Nr. 134 Zweites Blatt. 155. Jahrgang SrschrtM kSßNch mtt VuSucchm- bei Sonntag». Die «Siebener KmvMendNMer- werden dem ,Vnzetger viermal wöchentlich beigelegt. Der «tzespjch» UBbetrf «fchetrU «oeratUch einmal. Giehener Anzeiger Freitag S. Juni 1905 Rotationsdruck and Verlag der Brühl'ich« UnwerfttLtSdruckerei. 9L Lange, Siehrn, Redaktion. Expedition n. Druckerei r Scdnlstr.I. Del. Kr. 6L Leiegr^Ldr. * Ln-eiger Dietzen. General-Anzeiger, Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Kin Aries aus Aevak. Von einem Freunde unseres Blattes wird unS ein Brief aus Reval, einer rufs. Hafenstadt am finnischen Meerbusen, zur Verfügung gestellt. Wir entnehmen ihm folgende interessante Charakterisierung des russischen Militärs, russischer Schulverhältnisse, russischen Gewerbes und russischen Beamtentums: DieOffiziere neben sich anscheinend Mühe, den als Autorität geltenden deutschen Offizi er nach zu ahmen, und und es ist ihnen das zum Teil tm Tragen der Uniform tote im Tragen des Schnurrbartes gelungen, aber auch nur in diesen Sachen. Der Soldat macht den Eindruck eines plumpen, dummen Menschen. Seine Uniform ist oft so unordentlich und schmutzig, sein Gruft gegen seine Vorgesetzten so nachlässig, daß ein Deutscher nur ein lächeln der Vertounder- uny dafür hat. Hier wird der Soldat als Mensch ztoeiter Klasse behandelt; ihm ist der Zutritt zu Restaurants untersagt, her Wirt darf ihm nichts verabfolgen. Fragt man sich, woher dieses Verbot Fommt, dann must man eine Schlägerei unter trunkenen Soldaten gesehen haben und ihre rohen Schimpfreden hören, und man hat die Antwort. Der Soldat trägt außer im Dienste keine Waffe. Als noch Kriegsschiffe in Reval lagen, begegnete man ständig angetrunkenen Matrosen. Auch Offizreren kann man, Arm in Arm, skandalierend aus der Straste oder in Kvnzertgärten begegnen, tote die Offiziere überhaupt kein Standesbewußtsein kennen., sonderit anscheinend glauben, mit Trinken Heldentaten verrichten zu können. Ich war selbst Zeuge, wie ein Offizier in einem Variöts unter dem Beifall seiner Kameraden seine Mütze nach einer Tänzerin auf die Bühne warf. Wie die Diensttüchtigkeit der Offiziere und die AuÄildung der Mannschaft ist, beantwortet sich wohl nach diesem von selbst.... Hier in Reval sind die meisten Schüler Deutsche, die aber von russischen Lehrern unterrichtet werden, und Über diese kann ich nichts Schmeichelhaftes berichten, da zu Skandalen in verschiedenen Lokalitäten zwei Lehrer in ihrer Trunkenheit die Veranlassung gaben. Wuiidert man sich, dast in Rußland Industrie und Handwerk noch weit zurück sind, so ist nicht die Leitung, etwa geringe kaufmännische Befähigung oder dergleichen Sckmld daran, sondern der Mangel an tüchtigen und vor allen Dingen nüchternen Arbeitern. Man sehe sich die Laufbahn unzähliger Handwerker an: Der Sohn kommt in die Lehre, und bier sorgt (wie es bei uns in Deutschland vor einem halben Jahrhundert hier und da noch üblich war. D. Red.) der Lehrherr für seine vollständige Bekleidung und Verpflegung während fünf langer Jahre, weil oft die Eltern nicht dazu in der Lage sind. Kaum sind die jungen Leute mit der Lehre fertig geworden und wollen Geld verdienen, so haben sie das militärpflichtige Alter erreicht und müssen vier Jahre dienen. Kvmmen sie nachher wieder in das Handwerk zurück, so sind die Fach- renntnisse verschwunden, und wohl keiner wird hier auch nur in geringem Matze der Militärzeit einen erzieberischen Wert beimessen. Erscheint eS da noch unbegreiflich, dast die besser gestellten Väter es versuchen, ihre Söhne vom Militärdienst zu befreien (und dies mit Erfolg!), dast, es bei der Einberufung zu Gewalttätigkeiten und Widersetzlichkeiten kommt, dast die Regierung sich veranlastt sieht, während der Einberufung drei Tage lang alle Wirtschaften schließen zu lassen? Nun kommen noch die versckiedensvrachigen Völkerschaften hinzu, die sich nur ungern unter das Szepter der Romanows beugen, und man must sich sagen, dast Patriotismus hier eine seltene Erscheinung sein must. Spricht man stier in Reval mit Erstaunen über solche Verhält- nisse, so beißt es immer: „Ach,- hier ist ja Deutschland, aber kommen Sie erst mal ins Innere, nach Rußland, da können Sie was erleben!" Hier wird das eig-entliche Russische durch die Beamten vertreten, und unter diesen ist die Polizei der eigenartigste Zweig. Ungeheuer weitreichende Befugnisse sind mit den höheren Aemtern verbunden und die Schutzleute der Straße sind ob ihrer schlechten Bezahlung und Behandlung zu bedauern. Sie sind daher ftir Geld sehr empfänglich, und ich mache oft durch ein Geschenk von 10 Kopeken den Schutzmann, ber vor meinem Hause steht, überglücklich. Wie die durchaus nicht hoch besoldeten Beamten es anfaugen, so leben zu können, tote sie tatsächlich leben, auf diese Frage antwortet jeder hier mit einem Lächeln innigen Verständnisses. Wie es ferner möglich ist, dast Matrosen der zurückkehrenden Kriegsschiffe Zigarren, Ananas, Straußenfedern usw. hier zu einem so niedrigien Preise verkaufen können, als ob gar kein russischer Zoll bestehe, das beantworte sich jeder selbst. — Als Zeugnis, tote stark die Moral unter den Beamten entwickelt ist, mag noch die Erzählung eines hiesigen Stadtverordneten dienen. Er sagte mir, daß er einige Verwaltungsstreit'gkeiten der Geliebten eines der höchsten Beamten (die Frau eines Beamten) mitgeteilt habe und dadurch auf für seine Partei günstige Erledigung hoffe. Kann man eben so etwas durch Geldstücken nicht erreichen, so benutzt der untere Beamte Geheimnisse dazu, diese der Geliebten bezto. Frau seines Vorgesetzten mftzuteilen. damit diese einen Druck ausübt. Daß alle diese Verhältnisse eine starke Rückwirkung auf das Volk und somit auch auf das Heer haben müssen, liegt klar auf der Hand, und eben diese Mißwirtschaft, sowie der von allen Schichten der Bevölkerung in Neberntast genoffene Bräunt- wein sind die best''n Band esa«'noss''n Japans." DalMsche Tagesschau. Die Flucht der Industrie aus Deutschland infolge des bevorstehenden Inkrafttretens deS neuen deutschen Zo lltariss wird durch folgende Fälle belegt, die der ^Voff. gfg/ aus dem Königreiche Sachsen mitgeteilt werden: . , . , . . „ Aus Buchholz im Erzgebirge wird gemeldet, daß der dortige Großindustrielle Kommerzienrat Kunze demnächst in der böhmischen Grenzstadt Weipert eine Zweigniederlassung seiner Fabrik für Papo-Präaeartikel errichten wird, weil die neue Zollgesetzgebung eine weitere Ausfuhr nach Oesterreich kaum noch möglich erscheinen läßt. Auch die Prägefabriken von F. O. Brauer und von H W Gutberlet wandern von Buchholz mit einem Teil ihres Betriebes nach Oesterreich aus. So wird jetzt v o n Sachsen ein neuer Industriezweig nach Böhmen verpflanzt, weil ihm int Jndustriestaate Sachsen infolge der verfehlten Zollgesetzgebung der Nährboden entzogen wurde. Waren können die Prägefabriken