erhalten: seither war nur ein solcher Beamter der Staatsanwaltschaft Darmstadt unterstellt. ** Kunstverein. Wegen zu späten Eintreffens der noch neu auszustellenden Gemälde wird die Ausstellung statt von Freitag erst von Samstag an geöffnet werden. fc. Homburg v. d. H., 8. März. Ein schrecklicher Nnglücksfall ereignete sich heute früh 5 Uhr 25 auf dem Bahnhof im nahen Friedrichs dorf. Eine aus Marburg gebürtige Frau, die von Usingen kam, sprang von dem Zuge vorzeitig ab. Die Räder des letzten Wagens gingen ihr über d»en Körper, so daß der Unterkörper beinahe vom Oberkörper abgetrennt wurde. Die Unglückliche war sofort tot. ]§f Marburg, 8. März. Mit dem Wegzug der Studenten in die Ferien behagte es auch dem vielgenannten Torpsbären der „Teutonen" nicht mehr in unserer Musenstadt und so folgte er heute willig einem Rufe nach ftzrank'urt in den zoologischen Garten. Wie fein ganzes Leben und Wirken in unserer Stadt, so gestaltete sich auch fein Abschied äußerst würdevoll. Extrablätter, die sein Scheiden angekündigt hatten, hatten dafür gesorgt, daß Marburgs Straßen und Gaffen mit Menschenmassen dicht besetzt waren und ihm auch das Geleite zum Bahnhof gaben. Gegen zehn Teutonen, die noch hier waren, veranstalteten zunächst den üblichen ulkhaften Umzug, der mit zwei Vorreitern mit den Bärenmhnen und einem Musikkorps eröffnet wurde. Auf einem großen Leiterwagen saßen auf Bierfässern vier Studenten und in ihrer Mitte befand sich der inzwischen etwas größer gewordene „Meister Petz", der dem zahlreichen, ihn anstaunenden Publikum zum Abschied die Zunge herausstreckte. Vorn auf dem Wagen saß auf der Transportkiste ein Wärter aus dem Zoologischen Garten von Frankfurt und das Ganze frönte der Bärenbaldachin. So gings durch die ganze Stadt nach dem Bahnhof, nachdem natürlich die üblichen Ovationen am Bärenbrunnen u. s. w. gebracht waren. Selbstredend war eine enufofe Menschenmenge gefolgt. Hoffentlich sindet der dem Zoologischen Garten geschenkte Studentenbär dort gebührende Beachtung. — Einen einträglichen Fast- nachtsscherz leistete sich gestern ein Student, indem er sich als Konditor verkleidete und frische Fastnachtskrepvel aus den Straßen zum Verkaufe feilbot. Da die Einnahmen zum Besten des Bismarckturm-Fonds bestimmt waren, ließ der Absatz nichts zu wünschen übrig, so doß der eifrige Konditor die schöne Summe von 50.02 Mk. an den Vorsitzenden des Ausschusses für die Errichtung der Bismarcksäule obliefern konnte. Kleine Mitteilungen aus Kessen und den Nachbarstaaten. Ter Beramann Skabl in Albshausen siel vom Scheuneuaerüst und zog sich so schwere innere Verletzunaen zu, daß er in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. — In Frankfurt a. M. wurde in der Ecke Hasenstraße und Mainzer Landstraße ber 14jährige Schüler Fritz Riebter von einem Automobil überfahre n. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Da? Automobil kam von Maiu;. tfiirdk und «käntle. — Der Kaiser über Katholiz ismus und Protestantismus. Zu den Vertretern der vrotestantischen Kirche, die der Einladung des Kaisers zur Einweihung des Berliner Domes gefolgt waren, gehörte auch der Senior Dr. Behrmann aus Hamburg. Er erzählt über ein Gespräch, das er nach dem Festmahle mit dem Kaiser hatte, folgendes: Mgnche Einzelheiten aus den sehr interessanten Mitteilungen des Kaisers entziehen sich selbstverständlieh der Wiedergabe, doch darf ich es als Ueberzeugung des Kaisers verkünden: Nicht irgend welche Organisation ist