Erstes Blatt. Samstag 10. Juni 1905 155. Jahrgang Gchulstratze T. Ndresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernspr^chanschluß Nr. 51. Nr. 135 tiaii* außer Sonntags. Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yesfifchev Landwirt die Steßeirer KamUirn« Mir« viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu 93er- Tag der Brühl'fchen GietzenerAnzeigerW ™ General-Anzeiger ** tSSK aw* i - _ _ den volit. und rüjeiix. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.«Ws typ f KJr zetpenteil: Hans Beck 4>ie Heutige Wummer umfaßt 16 Keilen. Pfingsten. Ueber den Zinnen Jerusalems war die Sonne des Erntedankfestes in blendender Herrlichkeit aufgegangen und warf ihre Strahlen auf die erregte Menschenmenge, die in den Straßen und Gasten hin- und herwogte: Parther und Meder, Phrygier und Aegypter, Römer, Juden und Judengenoffen; die Jünger Christi aber waren einmütig beieinander. „Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen WmdeS und erfüllte daS ganze HauS, da sie saßen. Und eS erschienen ihnen Zungen zerteilet wie von Feuer, sie wurden alle voll des heiligen Geiste- und fingen alle an zu predigen in fremden Zungen!" So kündet in plastischer Symbolik ein schönes Gleichnis der Apostelgeschichte. Die beseligende Macht tiefinnerster Ueberzeugung hatte die Jünger des Gekreuzigten erfüllt, und ihre unwiderstehliche Begeisterung ließ sie Unmögliches verrichten. Wie heute noch die Begeisterung anscheinend Unmögliches verrichtet, so riß der über die Apostel kommende heilige Geist die Volksmasse mit sich fort, so daß sie bebend und staunend die überirdische Gewalt der neuen Heilslehre empfand: die lebenspendende Kraft göttlichen Geistes hatte sich offenbart. Ueber die herrlichen Bilder jenes ersten Pfingstfestes haben sich die vergoldeten Schleier mystischen Wunderglaubens gebreitet, und dennoch erstrahlt uns ihr Glanz in unverminderter Herrlichkeit. Der felsenfeste Glaube an eine von Gott gewollte Mission hat zu allen Zeiten über das Nachtgewölk der Erdensorgen, über menschliches Wissen und Verstehen triumphiert. Von der Zeit jenes Pfingstfestes bis zur heutigen Stunde beweist uns das die Geschichte der Welten und Völker. „Sie wissen, daß ich meine ganze Stellung und meine Aufgabe als eine mir vom Himmel gesetzte auffasse und daß ich im Auftrage eine- Höheren, dem ich später einmal Rechenschaft abzulegen habe, berufen bin." Mit diesen Worten legte vor Jahresfrist Kaiser Wilhelm II. Zeugnis ab von seinem gewissen Glauben an das Gottesgnadentum seiner Stellung. Ihm und nur ihm allein hat der Weltenlenker das Schicksal Deutschlands anvertraut, ausschließlich in seine Hände sind die Zügel der Regierung gelegt, und unerschütterlich lebt in ihm die Ueber- zeugung, daß zu jeder Stunde eine göttliche Erleuchtung ihm den rechten Pfad zum Heile seines Landes weisen werde. Kaum je zuvor hat auf dem Throne der Hohenzollern ein Fürst gesessen, der so vollkommen von der Idee des Gottes- gnadentums überzeugt gewesen wäre, wie Kaiser Wilhelm II., und noch aus keinem anderen Fürstenmunde ist diese Lehre, die in mehr wie einem Punkte sich deckt mit dem Unfehlbar- keitsdogma des Pabsttums, mit solch rückhaltsloser Energie immer und immer wieder verkündet worden. Ueberschaut man die Jahre der Regierung Kaiser Wilhelms II. seit dem Ausscheiden Bismarcks, so bietet sich dem Auge, wohin immer es sich wenden mag, ein Bild mit vielen Schatten in überladenem Rahmen. Wir vernahmen donnernde Heroldsrufe, die eine neue Glanzepoche der Weltgeschichte ankündeten, und Härten als Echo selten etwas Anderes, als das ironische Flüstern des deutschen Blätterwaldes, in das sich der peinliche Ton des Klirrens der Weihrauchsässer, geschwungen von liebedienerischen Kreaturen, mischte. Des Reiches soeben gefürsteter Kanzler verfolgt ein Programm der Programmlosigkeit, seine Politik ist die des Fortwurstelns. Was uns nottut, das ist der rechte Pfingstgeist einer neuen Zeit, die heilige Begeisterung für eine große Sache. An Geist fehlt es ja nicht in unserer Zeit, an glänzendem, prickelndem, schillerndem Geist, an Aber an Geist, der fortreißt, der die Trägen, die Lauen, die Philister wie im Sturm packt, wie ein Wetter die Köpfe und die Herzen, die ganze Atmosphäre reinigt, wie ein Feuer sich auf die Zungen setzt — daran fehlt es. Wir feiern alle Jahre Pfingsten, aber wir feiern das Fest, wie es fällt; ein wirkliches Pfingstfest des Geistes, des heiligen Geistes, das erleben wir nicht. Wir Deutsche haben das letzte Mal Pfingsten gefeiert oor 34 Jahren, zur Zeit der Wiedergeburt der Vaterlandes, als der Geist der Einheit, der Hingebung an da§ große Ganze die Herzen erfüllte, als uns im Schlachtensturm mit dem Blut der Söhne des Volkes das neue Reich erkämpft und geschaffen ward. Seitdem gehen wir längst wieder unten, im Staub der Straße, auf engen Wegen, in vielen kleinen Geschäften, aber ohne etwas Großes, Hohes, Befreiendes zu vollbringen. Eine materiell gewaltige Entwicklung voll Tat- kraft, Unternehmungsgeist und Fortschritt ist unser Ruhm; aber um so greller steht damit tn Widerspruch das Bild ilnseres öffentlichen Lebens niit seiner Zerfahrenheit, mit seiner Einflußlosigkeit der Kcrnschichtcn des Bürgertums. Eine Lage, aus welcher die ganze Stagnation unserer Politik und die Armut an wirklich befriedigenden und erfreuenden Ergebnissen und Fortschritten des Staatslebens ,>ch erklärt. Unser Landesherr, der h e s s i s ch e G r o ß h e r z o g, ist, unterstützt von einer einsichtsvollen und wertichauenden Regierung, gewillt, weite Kreise seines Volkes aus einer beklagenswerten Lethargie aufzurütteln. Auch der geringe Mann soll lebhaften Anteil nehmen an der Gesetzgebrmg des Lande», auch er soll zum Worte kommen und seinen Stimmzettel bei geheimer nn ) direkter Wahl abgeben. Und selbst die edlen Herren dec hohen Ersten ft (immer haben sich für diele -estaemäke Erweiteruna des Wahlrechtes ausgesprochen, allerdings um den Preis der wesentlichen Erweiterung ihrer eigenen parlamentarischen Rechte. Wir meinen, daß das hessische Volk das ihm von seinem Fürsten zugedachte Wahlrecht erhalten muß um der beiden großen Vorzüge willen, die darin bestehen, daß e§ die Massen schützt und schult. Es schützt sie, indem es ihnen die Möglichkeit gibt, drohende Benachteiligungen von sich abzuwehren; es schult sie, indem es sie zwingt, sich mit den Fragen zu beschäftigen, die