nie. 288 Örsted Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 7.Dezember 1905 Schulftraße 7. Die heutige Kummer umfatzt 12 Seiten ,ra5 dem Hause den Abg. Fr Was er z' x Finanz en. 31 548 97 619 75): ; 460 81 93 504 7ü! 12 741 54 55 60 |ll '.12 30 43 75 85 3L". 374 83 447 523612 Berlag u.lLxped.e-^51 lörefie für Tepelchen: »azetger vttehen. Pcuriebe» Berlin, 6. Dez. Anläßlich des TodeS des Generalstabsarztes Dr. v. Leuthold hat der Kaiser an dessen Zahn folgendes Telegramm gerichtet: „Tief hat mich Ihre Meldung und schmerzlich betrübt. Welch ein lauterer Charakter ist uns allen entrissen, voller selbstlos auf- opfernder Hingabe in seinem Beruf. Mit ihm schwindet wieder einer der treuen Begleiter meines in Gott ruhenden Großvaters dahin, und ich verliere in ihm einen treuen Freund, den ich aufS innigste verehrt habe. Sem Andenten wird in meinem Hause unvergessen und in Ehren gehalten werden." In der neuen Garnisonkirche sand heute nachmittag die Trauerfeier für Dr. o. Leuthold statt in Gegenwart des Kaiser- vaareS, Offizieren, Lehrkörpern, Vertretern der Studentenschaft tc. — Der hessische Justizminister Ewald ist auS Darmstadt hier eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen. — Nach Mitteilungen auS informierten Interessentenkreisen werden gegen die Tabakvorlage bis jetzt etwa 17 0 Abgeordnete stimmen. — Der Reichstag hatte bei der vorigen Etatsberatung eine Resolution angenommen, die im Hinblick auf die damaligen Vorgänge im rheinisch-westsällschen Industriegebiet die Schaffung eines einheitlichenBerggesehes für das ganze deutsche Reichsgebiet verlangte. Der BundeSrat hat Ausstiche Neuigkeiten. Ein Petersburger Korrespondent meldet vom Montag, er sei an diesem Tage bei der vom Zaren zu Zarskoje Sselo abgehaltenen Parade des Sfirncnowskr Regiments zugegen gewesen. Ter Zar, der sehr blaß aussah, wurde von dem Großfürsten Nikolaus Stikolajcnnisch begleitet. Zur Eisenbahntarifreform. Ans der Denkschrift des preußischen Etieubahnmintsters v. Budde über die deutsche Personentarifreform werden durch die „Tagt. Rundlch.* eine Reihe von Darlegungen mitgeteilt. Es läßt sich nicht behaupten, daß die Abänderung des Tarifwesens sich durch diese Rechtfertigung verlockender ausnimmt Der wesentliche Vorzug ist die Einheitlichkeit. Daß „eiiizelne Tariferhöhungen sich leider nicht vermeiden lassen", wird in der Denkschrift zugegeben. Aber dafür erhöhe sich die Bewegungsfreiheit der Reisenden, sei die 9lb- fertigung vereinfacht. Ein karger Trost 1 Vereinfachungen des Dienstes kommen doch zunächst den Verwaltungen zu Gute, und über Mangel an Bewegungsfreiheit hatte der Reifende mich bisher im allgemeinen nicht zu klagen. Wenigstens fallt die leidige Platzkartengebühr in den v--Zügen fort, aber auf der anderen Seite stehen die festen Zuschläge „bei einer Anzahl von Schnellzüge n". Tas wird schon eine ganz gehörige Anzahl von Zügen werden, die in aller Form die Be- nennimg „Schnellzüge" erhalten und Mehrausgaben herbeiführen. Beibehalten ist erfreulicherweise die beliebte Einrichtung der zusammenstellbaren Fahrscheinhefte — doch auch hier ist eine sehr den,ertliche Preissteigerung vorgesehen: die Sätze des Personenverkehrs sind um kilometrisch bemessene Beträge erhöht! Dafür ist die B e n u h u n q aller Schnellzüge „ohne weiteren Zuschlag" gestattet. — Der preußische LandeSetsenbahnrat beriet in feiner Sitzung am Dienstag über die Vorlage des Ministers der öffentlichen Arbeiten betreffend die Reform der deutschen Eisenbahn-Personen - und Gepäcktarife. Ten Grundzügen der vorgefchlagenen Reform rourbe von keiner Seite widersprochen. Die Mehrheit der Körperschaften empfahl dabei, wegen Ermäßigung der Fracht für kleinere Gepäckstücke bis 25 Kilogramm mit den übrigen Staatsbahnverwaltungen in er- neute Verhandlungen einzutreten. von einer bedenklichen Spannung, in der sich erst neuerding» .Ansätze* zu einer Besserung bemerkbar machten. Wenn eS noch einer Nuancierung ins Düstere bedurft hätte, so war sie gegeben durch die Erklärung des Fürsten Bulow, daß trotz deS Dreibundes Deutschland gut daran tue, sich ans seine eigene Kraft zu verlassen. Die Ausführlichkeit, milder die Marokko- frage vom leitenden Staatsmanne erörtert wurde, macht ''erner zur Gewißheit, daß diese Frage von ihrer Gefahr so gut wie nichts eingedüßt hat. Alle im Saale Anwesenden standen unter dem tiefen Eindruck dieser Darlegung. Seit langen Jahren sind so eindringliche Erklärungen im Reichs- laqe nicht abgegeben worden. ■Bjorm und zu den Steuervorlagen sagte, klang zwar noch :ni}l kritisch, von der Erbschgstssteuer abgesehen, aber die Üiz.erung weiß, daß solche geharnischten Erklärmigen und !brbe()olte beim Zentrum nicht bis zum Ende Richtlinie zu Inten pflegen, zumal wenn, was Fritzen energisch forderte, Reichstag endlich Diäten bewilligt werden. Das .