gerflteH&flttttr* werde* her bc »Achvttttch bet-ele-t. De **eW8t et*»M Die Mittwoch, 8. März 1905 Gießener Anzeiger 155* Jahrg. fh*Ax*eb*e ** «etfao 6* V^-r^chM Itawedttitteixwfmt H »«NUS. •üN» Kebafttoe. aber^an jedem zweiten Sonntag der Besuch des Gottesdienstes chrer Konfession ermöglicht wird. ..... , . »- Redner führt zum Beweis der Notwendtgkett ferner Rew- lution eine ganze Reihe von Fällen, m denen am Sonntag ohne zwingenden Grund gearbeitet worden ist. So ä. und Geländern am Berliner Opernhause (nach dem Chicagoer Theaterbrand); es sei auch am Sonntag gearbeitet worden, was doch nicht unbedingt nötig gewesen sei. 09 Abg. Dr Müller-Meiningen (fteis. Bp.): Ohne Gewährung von Diäten wird der Etat des Reicksamts des Innern mematt in Kürze erledigt werden können. Möge also der Staatssekretär für Diäten sorgen! Der einzelne Redner kann diesmal farbaS Tohuwabohu nicht verantwortlich gemacht werden. Kann das nächste Mal nicht wieder eine gruppenweise Behandlung der einzelnen Fragen stattfinden? Auf das sozialpolitische Wettrennen der einzelnen Parteien will ich nicht emgehen. L,och mutz auch tch mich ein wenig mit Sozialpolitik befassen. Redner verlangt hierauf die baldige Vorlegung des Gesetzes, bett, die Rechtsfähigkeit Her Berufsvereine, sowie ein einheitliches Rerchs-Verems- und -Ber- sammlungsrecht, und begründet zwei von ihm eingebrachte Resolutionen. Die eine verlangt, die verbündeten Regierungen möchten dafür sorgen, datz der Verkehr mit Automobilen auf oftent- lichen Stratzen, Plätzen und Wegen in Deutschland m einheitlicher Weise geregelt werde. Dies wird unbedingt notig sem,.denn letzt werden die Landstratzen geradezu nnstcher gemacht von den Auto». Dazu kommt noch die Staub- und die Benzingeruchssrage, die es verdienen, datz das Neichsgesimbheitsairtt sich derSacheannnmmt Wenn jemand jetzt seinen Hahn frühmorgens krähen latzt (Grotze Heiterkeit) dann'wird er bestraft, den Lärm der Autos mutz man sich ruhig gefallen lassen. Die zweite Resolution fordert den Reickskanster auf, eine eingehende Untersuchung zu veranstalten V das Bestehen und den Umfang der Mitzstände, welche durch Bestechung von Angestellten durch Lieferanten zu Un- aunsten der Arbeitgeber im gewerblichen Leben herbeigefuhrt werden^und bei der Vornahme dieser Enquete m ers^r Lime die- An- aestellten selbst und ihre Vertretungen gutachtlich zu vernehmen Schon wiei^rholt hat man versucht, dem SchmiergeLerunwesen zu üeuern und es sind verschiedene Vorschläge , dazu gemacht. Ich A/ hob man ehe man gesetzgeberisch vorgeht, genaue Unterlagen über den westeuropäischen Backschisch haben mutz. Hierzu soll meme Resolution dienen", die ich Ihnen zur Annahme ern- sBeifaN.) r . Abg. Bruhn (Antis.) meint, es sei doch sehr^ bezeichnend, datz der Abg. Dr. Spahn gegen die Reformvorschlage des Staatssekretärs schon jetzt sein Veto eingelegt habe, ehe noch die Vorschläge dem Hause vorgelegt seien. Das Zentrum hctt tmebcr mal Veranlassung genommen, um der Regierung seine Macht M zeigen. Dem Staatssekretär, der sich beklagte, datz. ich ihn so scharf angegriffen habe, mutz ich erwidern, datz mich meine Wah^ nicht hierher geschickt haben, um mich m konventionellen Formen zu üben, sondern um die Notlage des Mittelstandes hier bekannt zu geben. Die Regierung mutz gegen ben Terrorismus ^r Sozialdemokraten vorgehen und die christlichen Arbeiter setzen. Das Streikpostenstehen muh ganz verboten, werden, denn letzt sagen me Sozialdemokraten einfach: Und willst Du nicht willig, so brauch ick Gewalt. Bedauerlich ist es, datz die Krankerckasten so ganz m die Hände der Sozialdemokraten geraten sind. Doch ist der Freisinn am wenigsten berechtigt, hier Vorwurfe zu erheben. Nirgends herrscht em solches Cliquenwesen als m dem freisinnigen Berlin. So war eine Arztstelle an der Charite ftei, aoer nur der Schwiegersohn eines jüdischen Stadtrats bekam sie. , Abg. Pauli-Potsdam stons.ft Wir sind zufrieden mit der Ankündigung des Befähigungsnachweises für das.Bauhandwerk, werden aber auf den allgemeinen Befähigungsnachweis nie derztchttn. Es ist gar keine Rede davon, daß die Handwerker selber chn mcht habw wollen. Nun zum Abg. Zubeil. Der Fall von.§ehrlrngszEerei bei einem Handwerksmeister, den er angeführt, ist em Ausnahme fall, der nur die Regel bestätigt, daß ine Handweeker sonst kerne Lehrlingszüchterei treiben. Dann hat nur Herr Zubeil noch den Vorwurf gemacht, daß ich im. Submissionswesen eme gary antan Praxis verfolge, als ich hier im Hause vertrete. Er sagte, es gM einen Tischlermeister Pauli in Potsdam der das Submisiwns- wesen in der unerhörtesten Weise ausubte, der betrn Bcm begJRe» gierungsgebäudes in Potsdam den weitaus billigsten.Anschlag machte und seine Kollegen um 20 .000 Mk. unterbot Was ist d^ für eine Kampfesweise? Was wurde H^Zubetlsagenw«m^ ihm sagen würde, es gab früher einen Gastwirt Zubeil m Berlm. Die ganze Gastwirtschaft war sehr schmutzig, . ^Ar^termutz^ aus schmutzigen Gläsern trinken. Ich .merne, derartiges sollte unterlaßen Wie verhielt sich aber denn der Fall m Potsvam. Der besagte Tischlermeister Pauli hatte eben bereits beim Bau eines Regierungsgebäudes m Frcmkfurt^Sesamm Kann man ihm da einen Vorwurf machen, daß er an derHE von Erfahrungen eine Berechnung aufstellte, die sich> fr taj der der anderen wesentlich unterschied? Abg. Dr. Mugdan über, den Terrorismus m den Krankenrassep unterschreibe ick vollständig. ~ traten wird Nur waschechte Genossen kommen heran.. Den merzten wwo gekündigt, wenn sie nämlich eine Gesinnung zemeN' dw n 3 dcmokrctte'n nicht paßt. Vorstände werden plötzlich en^en