Nr. 8 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 10. Januar 1905 IMc&etttl KgN- mti Ausnahme bet Sonntags. Dte ^Gießener tfamilienblätter* werden dem ^Anzeige' otermal wöchentlich betgelegt Der »Helstlch« CaBOwtrF erlcbetnl monatlich einmal. Gietzener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Unwerfttätsdruckeret. 9L Lange, Siehe«, Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.I. Tel. Nr. 6L Telegr«-Adr. i Anzeiger Dieb«, General-Anzeiger, Amts- und Anzergeblatt für den Kreis Metzen. Volitische Tagesschau. Ein Bund für Mutterschutz kündigt uns seine Gründung an. Der Bund will Heimstätten schaffen, in welchen alle gesunden und arbeitswilligen unehelichen Mütter wtllkomrnen sind, die den ernstlichen Wunsch haben, ihre Zinder zu gesunden und nützlichen Menschen selbst zu erziehen. Tunlichst aus dem Lande oder in ländlichen Vororten der Städte sollen sie in gärtnerischer Bodenbearbeitung, 'm landwirtschaftlichen Nebenbetrieben oder in gesundheitlich einwandsfreier gewerblicher Tätigkeit wirtschaftliche Selbständigkeit gewinnen, unter gleichzeitiger Fürsorge für eine zweckmäßige Pflege und Erziehung der Zinder, Gewährung von Rechtsschutz und ärztlicher Hülseleistung. Tie Erfahrung hat, wie der Bund meint, gezeigt, daß ein derartiges Vorgehen auch den Wünschen vieler Väter entspricht und dazu beiträgt, deren Beihülfe und Interesse für Mutter und Kind zu erhalten. Hand in Hand mit diesen Maßnahmen sollen ein umfassender gesetzlicher Mutterschutz, eine allgemeine Niederkunstsversicherung und ähnliche Ziele in Angriff genommen werden. Der Erwerb der Mitgliedschaft erfolgt durch formlose Anmeldung bei der Geschäftsstelle unter gleichzeitiger Ueber- sendung eines — von jedem einzelnen nach seiner wirtschaftlichen Lage selbst zu bestimmenden — Jahresbeitrages, dessen Quittung als Mitgliedskarte gilt. Um möglichst weiten Kreisen die Teilnahme zu ermöglichen, werden Beiträge bis zu 1 Ml. herab enlgegengenommen. Doch bittet der Bund alle besser situierten Freunde seiner Bestrebungen, diese durch Zuwendung reichlicher Mittel zu fördern. Im Hinblick auf die Kosten der ersten Propaganda sowie der ersten Einrichtung von Mutterkolonien werden einmalige größere Beiträge mit besonderem Danke angenommen. Ferner sind dem Bunde besonders willkommen Meldungen von Freunden der Sache, welche bereit sind, die (sich bereits meldenden) ledigen Mütter mit ihren Kindern aus- zunehmen, sie event. in ihrem Wirtschastsbetriebe zu beschäf- slgen oder ihnen sonst eine (sei es auch nur vorläufige) Unterkunft und Existenz zu beschaffen, ferner dem Bunde geeignete SiedelungsterrainS nachzuweisen, Arbeitsgelegenheit zu ver-1 Mitteln usw. Der Aufruf des Bundes trägt die Unterschrift vieler im öffentlichen Leben stehender Personen. Es haben unterzeichnet u. a.: Lili Braun-Berlin, Dr. M. G. Eonrad- München, Hedwig Dohm-Berlin, Henriette Fürth-Frank- fnrt a. M., Professor Dr. v. Liszt-Charlottenburg, Reichs- tags-Abg. Müller-Meiningen, Dr. Friedr. Naumann-Berlin, Dr. Franz Qppenheimer-Berlin, Gabriele Reuter-Berlin, Professor Sombart-Breslau und Dr. Bruno Wille-Friedrichs- hagen. Z»i;sAimeuschiuh der würrtemverglfchen Liukett? Tie Deutsche Volkspartei hielt am vergangenen Freitag ihre mürttembergisch e Landesversammlung in Stuttgart ab. über welche unten im einzelnen berichtet wird. Ter „Vorwärts" veröffentlicht über diesen Parteitag der württembergischen Volkspartei einen von Gehässigkeiten strotzenden Artikel. Er schreibt, daß die Landes- oersammlung unter Formen stattgefunden habe, die „berüchtigten Zentrumsparaden" nachgebildet seien. Tie Partei werde von einem „Stuttgarter Advolatentlüngel" geleitet. Für die „Ohnmacht und Wegiosigleit" dieses „künstlichen Parteigebildes" sei bezeichnend, daß gegen den „schmählichen Umfall" die „schmähliche und volksverräterische So-aUnng" der Führer in der Frage der Verfassungsrevision sich keine Stimme auf dem Parteibrg erhoben, daß auf dem Parteitag cs nicht an „demagogisu)en Phrasen" gefehlt habe, aber man wisse, „was von dieser Komödie zu halten" sei. Bei dem nationallweral-volksparteilichen Bündnis entledige sich die Deutsche Vorkspartei des letzten Ballastes demokratischer Prinzipien. Derart wird, so fügt die olcic Deutsche Presse hinzu, ganz im „S a u h e r d e n t o n" vom Zentralorgan oer Sozialdemokratie eine Partei geschmäht, die seit Jahrzehnten bestrebt gewesen ist, mit der Sozialdemokratie so weit als möglich zusammen zu arbeiten. Angestcyts de» geschilderten Auftretens der Sozialdemokratie ist es begreiflich, daß auf dem württembergischen Parteitag der Teutschen Voikspartei der Unmut über die Sozialdemokratie scharf zum Ausdruck kam. Konrad Haußmann hob hervor, daß es den Schwaben , auf die Tauer nicht gefallen könne, o.ch ihr politischer Kampf durch Entstellungen und ein Uebermab von Vcr- acijlintg des Gegners geführt werde, wie es bei der So-ialiwmokratie gegenüoer der Voltspartei zur Gewohnheit geworden sei. Robert K e r ch e r - Stuttgart erklärte, mit der Sozialdemokratie werde so lange ein Zusammengehen unmöglich sein, als diese das Wort Bebels „Mehr Haß, mehr Galle" befolge. Abg. Schmidt-Maulbronn betonte, daß die jetzigen fortgesetzten Angriffe der Sozialdemokratie gegen die bürgerlichen Parteien nur der Reattion! Dienste leisteten. Abg. Paper hob hervor, die Deutsche Volkspartei sei cs gewohnt gewesen, den Anhängern der Sozialdemokratie noch von der Zeit des Sozialistengesetzes her außerordentlich nachsichtig durch die Finger zu sehen und ihnen durchgehen zu lassen, was die Deutsche Volkspartei anderen Parteien nicyt durchgehen ließ. Das habe sich geändert. „So wie sie seit Jahren ihre Taktik gebildet haben", erklärte Payer nach dem Bericht der „Franks. Ztg.", „ist ein Auskommen mit den Sozialdemokraten nicht mehr möglich. Tie Erfolge bei den Wahlen sind ihnen zu Kopfe gestiegen. Die Art, wie die Sozialdemokratie ernstliche Fortschritte gesährdet, die gehässige Weise auch da, wo Hebei ein* stimmung herrscht, die Vertreter der anderen linksstehenden Parteien herabzuwürdigen, diese Taktik macht zurzeit ein Zusarnmen- arbeiteu