^lcressanteste an der übrigens vortrefflichen Rede des rhein. .Zniltrumsmannes waren die Stichworte über die auswärt, folütif, die er dem Reichskanzler gab, um ihn zu einer ii'orrnatioen Rede über die internationale Lage zu oer- •erkiffien. Frankreich, England, Rußland, Japan und schließ- Itd) der Dreibund — über die Stellring Deutschlands zu llinem Mächten wünschte Fritzen Aiiskunft, indem er unter ihn Beifall des HanseS die Politik des Friedens und der ‘Whnung als die im Jntereffe der Völker liegende und !k=t)M(b weiterhin anzustrebende bezeichnete. Unter gespanntester Aufmerksamkeit ergriff Fürst Bülow in o vorgerückter Stunde daS Wort zu einer bedeutungsvollen •jhe*. Interessant namentlich deswegen, weil Fürst Bülow «iilblehnte, ein allgemeines Expose über die auS- »ertige Politik zu geben, da er sich davon keinen Vor- itil für das Land verspreche. (Hört! Hört!) Diese fast wmgutcn Zwischenrufe wiederholten sich, denn der Kanzler foradS) mit auffallendem Ernst davon, daß die politische 8ckeine durchauS befriedigende und die Er- nmtrung der kaum überwundenen Verstimmung zu Stiüllrchten sei. Er sprach ferner von der tiefen Al>- anggung des engl. Volkes gegen das deutsche- piTlitilrbp (Tflnrnfrliiui. Deutschland und England. Angesichts der gestrigen Ausführungen Bülows über die auswärtige Lage begegnet folgender Briefwechsel besonderem Jntereffe. Sir Thomas Bare lag, dec frühere Vorsitzende der englischen Handelskaminer in Varis, hat an den Präsidenten der Mannhetmer Handelskammer ein Schreiben gerichtet, in welchem eS heißt: Die zwischen Großbritannien und Deutschland bestehenden Mißverständnisse geben allen Engländern, welche die dauernde Erhaltung von Ruhe und Frieden in Europa wünschen Grund zu ernster Besorgnis. In der 91 bücht, nachznweilen daß die gleiche Empfindung auch in Deutschland weit verbreite ist, bitte ich Sie um eine kurze Mitteilung in dieser Angelegenheit Ter Präsident der Mannheimer Handelskammer richtete hierauf an Barclay eine Erwiderung, in welcher er den Wunsch des Plenums der Mannheimer Handelskammer ausdrückt, daß es den einflußreichen und auf dos Wohl ihrer Mitmenschen aufrichtig bedachten Männern diesseits und jemals des Kanals gelingen möge, den herzlichen Beziehungen wieder Geltung zu verschaffen, die zum Vorteil beider Länder zwischen England und Deutsch- land bestanden haben. Die Antwort der Mannheimer Handelskammer gipfelt in der Erklärung: Sollten zeitweise Verstimmungen zwischen beiden Ra liouen bestanden haben oder noch bestehen, so können und müssen solche gegen die großen Kulturaufgaben, die in gern einsamer Geistesarbeit zu erfüll 'n find, bedingungslos zuriick- treten. Der wenn auch scharfe Wettkampf auf den Gebieten der Industrie und des Handels kann sich auf friedlichem Wege vollziehen und wird so dem Fortschritt und der Förderung der Kultur dienen. Ferner ist nicht unbedeutsam, daß Lord Avebury, der am I. Dezember der Londoner Versammlung des Komitees für die Annäherung zwischen England und Deutschland präsidierte, an demselben Tage dem Kaiser Wilhelm telegraphisch mitteilte, em sehr erfolgreiches und eindrucksvolles Meting sei abgehalten worden, um die Freundlichkeit zwischen dem deutschen und dem englischen Volke zu fördern. Die diesbezüglichen Resolutionen seien mit Enthusiasmus angenommen worden. Der Reichskanzler Fürst Bülow antwortete telegraphisch, er sei vom Kaiser ermächtigt worden, Lord Avebury und allen denen, die seine freundwilligen Gefühle teilen, deS Kaisers aufrichtigen Dank zu übermitteln. Als Zeichen der Beffecung deS VerhältniffeS zwischen England und Deutschland betrachtet man in Parts eine Meldung, daß zwischen Rouvier, Fürst Radolin und dem englischen Botschafter Bertie demnächst in Paris eine vertrauliche Unterredung stattsinden werde, um der Konferenz von Algeciras einen möglichst glatten Verlauf zu sichern. -außer 6onniaa*. t 4 85 [200] 48 V 9 627 65 70 788/ 546 49 757 IW ) 19003 43 82 9J 3 75 739 827 49 12 72 73 82 440 5 26 45 108 206 ÖS >65 70 2 2142 [W. 9 93 906 7 13 29 •- 7 566 748 88 (100’ [100] 607 16 7618 48 71 91 [400] 501 .9 79 81 435 532 U 04 13 43 65 68 507 12 95 210 18 31fr !4 52 264 65 74 77! Aus dem Aeichslag. R. Berkin, 6. Dez. „Tic Pfosten find, die Zelte aufgeschlagen, und jeder- tnann erwartet sich ein Fest." Ein distinguiertes Publikum In den Dos- und Diplomatenlogen, die Tribünen dicht ge- hin l, aus der Bundcsratseslradt der ,,(£I)or" der Regieren- bctL ein Gewimmel von feierlichen schwarzen Röcken und blisenden Uniformen — kurz, das äußere Bild des großen I&HC3 war hinreichend imponierend Tie Einleitung der Scbintte übernahm Fürst Bülow selbst, nachdem er frisch unh froh nach allen Seiten Grüße ausgetauscht hatte, einen besonders herzlichen mit dem ,,Kolonialprinzen" zu Hohen- lofr. Fürst Bülow erklärte, er werde sich so kur» wie möglich fofifen, aber es wurde eine recht umfangreiche Rede, obwohl sie nur einem einzigen Gegenstand galt: der Reichs- fir an^reform. Tie Sorge der Verb. Regierungen um bo4 Zustand"kommcn dieses den Kern und Siern der Session bildenden Gesetzes ist augenscheinlich sehr groß, denn die Tarlegungcu des Kanzlers liest n darüber keinen Zweifel. Er sprach sachlich und in ernstem Tone, der selbst durch gklegentliche hnmoristiscte B< merkungen hindurchklang. Hin- nn 'jfc auf die .,s chicr unglaubliche" S ch u l d e n l a st des Reiches — „so kann es nicht iveiter gehen!" — aut die finanzielle Bedrängnis der Einzelstao t en — „bei denen tes Reich rote ein armer Reisender anlllopfen muß" — welchsi'lten ab mit historiscktzm Rück- blid'en und Hinweisen auf das Ausland. Das Haus hörte im allgemeinen schweigend zu: als aber Fürst Bülow auf die neuen Steuern zu sprechen kam, wurde es auf der Linken lebhaft. Man war nicht einverslan- dk t mit dem, was er über die Besteuerung des „Genusses" ouesführtc. Tie Begründung der Erbschaftssteuer fand nrieber nicht überall den Beifall der Rechten, wie das Kopf- Mitteln hort bewies. Toa) Fürst Bülow hielt sich nicht mit Bekehrungsversuchen auf, fonbem eilte zum Schluß, brn er höchst originell gestaltete. Er meinte, mit der Ürgk.'nde aufräumen zu muffen, als ob die neuen Steuern bm Herren am Regierungstisch zu bewilligen seien. Tann rfidtre er plötzlich bic Autorität des Schatzsekretärs Frhrn. v. crtcngel in