Nr. SIS General-AiMiM, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. statt. eller um zu kneipen (aodailler) 9(ber „godailler“ ist ein t'0 tiier’f ERebattton, Expedition ».Druckerei: Schulstr.L. IeL Nr. 5L Telegr^Adr.» Anzeiger Dietzen. O^cheint «rNH mit Ausnahme bei Sonntag«. Die Lietzener FamMenblätter" werden dem ,Hnaeifler viermal wöchentlich beigelegt. Der Eyesstjche Can »wirt** erscheint monatlich einmal. vollkommen französisches Wort und befindet sich im Diction» naire de l’Acad^mie.“ — „Wohl wahr, aber man wendet es weder in der Akademie, noch in den akademischen SalonS für 45 Pf." Detailliert unter dem Gesichtspunkte eines unnötigen zum Himmel schreieichen Luxus einsckät-t. tiul Pianim 'M gesucht. iftl. Meldungen unter 4M Äi,Kener Anzeiger erbelei Die Andeutun^n, die das militärische Fachblatt über die i^arxtlstellenden Stücke macht, lassen erkennen, daß es bei diesein ambulanten Militärtheater nicht sowohl cvuf den literarischen Wert des Gebotenen, als vielmehr ans den patriotischen Geist des Repertoires ankommen wird. Die AuSivahl der SNcke soll dabei den jeweilig „maßgebenden SteDien' zufallen. Zu den vielen Obliegenheiten, die bereits die Militärverwaltung zu bewältigen hat, soll sich nun also auch noch die einer theatralischen Zensurb-ehörde hinzngesellen, und die interessantesten und anregendsten mili- iärisöhen Dramen, wie Hartlebens „Rosenmontags, Beyerleins „Zapfenstreichs und andere würden den militärischen Besuchern des Lsarnisontheaters, nach den Verboten in zahlreichen Gar- nisonsvorten zu schließen, wahrscheinlich vorenthalten bleiben. Trotzdem scheint uns aber der Gedanke des Militärwochenblattes ganz annehmbar. Städte wie Butzbach würden auf diese Weise zu Theater-Vorstellungen konnnen, die doch wvhl nicht gar ßo übel sein würden, und es hätten dann nicht nur die Angehörigen der Garnssonen und kleinen Städten, sondern auch deren bürgerlichen Bevölkerung Gelegenheit zum Theaterbesuch. Und schließlich kann ja da, wo die Grenzen nicht engherzig gezogen werden, auch manche hervorragende und wertvolle dramatische Dichtung zu den „patriotisch anregenden' Stücken gerechnet werden. Kirche urid Schule. — In Eichstätt in Bayern ist der greise Bischof v. Leonrod gestorben. Ein unverbürgtes Gerücht will setzt wissen, daß als Nachfolger der bekannte Zentrumsabg. und Bamberger Domdekan Dr. Schädler in Betracht komme. Großherzog Friedrich von Baden. vollendet heute am 9 Sept., sein 79. Lebens fahr. Aus dem g.mzen Deutsclien Reicke werben Badens Herrscher (inwiefern Tage herzliche Wünsche dargcbracht werden: denn Gioßhcrzog Friedrick ist nicht nur im besten Sinne des Wortes Nets ein Vater seines Landes gewesen, sondern sein patriotisches Wirken ist unlöslich verknüpft mit der Geschickte der deutschen Einheitsbestrebungen. Man darf wohl sagen, daß neben Wllhelnr^I. und Bismarck niemand mehr für die Einigung der deutschen Staaten znm Reiche getan hat. als Badens Fürst. Kaiser Friedrich konnte von ibm das schöne Wort sagen: „Vorausznsöireiten mit großem und gickem Entschluß, ist ein Anrecht des erlauchten Böhringer .Hauses!" Friedrich von Baden war auch der erste süddeutsche Fürst, welcher