nicht mehr ausfuhren und deshalb führen sie jetzt ihrKapital und ihreArbetter aus! Keine Abberufung des deutschen Boffchafters in Paris. Der Meldung, daß der deutsche Botschafter Fürst ^adolin abberufen werde, entzieht die „N. A. Ztg." den Boden durch die Mitteilung, daß der Botschafter heute abend, nach längeren Besprechungen mit dem Reichskanzler, auf »einen Posten zurückkehrte. Die Besprechungen haben jedenfalls in der Hauptsache der Marokkofrage gegolten. Mr können hinzufügen, daß man in Berlin R o uvier, dem neuen französischen Minister des Auswärtigen, Vertrauen entgegenbringt. Die Ermordnnq des Vfarrers Dhöbes kn Heldenbergen vor dem Schwurgericht. (Unberechtigt. Nachdr. verboten.) H. F. Gießen, 8. Juni. Vierter Tag der Verhandlung. Er wußte, daß sein Komplize Walter inzwischen verhaftet imb wegen zweier mtt tbm gemeinschaftlich ausgeführter Ein- bruchsdiebstähle Wn der Strafkammer zu Wipperfürth. ab^e- urteilt worden war. Hudde sah sich daher genötigt, die vier Einbruchsdiebstähle, die er mtt Walter gemeinsam begangen, zuzugeben: er befürchtete and Zufalls, von Walter ber Taten beschuldigt zu werden. Der Einbruchsdieb stahl in Klein-Schwalbacb, den er allein ausgeführt hat und die Tat tn Heldenbergen bestritt er. Er behauptete: er fei hn Monat November 1904 in Luxemburg gewesen, das Dorf Heldenbergen kenne er nicht einmal dem Namen nach. Allein sehr bald wurde festgestellt, daß Hudde niemals in Luxemburg war, sondern sich in Deutschland umhevgetrieben, sich andere Komplizen gesucht und mit diesen seine Tätigkeit, in katholische Pfarrhäuser einzubrechen, fortgesetzt hatte. Es wurde weiter ermittelt, daß Hudde die dem Pfarrer Thöbes geraubte Uhr bei einer Althändlerin in Köln versetzt hatte. Angesichts dieses Vorganges konnte Hudde bet seinem Veugiten nicht weiter beharren. ES war kein Zweifel, derjenige, der die Uhr des ermordeten Pfarrers besaß, war nicht nur der Räuber, sondern auch der Mörder. Das' leuchtete Hudde ein. Er befürchtete, wegen des Mordes bestraft zu werden. Da trat er mit dem Geständnis hervor: ich gebe zu, tch bin tn das Pfarrhaus zu Heldenbergen eingestiegen, aber nicht allein. Ich habe auf der Hanauer Chaussee einen Handwerks burschen, N amens Willy, kennen gelernt. Diesem habe ich den Vorschlag gemacht, mit mir in kath olifche Pfarrhäuser einzubrechen. Willy machte mir den Vorschlag, zunächst dem Pfarrhause in Heldenbergen einen Besuch abzustatten. Wir wanderten sofort, die Hanauer Chaussee entlang, nach Heldenbergen und kamen abends gegen 7Vs Uhr in Heldenoergen an. Wir sind nun nachts in daS Pfarrhaus eingestiegen und schließlich in das Schlafzimmer des Pfarrers ein* gedrungen. Ich öffnete das Pult, in dem ich einige hundert Mark fand. Plötzlich erwachte der Pfarrer und schrie „Au!" Ich wollte hinzusprlngen, um den Pfarrer zurückzudrücken. Willy, der sich mit dem Meffer vor das Bett deS schlafenden Pfarrers gestellt hatte, um, wenn der Pfarrer aufwache, ihn mit dem Messer bange zu machen, rief mir zu: Öl ist schon vorbei, eS ist MlrS vorüber. Sie werden mir xugrben, m. H. Geschworenen, cs ist ausgeschlossen, daß innerhalb dieser kurzen Zett ein solch furchtbarer Mord auSgeführt sein kann. Allein die ganze Erzählung von dem Han dw er kSbu r scheu Willy ist eine freche Lüge. ES ist ja eine altbekannte Geschichte: trenn man einen Dieb im Besitz der gestohlenen Sachen ertappt, bann sagt er gewöhnlich: ich habe die Sachen von einem Mann gekauft, dessen Name mir nicht bekannt ist. Es war ein großer Mann mit schwarzem Schnurrbart oder ein Heiner Mann mit blondem Vollbart. (Heiterkeit im Zuhör erraum.) „Der große Unbekannte" spielt ja in den meisten «Strafprozessen eine Rolle. Allein, Sie haben gehört, daß mehrer? vollständig einwandsfteie Zeugen unter ihrem Eide bekundet haben: Sie haben Hudde am Nachmittag des 11. stiovember allein auf der Chaussee nach Heldenbergen wandern, am 11. November abends zwischen 6 bils 7 Uhr in Heldenbergen in der Gastwirffchaft „Zur Krone" gesehen. Der Stationsvorsteher und ein Bahnsteigschaffner in Heldenbergen haben den Angellagten wenige Minuten vor 9 Uhr abends etwa zwei Stunden lang allein im Wartesaal des Bahnhofes gesehen. Hudde ist den Bewohnern von Heldenbergen durch seine seine Kleidung aufgefallen. Schon' deshalb war er in der Wirtschaft „Zur Krone" Gegenstand vollster Aufmerksamkeit. Er hat das auch gemerkt, und suchte fein Gesicht mit einem Zeitungsblatt zu verdecken. Hätte der Angeklagte einen Genossen gehabt, dann wäre letzterer zweifellos von den Bewohnern Heldenbergens gesehen worden. Kurz vor 11 Uhr nachts war Hudde aus dem Wartesaal deS Bahnhofs gekommen. Es war totenstill im Dorfe. Die Bewohner Heldenbergens hatten sich zur Ruhe begeben. Es war der geeignete Äugend, .ck yur Arbeit zu schreiten, d. h. in das friedlich doÜtegende Pfarrhaus einzusteigen. Hier suchte er, er konnte aber kein Geld finden. Ich gebe zu, der Ange- flagte hatte auch in Heldenbergen einen Genossen, das war sein böser Geist. Der böse Geist des Hudde war der Willy. Der böse Geist fagte ihm: Ich bin eigens nach Heldenbergen gekommen, um zu stehlen. Ich habe stundenlang auf der Lauer gelegen. Ich gehe nicht eher raus, bis ich Geld habe. Arbeiten will ich nicht, ich will mich aber fein kleiden, fein leben und die Genüsse des Lebens durchkosten. Der Angeklagte holte sich ans der Küche ein großes Tranchiermesser und drang in das Zimmer des schlafenden Pfarrers ein. Er erbrach das Pult. In diesem Augenblick wachte der Pfarrer auf. Da sagte sich Hudde: Ich lasse mich nicht mehr stören,, ich will rauben um jeden Preis, koste es was es wolle, ohne Geld gehe ich nicht mehr hinaus. Er sprang seinem Opfer an die K«ehle, drückte es zurück und versetzte ihm einen Stich in den Hals. Es ist möglich, daß dabet ber Pfarrer einen Schret ausgestoßen hat. In diesem Augenblick vernahm der Mörder ein Geräusch. Die im ersten Stock schlafende Haushälterin war erwacht, aus dem Bett gesprungen, und hatte TÜr und Fenster geöffnet. Der Mörder stutzte, aber bald versetzte er feinem Opfer Weitere Stiche in die Brust, ins Herz, in die Lunge. Im Zimmer war es finster. Der Mordbube wollte Gewißheit haben, ob er feine Arbeit volleicket habe, ob der Pfarrer t tot fei. Er zündete die Lampe an. Angesichts des von ihm hingemordeten, vom Lampenschein beleuchteten im Blute schwimmenden Opfers erbrach« er alle Kästen, entleerte die Schubladen, ging in dte Küche, trank dort eine Flasche Wein, und verzehrte die daselbst aufbewahrten Speisen. So verließ er, gesättigt, und seine Taschen gefüllt, das Pfarrhaus und das Dorf Heldenberaen. Er ftrhr nach Köln und schon am folgenden Abend belustigte er sich dort auf dem Tanzboden, nächtigte bei Dirnen und gab das geraubte Geld mit vollen Händen aus. Daß dem Angellagten eine solch furchtbare Tat zuzutrauen ist, hat die Betoeisanfnahme zweifellos