es, wodurch der Protestantismus den Katholizismus besiegen wird, denn in der Organisation wird die katholische Kirche uns stets überlegen sein. Aber an den Früchten wird man erkennen, wohin der Sieg sich neigt, denn an ihnen erkennen wir, ob Gott mit uns ist oder mit jenen. Und ist Gott mit uns, so siegen wir, wenn auch nicht in Zwanzig oder zweihundert Jahren, vielleicht in fünfhundert Jahren. Krefeld, 8. März. Nachdem in verschiedenen Schulen ein Versuch mit st a u b b i n d e n d e m O e l e gemacht worden ist und man gute Resultate damit erzielt hcrt. soll jetzt in allen Schulen des Landkreisies Krefeld das Oel angewendet werden. Es hält den auf dem Fußboden liegenden Staub fest, sodasi ein Aufwirbeln nur noch in gan^ geringem Maße stattfindet. Kerichlssaak. tv. Limburg, 9. März. (Eigener Dr ahtb eri ckt.) Tie Strafkammer verurteilte gestern den 18jährigen Steinbruckarbeiter Wild. R r a st aus Büdinaen wegen Mordes an seinem Arbeitskollegen Paul H eibel zu 15 Jahren Gefängnis. Ter Verurteilte gestand ein, den Kollegen auf dem Heimwege von hinten mit einem Strick erdrosselt und ihm seinen Wochenlobn abgenommen zu haben. Weil er damals noch nicht 18 Jahre alt war, kam er nur an die iinh THffrf- mt Sckwnraerickt. Limburg a. d. L., 8. März. Frachtmarkt. Durch- schnittsvreise vro Malter. Roter Weizen 15.30 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.90, Gerste 10.30 Mk., Haier 7.65 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Wetzlar, 8. März. Auf dem heutigen Wockenmarkt kostete da? Rnrnd 1 05 imiS 110 E'»r 1 Stück 7 Pfg. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. VoranHsicktlicke Witterung in Hessen für Freitag den 10. März 1905: Zunächst noch trüb und Reaenwetter, später etwas aufheiternd, zunächst milder, später etwas kälter, windig. ____________.Näheres durch die (Siebener Wetterkarte.____________ Die Kanalkommission des preuß. Herrenhauses nahm am Mittwoch die Kanalvorlage unverändert an. Graf Mirbach bringt eine Resolution ein, die Regierung zur Prüfung der Frage aufzufordern, ob nicht im Gebiete des westlichen Kanalnetzes ein Umbau der vorhandenen Bahnen zum elektrischen Schnellbetriebe für den Güter- und Personenverkehr einen besseren Ersatz für die Neuanlage von Wasserstrecken darstelle und falls die Prüfung zu Gunsten des Schnellbetriebes ausfällt, dem Landtage einen Gesetzentwurf vorzulegen betr. eine entsprechende Abänderung des westlichen Kanatnetzes. Minister v. Budde erklärt, über die Einführung des elektrischen Schnellbetriebes auch für Güter habe er bisher nichts gehört. Auf Wunsch des Antragstellers wird über die Resolution nicht abgestimmt. Die Resolution Struckmann betr. die Schaffung von Stich- kanälen von Hannover nach Hildesheim, Peine und Lehrte, sowie die Resolution Mirbach betr. die Herstellung einer genügenden Vorflut vom Gebiete des masurischen Kanals bezw. der masurischer Seen und betr. die Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn werden angenommen. 