die Politik des Tages aufwirst. Dieser Hauptvorzug gleicht alle unerfreulichen Nebenwirkungen au§ und man darf getrost den Wünschen derErstenKammer etwas entgegen k o m m e n, um dieser beiden großen Vorzüge willen, damit in dem Volke der rechte Pfingstgeist für eine neue Zeit aufgehe. Bleibt aber dieser seit Jahren immer und immer wieder dringend geäußerte Volkswunsch unerfüllt, dann — das ersehen wir aus gar mancher Zuschrift an uns — würde, allen heutigen Ableugnungen zum Trotz, Verbitterung emporwachsen; die nötige Entwicklung wäre gestört und eine Zeit von Erschütterungen und Krisen bräche herein, deren Ende nicht abzuschen ist. Darum gebietet nicht nur die Gerechtigkeit, sondern auch die Klugheit die Einführung des durch einige Kautelen staatsklug ausgestatteten direkten geheimen Wahlrechtes. Wenn kürzlich in der aus Oberhessen uns zugegangenen Zuschrift von nichtliberaler Seite die Meinung an dieser Stelle ausgesprochen wurde, daß dieses allein volkstümliche Wahlrecht den ,Tod des Liberalismus* bedeuten würde, so wird der wahrhaft Liberale dem einfach entgegenhalten, daß der liberale Gedanke überhaupt nicht zu töten ist. Zuschriften von verschiedenen Seiten sind vielmehr mit uns der sicheren Ueberzeugung, daß der von ein paar hochbegüterten großen Herren mit stolzen Namen zur Schau getragene Scheinliberalismus durch das dem Lande dargebotene gute Wahlrecht allerdings zu Falle kommen könnte, doch nur dieser. Der wahre Liberalismus aber würde durch das Verschwinden dieses „Feudal-Liberalismus" und das Einrücken von wirklich liberalen Mannern in das politische Leben des Landes den besten Gewinn haben. Die Behauptung, daß die Sozialdemokratie in beängstigender Weise in daS hessische Parlament einrücken würde, wenn wir das direkte Wahlrecht erhielten,' ist nicht ernst zu nehmen. Bei uns in Oberhessen hat nicht einmal bei den Rcichstags- wahlcn die Sozialdemokratie gesiegt, geschweige denn bei den Landtagswahlen, wenn wir ein mit den rechten Kautelen ausgestattetes direktes Wahlrecht erhalten. Die kleinen Städte werden auch in Zukunft keinen Sozialdemokraten in den Landtag entsenden, und die großen Städte hm das schon heute. Also jedes Bangemachen nach dieser Richtung hin ist sinnlos. Alles ist daran zu setzen, daß das moderne Staats- bürgertum in Stadt und Land, im engeren hessischen und im weiteren deutschen Vaterlande, voll zur Geltung kommt. Dis beteiligten gesellschaftlichen Kreise müssen ernsthaft an die Sache der freien Menschenwürde glauben lernen und sich gewöhnen, dafür Opfer zu bringen. Dazu ist allerdings erforderlich, daß Fehler, die in der Leitung der liberalen Parteien begangen wurden, künftig nicht wieder vorkommen. Man trage keinen Scheinliberalismus zur Schau und verfalle nicht in öden Radikalismus, der die Gebildeteren abstößt. Wenn selbst die Wenigen, die nach den Wahlen auf dem Platze geblieben sind, nicht Zusammenhalten können, sondern auseinanderfallen, so werden sie zum Gespött der Welt. Deshalb ist es unverantwortlich, die Gegensätze in den einzelnen liberalen Gruppen mutwillig zu verschärfen. Vieles weist auf die Einigkeit der Liberalen aller Schattierungen als auf das Ziel der Zukunft hin, und darum darf fernerhin nichts geschehen, was die Erreichung dieses Zieles erschwert. Die Schwingen des Pfingstgeistes einer neuen Zeit beginnen sich zu regen. Die letzten 34 Jahre — wie verschwindend sind sie im Leben eines mächtig emporstrebenden Volkes! — erscheinen manchem unter uns, die wir unten stehen und so wenig weiter hinauszublicken vermögen, verloren, überflüssig, unnütz; aber in Wirklichkeit sind sie gerade so gut wie eine andere, erfreulichere Zeit, nötig; gerade so "sehr Weg, ohne den die nächste Höhe nicht erreicht werden kann. Und daß auch der Weg des vergeblichen Tastens und Strebens nach einem neuen großen, zu heiliger Begeisterung entflammenden Ideal dereinst wieder zu einer Höhe des Lebens unseres Volkes, unseres staatlichen und Apolitischen Lebens führt, diesen Glauben gilt es festzuhalten, und dieser Glaube gibt die Kraft, den steinigen, staubigen Weg der Gegenwart zu gehen. Inmitten der wenig befriedigenden Weltlage dieser Zeit wollen wir den Glauben an den guten Geist unseres deutschen Volkes festhalten, der ihm den Weg hinaus ans eingekeilter Enge, aus nationalen und internationalen, aus heimischen und überseeischen Wirrnissen, kurzum aus allem Nebel reißen wird zu einer neuen Höhe der Entwickelung. Das Fliiter- gewand prunkhafter Feste und bie allzu reichlich hervor- tretende Romantik der Empfindungen sind nur Schatten, die uns die Lichtgestalt unseres Kaisers nicht verdunkeln und die Zuversicht nicht rauben dürfen, daß auch seine nie rastende, ununterbrochen nach Betätigung drängende, hochgemute Herrscherkraft durch die ideale Macht seines Gottvertrauens in noch ruhigere Bahnen lenken wird. Das deutsche Volk hat ein volles Recht, stolz auf eine so starke Jutelliaenz aus seinem Kaiserthron zu sein, und es zeigt seinen Stolz bei allen Gelegenheiten, wie soeben bei den Berliner Feierlichkeiten, so in den letzten Wiesbadener Tagen. In der internationalen Bädcrstadt jubelte dem Kaiser ein vielköpfiges Publikum bei jedem seiner Ausritte entgegen, und namentlich Deutschlands junge Damenwelt zeigte sich enthusiasmiert von seiner schönen ritterlichen Erscheinung, seiner gesundheit- und kraftstrotzenden Persönlichkeit, seiner Leutseligkeit, seiner Liebenswürdigkeit und seinem guten Humor. Wenn eine jugendlich kecke hübsche kleine Radfahrerin ihr Stahlroß dicht vor sein Pferd lenkte und ihm ein paar Rosen überreichte, dann nahm er sie mit einem galanten Worte dankend entgegen und steckte sie sich an seine Husaren-Litcwka vorausgesetzt, daß noch Platz dazu war, denn bif ihm dargebrachten Blumengaben waren so reichlich, daß jeder der 7 Herren seines Gefolges von jedem Ritte mit Blumen übersäet heimkam. Und sein guter Humor nahm selbst eine etwas kühne Bemerkung des II. Bürgermeisters Wiesbadens, der diesmal zum ersten Male zur kaiserlichen Tafel erschien, mit herzhaftem Lachen entgegen. Die Worte des Bürgermeisters auf des Kaisers Frage, warum jener bisher noch nie im Schloße zu sehen gewesen sei, lauteten nämlich im nassauischem Dialekt: „Gehe nie zu Deinem Ferscht, wenn Du nicht geladen werscht". Manches andre gekrönte Haupt hätte wohl auf eine solche drastische Bemerkung ein sehr scharfes Wort der