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Meld, unter 4149 an, ;ner Anzeiger erbeten^ Zweites Blatt 155. Jahrgang Nr. 185 Mittwoch 9. August 1905 Nsicheim LyU- mtl Ausnahme des Sonntag». Die ,Sietzrnrr AmnNiendlätter- werden dem -Hn^eiget viermal chentltch beigelegt. Der ptylPldji La»-wK1- ersthetnl monaMch einmal. Gießener Anzeiger fftotnttonSbrud and B erlog bet Srühtlch« UntocrfU&tSbruciereL 8L Eonge, Dietz«. Redaktion, Expedition a. Druckerei: Schulst».t, Del. ütL 5L Xelegr^eUnt.4 Au-eig« Dietz«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Ließen. Der französisch« Itottcnbesnch in England. Alls CoweS, 7, August, wird gemeldet: Am Abend waren gestern der französ. Admiral Caillard und die höheren französ. Offiziere zu einem von dem König Eduard an Bord der königlichen Jacht veranstalteten Diner geladen, an dem auch die königliche Familie und der franzöfische Botschafter teilnahmen. Der von König Eduard ausgebrachte Trinkspruch lautet wie folgt: „Ich hoffe, daß der Besuch in den englischen Gewässern die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern noch enger k n ü p s c n ivird. Ich bin überzeugt, daß der hauptsächlichste Gewinn aus der Aufrechterhaltung des Friedens beruhen wird. Es ist zu wünschen, daß die guten Beziehungen, die zwischen den beiden so eng benachbarten Völkern bestehen, fortdauern und sich v e r st ä r k e n werden. Ich trinke auf die Gesundheit des Präsidenten der Republik und wünsche zu gleicher Zeit der französischen Flotte eine g l ü cf liche Entwickln« g." In seiner Antwort auf die Ansprache des Königs sagte der franz. Botschafter, die Worte des Königs würden auf alle Franzosen tiefen Eindruck machen, aber keine Ueberraschung verursachen in Anbetracht der lang bekannten Gefühle des Königs gegen die französische Nation und des vorherrschenden Einflusses, den der König bei der Herbeiführung der englisch-frern- zösischen Annäherung ausgeübt habe und der niemals vergessen werden sollte. Der Botschafter widmete seinen Trinkspruch dem König und der königlichen Familie. Admiral Caillard dankte dem König im Namen der Flotte für seine Wünsche. Eine herzliche Aufnahme sei den Franzosen sicher gewesen. Dieselben warmen Bandle herzlicher Sympathie, wie sie der Zusammenkunft in Brest ihr Gepräge gaben, bezeichneten auch das Zu- sammentreftcn mit der Kanalflotte. Nichts werde jemals die liebgewordene Erinnerung an die Zusammenkünfte der englischen und ftanzösischen Flotte aus dem Gedächtnis «uslöschen. König Eduard überreichte nach Beendigung des Diners CaiNard die Halskette des Großkordons des heiligen Michael. Eine große Anzahl Neugieriger war mittelst Sonderzuges aus allen Teilen Englands erngetroffen, um die Illumination der französischen Schiffe zu besichtigen. Dieses farbenprächtige Schauspiel fand den Beifall der gesamten Zuschauer. . Jur königlichen Theater in Portsmouth wurde Bet Beginn der Vorstellung die französische und englische Nationalhymne gespielt, was Anlaß zu lebhaften Kundgebungen des Publikums gab. Aon der Ariedenskonferenz. Aus Newcastle wird vom 8. August gemeldet: Minister v. Witte ist mit dem Gesandten Pokotilow um V2I2 Uhr abends aus dem Bahnhofe in Portsmouth eingetrofsen, wo er von dem Sekretär des Staiatsgouverneurs begrüßt wurde. Er bestieg sofort ein Automobil, auf dessen Rücksitz zwei Geheimpolizisten Platz nahmen, und ftlhr nach dem Hotel Wentwortb, wo ihn die 500 Sommergäste des Hotels in eleganter Abendtoilette auf der Veranda erwarteten. Bei den heutigen Zeremonien hatten dieRussenüberall den Vortritt. Alle Umstände deuten darauf, hin, daß Witte vor der Weiterfahrt nach Portsmouth mit Petersburg sich telegraphisch verständigen wollte und deshalb in Boston verblieb, wo er mehrere Käbeltelegramme abschickte und empfing. Tas „N. W. T." erhält „von besonderer Seite" die (natürlich nur ganz mutmaßliche) Meinung, daß Rußland wahrscheinlich folgende Frie d en sb e d in g- un gen akzeptieren würde: Rückgabe, der Mandschurei an China, Uebergang der Pachtung der Liaotungs-Halbinsel mit Port Arthur an Japan, Abtretung von Sachalin an Japan, Anerkennung des Protektorats Japans über Korea, Ueber- gabe der ostchinesischen Eisenbahn unter gewissen. Modalitäten an die japanische Verwaltung. Weiter wird Rußland eine Kriegsentschädigung in Bar zugestehen, die aber keinesfalls