bargetan. Er ist von Jugend auf ein verlogener Mensch gewesen, und eS ist ein altes Sprichwort: Wer lügt, der stiehlt! D«er Angeklagte hat bei fast allen seinen Meistern Unredlichkeiten begangen, er ist als blutjunger Mensch wegen vorsätzlicher Körperverletzung mittelst gefährlichen Werkzeugs mit drei Monaten Gefängnis bestraft worden. Er ist beim Militär wegen schweren Diebstahls gegen einen Kameraden mit fünf Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes bestraft worden. Er hat lange Zeit das Land durchzogen^ um in katholische Pfarrhäuser und Kirchen einzubrechen. Der Angellagte ist ein Mensch, dem jede Scheu vor dem Allerheiligsten fehlt. Ich habe in meiner Eigenschaft als Staatsanwalt wiahrgenommen, daß seM alte Verbrecher, auch wenn sie mit aller Religion gebrochen haben, hoch noch eine gewisse Scheu vor dem haben, was anderen Leuten noch bellig ist, ja daß sie immer noch ein gewisses Pietätsgefühl besitzen. Aber der Angellagte, der selbst Katholik ist, scheute sich nicht, in katholische Kirchen einzubrechen und in diesen den Opferkasten seines Inhalts zu berauben, der, für die Aerrnsten der Annen bestimmt ist. Er erbrach sogar die Sakristei, raubte den Abend- nmhlskelch Und verkaufte ihn für ein paar Pfennige bei dem ersten besten Trödler. Vezügilich eines anderen Einhnichsdieb- stahls soll der Angellagte geäußert haben: „Wäre der Pfarrer aufgewacht, dann hätte ich ihm den HalS abgeschnitten." Man könnte sagen, das ist Renommisteret. 9lber selbst, wenn dies der Fall ist, so zeuat dies" Redensart von einer bodenlosen GemütSroheit und Brutalität. Und wie benahm sich der Angellagte seinen Komplizen gegenüber? Dem Walter, mit dem er in Streit geraten, setzte er den geladenen Revolver auf die Brust. Hudde sagte: „Ich habe dem Walter nur bau ge machen wollen." Meine Herren Geschworenen, diese Aeußerung ist ungemein charakteristisch. Dieselbe Aeußerung soll auch Willy getan haben, als er mit dem Mordmesser daS Schlafzimmer des Pfarrers Thöbes betrat. Seinem Komplizen Fricke gab er eine große eiserne Zange mit den Worten: Wenn Dir beim Einsteigen Hindernisse in den Weg treten, dann schlägst Du das Hindernis mit der Zange einfach nieder. M. H. Gesck)worenen! Der Mord in Heldew- bergen war eben die letzte Konsegnenz eines arbeitsscheuen, vollständig moralisch gesunkenen, gänzlich verkommenen Menschen, der vor keinem Verbrechen zurückschreckte, der um jeden Preis« Geld haben wollte, nm auf Tanzböden und mit luderlichen Dirnen schwelgen zu können. M. H. Geschworenen, es ist Ihnen eine Anzahl Schuldfragen zur Beantworttlng vorgelegt worden. Bezüglich der zur Anklage stehenden Einbrnchsdiebstähle habe ich Wohl fmtm nötig, noch ein Wort zu verlieren, der Angellagte hat diese Taten eingestanden. Ich beantrage aber, auch aus voller Ueberzengung die Schuldfrage wegen Mordes ohne jede Einschränkung zubejahen. Ich bin mir dabei der großen Verantwortlichkeit bewußt, ich habe aber die volle Ueberzmgung, daß der Angellagte den Pfarrer Thöbes vorsätzlich und mit LleberTcgirng getötet hat. M. H. Geschworenen! bejahen Sie die Schuldfrage wegen Mordes und Sie werden sich die Anerkennung des Volkes verdienen und der Sache des Rechts einen großen Dienst lei st en. (Halblautes Bravo im Zuhörerraum.l Der Oberstaatsanwalt ersucht im Weiteren, die Schuldfragen betreffs des Angellagten Walter zu bejahen und diesem die Zubilligung mildernder Umstände zu versagen. — Danach tritt eine kurze Pause ein. Nach Wiederaufnahme ber B ^ndlung nimmt daS Wort Verteidiger, NechtSanwalt Dr. Jung (Gießen) für Hndder M. H. Geschworenen! Der Herr Oberstaatsanwalt hat bent ylbscheu und der Trauer Ausdruck gegeben, die die furchtbare Tat im Pfarrhause zu Heldmbergen hervorgerufen hat. Ich habe wohl kaum nöffa, mis^usprechen. daß ich dies Gefühl vollständig teile. Ebenso schließe ich mich der Ausführung des Herrn Oberstaatsanwalts in jeder Beziehung an, daß die Tat weit über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes Abscheu und Entsetzen erregt hat. Ich bin auch überzeugt, daß der Herr Oberstaatsanwalt diese Aeußerungen nicht getan hat, nm Ihr Urteil beeinflussen. Ich habe nicht nötig, Ihnen zu sagen, daß in diesem Saale das Gefiihl der Trauer, des Haffes oder der Rache vollständig fern bleiben muß. Ihre Pflicht ist eS. die Schuldfragen zu beantworten lediglich vom Standpunkt des falttrt Verstandes. Die Tat hat nicht nur großes Auffehen erregt, wegen der Art der Ausführung, sondern auch wegen der damit verbundenen Folgeerscheinung. Cs ist ein Verbrechen begangen worden, hinter dem das entsetzliche Bild der Guillotine steht. Wenn Sie den Angellagten des Mordes schuldig sprechen, bann droht dem Angellagten eine Strafe, die noch ein Ueberb'tdbfel aus dem Mittelalter ist, ans einer Zeit, in der der alte kriminalistische Grundsatz galt: „Auge um Ange, Zahn um Zahn". „Sobald Mut geffossen, muß wieder Blut fließen". Zn einigen Mturftaaten, wie z. B. der Schweiz, hat man die Todesstrafe längst abgeschafst, weil sie in unser fortgeschrittenes Zeitalter nicht mehr hineingehört. Die Todesstrafe ist ganz besonders schrecklich wegen der damit verbundenen Jrrepara- bilität. Wenn der Scbarftichter seines Amtes gewaltet hat und der Kvpf in den Sand gerollt ist, kann man niemals mehr einen etwa begangenen Justizirrtum wieder gut machen. Und wer will bestreiten, daß trotz sorgfältigster Erwägung Irrtümer Vorkommen, daß Angeklagte unschuldig oder in weiterem Maße verurteilt werden, ate sie sich wirklich schuldig gemacht haben. Und auch angesichts des furchtbarsten Verbrechens muß der Richter kalt erwägen: ist dem Angeklagten seine Tat bewiesen? Ich bestreite, daß der unwiderlegliche Beweis geführt worden ist. Die Erzählung deS Hudde: er habe in Gemeinschaft mit Willv den Einbruch im Pfarrhause zu Heldenbergen und den Mord habe Willy allein begangen, ist Lüge. Ist es denn ausgeschlossen, daß nach Jahr und Tag sich der Willy einmal meldet oder auf dem Sterbebett ein Geständnis ablegt? Würden nicht in einem solchen Falle die Ausführungen des Herrn Oberstaatsanwalts wie Seifenblasen zerschellen? Der Verteidiger führt alsdann des Längeren aus: Es Jet jedem Ktimincklistm bekannt, daß ein Verbrecher selten allein arbeitet, weil bei einer WeintHfcit die Gefahr des Erwischtwerdens zu groß sei. Auch Hudde hatte fast immer mit einem Komplizen zusammen gearbeitet. Er erinnere an den vorjährigen Raubmord in Frankfurt a. M., an die Ermordung des Justizrats Herz in Berlin. Stets und überall verbinden sich zwei Leute zu einem Verbrechen. Diese Leute treffen sich allerdings nickt im Salon oder in einem feinen Hotel, sondern in einer obskuren KNekpe oder auf der Landstraße. Hudde habe den Fricke auf der Landstraße kennen gelernt und nachdem sie sich gegenseitig mit den Vornamen vorgestellt, haben Jie schon an demselben Mend einen gemeinsamen