mit ihnen unmöglich, soweit es sich nicht um einzelne Fragen handelt, in denen ja nach wie vor ein Zusammenhang gewahrt werden kann." Das Verhältnis der linksliberalen Parteien zu der Sozial» demokratie hat sich neuerdings trotz allen verständigen Versöhn- ungsvcrsuchcn der Naumannianer verschlechtert. Oertliche_ Zu- sammeniwße haben dazu mitgewirkt, insbesondere bei den ^tadt- vcrordnetenwahlen in Frankfurt a. M. und Stuttgart, den Haupt- stützpunkten der süddeuischen Tnnoiratie; an anderen Orten hat allerdings die Sozialdemokratie mit den liberalen Parteien bei den Stadtverordneienwahlen noch r leiniame Sache gemacht, so in Mainz und der limgeonng von M-unz; dort ging es geschlossen gegen die Zentrumspartei. Ter allgemeine Grund, welcher ein Abrücken der Demokratie von der Sozialdemokratie veranlagt hat, ist die beleidigende Sprache, welche sozialdemokratische Blätter und sozialdemokratische Führer auch "den Linksiiberalen gegenüber namentlich neuerdings zu führen belieben. Tie Sozialdemokratie macht jede Annäherung geraoezu unmöglich, wenn ein weit verbreitetes und einfluß- reiches sozialdelnorratisches Blatt den Abg. v. Ger lach als „L u m P a z i it s" und als „von der politischen Spionage lebenden deklassierten Burschen" apostrophiert. Eugen Richter hat wieder einmal Recht behalten. Er ist bei der Zolltarifdebatte mit energischem Ruck von der Sozial- Lemotiatie abgerückt, und er hat diejenigen Linksliberalen als „Jllusi.onspolititer" behandelt, welche glaubten, mit der Sozialdemo lratie Hand in Hand gehen zu können. Tie Sozialdemokratie, die noa) auf ihrem preußischen Parteitage jüngst fast ausschließlich mit altliberalen Gedanken prunkte, glaubt immer noch,' am besten für eigene Rechnung, ohne Associes zu arbeiten. Sollte sich das einmal andern, so würde der Anschluß der revisionistische^ Cb Cb O O' 3 Cs x» er ' » 3 o Cb ZT. O: w o o Cb cv Cb o 5© f 1 3 Z, 2^3 er S' 3 » 2 3 3 (3 C3 3 3 en o M 3 • 3 3 A) ' _ O TT 2 3 C o o ° au ■zn C 2. 3 S O" ° r-s ° er 3 o —U - A 3_" c 3 ° ~c- 3. c' 2 cm ei) -*3 0' er O Q< »2 &S- 3 „ 3; * o ra 03 CO Cr< 03 O 3 2’ CT< r 3 C3 gl S- - 6^ Sf.o" 2 ^2 3 3 3 o @5 Cb 3 C ö ISO er ro K r*- €> er 3 ti o' -3 3 HA 3 ES 00 3 « P o CW O' Gl 03' § 1 ro' re« r ^3 =! S S" S 3 ° _ er e Besserung der Finanzlage des Staates und besprach im Anschluß hieran die Notwendigkeit einer Aenderung des Eisenbahnwesens im Sinne einer Erhöhung der Rentabilität. Tie Einnahmen aus den württem- bergischen Eisenbahnen reichen auch im neuen Etatsjahr wieder nicht aus, nm auch mir die Zinsen für die Eisenbahnsch-iUd zu decken. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die bevorstehenden KifenbahngemeinschaftsVerhandlungen zu einem ifür die beteiligten Staaten ersprießlichen Mschluß führen möchten. Don größerem Interesse waren auch die Mitteilungen des Abgeordneten. über die mutmaßlichen Hauptgesichtspunkte der in Aussicht stellenden Verfassn ng srefor m. Hiernach soll es in Ler Absicht der Regierung liegen, in dem den Ständen zu unterbreitenden Gesetzentwurf eine reine Volkskammer, die sich nur aus gewählten Abgeordneten zusammensetzt, vorzuschlagcn, und hinsichtlich der ersten Kam in er eine Beschränkung der Zahl der standesherrlichen Sitze unb eine Vertretung der ver- schiedcnen gesetzlich organisierten Berussstände zu, fordern. Ter ersten Kammer sollen vier Vertreter der evangelischen und zwei der katholischen Kirche, sowie sechs vom König zu ernennende Mitglieder an gehören. Ten zweiten Hauptvortrag hielt Reichs tag sabg. Patzig- Berlin über Reichstag und Reichspolitik. lieber die Fortschritte der jung liberalen Bewegun g in Württemberg berichtete Kaufmann Stübler-Stuttgart. Ten Jahresbericht der Partei erstattete der Geschäftsführer Tr. Fetzer. Ein schon im vorigen Jahre behandelter Antrag der Ortsgruppe Feuerbach, den Namen Deutsche Partei in nationalliberale Partei umzuändern, wurde, da die einzelnen Ortsgruppen noch nicht vollzählig zu diesem Llnttage Stellung genommen haben, auf die nächstjährige Lar^esversammlung zurückgestellt; er soll dann definitiv erledigt werden. Nach etwa vierstündiger Tauer wurde die Versammlung mit einer Schlußansprache des Vorsitzenden geschlossen. Wie sich im Verlaufe der Versammlung aufs neue zeigte, W ebenso wie im übrigen Süddeutschland auch in Württem-- Kerg eine langsame Annäherung der einzelnen liberalen Parteigruppen — der Deutschen Parteiund der Volkspartei — im Gange, und zwar ist es hier die Ablehnung des Schulgelbentwurfes durch die erste Kammer, welche diese Parteien zusammenführt. Von beiden Seiten wird eine Verständigung angesttebt, und ivenn nickst unerwartete Hindernisse in den Weg treten, durste sich eine solche wohl auch sicher erreichen lassen. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Januar 1905. ** Die Bestrebungen S. K. H. unseres Großherz o ig s zur Hebung der Wohnstättenkultur bespricht Gras Kuno von txrrbenbcrg im neuesten Hefte der? „Deutschen Kunst und Dekoration", Januar, aus Anlaß der Eröffnung der ersten Wanderausstellung des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein. Er entwickelt in seiner Abhandlung die große, kulturelle Idee, die dem fürstlichen Schützer der Kunst schon seit Jahren vorschwebt und die durch den Znsrmrmenschilnß des obengenannten Vereins ihrer VerwirMchnng wieder ein gutes Stuck naher- aekommen ist. Es ist der zweite Teil des Großherzoglichen Programms, der in dieser Ausstellung zur Durchführung gekommen ist, jetzig da die Wohnstättenkultur sich in gesunder und kräftiger Entwicklung befindet und es also nur nötig ist, ruhig weit zu schaffen und am Gebäude des neuen Stils zu feilen und zu meißeln. Im übrigen überrascht das Heft auf den ersten Blick ganz besonders durch seine prächtige farbige Ausstattung. Den Reigen eröffnet Willi Geiger, ein noch junger aber stark talentierter Münchener Künstler, ein Schüler von Prof. Franz Stuck. Die Blätter, die 'der Publikation in der „Deutschen Kunst und Dekoration" zu Grunde liegen, betonen vorzugsweise nur eine Seite von Geigers Wesen; er erscheint hier lediglich als freier, lyrischer Phantast, der