den Charakter einer demütigenden Kriegsentschädigung haben dürfte, sondern sich als Gabe des Zaren für die' Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen sowie als Entschädigung für durch den Krieg entstandene Kosten charakterisieren müßte. "Auf das lebhafteste kommentiert man in Petersburg die "Absendung eines langen chiffrierten Telegramms des Zaren an Witte. In gut informierten Kreisen verlautet hierüber, der Zar fet von Linewitschüber- ;eugt worden, daß er unter allen Umständen auf seine Armee rechnen könne und habe infolgedessen andere Instruktionen nach Newyork gesandt. Es ist natürlich auf derartige Nachrichten kein Gewicht ;u legen. Das sind natürlich nur Veranstaltungen — recht ungeschickte freilich —, bestimmt, die Japaner einzuschüch- fern, um sie zu veranlassen, ihre Bedingungen auf das aiedrigste Maß herabzuschrauben. Seit der Flottenkatastrophe wünschte man in. Peters 'bürg den Frieden wenn irgend möglich Die Illusion, noch fliegen zu können, tauchte freilich immer wieder einmal auf, erklärlicherweise bei Personen, die nicht mit realen Tatsachen rechnen, sondern mit Phantastereien bis herab, zu I^raumeingebungen; aber die Wirklichkeit erwies sich schließlich doch immer wieder als stärker, und noch eindringlicher rls die ferne militärische Wirklichkeit waren die Proteste -es Finanzininisters; er bezeichnete die finanzielle Lage pes Reiches als „unentwirrbar" bei Fortsetzung des Krieges. In solchen Stimmungen fand der Vorschlag der Vereinigten Staaten Annahme und kam die Entsendung Wittes zustande. Aber Linewitsch hat gegen den Frieden nicht nur tn Schriftstücken protestiert, die deutlich bestimmt waren, 5er Welt Sand in die Augen zu streuen: auch seine Pri v a t - Briefe an den Zaren, die nicht für die Oeffentlichkeit find, blasen mächtig den Optimismus wieder an. Linewitsch tnd hohe Offiziere beschwören den Zaren, dem Heere die Möglichkeit zu geben, den alten Wafienruhm wiederherzu- ttellen: und so zeigt sich denn, wie cs heißt, tatsächlich beim Petersburger Hofe jetzt plötzlich wieder eine Stimmung der llnnachgiebigkeit. Man wiegt sich in der Illusion, nichts set verloren, und mit Festigkeit nach außen und men sei alles zu retten. Ueber die finanziellen Schnnerig- iten werde ein siegreiches lüußland am leichtesten Hinwegkommen. U. E b*rf man freilich auch solchen Gerüchten keinen Glauben beimessen. Zusammenkunft des Kaisers mit dem König von England. Die Begegnung des Kaisers mit dem König Eduard wird, wie der Homburger „Taunusbote" zu berichten weiß, wenn dieselbe während der Reise des Königs nach Marienbad stattfindet, in Frankfurt o. M. im „Hotel Imperial" vor sich gehen. Sollte das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen bis zur eventuellen Begegnung nach Schloß Friedrichshof zurückgekehrt sein, so würde auch Schloß Friedrich sh o f für die Begegnung in Betracht kommen. (Es handelt sich hier mich nur um Kombinationen.) Kolonialpost. Antwerpen, 8. Aug. Den letzten Nachrichten aus dem Kongogebiet zufolge bestätigt es sich, daß die Erhebung der Bakubastämme im Tataigebiet niedergeschlagen ist. Dagegen wurde ein Kommando des Obersten Gerard von einem Trupp Aufständischer überfallen. Die Aufständischen wurden in die Flucht geschlagen. — Nach Aussagen von Passagieren des auS dem Kongogebiet eingetroffenen Dampfers Aversville haben die deutschen Truppen des Sanghagebiets tatsächlich den französischen Posten in Missummissum angegriffen. Auch im deutschen Kam erungebiet soll den Berichten derselben Passagiere zufolge ein Aufstand der berüchtigten Menschenfresser ausgebrochen sein. Dieselben hätten zwei Weiße getötet. Aus Senegal wird berichtet, daß im Juli Truppen nach Mauritanien abgegangen seien, um die Aufständischen für den Ueberfall eines dortigen Postens zu bestrafen., Heer und Alottc. — Der Korrespondent des „Daily Chronicle" meldet aus Washington, daß vom Kriegsdepartement ein Befehl erlassen worden sei, demzufolge alle Kriegsschiffe, um Verzögerungen im Falle eines Zwischenfalles vorzubeugen, mit der doppelten Anzahl von Geschützen zu versehen seien und daß solche Ersatzgeschütze auf allen Marinestationen in Bereitschaft zu halten seien. Aus Ztudi rmö AailS. Gießen, 9. August. i'imen. Unter» Körnerschen Geschäft en ch Gießen in die chemis ** Der Ausschuß der Gießener Studentenschaft