nach dem Jahre 1866 neben der politischen Einig- lin'g die militäriselse du rebzu führen bestrebt war. Die badische Armee wurde nach preußischem Muster, eingerichtet, die allgemeine Wehrpflicht eingestihrt. Seit 1877 fand Grvßhcrzog Friedrich als Generalinspektor der 5. Armeeinspektion noch mehr Gelegenheit, eine reiche und ersprießliche Tätigkeit auf militärischem Gebiete zu entfalten. Gronherzog Friedrichs ganzes Leben hat dem deutschen Volke, seinem Wohle ' gehört. Ohne Unterschied der Parteirichtung weiß und würdigt das jeder deutsche Mann, an dem Geburtstage des ehrwürdigen Fürsten wird das auch wieder allenthalben zum Ausdruck kommen. Möge der getreue Eckart unseres Volkes, den Kaiser Wilhelm II. dereinst als „Verkörperung des Reichsgedankens" bezeichnet hat, noch lange Jahve als feste Säule des deutschen Reiches uns erhalten bleiben! Miner Sachrl-fer-io u, mit Zubchfr jotwm cutisch m! S/ums.c i Karnisonlyeater. Unter den zahlreichen Garnisonen in Deutschland — so schreibt das „Militärwochenblatt" — sink nur etwa acht ober zehn solche, in denen sich Hostheater befinden, die den OffizierkorpS Gelegenheit bieten, ohne we>.,tliche Opfer regelmäßig gute Theatervorstellungen befuctyen zu können; an weiteren 150 Garnisonen dürften sich ständige Bühnen befinden; mindestens die Hälfte aller d'/ptfchen Standorte aber sind, was den Theaterbesuch anlangt, auf die wenigen Abende angewiesen, an denen sie gelegentlich von einer „gastierenden" Gesellschaft ausgesucht werden. Rechne ost find das Theaterunternehmungen, für die man den bezeichnenden Ausdruck „Schmieren" geprägt hat. Nehmen wir aber auch an, so fährt das Militärwochenblatt fort, daß im allgemeinen in jenen theaterlosen Garnisonen doch «erträglich gute Ensembles gelegentliche eine kurz« Reihe von Arorstellunszen geben, so ist damit immerhin angesichts der feine ZwegS niedrigen Gir/trittS- preise den Unteroffizieren wild Ma/rnschaft/en die Gelegenheit, einigen Theaterabende«, beiztm-ohnen, rvoch nicht geboten, und wenn ja einmal nur fP/r Angehörige der Garnison gespielt wird, so stellen sich solche Verstellungen in der Regel als äußerst mindern pertig heraus. Die darstellenden Mitglieder des EnsemblieS haben die Empfindung, daß eS sich um eine Art Masienbes uch handelt, bei dem jedes Spiel gut genug sei. So wur lde beispielsweise in einer rheinischen Garnison unlängst an einem Sonntage dreimal hintereinander dasselbe Stück in dieser Weise „verzapft". Wie dabei die Vorstellungen ausgefallen sein mögen, läßt sich unschwer ermessen. Endlich/ kommt eS aber doch wohl nicht nur darauf an, daß und- wie Thntter gespielt wird, sondern vor allem auch, was s/espielt wirb. Selbstverständlich können jene wandernden unb gastierenden Ensembles ihr Repertoire für solche selten auf berzt Spielplan stehenden Militärvorstellungen nicht eigyns zusch/neiden, Stücke wie „Der milde Reutligen" ober—wenn man einmal klassisch kommen will — LessingS „Minna vom Varnhelm" erfordern Kostüme und Vorberestungen, die angesichts solcher Gelegenheitsvorstellungen wirklich auch beim besten Willen nicht verlangt werden können. Da ist dann — sagt das Militärwochenblatt — der