groteske Variete-Motive mit ungebundener Laun: behandelt. Die kalte nordische Schneelandschast, das Zagere struppige Renntier, das un- gefügte Nilpferd und der zerzauste Eisbär passen sich dem rauhen Geiste seiner Kunst und ihrer harten Strichel-Technik vorzüglich an. Dabei sind die Blätter in ihren einfachen Farben von feinster Wirkung. Von Professor Ludwig Dill, dem begeistcrreu Schilderer der träumerischen Schönheit des Dachauer Moores folgt dann eine größere Gruppe au- ztehendster Gemälde. Die Wiedergabe der Stimmung der Originale ist in dem sorgfaltigst ausge führten Truck vorzüglich ausgefallen. In Walther Schmarje wird uns ein Plastiker von feinem Geschmack und ernstem Wollen vorgeführt. Er ist nicht übermodern, doch fern von falschem Pathos; cs ist eine ehrliche Kunst, die er uns zeigt. Von Professor Heinrich Metzendorf folgen einige Ansichten aus der Tiele einer Villa. Margarete von Brauchitsch, die bekannte Kunstgewerblerin in München, bietet reizende Aäo- tivc in ihrer Ausstattung eines Bade- oder Ankleidezimmers mittels grober Leinenstickerei. Die Dekorations- Formen sind sparsam angewandt, es scheint eine der Haupte bestrebungen dieser tüchtigen Künstlerin zu sein, mit wenig Mitteln vieles zu erreichen. Tann folgt eine Serie Grabreliefs und Grabmäler, preisgekrönte Entwürfe, das Ergebnis eines Wettbewerbes und Entwürfe zu Reklame-Inseraten, ebenfalls aus einem Wettbewerbe hervorgegangen. Die Aussätze, die die Llbbildungen begleiten, verdienen vollauf das Interesse, das ihnen allgemein entgegengc- bracht wird; sie sind anregend und belehrend, ohne bevormunden zu wollen. ** Zur Landtag swahl für den Bezirk Schotten- Gedern-Laubach. Donnerstag den 12. d. M. wird im Rathaussaale in Schotten die Wahl eines Landtags- abgeordnetcn für den Bezirk Schotten-Gedern- Laubach an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Weidner in Herchenhain stattfinden. Von den aufgestellten Kandidaten, Oberförster Weber, Konradsdorf (liberal) unb Bürgermeister Metren Heimer, Eichelsachscn (Bauernbünbler), i)at ber zuerst genannte, so wirb uns berichtet, bie meiste Aussicht, gewählt zu werben. Schon bei ber letzten Lcmd- tagswahl erhielt Oberförster Weber trotz ber Beliebtheit seines bamaligen Gegners Weibner eine so große 'Anzahl von Stimmen, baß ber Herchenhainer Bürgermeister nur mit knapper Majorität ben Sieg bavontrug. Nun erfreut flch aber ber Kandidat bes Bauernbundes, Mettenheimer, bet der Landbevölkerung durchaus nicht der Sympathie, wie sie der frühere Landtagsabg. Weidner besessen hat, so daß ein glatter Sieg Webers zil erwarten steht, zumal dessen rebnerische Begab!, ng, sein leutseliges Wesen und seine großen Verblenste um ben Vogelsberg allgemein bekannt sind. Der einzige Einwand, der von gegnerischer Seite gemacht wird, ist der alte — er ist Beamter. Wie aber z. B. der RelchstagSabg. Dr. Wal lau, der ja auch Beamter ist, glanzend bewiesen hat, daß ein Beamter die Interessen aller Stande aufsbeste zu vertreten versteht, so darf man wohl auch zu dem Oberförster Weber allseitiges volles Vertrauen haben. Auf je ben Fall ist ec ein Mann, der schon längst durch die Tat be- iviesen hat, daß er ein offenes Auge für die Bedürfnisse der Landwirtschaft im Vogelsberg hat. '""Promotionen. Im Monat Dezember 1904 wurden an der Landes-Universität promoviert., Zum Dr. p h 11. honoris causa Ministerialrat i. P» Wilhelm Soldan in Darmstadt; ferner: Zum Dr. med. Nikolaus Heß, approbierter Arzt au§ Wadgessen. Zuni Dr. phil. Frau Wera prilitsch ewsky-Tu bandt, cand. ehern, aus Odessa, Albrecht Offen bä ch er, Regierungsassessor aus Sellnrod, Richard Gonder, cand. rer. nat. aufi Friedberg, Jakob Hoffmann, Oberlehrer aus Feil-Vingert. 4- Hungen, 8. Jan. Der seit einem Jahre hier be* stehende gemeinnützige Verein hielt heute feine Mitgliederversammlung ab. Wenn auch die Tätigkeit be5 Vereins iin abgelausenen Jahre infolge der Bürgermelstermahl rc. keine so ausgedehnte war, wie sie vielleicht erwartet wurde, so ist doch mit Freuden zu konstatieren, daß die Aufgaben, welche sich der Verein gesteckt hat, in verschiedenster Hinsicht zum Vorschein traten und daß ivimerhin recht bemerkenswerte Erfolge zu verzeichnen sind. Das äußerst lebhafte Interesse, welches man dem Verein entgegen bringt unb welches in ber heutigen Versammlung vielseitigen Ausklang fanb, beweist, baß bie beschrittene Bahn bie richtige ist und baß ber Verein in nicht zu ferner Zukunft weitere Erfolge, bie bem Gemeinbe- wohl bienen, erringen wirb. Alle Fragen, bie ein öffentliches Interesse habe«, kommen im Verein zur Bearbeitung; damit ist auch der Stadtverwaltung, an bie sich ber Verein anschließt, bie Behandlung öffentlicher Fragen erleichtert, denn im Verein äußert sich der Wille der Bürgerschaft. Vor allen Dingen erstrebt der Verein die Hebung des Gemeinwohls, wie es in ber Erbauung von Wohnungen, Förberung geschäftlicher Interessen, Schaffung unb Verbesserung von Wohlfahrtseinrichtungen aller Art zu Tage tritt. Frankfurt, 9. Jan. Die Viehmarktbank, bie zu Streitigkeiten zwischen Fleischerinnung unb Hänblern geführt hat, ist schon beim heutigen Markt in Tätigkeit getreten, unb zwar soweit es sich um ben Verkauf von Vieh, auf eigene Rechnung hanbelt. Die Preise für Ochsen sinb bnrchschmttlich um zwei Mark pro Zentner gefallen; l>5> & CQ an s f o o — Ca 3 -"w " an £> H CD c £ & vO • E io a o 03 Sc fc o s V o c CD £ Z & -- G 53 an = « c e -"ti ■zZ~ an cd c ".S c an *5 en o X ez o «2 CD C 57 E^. ‘ÜDiO CD 4- i* • o 2 cd 4S HET z CD o *8 5-> :ä C-l CQ "Z S <2 c «n Z Cg .C an" CD C ° c vQ «5 "5 H ± 7 c CQ c ao ~ CD" vO C Ä CD ^"E 2 VD 7 Q C VD ID -O 2^ " CD sO «-« '■"x —• an Z —‘ — VD -o. — O — °n "C0 ° CD ?£ " =C CD CJ :C C 5 «n E U— . <-» " VC g OJ üO CD ^ 85 g o 8 LID C vc sc on 5 c an o sj t; so . -1 s •£ c ucto r 5 en SÄ .= H P 2^5 s ei 2 § V z c’© Z GTt 7C ^vQ iQjj .22 .$* 2 S'.2 VD VD E *r: 2vd . " O CJ ,3. xö VD VD vD " S an " u o o vDu-^_ VD ‘7770 vD t3 £ *5 77 vS ±7 ü=*E--X °n 2 cd >S'.2 E ■“ - 7 vD C - q ' vD -u. Q 7 7 7 So» __ 2 § C? w t» O »-In nt .SJ S 2 § S 7 VD 7 a S S vD CQ 2 - o V-,o cd P -ä on .2 •- c 8J p CT . o s ~ ? DD -» — x‘**~Dx5 -u — ! 