Nr. 108 Zweites Blatt. 155. Jahrgang SrsHevrt kßk- mtt vu-na-m» deS vmmtLg». Die ^Sietzev« goamenblätter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hrlfilche taibwtrt* erscheint monaUtch einmal. Giehener Anzeige Dienstag 9. Mai 1905 viotattonSdrucr unb Verlag der Brüh lisch« UniverfttätSdruckerei. R. Lang«, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr. Tel, Nr, 6L Telegr»-Adr. s Anzeiger Dteß«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sieben. * tpie veutlge Kummer umfaßt 10 Setten. Wom Antlitz unserer Käufer. Angeregt durch einen früheren Artikel von un§, geht rmS heute folgende Zuschrift zu: „In Nr. 98 bringt der „Gieß. Anz." unter der obigen Nederschrift einen recht bemerf£,n§toerten Artikel, der offenbar ein weiteres Interesse verdient. Das Bestreben nach dein ästhetisch Schönen und die Anwendung der Aesthetik in der Baukunst hat leider in den letzten Jahren eine außerordentliche Vernachlässigung seitens unserer Architekten gefunden. Der Reg. Präsident. zu Minden verurteilt die angeklebten Zierate in Zement und Gips, und der Verfasser des Artikels teilt mit dem Reg. Präsidenten die Ansicht, daß unsere Häuser verputzt werden müssen. Dies ist m. E. richtig, wenn der Bau von Anfang an ein Putzbau war. Ein solcher muß erfahrungsgemäß von Zeit zu Zeit immer wieder verputzt werden, sonst macht er bald einen unästhetischen Eindruck und sein Aeußeres beeinflußt dann den Charakter der Bewohner und namentlich der Kinder, wie es der Verfasser in dem nahe gelegenen Heuchelheim empfindet. Dieses Erfordernis, das Haus zu verputzen, das sich nach einer Reihe von Jahren immer wieder einstellt, wenn der Ban einen guten Eindruck machen soll, ist aber kostspielig und unterbleibt bann oft, weil es an dem „Nötigen" mangelt oder wird auf eine spätere Zeit verschoben in der Annahme, daß es aus dem angeführten Grunde für jetzt noch „lange gut" sei. Wenn man dieser Tatsache schon häufig genug in den Städten begegnet, so ist es ja kein Wunder, wenn das Unterlassen des Verputzens des unästhetisch wirkenden Hauses auf dem Lande sich noch weit mehr bemerkbar macht, frrnnat hier stets mehr Mangel an Geld empfunden wird und das ästhetische Gefühl auch nicht so weit ausgeprägt ist, als in der Stadt. Ich bin aber überzeugt, in den meisten Fällen ist es weder auf dem Lande noch in der Stadt der Mangel an ästhetischem Gefühl, sondern der Mangel an dem nötigen Kleingeld, der die Erneuerung des Putzes unterläßt. Daher sollte man bei jeher Absicht, einen Bau auszuführen, den Putzbau ausschließen. Der Putzban war zu der Zeit wohl angebracht, als man nichts Besseres ebenso wohlfeil an feine Stelle setzen konnte. In unserer Zeit, wo man echte Materialien hat, die sich für die Msführnng unserer Bauten nicht erheblich teuerer stellen als der Putzbau, sollte man zu diesen greifen und solche ausschließlich zur Herstellung unserer Wohnungen verwenden. Putz sollte man aber möglichst vermeiden, nicht nur weil er unecht ist und aus diesem Grunde bald schmutzig wird, fonbern auch weil die Sucht nach Putz eine verwerfliche Eigenschaft ist, bte weder dem Menschen noch seinem Wohnhaus zur wahren Zierde gereicht. Unsere Zeit, die eine hoch entwickelte Industrie der Bau- /offe aller Art aufweist, hat uns einen vorzüglichen Baustoff geschaffen, wie ihn fein Jahrhundert vor uns sah: es ist der deutsche Verblend st ein. Jeder, der unsere Stadt einigermaßen kennt, weiß auch, daß die Herstellung solcher Verblendsteine vor den Toren unserer Stadt in schwunghaftem Maße betrieben wird. Der Verblendstein ist nicht nur ein echter Baustoff, sondern er ist auch von unübertroffener ästhetischer Wirkung. Die Mannigfaltigkeit und Schönheit ferner Farben lassen ihn berufen erscheinen, nicht nur die Herstellung färben» prächtiger Bauten, sondern auch eine reiche Abwechslung in unseren Straßenbildern hervorzurufen, wie es mit keinem anderen Baustoff möglich ist, der uns gegenwärtig zur Verfügung stünde. Daher ist der Verblendstein der berufenste Baustoff unserer Zeit. Dabei ist der Verblender nicht nur unverwüstlich in seiner Masse, sondern auch von unbegrenzter Dauer in seiner Farbe. Wenn auch einmal ein Schmutzfleck sich daran zeigt ober ber Staub seine Spuren auf ihm hinterläßt, so wird er durch den nächsten Regenguß wieder blank gewaschen, als ob er neu wäre. Daher ist der deutsche Verblender ein Baustoff von der denkbar größten ästhetischen Wirkung. Die Verwendung von Verblendsteinen gestattet jedermann die Verwendung von Bäumen, Sträuchern und Hecken zur landschaftlichen Hervorhebung eines Gebäudes ebensogut, wie bei Anwendung eines jeden anderen Baustoffes. Wer aber gern an ein Wasser, Fluß oder Teich, bauen will, der wird nicht gehindert durch die Anwendung von Verblendern sein Haus beim Bauen an den Ufern dieses Wassers landschaftlich zu betonen ober wenn er in der Segle ist, 'in der Nähe eiltet Berges sich anzubauen durch die Anordnung seinem Heim aus Verblendern eine romantische Erscheinung zu geben. Allerdings stellt sich 'her Verblenderbau in der Anlage etwas teuerer als ein Putzbau, aber diese einmalige Mehrausgabe wird durch die ewigen Ausgaben, die ein Putzbau erfordert, bald ausgewogen. Dabei verlangt der Putzbau immer wieder von neuem Putz. Daher ist es besser, an feiner statt einen echten Ver- blendsteinbau zu errichten; der erfordert in absehbaren. Zeiten keine Reparaturen an seiner Fassade, sondern