Einbrnchsdiebstahl begangen. Der Umstand, daß Hudde seinen Komplizen Willy nur mit dem Vornamen gekannt habe, sei doch nichts Auffälliges. Die Beweisaufnahme habe bargetan, daß die Verbrecher sich alle nur mit dem Vornamen kennen. Die Zeugen, die den Angeklagten auf der Chaussee und in Heldenbergen gesehen, seien doch zu wenig bestimmt gemeßen. Er halte eS auch kaum für möglich, daß jenckrnd, der einen Menschen ein einziges Mal gesehen, ihn nach längerer Zeit bestimmt wiedererkennen könne. Um übrigen sei durch den Umstand, daß Willv in Heldenbergen in der Gastwirtschaft „Zur Krcme^^ und im Wartesaal des Bahnhofes nickst gesehen worden sei, die Be- haupttlng von der Mitwirkung des Willy nicht ividerlegt. AuS vorgefimdenen Fußspuren lasse sich gar nichts folgern. ES sei möglich, daß Willy zufällig auf festen B"den getreten sei, mithin Fußspuren nicht hinterlassen habe. Auch die Fingerabdrücksprechen nicht dafür, daß Hudde der Mörder sei. Die Kleider des Hudde enthielten keine Blutfiecken. Es sei nicht anzunehmen, daß Hudde, der sich, so oft er nur konnte, neue Wäsche kaufte, ein altes, abgetragenes, blutiges „Iägerhemt/^ vom 12. November 1904 bis 9. Januar 1905 aufbewahrt habe. Die Möglichkeit, daß die Haudeabdrück' von c;ner anderen Person herrühren, fei gar nicht gering. Die Feststellungen der Sachverständigen spreck>en nur für eine Wahrscheinlichkeit, daß Hudde den Mord allein auSgcfÜhrt hab-', auf Grund von Wahr- Kursbericht Frankfurt «. M., 8. Juni. Offizielle Schlusskurse., . . 67.70 Tendenz: fest. 3V2% 3% 3V,% 3°/o 378°/o , 101.35 8°/o Mexikaner . 90.35 41/2”/o Chinesen . . 101.30 Electric. Schuokert Italien. Rente Portugieser I Portugiesen. Hl Unit Türken Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handolsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn « . Laurahütte . . Bochum . . . Harpener . Staatschatzscheine Türkenlose...... 4% Griech. Monopol.-Änl. 41/a% äussere Argentiner 4% W/o 4% 30/ 1% . . 96.35 . . 136 - . . 123.30 . . 208 90 . . 188.50 . . 141.10 . . 155 40 . . 169 20 . . 142.60 . . 18.60 * * 266.50 . . 242 — . . 213 50 . . 100.60 . 90.25 . 100.05 . 99.- . 102.— Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen (5 ty re irrest |mt hl Zulässigkeit von Polrzieiauf- sicht, den Angeklagten Walter zu einer Gesamtstrafe von 7 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht verurteilt. „ „ . . Mi der Strafzumessung hat der Gerichtshof erwogen, daß mildcrude Umstände nirgends vorhanden seien. Zu berücksichtigen war die große Gemeingefährlichkeit und Verwegenheit, mit der die Angeklagten zu Werke gegangen sind und, daß fte nicht eine Spur von Reue an Tag' gelegt haben. Da die Angeklagten eine ehrlose Gesinnung bewiesen haben, so war auch auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen. Eine Einziehung der Mordwerkzeuge hat der Gerichtshof Nicht ausgesprochen, da der vorgefundene Meißel nicht zum Einbruch benutzt worden ist. Den Angeklagten sind endlich die Kosten des Verfahrens zur Last gelegt und dem Angeklagten Walter die Untersuchungshaft seit dem 10. Januar in Anrechnung gebracht worden. Mit dem Wunsche, daß in diesem Saale niemals mehr ein so grauenhaftes Verbrechen verhandelt und abgeurteilt werden möge, wie es heute seine Sühne gefunden hat, schließe ich die Sitzung mit. einem Dank an die Herren Geschworenen für ihre treue Pflichterfüllung. — Schluß 9 Uhr abends. Die Angeklagten nahmen beide das Urteil mit vollem Gleichmut entgegen. Hudde äußerte zu dem ihn abführenden Gendarmen: Eß ist doch schief gegangen- Vor dem Gerichtsgebäude und mehr noch auf dem Gefängnis- Hofe hatte eine vielköpfige Menschenmenge Posto gefaßt. Die beiden Verurteilten wurden von einem Gendarmerie-Kommando gefesselt nach dem Gefängnis geführt. Man merkte ihnen beiden bis zum letzten Augenblicke nicht die geringste innere Beweg- ung an. odeö des Ermordeten oder überhaupt zur Aufklärung des furchtbaren Verbrechens führen, resp. dienen können, hierher umgehend mitteilen zu wollen. 500 Mark Belohnung sind ausgesetzt. sj Marburg, 8. Juni. In der nächsten Woche, und zwar am 13. Juni beginnend, soll hier der zweite Kongreß der im vorigen Jahre in Breslau gegründeten deutschen physikalischen Gesellschaft stattfinden. Außer den hiesigen Professoren und Dozenten Ahlfeld, Aschoff, Brauer, Lohmann und Straub werden als Neserenten genannt: Gürber-Würzburg, v. Kries und Trendelenburg-Freiburg, Nagel-Berlin, Lagueur und Nöhmann-Breslau, Tschermack- Halle ii. s. w. Lohmann-Marburg ist Vorsitzender der Gesellschaft. Frankfurt a. M., 8. Juni. Bankier Alexander Schwarzschild von hier, welcher vor einiger Zeit mit Hinterlassung bedeutender Verbindlichkeiten von hier verschwunden war, wurde im Stadtwalde bei Geroldsau, Gemeinde Lichtentbal bei Baden-Baden, erschossen aufgefunden. Homburg v. d. H., 8. Juni. Prinz und Prinzess Arisugawa von Japan sind heute abend mittels Extrazuges hier eingetroffen und haben im „Grand Hotel" Wohnung genommen. In ihrer Begleitung befinden sich außer dem Gefolge der japanische Gesandte in Berlin, Gras Jnouye. Wiesbaden, 8. Juni. König Christian von Dänemark ist mit seinem Bruder, dem Prinzen Hans von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Gefolge, dem Adjutanten v. Kaufmann und Fregattenkapitän v. Bardenfleth, sowie dem Leibarzte Lemairo heute abend 6 Uhr 55 Min. hier eingetroffen. Der König begab sich alsbald nach dem Parkhotel, wo er einen Kuraufenthalt »on mehreren Wochen nimmt. 99.55 106.40 67.15 67.35 88.45 187.— 55 — 45.— Antrag des Oberstaatsanwalts. Oberstaatsanwalt Theobald: Die Herren Geschworenen haben den Angeklagten Hudde des Mordes, des qualifizierten Raubes und fünf schwerer Diebstähle, den Angeklagten Walter zweier schwerer Diebstähle für schuldig erachtet, und mildernde Umstände verneint. Bei der Strafzumessung wird zu erwägen sein die beispiellose Frechheit und Gefährlichkeit, mit her beide Angeklagte gehandelt haben. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß die Angeklagten auch in Gotteshäuser eingebrochen und Gegenstände, die zum Gottesdienst benutzt wurden, gestohlen haben. Es ist weiter zu berücksichtigen das Vorleben und die Vorstrafen der Angeklagten, sowie, daß sie während der ganzen Dauer der Untersuchung nicht eine Spur von Reue gezeigt und der Au- aeklagte Hudde nicht das geringste Bedauern über das von ihm angerichtete Unheil.an den Tag gelegt hat Angesichts dessen beantrage ich gegen Hudde wegen des Mordes die Todesstrafe, wegen der fünf schweren Diebstahle eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus. Außerdem beantrage ich, dem Angeklagten Hudde die bürgerlichen Ehrenrechte abzuerkennen. Gegen den Angeklagten Walter beantrage ich, einschließlich zu der bereits gegen ihn erkannten. Zuchthausstrafe von den Landgerichten Neuwied und Weiden, eine G e s a m t ft r a f e von 8 Ja breu Zuchthaus, ferner 10 Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Ich beantrage außerdem die Einziehung der bei den Angeklagten vorgefundenen Werkzeuge, die sie bei Ausübung ihrer Verbrechen benutzt haben, und beantrage, dem Angeklagten Walter einen Teil der Untersuchungshaft anzurechnen, da Walter von vornherein geständig gewefen ist. Die Verteidiger. Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Jung: Da bfe Todesstrafe Kegen Mordes eine absolute ist, habe ich nichts weiter zu sagen. — Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Spohr ersucht, angesichts, des offenen Geständnisses und der großen Jugend des Walter diesen milder zu bestrafen. — Der Angeklagte Dudde antwortet auf Beiraa en des Vorsitzenden, ob er noch etwas zu sagen habe, wi-d"rum mit einem lauten Nein. — Angekl. W alter bemerkt auf B^rrag'U des Vorsitzenden: „Ich schließe mich meinem 41/6% Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . 4% Oesterr. Goldrente fäebilidfteUrn Ytncrte man aber nicht einen Menschen zum Tode verurteilen. Es stehe auch fest, daß Hudde am Nachmittag, des November ohne Ueberzieher und abends mit dem Ueberzieher gesehen worden sei. ES entstehe doch dabei mit Notwendigkeit die Frage wo habe ftnhhe den Ueberzieher am Nachmittag ge- lmdt. Es war im Monat November, wo er des Überziehers bedurfte. Dieser Umstand spreche doch auch'für die, Möglichkeit, daß der Willv existiert und sich eine Zeit lang, wie Hudde behauptet, des Ueberziebers bedient habe. Der Verteidiger fuhrt im Weiteren svus, daß keineswegs nachgewiesen sei, Pfarrer Tböbes sei mit Ueberlegung getötet worden. Der Mgeklagte habe stets ein Messer bei sich geführt, er soll einmal geäußert haben: „Jeder Metzger hat sein Messer." Wenn der Angeklagte ein kalt berechnender Verbrecher wäre, dann hätte, er ein Mester mitgenommen und sich 'nicht darauf verlassen, ein solches vorzufinden. Dor Angeklagte ist ein kühner, aber keineswegs ein kalt berechnender Einbrecher. Er kam abends in einem fremden Orte an und wo er ein Fenster offen stehen sah, stieg er ein, ohne sesttzustellen, ob sich Leute im Zimmer befänden. Er war chen ein ganz sorgloser Verbrecher, der sogar an dem Orte, ro er eingebrochen hatte, gewissermaßen festliche Gefiage abhielt. M H ! Wenn Sie meinen Ausführungen folgen, dann ist der Angeklagte von der Todesstrafe gerettet. Vor einer langiahrigen, womöglich lebenslänglichen Zuchthausstrafe kann der Angeklagte nicht gerettet werden. Nun könnte man sagen: die öffeittliche Meinung verlangt gebieterisch die Todesstrafe. Da die Mog- lichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß dies auch an Ihr Ohr gedrungen ist, w fühle ich mich genötigt, Sie zu warnen, dieser öffentlichen Meinung Gehör zu schenken. Die öffentliche Mein- ung urteilt nickt auf Grund von tatsächlichem Beweismaterial, sondern auf Grund augenblicklicher Eindrücke. Ihre Pflicht, m. §>.!, ist es a.ber, Ihr Urteil so abzugebeu, wie es den bewiesenen Tatsachen und Ihrer inneren Ueberzeugung entspricht. Wenn Sie meinen Ausführungen folgen, dann werden Sie sich außerdem die Anerkennung der grundsätzlichen Gegner der Todesstrafe erwerben. Es ist dies ein zwar kleiner Kreis, aber er besteht aus edeldenkenden Menschen, die das Verbrechen aufs tiefste verabscheuen, aber nicht alle Sckuld auf den Verbrecher abwälzen, sondern der Meinung sind, daß auch Veranlagung, Vererbung, Mangel an Erziehung, soziale Verhältnisse usw. Ursachen der Verbrechen bilden und die in der Hinrichtung keine notwendige Sühne erblicken. M. H.! 'Ich lege das' Schicksal des Angeklagten in Ihre Hände. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Spohr -Gießen) ersucht, dem Angeklagten Walter mildernde Umstände ^uzubilligen. Oberstaatsanwalt Theobald erwidert: Die Geschworenen /saben nicht zu fragen: ist die Todesstrafe zeitgemäß, sondern lediglich die Schuldfrage zu prüfen und diese ihrer Ueberzeug- img gemäß zu beantworten, ohne Rücksicht, ob sie Anhänger oder Gegner der Todesstrafe seien. Wr selbst wenn die Geschworenen annehmen: Willy existiert und der Angeklagte habe einen Kvmplizen gehabt, so stehe es doch nach dem eigenen Geständnis des Angeklagten fest daß verabredet war, sollte der Pfarrer auswachen, ihm mit dem Messer „bange zu machen' und daß Hudde im Zimmer war, als Willy mit dem Messer vor dem Bett des Pfarrers gestanden und ihn ermordet habe. In diesem Falle fei Hudde Mittäter. Er (Oberstaatsanwalt) sei aber der feste n, un erschüt 1 er lichen Überzeug*- ung, die Erzählung mit dem Willy sei Lüge, Hudde habe den Pfarrer Thöbes allein ermordet. — Nach kurzer Gegenrede des Bert. R.-A. Dr. I u n g richtet der Vorsitzende au den Angeklagten Hudde die Frage: ob er noch etwas zu feiner Verteidigung anzuführen habe. Angeklagter Hudde, der mit einer seltenen Ruhe auch den heutigen Reden gefolgt ist, antwortet mit fester, lauter Sttmme: Nein. Angeklagter Walter bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Ich bitte um mildernde Umstände. — Der Vorsitzende erteilt alsdann den Geschworenen die vorgeschriebene Rechtsbelehruvg. Gegen 6 Uhr abends ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Wahrspruch der Geschworenen. Nach etwa einer Stunde treten die Geschworenen wieder in ren Saal. Unter gespannter Aufmerksamkeit der zahlreichen Zuhörer verkündet der Obmann, Gutspächter Weiß (Hof-Graß> den Wahrspruch der Geschworenen. Danach haben die Geschwo- renen die Schuldfrage betrefft Hudde, den Pfarrer Thöbes zu Heldenbergen vorsätzlich und mit Ueberlegimg getötet zu haben, bejaht. (Bravo im Zuhörerraum Der Vorsitzende ermahnt das Publikum zur Ruhe.) Die Geschworenen h^ben außerdem die Frage wegen Raubes an dem Pfarrer Thöbes sowie der dem Dudde zur Last aelegten fünf Einbruchsdiebstähle und ebenso die Schuldfrage betreffs Walter wegen her diesem zur Last gelegten zwei Einbruchsdiebstähle bejaht und die betreffs Walter gestellten Fragen, ob dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen seien, verneint. Der Vorsitzende befiehlt darauf, die Angeklagten wieder einzuführen. Diese werden, beide an den Händen geschlossen, von je zwei Gendarmen und je einem Gefängniswärter auf die Anklagebank geführt. Der Gerichtsfchreiber, Gerichts - Assessor Seibert, lieft den Angeklagten den Wahrspruch der Geschworenen vor. Kus Stadl uud Land. Gießen, 9. Juni 1905. ** Der Zeichenunterricht in der 2. Kammer. Zu dem Antrag des Abg. Noack betr. die Organisation des , eichenunterrichtes in Hessen hat sich das Ministerium aus- ührlich geäußert. Der 4. Ausschuß hat den Antrag daraufhin beraten und ist jetzt mit der Großh. Negierung der Meinung, „daß vorerst bei dem Mangel an genügend vorgebildeten Zeichenlehrern eine besondere Inspektion nicht nötig ist. Auch die Einsetzung einer ständigen Kommission läßt sich durch jeweilige Beauftragung ersetzen. Besonders geeignet würde hierzu der