hat beschloffen, daß künftig nicht mehr der jeweilige Rektor, sondern ein vom Gesamtausschuß gewählter Kommilitone den Vorsitz im Ausschuß führen und als solcher die Studentenschaft vertreten soll. Der Beschluß bedarf noch der Genehmigung des Senats und in letzter Instanz des Ministeriums. *♦ Das Gesetz üb er das Beer digun gswesen wird jetzt im „Großh. Hess. Regierungsblatt" Nr. 22 vom 5. August veröffentlicht. Danach, liegt es den bürgerlichen Gemeinden ob: 1. dafür Sorge zu tragen, daß Friedhöfe, welche der allgemeinen Benutzung unterliegen, vorhanden sind; 2. soweit dies von der zuständigen Gesundheitsbehörde für erforderlich erachtet wird, für das Vorhandensein von Leichenhäusern oder Leichenhallen zu sorgen; 3. die nach den örtlichen Verhältnissen für die Verbringung und die Beerdigung der Leichen erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Die Dekrete vom 23. Prairial des Jahres XII der französischen Republik (12. Juni 1804) und vom 18. Mai sind aufgehoben (wodurch das Beerdigungswesen jetzt an die bürgerlichen Gemeinden übergeht). Für jede Gemeinde ist durch Ortsstatnt eine Begräbnis- und Friedhofsordnung zu erlassen, welche die religiösen 'Anschauungen der Konfessionsgemeinden und religiösen Verbände zu berücksichtigen hat und vom Ministerium des Innern zu genehmigen ist. Die vorhandenen Begräbnis- und Friedhofs- ordnungeu bleiben in Kraft, soweit sie mit diesem Gesetz als Sacl daß die stung von vorerwäl Aerzte a' benützte ;ie war an Ein Rest v.t Creme wurde nicht in Widerspruch stehen. ** Massenvergiftungen im Sta blvad König (Odenwaldl In dem reizenden Städtchen König herrscht, so berichtet man uns, zur Zeit unter den Einwohnern und den zahlreichen Kurgästen gleiche Mftegung über die Massenvergiftung, die sich am Sonntag dort ereignet hat. In allen Wirtschaften und auf der Straße spricht man nur von diesem Vorkommnis, das erfreulicherweise nach relativ günstig abgelaufen ist. In König betreibt die etwa 55 jährige Witwe Körner in der Straße „An der alten Bach" ein Kvlonialwarengeschäft, und wenn der Sommer ins Land zieht und mit ihm die Kurgäste nach König, so nimmt F-rau Körner immer eine Anzahl Pensionäre ins Haus. So geschah es auch in diesem Jahre. Jeden Sonntag gibsis als besonderen Schmaus für die Gäste einen Pudding oder etwas ähnliches. Am letzten Sonntag hatte F-rau Körner kalte Vanillecreme bereitet, die allen vortrefflich mundete. An dem Essen nahmen teil Frau Körner selbst, ihre beiden Söhne, die drei Töchter, ferner sechs Mädchen im Mter von 20 bis 25 Jahren aus Frankfurt a. M., ein Mädchen aus Darmstadt, eins aus Reichelsheim i. O., sowie drei Herren aus F-rankfurt. Die Letztgenannten sind sämtlich Kurgäste und einige davon auf Kosten der F-ranksiirter Ortskrankenkasse in König. Nicht weit von der Familie Körner wohnt der Förster Schafe r Seiner seit längerer Zeit erkrankten Frau brachte man einen Versuch von der Vanillecreme. Sie aß selbst davon und ließ auch ihre drei Buder davon etwas essen. Schließlich bekam noch bas vicriahrige Kind des Bäckermeisters Roß, der mit der Familie Körner verwandt ist, von der Süßspeise. LLcnds etwa um 6 Uhr stellte sich bei den Personen, die von der Speise gegeben hatten, Schwindel, Erbrechen, Durchfall und heftige Leibschmerzen ein Man rief den Arzt Dr M. B 0 r m u t, der bald noch seinen Kollegen Dr. Zimper zuzog, denn bis nm Mitternacht glich das Köruersche Haus einem Lazarett. Selbstverständlich erkannten die Aerzte sofort die Vergiftung und wendeten Gegenmittel an, die den Erfolg hatten, daß gestern, Dienstag, alle erkrankten Personen, es waren im ganzen 21, außer Lebensgefahr waren. Bemerkt sei, daß der älteste Sohn der Witwe Korner, der m Darmstadt bei den 115 em als Lehrer-Einjähriger dient, von dem Creme nichts genossen hatte, er blieb auch gesund. Auf telegraphisches Ersuchen weil'e gestern Dr Collatz von Darmft-dt in flmg, ber fe;nfr eit p-h bei der ' nenvera itungsaffare in Darmstadt - - - ■•iibiarr vc ;en wurde. Dr. Collatz stellte fest, lle herrührte, was auch die beiden 'nommcn batten. Die zu Creme suchungsanstalt der Universität zur Prüfung gesandt. Auch der Kreisarzt Walger aus Erbach weilte gestern wegen der Angelegenheit in König. Zu bemerken ist noch, daß das Kind des BackerS Roß am schwersten erkrankt war. Zur Zeit klagen die Pa- tienten