5.2^5^ &■ .OD^gjDvQ g3 ev CD’O o M'tt a.E: ■ o S CD 2 7« an p^^c X e *id P r*7 ci O 77. M—• VD "2. " ' ■»' -4-» T-» .—. rx sID' C M -5 e ‘o .77 N p-— v »c-o sv « -2 ~ cd x- X CD-,— *—• OD sZ3 p* a — , w *-* qj c VD CDVD 2 <0 CD OJ 'C -c ud p £..E o 2 ’S -2.0 'S*® j-rxä ,*pr2L s Ss.25^x>^eS«1 's P 2 2 = tt . Ö an VD E -D „ 2 ;d c an — allerdings ist zu berücksichtigen, daß die Preise in der letzten Woche bis zu fünf Mark emporgestiegen waren, sodaß also der normale Preis immer noch nicht erreicht ist. Während sich das Geschäft im Allgemeinen ruhig entw feite, hat eine vor Beginn des Marktes angeschlagene Verordnung der Negierung in Wiesbaden bei den österreichischen Händlern Verstimmung hervorgerufen. Diese Händler dürfen erst von 10^/z Uhr ab mit dein Verkauf beginnen, wie es heißt wegen Seuchengefahr. Gestern in der Generalversammlung der Gcoßviehunfallkasse der Fleischerinnung wurden nut Rücksicht auf die jüngsten Vorgänge einige Statutenänderungen be-- schlossen. Der Paragraph 2 des Statuts wurde vorläufig außer Kraft gesetzt. Er besagt, daß die Kasse den Schaden nicht ersetzt, wenn von einem Stück Vieh wegen Tuberkulose mehr als die Hälfte des Schlachtgewichts der Freibank oder Wasenmeisterei überwiesen wird, da dem Geschädigten ein Währschaftsanspruch an den Verkäufer zustehe. Die Händler haben diese Währschaft für die Folge abgelehnt. Die Generalversammlung nahm ferner eine Resolution an, in der sie gegen das Vorgehen der Händler Protest erhebt. (Frkf. Ztg.) Frankfurt, 6. Jan. Emanuel Stockhausen, Mit- glied des Thalia-Theaters in Hamburg, veranstaltet den 8. Februar im Saale des Frankfurter Hofes Gedächtnisfeier für Wil hei in Jordan. Der 8. Februar ist der Geburtstag des Dichters. Stockhausen wird zwei Gesänge aus Jordans Nibelunge, erster Teil, rezitieren, und zwar den 23. und 24.: Sigfrids Tod und das Gespräch zwischen Krim- hild und Brunhild an seiner Leiche. vermischte». * Erfurt, 8. Jan. Am hiesigen Stadttheater wurde unlängst „Onkel Bräsig" gegeben, Ujnd der „Held und Bonvivant" des Ensembles brachte durch seine Unsicherheit die Vorstellung hin und wieder in Gefahr. Ter S ch au- spielrezensent einer hiesigen Zeitung, welcher in seinen Besprechung diese Tatsache durchaus sachlrch behandelte, war nicht wenig erstaunt, als er von dem Bonvivant ein Schreü- ben erhielt, in dem dieser den Referenten cmf forderte:,' sein Urteil über ihn umgehend öffentlich zurückzunehmen, andernfalls müsse er als „alter Akademiker" den: Theaterreferenten eine Forderung übersenden. Die Zurücknahme hat der Rezensent natürlich verweigert. * Se lb stmord eines Studenten. Am 'Donnerstag abend kain ein juwger, gutgekleideter Mann in eine Badeanstalt in Weimar und verlangte eine Badezelle erster Klasse. Dem Einwand des Bademeisters, daß es eigentlich, schon etwas spät sei, begegnete der Ankömmling mit den Worten: „Ich bin. auf der Durchreise hier, es dauert nicht lange, ich bin bald fertig!" Die Zelle wurde ihm verabfolgt, der junge Mann ging hinein und verriegelte die Tür. Ms er nazchi längerer Zeit nicht wieder zum Vorschein kam, blickte man durch ein kleines Fenster in die Zelle, und der rasch hinzugerufene Polizeibeamte sah den jungen Mann entkleidet und blutüberströmt halb in der Badewanne liegen, deren Wasser ahgelassen war; er hatte sich mittels eines furchtbaren Schnittes mit einem Rasiermesser durch die Kehle den Tod gegeben. .Heute morgen wurde der Lebensmüde als der 20jährige Student Karl Zehrte gebürtig aus Essen a, Ruhr, zurzeit in Jena Jurisprudenz, studierend, rekognosziert. Er gehörte der Burschenschaft „Germania" an und war von einem Besuch seiner Eltern in Essen zurückgekehrt. In Erfurt trennte er sich von einem Reisegefährten und Studien genossen^ fuhr allein hierher nach Weimar und vollbrachte die Tat. Die Triebfeder zu derselben konnte vorläufig nicht ermittelt werden, nur soviel war zu erfahren, daß der Verstorbene in geordneten Vermögensverhältnissen lebte und seinen Studien mit Eifer und Erfolg obgelegen hatte. * Zu dem Pistolenduell, das kurz vor Weihnachten /M Juditter Walde bei Königsberg i. Pr. stattfand und in dem einer der Duellanten fiel, werden der „Königsb. Hart. Ztg." folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Getötete ist der Baron Julius v. Oelsen auf Kockenhof bei Livland. Er mar mit einem Fräulein v. Sch., der reichsten Erbin Livlands, verheiratet, die ihm über 10 Millionen Rubel mit in die Ehe brachte. Der Ehe sind vier Kinder entsprossen. Frau v. Oelsen ist im höchsten Grade nervös, und diesem Umstande ist es wohl zuzuschreiben, daß sie sich eines Tages verpflichtet fühlte, ihrem Gatten die Mitteilung zu machen, sie stehe in Beziehungen zu einem ihrer Gutsnachbarn. Als daraufhin der Gatte jenen zur Rede stellte, gab dieser sein Ehrenwort, daß durchaus nichts Unerlaubtes geschehen sei, sein Verkehr mit Frau v. Oelsen sich vielmehr nachbarlich- fieundschastlich gehalten habe. Da Baron v. Oelsen im Hinblick aus das Geständnis seiner Gattin in beleidigender Weise das Ehrenwort des Herrn anzweifelte, so kam es zu einer Forderung, die in Juditten ausgetragen wurde. Die Bedingungen lauteten auf dreimaligen Kugelwechsel bei zehn Schritt Entfernung und 5 Sekunden Zielzeit. Gleich im ersten Gange erhielt Baron v. Oelsen einen Schuß durch die Leber, an dessen Folgen er später in der Klinik starb. * Humor aus der Schule. Bei der Prüfung in seiner Schwarzwälder Schule wollte neulich der Herr Visitator im Kopfe eines ABC-Schützen das vergessene Zerlegen der Zahl 5 wieder auffrifchen und gleichzeitig dem Lehrer eine kleine Anleitung zum praktischen Unterrichten zu geben, rvobei sich folgendes Gespräch entspann: Visitator (freundlich): „Gelt, Kleiner, Du haft schon Geißen gehütet?" — Büblein (zutraulich): „O ja, schon vielmal." — „Gut. Denk Dir mal, Du hütest eben 5 Geißen. Nun läuft aber mitten durch die Wiese ein Wassergraben. Von deinen 5 Geißen springen 2 hinüber, weil es dort schöneres Gras gibt. Wie viel Geißen stehen dann noch auf Deiner Seite?" — „Auch zwei Geißen." — „Ungeschicktes