An deren Stelle kommen zielbewußte Sozialbemokraten ^ tst me Wirtschaft der Sozialdemokraten, wo sie m der Mehrhert sirw. ^cr Aba. Dr. Mugdan hat ganz recht. Oft werden bn. den Krankenkassen 'ordentliche Leute entlassen undmitg^unsähigen und unreellen Männern besetzt, die nur das Verdienst haben, daß sie tüchtige, waschechte Soizaldemokraten sind. Jeden Augenblick liest man ja: der und der Genosse ist mit der Kasse. durchgebr^ Die Gesetzgebung muß deshalb emgretfen, damit die Sozraldemo traten nicht mehr die Kassen so ausnutzen können. Staatssekretär Graf Posadowsky erinnert daran, daß in Amerika in einigen Staaten der Befähigungsnachweis für das Baugewerbe herrschte. Die deutschen Arbeiter auf der Weltausstellung in St. Louis hätten sehr darunter zu leiden gehabt und sich bitter darüber beklagt...... r r ... W Abg Dr. Dahlem (Ztr.) stimmt einen Lobgesang auf dn sozialpolitische Tättgkett des Zentrums an und befürwortet eme Zentrumsresolution, datz nur der Lehrlinge halten dürfe, der den Meistertttel besitze, und eine zweite Resolution, bte eme ausreichende Sonntagsruhe für die Binnenschiffer fordert. ' Hierauf vertagt sich das Haus auf M i t t w och 1 Mr. (Initiativanträge Der Freisinnigen und der Polen verr> anderweitige Mgrenzung der ReichstagSwahlirerie.). von den Arbeitern unabhängig zu fern. Dieses Ve^ahren aber hat sich bisher als prakttsch nicht herausgestellt. Es hat sich auch herausgestellt, datz die Gefahr der Übertragung von ansteckenden Krankheiten nicht so nahe liegt, wie man früher glaubte. Wenn speziell auf die Übertragung der Tuberkulose hingewiesen wurde^ so muß entgegnet werden, daß, wenn der Speichel m den Magen gelangt, eme Infektion nicht wahrscheinlich ist. Daß jeder Arbeiter ein eigenes Mundstück haben soll, hat sich praktisch als undurchführbar erwiesen. Die Sache wird aber von mir Wetter verfolgt.werden. Bei einer Revision der Apothekengesetzgebung ist Voraussetzung die Ablösung der Apothekerkonzession. . Mmi hat sich nun in Preußen mit dieser Ablösung auf. das eingehendste beschäftigt, aber man ist dabei auf unübersteigbare Hindernisse gestoßen. Ich habe nun den preußischen Kultusminister gebetenem Erwägung darüber einzittreten, ob nicht auf anderem Wege ohne die Ablösung der Apothekerrechte eine Reform des Apothekenwefens herbeigeführt werden könnte. Man scheint nun in Preußen bet Ansicht zu sein, diese Frage landesgesetzlich zu regeln, ^ich kann stdoch nicht leugnen, daß eine reichsgefetzliche Regelung sehr erwünscht wäre. zu enffcheiden hatte, bestand aus vier Arbeitgebern und acht Abett- nehmern. Unter diesen waren nur zwei Sozialdemokraten, ivorr, hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Dr. Mugdan hat hier die Unwahrhett zum Besten gegeben, wenn er davon sprach, datz der Vorstand sozialdemokrattsch war. Von diesem nicht sozialdemokratischen Vorstände wurde Oswald Grauer nut Emstimnugkett gewählt. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Alle übrigen Bewerber sielen durch. Herr Dr. Mugdan, Sie hatten die Moglich- keit, dies sofort festzusteven, Sie brauchten nur das Telephon m Bewegung zu setzen. Sie haben es nickst getan, Sie haben es vorgezogen, hier die Unwahrheit zu sagen. Sw müssen l^tzt alles widerrufen, was Sie gegen die Sozialdemokraten gesagt haben. Ebenso verhält es sich mit dem anderen Fall von. dem Schneider, der mit Gefängnis beitraft worden sir. Es gehört wirklich em großer Teil eines — es ist wirklich ickwer, dieser Beziehung Zich auszudrücken. Herr Dr. Mugdan mußte selber sehr gut wissen, warum der Mann bestraft worden ist, daß er nichts Ehrenrühriges begangen hatte. Hätte er das getan dann Ware er von der Auft sichtsbehörde gar nicht bestätigt worden. Herr Mugdan, C e scheuten sich auch, den Namen des Betteffenden W nennen, wen doch noch soviel Schamgefühl in Ihnen vorhanden ist. lGroße Un ruhe.) Hier in Berlin wißen Hunderttausende diesen Namen, und Sie wißen, daß der Mann vollständig ehrenhaft ist und nur eme politische Strafe absitzen mußte. „ Herr Mugdan, Sie haben durch Ihre Ausführungen Ihrer Partei wohl nicht den besten Dienst erwiesen. Hosfentlich werden Sie in Aukimst etwas vorsichtiger fern. Tas Urteil über Nr Ver^ halten überlasse ich jedem ehrenhaften Mann. Ob freilich m Ehrern Verein der Aerzte ebenfalls solche Sachen als ehrenwurig angesehen werden, das will ich nicht entsch-ld-n. Nden krenen der Arbeiterschaft sind Sie für immer gerichtet. (Bestall bet den ^Staatssekretär Gras Posadowsky: Der Abg. MWer-Meiningen r 4. aÄe?ivr Beratung des Etats in Verbiiidung gebracht Mit hat bte ..^^nge ^lbg. Müller-Meiningen hat ja sonst em ber • hr- f g Aer?, ich hoffe, daß er mich nicht als Geisel so wenschenfteuMchesHerz, , v (Heiterkett.) ist be^lt worbem datz bas Gesetz.über bie Kauf- m A a oer ubt e nod) nicht überall durchgesuhrt ist.. Ich hcbe m G ^r1 trAA» nn die Bunbesregierungen gerichtet, tote wett bte wlnprvnT Gesetzes gediehen ist und nach den erhaltenen Ausführung dieses Gesetzes^ gemey n @nbe ?anuac im S'Ä? au"Ä woLen ist. Es ist richtig, d-tz ..m großen unb g 2 Stellung der Hanbelsagenten nicht völlia -um Ausdnlck gekommen ist, indem sie mit den Hausierern Kttihäi sind ü Die hier angeregte Frage verdient ernste tLÄ ich werde sie in Verbindung mit den preußischen iStaSberHben.