Ent» gegnung gehabt. Unser Kaiser aber schätzt jedes offene und freie Wort, und es ist nur zu bedauern, daß so wenige Männer sich zu entschließen vermögen, bei Gelegenheit ihre Ansicht dem Kaiser freimütig auszusprechen. Es wäre vieles anders bei uns, wenn der Mut zum freien Manneswort nicht eine so seltene Erscheinung wäre. Trotz der beklagenswert großen Macht mancher rückläufiger Kräfte in deutschen Landen .wollen wir nicht verzagen an dem Geiste der Befreiung von allem Widrigen und Niedrigen, an dem Geiste oes allgemeinen Fortschrittes, dem die Zukunft gehört. Und wenn dieser Geist wieder einmal als ein starker, gewaltiger Geist unwiderstehlich die Herzen erfaßt, sie läutert und empor- hebt zur Höhe, dann ist's der rechte heilige Geist, dann er» leben wir sein Pfingsten. JarlarrrerrtarWes aus Kessen. R. B. Darmstadt, 9. Juni. Der Sonderausschuß für die Gemeindesteuerreform beendigte heute seine Beratung über daß Gemeindeumlagen- gcsetz. Der Abschnitt über die Wertzuwachssteuer wurde bei der heutigen Abstimmung definitiv angenommen, desgleichen die Bestimmungen über die Bill et steuer, wohingegen der Ausschuß die in der Vorlage festgesetzte Erhebung einen Tanzsteuer einmütig ablehnte. Diese Tanzsteuer sollte nach Art. 19 der Vorlage von den Gemeinden bei allen Tanzbelustigungen, die bei bezahlter Musik stattfinden, einerlei, ob von Einzelpersonen oder Personenvereinigungen irgend welcher Art veranstaltet, neben der für die Tanzerlaubnis zit entrichtenden staatlichen Stempelabgabe als Abgabe zur Gemeindekasse erhoben werden dürfen, aber nicht höher sein als die Stempelabgabe selbst. Die letztere betrug nun in den letzten Jahren ca. 160 000 Mk. im ganzen Lande, für die 10 größten Städte allein 33000 Mk., für die kleineren Gemeinden nur 10.20 Mk. oder mehr pro Jahr. Der Ausschuß war der Meinung, daß den Gemeinden mit der Erhebung einer so geringfügigen neuen Abgabe wenig gedient sein könnte, dieselbe aber desto mehr Verdruß und Mttzhellig- keiten herbeizuführen geeignet sein würde, so beschloß er dis Streichung der auf die Tanzsteuer bezüglichen Bestimmungen. Die vom Ausschuß angenommene Billetsteuer kann nach der Vorlage für Theatervorstellungen jeder Art, einschließlich der Vorstellungen in Sommer- und VartHt^- Theatern, sowie für Kunstreitervorstellungen erhoben werden und soll nach der Höhe des Eintrittspreises den Betrag von 5 Pfg. für je 1 Mk. nicht übersteigen; Eintrittskarten unter 50 Pfg. sollen abgabesrei bleiben. Bei abonnierten Plätze« soll die Steuer nach dem Tagespreis der Plätze und nach der Zahl der zugesicherten Vorstellungen berechnet werden. Bei Vorstellungen kleineren Umfanges kann ein Pauschalbetrag für jede Vorstellung als Steuer festgesetzt werden, sofern dieser Pauschalbetrag 10 Mk. nicht übersteigt. Nach Art. 18 sollen die Vorstellungen im Darmstädter Hoftheater, sowie Vorstellungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen» sowie während der Messen und Märkte und bei Volksfesten der Billetsteuer nicht unterließen; bei Vorstellungen zum Besten wohltätiger oder gemeinnütziger Zwecke können bi» Bürgermeistereien die Steuern erlassen. Der Finanzausschuß hielt heute gleichfalls eine Sitzung ab. Er genehmigte u. a. definitiv die Berichte» in denen die Bewilligung von 16000 Mk. für die landwirtschaftliche Ausstellung in Mainz und von 60000 Marit für die im nächsten Jahr in Darmstadt geplante kunstgewerbliche Ausstellung beantragt wird. Recht umfangreich gestaltete sich die heutige Sitzung des Gesetzgebungsausschusses. Bezüglich des Gesetzentwurfs über die Ausübung der Jago wurde kein« Verständigung erzielt. Der Ausschuß kam vielmehr zu bem Entschluß, bei der Kammer den Antrag zu stellen, die Vorlage an die Regierung zurückzugeben und dieselbe ru ersuchen, der jammer eine neue Vorlage aus< !Uarbeiten, in voelcffcr mich alle übrigen jagdlichen Be- timmnngen aus den verschiedenen Gesetzen und Verordnungen zusammen gefaßt sind, und zwar unter Berücksichtigung mehrerer von den Ausschußmitgliedern ausgestellten Vorschläge. Ein solcher Vorschlag des Abg. Köhler lautet: Wenn in einer Gemeinde mehr als die Hälfte der tzftmnd- besitzer auf Grund des Reichsgcsetzes, betr. die Erwerbs- und Wrrtschaftsgenossenschaften, zu einer Genossenschaft mit dem Zweck der Ausübung der Jagd in der betr. Gemarkung Zusammentritt, so soll es gestattet sein, daß diese Genossenschaft die bezügliche Gemeindejagd pachtet und dieselbe durch jagdfähige Personen ausüben läßt." — Der Ausschuß beriet weiter noch die Vorlage inbetreff der Räumungsfristen bei Mietswohnungen und die Vorlage inbetreff der Entschädigung bei Reblaus gefahr. Der Ausschuß ist der Meinung, daß entgegen der: diesbezüglichen Bestimmungen nicht der einzelne Grundbesitz, sondern das Land in seiner Allgemeinheit bei Reblausschüden eintreten soll. Der Petitionsausschuß erledigte heute verschiedene Petitionen imd Vorstellungen, darunter auch eine Anzahl Gesuche um Erlaß der Hundesteuer. Von dieser hat man allerdings schon lange nichts mehr gehört! Zum Tode des Fürsten v. Hohenzollern. Die Trauerfeierlichkeiten. für den Fürsten Leopold von Hohen- Fvllern finden nach einer Anordnun>g des Kaisers am Dienstag vormittag in der St. Hedwigstirche statt. Gestern fuhr die Kaiserin, schwarz gekleidet, am Sterbehause vor und wurde vom Erbprinzen Wilhelm empfangen. Die Sterbesakramente spendete dem Verstorbenen der katholische Feldpropst der Armee, Bischof Vollmar. Am Trauergottesdienst wird das Kaiserpaar teilnehmen. Die Leiche des Fittsten wird zur Aufbahrung nach der kath. Hedwigskirche und von dort am Dienstag gleich nach der Trauerseier nach Sigmaringen gebracht werden. Die Gräfin von Flandern, eine Schwester des Verstorbenen, erhielt in Brüssel die Todesnachricht, als sie im Begriffe war, sich an das Krankenlager ihres Bruders nach Berlin zu begeben. Noch am Donnerstagabend traf ein Beileids- Telegramm des deutschen Kaiserpaares in Brüssel ein. Die Gräfin reiste nach Berlin. In Rumänien rief die Nachricht von dem Tode des Fürsten große Trauer hervor und gab zu Beileidskundgebungen gegenüber dem König, der bekanntlich An jüngerer Bruder des Verstorbenen ist, Anlaß. In der Hauptstadt wurde mit Trauerfahnen geflaggt. Die Deputiertenkammer und der Senat hoben ihre Sitzungen zum Zeichen der Trauer auf. Volilisthe Tagesschau. Zur Fiuanzreform. Ueber den Verlauf her Beratung der