Leiter der Unterrichtszeichenkurse sein, der sich von dem Erfolg und den Leistungen der früheren Besucher zu überzeugen Gelegenheit hätte. Diese Revisionen müßten jedoch regelmäßig sein. Der Umwandlung der seitherigen und Aufstellung von neuen Lehrplänen ist in den höheren Lehranstalten und Seminarien im Sinne des Antragstellers Rechnung getragen worden. Für die meisten länolichen Volksschulen' wird eine derartige Maßnahme wenig nützen, da Die Verwendung von Fachlehrern ausgeschlossen ist und die Ausbildung tüchtiger Zeichenlehrer auf den Seminarien zur Seltenheit gehört. Diese Lücke sucht die Regierung in anerkennenswerter Weise durch Abhaltung von Zeichenkursen auszufüllen. Die Mittel für dieses Kurse sind — wohl mit eine Folge dieses Antrages — im Budget für 1905 um 3000 Mk. auf 7000 M k. erhöht worden. Was die Ausbildung und Prüfung Don, eigens vorgebildeten Fachlehrern anlangt, so ist auch für unser kleines Land wohl ohne bedeutende Kosten im Anschluß an die technische Hochschule das Studium zu ermöglichen und die Ausarbeitung einer Prüfungsordnung zu erstreben. Hinzuweisen ist in dieser Beziehung auf die neuerdings eingeführte Prüfung für Studierende der Landwirtschaft an der Landesuniversität Gießen. Ebenso ist trotz des relativ geringen Bedarfs,an Veterinärmedizinern ein vollständig ausgebildetes JN- stttut in Gießen vorhanden. — Der AntraMeller erklärte ich mit dem Vor geschlagenen als zurzeit erreichbaren im großen und ganzen einverstanden. Der Ausschuß beantragt deshalb: die Kammer wolle den Antrag des Abg. Noack ür erledigt erklären. * Zum Mord in Biebrich. Die Polizeiverwaltung in Biebrich ersucht uns um Aufnahme des folgenden Schreibens: Nach wie vor der Verhaftung des wegen, Verdachts der Täterschaft des in der hiesigen Gemarkung, im Distrikt „Hohl" in der Zeit vom Sonntag, den 28. Mai bis Donnerstag, den 1. Juni er. verübten Mordes ausgeschrieben gewesenen Fabrikarbeiters Eduard Hilarius Müller von Tittlofsroda, Bez.-Amt Hammelsburg, ist es für die objektive Untersuchung von ganz besonderem Wert, festgestellt zu wissen, wer die Person des Ermordeten ist. Wiederholt geben wir nachstehend das Signalement der Leiche mit dem Bemerken bekannt, daß die bei ihr vor gefundenen Kleidungsstücke und zwei Messer, sowie ein Schlüssel mit der an der Schlüsselstange über dem Bart deutlich wahrzw nehmenden Zahl 4 2 in den Bureaus des diesseitigen Polizei-Kommissariats, Rathausstraße 50, parterre, zur Ansicht bereit gehalten werden. Der genannte Schlüssel mit der Zahl 42 dürfte vielleicht auf die früher innegehabte Wohü- ung oder einen benutzten Schrank usw. in einer Fabrik, Baracke, in einem Gasthau.se oder dergleichen hindeuten, und die Inhaber oder Pächter solcher Etablissements bezw. deren Angestellte werden dringend ersucht, nachzuforschen, ob eine wie nachstehend beschriebene Person bei ihnen | logiert hat oder aber, ob ihnen ein derartiger Schlüssel abhanden gekommen ist. Diese Feststellung ist von größter'Wichtigkeit. Beschreibung der Leiche. Cirea 1,75 Meter groß, kräftige Statur, dunkles, ziemlich schwarzes starkes Kopfhaar (ziemlich kurz), rundes Gesicht, gewöhnliche Nase, mittelstarken, dunkelblonden Schnurrbart. War bekleidet mit dunklem, längs- weißgestreiften Sackrock, Weste und Hose aus schwarzem ^rrikot- stoff, kurzen schwarzwvllenen Strümpfen und noch gut erhaltenen schwarzledernen Schnürschuhen. Außerdem trug er ein Helles, noch frischgewaschenes Trikot- (Sport-) Hemd mit Umlegekragen, der mit einer halbwollenen Kordel, deren Enden in kleine Troddeln auslaufen, zusammen gehalten wird. Neben der Leiche lag ein hellgrauer weicher Filz- (Schlapp-) Hut mit braunem Schweißl^er, unter dem sich weißseidenes Futter befindet. In den Taschen fanden sich 2 Messer und 1 Schlüssel vor. Das eine Messer hat eine gelbe metallene Schale, auf deren einer | Seite die Worte: „Im Wein liegt Wahrheit" zu lesen sind, während auf der anderen Seite eine weibliche Figur mit einem Weinglas in der rechten Hand zu sehen ist. Das zweite Messer ist etwas' länger und mit einer dunklen Hornschale versehen. Die einzige Klinge wird mittels eines Mechanismus geöffnet und seschlossen, an seiner ' Schale befindet sich ein stählerner Ring. Solche Messer (soll I ; belgisches Fabrikat sein) werden von ausländischen Ar- r hei fern gern getragen. — Am Schlüssel vorn über dem Bart befindet sich die Zahl 42 eingestanzt. An der Hose befinden sich! überm Knie schmierige Flecke, anscheinend von Oel u. dgl. herrührend. Außerdem muß darauf hingewiesen werden, daß trotz der erfolgten Verhaftung des verdächtigen Eduard Müller immerhin noch nicht angenommen werden kann, daß der wirtliche Täter nun wirklich ermittelt ist. Diesseits müssen die Recherchen m derselben Weise fortgesetzt werden, als wenn überhaupt noch niemand wegen des 'fraglichen Mordes festgenommen, oder verdächtigt worden wäre. — Aus diesem Grunde stellen wir an das Publikum die dringende Bitte, seinerseits alle etwa gemachten verdächtigen Wahrnehmungen, die zur Ermittlung des Täters Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. Am 1. Pfingstfeiertag, den 11. Juni 1905. Kollekte für die Hessische Lutherstiftung. Hottesdienü. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch w a b e. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer v. Schlo fjer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthaus- und Markus- gemeinde gemeinsam. Pfarrer v. Schloff er. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Sattler. Vormittags 91/, Uhr: Professor v. Drews. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannes» gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 2. Pfingstfeiertag, d en 12. Juni 1905. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer v. S ch l o s s e r. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthaus« und Markus^ gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittaas 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9 V, Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrassistent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 10. Juni 1905. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 11. Juni 1905, Pfingstsonntag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und m der* selben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 */2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 /, Uhr: Fest-Audacht. um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zm. hl. Beicht. Montag, den 12. Juni 190 5. Pfingstmontag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. . , um 7 Uhr: Die erste heil. Mesie, vor und m derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 912 Uhr: Hochamt. Nachmittags um 21/, Uhr: Fest-Andacht. SB wird von alten Leuten, Kinder, Schwachen U » usw. vorMlich vertrage», da aseß? JLW7 V Mia cs dem Körper die wichtiastcn Lebens- und Aufbaustoffe in konzentriertester und leicht verdauuchster Form zuführt. Man lese die Gutachten der Aerzte. Erhältlich das y2 Kilo Mk. 3.