er zeigt eine unbegrenzte Haltbarkeit. Dann werden aber auch die Klagen des Verfassers des Artikels verstummen, denn er wird in Stadt,und auf dem Lande nur echte Verblenderbauten von unübertroffener ästhetischer Wirkung finden. Dann wird der Verfasser auch feinen Mitmenschen in der Kultur unserer Zeit stehend finden, denn dieser wohnt nunmehr in einem wohnlichen Heim aus Verblendsteinen errichtet. Dem Architekten i,c aber bei der Verwendung von Verblendern die volle Freiheit in der Wahl des Stiles und in der Ausübung seines Kunstgesühls gewahrt. Darum baue jeder, der in der Sage ist sich ein eigenes Heim zü errichten, mit Verblendern." Wenn in Vorstehendem dem Verblendstein ein hohes Loblied gesungen wird, so geschieht das u. E. nicht ohne Berechtigung. Für gar so verwerflich freilich wie der Verfasser dieser Zuschrift halten wir den Putz nicht, und da der sich nach dem Eingeständnis des Schreibers dieses Artikels wesentlich billiger stellt als ein Bau mit Verblendsteinen, so wird er gewiß auch nicht so bald ganz aus dem deutschen Häuserbilde verschwinden. Gewiß aber verdient der Verblendstein, nächst allem natürlichem Material, das man zu Quader- und anderen Massivbauten verwendet, vor ihm den Vorzug. Professor Dülfer in München, der hervorragende Theaterarchitekt, hatte übrigens, wie er un§ mitteilte, die Absicht, für den Gießener Theater bau den Verblendstein, der ihm in Maßen von der Gail'schen Fabrik zur Verfügung gestellt werden sollte, sehr wesentlich zu verwenden. Doch hat ihn das Ausschreiben des Wettbewerbes mißgestimmt und er äußerte die. Absicht, sich ganz von der Gießener Theaterbausache zurückzuziehen. Aer Kaiser in den Aeichslandcn. Das Kaiserpaar ist am Montag vormittag von Karlsruhe abgereist. Um 10 Uhr 20 Min. erfolgte die Abfahrt der Kaiserin nach Gera und 10 Minuten später fuhr der Kaiser ab. Er traf um 1 Uhr auf dem Bahnhofe St. Pilt ein und fuhr im Automobil durch das reichgeschmückte Städtchen zur Hohkönigsburg. Auf der Burg wurde er von Geheimrat Dieckmann, Forstmeister Gümbel und dem Architekten Bodo Ebhardt empfangen. Sodann wurde ein Nundgang durch die Burg an getreten. Nach einem Imbiß im Schlosse erfolgte um 4 Uhr die Nückfahrt über Thannen- kirchen und Bergheim zum Bahnhofe Nappoltsweiler, von wo die Reise nach Straßburg angetreten wurde. Dort waren am Bahnhofe Staatssekretär v. Köller, der kommandierende General Hentschel von Gilgenheimb, Gouverneur Moßner, Stadtkommandant Pawlowski und Polizeipräsident Dall. Der Kaiser, welcher Generalsuniform trug, bestieg mit dem Fürsten-Statthalter einen Wagen und fuhr zum Kaiserpalast. Am Abend fand beim Kaiser ein Diner statt, wozu der Statthalter, die Generalität, Staatssekretär v. Köller, die Spitzen der Zivil- und kirchlichen Behörden, der Rektor der Universität rc. geladen waren. Mlilische Tagesschau. Eine bemerkenswerte Kaiferrede. Anfang März erfolgte in Gegenwart des Kaisers die Vereidigung der Rekruten in Wilhelmshaven. Dabei hielt der Kaiser eine Ansprache, die jedoch nur in der Form eines sehr beschnittenen Exzerpts in die Oeffontlichkeit gelangte. Jetzt ist die „Evang. Kirch.-Ztg/ in der Sage, näheres aus dem Inhalt der Rede mitzuteilen. In einem Briefe aus Wilhelmshaven, den das Blatt veröffentlicht, heißt es über die Rede: „Bei ber Rekrutenvereidigung sprach der Kaiser vorzüglich. Er spielte aus die Heldentaten der Japaner an und führte ans, daß sie geboren seien aus der japanischen Vaterlandsliebe und Kindesliebe, die wieder eine herrliche Manneszucht zur Folge hätten in Heer und Marine. Man dürfe aber aus den japanischen Siegen — den Siegen des heidnischen über ein christliches Volk — nicht den Schluß ziehen,, daß Buddha unserem Herrn Christus über sei. Wenn Rußland geschlagen würde, so liege das zum großen Teile seiner Ansicht nach 'daran, daß es mit dem russischen Christen- tum sehr traurig bestellt sein müsse, die Japaner aber viele ch r i st l i ch e n Tugenden aufzuweisen hätten. Ein guter Christ, ein guter Soldat! Aber auch im deutschen V o l k e sei e? schlimm bestellt mit dem Christentn m, und er — der Kaiser — bezweifle, ob wir Deutsche im Falle eines Krieges überhaupt noch das Recht hätten, Gott um den Sieg zu zu bitten, ihm denselben im Gebete abzuringen wie Jakob im Sieg mit dem Engel. Die Japaner wären eine Gottesgeißel wie einst Attila und Napoleon. An uns sei e5, dafür zu sorgen, daß Gott BEI uns nicht einmal auch mit einer solchen Geißel züchtigen müsse usw. Der Kaiser sprach sehr ernst uud vor allem sehr eindringlich und einfach, für alle verständlich." Die Wiedergabe aus dem Inhalt der Rede klingt so' eigentümlich, daß man sich fast versucht glauben könnte, an eine Mystifikation zu denken. Andererseits aber entspricht der Ton dem, den der Kaiser in Reden bei ähnlicher Gelegenheit schon wiederholt angeschlagen hat, wenn auch hier manche Gedanken mit größerer Schärfe durchgeführt sind, als es der Kaiser bisher je getan hat. Jedenfalls ist die Veröffentlichung des Blattes in mancher Beziehung bemerkenswert, und sie dürfte in der nächsten Zeit noch manchen Kommentar in der Presse finden. * Konsularreform. R. Berlin, 8. Mai. Im Auswärtigen Amt ist kürzlich eine statistische Arbeit über das deutsche Konsulatswesen angefertigt worden, die wohl bald zur Veröffentlichung gelangen und die Frage einer Konsularreform der Lösimg näherbringen dürfte. Wie dringend die Handelskreise