noch über Herzschwäche, die man durch Kampferimektionen zu beheben sucht. Heute nachmittag waren der Oberstaatsanwalt von Hessert und der Obermedizinalrat Dr. Hauser von der medizinischen Abteilung des Ministeriums in König, itrn die Ver> giftüngssälle zu untersuchen. zT, ., ** Ein neues Automobil für den Großherzogj wird gegenwärtig, wie man uns berichtet, bei Opel in Rüsselsheim gebaut. Er besuchte gestern deswegen die Opelsche Fabrik Soeben erhalten wir folgenden Drahtbericht: König i. O., 9. Aug. In der vergangenen Nacht ist dis Witwe B ü t tn e r an der erlittenen Vergiftung durch den. Genuß von einem Pudding gestorben. (—) Heuchelheim, 8. Aug. Eine Abwechslung in. die jetzige arbeitsvolte Zeit brachte eine durchziehende Seiltänzer gru p pe. Die Vorstellung Mar von den Heuchel- Heimern gut besucht. Zum Schlüsse gab es sogar ein Lustspiel: „Der angeführte Liebhaber". Mainz, 8. Aug. Aus Furcht vor Strafe ist der 14jährige Barbierlehrling Heinrich Steinhof in den Tod gegangen. Der Junge hatte das neue Fahrrad eines! Kaufmanns gestohlen und es für 35 Mk. verkauft. Gestern wurde er von der Polizei als Täter ermittelt und verhaftet. Nachdem er ein Geständnis abgelegt, wurde er wieder entlassen. Heute vormittag! erhängte er,sich in der Küche seiner Eltern. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Beim Ballspielen am Main fiel der neunjährige Cohn des Buchdruckers Martin Heister in Frankfurt, als er rückwärts nach dem Ufer zu ging, in den Fluß und er- trank. Ter Knabe war cmi Samstag aus der Ferienkolonie zurückaekehrt. — In Erzhausen sind in der vorigen Woche über 250 Kinder an den Masern erkrankt. Die Schulen sind geschlossen. — Um dem Ueberhandnehmen der Feldmäuse entgegenzutreten, beschloffen die Stadtverordneten in Bensheim, für jeoe obgetieferte Maus 2 Pfg. zu zahlen. — In der Taunus- straße in Frankfurt a. M. siel eine 80jährige Frau namens Marie Müller, die eine Monatsstelle suchte, in einem Hause die Treppe herunter und blieb bewußtlos liegen. Sie hatte eine schwere Wunde am Kopfe und wurde nach ihrer Wohnung gebracht. Vertuschtes, * Ostrowo, 8. August. In der Angelegenheit des russischen Grenzsoldaten, der auf preußischem Gebiete ein achtjähriges Mädchen erschoß, fand wieder ein Lokaltermin statt, an dem der Landrat Frhr. v. Hodenberg teilnahm. Der verhaftete Grenzsoldat wurde vorgeführt und mußte der Sezierung der Leiche beiwohnen. Die russische Regierung hat dem Vater des erschossenen Kindes 600 Rubel als Entschädigung angeboten, doch hat' dieser das Angebot nicht angenommen. * Ein heroischer Lokomotivführern AuA Newyork wird berichtet: Ein heroischer Lokomotivführer,^ der seinen Posten nicht verließ und dabei sein eigenes. Leben opferte, rettete den Expreßzug von Atlantic City, der sonst in die Newyork Bay gestürzt wäre. Die Arbeiter, die einen neuen Sigualdienst einrichteten, hatten die Weichen offen gelassen. Der Heizer des heranbrausenden Zuges, der dies bemerkte, sprang ab und entkam unversehrt. Der Lokomotivführer aber zog sofort die Notbremse und mit der Hand am Hebel stürzte er mit der Lokomotive und dem Tender in die Bucht. Der Zug war aber soweit zum Halten gebracht, daß nur noch der nächste Wagen, in dem sich ein Pferd befand, über dem Wasier hing: Die Reisenden blieben alle unverletzt. Julius Stinde f. Ganz plötzlich ist am Sonntag zu Olsberg in Westfalen^ im Hanse eines Freundes, des Landrats Federath, bei dem er zur Erholung weilte, Julius Stinde gestorben. Die zahlreichen Freunde, die sich dieser geistige Vater der ,-,WilhelmiuIe! Buchholz" erworben hat, werden diese Trauerkiinde mit . Bedauern entgegennehmen. Mit seinen Buchholz-Büchern, diesen gemütlickren und von echtem Berliner Humor durchwehten' Schilderungen aus dem Leben des Berliner Bürgertums, hatte Stinde einen glücklichen Griff getan. Mit ihnen begründete er seinen schriftstellerischen Ruhm und — ein gutes Einkommen. Ms die drei ersten Bände dieses Cyklus, „Buchhvlzens m Italien" der „Familie Buchholz" erster und zweiter Teil in der ersten Hälfte der achtziger Jahre erschienen, war Stinde mit einem Schlage einer der gelesensten deutschen Schriftsteller; Buchhvlzens waren jahrelang an der Tagesordnung und an der Buchhändlerbörse der gefragteste Artikel. Die behagliche Gemüllichkeit, vermischt mit einem Schuß des schnodderigen Berliner