— in Apotheken, Drogerien usw.b Herrn Verteidiger cm." Urteil. Nach etwa 'a'bi u.idigcr Beratung des Gerichtshofes verkündet flet Vorfl r.Dc, ' d.crjericfjtSrat Preetorius: D er Gerichtshof hat, gemäß dem Wahrspruch der Geschworenen, im Namen des Großherzogs den Angeklagten Hudde zum Tode,„12 Jahren Zuchthaus, dauernden Verlust der bürgerlichen Cotomhos ü 6 Pfg- unübertroffene Qualitätseigarre. keine Ausstattung nur Qualität, enrpfiehlt G. C. Volk, Grünbergerstr. 4, Giessen. 1901 Äuswertouf! Wcgcn Verlegung meines Geschäftes von Neustadt 19 nach Marktplatz 11 verkaufe ich sämtliche Waren bestehend tn ührea-, Bold- und Silberwaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 2902 I. Amick, Zmelikk «i Umchcr. > Oest.-Ung. StSb. 1873/741(5. 100 Ser. 311-330 unk. b. 1913 Staats-Anleihen. v. 1883 abgest. . . Meininger Hyp.-Bk. Ser. 2 do. 3*/, Preußische Consols abg. M. 1000/2000 4 Preuß. 98.75 1907 4 Vorarlberg . . do. do. Lire E.-B.-Anl. . . do 75.90 Bremer St.-Anl. v. 1888 4 M. 1899 do. Ser. 69-82 unk. b. 1904 Kommunal . . do. n 1000 r 1908 87.60 provinzi al-garant. Staatl. oder M. v. 1888 do. do. Kr. 102.15 do. Lit. F. G. H. K. u. L. do. Aktien 95.20 Lire i. G. 118. S.fl. Provinzial- und Communal- Obli gationen Standesherrliche Anleihen. (conti.) 4 10, 12*16 u. 24*26 do. s.fl- A S M. Lose Svezifiz. do. 157.10 M. Reichsbank M. n 98.70 87.60 Rufs. Consolid.-Anl. ti. 1880 unk. b. 1904 87.60 io 98.85 it. 1894 0. 1891 Lit. H 99.70 Vereinsbank . amort. ab 1907 . Fr. 2V, ti. 1900 unk. b. 1905 . i. B. Anrechtscheine Pes. u. 1884 abgest. . do. 99.50 Unverzinsliche Lose do. ti. 1897 steuerfr. do. M. (Eisern Thor) Goldstfr. Außereuropäische. n. ti. 1899 unk. b. 1904 Pes. inn. G.-Anl. ti. 1887 100. abgest. Karlsruhe ti. 1900 do. 1890 äuß. E.'B i. G. ti. 98.20 1888 u. 1903 ti. Industrie-Aktien. Fr. do. garantierte 4 " Mainz 4 Berl. Hyp.-Bk. abgest. 80°/( v. 1900 IHFunk. b. 1905 99.— unk. b. 1903 do. 3V. 4 37, do. 95.90 do. 3V, ti. 1899-1901 . - 4 Nürnberg unk. b. 1913 ti. 1902 4 unk. a. b. 1908 3 4V, Offenbach 100.80 i. S. unk. b. 1906 ti. 1889 do. do. ti. 1891 400 Oest. Süd (Lomb.) sts. Fr- do. E. ti. 71 i. G. 3V. do. ti, ti. 500 500 SV, SV, do. do. 500 200 Fr- Fr- 98.50 98.80 425.50 67 80 4 4 4 do. do. do. do. do. do. do. Gold-Rente 2025 r Staats-Rente . . da. da. do. do. do. do. 98 unk. 1909 stfr. gar. do. 1901 uncti.b. 1915 stf.g. unk. b. 1901 unk. b. 1902 unk. b. 1908 S. S. 500 500 500 500 101.80 101 40 4 4 4 4 SV, 6 4V, do. do. do. do. do. i. P. i. G. do. do. do. do. 1909 1911 1913 do. Patiier-Rente do. Gold-Rente . do. einbeitl. Rente do. Staats-Rente 1888 1897 67.15 67.15 14.60 101.60 101.50 91.90 91.90 106.70 102.10 96.35 4 4 4 3 Schweiz. Central ti. 1880 . Russische Südost 97 steuerfr. ti. 1901 ti. 1895 ti. 1903 ti. 1879 ti. 1900 unk. b. 1905 unk. b. 1906 unk. b. unk. b. unk. b. . 1000 . 500 . 1000 gar. . 71.60 65.50 65.90 mitgeteilt von der Diskonto-Gesellschaft M. 600/1200 Dresdner Bank . . M. 600/1200 Gotthardbahn. . Jtal. Mittelmeer . Anatol. Eisenb. . Prinee Henri. . 99.20 100 10 100.60 99.30 101.— 97.80 4 4V, 4V, 4 4 4 4 Badische Prämien . Bayerische Prämien Ser. 5 unk. b. Ser. 6 unk. b. Ser. 7 unk. b. S-r. 3 unk. b. 1905 Ser. 4 unk. b. 1907 unt. b. 1906 . unk. b. 1911 . 385.— 290 — 119.90 47.501 202.26: 4V, 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 öfl.G Kr. -.Rbl. M. 100.60 90.- 101.05 101.05 98.40 97.40 90.— 90.20 104.56 103.75 82.— Oberrheiu. Bank Oest.-Ung. Bank Oest.-Länderbank Oest.-Kredit-Anstalt M.1000 M. 1000 M.1000 11 4 6 8V, 6 5 6V. 9 7V, 4 bV- 5 4V, 10 0 4 5 83/» 4 7 0 6Vo 9" 5 8 87, 6V, 7 7 7 10 IV, 4.30 5 83/< 4 7 4V, 6V2 9 6 8 9 V- 7 7 101.20 99.— 98 80 99.10 103.10 99.50 101.50 96.50 86.—' 87.50 89.- 103.— 101.50 141.30 152.— 153.70 unk. b. 1908 . unk. b. 1909 . unk. b. 1912 . unk. b. 1912. unk. b. 1905 . unk. b. 1908 . unk. b. 1912 . 4 4 4 4 4 SV, 3 do. do. ö.fl. Kr. ö. fl. M. 4 4 4 4 4 S3/< SV, SV, SV, 4 4 4 4 4 4 11. 17 unk. 1910 unk. b. 1905 M. ö.fl- ö.fl- M. ö.fl. 142.7s 18.60 105.45 112.70 26.90 Ser. 6 Ser. 7 Ser. 8 do. cons. ti. 1890 steuerfr. conti, unif. ti. 1903 . . . M. Fr. 107.90 98 10 68.60 68.60 84.— 103.60 78.60 76.10 75.- 101.10 101.75 112.40 ö. fl. 200 ö. fl. 200 0. fl. 200 . M. 600 , s. fl, 350 SV, SV, SV, s1/, 1902 . . 1908 . . 1906 . . Bank-Aktien. . . M. 1000/3000 SV, 3V, SV' SV, do. do. Lstr. M. Lstr. M. 101.70 79.90 4 ' Erlangen 4 Freiburg SV, SV, SV, SVo 4 SV, 4 4 4 SV, 3 contiert. ti. 1897 ti. 1902 400 400 400 98.60 98.60 98.60 98.60 100.30 100.60 98.80 2 12.95 4 8 0 0 57, 6 Sächsische Rente Württembg. ti. 1875—80 abgest 4 SV, SV, SV, ti. 1881 ti. 1888 ti. 1898 ti. 1903 Wien do. do. do. E. 18 E. 19 E. 22 E. 23 E. 17 E. 18 E. 24 berliner körse. BliesenbachBergW. Bochumer Guß . BuderuS Eisen . Concordia Bergb. Dt. Luremb. Bgw. Elektr.Lichtu.Kraft Eschweiler Bergw. Fayon Maimstädt Gelsenkirch. Brgw. Harpener „ Hasper Eisenw. . Hemmoor Zement Hibernia Bergw. Härder Vorz. Bgw. Hösch. Eisenw. . Humbold Masch. . Laurahütte. . . Masten Bergbau. Mülheimer Bergw. Nordd.Wollkämm. Nordstern Kohle . Oberschles.E.-Jnd. Phönix Bergw. . Rhein-Nass.- Rhein. Stahlwerke Niebeck Montan . Schalker Gruben Schles. Berg- Wegelin & Hübner Westeregeln Alkali SV, SV, SV, M. Tlr. M. Fr- Ungar. Kreditbank Unionbank (Wien) Wiener Bankverein u. 34 unk. b. 1907 . u. 41 unk. b. 1910 . unk. b. 1913 . . . unk. b. 1908 . . . unk. b. 1913 . . . 64.60! 144.20 160.5Q ti. 1893 ti. 1896 ti. 1897 ti. 1903 1901 1888 1895 1898 Lstr. M. 102.50 100.40 98.70 98.70 98.70 98.70 101.30 99.20 99.- 99.20 99.20 99.20 100.30 98.60 100.— M.1000 Kr. 1400 8. fl. 200 8. fl. 260 M.1200 Tlr. 200 102.50 102.90 4 31/, SV, unk. b. 1905 unk. b. 1906 4 38A SV, Rbl. Lire M. sv: 3? 4 4 4 SV, SV, SV, ti. 1887/89 . . . ti. 1896 unk. b. 1901 ti. 1903 unk. b. 1914 99.— 99.— Ansbach-Gunzenh. . AugLburger . . . Braunschweig . . Finnländische . . Freiburger . . . Genua .... Mailänder . . . Mailänder . . . Meininger . . . Neuchateler . . . Oestr. ti. 1864' . . Oestr. Kredit ti. 1858 Papenh. Gräfl. . . Rudolfs-Stiftung . Türkische .... do. .... Ungar. Staats . . Veuetianer . . . do. Ser. 14 Ser. 16 Ser. 18 4 ’ 4 37, 4 37, 4 5 5 5 4V, 47, S. 341-400 unk. b. 1910 S. 401-420 unk. b. 1913 abgest. a. Ser. 1—45 . 95.60 96.- 97.- 92.30 88.45 100.30 98.- 89.40 83.10 unk. b. 1905 . unk. b. 1908 . ti. 1896 .... r. 1903 unk. b. 1908 M. do. ti. 1902 unk. u. 1910. do. ti. 1896 . . Letzte Dir. 6.18 87, 101.50 102.— 100.50 101.— Vorl. Dlv. 5.47 87, 5 2 12.95 37, 77, 0 0 4 6 Tlr. 100 Tlr. 100 8. fl. 100 Tlr. 100 Tlr. 100 Tlr. 50 b.fl.100 Tlr. 100 Tlr. 50 Fr. 80 Fr. 100 Tlr. 100 8. fl. 500 Tlr. 40 136.60 137.— 383.70 43.80 ti. 1891/92 (abgest. . 0. 1898 ti. 1902 unk. b. 1908 Ser. 12. 