Reichsfinanzresorm- Vorlage im Bundesrat dürste die Oeffentlichkeit ebensowenig etwas erfahren, wie seinerzeit über die Zolltarif-Verhandlungen dieser Körperschaft. Schon der Umstand, daß zwischen der ersten und zweiten Lesung die große Sommerpause liegen soll, läßt erkennen, daß eine Uebereinstimmung der Bundesregierungen in dieser Frage noch nicht besteht. Die erste Lesung wird wohl nur eine Aussprache über die Grundlagen darstellen, auf denen das Reformwerk ruhen soll. Darauf deutet auch die vor kurzem seitens des württem- bergischen Finanzministers im Landtag gegebene Erklärung hin, daß die Vorteile und Nachteile der einzelnen Vorschläge von den Staatsregierungen noch zu erwägen sein werden. In ein bedeutungsvolles Stadium tritt die Frage der Reichs- ftnanzreform also erst mit dem Beginn der zweiten Lesung, die im Hochsommer stattfinden dürste. E§ braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden, daß gerade die süddeutschen Staaten ein Interesse daran haben, den Frhrn. v. Stengel bei diesem Reformwerk zu unterstützen und dadurch sein Verbleiben im Reichsschatzamt zu sichern. Es würde nicht leicht sein, einen tüchtigen Schatzsekretär zu finden, der gleich dem Bayern Frhrn. v. Stengel darauf achtet, daß den süddeutschen Staaten ihr volles Recht wird. ♦ Der Fürstentitel des Reichskanzlers. Wenn das Fürstendiplom für den höchsten verantwortlichen Leiter der deutschen Politik bisher noch nicht aus- gesertigt worden ist — es pflegen erfahrungsgemäß bei allen Standesvetleihungen einige Monate zu vergehen, bis dies geschieht — so darf man wohl jetzt schon mit Bestimmtheit annehmen, daß sich darin der Kaiser als König von Preußen die Vererbung des Titels Vorbehalten wird. Dieser müßte sonst einst mit der Person des Reichskanzlers wieder erlöschen. Denn, wie bekannt, ist der Che, die der damalige Legationsrat v. Bülow mit Maria Anna Zoe Rosalie Beeadelli di Bologna, Marchesa (im eigenen Recht) von Altavilla, Tochter des Fürsten von Camporeale und Herzogs von Adragna, am 9. Januar 1886 in Wien schloß, kinderlos geblieben, während der ersten Ehe der Fürstin von Bülow mit dem derzeitigen preußischen Gesandten in Dresden Grafen Karl Dönhoff ein jetzt 34jähriger Sohn, der in Köln a. Rh. lebende Dr. Phil. Graf Siegfried Dönhoff, und eine Tochter entsprossen sind, die die Gemahlin des deutschen Gesandten in Brüssel, Grafen Nikolaus von Wallwitz ist. Schon die Verleihung des Grafenstandes an Herrn von Bülow, die der Kaiser am 22. Juni 1899 in Kiel vollzog, erfolgte unter Vorbehalt der Vererbung. Für diese käme naturgemäß einst ein Brudersohn des Kanzlers in Frage. Fürst Bülows Vater, der 1879 verstorbene Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und preußische Staatsminister Bernhard von Bülow, hinterließ von seiner Gemahlin Luise, geb. Rücker (aus einem Hamburger Patriziergeschlechte, das inzwischen die Reichtümer und den Namen der Familie Jenisch geerbt hat), sechs Söhne. Diese sind: Ter Reichskanzler. Zweitens der Gener alm'aj or Adolf von Bülow, der 1897 in Darmstadt auf der Parforcejagd tödlich verunglückte und zweimal, erst mit der Gräfin Karola Vitzthum, dann mit der Gräfin Marie Schulenburg verheiratet war.. Drittens der deutsche Gesandte in Bern, Wirkt. Geh. Rat und Kammerherr Alfred von Bülow, dessen Gemahlin, Gräfin Marie von Dillen- Spiering, eine Württembergerin ist. Viertes der in Oberitalien lebende und mit seiner Cousine, Fräulein Jzabel Rücker vermählte Rittmeister a. D. Christian von Bülow. Ein anderer Bruder des Fürsten hat, soviel uns bekannt, Madrid zu seinem Wohnsitze gewählt und der jüngste von ihnen, der einzige unverheiratete, der Majo Christian Ulrich von Bülow, ist Flügeladjutant des Kaisers und Milü- tärbevollmächtigter bei der deutschen Botschaft in Wien. Dem Fürsten Bülow ist übrigens, wie schon erwähnt wurde, eine recht ko st bare Erbschaft des Hamburger Millionärs Godeffroy zugefätten. Jetzt ist die Erbschaftssumme zur Auszahlung gelangt, und es ist ein hübscher Posten. Die Hinterlassenschaft beträgt 2 3Vz Millionen Ter Reichskanzler erhält davon nach dem ,Ber'l. Tagebt." 5Vs Millionen. Weitere 9 Millionen erhielten andere Erbberechtigte, und 9 Millionen wurden zu einem Fond für wohltätige Zwecke gestiftet. Gerade am 5. JUnt lieferte der Testamentsvollstrecker dem Reichskanzler die Summe aus, und am nächsten Tage erfolgte die (St» Hebung des Grafen in den Fürstenstand._________________ Ruß'and in Sturm und Drang. Wie das Gerücht vom Tode des Zaren ent- and, darüber schreibt eine russische Korrespondenz: Mit dem in diesen Tagen verbreiteten Gerücht vom Tode des Zaren hat eS eine interessante Bewandtnis. Eine Persönlichkeit aus der nächsten Umgebung deS Zaren kam auf den (unglaublich törichten) Gedanken, den Eindruck der vom Osten her kommenden Hiobspost durch ein Gerücht von einem Attentat auf den Zaren abzuschwächen. Mit den örtlichen Verhältnissen in Zarskoje Selo und den Gewohnheiten des Zaren genau vertraut, fabelte der Hof- beamte eine derartige Geschichte, die auch als wahr angesehen werden konnte. Interessant ist es, daß dein Vertreter der offiziösen Russischen Telegraphen-Agentur, der die telegraphi- chen Anfragen vom Auslande beantworten wollte, erst nach zwei Tagen eine Auskunft aus Zarskoje Selo erteilt wurde, o daß die Russische Telegraphen-Agentur erst am Mittwoch, dem Geburtstage der Zarin Alexandra, der Welt von dem Wohlergehen des Zaren Nikolaus verkünden konnte. Eine Deputation des Sem st wo- Kongresses ist noch Zarskoje-Sselo gefahren, wo sie ohne Vermittlung des Ministers des Innern einen Empfang beim Kaiser herbeizuführen beabsichtigt, um die (gestern in unserem Depeschen- eil wörtlich mitgeteilte), Adresse des Kongresses zu überreichen. Unter den Abgeordneten befinden sich die Fürsten Dolgorukow, Lwow und Schachowski, Graf Heyden und Herr Schipow. Die Verständigung aller politischen Parteien erscheint als ein Ereignis von größter Tragweite. Man erwartet, daß der Zar die Deputation empfangen werde. Am 8. d. M. durchschwirrten Gerüchte von Unruhen die Stadt Minsk. Sofort wurden die Läden und die Haustüren geschloffen. Wie sich ergab, hatten die Mannschaften der 40. Division die Fenster eingeworfen und Israeliten mißhandelt, weil ein Israelit einem Soldaten seinen Geldbeutel gestohlen hatte. Die angesannnelten Israeliten gaben einige Revolverschösse auf die Soldaten ab, die sich dann