Finanzfragc n gewissermaßen in bengalische kestuchtung, unter schmeichelhafter Inerkennung der ent- [meehenden Bedeutung des — euch heute abwesenden — ibg Richter, dem die Regierung das Schatzsekretariat leibe r nicht mit Aussicht auf Erfolg hätte an bieten dürfen. [Nr-che Heiterkeit.) Schließlich ging Fürst Bülow dazu über, dm gesamten Reichstag zu apostrophieren. „Fügen Sie", ntf der Kanzler mit erhobener Stimme den Volksvertretern ju, ,Lhren Verdiensten eine patriotische Tat hinzu durch -nrahme der Reichsfinanzreform!" Tie Möglichkeit einer -ußl ö su n g des Reichstags im Falle der A b l e h n - nn q der Vorlage deutete Fürst Bülow n i ch t an. Gletchivahl miiibe diese Möglichkeit bei den Gesprächen in den Wandel- ghgen erörtert, wo man allgemein nicht den Eindruck mann, als habe die Rede des Kanzlers eine besonders liess e Wirkung ausgeübt. Unzweifelhaft einbrucksloS war, was der zweite Redner tkß Tages, Frhr. v. Stengel, in seiner Begründung der kmz.elheiten der Finanzreform auseinandersetzte. Der Schatz- Itfrettär sprach so leise, daß er auf der Tribüne unverständlich Hirt», und von den Abgeordneten gab sich nur ein kleiner kruchteil Mühe, dem Gedankengang des Redners zu folgen, flam hatte das Gefühl, als sei Frhr. v. Stengel durch die Ürbeit gegen die vielen Schwierigkeiten, die sich schon der krrsiländigung der Einzelregierungen über die Finanzreform mlgKgenfleaten, abgespannt. Und dabei soll die Haupt- ilbeiit erst beginnen. Wenn freilich eine Verständigung über h Reform mit dem Reichstag erzielt wird, bann bringt nicht o. Stengel, sondern Fürst Bülow das Kunststück zuwege - mit dem Zentrum. Die ausschlaggebende Partei stellte als ersten Redner 556 99 (100] (Bl 8 Ä 145 74 2V 4«^ 53105 [100] Ofö 2489 712lö5351 73 3 2 W 314 60 69 71914 I58KH EM! 6 912 81 487 514L Ml? >2 548 85 617 5315 " 64 67 220 78 312 U 963 43 '36 47 61 1! N 9-25 51 57 2 33 55 63 94 831P ,533 42 97 657 M , 47 101 84 212 1 - 0 96 105 38 2t ■ '43 68 899 910 48.- ! 71 49008 20 '5; U 97 969 85 769 [100] 82 87 8>.1 200] 37 52 53 N^ afi Q39 87 530» • ' 14418 242 52 68 7) 2 99 467 506 674 71C 22 nOOltfM ,c qq «17 946 56 1- il y ™ 4»> SS 942 98 67 633 67«^. 20 10 00 ÄS 83^13 € «ff» 'ÄÄ S’Ä’ä 172 »l--243 328 * Diese Tatsache beweise die Unwahrheit der absurden G.-rüchte über einen Anschlag dieses Großfürsten gegen den Zaren. Kaiser Nikolaus stand unbedeckten .Hauptes bei der eindrucksvollen religiösen Feier, welche der Parade vorausging, und schritt dann die Front mit dem Bischof ab, welcher die Truppen mit geweihtem Wasser besprengte. Tie vom Zaren anfänglich bewiesene Nervosität verließ U) n schnell . Er hielt an die Soldaten mit lauter klarer Stimme eine Ansprache und trank dann auf das Wohl des Regiments. Tie Haltung der Soldaten war vorzüglich. Ein anderer Petersburger Berichterstatter meldet, daß .Herr F i s ch e l, der Vertreter des Bankl)anses Mendelssohn u. E o. i n B e r l i n , der in der russischen Hauptstadt weilt, Verhandlungen mit der russischen Regierung luegen einer «neuen Anleihe führe. Als Sicherheit für drese neue Anleihe soll das Slaatsmonopol in Dranntlvcin bienen. Tos neue Preßgesetz befriedigt die Seffent- lichkeit in keiner Weise. Erstens wahrt es die Prävcntiv- Zensur für ftarrifaturen, zweitens hat der Minister deS Innern wie andere Administre.toren das Recht, periodische Blätter zu inhibieren, drittens tvirb der Presse das Recht der Kritik der Tätigkeit von Amtspersonen entzogen. Verband zum Schutze der Preßfreiheit hat daranftfin beschlossen, wie bisher die Preßverordnung zu ignorieren. Ter Moskauer Agrarkongreß beschloß die Entsendung einer Deputate on an den Z iren mit der Bitte um Einberufung des „Semski Ssobor^". Tas Ssobor soll aus Kaufleuten, Beamten, Geistlichen, Landlvirten, Handwerkern und Kosaken bestehen. Ter Landmangel der Bauern müsse unverzüglich abgestellt werden durch StaatSlände- rcien und Reserveländere'.en und durch Staatsvermittlung bei Berkaus von Land. Tie Staatsverteilung und die Un- antaftbarL’it des Eigentumsrechtes seien tue Grundlagen der Landnutznießung. Ter Vorsitzende, F ü r st S ch o s ch erbat o w redigierte mildernd die Adressean den Zaren, die um Wiederherstellung der Ordnung bittet und um Ersetzung der jetzigen Regierung, die zu schwach sei, um diese Aufgabe zu lösen, durch eine andere, die mit dem Aufruhr ein Ende mache und eine feste Macht schaffe. Tie Kongreßmitglieder traten scharf gegen Witte auf, den sie durch T u r n o w o ersetzt wünschen. Tem Bureau des Bauecnkongresses gehen fortgesetzt Erklärungen der Dauern zu. Tie Bauern wünschen ihre Einlagen aus den Staats|parkassen zu ziehen, zum Zeichen des Protestes gegen die Repressivmaßnahmen gegen da- Bureau des Bauernkongresies. Ter Ausstand der Post- und Telegraphenbeamten hält nach wie vor an. Tie Ausständigen sind guten Mutes und überzeugt, ihre Forderungen durchzusetzen. Witte fei für deren Erfüllung Tas einzige Hindernis sei Tumowo. Unterdessen arbeitet die Post in Petersburg so gut eS acht mit Unterstützung von 2000 Freiwilligen aus dem Publikitm. Der Präsident Partenenko und die Mitglieder des Bureaus des Kongresses der Post- und Telegraphenbeamten sind in Moskau verhaftet worden. In Kiew ist allgemeine Panik. Die revolutionären Elemente, Studenten, Sozialisten und Sozialrevolutionären wurden unter administrativer Leitung der „Schwarzen Hundert niedergemacht. Ueber 1500 Reserven find getö e tt. Alles flieht. In Woronesch sind durch Brandlegung die Kaserne des Tisziplinarbataillons mit den Offizierswohnungen sowie einige andere Gebaud? zerstört