Bürschlein, denk nochmal ein klein bischen nach. So, antworte jetzt besser als vorhin. Wie viel Geißen also stehen noch bei Dir?" — „Zwei Geißen." — „Wenn Du gedankenloser Knirps mir aber iiicht endlich besser aufmerkst, schlag ich Dir eine hinter die Ohren l Wie viel Geißen hütest Du im ganzen? Antwort!" — „Fünf Geißen." — „Wie viel davon hüpfen über den Graben?" — „Zwei Geißen." — „So. Und wie viel Geißen bleiben also noch bei Dir zurück?" — „Auch zwei Geißen! (In höchster Angst, da jeneu schon zum Schlag aiisholt.) Die ander' ist halt ein Bock!" * Kleine Tagcschrouik. Ter Berliner Schrift- st e l f.'C r Georg Stockhausen hat sich auf bem Laudgrafeuberge bei Jena erschösse u, Stockhausen ist durch das von ihm herauSgegcbcue Sammelwerk: ^,Ta-s deutsche Jahrhundert" bekannt geworden. — Den „.Hamburger Nachrichten" zufolge ist der Fischd ampfer „Athlet", der int Skagerag fischte mckx außer der Besatzung auch Passagiere an Bord haben soll, als verloren zu betrachten. Auch der Fischewer „H. F. 111", der zum Fischen in die Nordsee hinausgefahren ist, ist wsher noch nicht zurückgekehrt. — Am Sonntag wurde auf dem Bahnhof Nieder sch ö n w e i d e - I o l a n n i s t h a l ein Türschließer beim Ueb erschrecken des Geleisen von Kottbus iiach Berlin im Dienst von dem einfahrenden Personenzug Nr. 1466 überfahren und tödlich verletzt. Es liegt eigenes Verschulden vor. — In der Geburtsgrotte zu Betlc em kam es am Freitag bei einem Streit zwischen einem Fran ckaner und einem griechi- ichen Priester zu einer Schlägerei, bei der ein deutscher und ein italienischer Mönch verwundet wurden. Ter deutsche Konsul beantragte die Einleitung des Strafverfahrens. — In der letzten Nacht brach in einem kleinen Hotel in der Nähe von Brüssel ein Brand aus, wobei die Frau des Besitzers in den Flammen u m k a m. Ta die Eheleute in Uneinigkeit lebten, lag die Vermutung der Brandstiftung nahe. Ter Ehemann, tvelcher sich mit einem 11jährigen Töcbterchen gerettet hatte, wurde verhaftet. Er erklärte bei einem Verhör, daß er mit seiner Gattin in einen Wortwechsel geraten sei und hierbei die Petroleumlampe umgeworfen habe. — Ter von Konditor Lächel mit Erpress n ngen verfolgte und in Berlin in Haft befindliche Land- g e r i ch t s d i r e k t o r Hasse hat noch einer Breslauer Meldung beim dortigen Amtsgericht die Eröffnung des K o n k u r s e s beantragt. — In einer zerfallenen Burg der römischen Campagna vergifteten sich "ein 25jähriger Student der Chemie und eilte 19jährige Studentin der Medizin, lucil die Eltern die Heirat zu verhindern suchten. Ter junge Mann ist Sizilianer, die Tome Norditalienerin und von großer Schönheit. Kunst und Wyjenlchaft. Eino Hypertrophie des Gedächtnisses. Ein interessantes Inserat finden wir in Münchener Blättern. Der Vertreter des S ch r i s t st e l l e r s Liebe in Augsburg giebt darin bekannt, daß zwischen Liebe und L e u t n a n r H e rnin et n n folgender Vergleich geschlossen wurde: 1. Herr Leutnant Hennnann erklärt bezüglich des von ihm veröffentlichen Buches „Eairies Briese"; In den in diesem Buche eingeflochtenen Reskexlonen sind Sentenzen enthalten, welche dem Buche des Schriftstellers Herrn Liebe „Jahr- hundert^inoderne und Seelenaristokraten" entnommen sind, bezw. welche Stellen aus diesem Buche zur Grundlage haben. Die Entlehnung ist nicht in der Absicht des Nachdruckes geschehen, sondern infolge des starken seelischen Eindruckes, welchen der Inhalt des Liebeschen.Buches auf mich gemacht hat. Gerade die verwandten Stellen brachten meine Empfindungen, für welche mir selbst die geeignetsten Wdrte fehlten, zum Ausdruck. Ich gebe meinem liefen Bedauern darüber Ausdruck, daß ich Herrn Schriftsteller Liebe diirch die Tatsache der Entnahme jener Stellen aus seinem Werke m seinen Autorrechten verletzt habe. 2. Herr Leutnant Hentmami trägt die Herrn Liebe in dieser Sache erwachsenen Anwaltskosten. — Karl Spitteler, der schweizerische Dichter, hat den ihn: vom Wiener Baue-rnfeld-Kuratorium für sein Werk ,,Olym- Pischer Frühling" zuerkaunteu Bauernfeld-Preis von 1000 thronen einem anderen, in Nordbeutfchland lebenden Dickster zugewendet. Kttcratur. — Unter unserer sozialen Gesetzgebung ist das J uv aliden- versicherungsgesetz vom 13. Juli 1899 wohl das be-- deutendüe unb am tiefsten in das alltägliche Leben einschneidende Gesetz. Der Zweck des Jnvalideuversicherungsgesetzes ist, auch demjenigen, der durch allmähligen Verfall der Kräfte, durch Kranksein, durch sonstigen Unfall und durch Alter erwerbsunfähig wird, der Gesamtheit gegenüber einen begründeten Anspruch auf staatliche Fürsorge zu sichern. Unerläßlich ist für jeden Versicherten, zu lvisseu. wie er seine Versickerung bewirken und wie er seine erworbenen Rechte erhalten kann usw., damit er vor Schaden bewahrst bleibt. Tie erforderliche Kenntnis sich anzueignen, dazu bietet das von PH. Sckserf über das Jnoaliden- versicheriingsgesetz herausgegebene Werkchen ein gutes Hilfsmittel. Der Verfasser hat sich zur Aufgabe gemackst, uickst den einfachen Gesetzestext, der für den Laien keinen Wert hat, zu geben, sondern er hat es als seine Pflicht empfunden, nur das zu besprechen, was für die Erkenntnis des sozialpolitischen Zweckes des Gesetzes notwendig ist. So schreibt die Zeitsck)rift „Die Jnvaliditäts- und Altersversicherung im Deutschen Reich": „Unter dem Titel: „Arbeiter fürsorge" nach dem Jnvaliden-Versiä-erungs- gesetze vom 13. Juli 1899 ist oou Philipp Scherf ein Werk- clj-en herausgegeben worden, und in der Hofbuchhandlung von H. L. Schlapp, Darmstadt, Schulstr. 