auf den Kathedralplatz begaben, wo sich ihnen die Soldaten der 55. Brigade anschlossen. In die anliegenden Häuser flogen nun Steine. Die Polizei beantwortete die Schüsse der Israeliten, wobei viele verwundet und einer getötet wurde. Kosaken und Dragoner zerstreuten alsdann die Menge. Einige Schutzleute wurden verwundet, mehrere Soldaten verhaftet. Patrouillen durchziehen die Stadt. Auf Grund einer vom Kaiser erteilten Genehmigung macht die unter dem Vorsitz Gorsmykins tagende Kommission zur Beratung der Fragen über die Befestigung des bäuerlichen Besitzes bekannt, daß die Einberufung der von den Bauern zu wählenden Vertrauensmänner rechtzeitig (Was heißt das?) bestimmt und der Bevölkerung bekannt gemacht wird. ____________________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Juni 1905. • * Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Rendanten Wolf sch midt zu Schotten das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des-Großmütigen verliehen. — Dem Schullehrer an der Volksschule zu Darmstadt Wenzel wurde anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • * Pfing st wünsche. Wie der Mensch oft auf das große Los in der Lotterie hofft, so hofft er in der Pfingst- zeit aus gutes Wetter. Auf äußeren Putz und äußere Noblesse braucht der Mensch nicht unter allen Umständen zu allen Zeiten zu sehen, aber was nützt der netteste Sommeranzug zu Pfingsten, wenn er sich in himmlischer Feuchtigkeit präsentieren muß? Die Festesfreude, die erhoffte, muß im Extrakt dann Monate lang genossen werden. Ja, es gibt nach dem Pfingstfest noch viele schöne Tage, außerordentlich viele so^ar, aber es gibt im Jahre bloß ein Pfingsten. Spaziergänge und Ausflüge machen nicht unser Pfingsten, auch neue Kleider und elegante Erfindungen der Mode machen es nicht, wohl aber die herzensfrohe und herzensfreudige Stimmung macht es, die gern auch auf den äußeren Schmuck sieht. Und ist die Stimmung im Regen verwässert, dann ists mit allem aus, der Aerger darüber, daß die Stimmung verloren, ist größer, als der über ein tüchtiges Durchweichen. Mit allem äußeren Putz will man dem Pfingstfest eine Ehre erweisen, eine größere gewissermaßen, als sich selbst. Geht alles krumm, dann gibts ein Zürnen. So wollen wir hoffen, daß uns das „liebliche" Fest recht gutes Wetter beschert. Vergnügte Feiertage! ** Gemälde-Aus st ellung am Brand. Wir wollen es nicht unterlassen, unsere Kunstfreunde nochmals auf die gegenwärtige reichhaltige und interessante Ausstellung hinzuweifen. Gleich nach Pfingsten wird ein großer Teil, darunter die Kollektionen Willroider, Dumler, Stegmayer, Pretorias und andere, sowie auch ein Teil der erst seit 8 Tagen ausgestellten Bilder weitergesandt werden. Die Ausstellung ist an den Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet. Eintritt für Nichtmitglieder des Kunst- vereins 20 Pfg. Donnerstag und Freitag kommender Woche bleibt die Ausstellung wegen Wechsels der Gemälde geschlossen. • * Großer Preis vonGießen. Prachtvolle Kämpfe werden sich, so schreibt man uns, am Pfingstmontag auf dem Sportplatz a. d. Hardt abspielen. Dort stehen sich 22 Berufsfahrer in den Fliegerrennen gegenüber, darunter der Meisterfahrer von Süddeutschland, Julius Bettinger-Ludwigs- hafen, die rheinischen Meister Thiel-Odendal und Heck-Köln, Reimer-Ludwigshafen, Moeser, Schaffner-Frankfurt a. M., Röß, Kirchhöfer, Knapp, Wallau-Mainz und Beese-Leipzig. Im Großen Preis von Gießen ist leider der Start deS Negers, da dieser in Magdeburg beim Training gestürzt ist, fraglich geworden. Der Arzt hat dem Neger einige Tage Schonung empfohlen. Trotz eifrigen Depeschenwechsels konnte der Schwarze noch keine bestimmte Nachricht geben. Als Ersatz für den Amerikaner wurde sofort der alte Dauerfahrer Andreas Gräf-Franksurt a. M. verpflichtet, der mit dem Münchener Raffler, Seidenspinner-Mainz und Fröhlich- Frankfurt den Großen Preis von Gießen „bestreitet^. (Kein guter Sportausdruck. D. Red.) Die Direktion hofft, daß der Neger bis zum Montag soweit hergestellt ist, um ebenfalls an dem Stundenrennen teilnehmen zu können, fühlte sich jedoch verpflichtet, das Publikum von dem bedauernswerten Vorfall in Kenntnis zu setzen. Die Rennen beginnen bei jeder Witterung nachmittags 3 1/2 Uhr. a. Lich, 9. Juni. Hier fand ein Vortrag über Wohnungsreform statt. Bürgermeister Heller eröffnete die dazu erschienene Versammliing und erstattete einen kurzen Bericht über die Wohnungsverhältnisse der kleinen Leute hier. Wohnungsinspektor Gretschel hielt darauf einen Vortrag über die Mittel und Wege, die zur Verbesserung der Wohnungen einzuschlagen sind. Nach lebhafter Debatte wurde eine Resolution gefaßt, die die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft ins Auge faßt. § Bad-Nauheim, 9. Juni. Bis zum 8. Juni 1905 sind 8527 Kurgäste angenommen, wovon am genanntem Tage noch 5666 anwesend waren. 86 197 Bäder wurden bis zum 8. Juni abgegeben. — Unter den angekommenen Fremden befindet sich Seine Durchlaucht Heinrich XIV., Negierender Fürst Neuß j. L., Regent des Fürstentums Neuß ä. L. fc. Offenbach, 9. Juni. Weil sein Bräutigam eine andere gefreit hat, sprang in der vergangenen Nacht ein 18jähriges Dienstmädchen namens Koch aus Büdingen, das zuletzt als Amme in Frankfurt in Stellung war, in den Main. Zuvor hatte sich das Mädchen entkleidet. Es mochte wohl alsbald Rene über seinen Schritt empfinden, denn es schrie ans den kühlen Fluten heraus jämmerlich um Hilfe. Leute, die die Fähre benutzten, zogen die Bedauernswerte denn auch heraus und brachten sie ins Krankenhaus, wo sie schwer krank darniederliegt. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Seinen 90. Geburtstag begeht Metzger- meister M. Marx in Homburg am 17. Juni. Er ist der älteste Besucher des Viehmarktes in Frankfurt a. M., auf dem er seit seinem 15. Lebensjahre regelmäßig an allen Wochenmärkten verkehrt. — Die Vorarbeiten zu dem am 2. und 3. Juli d. I. in Heuchelheim stattfindenden fünfzigjährigen Stiftungsfeste des Gesangvereins „Teutonia" sind bereits abgeschlossen. Bei einer vor einigen Tagen stattgehabten Sitzung der Vorstände sämtlicher Heuchelheimer Vereine wurde einstimmig die Teilnahme und Unterstützung zugesagt. — Bei der Bürgermeisterwahl in Groß-Karben fielen von 176 abgegebenen Stimmen 138 auf Landwirt Friedrich Röthe, der somit gewählt ist. 2 3 I Für Haushaifu.Kücheisfdiecondensirfe j unentbehrlich,säuert nicht, stets gebrauchsfertig als c Sahne f.Kaffec STe e. als Milch f. Kakao.Chocol. & Speisen. (SmtfitslaaL (n.) Gießen, 9. Juni. Von der S t r a f ka m m e r wurde heute ein Urteil des Schöffengerichts Alsfeld bestätigt, das der Taglöhner Johannes W. von Ober-Breidenbach angefochten hatte. In einer Wirtschaft zu Ober-Breidenbach kam einem Gast ein Portemonnaie mit über 20 Mark Inhalt abhanden. Man kam zu dem Schluß, den Bürgermeister Herbeiznrufen, um eine Untersnchungi der Gäste vorzunehmen. Während der Bürgermeister diesem Ersuchen nachkam, verließ W. die Wirtschaft auf kurze Zeit, womit der Verdacht auf ihn gelenkt wurde, da die Untersuchung resultatlos verlies. Ein Dienstmädchen erblickte den Angeklagten in verdächtiger Stellung alt einem Gartenzaun, und als män an der betreffenden Stelle nachsah, fand man das Portemonnaie. Nichtsdestoweniger leugnete W. an dem Schöffengericht sowohl, als auch an der Sttafkammer die Täterschaft: insbesondere versuchte er einen Zeugen als den Täter hinzustellen. Das Schöffengericht schenkte diesen Angaben keinen Glauben und verurteilte den Angeklagten zu 2 Monate Gefängnis. Das.Berufungsgericht schloß sich den Ausführungen des Schöffengerichts^ an und hob hervor, daß W. die Tat wohl zuzutrauen ist, da er bereits wegen Diebstahls und Untreue bestraft ist, und um diese Untreue zu verdecken, vor einer Urkundenfälschungi nicht zurückgeschreckt ist. — Der Händler Wilhelm, K. hier hat gegen ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts Berufung erhoben. Er kam in die Wohnung der von ihm getrennt lebenden Fran und versuchte mit einem Meißel die verschlossenen Türen zu öffnen. Als ihn ein Hausbewohner zur Rede stellte, brachte er ihm mit dem Meißel mehrere Verletzungen am Kopfe bei. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung zu 4 Wochen Gefängnis. Als in der Berufnngsverhandlung — von der Staatsanwaltschaft war ebenfalls Berufung erhoben worden — Aussichten auf eine höhere Strafe vorhanden tpareit, zog er seine Berufung zurück, worauf die Staatsanwaltschast das Urteil ebenfalls anerkannte. — Wegen Diebstahls wurde der Dienstknecht Ludwig G. von Wallenrod zu 1 Jahr und acht Monate Gefängnis verurteilt. Er hatte „ einem Mitknecht und einem Dienstmädchen verschiedene Gegenstände durch 'Aufbrechen eines Behälters entwendet. Er hatte es offenbar auf Geld abgesehen, da er wußte, daß die Dienstmagd kurz vorher von ihrem Herrn einen Hundertmarkschein erhalten hatte. Das Gew war jedoch sicherer verwahrt, sodaß er sich mit minderwertigen Sachen begnügen mußte, die er alsbald in Geld umsetzte. — Ter noch jugendliche Taglöhnec Heinrich F. von Rüddmgs- hausen hat in der Nacht vom 5. auf 6. April d. I. ^mem Kameraden in angetrunkenem Zustande ein Messer mehrfach in die B ru st gestoßen. Das Messer ist in den rechten Brustfellraum gedrungen und hat anscheinend die Lunge verletzt, sodaß der Verletzte längere Zeit zwischen Leben und Tod schwebte. Nach Aussage des Sachverständigen wird er erst noch zwei Monaten seine Beschäftigung wieder aufnehmen können. Gericht ist der Ansicht, daß sich der Angeklagte die volle Tragweite seiner Handlung und die möglichen Folgen der Tat rm Moment nicht vorgestellt hat. Auch Jugend unb Trunkenheit wurden strafmindernd in Betracht gezogen; doch wrnde m ttn- betracht des Umstandes, daß es sich um einen Mesferhelden handelt, auf die immerhin erhebliche Strafe von_ « ■catjrcrt Gefängnis erkannt. — Ein polnischer Arbeiter, Nikolaus, ö. aus Bigota, hat zu Treis-Horloff in betrunkenem Zustande einen feiner Landsleute mit einem Messer gestochen, so oatz er drei Wochen arbeitsunfähig war. Da der Angeklagte zu Der Tat gereizt worden war, billigte ihm das Gericht .wildernoe Umstände zu und verurteilte ihn zu 10 Monate G^au?ni2. — Der Kellner Adolf G. von Offenbach wußte pch da^» L-Par- kassenbuch seines Bruders zu verschaffen. Er quittierte oen Betrag von 40 Mark mit dem Namen seines Bruders und erhob das Geld bei dem Spar- und Kreditverein zu p-rieoverg. Er wurde unter Annahme mildernder Umstände, cne m der ^hugend und in der Notlage, in der er sich befand, gefunden mürben, wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. . , , , , Hanau, 7. Juni. Das S ch ö f f e n g e r: ch t veuirtcilte heute den Gutspächter 'H e y l von Geringshoi bei Hatteuheun wegen Ai i l ch p l a n t f ch e r e i zn 300 Mark Geldstrafe. von Heyl nach hier gelieferte Milch wurde wiederholt untersucht und zeigte stets Wasserzufatz bis zu 25%. Füssboden-oellackfarbe’ OflüENISß* gamntirö blei- u. giftfrei. Bester Fussbodenanstrich haftbar, hochglänzend, elegant, über Nacht trocknend. Alleinverkauf bei Angus* Noll, Drogerie. Bahnhofetr. 51 Frankfurter Hypothekenbank. s Arbeitsvergebung Die am alten Schulhause zu Ausübung des Bezugsrechtes auf neue Aktien. verloren: zu Frankfurt a. M., den 8. Juni 1905. 1 Buchhändler. Frankfurter Hypothekenbank. Bl0/c Es suchen Arbeit: 4 Monaten. B10/c Ermittelung un- B10/( Mk. Mk. 49,914,460.07 Ludwigsplatz 10, vt. 3121 und zwar: Die Agenten der Gesellschaft: Karl Emmel in Hungen Jobs. Schäfer IX. in Steinberg Will). Wacker in Wicseck. hiesiger Stadt gefunden: 1 1 1 1 Gießen, den 7. Juni 1905. Großherzogliches Amtsgericht. 11 Uhr, bei uns Jft 134 68 136 227 46 55 98 63 99 65 10 10 1 Hundemaulkorb mit Führleine, 1 Nickelbrille mit Etui, 1 Weichselspazierstock und 1 rot- und braungestreiftes Halstuch; 1 Stahlzwicker, 1 Wagenkapsel, 1 goldenes Medaillon mit zwei Photographien, 1 Taschenmesser, 1 Portemonnaie mit etwa 58 Mk. und einer Monatsfahrkarte Lich—Gießen auf den Namen Emanuel Baum als Inhalt, 1 photographischer Apparat, 1 Fahrradnummerplatte Nr. 348. Vorrätig bei Aeeg. Noll, Drogerie zum roten Kreuz. [be/6 Steinberg nötig werdenden Arbeiten sollen im Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden und zwar: veranschlagt Maurerarbeiten Zimmerarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Tapezierarbeiten Schlosserarbeiten An Herrn Albert Rübsamen, früher in Gießen. Die Löschung Ihrer Firma im Handelsregister ist beabsichtigt. Zur Geltendmachung eines Widerspruchs bestimmen wir Ihnen eine Frist von 9,000,000.— 23,544,645.68 773,562.45 9,798,624.44 4,000,000.— 900,000.— 600,000.