worden. Ein Teil ter Soldaten durchzieht in Unordnung die Straßen; die Zivil- gefangcnen haben sich ergeben. Zwei Soldaten und zwei Strafgefangene wurden getötet. Mehrere Strafgefangene und zwei Wächter wurden verwundet. Das Gefängnisbureau mit den Dokumenten des Gefängnisses ist verbrannt. Aus H e l s i n g f o r s, der Hauptstadt Frnlands, wird gemeldet: Ter neue Senat beschloß die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, betreffend die neue Landtags wahli orbnung auf der Grundlage des allgemeinen Stimmrechts und (schritte zu unternehmen, um die wahre demokratische Volksrepräsentation durchzuführen. Ferner wird u. a. angekündigt ein Gesetzentwurf über die Kontrolle der Behörden seitens der Volksvertretung, über die Preßfreiheit urrd Über- d Versammlungs- und Vereinsfreiheit. Gietzener Anzeiger W w General-Anzeiger « SS Amis- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen WW __ zcigenteil: Hans Beck. Ausland ganze Gemeinde, unser Vieh und unser Leben lostet, denn von den Deutschen I haben wir das Beste, dvs Evangelium, erhallen!" Diele zogen gezwungen — ... — . . - < Z 1 « ZT • . « ...... Qf 1' A II St I* „Zu dem Requiem samt Kffrie, Dies irae. hat Mozart die vier Singstimmen und den Grundbaß ,amt der Bezifferung ganz vollendet, in der Iüst-nlmentrerung aber nur hin und wieder das Motivum angezeigt. — Das Sanctus, Benedictlls und Agnus Dei ist ganz neu von mir verfertigt." (Jahn II. S. 801.) Eine lebhafte Kontroverse entstand über freie spater ange- zweifelte Giltigkeit der Süßmaher'scheu Erklärung: mich wurde es zu n>eit führen, wollte ich hierauf uoch näher eingehen. Süßmaher war wohl der Berufenste, Mozarts Werk zu vollenden, er hat es ganz im Sinne und Geiste Mozart s getan. Wurde doch das Benedictns (Süßmayers Aicheit) als eme Perle ihrer Regierungen." v ... Wien, 6. Dez. Im Abg cvr dn c 1 c n h a u se erklärte heute der Frei-Alldeutsche Herold, daß seine Partei für das allgemeine gleiche Wahlrecht cmtrctc, um allen deutschen Arbeitern die Gleichberechtigung zu vev- schaffen. Kramarcz (TsTheche, erklärt, alle Nationalitäten mutzten sich, wenn sie nicht Volksverräter werden wollten, im Kampfe gegen die internationale Sozialdemokratie vereinigen. Er sei für gerechte Ausrestaltung des ^Wahlrechtes, aiich hatte tapfcre^Kricger.it ^einijd)en Missionsgesellschaft unter diesen Böllern setzt — vou vereinzelten früheren Barsiößen abgesehen — im Jahre 1MI ein. Dom Kapland kamen die Missionare zuerst zu den Namas, dann zu den Hereros, unter denen zuerst der bedeutende Hugo Hahn bahnbrechend wirkte. Eine große Kulturarbeit hat die Mission in diesen * 0 Jahren an dem Dolle getan Der Dortragende betonte es ganz besonders, wie es die Mission auch unter diesen völlig kulturlosen Völkern durch ihre Leistungen bewiesen habe, daß sie der Mahnung, übeu_ dem Beten das Arbeiten nicht zu vergessen, nicht bedürfe. Auch die Haltung der eingeborenen Christen während des Aufstandes habe dazu viele Belege ge- liefert Eine ganze Reihe von Stationen, wie Keetmannshoop, Bethanien und Bersaba, seien ganz oder doch zum Teil treu geblieben. Ter ehr- würdige Häuptling Christian Goliath von Bersaba erklärte, obwohl ibn die Negierung ohne Schutz ließ: „Da mache ich nicht mit, wenn es die mit Freilich sind unentschuldbare Greuel vorgekommen. Aber auch d,e Wildesten haben die Missionare geschont, und im allgemeinen ist das auch Frauen nnd Kindern gegenüber g"lchehen. Das wäre früher undenkbar gewesen. Hendrik Witbooi hat der Größenwahn verführt, und der Trunk, den er erst seit seiner Unterwerfung durch die Deutschen im Jahre 1894 Mozartfcicr im Konzertverein. Gießen, 7. Dez. 1905. Am 6. Dezember 1791 wurde in Wien der sterbliche Teil des unsterblichen Mozart zu Grabe getragen. Heftiges Regen- und Schneewettcr herrschte, so dar von den Leidtragenden immer mehr zurückblieben, und schließlich an der Gruft Mozarts nicht c i n Freund mehr stand. Für Mozart, den Schöpfer der Herr lichsten, sonnigen und feelcnvollen Melodicen, der reinsten Har monieen und Bildner der edelsten Formen, fand sich kein anderes Grab als ein Massengrab. Keiner seiner vielen Verehrer zeigte ihm über den Tod hinaus io viel Anhänglichkeit, daß er für eine würdige Bestattung Sorge trug. Tiefe Wehmut überkonimt uns bei diesem Gedankeii. Einer der Grössen in d?r Kunst, ein Fürst im Reiche der .Harmonieen — und ein Grab wie ein unbekannter Bettler! Seine letzte Ruhestätte ist uns unbekannt: wir wissen nur, daß er auf dem Friedhöfe von St. Marr, wo ihm im Jahre 1859 cm ^.enk mal errichtet wurde, beigesetzt ist. Mozart's letzte uiid leider von ihm unvollendet gebliebene Arbeit war das Requiem, das er im Auftrage eines ungenannten Bestellers — wie sich später herausstellte, eines Grasen von Walsegg aus dem Landgute Stuppach m sintertest erreich — in Angriff nahm. Eine Ausgabe, der er sich bet seinem innigen religiösen Empfinden mit großem Ernst und ganzer Seele bingab, obwohl er gerade in dieser Zeit derart von krank- haften Zuständen befallen wurde, daß ihn der Gedanke, mit diese Totenmesse schreibe er sein letztes Werk und zwar sein eigenes TodeSlied, fast nickt: niehr verliest Seme trüben Ahnungen fönten sich leider erfüllen. Die Angst, frs Requiem nicht mehr vollenden zu können, — betrachtete er doch auch, al^, glaubt ger Katholik, die Lösung dieser Aufgabe als eine Erleichterung seines Gewissens — ließ ihn weit über seine firartc arbeiten, so daß seine Frau ihm, damit er sich etwas Erholung gönne, die Partitur wegnahm. Eine leichte Besserung, die ihm gestattete, die Arbeit wieder