solche Reform wünschen, das beweist die in einer Versammlung von Interessenten an der Ausfuhr nach Südafrika und Brasilien soeben wieder beschlossenen Eingabe an die Reichsregierung. Das Bestreben, den Konsulaten durch die Zuweisung von Handelssachverständigen einen verläßlichen Beirat in wirtschaftlichen Angelegenheiten an die Seite zu stellen, ist gewiß anerkennenswert, hat aber doch nur die Bedeutuug einer teilweisen organischen Reform. Die qualitative und quantitative Mangelhaftigkeit der gegenwärtigen berufskonsularischen Vertretung wird dadurch nicht beseitigt. Es muß vor allem dafür gesorgt werden, daß der immer mehr anschwellende Strom des wirtschaftlichen Lebens auch durch die Konsulate geht. Erst wenn deren Aufgabe nicht mehr in der Hauptsache juristischer Natur ist, wird der deutsche Außenhandel an ihnen den Rückhalt finden, dessen er bedarf. ♦ Zur Stellungnahme der deutschen Korps des K. S. C. V. zur Frage ber akademischen Freiheit ttfirti dem „B. T." von korpsstudentischer Seite geschrieben: Tie beiden im Mittelpunkte der Streitfrage stehenden höheren preußischen Beamten, der Kultusminister Studt und der Ministerialdirektor 'Althosf, sind beide hervorragende Korpsstudenten gewesen. Minister Studt tvac gleichzeitig mit seinem Ressortchef 'Althosf Bonner Scuhfe und ab§' solcher nach Ausweis der Korpslisten zweiter Chargierter, der das Kassenwesen unter sich hat. Studt war jcuvvL Vrcslrrner Preuße. 'Als' Breslauer Preuße hat er die gleiche Charge zweimal bekleidet und war einmal Senior dieses Korps. Althofs war erster Chargierter, das" heißt Senior seines Korps, und ist wegen seiner großen! Verdienste während seiner langen Mivität um das KorM Ehrenmitglied geworden, eine Würde, die so außerordentlich^ selten vorliegen wird, daß selbst Korps, die auf ein bei*: nahe lOOjähriges Bestehen zurückblicken, oft kaum jefrrt Ehrenmitglieder zählen. Bei meinem Korps ist beispielsweise in den letzten 25 Jahren, trotzdem es sich stets einer^ besonderen Frequenz erfreut, kein einziges Ehrenmitglied'' ernannt worden. Da die Aktiven die Zugehörigkeit ber* beiden Herren zum Korps selbstverständlich kennen, so ist es um so erfreulicher, daß sich etwa der vierte Teil des? K. S. C. V. der studentischen Bewegung angeschlossen hat,- und es ist ein sprechendes Zeichen dafür, daß der K. S.' C. V. auf die individuellen Ansichten der einzelnen Korps^ einen Einfluß nicht hat und nicht beanspruchen darf. Da?"' wird hoffentlich auch in Zukunft so bleiben. ■ ........ III I I U I_______I.JI . II BW/ Acritsch-Südwestafrika. Zur Erkundung des Kaukau-Veldts brach, nach neuester amtlicher Meldung Oberleutnant Gr ä f ß ber 10. Kompagnie mit 30 Mann und sechs Kamelen am' 15. März von Otjituo in Richtung Reiner auf. Wassermangel und dichter Busch zwangen ibn, nicht längs des Apatow sondern über Karakuwisa am Omuranba und Amatako zu marschieren. 'Am 13. April traf er bei Kaurama eine Herero- Werst, stürmte sie nach heftigem Widerstand und erbeutete 90 Stück Großvieh. Vom Gegner fielen siebet Schiller-Ieiern. Die gesamte deutsche Presse feiert in schwungvollen Artikeln und Gedichten das Gedächtnis Schillers. Sie bringt vielfach besondere Schiller - Festbeilagen und zahlreiche Berichte über lokale Schillerfeiern und solche 'im In- und Anstande. In Darmstadt fand, wie unser dortiger Redakteur uns heute schreibt, die eigentliche Hauptfeier des SckMcrjubi'läums am Montag abend in den sämtlichen Räumen des städtischen Saalbaus statt, zu welcher auch II. KK. HH. der Großherzog! und die Großherzogin, Prmz Franz Josef von Battenberg und sämtliche dort weilende Fürstlichkeiten teilnahmen. Dem einleitenden Gesang des von Beethoven komponierten Gellert- schen Gedichts „Die Himmel rühmen usw." folgte ein Prolog des hessischen Dichters Gottfried Schwab, dem Genins gewidmet, imb dann die Festrede des rasch bekannt gewordenen Schiller- biograpben Oberlehrer Carl Berger. Dieser entwarf in leinen markanten Zügen ein Bild des gewaltigen GeisteLfursten nnd seines tiefen Einflusses ans das gesamte dent che Kulturleben und Nationalbewußtsein; der 100 Todestag Schülers sn zugleich auch ein Geburtstag, der uns Schiller und seinen Geist wieder näher führe; seine selbslschöpferische und selbstoeredclnde Micht wirke auch heute noch wie eine Offenbarung auf nnier Volk Dem geistvollen Vortrag schloß sich die Deklamation von Schillers- Glocke mit Goethes Epilog an, von L>oftchausp>e!er L ü h r vollendet vorgetragen und von 11 lebenden Bilderm begleitet. Schillers Gedicht „An die Freude" mit der Musik von Zumsteg schloß hie offizielle Feier, der noch eine animierte geseMge Vereimanng folgte; viele Damen hatten Kostüme aus Schillers Zeit ^üeugt. In Worms hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, an dem Hause Kämmererstraße 27 eine Swiller - Gebe n k t a f e l anbringen zu lassen. Schiller hat mit ewigen Freunden in diesem Hause einer Theatervorstellung beigewohnt und dort übernachtet, als er in kritischer Lage war und nach bitteren Enttäuschungen in Mannheim am 30. Uoüember, einem kalten Wintertage auf ber Fahrt von Bauerbach in Thüringen nach Worms gekommen war. Die großen nationalen Festlichkeiten zur Schiller-Feier in ber Schiller-Goethestadt Weimar begannen am Montiag mit den erftcu Huldigungsakten an den Sckillerstätten. Der Fremdenzufluß in Weimar war ein seit Jahrzehiiten nie dagewesener. Die Straßen tragen