— 1,297,627.50 1 Gärtner, 1 Garten- od. Feldarbeitertn, 1 landwirtsch. Arbeiter, 1 Spengler, 1 Eisendreher, 1 Schreiner, 1 Wäscherin, 1 Installateur, 1 Fabrikarbeiterin, Hausburschen, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Kassier, 1 Portier. technischen Amtsstube einzuseben. Angebote auf Vordruck sind bis Samstag den 17. d. Mts., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, dortselbst einzureichen. Gießen, den 10. Juni 1905. Städtisches Gas-- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Da unser Pfandbriefumlauf der im Verhältnisse zu Grundkapital und Reservefonds gesetzlich bestimmten Grenze nahe gekommen ist, hat unsere Generalversammlung am 17. März 1905 beschlossen, das Aktienkapital von bisher Mk. 18 000000.— auf Mk. 20 000 0000.— zu erhöhen durch Ausgabe weiterer voll einbezahlter 2000 Inh aber-Aktien zu 1000 Mark. Nachdem die hierin liegende Aenderung des Statuts die staatliche Genehmigung erhalten hat, bieten wir diese Aktien zum Kurse von 184 % zuzüglich Mk. 38.— Aktien stempel, sonach zu Mk. 1878.— pro Aktie unseren Aktionären hierdurch in der Weise an, dass auf je 9 der bisherigen Aktien eine neue Aktie bezogen werden kann. Die neuen Aktien sind vom 1. Juli 1905 ab dividendenberechtigt, d. h. sie erhalten pro 1905 die Hälfte des Prozentsatzes, welcher auf die alten Aktien entfällt. Das Bezugsrecht ist vom 10. bis einschliesslich 26. Juni 1905 in der Weise auszuüben, dass an unserer Kasse der Betrag für die neuen Aktien bezahlt wird, gleichzeitig Zeichnungsschein in doppelter Ausfertigung eingereicht wird, und diejenigen alten Aktien, auf Grund deren das Bezugsrecht ausgeübt werden soll, mit Nummernverzeichnis ohne Gewinnanteilscheinbogen vorgelegt werden, lieber die Einzahlung wird einfache Quittung erteilt und diese dem Ueberbringer unter Rückgabe der mit Bezugsvermerk versehenen alten Aktien übergeben. Gegen Rückgabe dieser Quittung erfolgt später die Aushändigung der neuen Aktien, sobald die Kapitalerhöhung in das Handelsregister eingetragen ist. Aktionäre, welche auf nur 1—8 alte Aktien ein Bezugsrecht auszuüben wünschen, haben zunächst lediglich diese Aktien nebst doppeltem Zeichnungsschein vorzulegen, worauf alsdann der auf die Gesamtheit solcher kleineren Zeichnungen nach dem Verhältnis von einer neuen auf 9 alte Aktien entfallende Betrag neuer Aktien durch Verlosung verteilt wird. Zeichnungsscheine können an unserer Kasse wie auch bei unseren Koupons- einlosungsstellen in Empfang genommen werden. Lich, den 9. Juni 1905. Fürstlich Solmsische Rente:. Kreiling. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 10. Juni 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herb erg. Lieferungs-Verdingung. Die Lieferung von ca. 50 Zentnern Anthracitkohlen I und ca. 1950 Zentnern II, 1835 Zentnern I u. II gew. Nußkohlen, 600 Zentnern melierte Kohlen, 295 Zentnern Eierformbriketts (Zeche Alte Haase) 6 520 II Zentnern Hüttenkoks und 650 Zentnern Hüttengroßkoks, 50 Zentnern Preßsteine von der Grube Ludwigshoffnung, 16 Raummeter Buchen- Scheitholz und 83 Raummeter Tannen-Scheitholz soll auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 24. l. Mts., vormittags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserer Amtsstube stattfindet, verschlossen unter bet, Aufschrift „Angebote für Brennmaterialien" bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Die Lieferungsbedingungen sowie das Verzeichnis der beziehenden Institute rc. können auf unserer Schreibstube (Bismarckstraße' 22) eingesehen werden. Gießen, den 7. Juni 1905. ae/6 Großherzogliche akademische Administrations-Kommission. In Vertretung des Kanzlers: V ossius. Gießen, den 8. Juni 1905. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Neuling. Geschlechts-.IIIaut-,311als- Käsen- und Ohrenleiden Spezial-Arzt I)r. Holtz, Frankfurt a. M., Zeil 44a. neben der Hauptpost, [r>7/1 sichtnahme offen. Angebote sind bis zum 19. d. Mts., vormittags verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Gießen, den 10. Juni 1905. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Zur Massage und Krankenpflege empfiehlt sich 02767 L. n. Arau, Marktplatz 21,17 Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1905. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Neuling. _______ i Mmrt Rauschenberg. i Billa Bucheuau, am Fuße des \ ^chloßberges, finden Erholungsbedürftige "freundliche Aufnahme. Zimmer mit Pension 2,50 bis ü Mk., ohne Pension 1 Mk. täglich. Auch ist daselbst möblierte 3°Zimmerwohnung mit Küche für die Sommermonate per sofort zu verm. — Empfehlungen Gießen, LttjMji ton TWeMembeit. Die zur Nrndeckurrg eines Teiles des Daches auf dem Gerrchtsgebäude zu Gietzerr nötigen Schieferdecker-- Arbeiten nebst Materiallieferung werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, Dienstag, den 20. Juni 1905, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Die zur Umdeckung eines Teiles des Daches auf dem alten Schloß und dem Haftlokal zu Grünberg nötigen Schieferdecker - Arbeiten nebst Materiallieferung werden hierdurch in II Losen getrennt unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, Dienstag, den 20. Juni 1905, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Arbeitsvergebsmg. Der Anstrich des großen Gasbehälters auf dem Hofe des Gaswerks soll öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen sind während der Dienststunden auf unserer des Ob erb. Bienenzüchtervereins befindet sich einzig und allein bei 0= G* Käeänhenn Bahnhofstraße 59. Daselbst ist la garantiert reiner Bienenhonig stets vorrätig. Haaaepähne und 1G" (Eichen) MWer WunMchweis Sitütt. Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es find zu vermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern, 1 Wohnung von 6—7 Zimmern, Wohnung von 6 Zimmern- 2 Wohnungen von 5 Zimmern, Wohnung von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern, Wohnung von 2 Zimmern mit kleinem Laden, 1 Wohnung von Heugras-Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich. Tas Heugras von den Fürstlichen Wiesen re. wird versteigert: Montag den 19. Juni, vormittags präzis 8 Nhr, oon den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadt, zusammen 100 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke. Au demselben Tage, nachmittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, zusammen 10 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgarten an der Elsenbahnbrucke. Dienstag den 20. Juni, vormittags präzis 8 Nhr, Jon den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder-Bessingen, im Ganzen 125 Morgen. Zusammenkunft in Mühlsachsen. Mittwoch den 21. Juni, vormittags präzis 9 Nhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Bekanntmachung. In der Zeit vom 3. bis 10. Juni I. J§. wurden in Der Geschäftsstand der Gesellschaft am 31. Dezember 1904 ergibt sich aus dem nachstehenden Auszug aus dem Rechnungsabschluß für das Jahr 1904: Achncr unH Münchener Aener-Vkrfichemgs-EeseWnst Gegründet 1825. unübertroffen zum Kitten zerbrochener Gegenstände. Zu haben bei ss27/4 Fiinil Fischbach. Louis Wittich in Gießen ... . - .. ^udw WagnerlV.inAttendorßLda. Heinrich Walz m Lich Balth StephanIV.inGroßenbuseck Heinr. Esplch in Lollar Johs.LeunIX. in Großen-Linden rr "» Phil. Jöckel in Grünberg_________*------ - __ Offerten wollen bis Dienstag den 13. Funi, Nachmittags 2y2 Uhr, auf Großh^ Bürgermeisterei Watzenborn abgegeben werden, woselbst auch der Voranschlag eingesehen werden kann. Gießen, 7. Juni 1905. 3103 I. A.: Rohrer, Kreisstraßenmeister. Arbeitsvergebung. Die zur Vergrößerung des Regenerierraums im Gaswerk er* forderlichen Maurer-, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiteu sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden und liegen die Bedingungen, Arbeitsbeschreibungen und Zeichnung au iinserer technischen Amtsstube während der Dienststunden zur (Sin- wie Oberhemden mit losen u. festen Manschetten Garnituren (Serviteurs u. Manschetten zusammen passend) Serviteurs sowie 3046 Kravatten empfehlen in hervorragender Auswahl zu billigsten Preisen WootanM. o Bahnhofstrasse 54. l' um fühlte *8 b-dnueL >'■ Verdingung dorr Wasserleitmigs-ubeiten. Die bei Herstellung der gemeiuschaftttcheu Wasserverforg- uuasanlage für die Gemeinden Gökeu und Betzenrod, Kreis (Schotten, Oberhessen, vorkommenden Arbeiten und -leferungen Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteupraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten nud Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 2 Spengler, 1 Eisendreher, 1 Schmied, 1 Möbelschreiner, 2 Schlosser, 5 Lackierer (auswärts), 8 Schreiner, 1 Schuhmacher, 6 Schneider, Erdarbeiter, 2 Installateure, 1 Glaser, einige jüngere Fabrikarbeiter, 1 Verkäuferin, 5 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen oder Mädchen, 1 Kutscher. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Mechaniker, 1 Wagenlackierer, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Friseur, Bunte Oberhemden Maco- Hemden Hosen Jacken sowie M01 Hosenträger billigst bei Msng Seltersweg 60. üh fa6?Cmei"- '"’Munüso* '"nritfj xiy 8 Nentuto eiilt ’M «Uä ±sleS 9 Mädchen ent» «taen Schutt 1 «en heraus z°D brachten sie in§ N* !'en und den > bkgcht Mehgit, öun'. Er ist der ksl'rt q. M., Qllf- ;Im®g an allen zu dein A findenden fünfzig, p^cutoniQ1 sind zen Tagen statt, icr Heuchelhem und Unterste Groß-^ackn 38 aus Äadniici 6)rundkapital . . m • « ♦ • Prämien-Einnahme für 1904 Zinsen-Einnahme für 1904 ♦ * . Prämien-Ueberträge . . , . . Uebertrag zur Deckung außergewohiilicher Bedürfnisse ..... Kapital-Reservefonds . . Dividenden-Ergänzungsfonds . . . Spar-Rejervefonds ..... ffanser touxbe Wtigt. das der > aMsochtm hatte, n einem M ein k!i abhanden, hnbeiznrufen, m jrmd der Arger- bie Wirtschaft aus nft nmrbe, da die ‘tmibfyn ttblilkic intm Gartenzaun, rchsaö, fand man 3. an dem , hie »rM' UM fanden unb aMis. 2as Ak- rchöffengeriW >hl zuzutram i ic bestraft ist, M ■ UrlnndensätsW^ ; Berufung etl)ow. eimt lebenden > blossenen Iwa J llede stellte, tag Tqrn am rververle^' ungsverhandN Berufuns «P rc vorhanden •-,< ' ^taatsaM-'^ De bui6 »Ä kmb-r Ä D hin “Etf mit - • * w I in di- Ä|iHl* § tagte Tat tm Id ?Mdc i»* ei0 ‘ o W tra's/^ikoE t&rft Lj aff - .VW\ Machen Versicherungen in Kraft am Schluffe des __ Jahres 1904 . . . . . ♦ Mk. An Entschädigungen wurden von der Ge« sellschait im Jahre 1904 gezahlt . w Seit ihrem Bestehen wurden von der Gesellschaft für Schäden überhaupt bezahlt . „ Für gemeinnützige Zwecke verwendete die Gesellschaft seit lhrein Bestehen die Sumnie poit „ Die Gesellschaft betreibt außer der Feucr-Bcrstchcrnng auch die Versicherung gegen Wafserleiturrgsschäden, sowie die Versicherung gegen EmSrnch-DrebftahL. Der Abschluß einer Bersicherimg gegen Einbruch-Diebstahl: wird für die beginnende Reife-Laifon besonders empfohlen. । Darmstadt, den 1. Mai 1905. hv /c Die Generalagentur: Weis & Egenolf. 11,840,009,017 - 13,449,216.40 253,126,249.23 34,208,212.07 Zimmer, 2 unmöbl. und 1 möbl. Zimmer. Zu mieten gesucht: 70 Wohnungen von 1—8 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnm^g mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk.,' von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung entgeltlich. B8/6 f Titel I. Quellfassungsarbeiten, Los 1 ii, Hochbehälter (100 cbm), i Titel IH. Röhrengräben, = r .. Los 2 < iv. Rohrlieferungen und Verlegungsarbeuen sollen durch schriftliches Angebot vergeben werden. Pläne md B-dinqunqen sind bei der unterzeichne-n Behörde, lektere n ch bei der Grohh. Bürgermeistere, Götzen^ eimu- ch . Bedinqrmqen und Anqebotsvordrucke gegen ganz irere Ein- leyeu, miv nur von uns beziehbar. |e" "singe^ote sit.d unter Benutzung der Vordrucke oerlchlossen und mit entsprechender AusichrM persehen, aus der d.e^oÄ^er Eröffnung in Gegenwart der Bieter, ürveic Ju-,wahl ble b behalten. Zuschlagsf-ist 3 Wochen. B3/ Gießen, den 2. Juni 1905. , m . - 6 Großh. Kulturinspektron Großen. Wißmann. 1W Prima Cervelatwurst per Pfund 80 Pfennig 33 Nenenweg 33 [277b I»u vermieten 1480] Frankfurter Str. 241 wegzugshalber geräumige Wohnung: 8 Zimmer, Bad, Mädchenzimmer, Kammer, große Loggia, Neuzeit entsprechend einger., mit gr. Garten u. Hof sofort zu vermieten_______________________ Alteestratze 12 U. 8 Zimmer mit Zubehör mit oder ohne Stallung zu vermieten. 1617 Nähere- Süd-Anlage 19, H. | 7 Zimmer | In dem städtischen Hause Aster- tveg 9 ist der untere Stock, bestehend auS 7 Zimmern nebst Zubehör und südlichem Nebenhaus auf 1. Oktober, auf Wunsch auch früher, zu vermieten. Näh. bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 1b.__________ LidwWtz 10 Parterre-Wohnung, 7 Zimmer, per 1. Oktober zu vermieten. [8059 Bahnhofstraße S3. Die bisher von Herrn Zahnarzt Schwalm bewohnte erste Etage, bestehend aus 7 Zimmern mit allem Zubehör (Gas- u. Wassev- leitung, elektrisches Licht), ist per 1. 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