^ Weiter sind Ausführungen gemacht worben Ressorts vern ie ibatbeamten. Man verlangt Rechtsglc'ch- £ tcdmiidicn und kaufmännischen Beamten einerseits und hett zwischen t Es sind Verhanblungen mt bcm preußt- die namentlich die Stellung der schen Juitizm öec s^vioatarbeiter in den Bureaus der x’Züiare ^^^ruanniüälte betreffen. Diese Verhandlungen sind aber noch ^^^A^sckilossen Zur Untersuchung der Frage ber Hhgtene m a ? h ii t t’e n habe ich ben technischen Rat des Reichsamts den G l a aM tion Glashütten bereisen lassen. Es wurde ^n5;*nDarauf tfingetoiefen, wie gefährlich cs sei in hygienischer namentlich darauf yntgew , ^tcn bc§ GlaSblasenS verschiedene mit demselben^ Jnsttilment das Glasblasen besorgen, da Gefahr der Uebertragung von ansteckenden Krankheiten ©Otocit sich das hat feststellen laßen, wird nur sehr uahe^ l g . einigen Fabriken wollen wir sagen, das Glas- Anwendiing von Apparaten mit kompromierter Luft blasen durch ' ^c;c5 Verfahren namentlich beim Blasen von gÄ’n Eewendet, in die menschliche Lunae zu ersetzen und d. Riqthofen u. a. Aif ber TagesordTiUng steht an erster Stelle das N a ch - trag ^Übereinkommen vom 23. Februar d. I., zu dem am. 25 Januar d. I. abgeschloßenen neuen Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn (Jnttafttreten des deutsch-öster- reichischn Handelsverttages am 1. März 1906). Dasselbe wird ohne irgend welche Debatte in erster und «Wetter Beratung erledigt. Heraus setzt ba§ Haus die gestern abgebrochene zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern fort, immer noch beim Tttel „Staatssettetär". Die Zahl der Resolutionen die hierzu vorliegen, ist mittlerweile auf 26 angcwachstn. Abi Zubeil (Soz.) befürwortet folgende Resolution: ,dem Reichstage baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den ein Arbeitgeber ober Stellvertteter eines solchen, der sich nit einem anderen Arbeitgeber oder deßen Stellvertreter veralredet oder vereinigt, um Arbeitern deshalb, weil sie an ben hn S 152 der Gewerbeordnung gedachten Vereinigungen teil- genonmen haben oder an denselben ferner teilnehmen wollen, ihr ferneres Fortkommen oder die Arbeitsgelegenhett zu er- schwcen, sie nicht in Arbeit zu nehmen oder sie aus der Arbeit zu ettlaffen, mtt Gefängnis bis zu drei Monaten bedroht totrb sofern nicht nach dem allgemeinen Sttafgesetz eme höhere Straft einiritt, und der Versuch solcher Sttaftat für strafbar ^R?mer^fiihtt eine Anzahl Fälle an, welche die Notwendigkeit eines Vdrgehens im Sinne ber Resolutton rechtfertigen tollen. Dem Terrorismus ber Arbeitgeber, die ben Arbeitern das Koali- ttonsreckt rauben wollen, mutz endlich einmal em Ende gemacht werden. Wir fordern keineswegs etwas Unrechtes, wir fordern nur gleiches Recht für alle und wollen nur, datz solche Taten bestraft werden, die, wenn sie von Arbettern gemacht waren, stets von den Gesichten auf das schärfste geahndet tourben. Redner wendet sich bann gegen den Abg. Pauli und gegen bte Forderung des Befähigungsnachweises. Wenn man etwas für die Handwerker tun will, bann muß man zu allererst Maßnahmen gegen die schamlose Lehrlingszüchterei und die Ausbeutung der Lehrlinge treffen. Unser Standpunkt zu dem Submissionswesen ist bekannt. Wir verlangen, daß alle öffentlichen Bauten von dem Staat bezw. von ben Kommunen in eigene Regie übernommen werden. Wenn das geschieht, bann werde mit einem Schlage das ganze Stw- ottssionswesen verschwinden. In welcher Weise selbst von Jn- nungsmeistern bei Submissionsbauten vorgegangen wird, zeigt em Fall m Potsdam, wo der Tischlermeister Pauri-Potsdatn ferne sämtlichen Kollegen um 20 000 Mark unterboten hat. Webner führt die Einzelheiten dieses Angebots an. Dann «och einige Worte über den Hausierhandel. Kollege Erzberger toandte sich gegen ben Hausierhanbel, in Berlin hat man schon überall Schilder angebracht mit ber Inschrift: „Mitglied des Vereins gegen Verarmung und Bettelei". Man will eben nicht fünfmal täglich vom Elend heimgesucht werden. Wenn nun erst der neue Zolltamf m Kraft tritt, wirb der Hausierhandel noch viel Wetter sich au§behnen. Wir können uns aber nicht entschließen, gegen ben $ajmerbanöel Stellung zu nehmen, weil sich gerabe die ärmsten her Amnen vom Hausierhandel ernähren. Herr Abg. Mugdan wandte sich rn längerer Rebe gegen bte Krankenkaßenvorstände und. machte mnen zum Vorivurf, daß sie nur Sozialdemokraten an stellten. -Iber machen es denn die ärztlichen Vereine anders? Sie machen es sogar noch viel schlimmer als die Krankenkaßenvorstande, ste erklären jeden Kollegen für minderwertig und unehrenhaft, _ber nickt ihrem Verein beittitt. Wie können Sie sich dann darüber entrüften, daß wir, wenn bei einer Krankenkaße eine Stelle frei wird, dort einen unserer Gesinnungsgenoßen, . einen .Sozialdemokraten, anstellen? Unwahr ist es, datz jemals em nicht sozialdemokratischer Arzt von einer sozialdemokratischen Kasse wegen seiner Gesinnung gemaßregelt ist. Legen Sie uns doch einmal ein solches Exemplar unter ihren Kollegen hier auf ben Tisch des Hauses nieder, Herr Mugdan. (Heiterkett.) v^rr Mugdan, es gab eine Zeit, da haben Sie gan^ anberS über Krankenkaßenvorstände gedacht, da verschmähten Sie eS nicht, viele Sttrnden des Tages mit den Krankenkassenvorständen ttßarnmen- zusitzen. Da hatten Sie von diesen Vorständen noch keinen Futz- tritt erhalten, da klammerten Sie sich tagaus, tagem an bte Rock- schötze biefer Vorstände. (Unruhe bei den Freisinnigen.) Rach- dem aber die Vorstände den Charakter des Arztes Dr. Mugdan — natürlich außerhalb dieses Hauses — kennen gelernt hatten, da war es vorbei mit ihrer Freundschaft, da haben die Vorstände ein- gesehen, wetz Geistes Kind der Arzt Dr. Mugdan — außerhalb dieses Hauses — ist. Präsident Graf Ballesttem sunt erbrechend): Herr Abgeordneter, Sie dürfen nicht die Verhältnisse eines Abgeordneten außerhalb dieses Hmtses in den Bereich Ihrer Erörterungen