auszunehmen, trat ein. Lewer nur auf kurze Zeit — Am 5 Dezember 1791, 55 Minuten nach 12 Uhr, verschied Mozart, erst 36 Jahre alt, ohne das Requiem vollendet zu haben. ~ c ~ Franz Taver Süßmaver, ertcutib und <2ander Mozarts, und von ihm über die Aussiibrung der ^nM'nnentatwn des öfteren in Unterhaltung gezogen, übernahm nun auf ttzlinsg' der Witwe die Fertigstellung. Wie weit fein Anteil an 0em Werk reicht, entnehmen mir ernenn Briefe, welchen Süßmayer an Härtel, 8. FÄruar 1800, richtete: Ueber Znkunftsaufgaben in Deutsch-Tirdwcstafrika führte Herr Missiousinspektor Haußleiter aus Barmen in seinem am Montag in der großen Aula der Universität gehaltenen Dorlrag ungefähr folgendes aus: , ri . , » ■ Südwcsiasrika ist jetzt nut so schweren Opfern erkauft, daß eS wt wieder aufqegeben werden kann. Unserem Volk ist barm ein Uebungsfcld, nidit nur für unsere Truppen, die sich da auf's Aeußerste bewahrt haben, sondern für jede Seile unserer Begabung, ein PrüfungSseld »or allem für unseren sittlichen Charakter, ob wir noch cm christliches Volk sind, gegeben. Zugleich ist cs — vielleicht von den höher gelegenen Zeilen tnt Innern von Ostasrika abgesehen — die einzige Stcdelungskolonte, m der sich auch dem deutschen Bauern und Arbeiter eme Zukunft eröffnet. Daß diese Hoffnung nicht unbegründet sei, beweist em Blick auf das Cap- land, dos unter denselben geographischen Bedingungen aber durch die Kultur weiter entwickelt ist. An Größe kommt Deutsch.Sudwcstafrtka dein Deutschen Reich samt Deutsch-Oesterreich gleich. Dagegen ist es sehr schwach bevölkert. Von den Bewohnern sind uns durch den Krieg am meisten bekannt geworden die HereroS und die Nama-Hotteutotten. Beide sind in daS Land eingewandert und haben die Ureinwohner, die Samara und die Buschlcutc verdrängt oder unterjocht. Jene, schwarze Bantu- ueger von kräftigem Wuchs und stolzem Selbstgefühl, sind Viehzüchter und, wie es ihr Beruf mit sich bringt, in festen StammeSvcrbändcu unter Häuptlingen geordnet, vor dem Krieg etwa 60 000 Kopse; diese etwa 20 000 Köpfe, gelbe Hottentotten vom Kap, sind kühne Jager und Jteiter, ohne feste Verbände, nur zeitweilig von hervorragenden Häuptlingen, wie Hendrik Witbooi, zusammen gehalten, die außer vor der Jagd besonder^ von Beutezügen gegen die reichen Dichbesitzer im Norden lebten. In dem nördlichen Fiachland wohnen noch die Ovombo, reiche Kornbancrn und Ans Stadt imd La>'d. Gießen, 7. Dezember 1905. •• Die Einwohnerzahl der Stadt Gießen be- lauft sieh nach der vorläufigen Feststellung des Großh. Polizeiamts auf 29 149 Seelen gegen 25 564 im Jahre 1900. Das bedeutet einen ZmvachS von 3585 Einwohnern ober umb 14 Proz. 1895 betrug die Einwohnerzahl Gießen? 20 535 Köpfe. Das Ergebnis der diesntaltgen Volkszählung bedeutet für Gießen eine durchaus erfretilichc Entlvickelmtg, die gleichweit entfernt ist von einem Stehenbletben feiner wirtschaftlichen Entfaltung, wie von einer ungesunden stnuun- bnften Zunahme. (Weitere Volkszählungsresultate sind in der besonderen Rubrik zu finden). "In Audienz empfangen wurden gestern von 2. K. H. dem Großherzog u. tu Pfarrer Heimbach von Münzenberg, Gutsbesitzer Oekonomierat Müller von Ren- Hof, Professor Rahn von Gießen und Pfarrer PrätoriuS von Homberg a. d. Ohm. " Personalien. Bestätigt wurden ber^ von btm evang. Pfarrer und dem Gemeinderat zu Dreieichenbain ai" die i. Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Dreieichenho-: präsentierte Schullehrer Friedr. Chantre zu Dietzenbach jiit diese Stelle; der von dem Fürsten zu Löwenstetn-Weltlmm- Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönbetg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rieder-Ümzig präsentierte Schttüehrer Karl La uten s ch l äg c r zu Haingrund für diese Stelle. — In den Ruhestand wurde vechtzt der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Dornberg ftntbr. Schnellbacher. •• Eine Sitzung deS Pro v inzia l-Au Ss chusff-' der Provinz Obcrhessen findet aut SamStag, bn 16. Dez., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesor^wg statt: 1. Gesuch des Johs. Höchster in Londorf m Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 2. tnt- eignung von Gelände zur Er weiter ung deS Bahn' Hofs Hungen; hier Antrag auf Besitzeinweisung. 3. otrci- antrag gegen die GemeinderatSmitglieder Klinket und 4 Gen. zu Vilbel auf Grund von Artist 45 der Landgemeindeordnung. ** Tas Museum r c 5 0 berhes s <6 c 1 di t $ : •? • Vereins ist in letzter Zeit durch Schenkung.:' und Ankäufe wieder Vielfach bereichert worden. Desondct hcrooi» zuhebeu sind zwei Kupferstiche von Johann : oura? Felsing, geb. in Gießen 1766, gest. in Darmstadt c.. 'wfqraveur 1819. Stadtverordneter A. Gabriel -cheustezm wertvolle Pastellbilder, angefertigl 1 <->2 W I F Dry and er, den Prinzen Friedrich Ernst nonF bnrg-Düdingen und seine bn?n ablin geb. Drmze,sinM Isenburg-Büdingen darstellend, sowie cm Bild 'ranzoMu Schule von I. B. Oudry, 1686-1755. Angekautt nmrtfli mehrere Kupferstiche von I. G. Wille (Will:, geb. oui - Obcrmühle bei Rodheim a d. Bieber 1715, feiner Seil W kupserstechcr des Kaisers von Deutschland, der svonige dot Frankreich und Dänemark. Den Geschcnkgebern^agt Museumslcitung auch von dieser Stelle bestens ** Staatsexamen. Im Justizgcbaude zu stadt begann vorgestern das Staatsexamen für otc «un baten des Gerichtsschreiber-, Berich tsv-oU zieher- und P 0 l i z e i k 0 m m i s s a r ia t s d t e n ste v r. unterziehe» sich dieser bis End- lausender Woche and°u-u der Prüfung 39 Examinanden aus allen Zeilen de- .