Festschmuck. Viele hundert Kränze aus allen deutschen Gauen sind angelangt. Ter größte Teil der Bundes- Negierungen, ebenso alle beut scheu und viele ausländischen Hochschulen sind durch Delegierte vertreten. Eine Abordnung von Studenten der Laudesuniversität Gießen war bereits am Sonntag mit der Universitätsstandarte in Weimar eingetroffen. Es find die Herren stud. foreft Nicolaus aus Haufen lFranconia), stud. foreft Feeger (StarkenburgicO uud stud. med. oct. Hohman u (Rhenania >. Die offiziellen Feiern in Weimar beginnen unter Teilnahme aller thüringischen Fürstlichkeiten heute (Dienstags mit dem Huldigungsfestzuge durch die Stadt. Der seit fünf Jahren in ganz Deutschland verbreitete Schillerverband deutscher Frauen hat im Namen seiner 35 Ortsgruppen der weimarischen Schiller st i f t u n q 250 000 M a r k zur Förderung der satzungsmäßi- gcn Zwecke überwiesen, darunter 50 000 Mar? aus Amerika. Die Schillerfeier in der Geburtsstadt des Dichters, in Mar - b a ch am Neckar, hat bereits ftattgefundeu. Es fand ein Huldigungsakt am Schillerdenkmal statt. Die Festrede hielt Frhr. Alex, v. 'Gleichen-Rußwurm, ein Urenkel des Dichters. Hierauf wurde die im Scbillcrmuseum veranstaltete Ausstellung eröffnet. König Wilhelm von Württemberg wohnte der Feier bei. In Stuttgart ist dec heutige 9. Mai zum allgemeinen Feiertag erklärt worden. Zum Schillerdenkmal finden Huldigungszüge der Handwerker, Studenten, Arbeiter, Sänger usw. statt. Am Llbend wird ein Festspiel auf dem alten Theaterplatz veranstaltet, daun sollen unter dem Geläute sämtlicher Glocken die Lichter an den Häusern und die Bergfeucr auf- slammcn. Ausschüsse für die Berliner Schillcr - feier war am Montag abend in der Hochschule für Musik, der Philharmonie, den Koukordiasälen und ber Brauerei Friedrichshain 1 eine Reihe von Festlichkeiten veranstaltet worden. Musikalische Darbietungen, meist vertonte Schillersche Dichtungen, ausgeführt von den Orchestern und Chören der Kgl. Hochschule und der Philharmonie, der Berliner Liedertafel und des Berliner Lehrec- gesangvereius, Festreden und Deklamationen Schillerscher Gedichte wetteiferten mit einander, Schillers Bedeutung zu würdigen. Besonders geiuuuit seien als Chordirigenten die Professoren Georg Schumann, Felix Schmidt und Max Bruch, als Rezitatoren Oberregisseur Max Grube und Friedrich Holthaus, als Gesangssolistcn Emilie Herzog, Aiiton Siftermans, Ludwig Heh uud Hialmar Arlberg. Die Darbietiingen wurdeu von den? zahlreichen Publikum mit großem Beifall aufgeiiommen. Schaffhausen, wo die Glocke hängt, von der Schiller das Motiv seines Liedes nahm, feiert den Todestag Schillers durch eine Wiedergabe des „Wilhelm Tell" unter freiem Himmel.i Die große und praktische Freiluftbühne lehnt sich an die FLsen- staubpromenade an, sodaß prächtige alte Bäume den Hintergrund umrahmen. Die von der Stadt Wien zum Andenken an die 100. Wiederkehr von Schillers Todestag peranstalteten Festlichkeiten nahmenl am Montag mit einer Feier im Rathause ihren Fortgang.! Die Feier, an welcher n. a. Kultusminister Dr. Ritter v. Härtel, Handclsminister Frhr. v. Call, viele Schriftsteller und Künstler! sowie die Spitzen ber Gesellschaft tcilnahmen, wurde vom Wiener! Konzertverein mit dem Vorspiel zu den „Meistersingern" eilige^ leitet, woraus Bürgermeister Dr. Lueger die Begrüßungsansprache! hielt. Nach dem Vortrage des Männerchors „Hoffnung" von! Schubart durch beit Wiener Männergesangverein hielt Prof. Dr.I Frhr. v. Berger die Festrede. Mit einem vom Wiener Männergesangverein und dem Orchester des Sänger- und Konzertvereins' vorgetragenen Männerchor schloß die stimmungsvolle Feier. \ In einer am 8. Mai abgehaltcuen Festsitzung bewilligten die Karlsbader Stadtverordneten 5000 Kronen als Grundkapital für ein Schillerdenkmal. Weitere 5000 Kronen wurden, hierfür vou der karlsbader Sparkasse gestiftet. G eieh a r b H a u pt m an n hat den ihm zugesprocheucn Teih des Volks-Schi l i er Preises dem Preisfonds wieder Verfügung gestellt. darüber erzählen die „Windh. Nachr/ das Folgende: „Obgleich wortkarg nrtb vorsichtig in ihren. Aeußerungcn versteht sich der eine oder andere Herero, namentlich von denen, die sich freiwillig gestellt haben, doch dazu, etwas über die Vorgänge zu Anfang und int weiteren Verlaufe der Ereignisse verlauten zu lassen. Die freiwillige Uebergabe ist gegen den Befehl und Willen Samuels, der den Anspruch auf die Oberhäuptlingschaft auch Letzt noch nach seinem UeLertritt auf englisches Gebiet aufrecht erhält. Er hat Unterlapitäne angestellt, welche alle Herero, die sich 'den deutschen Behörden stellen, wo sie ihrer habhaft werden, ausplündern und gegebenenfalls cr- zu machen. Posen, 6. Mai. Die Minister Frhr. v. Rheinbaben und v. Podbiclski, Unterstaatssekretär v. Eonrad und die Die feindlichen Flotten. Petersburg, 8. Mai. Noch immer fehlt jede Nachricht über den Verbleib des Geschwaders Noschd- jestwenskis. Dagegen lassen die letzten Telegramme aus eine baldige Wiederaufnahme der Feindseligkeiten schließen. Nom, 8. Mai. Nach in hiesigen Marinekreisen eingegangenen verläßlichen Informationen sind alle bisherigen Meldungen über den Aufenthalt der Flotte Togos falsch. Das Gros der japanischen Flotte befindet sich, abgesehen von einigen Schiffen, die die Flotte Roschdjestwenskis beobachten, in den Gewässern von Wladiwostok, um bic Operationen der japanischen Landarmee behufs forcierter