5, erschienen, das in' leicht faßlicher, übersichtlicher Darstellung in feinem erften Teile dm Zweck des Gesetzes und feine Vorteile für den Versicherten und in seinem zweiten Teile in. ausführlicher Weise die Frage der Versicherungspflicht, die Befreiung von der Versicherungspflicht und das Versicherungsrecht bespricht. sticht die einzelnen Paragraphen des ganzen Juvaliden-Versicherungsgesetzes will das Werkchen kommentieren, lonbern es greift aus der ganzen Gesetzesmaterie nur diejenigen Fragen heraus und beantwortet sie, die für die mit Durchführung des Gesetzes betreuten unteren Verwaltungsbehörden die wichtigsten find: der Versicherte selbst findet darin Aufschluß über alles, was er selbst von dem Gesetz zu erwarten hat. Insbesondere ist der wichtigsten Aufgabe der Versicherungs-Anstalten, das Heckverfahren in geeigneten Füllen auf ihre Kosten zu übernehmen, die ihr gebührende Beachtung und Besprechung zuteil geworden. Laß die zahlreichen, vielfach schwer verständlichen Bestimmungen des Gesetzes, die das große Publikum und namentlich die Versicherten nickst interessieren, unerwähnt geblieben finb, läßt das äußerst billige Werkchen für alle Laien, für Arbeitgeber und Versicherte nur um so empfehlenswerter erscheinen." — Tie „Darmst. Ztg." sck)reibt: „Arbeiterfürsorge nach dem Jnvalideu-Versictzerungsgesetz vom 13. Juli 1899", herausgegeben von Philipp Schers. .Von unseren sozlalpolitisck>en Gesetzen bedarf das hier fragliche sowohl löcgen seiner teilweisen Neuheit, als auch wegen seiner Anlage unb seines Inhalts vornehmlich einer populären Tarlegung, um seine segensreichen Bestimmungen dem Verstülrdnisfe weitester Kreise nüber zu bringen. Unkenntnis und falsche Auffassungen sind gcrobe auf diesem Gebiete noch so stark vertreten, daß eine klar geschriebene, gemeinverständliche Auseinandersetzung des Stofies, zumal lvenn He sich nicht allzu sehr in Einzelheiten vertiert, sondern in erster Linie die höheren svzialett Gesichtspunkte betont und die Wohltaten dieses Gesetzeswerts gebührend hervorhebt, guten Erfolg haben wird. Eine solche Arbeit ist bic vorliegende Schrift, die hauptsächlich dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer bienen füll. In systematischer 'Anordnung bespricht sie nach einer Darlegung der Entwickelung unserer Sozialpolitik die Grundzüge des Juvaiiden-Verjicherungs- gesetzes uno erörtert alsdann dassecoe im einzelnen unter praktischer Veraufchauiillmng durch Beispiele. Ein übersichtliches, ausführliches Jnhaltsverz-eichuis erhöht den Gebrmichswert der Schrift, deren besonderer Vorzug in einer immer öfteren Hervorhebung der idealen Seiten des neuen Gesetzes besteht. Derselbe Verfasser hat in einem durch den Verlag dec „Ar- beiter-Versorgung"-Berliu zu beziehenden Werkchen die Recht- s p r e ch u n g s g r u ndsätze über die B r u ch s ch üben behandelt. Tie Bearbeitung dieser Frage bildet ein Hilfsmittel für jeden, der mit der Durchführung der Unfallversicherungsgesetze betraut ist, insbesondere auch für die Herren Aerzte. ArveUrrvkwegung. Ein A u s stan b auf den Naphtawerken des Kau-» k a s u s. Am 5. Januar fanden bei Bibi Eibat Z n s a in m e u st vße zwischen zwei Arbeitcrgrnppen statt. Eine zerstörte das Besitztum friedlicher Arbeiter, wobei ein Arbeiter getötet unb 10 verwundet wurden. Am 6. Januar wurden in Balachany bei der Wiederherstellung der durch grobe Ausschreitungen von ausständigen Arbeitern gestörten Ruhe fünf P e r s o n e n getötet und 26 verwundet. Seit dem 6. Januar sind bis jetzt 6 0 Bohrtürme verbrannt und seil Beginn des Feuers überhaupt uwa 100. Der Ausstand wird fotlgejetzt. Die Vertreter der Naphlawert'e- Arbeiter schlugen neue Bestimmungen vor, nach denen die n e-u u- stundige Arbeitszeit eingeführt wird, alle anderen sttmmungen jedoch nicht verändert werden. Tie Ausständiaew wurden aufgefordert, die Arbeit bis zum 10. Januar wieder auf» zunehmen. Falls dies nicht geschehen sollte, sollen alle Meister und Arvecker entlassen werden. Die Msständigen scheinen der Aufsorderung Folge leisten zu wollen. — In Balachanu ist eine neue Feuersbrunst ausgebrochen. — Börsenmitglieder von Nuchm-Nowgorod wandten sich telegraphisch mit der Bitte an den Finanzminister, dem Ausstand ein Ende zu machen Sie begründeten ihre Bitte damit, daß eine längere Stockung in der Naphtagemmimng bedeutende Verluste der Wolgaschiffahrts-Jn- dnstrie bedeute, uud er)liebten um Einsetzung einer Regierungskommission zur Untersuchung der Gründe der Zwistigkeiten zwischen den sltaphta-Jndustrietteu und ihren Arbeitern. Kerichtsjaal. „M a u s ch e l n" i st Glücksspiel. 2er Strafsenat des Oberlandesgerichts in Frankfurt a. M. entschied, daß „Mauscheln" als Glücksspiel gilt, wenn nach der gesellschaftlichen Anschauung um ein Objekt gespielt wird, das die Bedeutung eines Vemwgeiiswertes hat. Sabei kommt die Vermögenslage der einzelnen Spieler gar nicht in Betracht. Aus diesem Grunde wurde ein Wirt zu 20 Mk. Geldstrafe wegen Duldung von Glücksspielen verurteilt. Vom Schöffengericyt war er seinerzeit freigesprochen worden. Das Reichsgericht hat entschieden, datz „Niau-^ schein" im allgemeinen nicht als Glücksspiel aufzufassen ist. M o s k a u , 8. Jan. Tas Zivildepartement des Senats verurteilte den Oberpolizeimeister General Trepow zur Zahlung von 40000 31 übel Schadenersatz cm eine Frau, Dementowa. Trepow hatte unberechtigterweise das Bureau der Stellenvermittlerin schließen lassen. Kandel und MerKeyr. Dolkswirtschaft. Deutsche Bank. Bekanntlich verlautete, daß die Deutsche Bank eine der neuen russischen Anleihe feindliche Stellung eingenommen habe und dieselbe heimlich bekämpfe. So soll sie es hauptsächlich gewesen sein, die durch Abgaben russischer Werte in Paris dort vergangene Woche die Russenbaisfe her-vorrief und ausdrücklich jede Beteiligung an der neuen russischen Anleihe abgelehnt habe. Demgegenüber erklärt nun ein Vertreter der Ttrektiön der Bank einem Vertreter der „F. Z.", daß sie sich m keiner Weise feindlich gezeigt habe und feindlich zeigen iverde, obwohl das Syii- ditat ilir weder eure Crigiimlbeteihgimg noch eine sonstige Diit- Wirkung an der Subseription offengehalten habe. Aus welchen Gründen, ist bis jetzt noch nicht befamit geworden. Z n r Lage tm Ru h r t o h l e n r e v re r. lieber die Streit- geiahr in den rhemlsch-westfälischen Ruhrkohleiibezirten ist man, ivie leicht begreiflich, an der Börse recht beunruhigt. Die Börse ivendet der Llrbeiterbeweguug ihre volle Aufniertsa'mkeit zii. Vorläufig wird nicht geglaubt, daß es zu einem allgemeinen Arbeiter- aussland kommt, da überall auf deu Zechen noch große Vorräte lagern. Jminerhin mtiß die Lage als bedenklich angesehen werden und es sind aiich bereits ziemlich erhebliche Rückgänge d e r K o h l e n a k t i e n zu verzeichnen. Die Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 9. Januar 1905. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. 9)1. Fleischpreise in Gießen» Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewichi 72—75 Alk. 72 Kg. Schlachtgew. 81—83 Pf. 7j_h_______v______59—60 „ 7, Kg. 70-80 Psg. 1/t „ 70—74 , f- „ 60-72_„ Getreidepreise in M a n n h e i m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Sxg. 18,85 Alk. Roggen 100 „ 14,70 „ Weißbrot 2 Kg. 52 Psg. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Psg. Eingesandt. (Für den Inhalt der unter Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die o ber h e f s i schen Bahnen scheinen sich nicht der besonderen Fürsorge und des Wohlwollens von feiten der Eisen- bahnochörde zu enicnen, wenigstens was die Personenbeförderung betrifft. Am Freitag vor Weihnachten waren in den beschleunigten Personcuzug ab Fulda 2.46 nachm. Wagen eingestellt, wie sie nur noch für Lok.ckzüge oder auf Nebenbahnen Verwendung finden sollten. In den Wagen 3. Klasse herrschte empfindliche Kühle. An Reinigung schien man überhaupt nicht gedacht zu haben. Denn überall an den Wänden und Decken Hebten dicke Svnrnwccheu. Die Fenster waren so von Staub und Schtnutz überzogen, daß man feinen freien Ausblick hatte, und tvas noch schlimmer war, sie sstlossen überhaupt nicht pest zu. Alle Augenblicke fiel eines herunter und konnte nicht mehr ordentlich zu- gem iverden, sodaß es ganz erbärmlich zog. Da konme man es a-s ciu sonst recht zweifelhaftes Vergnügen nennen, daß das Evupö belllindig überfüllt war Tenn die wenigen Wagen genügten lange nicht für ixm starken Verkehr an jenem Tage. Auf anderen auch nickst stärker benutzten Strecken läßt man meist einen bis zwri Reservewagen mitlaufen; auf ber oberhessischen Bahn scheint man es dagegen ängstlich vermeiden zu wollen, daß ja einmal ein Anteil unbenutzt bliebe. 9ln den Tagen vor Fcrertagen nimmt man gewiß manches in Kauf und ist froh, wenn man überhaupt von der Bahn mitgenommen wird. Aber alles hat seine Grenzen. Warum stellt man denn in einem Zuge ohne 4. Wagenklasse, der doch wohl in erster Linie dem Durchgangsverkehr dienen soll, nicht Wagen mit getrennten Abteilen und Seiteutürcn ein, die außerdem sowohl für Publikum wie für Balmbcdienskete viel bequemer sind? Ein paar solcher Wagen Hütte man auch noai vor Weihnachten auftreiben können. Tas sind nur die allergröbsten Mißstände. Sie scheinen auch nicht bloß vorübergehend zu Iwsteheu, soudern leider chronisch zu sein. Wenigstens habe ich schon recht oft von Bekaimtew Klagen gehörst über die schlechten Wagenverhältnisse der ober* lstsftftnen Bahnen. Von der jetzigen preußischen Verwaltung werden die oberhessischen Strecken, wenigstens in dieser Beziehung, etwas stiefmütterlich behandelt. Vielleicht genügen diese Zeilen, damit ein höherer Bahnbeamter sich die Sache etwas näher au schaut unb für Abstellung ber Mißstände Sorge trägt. Ein OberHesse. (Dr. St. in H. in Pr.) L i e b i g str a ß e r. Die Polizei legt sich hin en.. E i u Gießen, 10. Jan. Wie Straubinger in Mesopotamien Gewandert durch 'des Euphrats Schlamieu, So watschelt stillvergnügtermaßen Ter Bürger durch die L i e 1» i g st r a ß e n. Hier geht er äußerst zart und meirb, VClÖ wär' ber Boden Kuclwntcig: Wie nirgends bietet hier der Schmutz Tem Steuerzcttel kräftig Trrfti! So zeig' vom Gleise Ins .zu Pfeiffer Oh Tiefbauamt, ein wench Eifer! Sonst könnt' es sctüicßlich möglich fein: Seide V. 95 pf. D Zollfrei! - Muster au Jedermann! — Seidentabrikt, lieiiucberg-, Zürich. 209 Giessen, den 9. Januar 1905- Die Beerdigung1 findet Donnerstag den 12. Januar, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des alten Friedhofes aus statt. im Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen 10 V2 Uhr. aus slaU. 212 Man verlande; Aerztlich empfohlen. Familie Sack. Heuchelheim, den 10. Januar 1905. 0156 amm- ii.ua Niederlagen in Giessen: I Aug. Seibert, Wieseck I A. C. Müller, Langgöns. zu Bio/i DlM GWsts-Achllbk 177 verkaufe solange Borrat: rein und leicht löslich B6/i ss18/11 * IV. V. 198 Holz-Versteigerung fr. Leo Nacht., C. Herber — ,V;. ~ •" -■ VA..... 0.95 1.50 1.90 den und Unsere Destillate sied in unserer Brennerei ans geiandso franzCsischen ud dootscüen Weinen gebrannt W. Brück, Wissmar Konsumhalle. Heuchelheim jetzt Mk. 2.— . S.- , 1.40 Cacao, Holz-Versteigerung in der Iüiglichen Ao.rföisterei c£idj. Gebr. Adami, Mäusborg H. Belloff II, Alicestrassa ^Wettere Auskunft erteilt der Großh. Jorstwart Zimmer Eichelsdori, den 6. Januar 1905. Großherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Traut wein. Langd, den 6. Januar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Langd. Meyer. Beginn der Versteigerung im Distrikt Langeloh bei Nr. 1 am Saumweg, Fortsetzung nn Distrikt Lohwald mittags gegen 7*1 Uhr. Gießen, den 4. Januar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Eurschmann. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: EmiS OckeO. Marie Ockel. Rutzkuüppel: 9 nn Lärche (8 und 6 m lang); Scheiter: 32 rrn Buche; Knüppel: 270 rrn Buche (St______ knüppel), 60 nn Eiche (hierunter 20 nn 2 m lang), 20 rm Aspe; Reisig: 910 rm Buche (gemischtes Stammreisig), 270 nn Eiche, 50 rm Aspe, 20 rm Lärche (Schichthaufen); Stöcke: 60 rm Buche, 10 rrn Eiche. Erste Taunus-Cognac-Brennerei Tritz Scheller Söhne yomvurg V. d. B. * e geglüodei 164). 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3 —, 4.—. 5^-, 1/2 Flaschen verhiltnissmissig. Preise stehen auf den Etiketten. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere gute, liebe Großmutter Krall Margarethe E&auss heute morgen x/t8 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet Familie Loth. Gießen (Hammstraße 14), den 9. Januar 1905. Die Beerdigung findet Mittwoch den 11. d. 9)L, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes .Eintrittskarten zu Mk. 5.—, 4.—, 3.— (für Mitglieder im Vorverkauf zu Mk. 4.5U, ö.5U, 2.50- und zu Mk. 2.