««■ ’ Der Zudrang zum mittleren Justizdienst t)r Torrnn6 , überaus lebhaft, obgleich die Aussichten auf daueim^^ London, 6. Dez. Ter russische Botichakter liest der Handelskammer von Sieiv Casne und Gatcrhead auf eilte Umladung zur Teilnahme an ihrem morgen stattfmdenden ^»atzrev- bankett, folgende Antwort zugehen: Es i-t nicht nur meine Aufgabe, sondern auch mein eigenster Wun,ch, alles zu,tun, nm die freundschaftlichen Beziehungen zwilchen unseren beiden Ländern nnd die Au-o?hnung von Handel und indusiriellen Unternehmungen möglichst zu rördern. — Wie dem Reuter'schen Bureau aus Lahore gemeldet wird, hielten fric Ladenbesitzer in üangra eine Versammlung ob und unterzeielmeten eine Vereinbarung, ke in en eur 0 pa 1 - schenZuckermehr zn verkaufen, solche Ver,ammlungen in Punjab sind jetzt an der Tagesordnung. Die Beranlastung dazu ist darin zu suchen, daß weit int Lande herum Flngblattei verbrestet werden, in denen behauptet wird, daß der importierte Zucker mit Knochenmehl und> Och, en blut raffiniert sei. Es wird eine ernstliche Ver>chaebung des riesigen indischen Zuaergeschäfles befiirchtet, da auch eme groste Brahminenversammlung in Multan den 5)indus den Genuß von importiertem Zucker verboten hat. I Paris, 6. Dez. Die Mamin er nahm den ersten Arnrel der Vorlage betresi'end die Altersversorgung an. In dreiem wird im Priiizch der Beginn der A l 1 e r sv e r , 0 r g u n g auf das 60. Lebensjahr festgesetzt. - Im Senat, der z. Z. das Gesetz bet.r. Trennung von Kirche und Staat berät, führte Meline aus, ine Völker, die an der Spitze der Zivilisation marschierten, die von Amerika, England und Deutschland, seien am religiösesten. Die religiösen Kämpst nötigten das franzopiche Volk, auf der Stelle zu treten, während die lonkurrierenden Mackste mit Riesenschritten vorwärts marschierten. Ter, Redner schließt mit einem Appell an den Senat, durch Verwerfung der Vorlage seinen Patriotismus zu bewei,en. Tennoch wurde der letzte Artikel des Trennungsgesetzes a n g e n 0 m m e n. Es bleibt nur noch die Gesamtabstimmnng über das ganze Ge,etz nbrig. — Ter Berliner Korrespondent ^'6 Petit Parnien üX'm femem Blatte zn melden, daß während des parlamentariw)en Abeiids beim Fürsten Bülow er vom Reichskanzler gegenüber dem Vertreter einer Grpßmackst folgende Worte vernommen habe: „Die Zukunft klärt sich und ich glaube immer mehr, vast die Aufrechter Haltung des Friedens nock> immer zu civ warten ist. Ick habe Vertrauen zu der Weisheit der Volker und punkte auS wird man aucki iveiter fonunen. Cö iaif nicht fo btcibrn, daß bic Jnteresscn der Herrschenden lind dec Untcnvorfencn g.-gev ki. andr7 neben. Es gilt, sic so zu bchandelii, daß sic wicdcr Lcrtrancii gewinn«, sind einsctzen lernen, daß bic bcutfdic Herrschaft sic wirklich vorwärtZ brrngf Dazu ist bic stille Arbeit der Mission und bcr Mmionarc nnrr. btluhd,. und sie sind bereit, auch zum besten deS beutlchcn Vaterlaube; „ud Volke- dazu zu helfen. Zunächst muß bem Volke toieber bir Möglichkeit gegeb.r werden, sich äußerlich und innerlich wieder zu sammeln. Em sehr ver. heißnngSvollcr Anfang dazu >st die, wie die Zeitungen bcrichter. von tun neuen Gouverncur von Linbequist getroffene Maßregel, baß die sprengten Sdiaarai an zwei Orten Ombnru nnd Dtjihcircna unter Aufsicht der Missionare in Lagern vereinigt werben. Dort können fir, getrennt von den Weißen, erst einmal wieder zu sich fclbrt (omiiitn. E? steht zu erwarten, baß, nachdem ihre politische Organifatiou zerlprerg, ,st, sie immermrhr Halt im christlichen Gemcindeverbaiid suchen, und wieder unter ben Einstuß christlicher Sitte kommen Dann mag der deutsche Landwirt cinziehen, auch Schwestern zur Pflege, nnd Lehrer zur Gi'.tebiira bcr ftinber. Dann wird, so Gott will, anstelle deS ärmlichen Jachwerk, bans, der nicbcrgcriffcn, ein neuer solider Bau nach deutscher Art dort entstehen. der Reichsrat ben Gcsetzcsrahmen zu schaffen, während die Landtage die Einzclbestimmuiigen auszuarbeitew hatten. Belgrad, 6. Dcz. S t n d e u t c n v c rbia u n t en vor der Universität das Negierungsorgan „ObjeF uiti) bereiten ’ür Sonntag eine große Teinonstration vor der ^fupidytma als Geffnct der Anleihe vor. Es verlautet, die Arbeiter wurden sich an dieser Demonstration beteiligen. . . - . — Ter F i n an 5 min ist c r Dr. M ar kov lisch wurde beute auf der Gasse von einem entlasienen Beamten uderfüll en und erhielt einige Stockhiebe über den Kopf, ohne erheblich verletzt zu werden. Ter Attentäter verfolge den Minister mit einem gezückten Messer, wurde aber von Passan- tCn ftoifffntinopel, 5. Dez. Der Sultan nahm gestern abend die mazedonische F in an z ko n tr v ll e unter bei Bezeichnung „Nombre de Eommifsion" mit d?r Bedingung an, da,; dieser Kvinmission noch ein besonderes Mitglied zugeteilt wird. Tas Reglement der Delegierten soll als Instruktion mit einigen von der Pforte gemachten Modifikationen in Statt treten. -Lie Note der Pforte wurde in der vergangenen Rack)i dem ottreiatiiaj- ungarischen B01sihafter zugeüellt._________ gelernt hatte, zu Gründe gerichtet. Iknb jetzt? Zur richtigen Beurteilung ist zu beachten, baß Deutsch- Sübwestasrika liiSber nur Schutzgebiet war: bic deutsche Herrschaft richte nur auf Vertragen mit ben Häuptlingen, die beibeu Teilen Rechte gab, Pflichten auf erlegte. Mögen bic Urfaden bcr Erhebung fein, welche sie wollen, mag auch auf deutscher Sette viel gefehlt worben fein, — sic war nicht ein Attsslaub von Untertanen gegen ihre Obrigkeit, sondern treuloser Vertragsbruch. Das wirb nun anders. Der durch schwere Opfer er- kaufte Sieg fetzt nun das dentfche Reich erst in den