Einnahme von Wladiwostok ?,u unterstützen. NeutralitätS'Konslikle. Wnß'and in Sturm und Drang. Die Konferenz der S e m stw ov ert re ter in Moskau erklärte sich einstimmig dagegen, daß die Wahlen zur Volksvertretung auf ständischer Grundlage erfolgen. Der Kongreß sprach sich schließlich mit 127 gegen 8 Stimmen für das allgemeine Stirn mrecht, mit 87 gegen 49 Stimmen für direkte Wahlen und mit 107 gegen 29 Stimmen für die Bildung zweier Kammern aus. In Terrickle (Finland) fand am 7. d. M. der russische Ingenieur-Kongreß statt, dessen Abhaltung in Rußland verboten worden war, und an dein 120 Ingenieure teilnahmen. Rach Verlesung des Manifestes der sozialdemokratischen Partei, in welchem die Intelligenz aufgefordert wird, ihre Sympathie für die Sozialrevolutionären durch die Tai zu beweisen, wurde beschlossen, dieser Aufforderung Folge zu leisten und an der Maifeier der Arbeiter teilzuledige Franz Schuler aus Kreuzthal, Kreis Unterfranfen. — Mainz wurde auf der Rheiustraße ein 13 jähriger Knabe von; der elektrischen Bahn totgesahreu. — Am 27/28. Mai ist in F r i e d- berg die General-Versammlung der Balm- und Kassenarzte des Eisenbalm'Direktionsbezirks Frankfurt a. M. — In Hom b e r g, a.. d. O h m »ft eine gemeinnützige Baugenossenschaft ^gründet worden. — Nach besten Nachrichten wird der Kaiser zur Einweihung der Matthäuskirche nicht nach Frankfurt kommen. Hisenvayn-Zettung. A Tie Beschlüsse der jüngsten Konferenz zwecks Herbei tüfiuiim einer P e r s o u e u t a r i s r e f o r m in Berlin werde», nebeim gehalten. Die Beschlüsse sind das Ergebnis der Beratnnge», der Delegierten und liegen mimitcbt den einzelnen Regierungen fiiti Begutachtung vor. Wie der Münchener Korresvondent der Franks ^lg. hört, sind die Beschlüsse geeignet, die Grm»dlage für ein( Personen- und Gepäcktaris - Reform zu bilden. einen formellen Protest seiner Regierung vorzubringen,! gegen die angebliche Neutralitätsverletzung seitens Frankreichs zu gunsten der russischen Flotte, nichtsdestoweniger von aus Jndochina eingegangenen Mitteilungen betr. das Verweilen des russischen Geschwaders in den französischen Gewässern und die Erleichterungen, die es behufs seiner Konzentrierung und Verproviantierung dort gefunden habe. | Telcassö erneuerte die bereits früher abgegebenen und heute! durch enie offizielle Note bekräftigten Erklärungen und gab Motono die Versicherung, daß Frankreich willens sei, peinlich genau die Neutralität zu wahren, und daß den französischen Behörden in Jüdochina formelle Instruktionen in diesem Sinne erteilt seien. London, 8. Mai. Tie „Times" meldet aus Tokio: Tie japanische Presse zeigt noch immer eine überaus erregte Haltung gegen Frankreich. Tie , Blätter erklären, Frankreich habe tatsächlich die W a f - !fen gegen Japan ergriffen. Es sei die Pflicht Englands, die Einmischung einer dritten Macht zu v er - hindern. Weiter wird Frankreich eindringlich ersucht, seine bisherige Haltung aufzugeben. In Handclskreisen werden Maßnahmen getroffen, um alle Ges ch äftsb eziehun - gen abzuvrechcn. Russische Vorkehrungen. Petersburg, 8. Mai. Gerüchtweise verlautet, die Alt gläubig en hätten beschlossen, der Regierung eine Milliarde zur Verfügung zu stellen zwecks Legung eines zweiten Gleises auf der transsibirischen Bahn. , • „ Wien, 8. Mai. Nach Meldungen des „Fremdenbl." hat die Graslitzer Musikinstrumentensabrik von der russ. Regierung den Auftrag erhalten auf Lieferung von 17 OOO Signaltrompeten, welche für die Truppen in der Mandschurei bestimmt sind. Tie Instrumente müssen binnen zwei Monaten geliefert werden. HtinVersitäls-NacünHtkn. A Die von der Karlsruher S t u d e n t e n s ch a s t a b gelehnte S p a l i e r b i l d u n g beim Einzüge des Kaiser p a a r c § ist, wie jetzt befannt wird, auf einen Vonatl zuruckzufutuen, der steh beim vorjährigen Kaiserbefuehe in Karlsruhe abgefv»elt hat. Damals batte»» die Studenten zur Spal»erb»ldung denn großh. Schlosse bereits Aufstellung genommen, als dort »n» letzten Augen- blickfinbetten einneifioben wurden, wodurch d.cst.cd-nlen von ihrem Plntze verdrängt wurden. ~a nun nach Unächt der Stnbcntenfcbaft ihr in diei-r Angclegenh-lt bis Heu evon militarischer . Seite in nicht genügender F°ru> Genugtuung geleistet worden lei, hätten sie diesmal daraus verzichtet, an der Spalicrbildung teil- ftimebmen. Aus Stadl und Land. Gießen, 9. Mai 1905. ** Wegen des heutigen SchillertageS haben die Universität und ihre sämtlichen Institute, die Schulen, sowie auch einige Privatgebäude geflaggt. *• Personalien. Ernannt wurden der Aktuariats- assistent bei dem Amtsgericht Lorsch, Noll, zum Aktuariats- assistenten in Lampertheim, der 9(ftimriat§afiift in Groß- Umstadt, Schau §, zum Aktuariatsassistenten in Darmstadt II, der Gerichtsschreibergehilfe Keller in Zwingenberg zmn Aktuariatsassistenteu in Zwingenberg, der Gefangenwärter am Gefängnis in Darmstadt, Seuling, zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt, der Finanzaspirant Forch aus Gernsheim zum Hauptsteueramtsassistenten. — Zur Bekämpfung der Genickstarre hat das Großh. Ministerium be§ Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, folgendes Ausschreiben an die Großherzoglichen Kreisämter gerichtet: Das gehäufte Auftreten der Genickstarre in Schlesien und daS Bekanntwerde»» vereinzelter Fälle in verschiedene»» Gegenden Deutsch- la»»dS erscheint geeigr»et, eine gewisse Beunruhigung in wetteren