Gedanke, ein „DewtscheS Garnisontheater' inS Leben zu rufen, vielleicht naheliegend. Aufgabe dieses Theater- ,unternehmens soll es fein, im Laufe jedes Jahres, beginnend im (September ober Ctftober, etwa 300 Vorstellungen zu veranstalten und mit diesen Möglichst hundert Garnisonorte aufzusuchen. Bei einem DuvchschnittSbesuch von nur 600 bis .800 Personen würben gegen 250 000, also runb eine viertel Million Angehörige der Armee, in biesen Vorstellungen geistige Unterhaltung und patriotische Anregung finden. Die Eintrittspreise sollen so beziffert werben, daß sich im allgemeinen bie reservierten Plätze der Offiziere auf 1 Mark, |bie nummerierten der Unteroffiziere auf 50 Pfg. und die der ^Mannschaften auf 30 Pfo^ stellen würden. Gewiß roerben -sich ja wohl auch in den meisten Garnisonen Mittel finden, einem Teile der Soldaten den Besuch eintrittsfrei oder zu einem auf ein Minimum reduzierten Preis zu ermöglichen. Angesichts des immer n/echselnden Schauplatzes ist die Ein- fhibtertmg und Ausstatterng nur weniger, aber in jetoem Sinne guter Stücke nötig, „aus denen eine engere Wahl zu treffen den jeweiligen maßgebenden Sterken" überlassen bliebe. Dolilrsche Tagesschau. Cyrill und Melitta. Man AhreM aus München: lieber die plötzliche Abreise des Prinz en Heinrich von Preußen aus München, nachdem er wenige Stunden Wvor erst zur deutschen Mitomobilwoihe dort ein- aetrofsen war, ist vor Monatsfrist viel gerebet und ge- Ichrieben worden. Der Amis er, so hieß es, habe seinem einzigen Bruder die Teilnahme an dem immerhin gefährlichen Straßenrennen untersagt. Das klang plausibel; aber unwahrscheinlich war es doch, daß der Kaiser mit seiner Einsprache gewartet haben soll, bis der Prinz in München war. Ebenso ist wohl auch die angebliche Abmahnung der Prinzessin Heinrich zu beurteilen. Hs.obsposten -us Rußland, so hieß es dann von feiten ganz Eingeweihter, hätten den Prfn-zm ärger niedergeschmettert, als Die glückliche Geburt eines Feine Zigarren und Zigaretten sollen nach der von Frhrn. v. Stengel geplanten Reichsfinanzreform „bluten". Ganz im Sinne unseres Leitartikels in Nr. 206 schreibt die „Südd. Tabakztg.": Wenn man nur denjenigen „Tabakkonsum, der einen luxus- artigen. Charakter hat, stärker heran?,ie^en will", so lohnt sich die Muhe kaum, abgesehen davon, daß man die gesamte Tabakindustrie aus den Angeln hebt, denn nirgends übt die Fabrika- tion-sänderung eines Telles des Gewerbes einen solchen Einfluß auf die Gesanrtindustrie aus wie bei der Tabakverarbeitung, die von den verschiedenartigsten Faktoren abhängt und in erster Linie mit einem großen, aber wirtschaftlich schwachen Zwischenhandel zu rechnen hat. Heute noch sind die Folgen der Zoll- und Steueränderung von 1878, wie der Verlust fast jeglichen Exports und der Niedergang des Pfeifenkonsums beweisen, nicht überwunden. Hätte man die Tabakbelastung von 1878 unterlassen, würde die deutsche Zigarrenindustrie seit zwei Jahrzehnten den größten Export nach allen Weltteilen haben, und der deutsche Jnlandsban stände in höchster Blüte. Monotwlyreise ohne Monopol ist ein Unding. Und ein Monopol bei einem Arttkel, von dem fast eine Million Interessenten leben, ist