ziehen. Abg. Zubcil: Ich spreche ja von dem Herrn Dr. Mugdan, ehe er Abgeordneter war. Präsident Gras Vallestrem: Was Herr Dr. Mugdan getan 4at, ehe er Abgeordneter war, das geht uns hier nichts an. Wir haben hier nur seine politische Tätigkeit als Abgeordneter selbst zu betrachten, und ich bitte Sie, nicht mehr auf ba5 andere zurückzu- kommen. (Abg. viamp ruft: Das patzt nun aber mal in fern Konzept.) Abg. Zubett sforffahrend): Sie und Ihre Gesinnungsgenossen, Herr Dr. Mugdan wollen davon sprechen, daß wir ^nach Gunst verfahren, daß wir auf die Gesinnung sehen. Wie ist es denn bei Ihnen? Hhre Kollegen scheinen die Fähigkeiten ernes Arztes nur darnach einzuschätzen, ob er Mitglied Ihres Vereins, des Vereins freigetoäblter Kassenärzte ist. Bevor ein Arzt beitritt, ist er ein unfähiger Mensch. Von dem Moment an, wo er Mitglied wird, stehen alle Ihre Kollegen hinter ihm, da'vereinigt er mit einem Male alle Vorzüge auf sich. Herrn Dr. Mugdan ist es auch nicht darauf angekommen, von diesem Platze aus, stets bei ber Wahrheit zu bleiben. Er hat den Fall von dem Parteigenoßen Oswald erzählt. Nun will ich den Namen ganA verraten. Oswald ist nur fein Vorname. Der Betreffende heißt Oswald Grauer. Es ist nicht wahr, daß ihm zwei Kneipen gegeben worden sind. Er hat sie sich sekbst unter schwierigen Berhältnißen eröffnet. Er ist arich nicht Expedient am „Vorwärts" gewesen, sondern er ist von feinen Parteigenoßen in Lichtenberg zum Spediteur gewählt worden. Wie ging es bann weiter? Als ber damalige Kranken- kaßenrendant sich soviel Unregelmäßigkeiten zu schulden kommen ließ daß ihm gekündigt werden mußte — selbst der Aufsichtsbehörde wurde die Sache zu bunt —. da meldeten sich zu dieser Stelle außer Oswald Grauer auch noch acht andere Bewerber, darunter zwei Korvettenkapttäne a. D. Der Borstand, der darüber Das Gesetz zum Schuh der Photographien hat etnA nochmaligen Umarbeitung unterzogen werden müßen. Es totrb seinerzeit schon vorgelegt werden. Die Feuerversicherun g 3* Kartelle in die allgemeine Kartell-Enquete einzubeziehen, wäre sehr schwierig, weil es sich hier ja nicht um warenproduzierende Kartelle handelt. Die Frage der Bestechungsgelder mt privaten wirtschaftlichen Verkehr wird nach Umfang und TragN^tte noch näßer untersucht werden müßen, ehe gesetzgeberisch eingegriffen wird Man wird am besten zunächst die Handelskammern darüber hören. Die vom Abg. Zubeil heute angeführten Falle von Verrufserklärungen fallen nicht unter bte Vor^tften ber Gewerbeordnung. Ich mißbillige ben Verruf in jeder gönn, mag er ausgeübt werden, von wem er will. Dann muß man aber auch konseauent sein. Das Stteikpostenstehen und bte Warnung „Zuzug verboten!" fft auch eine Art Verruf. Was ben K t n b e f - schuh betrifft, so kann man nicht erwarten, baß em derartiges Gesetz sofort überall und in vollem Umfang burebgefußrt totrb. Es Bat jedenfalls zunächst die Folge, datz das öffentliche Getmßen,ge- schärft und eine gute Sitte geschaffen totrb. Dte Vorschrtften über die Sonntagsruhe werden einer allgemeinen Nachprüfung unterworfen werden. Man ist geneigt, über, den „engltschen Sonntag" zu spotten. Und doch liegt in ihm eme Cuetfe .^ Segens für das englische Volk. (Sehr nchttgl) $n den Prtontatssttett ber Parteien, wer zuerst für Sonntagsruhe hter emgetreten, will, ich mich nicA mengen. Jemand rief scherzend: Man konnte da bis auf Moses zurückgeben! Das kann man auch tm Ernst. Dte Gesetzgeber des Alten Testaments, des alten indtschen Volkes wcnen tiefe Kenner des Volkslebens und tiefe Kenner der menschltchnt Seele. Wenn wir die Sonntagsruhe ausdehnen, so dtenen toti damit der geistigen und leiblichen Wohlfahrt unseres Volkes. er zahlt jährlich 2000 Mk. G. Büdingen, 7. März. Einen ungeahnten Aufschwung haben in diesem Jahre die karnevalistischen Veranstaltungen in unserem Städtchen genommen. Am Sonntag fand eine große Damen- undHerren-Sihung unter der Beteiligung einer Abteilung dec 115 er Kapelle statt. Am gleichen Abend mar großer Maskenball mit Preisverteilung. Heute wurde eine Herrensitzung sowie ein Kappenabend veranstaltet. Der geplante Zug ist leider wegen der geringen Beteiligung in pekuniärer Hinsicht nicht zur Aus- ührung gekommen. Frankfurt, 6. März. Eine der hervorragendsten Erscheinungen der neueren Zeit sind die großblumigen Varietäten der „Amaryllis", die wir in der Blütengallerie des Palmen- garte ns jetzt in schönster Ausbildung gruppiert sehen. Prunkend und herausfordernd treten diese stolzen Blumen auf, die in ihrer Farbenpracht, in der Leuchtkraft der einzelnen Töne und in ihrer Größe allgemeine Aufmerksamkeit erregen. Das Ganze macht einen prächtigen Eindruck auf dem grünen Hintergrund. Eine andere, weniger der Mode unterworfene Psianze ist der Flieder, der immer beliebt und in gefüllten sowie einfachen Varietäten vertreten ist. Schöne Hyazinthen in reichem Sortiment, Schneeglöckchen, Primeln und Tulpen sind alte Bekannte, denen wir in dieser Jahreszeit gerne begegnen. Ständige Verbesserung erfahren auch die Alpenveilchen, von denen in den neuen Pflanzenhäusern im Anzuchtgarten noch schöne Exemplare zu sehen sind. Von den Begonien blüht jetzt sehr reich die Manschettenbegonie, B. manicata, mit zahlreich verästelten Stempeln und hübschen rosafarbenen Blütchen. Wir werfen dann noch einen Blick in die „Vermehrung", wo man beobachten kann, in welch mühsamer Weise alles das herangezogen wird, was den Besucher im Laufe des Jahres durch Blätter und Blüten erfreut. Kleine Mitteilungen aus Hessen Und den Nachbarstaaten. Die Familie Adam Mueller'Netscher schenkte der Stadt Eltville ihr