Kreisen der Bevölkerung wachzurufen. , Wen»» auch zunächst zu Befürchtunge»» keine Veranlassung vorliegt, da alljährlich einige Fälle von Genickstarre zu unserer Kenntnis gelangen, so halten »vir es doch st"»r zweckmäßig, das Publikun» über Entstehung und Wewn der Krankheit und über die Schutzmaßregeln zu ihrer Verhütung aufzuklären. Zu diesen» Zlvecke dürfte das voi» Regierungs- und Medizinalrat Dr. Nesemanu in Berlin unter Mitwirkung von Geh. Oberruedizinalrat Professor Dr. Kirchner für de»» Regierungsbezirk Ovpeln bearbeitete Nterkblatt besonders geeianct sein. Wir emvfehlen Ihne»», das Merkblatt beim Auftreten der Krankheit tu Ihrem oder in benachbarte»» Bezirke»» bekannt zu geben und hinstchtlich der Schutzmaßregeln und der bei der Krankenvstege in Betracht kommende,» Vorschriftei» mit der» Großh. Kreisgesundheltsamter»» »ns Benehme»» zu treten. ** Der Turnverein Gießen veranstaltet heute, Dienstag abend, einen Gang nach Bichlers Hardt. Abmarsch Paris, 8. Mai. sLgenze Havas.) In der gestrigen Unterredung mit dem Minister des Arüßern Telcasse Iprach der iapanifdjc GejandteDr. Motono, ohne nehmen. Aus dem Kaukasus wird gemeldet, persische Truppen seien aus Ardebil nach Teheran zurückberufen worden infolge eines ernsten Gr en z z wi s ch en f a lle s, der dadurch entstanden war, daß persische Truppen eine Grenz- verschiebung zum Nachteil Rußlands vornehmen wollten. Hierbei kam es zu einem Kampf, wobei über hundert Perser getötet wurden. — — Als Militär in Jlchemeti, im kaukasischen Kreise Scho- Magen müssen Die Angaben alter int Stenfte: bim> 9f’ rapan, zwei Personen roeqen eines Mordversuches verhütete, roeiener Herero stimmen darin überein, daß diese von den Orlog-I p ' 0 ~ cn? männern anfangs mit ganz besonderer, an Gehässigkeit grenzen- wurde es von der bewaffneten Bevölkerung angegriffen, der Schärfe behandelt wurden. Jeder Herero, der ein Gewehr besaß, Truppen töteten und verwundeten etwa zwanzig Anmußte in den vordersten Reihen kämpfen. Ein Kampfzwang be- g^jscr. stand auch für die mit dem Kirn geübten Feldherero. Die kam- Petersburger Blättern berichtet wird, entstanden in psenden Weiber gehörten fast ohne Ausnahme: d,e?er Klasse an' Blagoweschtschensk in Sibirien während eines ^rotz der Mordlust scheint es auch an Gewinm^bisten nicht gefehlt 9 ' 1 . .. Unruhen Die Menae zu haben. Tenn wenn di- Gewitter nachtli^erweile berauben, r-volu ton nr° Unruh Menne Mann, diesseits ein Reiter. Hierauf würde eine große I Werft bei Gautsch a festgestellt, z-u deren Fortnahrne die Stärke der Patrouille nicht ausreichte. Oberleutnant Gräfs wartet bei Ukeidis eine Verstärkung von 40 Mann mit zwei Maschinengewehren ab, die zu ihm abgeschickt wurde. In den KaraSbcrgen erreichte am 26. April Leutnant v. Tetten mit einem Zuge bei Ganams (20 Kilometer östlich Mirudas) den nach Osten abziehenden Morenga, den er angriff. Nachdem am 27. 'April Hauptmann Winterfeldt mit Verstärkungen eingetroffen war. wurde der Gegner mit einem Verlust von mindestens 15 Toten in die Berge östlich Ganams geworfen, wo seine Spuren anseinander- laufen. Diesseits sind 6 Manu gefallen, 10 Mann sind | verwundet. Tie gegen die Banden des Bethanierkapitäns Eornelius /ntsandte. Abteilung Zwehl traf am 1. Mai drei Werften am Kutip (etwa 75 Kilometer südwestlich Gibeon) und warf den Gegner, von dem 21 Mann fielen, in südöstlicher Richtung, 500 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh wurden erbeutet. Diesseits sind keine. Verluste zu verzeichnen. Zur Kriegslage. In einem die Kriegslage bclprcchenden Artikel der -Teutsch. Kolonialztg." heißt es unter anderem über den vermutlichen gegenwärtigen Aufenthaltsort Hendrik Wit- chois und seiner Leute: f „Den Gegner unter Hendrik Witboi vermutet ^>tt Maior p. Estorfs zwischen dem Elesmitenfluß und dem großen Nossob, und zwar in der Gegend südlich des 25. Breitengrades fünb zwar höchstens 100 Kilometer, nordöstlich von Koes). Das Vordringen in diese östlichen Steppengebiete erscheint aber de§ Wassermangels und der Sanddünen wegen so schwierig, daß ein Versuch ’ hierzu für aussichtslos gehalten wird. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als wir uns im Schutzgebiet in den letzte»» Tagen der Regenzeit (Januar bis Anfang Mai) befinden. Es muß daher in diesen Gegenden „ schlecht" geregnet, haben, was die Kriegführung natürlick;erweise ungünstig beeinflussen wird. Allerdings kann man annehmen, daß auch die Hottentotten unter diesen Verhältnissen leiden werden, wenn auch ihre überlegene Landeskenntnis die Sachlage für sie in vieler Hinsicht günstiger gehalten wird." „ c, , Weiter wird betont, daß die Feldschuh träger, die sich nach einigem Schwanken seit dem März auf die Seite Hendrik Witbois geschlagen haben, nicht nur an Hendrik Witboi, Morenga und den inzwischen wohl gefallenen Morris Verstärkungen geschickt haben dürften, sondern daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach überhaupt unter dem unmittelbaren Befehl oder aber mindesten unter dem unmittelbaren Einfluß Hendrik Witbois stehen. Dieser^ steht mit seiner Hauptmacht, wie oben erwähnt, allem Anschein nach nur etwa 100 Kilometer nordöstlich von Koes, dem ehemaligen Hauptort der Feldschuhträger. Estorfs steht Witboi am Auob mit 6V2 Kompagnien, 16 Geschützen und 4 Maschinengewehren gegenüber. Was man von den gefangenen Herero erfährt „ (Ytam. .Hill. juiyiiiviy uni. -oiv -..... I'-M