Humors, aber auch mit echtem, menschlichem Emvsinden, kam hier zur 'Mrkung. Daß Stinde, der geborene Holsteiner, den in der Schriftsprache schwer zu behandelnden Berliner Dialekt nicht bis zur Vollkommenheit beherrschte, ist ein Fehler, den er mit vielen Kollegen teilt. Leider ließ sich der Dichter verleiten, die Buchholz-Serie^ tn schier unabsehbarer Reihe fortzusetzen. Es folgten der dritte Teil der „Familie Buchholz", „Buchholzens im Orient" und so fort bis zum Ausstellungsjahre 1896. Unter dieser Massenproduktion litt die Qualität; die letzten Bände reichen an literarischem Wert nickt entfernt an die drei ersten heran. Die Buchholz-Bände machten die Oeffentlichkeit erst auf Stinde allgemein ausinerlsam: man forschte nach ihrem Erscheinen der Vorgeschichte dieses neu aufgetauchten niederdeutschen Humoristen nach und da ergab es sich, daß der Mann ursprünglich e’tn sehr trockenes Gebiet bearbeitet hatte: Stinde war von Haufe ans Chemiker, hatte als solcher in Hamburger Fabriken gewirkt, dann ein Fachblatt herausgegeben und nattirwissenschaftliche Feuilletons und Bücher geschrieben: „Blicke durch das Mikroskopß- „Natnrwisseuschaftliche Plaudereien" „Opfer der Wissenschawß „Aus der Werkstatt der Natur". Daneben entstand eine Reihe plattd nsicher Komödien, die in Hamburg mit großem Ersvlge aufgeführt wurden. Stimmungsvoll sind die ,LJaldnovelfen",- voll starker Satire das „Tekamerone der Verkannten". Unter feinen letzten Werken ragen „Pieucheus Brausiahrsi^ und der „Liedermacher" hervor, ein im modernen Berlin spielender Roman. Stinde hat ein Qdter von nahezu 64 Jahren erreicht; er wurde geboren am 28. August 1841 zu Kirch-Nüchel in Hol- stein. Die Bestattung wird am Freitag in Lensahn statsiinden. Kurrst und Wisieuschäft. — Maxim Gorki, der mit seiner Frau nach Lugano gekommen war, um dort eine Villa zu mieten, wohnte dort bei der russischen Revolutionärin Balabanow und lebte sehr zurückgezogen. Inzwischen ist er, da er ein passendes Haus nicht finden konnte, nach Zürich abgereist, während seine Frau in Lugano blieb. Ein „Simplizisfimu8"-Prozeß. Köln, 8. Aua. Die den Pastorenkampf gegen den „Simplizissimus^ ironisierende Nummer dieses Blattes enthält eine Zeichnung von Franz Rczniccck, die einen nur mit einem Hemde beriet beten Manne darsrcllt. Er ist im Begriffe, a»is einem Bette zu schlupfen, wo eine in gleicher Weife gekleidete weibliche Person liegt, die ängstlich nach einem eben das Zimmer betretenden Manne hm- schaut. Das Bild trägt die Unterschrift: „Um Golleswillrn, mein MannTun Sie, als ob Sie mich nicht kennen!" Das Blatt hat der vrotestantische Pfarrer W e n d l a n d in einer hiesigen Buchhandlung gesehen. Er kaufte ein Exemplar und denunzierte den Buchhändler bei der Staatsanwaltschaft wegen Vertriebs unzüchtiger Schriften. Zunächst wurde versucht, den „-Limpli- zissimus" au feinem Erscheinungsorte Stuttgart zu belangen. Tie Stuttgarter Staatsanwaltschaft meinte jedoch, eine Anklage fei zwecklos, weil bei den dortigen Gcricbt^vcrhältnissen keine Hoffnung auf Verurteilung de Delingnenteii bestehe. Die Kölner Behörde aber verklagte deii Buchhändler gemäß § 184 Absah 4 des ^trcn- gesehbuches. 9(b: einziger Zeuge war in der Strafkammer-Verhandlung der Pastor Wendland erschienen, der bet seiner Vernehmung zunächst seiner Entrüstung im besonderen Ausdruck ver- lieh und 11. n. behauptete: Der „Simplizissimus" sei em Blatt, von dem sich jeder Mcnich mit Entrüstung abwenden 'nusse.^ -ter Staatsanwalt meinte, die Tat des Angeklagten fei 150 Mk. Ltrafc wert. Der Verteidiger vertrat die Aufsasiung, daß im vorliegenden Falle weder in objektiver Hinsicht eine unzüchtige Schrift vorliege, noch subjektiv dem Angeklagten das Bewußtsein innegewohnt habe, eine derartige Schrift seilznhalten, da es sich um ein Kunstwerk handele, das unangefochten in tausenden von Exemplaren verbreitet werde und bei Abertausenden keinen Anstoß erregt habe. Ter Angeklagte wurde f r e i g e s p r o ch e n, weil das subjektive Moment nicht ngchgewiesen sei. 3^-^ Herichlslaat, Glogau, 8. Ang. Wie die „Niederschl. Ztg." meldet, hat Gras Pückler gegen die Ablehnung seines Hastentlaffnngs- antrageS durch das Gericht eine B e s ch w c r d e eingereicht, welche aber gleichfalls v e r w o r s e n wurde. Arbeiterbewegung. B o ch u m, 8. Aug. Die Sechserkommijsion