13 Ser. 15 unt. b. 1906 . Ser. 19 Kommunal Ser. 1 unk. 1910 101.50 97.— 97.— 101.20 99.60 156.40 200.— 129.25 81.— 301.— 99.20 169.— 127.50 157.- 118.50 141.20 a. Deutsche. $7, Deutsche Reichs-Anleihe . 97.50 99.40 103.— 68.20 Fr. M. 8. fl. Kr. M. Fr- Pes. Lstr. 101.10 101.70 98.90 47.40 99.80 99.90 102.— 99.80 100.— 101.60 r 4 4 37, 37, 37, 37, 4 110.80 109 30 101.55 91.— 89.90 98.— 98 — 98.50 100.30 98.30 98.50 Dresdner Bankverein . Eisenbahn-Renten-Bk. . Natlb. f. Dtschl. S. I-V M. 300/1200 Nürnberger Bonk . . . M. 1000 Nürnberg. Vereinsbk. M. 300/1200 Zürich v. 1889 .... Stadt Buenos-Aires v. 1892 37, 4 37, 4 4 4 38/. 37, SV. SV, 4 4 37, 37, *7, 4 4 4 4 4 SV, 3 V, v. 1903 ti. 1897 Diverse Obligationen. Buderus r. 103 Dtsch. Luxemb. r. 100 a. M. Lit. N u. Q abgest. „ R abgest. . . (Straßenbahn) ti. 1899 . v. 1901 ?n>t. 1. . . . v. 1901 Abt. II. II. in. 87.25 79.20 71.50 171.—. 241.— 132.50 266.75! 121.25 189.25 161.— 272.60 181.60 160.- 299.— 204.70 215.— Brünn-RS. 72 stf. Staatsb. ti. 83 „ 1—vm Em. „ IX Em. „ 0. 1885 „ (ErganzgS.-N.) „ ti. 1895 stf. i. G. 3 37. & 4 r- 4 271, 2710 Hambg. Hyp.*Bk. ©r . 141-250 . . . S. 251-340 nut. b. 190;> amrt. 1900 11.1909 do. ti. 1899 . . do. ti. 1902. . ti. ti. v. 1900 unk. b. 1910 abgest. 1878 u. 83 . abgest. Lit. .1 ti. 1884 ti. 1886 u. 88 . . ■ abgest. Lit. II v. 1891 ti. 1894 . . . . ti. 1892 ti. 1902 unk. b. 1912 31/, Kastel abgest. . . 31/, Kissingen v. 1886, 4 " Köln v. 1900 . 3V, Kreuznach ti. 1898 3V, Lahr ti. 1889 . 3V, do. ti. 1902 . do. Frk., Hyp.-Bk. 388.30 137.— 266.— Rudolf .... „ i do. (Salzkgtb.) stf. i. G. Rente Rente do. Rente Rente i. G. i. G. i. G. i. G. S. 100.— 95.— 101.10 102.60 101.20 97.50 97.50 97.80 99.80 88.90 101.30 103.60 100.05 100.05 87.60 88.70 100.30 3 3 168.50 151.50 266.50 167.50 170.— 139.50 280.— 134.— 240 — 105.— 116.- 457.75 151.80 270.50 335.50 85.40 237.— 144.40 136.— 186.50 183.— 515.- 285.80 210.50 198.- 151.60 123.20 Oest. E.-B. St. Sch.-Bersch. (conti. Elisab. Obl.) i. G. steuerfr. . .öfl.G. 104.95 147.—! i. G. i. G. i. G. i. G. i. G. i. G. 57« Oest. E.-B. St. Sch.-Versch. /conti. Franz-Josef) i. Silb. steuerfr. . Oesterr. Lokalb. (verstaatl.) . . . 99.— 99.- 98.50 98.50 104.— 104.70 98.80 89.20 4 do. 3V, do. Eisenbahn-Prioritäten Inländische. Frankfurter Bank . . M. 1000 Badische Bank . . . Tlr. 100 Bayr. Bank (Münch.! abg. M. 1000 do. Hyv.-11. Wechselbk. s. fl. 500 Berliner Bank . . . M. 1000 95.50 95.50 101.— 100.90 101.10 102.30 97.- 97.— 97.— 101.— 95.— 99.70 97.— 101.50 101.50 102.— 100.- - 95.30 95.50 97.— 100.60 101.50 97.20 97.20 98.— 101.— 101.20 101.80 102.20 102.80 96.20 97.20 Ungarische do. do. do. 101.40 100 35 100.— 89.50 99.40 99.40 87.50 103.60 do. do. do. dc. 31 40 43 46 44 237.50 112.60 130.40 188.25 155.20 109.75 119.— 212.- 162.70 98.50 121.70 132.- 111.70 219.50 109.50 118.80 116.50 209.10 104.20 156.30 127.80 145.30 204.30 145.80 188.- 56.10 242.80 123.80 332.— 200.— 137.— 252.40 203.—1 226.75 213 60 224.25 105.75i 96.90 51.80 55.— 106 40 Meininger Prüm. Psandbr. Oesterr. v. 1860 . . . Oldenburger Russische ti. 1864 . . . Russische ti. 1866 . . . do. do. „ M. N. P. • . - Sachs.-Meining. Landkred.-Anst. unk. 1906 i. G. i. G. i. G. i. G. i. G. . . fl- 7 . . fl. 7 . Tlr. 20 . Tlr. 10 . - Fr. 15 . Lire 150 . Lire 45 . Lire 10 . . s-fl. 7 . Fr. 10 . ö. fl. 100 . ö.fl. 100 . - s. fl. 7 . ö. fl. 10 . Fr. 400 . Fr. 400 . ö. fl. 100 . Lire 30 do. do. do. do. do. do. do. do. do. 103.10 101.90 99.50 98.50 99.— 99.50 99.50 99.50 99.56 99.50 do. do. do. do. Pfandbriefe. (vr. Pommr.) abgest. 80°/( 100.35 100.30 101.— 101.60 102.50 101.50 100.50 97.20 97.20 98.— 98.95 99.50 101.— 101.— 102.— 103.20 95.60 do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. 101.35 90.35 101.30 101.30 90.25 103.80 100.05 100.10 4 5 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 5 3 47, Rheinprovinz Ausg. 20 u. 21 unk. b. 1902 do. „ 22 u. 23 ... . do. E.-B. St. Sch.-Versch. (abgest. Elisab.-A.) i. steuerfr. Pp. Portug. unistz. v. 1902 Ser. I . . do. unifiz. ti. 1902 Ser. III . . 5 5 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 4 5 102.- 103.— 102.80 103.40 100.— 102.20 102.50 101.60 101.80 101.— 101.20 95.60 48.70 180.—i 75.80 24.—i 48.-H 75.- 1881/88 . . i. G. ti. 1893 i. G. ti. 1891 ti. 1894 . . ti. 1898 . . v. ti. ti. ti. 5 5 4 4 4 4 4 4 4 r 87i 3 47, 4'/, 47, 4 SV» Heidelberg ti. 1901 . do. ti. 1894. 37, Hess. Provinz Oberbesten 31/, do. do. Starkenburg . do. do. do. do. Lstr. M. Kr. Oest.-Ung.StaaSb. Oest.Südb.(Lomb) Oest. Nordwest . do. B . Rc^b-Odend. . . 87, do. 87. do. 4 Pfälzische . . alt. K. Rbl. 100 alt. K. Rbl 100 . . ä. fl. 150 4 5 innere v. 1888 . äußere Gold-Anl. da. do. 3 do. do. S. do. S. do. S. do. S. do. S. do. S. do. S. do. S. 3V, Nauheim v. 1902 unk. b. 1912 . . 3V, Neustadt a. d. H. v. 1889 . • • v. 1903 unk. b. 1903 3* 4 37, 37, 3 4 8V, do. St.-Rente St.-Anl. ti. Aul. abgest. do. . . do. . . 31/, Hest.LandeS-Hyp.Bk. Ser.I u. V unk 1909 31/. do. do. Kommunal Ser In.II unk. 1909 4 Nastauische Landesb. Lit. Q 37, 4 102.70 105.30 73.25 119.80 105.20 100— 100.50 100.30 104 30 87.50 87.50 87.50 87.60 Rumän. do. do. do. do. Argent. do. do. do. do. do. do. do. Gießen do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. 37, SY, 3V, 37, 4 37, 3% do. do. do. do. do. do. do. dv. do. do. do. do. do. do. do. do. amort. do. do. amort. amort. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. Rhein. Kreditbk. M. 600/1000/1200 Rbem. Hyp.-Bank M. 600/1200 Schaffhaus. Bankver. . M. 1000 Südd. Bodenkredit-Bank . M. 600 do. do. do. do. do. do. do. Worms do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. dv. do. do. do. do. do. do. do. do. Pfdbr. Bk. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. Württbg. Bankanstalt VereinZbank do. dv. do. do. do. do. 11 4V, 6 87, 7 5 0 9 7 57- 5 4 4 5 3 4 4 3 5 5 87, 3‘Z 3 3 37, 37, 37, 3 37, 3 5 5 3 do. do. Lit. N-P lU/.KSln-Mindener . . 3V,Lübecker v. 1863 . 2V,Lütticher v. 1853 . ~ 'Madrider abgest. . Bayr. E.-B.-Anl. unk. b. 1906 do. E.-B. n. Allq. Aul. . . do. Landeskultur-Rente . . 5riulkfurier Dorff Aschaff.Masch.Pap Neue Boden A. G. Brauerei Biuding „ Henninger . „ do. Pr.Akt. „ Kempff . . „ Mainzer Akt. „ Rettenmeyer „ Stern(Oberr.) „ Werger . . \ Zements. Karlstadt Chem. Bad. Anilin „ Bleiu.Silb.Br. „ Gries h. Elektr. „ Albert . . . Elektr. Böse . . „ Allgem. Berlin „ L ah meyer . . „ Schlickert . . „ Siem. / Grobherzogliches Kreisamt Alsfeld. ' Dr. Melior. Kriegerverein Giessen Samstag, de» 10. Juni 1905 Besichtigung der Brauerei der Herrn Bichler anb im Anschluß daran gesellig« Unterhaltung aus der Lerasie. „ , , Der Zutritt ist nur Mitgliedern gestaltet. A Gemeinsamer Abmarsch 6 Uhr abends von der Lahnbrück, auS. L. Süss, Schuhwarenhaus Marktstrasse 9. Telephon 434. Wettergasse. 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