6>riflinal-Ä)roö1mcfdunflat. R. B Darmstadt, 9. März. Gestern nachmittag erschoß sich der Berliner Student Acker hausen. Das Motiv ist unbekannt. R B Darmstadt,9. Mär-?. ImLandtage.erklärte heute Geh. Rat Nodnagel, Dr. Dcwid habe seinerzeit versprochen, daß er seine Behauptungen revozieren werde, sobald die Untersuchung deren .Haltlosigkeit ergebe. Die Untersuchung ist nun völlig zu Gnn st en Sch äd els aus- geqangen, er erwarte demnach, daß Dr. David sein Wort halten werde. M>g. Dr. B n f s stimmt dem bei. Er bedauert die Vergeudung erheblich besser verwendbarer Zeit. Mg. Reinhart führt au§, daß die Aibgeordneten ihre Immunität besser schätzen müßten als Dr. David, der in der Diskreditier'!' i eines auoesehenen Mcmnes unvorsichtig ge wesen sei. Nach den rlegungen der Regierung hätte Dr. David zu der Ueberzc..gung kommen müssen, daß er getäuscht worden sei. Dr. David erklärt, seine Hinteri- männer seien ja nunmehr bekannt, man möge sich an sie' halten. (!) Dr. Schmitt legt Dr. David ebenfalls nahe, seine Behauptungen zu widerrufen. Es gehe nicht an, daß er sich jetzt hinter seine Hintermänner verstecke. Er habe die Immunität des Abgeordneten mißbraucht. —! Abg. Noack teilt mit, daß er vor ein bis li/2 Jahren dem' Staatsminister und darauf dem Geheimen Rat Nodnagel Mitteilung von den Vorgängen gemacht habe. Darauf fei aber nichts erfolgt. Gegen diese Behauptung wendet sich Ministerialrat E i s e n h u t, indem er bemerkt, daß auf jenes! gefälschte anontme Schriftstück, das der Negierung zugegangen sei, diese feine Untersuchung ein geleitet habe. Es sprachen nod) die Abgg. Dr. David, Dr. Buff, Reinhardt und der S t a a t s m i n i st e r. Nach der Erledigung kleinerer Vorlagen vertagte sich das Haus auf morgen früh. Vom Kriege. Tokio, 9. März. (Amtlich) Marschall Oyama be« richtet: dieNussen sind in jeder Beziehun g geschlagen. Sie begannen hente, Mittwoch früh, den Ruckzug; die japanische Armee verfolgt sie jetzt eneraisch. Tokio, 9. März. (Reuter.) Man schätzt hier die 23er* lnste der Japaner in der letzten mehrtägigen Schlacht auf mehr als 50 000 Mann und die Gesamtverluste auf beiden Seiten weit über 100 000 Mann. Die Japaner schneiden, wie man annimmt, die Eisenbahn nördlich von Mukden ab. w Paris, 9. März. Das „Echo de Paris" erhält aus Petersburg folgende Depesche von beute 2.15 Ubr morgens: Tie eben einaetrosienen Tepescten vom Kriegsschauplatz berichten, daß General Kuropatkin gezwungen worden ist, seine Linie im Zentrum und am rechten Fliigel aufzn- geben, daß er Mukden räume und sich nach Tienling zürn ckziehe. Ein Teil der Armee wird über Fushan retirieren. T o k i o, 8. März. (Reuter.) K u r o p a t k i n ist offenbar geschlagen. Dte Schlacht war die blutigste des ganzen Krieges. Petersburg, 9. März. Ein 4. russisches Geschwader in Stärke von 15 großen Kriegsschiffen und 10 Torpedobooten wird Ende Mai fertig sein, um unter Admiral Beklemischew nach dem fernen Osten abzw- dampfen. (?) Dock befürchtet man, daß die unaufhörlichen Streiks in den Schiffswerften wie in den Fabriken die Ferstigstellung der ^Ausrüstungen verzögern können. — Ueberall üb er wiegt die iAnsicht, daß Mukden, ja der ganze Feldzug verloren sei. Denn trotz der ftreng gehandhabten' Zensur sickert zu viel durch, was der Oeffent- lichkeit vorenthalten.'werden sollte. Hier neigt man in wohl informierten! Greifen der Ansicht zu, daß die ganze Schlacht für die russische Armee nicht günstig steht, trotz der Meldungen über Geschützeroberungen und zurückgewounene Positionen. Petersburg, 9. März. Hier herrscht die leichtsinnigste F a s ch in g s st i mmun g. Die Regierung beabsichtiat, die geringste Bewegung der Arbeiter blutig niederzuschlagen. Der Minister des Jünem zwingt die Fabriken, ihre Betriebe offen zu halten und jeden Arbeits- williaen aufzunehmen ohne Rücksicht, ob dabei der Betrieb' möglich ist oder nicht. Die Wb eiter nützen die Lage zu offenem Widerstande aus, da nirgends Disziplin herrscht. ZahlreicheStu deuten werden relegiert ober in die Armee gesteckt. * Breslau, 9. März. Landgerichtsdirektor Dr, Hasse ist aus der Unters u chu na sh a ft entlassen worden. Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung liegt ein Sittlichkeitsvergehen gar nicht vor und die Mutmaßung besteht, daß sich Hasse bei dem Schuß auf den Erpresser Lächel infolge der voraufgegangenen seelischen Erschütterungen und schweren Bedrängungen im Zustande gestörter Geistestätigkeit befand. Die Untersuchung wird aber fortgeführt und Hasse steht jederzeit zur Verfügung des Untersuchungsrichters. Hamburg, 9. März. Die Dampfer „Armenia" und „Palatia", die die russische Regierung von der Hamburg-Ainerika-Linie erwarb, verließen den Hafen mit der Bestimmung nach Li bau unter deutscher Flagge. Marseille, 9. März. Der Aschermittwochsmaskenzug fand ein jähes Ende durch das Scheuwerden der Pferde eines Maskenwagens. Zahlreiche Personen wurden im Gedränge zertreten. Bisher sind 17 Opfer geborgen worden. RoM, 9. Marz. Der „Pcrtria" zufolge befindet sich.Prinl Max von Sachsen, der Bruder des Königs, im deutschen Institut in Rom. Man glaubt, daß er vom Könige mit einer Missoin an den Papst in der Angelegenheit der Gräfin Montignoso betrairf fet Maila nd, 9. März. Gestern sind sämtliche bei dem Bau der S i m p l o n b a h n beschäftigten Arbeiter wegen Erhöhung der Arbeitslöhne in den Ausstand getreten. Washington, 8. März. Erne Abordnung der Vereinigung' aller deutschen Studenten überreichte denk Präsidenten Roosevelt ein Diplom als Ehrenmitglied. Ter Vräsident sprach fernen Tank hierfür aus, betonte den günstigen Einfluß der Studenten^der deutschen Universitäten auf das amerikanische, Leben und! begrüßte den vom deutschen Kaiser angeregten Professorenaustausch! mit besnnd-»rer Freude. TeiepEionischer Kursbericht. 378°/o Reiohflanleihe «i . 102 00 ' do. ... 91.ßO RVtO/0 Konsols .... 101 90 3°/n do.....90.70 V/?o/n Hpro«n .... 100.40 3 V, % ObrrhesRon . . . 99.70 4% Oesterr. Go'drento . 102.4Q^ 4*,% Oosferr. Silberrento 101.45 4% Ungar. GoMronto . . 100 25 40/ haben. Rente . . . 105.60 4,/,% Porhitrieser » . • 68.10 30/ Porhiftiesen. «... 68.00 Frnnkfnr» a. V., 9. März. 30/r, Mexikaner .... 3615 41 V/n Chinesen .... 95.50 Flpctric. SoVnckort . . . 142 60 Nordd Lloyd . . . . 116.00 K reditakfien . . , .214 30 Diskonto-Kommandit, . . 191 90 Darmstädter Bank . . 143 50 Dresdener Bank .... 158 80 Berliner Handelsffes. . . 163 70 Oesterr. Staahbahn . . . 141.80 Lombarden .....17 70 Gotthardbahn ..... 191.25 Laurahütto...... 258.50 Bochum ....... 244.60 Harppner ...... 210.50 StaatsschatEsoheine . . . — 1 % C. Türken Türkenloso...... 4onnenstr. 5. D ÄioMs W nnii LmukränOn. Sonntag, den 12. März AusfBiag »ach dem Windhof (großerSaal) Zufolge einer Einladung der Ortsgr. Gießen der Allg. 93et-' einigung D. Buchhandlungs-Ge- hilsen. , , Mir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Zusammenkunft um 3 Uhr an der Biebertalbahn. v9/ Der Vorstand. „Sui« mästet Schweine kolossaU ^Lmlliche Schweinezüchter,welche „Sui*4 verwenden, bestätigen die vorzügliche Wirkung. Packet 60 Big. Philipp Schwager Wwe., Sirjtu Wohnung und 2 größeren Zimmern (ev. 2 Stockwerke!) für Pensionatszwecke zum 1. Juli od. früher gesucht. Alsbald. Off. unt. Nr. 01380 an die Exped. d. Bl. Diskretion selbswerstäudlich I für Nordh. Kornbranutwein sofort gesucht. Off. unt. R. G. 30 u I «tim an7/ Lagerhaus. 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