unmöglich. Weiterhin heißt es in dem Aufsatze: Da hat man sich einen „windigen Blitzableiter" konstruiert: man schiebt die leichter anfechtbare Zigarette vor und betont, es sei „lächerlich von der Zigarette des armen Mannes" zu sprechen. Das ist nur bedingt richtig. Allerdings trifft es zu, daß dcrs Rauchen der Zigarette nicht besonders wirtschaftlich ist; eine Dreipfemligzigarre befriedigt den RauchgenuH des ärmeren Konsumenten weit mehr als fünf Ein- pfennigzigaretten. Den Hauptwnfum bilden die Zigaretten in der Preislage bis zwei Pfennigen. Dieser Kvnsum wahrlich hat keinerlei luxusartigen Charakter Einerseits Geschmacksrichtung, anderseits geschäftliches Jagen und Hasten silhrten zur schnell verglimmenden Zigarette. Was aber erwartet man vor: der Besteuer-ing dieses Luxusartikels"? Nach der Produktions- statistik von 1897 war der Fakturenwert von Zigarren 250 Mill. Mark und jener von Zigaretten 11 Mill. Mark im Jahr. Seither, mag sich der Fabrikationswert der Zigarette annährend verdoppelt haben, wahrend der Fabrikationswert der Zigarren kaum -um ein Sechstel gestiegen sein dürfte. Die Ausfuhr an Zigaretten betrug im Jahre 1904: 1288 000 Mk. und die Ziga- retteixeinfuhr erreichte die Höbe von 12 634 000 Mark. Nack der Bcrufsstatistik von 1904 beschäftigt die Zigarettenfabrikation 8759 Lohnarbeiter ohne die Hausarbeiter, also ungefähr den zwanzigsten Tell der Zigarrenindustrie. Da Tarnt man doch wahrlich kaum Erträge erwarten, die besonders zu Buche schlagen, selbst wenn man den Zoll ans Fabrikate und orientalische Rohtabake verdoppelt. In 1904 betrug der erhobene Zoll bei Zigaretten 1 780 000 Mark und von Rohtabaken aus der Türkei, Griechenland, den anderen Balkanstaaten imb Rußland, deren Gesamteinfuhr keine 40 000 Doppelzentner zn 85 Mark Zoll betrug (hierzu konnnen noch Tabake, die über Trieft, Rotterdam, Antwerpen eingestihrt worden sind), insgesamt ungefähr 4 Mill. Mark Große Bettäge sind sonach von der Zigarette unter keinen Umftänben zu erzielen, selbst toemt man „10 Zigaretten * Großfürst und Sängerin. Großfürst Alexis, der Oheim des Zaren, hält sich zurzeit in Paris auf, wohin er sich begab, als bald nach dem Ausbruche des Krieges in Ostasien und den ersten Niederlagen die Situation^ in Rußland für ihn ungemütlich wurde, da die öffentliche Mesttung begann, ihn als den wenigstens nominellen obersten Ehef der Flotte für deren Unzulänglichkeit verantwortlich zu machen. Frankreich hat ja, wie man uns' aus Paris schreibt, von jeher auf die russischen Großftirsten eine besondere Änziebungskraft ausgeübt und schon in früheren Jahren erlaubte es die Auffassung, die er von seinen Dienstpflichten hatte, dem Großfürsten Alexis, einen Teil des Jahres in der französischen Hauptstadt zuzubringen, wo er ein mit diskretem Luxus eingerichtetes. Heim sein Eigen nennt und zu den bekanntesten Persönlichkeiten in demjenigen Milieu gehört, das keine andere Sorge kennt als die, den Tag — und die Nacht auf möglichst unterhaltende Werse totzuschlagen. In dieser Kunst ist der Großfürst trotz feiner 55 Jahre noch immer unerreichter Meister. Bor kurzem machte nun durch die illustrierte Presse aller Länder ein Momentbild