Grundstück nebst Villa und Nebengebäuden int Werte von 170000 Mark und 20 000 Mark in bar zur Errichtung eines Krankenhauses. Die städtischen Behörden haben dieses Geschenk angenommen. — Am 2. und 3. Juli d. Js. feiert der Kriegerverem „Hassia" Leihgestern sein 31 jähriges Stiftungsfest. Der Verein hat um Verleihung der Kaiserschleife nachgcsucht. — Am Sonntag wurde in Reiskirchen ein Sängerbund unter dem Namen „Volkssängerbund Chattia" gegründet, der aus 10 Vereinen der hiesigen Untgegend besteht und sich zur Hauptausgabe die Pflege des Volksliedes gestellt hat. — Bei einem Privatmann in Mainz wurde ein Einbruch verübt; es wurden nahezu 14,000 Mark gestohlen. Als der Einbrecher wurde ber eigene Sohn des Bestohlenen von der Polizei ermittelt. Südwestasrika. Wie die „Post" erfährt, werden die in den nächsten Lagen dem Reichstage zugehenden dritten Nachtragsetats für Südwestafrika enthaltenen Forderungen sich zum weitaus überwiegenden Teil auf militärischem Gebiet bewegen. So befinden sich in dem Etat die Kosten für das Bataillon von Kampty, für zwei Feldtelegraphen-Abteilungen, eine Funken-Telegraphen-Abteilung, das besondere Etappen- kommando für den Süden und mehrere Proviantkolonnen- Abteilungen für den Süden. Wahrscheinlich werden in diesen Etats auch die beiden Depeschenboote figurieren, die in Kapstadt gemietet worden sind und die zwischen Lüderitzbucht und Swakopmund fahren sollen. Ein amtliches Telegramm aus Windhuk meldet: Jn- /endanturrat August Drewes, geboren 1869 zu Dietrichsdorf, ist am 23. Februar an Bord des Dampfers „Vergranow" plötzlich verstorben. Reiter Bergemann verirrte sich 15 Kilometer nördlich von Dabiz beim Ochsentränken und wird seit dem 15. Februar vermißt. Gefreiter Hilscher wurde im Gefecht bei Gochas am 5. Januar durch einen Schuß in die linke Schulter leicht verwundet. Aas Ktadt und Lm»d. Gießen, den 8. März 1905. •* Der Lehrer-Turnverein für das Großherzogtum Hessen hält im Laufe dieses Jahr hier seine Hauptversammlung ab. Am Samstag hatte der hiesige Bezirksverein eine Turnstunde mit anschließender Versammlung, der auch Landesturninspektor E. Schmuck beiwohnte. Es wurde hierbei ein vorläufiges Programm besprochen. Danach besteht die Absicht, gelegentlich der Hauptversammlung eine Uebersicht über das jetzige System des Volksschulturnens zu geben. Zu diesem Zwecke sollen mehrere Volksschulklassen Gießen und der umliegenden Orte im Turnen vorgeführt werden. Voraussichtlich beteiligt sich auch die Präparandenschule zu Lich an diesem Schauturnen. *• Das hessische Eisenbahnnetz. Aus einer statistischen Zusammenstellung in der „Darmst. Ztg." ergibt sich, daß das Großherzogtum Hessen von allen größeren deutschen Bundesstaaten das dichteste Eisenbahnnetz hat. Cs Verrnischres« * Köln, 6. März. In dem Restaurant Konrad brach Feuer aus, als das Lokal mit Karnevalgästen an gefüllt war. Während die Menge auA den hinteren Restaurationsräumen flüchtete, stürzte der Kronleuchter von der Decke herab. Eine Gasexplosion entstand und setzte die ganzen Parterreräume in Brand. DaS zahlreiche Polizeiaufgebot konnte nur mit Mühe eine Panit verhindern. Tie Feuerwehr löschte nach mehrstündiger Arbeit Feuer, das große Verwüstungen anrichtete. * Graf Guicciardini richtete ein Schreiben an mehrere Blätter, in d-ern er erklärt, daß sein Verkehr mit der Gräfin Montignoso streng konventionell gewesen sei und daß sich der ganzie Skandal auf Vermutungen einzelner Bediensteten gründet, welche verhetzt und aufgestacht?tt worden seien. Dieser gauy plunrpe Schwindel lasse er- DalttMe Tagesschau. Deutschland ohne Kavallerie! Die Budget koni ui iis i o u des Reichstages oe- «mn am Dienstag die Spezialberatung der Vorlage betr. oie Frieden s pr a s en z st ä r k e des Heeres. Tie Msttmmung über die geforderte Stärke der Infanterie von 633 Bataillonen wurce ausgesetzt. An Stelle der geforderten 510 Eskadrons Kavallerie beantragt der Referent Roeren, nur 500 zu bewilligen, -oct Der Abstimmung werden zunächst die 5 10 E s k a d r o n s mit 16 gegen 70 Stimmen, gegen die Stimmen der Konservativen^ und Der Nationalliberalen, abgelehnt. Sodann wurde die Forderung von 500 Eskadrons, da Konservative,und NationIlliberale dagegen stimmten, mit allen gegen die (Stimmen des -o^mrumo gleichfalls gestrichen. Danach aber wäre das deutjwe Reick ohne alle Kavallerie. Aie für die Feldartillerie eine Mehrforderung wurde debattelos genehmigt, ebenso nach kurzer Erörterung die Melmorderung für die Fuß- artillerie um 2 Bataillone. Es besteht nun ein hoher Grad von Wahricheinlichkeit, daß das Zentrum bei der entscheidenden Abstimmung rm^Plenum: an dem von den Abgg. Roeren _intb Grober gswmll^en Abstrich von 10 Eskadrons festhält, sofern die Militärverwaltung sich nübt entschließt, die ganze Vorlage auf ein ^>ahr zurückzustellen. Eine entsprechende Anregimg ist gleich zu Beginn der Kmnmigion.