Dienstag S. MaiLSOI 155t Jahrgang Erstes Blatt d Gietzener Anzeiger M General-Anzeiger & Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen -kr. 1OS Hv,cheß»t ilglie anbei Sonntags. Lew Gietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMjchen Landwirt die Siebener Zamtlien. tzlütter Dtermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Vertag der Brühl'lchen Univerf^Buch-u. Stein- druckerei. 8L Lange. Redaktion, Srvedittoa und Druckerei: Gchulstratze 7. tlbrefle Mr Depefchen: Anzeiger wietzeu. Fernsprechanschluß Nr.51. monatlich 7 b vtettel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.—viettel» jährl. ausschl. Bestellg. 7'nnahme von Anzeiorn 'iit bte Tr rsp'l'.rmrer 'S DO*nnUhg8 .U11fit. Ze'^ennreiS: auSwärtS LÄ MZ. Berantwortl^ ftbe den polit. und Qjöjiie Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land" unfo „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck, Schillers Kulfur-Udeal. Von Prof. Dr. V7. Kinkel. „Denn was tft das Genie anders, als jene produktive Krait, wodurch Taten entstehen, die vor Gott und in der Natur sich zeigen können, und die eben deswegen Folgen haben und von Dauer sind." (Nachdruck verboten.) (Goethe z. Eckermann 11. März 1828.) Wenn wir uns heute anschicken, das Gedächtnis Schillers zu feiern und seinem Genie zu huldigen, wie könnten wir es bester, als indem wir versuchen, uns in seine Gedankenwelt zu versetzen, den Triebfedern und Zielen seiner großen Seele nachsinnend? Das rechte Genie ist fruchtbar, und seine Gedanken und GeistcSprodukte wirken nach über die Jahrhunderte. Vor seinen Werken muß das Gezänk der Parteien verstummen, müssen sich die kleinlichen Jnteresten des Tages verbergen; denn sie tragen das Gepräge der Ewigkeit und führen die Menschheit zu dem Punkt, wo das Trennende versinkt, daS Gemeinsame, Verbindende aber lebendig wird und die Herzen sich nähern. Von keinem gilt dies in so hohem Maße, als von unserem Schiller. Sein Ideal war das der Humanität. In wechselnder Gestalt hat es sich in seiner Seele gemalt von seinen Jünglingsjahren bis in sein reifes Mannesalter und hat ihm noch die Todesstunde verklärt und erleichtert. Er hat die Menschheit allezeit mehr geliebt als sich selbst; Goethe konnte von ihm sagen, die Idee der Freiheit habe ihn getötet, so sehr habe er ihr sein ganzes Sein geopfert (zu Mckermann am 8. Jan. 1827), „denn er machte dadurch Anforderungen an seine physische Natur, die für seine Kräfte zu gewaltsam waren." Wir können hier nicht die Entwicklung seines Geistes verfolgen; wie er sich nur mühsam aus den Banden eines -ästhetischen Pantheismus und einer kulturfeindlichen Rousteau-Stimmung befreite, wie er dann in der Schule der Philosophie I. Kants und unter dem bestimmenden Einfluß Goethes, Humboldts und Körners sich zu der Klarheit der Gedanken durchrang, die wir an seinen späteren Schriften bewundern. Wir wollen uns vielmehr hier gleich an diese letzteren halten und, von ihnen ausgehend,, die nähere Bestimmtheit seines Kultur-Ideals zu begreifen trachten. In seiner ethisch-ästhetischen Weltauffastung ist Schiller durchaus ein selbstdenkender und selbständiger Schüler Kants. Mehrfach hat er dies ausgesprochen; so z. B. enthalten die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen folgendes unzweideutige Bekenntnis zu Kant: „Zwar will ich Ihnen nicht verleugnen, daß eS größtenteils Kantische Grundsätze sind, aus denen die nachfolgenden Behauptungen ruhen .. / „Ueber diejenigen Ideen, welche in dem praktischen Teil deS Kantischen Systems die herrschenden sind, sind nur die Philosophen entzweit, aber die Menschen, ich getraue mir, es zu beweisen, von jeher einig gewesen." Kant hatte den Menschen in Fragen der Sittlichkeit auf sich selbst gestellt, d. h. er hatte das Sittliche nicht auf individuelle Willkür, sondern auf die Gesetze der Vernunft begründet. Indem er so die