die Ruirde, das auf einem Pariser Rennplätze ausgenommen war und ihn mitten unter anderen vornehmen Lebemännerr — und auch Lebedamen zeigte, zu denen die Sängerin Madame Cavalieri gehörte. Tas war kein bloßer Zufall. Jir Paris unterhält man sich vielmehr gegenwärtig t?t den Salons und Klubs mit regem Eifer über die zarten Bande, die den Großfürsten und die ebenso schöne als lebensfrohe Jielienerttr nttteinander verknüpfen. Zarte Bande, die sich übrigens bereits zirgleich auch als dauerhafter zu betoältreu anfangen als wohl sonft solche ihrer Art. Man ftebr den Großfürsten seit Wochen nur noch in der O^esellscha t der glittäugigen Lina. Er fährt mit ihr ins Bois, er diniert und soupiert mit .ihr in den chiken Restaurants, man begegnet ihnen auf der Straße, — kurz der blond bärtige und schon durch seine kolossale Gestalt auffallende Dt'inz gibt sich nicht die geringste- Miche, seine galanten Bez-iehungen zu der ftüher dem Brettl angehörigen und damals ebenso sebr durch ihre Wenteuer als ihr Talent bekannten Künstlerin vor den Augen Her Welt zu verbergen. — Da ja aber Rußland nun, nach abgeschlossenem Frieden mit Japan, an die Reorganisation seiner Streitkräfte wird gehen müssen, dürfte die Frage bald akut werden, welche Verwendung der Großfürst Mexis' dann finden soll. Und man ist in Paris auf die Lösung dieser Frage um so gespannter, als sie unter Umständen das Ende dieses Idylls mit sich bringen könnte, das sich hier so lieblich und ungeniert vor elfer Blicken abspielt. • Der deutsche Kaiser und die französische Sprache. In einem Artikel der „Monde mobente* * über das deutsche Kaiserhaus, in dem im übrigen ziemlich viel Dienstbotenklatsch in öder Weise breitgetreten ist, findet sich folgendes iutereffante Geschichtchen über die Gewandtheit, mit der unser Kaiser das Französische sinicht. Der französische. Pbilosoph Jules Simon, her sich im Jahre 1890 in Berlin aufhielt und des öfteren einer Ansprache des Kaisers gewürdigt wurde, meinte überrascht: „Von unS beiden spricht der Kaiser das reinere Französisch." Da der Akademiker dem Kaiser seine Bewunderung aussprach, meinte dieser, daß darin nichts Befremdliches liege, denn ein puristischer Franzose habe ihn zehn Jahre lang unterrichtet. „Haben Sie mich je einen inkorrekten Ausdruck anwenden hören?" fragte der Kaiser.—. „Ein einziges Mal" erwiderte JuleS Simon. Der Kaiser schien sehr überrascht. — „Und wann war das?" fragte er. — „Als Majestät mir sagten: Wir sind zusammengekonnnen, Ans Anlaß seines Gebnrtstaoes b?t her Großherzog den Intendanten des Hostheaters Dr. A. Bass er mann znm Geh. Hofrat ernannt. Außerdem hat er weit über 300 Auszeichnungen verlieben. U. a. wurde der Neichstags-Wg. Blankenhorn zum Kommerzienrat ernannt. _______ Dr. Hans Biese ) FfiB Margot ) WSsäi ;räcWn8ällels ,enhoobsir«tu die Nachricht vorn Tode seines Söhnleins im vorigen Fahr. Dann wurde aeheimnisvoll von dienstlichen Befehlen gesprochen, die den Prinzen aufs Meer riesen, aber er reiste ja nur nach Markt Redwitz zu seinem Hofmarsckall Frhrn. v Seckendorfs zurück, bei dem er verblieb, und wo er zuvor schon gewesen war. Eine Verstimmung des Prinzen barüber, daß vom