- beratung wiederum vom Zentrum gegeben worden. Doch man muß aereckterweise hinzufügen, baß, die Regierung c» selbst verlchuldet hat, wenn das Parlam^it auf solchen Ausweg bEist Sie hat von der lebten Heeresforderung 7 00 0 Mann sich streichen lasten und' mit diesem „Manko" nicht nur für die Miuer des Quinauennats, sondern noch ein weiteres Jahr auskömmlich gewirtschaftet. Es ist also dem Reichstag am Ende nicht zu verdenken wann er das von der Militärverwaltung ms r)-eld geführte Motiv der Dringlichkeit nicht ohne weiteres respektiert. Insofern hat der Vorgänger des Generals v. Einern diesem die Stellung dem Parlament gegenüber erschwert. Das internationale landwirtschaftliche Institut. Der Vorschlag des Könias von Italien, in Rom eine internationale LandwirtschÄftskammer eiuzurichten,, steht unter dem Zücken der internationalen Verbrüderung mit der Beimischung der Idee der Förderung des Friedens. In Italien kann das Institut sehr wohl der dort noch sehr im Argen liegenden Landwirtschaft, die von rationeller Tätigkeit sehr wenig Ahnung hat, aushelsen. Bei uns in Deutschland aber liegt es doch sehr wesentlich anders, und wir dürfen wohl annehmen, daß Inland sowohl wie Ausland ein wenig überrascht sein werden von den dcmnachstigen Leistungen unserer Landwirtschaft, nachdem sie im Körnerbau und in der Viehzucht ganz besonderen Schutz erhalten haben wird. Daraus dürfte nebenbei ein inländisches Verbraucho- gebiet für Jndustrieerzeugnisse entstehen, das eine nicht unerhebliche Mehrerzeugnisse aufnehmen kann, und zwar zu den guten Inlandspreisen. _ , . . . Von größter Wichtigkeit wäre bei den Arbeiten des internationalen Instituts in Rom zunächst die wirksame Verhinderung des jetzt üblichen Mordens der Singvögel und sonstigen nützlichen Insektenfresser, das int Italien immer noch beliebt wird. So lange die italienische Bevölkerung und der italienische Staat diese große Quelle der Schädigung nicht nur ihrer eigenen Landwirtschaft, sondern noch viel mehr der der nördlich davon gelegenen Länder nicht abstellen können, haben sie keine Berechtigung, i'm internationalen Schutz der Landwirtschaft mitzureden. Möglicherweise hat der König seine Idee nut unter dem unausgesprochenen Gedanken vorgebracht, aiu ine]em im ganzen vielleicht sehr erfreulichen Umwege seiner Bevölkerung den notwendigen Schutz der Vögel leichter plausibel machen zu können, wenn eine hohe internationale Behörde solchen verlangen würde. Bayrische Bauern und das Landtagswahlrecht. In Jngelstadt fand dieser Tage die Generalverfarmn- /ung des Bauernvereins für das nördliche Oberbayern statt. Sie beschloß einmütig, an die Staatsregierung das Ersuchen zu stellen: 1. das Wort des Ministers Grafen Feilitzsch einzulösen, kleinere Wahlkreise zu bilden, weil große Wahlkreise das Wahlrecht der ländlichen Bevölkerung sehr gefährden, da in denselben Wahlmänner oft zwei Tage unterwegs sein müssen; 2. auch hinsichtlich der Urwahlbezirke liegt es im Interesse der ländlichen Bevölkerung, das Wahlrecht derselben dadurch zu erleichtern, daß da, wo mehrere Gemeinden zusammen wählen müssen, dort kleine Urwahlbezirke gebildet werden. In solchen Fällen soll daran fest-gehalten werden, daß die kleinsten zulässigen Wahlkreise gebildet werden, damit nicht Hunderttausende von länd-- lichen Wählern ihr Wahlrecht nicht ausüben; 3. wir glauben hoffen zu dürfen, daß die Wahlen für die Urwahlen in eine Zeit gelegt werden, in welcher die landwirtschaftlichen Arbeiten weniger dringlich sind, da in einer anderen Lösung erfahrungsgemäß»eine sehr fühlbare Beschränkung des rechts der ländlichen Bevölkerung erstehen würde. kommen hier nämlich auf 1000 Q-m. Bobenfläche 170,77 Km. Eisenbahnen; in Sachsen dagegen nur 167, Rheinprovinz 159, Westfalen 149, Hannover 84,2, Baden 129,59 Km. und im ganzen Deutschen Reiche durchschnittlich nur 108,25 Km. ** A u s e i n e m A u f r u f z u r B c g r ü n d u n g eines Bundes „H e i m a t s ch u tz" sei folgendes mitgeteilt: „Wir haben nicht die törichte Absicht, die außerordentlichen Errungenschaften der Gegenwart auf praktischem Gebiet zurückdrängen zu wollen. Wohl aber dürfen wir einen Ausgleich anstreben zwischen jener herzlosen Ausbeutung des Heimatbodens und den Forderungen des Gemüts, dessen Wurzeln keine Lebensnahrung mehr finden Warden, wenn wir in gleichem Maße fortfahren, die Schönheiten des deutschen Landes achtlos zu vernichten. Würden wir diesen Ausgleich nicht finden, so wäre das gleichbedeutend milder Zerstörung des besten und bedeutungsvollsten Teiles unserer Kultur. Manches zswar geschieht schon zur Besserung. Als Anfang staatlicher Fürsorge ist zu begrüßen das Gesetz für Denkmalschutz im Großherzogtum Hessen, in dem auch die landschaftliche Natur Berücksichtigung 'indet. Aber es fehlt an einem Zusammenschluß aller vereinzelten, ähnlich gesinnten uüd strebenden Elemente^ der in ihnen das Bewußtsein weckte von dem gemeinsamen Ziel, das es zu erreichen gilt, und das in dem Worte „Heimatschutz" umfassenden Ausdruck finden würde. Schaffen wir also einen sich über ganz Deutschland erstreckenden Bund aller Gleichgesinnten, denen es darum zu tun ist, deutsches Volkstum unbeschädigt und unverdorben zu erhalten, und was davon unzertrennlich ist: die deutsche Heimat mit ihren Denkmälern und der Poesie ihrer Natur vor weiterer Verunglimpfung zu schützen!. Immerhin bleibt für die private Tätigkeit noch eine reiche Fülle von Anlässen übrig, um ergänzend und helfend einzugreifew Tas Arbeitsfeld wäre demnach in die folgenden sechs Gruppen zu teilen: 1. Denkmalspflege. 2. Pflege der überlieferten ländlichen und bürgerlichen Bauweise; Erhaltung des vorhandenen Bestandes. 3. Schutz der landschaftlichen Natur einschließlich der Ruinen. 4. Rettung der einheimischen' Tier- und Pflanzenwelt, sowie der geologischen Eigentümlichkeiten. 5. Volkskunst auf dem Gebiete der beweglichen Gegenstände. 