wirklichen Besitz des Landes. Das Interesse des deutschen BolkeS fordert nun nicht nur, baß bieser Besitz behauptet und gegen jeden weiteren Angriff gesichert, sondern daß er so gestattet und regieret werbe, daß bie Opfer nicht vergebens gc« bracht sind. Tie RäbelSsührcr müssen natürlich zur Rechenschaft gezogen w rben. Aber bas verführte Volk sollte man schonen. Es ist für feinen Trenbruch schon genug bestraft. Ein Drittel bis zur Hälfte des Volkes ist itmgtfommm, seine Hecrdcn, sein Land sind bahin. Im Konzentrations' lager zu Okahandja sind nicht wenige einfach an bem schweren Druck, der auf ihren Seelen lag, hingestecht. Ganz töricht ist die ,yorber>ing. das Volk auszurotten. An ihrer Erhaltung hängt geradezu die Zukunft des Landes. Ohne sie ist keine Viehzucht, keine Bearbeitung des Lande«, die nötigen großen Arbeiten zur Dewäfferimg deS Landes, Bergbau und aiideres gar nicht denkbar. Mit wem sollten die Händler handeln, wenn kein Volk im Lande wohnte, das Waren bedarf? Das beginnt mau jetzt, vorn wirtschaftlichen GcschichtSpunkte einzusehen. Vom christlich-sittlichen Standpunkte aus faßte es selbstverständlich fein. Nur van diesem Staub- Frankfurt a. M., 7. Dcz. , Woftgaitg Qu ticke, Oberregisseur des Frankfurter Schauspiels, verlaßt 1906 diesen Wirkungskreis. Wie man hort, stehen m «r des Schaufpiclß Neuorganisationen bevor, die den .inWB geben. — ^inu spräche des K a i s c rs im Rom int en. Im „Badmington Magazine', t.r m1 Sportzeitschrist, veröffentlicht I. L. Bashford ,-vu des Kaisers" minmebr eine Schilderung von Rommv übrigt sich, auf seine eingehenden I.agdtccontschen n einzugehcii, dahingegen bringt er einigt <2UinJprnd'. ' ■ .(jnnK die der Kaiser so hat anbringen lassen, daß er ste von Schreibtisch stets vor Augen hat, nnd die recht chararreo Stark sein im Schmerz, nW wünschen, waS unerrc^.- oder wertlos, zufrieden mit dem Tag, wie er^komn - das Gute suchen und Freude an der Natur und an o.n - haben, wie sie nun einmal sind. tröstrr Für tausend bittere Stunden sich mit einer cin»lgen 0 welche schön ist, und aius Herz und Können tmmer > UTt geben, auch wenn es keinen Dank erDhrt, wer i>as . rann, der ist ein Glücklicher Freier und stolzer, schön wird sein Leben fein. ur' Wer mißtrauisch ist, begeht ein Unrecht gegen schädigt sich selbst. Wir haben die Pflicht, icden Mens^ gut zu halten, so lange er uns nicht das Gegcntci^l n,ini t Tie Welt ist so groß und wir Mcnscheii und 1» ,n kann sich doch nickff alles um uns allein ä'2.;rbt was schadet, was wehe tut, wer kann wipen, ob oas wendig ist zum Nutzen der ganzen Schöpfung? ; In jedem Ding der Welt, ob es tot ilt,oderatm ' der große weise Wille des allmächtigen und allwi,fenden kleinen Mensck^n fehlt nur der Verstand, um m» 8 Wie alles ist, so muß cs sein in der Wcltzurch^'^ auch sein mag, immer ist cs gut im Sinne des L " kreuliche Stehenblkibn, »ngSresultatc ij i wurden (|di(S| Wt Reimte?; t Müller ü;-' ' Planer Pril!- •urben der r;- zu DreieichM hule zu DrcikiÄ trc zu DiehrM Löwenslein-Kj n zu Erbach-W hule- zu Slitbtil nschlägcr zu Ehestand wurde: e zu Dörnberg' inzial-AuSsi et am SamSto ölgendrr Tagc?c: ter in Londe: virtschait. 2. stterung bei ? Einweisung- 3. - ro/Smitgliede: nif Grund mi * xVii- ■afynfiMW" - du fltfonber f ßf on^wv »est. w WW K GaM'cheF angesertigt l'"> ciednch Cnnit vo in geb. Amztk ie ein ^ill> ’p!1 755- ÄnfM' lle sWilll, gib-: -r 1715, feiner/ schland, der Geschcnkgebcw^ Stelle bestens wstizgebaude^ serarnen st's/ er-, ®er,(bv sariatsdie" lfenderE allen Teilende- tirdieust 'i* r°/ A^auid^ IMininic r- LK bevor, cnc MA ich Bl /, ** X n^'Ltz z M (Shenmih 243 9G4 (206 913), Maadeburq 240 709 (229 667). ________ - . z, nn» Srtv ui • nmnpntPinrrlCn 35 500. 0>frirf)t5l'l ecken Nein ans 2--eibcr-- brunn war seit kurzer Zeit in Offenbach beschäftigt und hatte in Erfahrung gebracht, dich regelmöf-rg am Frertagvormi.ttag ein einarmiger Bote r~r PortlandLe^tEi^-(^sellschaft. "7c1/ enlöhne nach der vor der ^tadt ustir.I beide in Friede rM ms gemriev unb ’I jen Quartier für r-r'iinn 'N stetiger Abnal,me b.gr^cn stn». ^eI z.LsEerstaa abend für ftdi l.stellt ihn TonnerSIag abend bn- te sal, !>ch dezhalb '"^btcr E qr n madjtcn l"üh beide auf, nod,bem der Ermordete aus An- str r Eiubammunasmas,..egeln «rmilaM. W V , . . I ftitt bc8 Stock das Geld entwendet batte, um ha» Weite '■ Auszahlun« r o n St a-tsschuld buch- innen des har jebo* Stack von bornberem Wli : n Tic an «roftb. >'•’<.'die f>mnTffloatJfaf e tiefer- Ku fumen. u« i' Unb Su brrnuben lq-Nlichtiaer Vo t.a I f.. 1 f'ehe II en ftlwrbeS7§at wr 11 Taaen seine Frau »!*■■ -^"!!?^teueramter »Nb llntererheb^llen smd E T L.,-rii'ren um, non dem Mürber l-ben noch ^Ve^ÄnMe Je .........r_..nb scck- nee------------- t3; dem jeweiligen Fälligkeitstermin aus ^olksiä6knnqse'si''knisse. ; ifcjBEen „ r, ... < » I Deutsches Reich. « Braud In verstoß euer Nacht geriet m der VW- ff hcnu1ih »43 964 (206913), Magdeburg 240709 (229667k Grünbergerstratze 32, auf bis jetzt unaufgeklärte (N8862 ausscdlietzl. der inzwischen eingememde,en ;;t 7 ein im Hofe stehender Holzstall in Brand. Die' - — nRRft68' F (»eroohncr risien den Stall nieder und löschten das * Die Feuerwehr brauchte nicht einzugreifen. — Unserer gestrigen Notiz, betr. Mitzhand-i Main, 90210 (84345). I ii eines Bäckerbursch en sei nach Aufklärung bc§ I c e n b ad) 59881 (50508). mr,hinten 346» (3107^ 1 . nachaetraaen, b«6 der Meister kemeSsallS seine Eberle He n: issf <1364.; ),■ U ten anschürte, den Bunchen zu schlagen, wndern datz Butzbachs 4Li^(3^4 ),^p (1-25) oollar 