— (für Studierende) bei Herrn Challier, fteuenweg, und an der Abendkasse. v®. Mülsenfrüchte iU ®±ufs' pec 45 Mg-, bei Ä**-^*- W 9 10 Flaschen 40 Pfg., bei 20 Flaschen 3$ Psg. mit Glas. In folgenden SÜVWMNN habe noch größeres Lager: Portwein, Sherry, Samos, Priorato, Muskateller, Taragona, Totayer, Bordeaux, Verurouth. Ferner in Arrac, drutjchem und franz. Cognac. Holzversteigerung Versteigert werden: Montag den 16. Januar L I., vorm. 10V» Uhr, au- nachstehenden Domanialwalddislnkten der ForsUvartei Ulfa zwar: L Laugeloh. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verlust sagt innigsten Dank Todes-Anzeige Allen Verwandten, Freunden nnd Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, dass unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin und Tante Scheiter: 563 rm Buche; Knüppel: 84 rm Buche; «eisig: 612 nn Buche; Stöcke: 40 rm Buche (zerkleinert), 94 rrn Buche (grob). LL Lohwald. Stämme: 15 Eichen von 30—62 cm Durchm., 6—9 m Länge — 17,55 £m; firn •jyTyr'»*"" seUher . 3.— 4.— 1.80 der Hand vertäust werden). Die Zusammenkunft ist dort, wo der Fußpfad von Lich nach Harbach die sogen, alte Laubacher Straße kreuzt. Dienstag den 17. Januar, von vormittags 9Vg Uhr cm, in s den Distrikten Fuchsstrauch und ü-oinhäuserkopl: j Scheitholz: 153 Rm. Buchen, 2 Rm. Eichen; Knüppel: 196 Rm. Buchen, 205 Rm. Eicheir, 6 Rm. Birken; Stöcke: 84 Rm. Bilchen, 4 Rm. Eichen; Wellen: 3410 Buchen, 22u0 Elchen, 750 Weichlaub- holz, 200 Nadelholz. — 2 Fliehen-Schnittholz (46 und 53 Etin. Durchin.) = 3,09 Fstm.; 6 Buchen-Schnittholz (47 bis 71 Etm. Durch niJ — 13,40 Fstm.; 15 Fichten-Bauholz — 1,95 Fstm.; 138 Fichten-Derbslangen — 6,11 Fstm.; 742 Fichten- Reisstangen — 2,50 Fstm.; 121 Eichen-Grubercholz — 8,84 Fstm. (Wagnerholz, Pfostenholz usw.) Die Zusammenkunft ist bei der neuen Wegunterführung an der Oberhessischen Eisenbahn im Fuchsstrauch.__________ B10/1 ________________________________________________________________________. Kaufen Sie nur's. Schmiöt’s palen Waschmaschinen 5 als neueste „Die Eisepne“ Generalvertrieb: C. KOCH Berleburg. \ O Frau Luise Klee, geb. Ockel nach längerem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in tz 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1885 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses Aller bereits überschritten, aber |lch zur Musterung noch Nicht gestellt haben, oder bei der Musterung m 1904 zurückgestelll worden sind und em weder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaft^ beamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier auf- halten, hiermit aufgeforderl, sich behufs Eintragung ihrer Namen m die Rekrutierungsslammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1» Februar d. I. bei der Bürgerinelsterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden und dabei, wenn sie dahier nicht geboren find, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits an einer früheren Musterung teilgenommen haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, rvelche die Anmeldung unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung usw. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Ellern, Vormünder, Lehr-, Brot- ober Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von 'Militärpflichtigen auf Grund des § 32, pos. 2, Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind; Verspätete Gesuche können keine Berücksichtigung finden. pr. Pfd. Mk. 1.20 „ „ „ 1.80 „ „ , 2.40 Iduii pi UiuyuM tj.ll, UUüUUllUll yuouiiüiZL ti Ph.Schwager Wwe^ Marktpl. Carl Seibel, Frankfurterstr. Jao. Friesleben, Bahnhofstr. L Steinhäuser, Neuenbäue ferner bei: d0/ Theater - Verein 5. Vorstellung: Mittwoch den 11. Januar 1905 Medea Tragödie in 4 Aufzügen von Franz Grillparzer. Gast: Fräulein Riza Bajos* vom Grossh. Holtheater in Mannheim. Ur HauÄrUer tSiinttritjier! erster Lage, Herbst d I oderEi! oder neu zu bauen, m recht auf 10 Jahre zu mieten H?U^rcn1906 luit ^^kaufs- großer Front und jiefe roerben S Grundstücke mit bevorzugt. — Anerbieten Eckar und stück unter Nr. 0153 an die Montag den 16. Januar, von vormittags 9 Uhr an, Distrsti Slied waid: Scheitholz: 345 Rm. Buchen, 16 Rm. Eichen, 5 Rm. Nadelholz (Kielern): Knüppel: 189 Rm. Buchen, 113 Rm. Eichen, 3 Rm. Weichlaubholz, 72 Rm. Nadelholz (Kielern); Stöcke: 121 Rin. Buchen, 84 Rm. Elchen, 76 Rm. Nadelholz (Kiefern); Welleti: 7520 Bilchen, 7230 Elchen, 300 Welchlaubholz, 3160 Nadelholz (Kielern). — 602 Fichten-Terbstangen = 23,23 Fslin., 1153 Fichten-Reisstangen = 7,76 Fstm. (Elchen-Wagnerholz kaim aus BetanrrtmaciMng. Der Voranschlag der Gemeinde Langd für das Rechnungsjahr 1905 liegt vom 17. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht her Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Bureau osten. Tamstag den 25. Februar 1905 S10/1 bat verleat werden müßen. Gebhardt. MIMM/ besten/ empfohlen bcn verschiedensten Sorten ------Steinhäuser, Neuen Baue n?* Neueste IWodestoffe beiden-Grieder-Znrirh Dienstag den 17. Januar d. I. tuerbeu aiis den Distrikten BelterShainer Wald 1 und 3, Grauer Berg, Kaulhain 1, Hain 2 und Börninger Berg 1 der Forstwartei RemhardShain versteigert: Stämme: 1 Stieier II. Kl. — 1,63 Im (40 cm Durchmesser), 35 Kiefern III. Kl. = 39 fm (30—39 cm Durchmesser), 70 Kiefern IV. Kl. — 59 km (20—99 cm Durchmesser), 1 Lärche IV. Kl. — 0,63 hn, 7 Fichten IIL ftt = 10 fm (30-39 cm Durchmesser), 16 Fichten IV. Kl. — 10 fm (20—29 cm Durchmesser), 251 Fichten V. Kl. — 48 fm (unter 20 cm Durchmesser); Derbstaugeu: 330 Fichten I. Kl. = 30 fm (11-14 em Durchmesser), 80 Fichten II Kl. — 4 frn (8—10 cm Durchmesser). Zusammenkunft vormittags 9 Uhr nn Distrikt Bellershainer Wald 3 bei Stamm Nr. 83. Nur die Kiefern im Distrikt Bellers- Hainer Wald 3 sowie ein Teil der Fichten im Distrikt Grauer Berg werden bei der Versteigerung vorgezeigt. Grünberg, den 9. Januar 1905. Großberzo gliche Oberförsterei Grünberg. Schober. Keseü'fchaftsverein. . jetzt schon darauf hingewiesen, daß der für den hiSs aus 3’ t,e|tlnm,te Saftnachtsball wegen ües Semester- |U)IU||U» UU| 1b Thee, feinster Souchong . . . pr. Pfd. Mk. hochfeiner Souchong . . . „ , v Theespitzen ...... , „