6. Sitten, Gebräuche, Feste und Trachten. Für jede dieser Gruppen soll ein besonderer Leiter ernannt werden, dem ein Geschäftsführer und eine Anzahl von Vertrauensmännern zur Seite zu stellen sind usw. Der Ausruf, zu dessen Unterzeichnern: auch Prof. Felix Dahn, Prof. Harnack-Berlin, Geh. Ober- baurat Hofmann-Dai'mstadt, Peter Rosegger, P. Schultze- Naumburg, Hans Thoma gehören, schließt wie folgt: „Und so wenden wir uns an alle, die Herz und Sinn haben für unser teures Vaterland, an den Städter wie an den Landmann, an das Alter, dessen Erinnerungen in dem Deutschland von ehemals leben, an die Jugend, die den Widerspruch zwischen dem Land der Dichtung und dem Land der Wirklichkeit dunkel empfiirdet, an den Pfarrer, dem Lehrer, den Künstler, dessen Jungbrrmnen verschüttet zu werden droht, an alle Stände und Berufsarten, damit sie sich mit uns vereinigen zum Schutz der deutschen Heimat." 4. Hungen, 6. März. Die 6000 Morgen umfassende Feld- und Waldjagd wurde gestern zum zweiten Male verpachtet; Höchstbietender war Poppelbaum-Frankfurt; kennen, welchen Machienschiaften die Gräfinzum Opfer fallen ist und wie weit dieselben zurückreickn mögen. Budapest, 7. März. Der Hausbesitzer D arm ft ä fetet wurde von seinem 32jährigen Sohne mit inetn Messer überfallen und schwer verletzt. Der Mer riß sich los, holte einen Revolver und gab auf den inzwihen von Hausgenossen und Polizisten festgenommenen Soh zwei Schüsse ab, die diesen sofort töteten. Der Vater mgt mit dem Tnde. Die Ursache waren Geldforderungen ds Sohnes. » Verbrecherstudien eines Schauspelers. Sehr ernst nimmt anscheinend der sranzösisehe Sckuspieler Max Drarly seinen Beruf. Er hat im Pariser CbL'let in „Tom Pitt, der Räuberkönig", die Hauptrolle zu spiien, und um darin genügend echt zu sein, hat er, wie erzähltwird, „unter bem Schutze eines englischen Lords" im Londorr East End Studien unter Verbrechern gemacht. Er hatte einmal auch zum Mittagbrot eine Anzahl Taschendiebe eingetoen und sah nun, wie sich einer von ihnen die Tasche mit Eiwaren voll- stopste. Darauf nahm Drarly ruhig eine Wasscflasche, goß deren Inhalt in die Tasche nach und sagte: „Ou hast jetzt genug zum Essen, alter Bursche, nun mußt Du auch etwas zum Trinken dazu bekommen." Eisenbahncrausstand und Eisenbahnmsall in Newyork. Die Angestellten der Verbindungsbahnen ttt Newyork sind am 7. d. M. auf den Unter-rund- und Hochbahnen in den Ausstand getreten infolge der Weigerung der Verwaltung, die Forderungen zu bewilligen. Dr Ausstand erstreckt sich auf 5000 Angestellte und hemmt fast den ganzen Verkehr, sodaß es für viele Stadtbewohner der uneren Stadt unmöglich ist. zur richtigen Zeit die Osefchäftsstellen u erreichen. 3000 Polizeibeamte bewachen die Stationen der Untegründ- und Hochbahnen. Tie Züge sind mit neuem Personal lesetzt. Nach 4 Uhr morgens wurde dem Publikum gestattet, auf dn Untergrund- und Hochbahnen auf eigene Gefahr zu fahren. Abteilungen von Ausständigen stehen an den Eingängen zu den Stationen und warnen die Fahrgäste vor dir Fahrt, die infolge der Unerfahrenheit der Man r schäften gefährlich sei. Nach 8 Uhr besserte sich die £4 ® H* 3 a CO W s 2 W» *8 e s ha kD 'ater verlies die Zchnesz der er m der Haup Schicksale eines t'cher TesimW irnwillMdU ters achjM 'seW iihNd). D i = G t geriet wnrctfilte buä wegen Der* ren AulbtdauS überholt inner ' o{T1'eniln! hie kll. i Teukichland. «-gtiibentm beträgt nb 1672 tmBnUt* 36 Studierende der firealien] (335), e? , Srlanqen (150), ■&)', Mrt (77), Straßburg (53), [ (32V 03 tO ©3 Ö5 n ßin1)611 iÖM»it tu ^Ettssund- und lalt den ganzen J Mnen Stobt -“en « nrcichen. UNtkUund- und M krsetzt. Nack M im Unter, .-whr zu fahren, nngargen zu den ’r dir Fahrt, Mannschaften »e Lige auf der uch schien einige doch eine Kolli« tbe der ®o Df « erdrückt und 20 sS* w h! r,6‘ h,>: •?> S'l1" ®«I Sn: «nb uni S*. .««kt r M •* 1 ,,nmal °nch £"unb i ,^ren voll- qo6 V5“ Mt jetzt ^°nch etwas wirtfW' imerikanischeW 159 Lokomotiven M Me AE n mit einer Iremta tZbericbt iftf * -05 °l seftaeschl- NN ' J® «qni »nb 6 l/.°/e m M M itäBpi die Dividende. »“ brüÄÄ gegcimDn’ 7 wtärt- , leßen, ^ ' gleich $$-•'* S«»ss •s^ »A°°r--d^ |. «°» J> iefle0Bfl SA» «Ö UV UV UV UV UV 5 St uv UV 5 5 uv uv 8 UV « SS 3 3. k9 IH) yjb H'. ÖS 3 D-' c$ ST »’ uv ji. Nonnenroth Obbornhofen Rabertshausen Ningelshausen Rodheim Hof-Graß Röthges Steinheim TraiS'Horloff Utphe Billingen Bellersheim Bettenhausen Hungen Jnheidert Langd LangSdorf Muschenheim Hof-Gill Nieder-Bessingen Ober-Bessingen Ober-Hörgern Steinbach Holzheim Lich Albacher Hof Kolnhausen Mühlfachfen Münster Albach Birklar Dorf-Gill Eberstadt Arnsburg EttiugShausen Garbenteich Grüningen Rüddingshausen Reiskirchen Bollnbach Saasen Wirberg Veitsberg Stockhausen Stangenrod Weitershain Weickartshain Winnerod Harbach Kesselbach Lauter Lindenstruth Londorf . Lumda (Groß- und Klein») Odenhausen Queckborn Reinhardshain Allertshausen Beltershain Bersrod Getlshausen Göbelnrod Grünberg Hattenrod Mainzlar Nutlershausen Kirchberg Staufenberg Friedelhausen Treis a. d. Lumda Allendorf a. d. Lda. Climbach Daubringen Heibertshmlsen Lollar -----' - ■ 1 -JUJJ_^L^L== Gemeinde einschließlich der dazu gehörende» Mühlen und Höfe rc. Hungen 3 Lich - - Grünbcrg p Lollar Ort der Kontrollversammlung - an der Turnhalle 5 in der Amtsgerichtsstraße - mn westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen am Bahnhof Platz » 13. April 2 * 12. April * 2 11. April 10. April Tag 21/2 Uhr Nachm. 9l/4 Uhr Borm. 4 Uhr Nachm. 11 Uhr Vorn». 9 Uhr Borm. 4 Uhr Nachm. 11 Uhr Vorm. 9'/^ Uhr Vorm. 27g Uhr Nachm. 9 Uhr Vorm. Stunde - Z » VÖ —* g « SöQ CD cd" OD CD 2. «v 2. ■c *■> O* CT — ff. 0 D CD —»CD 5" i“ ÖS <-v C _ 0 H- er •t- s 3 S- e er » ü — D 'D* •* Watzenborn Steinberg Wieseck LanggünS Leihgestern Oppenrod Rödgen Trohe Heuchelheim Kleinlinden Großenlinden Großenbuseck Hausen Annerod Altenbuseck Beuern Allendorf a. d. Lahn Burkhardsfelden Gemeinde einschließlich der dazu gehörenden Muhleir und Höfe pp. 9 Gießen Ort der Koittrollversammlung 5 Ä $9 OZ " ■5' 3 7. April 4 6. April 2 Uhr Nachmittags 87, Uhr Vormittags 2 Uhr Nachmittag-Z 87a Uhr Vormittags 2 Uhr Nachmittags CC s 63 0 5 Ö9 & b- Bür, ende Bekc Zeise zur Sw 0 «-6 « ök* 0 O « %) D 0:5® =Rs 2 = = g 1 3 So n 5^ C*^ ^^2 er ä™. 