der B a u a r b e i t e r hatte für heule eine Sitzung zur Besprechung der allgemeinen Lage, entgegen dem Dementi des Arbeitgeberbundes wurde fest- gestellt, daß im Bochumer Bezirk bisher 7 Baufirmen, welche ca. 180 Arbeiter beschäftigen, den Tarif anerkannt haben. Bei einer Baufirma sind 120 Bauarbeiter in Kündigung und auf zwei Bausteben sind ca. 80 Arbeiter in Ausstand getreten. Gera, 8. Aug. Gestern abend tagten hier zwei vom Textil- Ärbeiterver bände einberufene Versammlungen. Die Stimmung war g e d r ü ck t. Die sozialistischen Redner hielten sich in großer Reserve und teilten mit, daß in Meerane und Glauchau da? E i u i g u u g S a m t angerufen werden solle. Es ist Hoffnung vorhanden, daß eine Einigung zustande kommt, zumal auch der Vertreter des sozialistischen Tertil-Arbeiterverbandes sich b c - reit erklärt hat, aus die T e i l u a h m e a n d e n V e r Handlungen der Arbeiter mit d e n A r b e i t g e b e r n zu verzichten. Dadurch hat die S i t u a t i o u a n S ch ä r f e bedeutend verloren und der Hauptgrund kür die Aussperrung kommt in Wegsall. Einige Färber sind in hiesigen Färbereien bereits wieder eingestellt worden. — Die Regierung von Neuß j. L. hat sich int Prinzip bereit erklärt, eine Einigung zwischen den Arbeit- geberu und Arbeitern zu v e r s u ch e n. * Heine Tageschronik. Am 8. b. M. überstürzte sich bei der Fahrt über den Wolfratshausener Berg tn Oberbavern ein Automobil, das von seinem Besitzer, dem Geh. Med. Rat Professor D r. B u m m - Berlin gelenkt wurde. Geheimrat Dumm erlitt anscheinend schwere Verletzungen. Sein Reffe sowie der Chauffeur Wieben unverletzt. — Auf der Landstraße bei T r o v p a u wurden zwei S o l bat en vom Blitze getötet, ein dritter schwer verletzt. — In Weimar wurde Frau Oberleutnant .Horrocks im Schlafzimmer ihrer Villa tot aufgefimd'ii Es liegt Leuchtgas-Vergiftung vor Zweifelhaft ist, ob Selbstmord oder llnglücksfall anzu- uehmen ist. Die Fran lebte von ihrem Manne getrennt. — In Koblenz verhaftete die Polizei einen Menschen von 18 Jahren wegen Leichenfledderei. Sie glaubt, in dem jungen Menschen den schon lange gesuchten B i e bri cher R a u b m ö rd e r gesuuden zu haben. - Der verstorbene Direktor der Mannheimer Motorwagensabrik von Benz, Ganz, vermachte dem hiesigen Dr. Julian Mmckusc 20 000 Mark als Fonds zur Bekämpfung der Tuberkulose. — Wie die nähere Untersuchung ergab, nnirbe bei dem Zusammenstöße der Baucrnbur- sch en mit Militär in Eger in Ungarn nur ein Bursche erschossen: auch die Zahl der Verwundeten ist geringer, als zuerst angegeben wurde. — Um Mitternacht wurde in R e n pest gegen die Schiffswerft Danubius und gegen die Lederfabrik von Mautner, wahrscheinlich von entlassenen Arbeitern, atoct Dh- namitbomben geworfen, die geringen Materialschaden anrichteten — In der Apotheke zu Brod fand eme Cr Dio Hou httt Der Apotheker wurde getötet und das -aboratormm vollständig zertrümmert. — In Rewhork kam es in dem chinesischen Theater zwischen zwei Gesellschaften zu emem Streit, in dessen Verlauf zu Revolvern gegriffen wurde^ Drei Chinesen wurden getötet und 20 verletzt, lieber 30 Verhaftungen wurden vorgenommen. In dem Chinesenviertel herrscht giW.c Aufregung. Kande' und Bcrkesir. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 8. August 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2 Prozent. ,, , Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit . . . ♦ 211.40 Deutsche Bank . . . 243.50 Darmstädter Bank . . 140.10 Bochumer Guß . . . 249.00 Harpener Bergbau . . 220.50 Tendenz: fest. 211.60 243.00 146.37 249.25 221.25 Erz-Kuxe. Fernie. Angebot 3900, Nachfrage —. Ausbeuten und Zu- büßen 1903: 225; 1904: 300. Märkte. th. Gießen, 8. Aug. Unsere V i e h m ä r k t e für das kommende Jahr sind folgendermaßen festgesetzt: Ianiiar: 9. und 10., 23. und 24., Februar: 6. imb 7., 20. und 21., März: 13. und 14., 27. und 28., am 28. März auch Frühjahrs-Pferdemarkt, April: 24. und 25., Mai: 8. und 9., 22. und 23., Juni: 19. und 20., Juli: 3. und 4„ 17. und 18., 31., August: 1., 14. und 15., 28. und 29., September: 10. und 11., am 11. September gleichzeitig Herbst- Pferdemarkt, 25. und 26., Oktober 9. und 10., 23. und 24., November: 13. und 14., 27. und 28., Dezember: 11. und 12. Am ersten Markttage werden Milchkühe, Fettvieh und Kälber gehandelt, der darauf folgende Mackttag ist zum Handel mit Fahrochsen und Schweinen bestimmt. Vom Monat März an findet an jedem zweiten Markttage auch ein Krämer markt statt. H Kirchhain, 8. Aug. Auf dem heutigen V i e b m a r k t belief sich der 9(uflricb an Rindvieh auf etwa 400 Stück. Der Handel war bei steigenden Preisen recht flott. Auf dem Schweiue- markt betrug die Zufuhr etwa 800 Stück. Es kosteten 4 bis 4 Wochen alte Ferkel 30 bis 40 Mk., ältere 60 bis 80 Mk. und Schlaehtsauen 100 bis 130 Mk. per Paar je nach Größe und Qualität. , fc. Frankfurt a. M., 8. Aug. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu, Mk. 3.00 bis Mk. 3.70, Stroh Mk. 2.00 bis Mk. 2 30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. fr. Frankfurt a. M., 9. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."s. Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Z»nn Verkaiise standen: 000 Ochsen, 000 aus Oestreich, 0 Bullen, 0 aus Oestreich, 000 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 119 Kälber, 000 Schafe und Hammel, 958 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Cchaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 75—80 Mk., 2. Qual 68—70 Mk., 3. Qual. 64—66Mk.; Biillen l.Qiral. 63 bis 65 Mk.. 2. Qual. 60—63 Mk.; Kühe 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 50—52 Mk, 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 83—87Pfg., Lebendgewicht 45—48 Pf., 2. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 44—47 Pfg., 3. Qual 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—63 Pfg., Schafe: 1. Qual. 72—74, 2. Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 73—00 Pfg., Lebendgew. 74.50 Pfg., 2. Qual. 73 Pfg., Lebendgewicht 57.00—00" Pfg., 3. Qual. 66—68 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, 10. August 1905: Zeitweise wolkig, zunächst wärmer, später Abkühlung. Vielfach Gewitter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kriginal-pralitmesdungen. Berlin, 9. Aug. In 26 Volksversammlung, die von den Sozialdemokraten einberufen worden waren, wurde die Fleischnot besprochen und überall eine gleichlautende Protestresolution angenommen, in der unbeschränkte Einfuhr fremden Schachtviehs gefordert wird. Spremberg, 9. Aug. Der vom Dienst suspendierte Stationsbeamte litt keineswegs an Dienst- überbürdung. Er war bei Eintritt des Unglücks kaum zwei Stunden im Dienst. Stullguß war vier Jahre au seinem Posten. Spremberg, 9. Aug. Die Aufregung auf dem Bahnhofe ist noch im Steigen begriffen. AuS allen Ortest treffen Depeschen ein mit der Anfrage, ob dieser oder jener unter den Opfern der Katastrophe sich besinde. Die getöteten Eisenbahner sind durchweg verheiratet und Familienväter. Ucber die Schuldfrage' wird amtlicherseits Still- chweigen beobachtet. Die Ursache scheint ein Miß. Verständnis in der telegraphischen Korrespondenz zwischen den Stationen Schleife und Spremberg gewesen zu sein. Soweit der äußere Eindruck geht, scheint man in den Kreisen der Vorgesetzten der Meinung bcizupstichten, daß eine gjobe Fahrlässigkeit das Unglück verschuldet hat. Mit Fackel- licht wurde die ganze Nacht hindurch gearbeitet. Die neunjährige Tochter des Vuffetiers am Görlitzer WilhelmStheater wurde mährend der Katastrophe durch daS offene Fenster eines Abteils 3. Klaffe aufs Feld geschleudert und blieb unverletzt. Bochum, 9. Aug. In der Vorstandssitzung des Knapp- schaftSvereinS wurde mitgeteilt, daß der letzte Bergarbeiterstreik einen Verlust an Beiträgen im Betrage von 1 7 00 000 Mk. brachte. Nakel, 9. Aug. In dem Dorfe Marzenin erkrankte eine sechSköpsige Arbeiterfamilie an Pilzvergiftung. Vor dem Eintreffen der ärztlichen Hilfe starben fünf Personen. London, 9. August. Ein Korrespondent des „Daily Telegraph", welcher mit Witte nach Portsmouth reifte, übermittelt seinem Blatte eine längere Darlegung der russischen Ansichten über die Friedensfrage. Er führt aus, Rußland lehne entschieden die Zahlung einer Kriegsentschädigung ab, ebenso die Abtretung irgend welchen russischen Gebietes einschließlich Sachalins. Eow eS, 8. Aug. (Reuter.) Tie beiden Flotten machten zahlreiche gegenseitige Besuche. Am Nachmittag sand ein Gartenfest statt. Am Abend luden die englischen Matrosen die französischen Schiffe zum Diner. Die französischen Admiräle und Kapitäne dinierten auf der Admiralitätsjacht. Auf dem „Jauröguiberry" fand am Abend großer Ball statt. Portsmouth (New Hampshire), 8. Aug. Der r u s s i - s ch e Friedensdelegierte v. Rosen und die javanischen Telegierten trafen heute hier ein. Sie fuhren nach dem Marinearsenal, wo sie vom K'ontreadmiral Mead nebst dessen Stab begrüßt wurden. Den Bevollmächtigten wurden Zimmer im Marinevorratsgebäude zugewiesen. Mead erteilte die strengsten Weisungen zur Sicherung vollständiger Geheimhaltung der Beratungen der Bevollmächtigten. Ten Delegierten wurde ein Frühstück gegeben, bei dem die amerikanischen Offiziere mit ihren Gattinnen zugegen waren. — Minister Witte erklärte in einem Interview, er sei mehr als je von dem Wunsche beseelt, alles in seiner Macht liegende zu tun. um den Friedensschluß herbeizuführen. Llbcr alles werde davon abhängen, was die Javaner erwarteten zu erlangen. Er werde indessen nichts unversucht lassen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Im Falle des Fehlschlagens werde die Welt das Urteil darüber fällen, wen die Verantwortung treffe. Telephonischer Kursbericht. Frnnl 3Ve°/o Reiohfmnleiho . « 101.25 8n/o do. ... 90.30 3’/,°/o Konsole .... 101.25 flo/o do 90.30 8Ve% Hessen .... 100.60 3* */,% Oberhessen . . . 99.50 4 % Oosterr. Goldrente . . 101.75 4’/b% Oosterr. Silborronlo . 101.30 4% Unpar. Goldrente, . . 97.80 4°/o Italien. Bente . . . 106.45 4% Portugieser I , . . 68.00 3°/ Portugiesen. III . . 68.05 1% Unif. Türken . . . 89.30 Türkenloso ..... 134.40 4% Orieoh. Monopol.-Anl. 55.50 4*/,% äussere Argentiner . 97.— Tendenz: E Jurt a. H., 9. August 1905. 3°/0 Mexikaner .... 68.70 4,/gn/n Chinesen . . . . 96.60 Electric. Sohnckert . . . 138 10 Nordd. Lloyd . . . . 133.40 Kreditaktien . . . . . 211 20 Diskonto-Kommandit. . . 194.20 DarmstRdter Bank . . . 146.30 Dresdener Bank . . . . 161 60 Berliner TTandelsgei . . 171 40 Oosterr. Staatsbahn . . . 1-14 60 Lombarden 18.70 Gotthardbahn .... —.— Lanrah litte 262.50 Bochum 251.00 Harpener 221 90 Stsatschatzscbcine . . . 100.75 anken fester. ser Möbel-Ausverkauf = Wegen Neubau ■== D“/< zu bedeutend herabgesetzten Preisen einfache lackierte und polierte Möbel, komplette Betten, Salon-, Speise-, Wohn-, Herren- und Schlafzimmer-Einrichtungen, Teppiche, Läuferstofie, Gardinen, Linoleum etc. etc. Günstigste Gelegenheit für Brautleute! 47 Asterweg 47. Geschäftsgründung 1868. Die Aufbewahrung tier Ribbel erfolgt kostenlos in separaten Magazinen. Lieferung franko jeder Bahnstation. Verdingung. Die zur Ausführung für die Fkldbercinignng in ber Gemarkung Hungen vorgesehenen Drainagen erforderlichen Arbeiten sollen im Wege ichrisUichcn Angebots vergeben werden und zwar: I. Anfahren der Rvliren . . . veranschlagt zu 1222.50 Mk IT. Graben- und RobrverlegungSarbeitcn „ „ 18900.— „ TU. Maurerarbeiten .. 261,20 „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Grofch. Bürgermeisterei Hungen zur Einsicht offen. Angebote liabtn in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen imb sind verschlossen, postfre, «Md mit entsprechender Aufschrift perfekten bis spätestens Montag, den 14. d. Mts., vormittags 9 Uhr, bei Grosch. Bürgermeisterei Hungen einzureichen, wo- selbst um die angegebene Zeit deren Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter sioktfindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, am 2. August 1905. Groß!). Kulturinspekttorr Gießen« B1/« Wißmann. Verdingung von Draiungearsieilen. Die zur Ausführung für die Feldbereinigung in Gemarkung Rod beim bei Hungen vorgcfebcueu Drainagen erforderlichen Arbeiten sollen im Wege schriftlichen Angebotes vergeben werden und zwar: Graben- und Rohrverlegungsarbeiten, veranschl. 9000 Mk. Maurerarbeiten , 205,60 Mk. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Rod he im zur Einsicht offen. Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen und sind verfchl., postfrei und mit entfpr. Aufschrift versehen bis spätestens Mittwoch, bett 16. dS. Mts., vorm. 10 Nhr bei Großh. Bürgermeisterei Nodbeim ein- uueicbcn. Eröffnung der Angebote in Gegenwart eliva erschienener Bieter. — Zuschlagsirist 3 Wochen. Gießen, den 5. Altgust 1905. B’/» Großh. Kulturin spektion Gießen. Wißrnann. CoHomobikti UW m. koncessm 1 Sick. Zimmermann 5—9 P. S. 1 Lanz 6-10 P. 8. 1 „ Kulm 12-18 P.8. 1 Stahlschmidt 12 15 P. 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