I ipumjvii UHU g'vin. , ---- - . . . ; sich im November v. Is. zur Entlassung zweier Bierkutscher Ztraßenmagen heransauste. Der Knabe blieb un Geleise genötigt, unterbreitete jedoch zunächst den Fall dem zwischen hängen, stürzte, wurde üb er fahren und war sofort tot.' den Düsseldorfer Brauereien und deren Arbeitern vereinbarten * Kleine Mitteilungen aus Hessen und her»: SLi-dsgcid. das bie beiden Kutscher als zu Recht cnt- NaFr lassen bezeichnete. Schon an» Tage nach der Gerichtssitzung Ausgang. Ei»» Fuhrman,» des Fuhrunternehmers, erhielt aber die Schwabenbrauerei vom sozialdemolratischen P^ter Sipf. Eschenheimer Landstraße 97, saß auf einem be- Zentralverba»»d deutscher Brauereiarbeiter ein Schreiben des lodenen Steinwagen. Kurz vor der Abladestelle fiel derFnhrma»»»». WIL Verhältnis cinzilsetzen seien. Da der Streik und Boykott der Brauerei in sicherer Aussicht standen und der Braiierei- Schiihverband noch nicht gegründet war, so sah sich die Brauerei gezwungen, die gerechtfertigte und durch Schiedsgericht bestätigte Entlassung' der beiden Kutscher rückgängig Besitzes von Kriegswaffen und Munition zu verantworten haben. Bern, 8. Mai. Bundesrat Deucher eröffnete die internationale Arbeiterschutzkonferenz mit einer Ansprache, in der er betonte, daß die Konferenz nicht platonische Beschlüsse zu fassen habe, sondern zu praktischen Ergebnissen gelangen solle. Anwesend sind sämtliche angemeldeten 44 Delegierten, welche 15 Staaten vertreten. Das von der schweizerischen Delegation vorgeschlagene Geschästsregle»nent imirbc angenommen. Zum Präsidenten wurde aus Vorschlag des Geheimrates Caspar-Deutschland Bundesrat Deucher gewählt, zum Vizepräsidenten der um die Sache des internationalen Arbeiterschutzes hochverdiente Altbundesrat Frey- Vern. Morgen werden in allgemeiner Diskussion die Pro- grammpunkte, das Verbot der Verwendung weißen Phosphors bei der Zündhölzchenfabrikation und das Verbot der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen beraten und die zur Behandlung der Fragen einzusetzenden Kommissionen gebildet. Nom, 8. Mai. „Agenzia Stefani" meldet: Der deutsch-italienische Handelsvertrag wurde im Ministerium bc§ Auswärtigen von dem deutschen Botschafter Grafen Monts und dem Ministemräsidenten Tittoni heute ratifiziert. Ansiedelungsgebietes vorzunehmen. Stuttgart, 8. Mai. Der langjährige frühere Generalarzt des Württembergischen Armeekorps, v. Fichte, Enkel des Pbilosvpben, ist im Alter von 79 Jahren gestorben^ ÄusSand. Paris, 8. Mai. Heute begann vor dein Schwurgericht der Prozeß in der Komplottangelegenheit. Er wird vom Gerichtspräsidenten Boudoua geleitet, der Prokurator Fabre vertritt die Anklage. Die Zahl der geladenen Zeugen beträgt 22. Tambnrini und Volpart sind angeklagt, Vorschläge zur Bildung eines Komplottes gemacht zu haben. Die übrigen Angeklagten werden sich lvegen rechtswidrigen 8 Uhr von der Turnhalle. •• Die deutschen LandeSversicherungS-Anstalten haben in Ausführung be§ 3nDQ^bcnöer^^^^erun9§- ^r°Baben ^ir^er\T(^H?d{e^ci}enI SoIf/fefteV b o'lu t i o n är c Unruhen. Die Menge I gesetzt int Jahre 1904 an Jnvaliben- unb Krankenrenten die Blibe aus den schwarzeli'Wolkenmassen zuckten und der entfaltete rote Fahnen und durchzog mit den Rufen: Nieder 108 Millionen, an Altersrenten nahezu 28 Millionen, Dornier'grollte, zog Angst und Grauen durch die Lager. „Das mit bem SEncq! die Straßen der Stadt. Viele Hauser wur- r^wie für Beitragserstattungen nahezu 8 Millionen Mark sind die wütenden Geister der ermordeten Weißen", hieß es den von den Unruhestiftern deuioliert und geplündert. Aus I au§5einG[f Die Invalidenversicherungs-Anstalt für daS allgemein, „dafür wird uns der Epkurn (Gott) strafen". Und ^^r Hauptstraße kam cs zu einem Zusammenstoß stiit der - ' bn§ ^a()C 1904 1609 655.26 als es in wilder Flucht owvarts ging, hat mancher Erschöpfte Pvlizei und Kosaken, wobei viele Personen durch Kiiuteu- "^ßyerzogru n Hey y T -0 ) (TranPcnrrnipn und Sterbende diese Deutung wiederholt." lsiebe verletzt wurden. Erst herbeigerufenes Militär stellte Mark Jnvalibenren en, 100 879.11 Mordtaten. r bie 3iuhe toicber her.’ "" 31E.07 Mark Altersrenten, sowie 153765.54 Mark Bei- Auf dem Platz, wo zu Beginn des Ausstandes in Südweft- , ? ■■■----1 ' - '’-7— ? tragsersiattilngei» zur AiiSzahlung angewiesen. fiirifa der Farmer Zimmermann ermordet wurde, an der Bahn- 7*♦Wcirb* I fc Offenbach, 8. Mai. Der verheiratete Schlaffer lchttn O°"di?E'n ^s^^eurfScksenke??rY Verlin. 8. Mai. Ueber einen Fall ärgsten sozial. Schmitt brang in die Wohnung der Fabrikarbeiterin m'ordet. Einem eingeborenen Diener wurde die Kehle demokratischen TerrorismiiS, der gleichzeitig beweist, Ottilie Stenger, Großer Btergrund 24, em und seuerte Mich durchgeschnitten, die bewegliche Habe geraubt oder roie bjc Sozialdemokratie mit den in ihrem Programme er- kurzem Wortwechsel einen Rcv olverschuß auf bas Mädchen stört. Soweit bisher bekannt, waren die Täter Hereros. umspringt, sofern deren Entscheid ab. Schwerverletzt kam es ins Krankenhaus. Grund zur Der ^rrrecl ihnen unangenehm ist, teilt bie Schwabenbraiierei in Düssel-1Tat: verschmähte Liebe. flTita hrr borf in bcm gegenwärtigen wirtschaftlichen Kampfe ber sc. Mainz, 8. Mai. Gestern abenb versuchte bet Detersbura 8 Mai Gon "al Linowitsch meldet cheinisch.wcstfSlischcn GroKbranereien grgen bcn sozialbrmo- 13jährige Sohn bc8 WeitzbinderS Bär in der Rhem. bem Kaiser vom 7 'Mai-" Am 4 Mai drängte japa. kratllchen Branerciarbeiterverband nach dem sjmhe noch schnell über das Geleise der Straßenbahn zu Nische Reiterei vorgeschobene Kavallerie nn- „Fränk. Kur." folgenbcs mit: Die^ genannte Btnucre» sah springen unb zwar in bem Augenblick, ^»ls ein e le k t r N ch e p s e r e r r e ch t e n F l a n k e z u r ü ck. —■ Tie „Petersb. Telegr.