2 — fn •— cE *1 — 2. 2 5 n ~ 0 n » » 5. G 5.5 5 S ZZ-F -- 1 ” 1 c? 2 ** " «X 8 co » =R rr cs co ♦ vom K - Ä mancher Bahnhofstraße 44. Bahnhofstraße 44. Submission i Zimmer-Türen, werden: von Etr. UNd tagen, nachmittags von 3 Vossius. Poppert. hergestellt. S 3 Liftkilk- »ti Rmor-MHne Aug. €iabiaiei jr.9 Giessen Der Vorstand. Hrch. Schasfstaedt. Th. Laubach. Telephon Nr. 84. Kalkwerke Abeudstern. 350 Gew. zus. M, 8000 8000 8000 5000 Bedingungen liegen an Wochen - bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungs- von M. 1000 an von M.400 an Natürliches Emser (; ‘llsali (fest und flüssig) in Flaschen. Zu haben in allen Apotheken, Drogerien u.Mineralwasserhandlungen. Kgl. Badeverwaltung Ems. Eier Bier Eis und Putzmaterialien. 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Mörz ds. Js., nachmittags 5 Uhr, im Sitzungsfaale der Bürgermeisterei in Gießen. Tagesordnung: Rechnungsablage und Entlastung des Vorstandes. Wahl von Mitgliedern des Vorstands und Auffichtsrats. Bilanz pro 31. Dezember 1904 und Geschäftsbericht liegen ab Samstag dem 11. März d. Js. 14 Tage lang auf der Bürger- meifterei — Zimmer Nr. 15 — zur Einsicht der Aktionäre offen. Nach Vollendung meines Neubaues habe ich mein grosses Instrumentenlager, ganz besonders aber das Lager* m Hügeln noch bedeutend erweitert und empfehle nun in selten schöner Auswahl: i 13 & Emser Pastille»! 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Uebertretung gegen § 3603 St.-G.-B. Dieselben werden auf: Krettag, de« 28. April 1905 vormittags 9 Ahr vor das Großherzogliche Schöffengericht Gießen zur Haupt- verhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben aus Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem Großherzoglichen Bezirkskommando zu Gießen ausgestellten Erklärung verutteitt werden. £>% Gießen, den 3. März 1905. Der Großherzogliche Amtsanwalt. H o f s m a n n. dadurch wird — hütet Erfahrene Sportleute gebrauchen daher nur Beets geehrten Damen von Gießen und Umgegend empfehle ich mich zur Anfertigung von Kostümen, Binsen, Morgenkleidern usw. = nach den neuesten gciQon§. = Garantie für gutes Sitzen wird geleistet. Bertha Katz l029 Mäusburg 10. haxeou offen. Offerten versiegelt und mit entsprechender Auffchrist oer- Ichen, sind bis zum 28. März d. I., mittags 12 Uhr, auf Idem erwähnten Bureau abzugeben, woselbst um diesen Zeit- Drmkt die Eröffnung der Offerten stattftndet. Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Gießen, den 6. März 1905. B'B Großherzc^liche Verwaltungs-Direktion der chirurgischen und Augenklinik. Prachtvolle Piäüwäsche erreicht man leicht nnd sicher mit Amerikanischer Harmoniums Phonola zu m. sso Pianola zu m. 1200 — 200 Instrumente stets vorrätig. —— Jede Zahlungserleichterung - Höchster Barrabatt 10jährige Garantie. — Freie Lieferung. Gespielte Pianos. Pianos zu vermieten Letzte Nutz-11. Bremhutzuechizemg pro 1904/05 aus dem Gemeindewald Wißmar. Am Montag de» 13. März, mittags 1 Uhr, kommen bei Gastwirt Forsthövel, Wißmar, zum Verkauf: Eichen: 2Rm.Nutzh. (Rollen) 2 Mtr. lang, 6,5 Rm. Knüppel, 12 Rm. Reiser, Buchen: 406 Rm. Scheit- und Knüppel, 2496 Rm. Reiser, Erlen: 2 Rm. Scheit- u. Knüppel, 2 Rm. Reiser, Nadelholz: 35 Stämme = 10,24 Fstm., 177 Derbholzstanaen, 23 Reiserholzstaugen, 32 Rm. Knüppel, 1 Rm. Stöcke, 79 Rm. Reiser. Das HÄz liegt in den Dfftr. 32 Kettenbach, 35 Wolssgräben, 15 Kemrelsheck und Totalität. Krofdorf, den 6. März 1905. B8/3 Der Bürgermeister. Kohlenlieferung. Für die Großherzogliche chirurgische und Augenklinik soll jür das Rechnungsjahr 1905 auf dem öffentlichen Submtssions- Petor’s Automobil - Pnenmatik „Simplex“ == der unerreicht an Konstruktion und Qualität ist. Man frage Fachmänner und fordere illustrierte Prospekte von der Mitteldeutschen Gummiwaren- fabrik in Frankfurt am Main oder deren Filialen. ficken für das Rechnungsjahr öffentlichen Submission vergeben 1. Die Lieferung von: Donnerstag, 9. Marz 1905, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Earl Schleenbecker u. Ehefrau, geb. Maus, in Krofdorf stehende Parzelle der Gemarkung Gießen. Ftur 5 Nr. 146,8 = 300 qm Hoiraite auf der Wecherde auf den obersten 3tiegelpfad, rdenttsch mit Ebelstraße 3, öffentlich meistbietend freiwillig versteigert und kann bei aiiuefembaren Gebot der Zrrschlag sofort erfolgen. Gießen, 3. März 1905. Grotzh. Orts geeicht Gießen. 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Juni 1893 liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentage nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 21. d. Mts., mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Die Eröffnung der Offerten Lrrdet zu diesem Zeitpuntte statt. Der Zuschlag erfolgt bts zum 24. d. Mts. Gießen, den 5. März 1905. B /3 Großh. Verwaltungs-Direktion der chirurgischen und Augen-Klinik. Poppert. Vossius. K AnglKcm Rich- LindeMborn 4A Gesetzlich geschützt vor unwirksamen Nachahmungen unter Nr. 57048. Gegen Nachnahme von Mk. 3.50, mit Wein von Mk. 5.— nebst genauer Gebrauchsanweisung — nur allein — von Apotheker Rich. Lind enborn, Daaden, Bezirk Koblenz Bestandteile: Zum Einueh- Einreibung: 250 gr 80°/. Alkohol men: 200 gr femster Dampf- m. äther. 0,5°/. Auszug v. Lavendel, deste üewinncnanceü bei geringem Einsatz! Nächste Ziehung schon 23. 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