2031 (1578), Rülfenrod .» irhr Letzterer, der sich betrunken hatte, zuerst einen Lehr. (131>, Wieseck 2889 2632) »am /q9Rni n tätlich angrisi und daraufhin von dem Hausbur'chen Start enb ur g-Auerbach 2347 (2071), Sheber 3840 (3260), ... J Imirfnnnii 2000 (1849). Dietesheim 2101 (1810), Hausen (Str. x-nen agf.Maqcn ivurde. , c*** I hrtdO 1177 (1095> Holheim (Rr. Bensheim) 1976 (1920), Neu« ( ) Lick), 6. Dez. Gestern abend kurz nach 11 Uhr brach hach) 11' Rmnvenhei,n 1209(1108), Seligenstadt 4613 üb Schindergasse in der S?nfrnite der Witwe Uttmann > ©imoteu 3116(8167), davon Wimvftn am Berg 2282, Himmertranb aus Dan! der rasch e^ngreiienden Tal 486, Hohenstadt 213. Helmhoi 120, Fi,ckenhosll)». der Nachbarn und der Feuerwehr wurde das Feuer Nhe,n Hessen: Bechtheim 1456 (1382), Erbes-Dudeshemi rn-l seinen Herd beschrankt und bald gelöscht. Tie G50njcnhcini 5465 (4883), 0^0^» 3911 (3707), iLoUftem faUMMt«bS StuM ;SWUb« 1883 ,1730’- »eben.d-°ii°,. und «re.« Metzlar. t »'b-tra-b. der stau- ^ers-a D»iba..,ea 898 (8^ 4 ÄÄÄÄ Ä .^.eber^ e^cneinbe.,. i Wochen flans verschtvunden ist. Seine Fannfte — ier Äermste Inf ?rav und Kinder — vermutet, datz er Sell).mord Ja die lVeschnwrenen die ,rrage nach Tnubcrno.n verneinten, beantragte der Staatsanwalt statt des v ni 5 Iahreii eine Zuchthausstraf' von 8 < obren. Ta? Urteil ‘lautete auf (> Jahre Zuchthaus, . o bre rt|rtor. Heute nun ging uu. von einem dortigen Leserde^ hiesigen Ml>lle b-r Diskonw-GeseNschaft Friedrich Tonie /'keif; Anz." eine ?lumme' de? Bitters. Tagebl. hatte firf reute vor der Strafkammer wegen der von ihm ; r • r. folgendes lesen : T?: Raubmörder des bei Fri^crs- gpfi1inclTfn - c v P t llii t er s ch l a g u N g e n m .Hohe von81 .,lX> Vx: ermordeten Zahntechnikerlehrlings Kurt Ollwecht ist! Mark ni üerautroorten. Er legte em volles Geständnis ab. i rirftcl ivnrbcn Es ist der IG Jahre alte Kaufmann s I nricn lautc'c os "tahrc ß) e f n n an i I f s! ug Stock iu Telwsck) Es wurde sestgesllllt. das; ---------....... * - r , * f nt ;b C.niorbete am Abend des 30. November seine Wohnung K i r l t (fi e 71 d ffl r t rtl t C n. •t kKicn hatte. Gleich nach seinem Weggange ist vom Vater ^haiifictnrfic Gemeinde. I, -r,nordeten f.staestell' worden, daß letzterer 5 50 ML Freitag, den 8. Dezember, nachmittag? 5 , Uhr: ^er- .... xcr e lt erli ch e u » c. s s e entnommen und sammlima der konfirmierten Mädchen der ^nkasgememde NN s VJ W^ite gesucht hatte. Weitere Ermittelungen er I sttm'irmandc.üaal p u s c V. baf’. der Ermordete Mit dem Verhafteten viel ver- Märkte. H-f hatte Wenige Taae zuvor waren berde in Frieders- «fnibnrn a d. g. De-. F r n ch t >narkt. Dnrch- j , aelw'sen, um'dort für Donnerstag Nacht Zwei Betten ..^^ise vro Malter. Noter Weizen 15.10 Mk., weitzer Weizen 'stellen So lenkte sich der Verdacht nach Delitzsch, zumal 00M Mk.. storn Mk. 12.60, Werfte 0.00 Mk., Vater 0.00 Mk., ,■ 1; ba - bei her Leiche Vorgefundene noch ganz neue Beil ; i Bitterfelder Händlern nicht gekauft war. Das Beil war . i iehr bei einem Eifertl.mb!er in Delitzsch gekarist rmd ( konnte an geben, das- Stock der Käufer war. St. war l. b-r Tat überführt und gestand diese nurh em. uhr D ein Teil des geraubten Geldes wurden noch vorge- i- n Die Zat nm st schott länger vorbereitet ge- in sein, denn am Sonntag ist der Täter bereits in i( .selb gewesen und hat dort sein Fahrrad eingestellt, , lvic er angibt, nach vollbrachter Tat inögltchst schnell d r nackt Delitzsch zu kommen ?ftn Dienstag find sodann Schlachtaew. 60—62 Mg.; Schate : 1. Qual. 68—70 P,a 2. Qual. 7)8—60 Bia. Geschätt gut, fein llcbcrftanb. ie lur Kälber sollen etivas an und waren zum Schlup etwas hoher, w,e annc.icl'cn. LUrSBon der Universität. Der außcrord. Profesior Dr. Hermann Oncken an der Universität Berlin, z. Zt. in Chicago, hat eine Berufung als Aachfolger de? verstorbenen Geh. ^ofrate Oncken erhalt n unb angenommen. Er ist übrigens mit ftinrm Vor läu >cr ni"t v.'rncii'dt. Bd-otert in unserer Stadt errichten. Darum wird es die iE ' 'hnerschost der Stadtverwaltung zu Dank wissen, datz Zi m der Nähe von 211 hach ergiebi ge Quellen an- Luufft hat, di? dem so oft beklagten Waftermangel dauernd itir Ende machen »r Ü lsenro.d, 4. Tez. Ein erschütternder Ungl ucks- ^o(l ereignete sich heute nachmittag in den Freiherrlich .^ci k'schen Waldungen. Die Holzhauer waren Stämme- . . sT.. si 'en beschäftigt, dabei wurde der im besten Mannesalter I Fabrik 'zu befor |p!)frTbc Llugiist Becker von hier von der autzersten Spitzel ben 25. Ana' rc Kiefer so unglücklich auf ben Kops getroffen, daß er yaueT, Überfiel den V c blicklich das Bewußtsein verlor und alsbald verstarb, ihm die Geldfacke mit $.r Oerunc)lücfte galt als ein treuer und fleißiger Arbeiter I hatten sie e? später bald dis auf 700 Mark in »cd war von allen, mit denen er verkehrte, geliebt unb ge- ^icht'fertiaer Gesellschaft und auf Reisen verjubelt.^^w"sc.nwatt *b ,ranffurta M 7 Dez g «'br hafte Möbel.- ^lil>P Nie d c ^tz o k^r wollte Störungen^ zeigte und jetzt seit K ä» SM 5S. SS.......re •......■ irb als Niederhöfer herm-.ssprrngen wollte, geriet er ■ 'i ? /i i" iii:b : r 1 o 1 p e b i iul i 11n,f ... M ind'Ntv' G e s ch >"l tz e n. , , . Konstantinopel, 7. Tez. Das Athosyebrrge wurde von einer vulkanischen Eruption hermgesucht, welche große Verw-üstimgeu angerichtet und auch Men- schenleben gefordert hat Telefonische KursbertcMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Handel und Industrie. Giessen. lose ausgewogen per Pstmd 55 Pfg. 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