-1 Agentur" meldet aus God'iadan vom 4. Mai: Auf der iganzen Front ist eine lebhafte Bewegung feind-> t i d) e r Patrouillen bemerkbar. Auf der rechten Flanke der Japa uer nahm Infanterie und Kavallerie San* ligau. Tie Kosaken gingen unter dem Truck der japanischen Reiterei und von Chunchusen aus das linke Ufer des Tnnliaoho zurück. Chinesen behaupten bestimmt, daß eine größere japanische Abteilung von der Küste Koreas in der Richtung auf Kirin vorgeht. Tokio, 8. Mai. Tie Regierung ist damit befchäftigt, die Pläne fertigzustelten, nach denen in den von den Javanern besetzten Gebietsteilen der M and schüre t der Ersatz der Militärverwaltung durch eine Zivilverwaltung stattsinden soll. Tie Offiziere der Armee bleiben nach lvie vor an der Spitze der Verwaltung und sollen durch Zivil- sachverständige und eine Zivilpolizeigewalt unterstützt werden. Man erwartet, General K a m i o wird zum Verweser von Liaotung ernannt; die Verweser für das Man- ------- . f dschureigebiet sind noch nicbt bestimmt: zur Teckuug der I Mitglieder ber Bubgetkommission bes Abgeordnetenhauses Verwaltungskosten sollen ausreichende Steuern erhoben heute nachmittag hier eingetroffen, um unter Beteiligung werden. | ber Oberpräsidenten v. Waldow unb Delbrück unb unter Führung bes Präsibenten ber Ansieblungskommission unb anberer Mitglieber bieser Kommission eine Besichtigung bes FW ?■ MUKW Nai 1905. ^08 haben die Schulen, foroie cc Aktuariats« lm AktuariatZ- in Groß» ! Tamstadt II, -W&N zum ln^enwärter am ^angenausseher aus Gernsheim kßarre hat dar 1 jur öffentliche die Großherzog. Schlesien und do? Geqenden Deutsch- WM in weilerm auch zunächst zu alljährlich einige pcn, so halten roix stehiiug und Wesen .i ihrer Verhütung i Negierung?- und twirkung von Geh. ii Regiemngsbezirk in. Wir empfehlen heit in llhrem ober nd t)infid)tM) der yege in Zetracht gefunbfieitSämtern schattet heute» )crcbL ÄdmM 1, herb^ o . ,oerde 6er°^otlen ie Qt1n„ ^geh. 3*b-len a‘M*= inh ‘^eSrot * biet 5‘ti; Ä'g: Miet: D.» 1 **« im ®W beute tzerungS-An- iidcnverffcherungs- jnb Krankenrentcn jlt 28 Millionen, Millionen Mark Molt siir daS 904 1609656.26 tt grankcnrenten, 765.54 Mark Be.- hei'ratete Schloß r Fabrilarbeüenn »unb ((1Ä , QUf das M°dchw haus. Ewnd l« l(nb versuchte d-e in bet*"'' gicnbol)'-' 8U be blieb den „L-lall mit ft'r« SssSs -3" »neu«11* «*1Ä figung von 02635 K D?Dtsehe Bunte Oberhemden 5261 2512 11685 forte genügt. empfiehlt 2480 COOOOOOOOOQ Empfehle mich zur Anfer-j lerstkl.SaHdana-Fahrräder Wunsch Teilzahlung. *ä^ Anzahl. 20, 30. 50 M. JÄctok Abz. 8—15 M. mon. /K^vJZ'X Reicheräder von V* 64 M. an. Zubehör- teile spottbillig. J- WeiseQ Telephon 235. Sonncnstr. 6. Rheumat, Steinleid..Hauskuren xt tg ohne Berufsstörung, mit natürlich. 8*. 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Das Schwurgericht verurteilte Johann Huber wegen Ermordung und Beraubung der Ceuta Falch zum Tode, seine Ehef.rau Babette wegen Beihilfe zu zehn Jahren Zuchthaus. Sie weinte furchtbar, er benahm sich sehr heftig, schlug auf bic Brüstung seiner Loge und rief: „Ich nehme das Urteil nicht an." Der Prozeß gegen den amerikanischen Blau-, bart Johann Hoch, der 37 Frauen gehabt haben soll und in dem Verdacht steht, mehrere von ihnen ermordet zu haben, nimmt nach langer Pause endlich seinen Fortgang.^ Man hat festgeftellt, daß ein Federhalter des Hoch ein weißes Pulver enhielt, das giftig war, und dessen Spuren sich auch 'in der Leiche der letzten Frau des Mgeklaaten vorfandcn. Die Untersuchung stößt auf große Schwierigreiten. Man hat vergeblich nach der Krankenpflegerin gesucht, die Hochs Frau in ihrer Krankheit pflegte, und kommt zu der Ansicht, daß Hoch auch sie beiseite aeschafst hat. Wilk Balser, Lindenplatz 12. MicrMc TM UM. 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Die Ausführung der Arbeiten und Lieferungen zur Errichtung eines Enipfangsgebäudes mit an" gebantem Güterschuppen auf dem neuen Bahnhofe Ranstadt soll im Wege des schriftlichen Angebots getrennt nach folgenden 8 Losen oder zusammen öffentlich verdungen w erden: Los I: Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinntetz- und Stakerarbeiten. Los II: Zimmerarbeiten. Los III: Schmiede- und Elsen- arbeiten. Los IV: Dachdeckerarbeiten. Los V: Klempnerarbeiten. Los VI: Tischler-, Schlosser- und Glaserarbeiten. Los VII: Anstreicherarbeiten. Los VIII: Tapeziererarbeiten. Die Zeichnungen und Angebots- itnterlagen liegen bei der unter- zeichneten Betriebs-Inspektion zur Einsicht aus; die Angebotsunter- lagen können auch von da gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 1,— Mark für jedes Los bezogen werden. Die Angebote sind versiegelt bis zum Eröffnungs - Termine am Montag, den 22. Mai 1905. vormittags 11 Uhr portofrei einzusenden. ,6 Zuschlagsfrist 4 Wochen.^ Gießen, den 6. Mai 190o. 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[v%; Der Vorstand. Tagesordnung: des 20-jährigen Bestehens^ o. Sektion Giessen 0 & 0" A- V. Donnerstag, 11. Mai: Wikossyheil« v9/. wfllh.