baperischen Hof niemand, und vor allem nicht der Ehret^präsident der Mttomobilwoche und eifrige 'Autler Pri^ Ludwig Ferdinand. Notiz von der allgemein bekarmten, bevorstehenden Ankunft des Parzen Heinrich genommen hatte, erschien dagegen begreif- nch, und wurdL auch sofort von der partikularistischen Presse mit s^adenfroher Gehässigkeit kommentiert. Das „oaterlanb" schrieb, wahrscyeinlich hätte ihm der Prinzregent inz. Automobil entgegenfahren müssen. Immerhin war bie, Unterlassung bei bem selbst von der preußischen Gesand/kschaft so energiscy betonten Inkognito, das der Prinz angenommen hatte, zu entschuldigen. Für eine Abreise Knall und Fall kein rechter Grund. Jetzt steht mit Sicherheit fest, das Cyrill und Melitta schuld an der ganzen Sache waren, er weniger als sie, aber doch mitschuldig, weil er sich darauf eiuließ. Der Großfürst war Ende Juli in München eingetroffen und hatte sich in der Kuranstalt Neuwittelsbach in bie Behandlung des Hofrats Dr. v. Hößlin begeben. Wenige Tage darauf, am 2. 'August, traf ancy die geschiedene Großherzogin Viktoria Melitta in München ein unb wurde vom Vetter Cyrill abgeholt an der Bahn. Großfürst Cyrills Vater, Wladimir, und die Herzogin-Witwe Marie von Coburg- (Sbtnburg, Melittas Mutter, sind ja Geschwister. Die Geschwisterkinder besahen sich München und seine Ausstell' ungen ein paar Tage, und dann trennte man sich wieder. Inzwischen rückte die Automobilwoche, die zweite des August, heran, und Prinz Heinrich von Preußen mochte meinen, daß er nur feinem „tapferen" russischen Vetter Cyrill in der bayerischen Hauptstadt und am 5lesselberg bei Kochel begegnen würde. Er reifte deshalb von Markt Redwitz nach München, hatte aber die 200 Kilometer umsonst im Automobil selbststeuernd zurückgefegt, denn im „Bayr. Hofr erfuhr er, daß Melitta als „Freifrcni" es sich nicht nehmen lasse, mit Vetter Cyril», zusammen die Münchener Sportwoche mitzumachen, was bann auch tatsächlich geschehen ist. Da wurden die Koffer sofort wieder zur Bahn gebracht, und der Expreßzug führte den Prinzen Heinrich noch an demselben Abend ans Fichtelgebirge zurück. Es war nichts mit den Tienstgeschäften, nichts mit den Hiobspoften aus Rußland, nichts mit offizieller Erkältung, aber auch nichts mit der Teilnahme des Prinzen an dem Sportfest, auf das er sich so sehr gefreut hatte. Viktoria blieb Siegerin; aber weder sie, noch Vetter Cyrill haben seitdem einen weiteren Stein im Brett, weder in Berlin, noch in Petersburg. IN ihrer Konduite steht vielmehr ein Vermerk: U. V. — unbequeme Verwandte. Sie machen sich nichts daraus. So lange Zar Nikolaus das Heiraten nicht erlaubt, wird eben nicht geheiratet. Die russische Apanage, die er einstellen kann, ist kein Nasenwasser, und zwischen Cyrill und dem Zaren stehen nur drei Paar Äugen in der Thronfolge, das Zarenkind, Papa Wladimir und des Zaren kränllicher Bruder. Die Welt, die so gern romantischen Ideen nachhängt, hält Cyrill unb Melitta für die beiden Königskinder, die einander so lieb haben, und nicht zusammenkommen können. Na, das Gegennteil davon haben beide oft schon bewiesen. festes andere WiMlM. ----- db 28/8 Oalbverto ■JL Litbigslraße 7i> > ?n 2^'" ducherge'ste^ t Ä Wtb $6net vu- Mea, waug gebraucht, adzugeben. MMe82,Eitaqe, 1 verkaufen; Mu|b.2cmbeMW «hlem.gutbeständ.Achi, ireft an d. Bahn, Prid«. havser in jeder Preise- rres durch Laut» Sagt , Vv-bach. , D werden wagenw. grtieiert. 05918 ! h BckmderM Ttcafr 44. , re otte Türen, Fenster, tte-pcu «ob Lesen abzugeben. Näheres _________Martlslraße 84. r gut« Honig', bst- mu achbirueu zu verkaujen d« I H. Nicolai, Trünberqer Straß« 43. 155, Jahrgang Samstag 9 September 1905 Xk A A AA AA A A A A A Rotationsdruck unb Verlag der »rühl'sch« Uni-ersttütSdruckeret. R. Lang«, «vtetza. ez Appetit etwa cht, die geistigem und kör* perlichen Kra.fte werd en rasch gehoben, das Ge- samt-Nervensyetem ges tärkt. Man verlange jedoch ausd rücklich das echte „Dr. Horn* mel’s ‘ Haematogen und lasse sich keine der vielen Nach, ahmnngen aufreden. c /? _ ■ r— Kranke. (Geisteskranke ausge- f Ä B SOmMerkUr tür schlossen). Behaglich eingerichtete EmSä — — -... -X.ÄWX n ■ kleine Anstalt (bis 30 Patienten). gSa nälVv ßfWW 0 pa Kühler schattigerPark. Vorzügliche » Um sorgsame Verpflegung bei H 1® K hLjSJb B engstem Familienanschluss. (Döpen- W W «n! H w Xsw ■ I ■ dance für Minderbemittelte.) Prospekte franko. ■«egggggggn Dr. IN. Seb nlxe-Kahleyss. Nervenarzt. Senator Ium Hofheim im Taunus. 1UPP= 2 Teller Mau verlange ausdrücklich MAGGI8 Suppen mit dem „Kreuzstern". bereitet man in kürzester Zeit und ohne weiteren Zusatz als Wasser „„ MAGGI' Suppen Besser als alle anderen! c*/9 sr SS O: C = CD CD O cs CD o CP ■a d cd er d iro o S Cf c CP s er «» re CP s 5 er © -c Ö CP ro & D CD Ö3 O D § -e_ 5 D- 52 & s 3 - ia> o n o CF = ro xto ■— c Ox D CD S' C 2. o " % 5 «ö — S L x o ro O' ÖP • § o DP S o ÖP ff er* o S-H. S*& ö © s ? O w O P ^3*3< 2 D aco qJ, D &. & - —; i$a IS6 er ro UO 5 DT er d S 5" Ö = D — Z S O TT, g-g es r? JS.CD B' CT CD S 2 D - DOS» DA« - —: c* csgCD c 3 o* - er ro er ro 3 D X CD ALS $2 -l- — er —n •*» D " —-i D JS CD — o« S ** s er * ro « C^> -iS-- TM 5 D cS er — ro" D- G r- er D -'s 2 03 - 03 ** ro 2<-e_ erv£ = ro g'c' 2 « to o S3 er S- -p S- to 5. o tz) —1 <5 CD er n 2 ? er^ 5 D ' X' 2.' O D D er1 ^2 rt-’ • O e 2 2 cca- if». e -er cs <-s D" es « ro 03 DD' ^1 ro CD .^CD S & ro ro D" = ro" 03 « ro o" «*. ■ ,Ä er «ö ro C . <5 CD M S ' $2 2 c O « CD S S O o n cp Uti W <5'5* D er 3 ro CD « ro” er = ^3 2* O ro 03 «o 'S ro CD —r* 03 er 3 2 5- O-< s ” cd’ 3 <5 Kro n ro ro Z'ö ra o « -ö 0 er — ro" CT ro O, ro er cd zZ 7T- **0^2, e er ro Os L R* ro 2’ S ro ** H. H •DT ro CD O ro ro kO O' dO ro O1 * F „ 5 ? SV ro rs ro •KhIÖ CD ro & D ^2 ro er ä d er 2 ro Dro o _ o ftMro X c O iä o c S ro-2. ro = 'S- d = CM L« D _ = ^5^ O ro^ CD o ro « ro ro CD er ro S 2 g-bO.Sco ro C^? ro o ° — 3 ö o ° g o 2 K - ... W fp «D O-» X5 06 e*- Dr CM cd ro~ 5 T—1 ro ro S< o ro O ro 2 w ro Q O _ -C D D CD O: C m <5g ro •* D ro rö) S" « G ö E ° 5* ^,0-0- ro CD p. & g S s S5 S ro 2. 2.- Z-o-" 2 „ ro L S (5) s 5". 2 = 3 ö' 3 «Ju ro n CD CD ~ “CD e ro er D ro 21 ro" 5? o-'S'. 5 «ro ro — K ro D 2". 5 a 3 «'S2- _ ro ro m, = 9? Sö'" « S- - D3 ro 5 5° (Ä n -er <-v o 5 ö' “M- «MM 27 Z. =f Darmstädter t Kg. 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