menschliche Freiheit als Autonomie, d. h. Selbstgcsetzgebung der Vernunft, erklärte und den Menschen lehrte, sich selbst in der Vernunft wiederzufinden, hatte er das Gewissen seiner und aller Zeit geschärft. Denn nun ging es nicht mehr an, die Verantwortung für Gut und Böse einer fremden Autorität aufzubürden, weder Gott, noch der Natur, sondern der Mensch hatte seine Handlungen selbst zu verantworten und vor der Vernunft zu rechtfertigen. So war die Menschheit in jedem Individuum zum Problem gemacht worden; Mensch sein, das heißt nunmehr: mit den Gesetzen der sittlichen Vernunft über- einstimmen. So wahr aber die Vernunft nur eine ist in der Welt, so wahr ist auch die Menschheit nur eine; und daraus folgt, daß auch daS Sittengesetz nur eines sein kann für alle Menschen, und daß die verschiedenen Erscheinungen der Sittlichkeit im Lause der Geschichte nur ebensoviele Stufen in der Entwicklung zu diesem einheitlichen, sittlichen Ideal hin, nur ebensoviele"Bemühungen und Anstrengungen des menschlichen Geistes dieses Ideal zu ergreifen, sein können. So würde jede einzelne Handlung der Individuen, wie der Völker und Staaten zur ganzen Menschheit in Beziehung gesetzt. Die Forderung deS Sittengesetzes verlangt die unbedingte Einheit und Einstimmung aller Willen zu einem; verlangt daß jeder Mensch in jedem Menschen jederzeit die Menschheit ehre. In allem diesen ist Schiller Kants Anhänger und Schüler. , ändern er aber die Lehren Kants in ihre Konsequenzen verfolgte, wußte er ihnen namentlich in ihrer^Anwendung auf die allgemeinen Probleme der Kultur und Geschichte eine Fruchtbarkeit und Tragweite zu geben bte bewundernswert ist. Die Entwicklung der Kultur wurde ihm gleichbedeutend mit einer stets fortschreitenden Verwirklichung des sittlichen Ideals. Statt einer Rückkehr zur Statur wie Rousseau pe wollte, lehrte er den Glauben an die Idee und die Vcr- tiefung deS Kultus in diesem Glauben. Von der ^^Wendigkeit der Natur zur Selbstbestimmung durch praktisch-sittliche Vernunft, das ist der stets wiederkehrende Grundgedanke semer kulturhistorischen Betrachtungen. Der Gruudzug alles echten Idealismus gibt sich hierin kund. Von einem tierischen Zustande der Gebundenheit ist der Mensch ausgegangen: die Not und der ihm von der Vorsehung eingepflanzte Trieb waren seine ersten Lehrmeister. In dieser, seiner paradiesischen Kindheit ist der Mensch zwar mit der Natur einig und einer gewissen Art Glückseligkeit teilhaftig, weil er selbst noch Natur ist, wie die Pflanze und seine unmündigen Brüder, die Tiere. Aber der Mensch war zu etwas anderem bestimmt: er sollte die Harmonie seiner Seele zerstören, um sic auf höherer Stufe durch die Freiheit seiner eigenen Vernunft miederzugewinnen. Dies war nur möglich, wenn er sich vom sinnlichen Trieb und seiner Macht emanzipierte. Und so verlangt es ja auch das Gebot der Sittlichkeit; denn eine Handlung, die der Notwendigkeit des blinden Instinktes entspringt, kann nicht eigentlich sittlich heißen; das Gute hat vielmehr die Erkenntnis zur Voraussetzung. „Unsere Bestimmung ist, unS Erkenntnisse zu erwerben und aus Erkenntnissen zu handeln. Zu beidem gehört eine Fertigkeit, von dem, was der Geist tut, die Sinne auszuschließen, weil bei allem Erkennen vom Empfinden und bei allem moralischen Wollen von der Begierde abstrahiert werden muß." An sich ist aber ein dreifaches Verhältnis zwischen dem sinnlichen Trieb und der Vernunft denkbar. Es kann noch von keiner Sittlichkeit die Rede sein, so lange die Vernunft von der Sinnlichkeit beherrscht und unterdrückt wird. So ist cs bei den Wilden, am Ausgang der Natur; er folgt blind den Eingebungen des Augenblicks und der Stimme seines Instinktes. Die höchste Form der Sittlichkeit wird erreicht setn, wenn sich das Ideal im Menschen rein ausprägt, seine sinnliche Natur gleichsam in die moralische aufgehoben ist. Ein derartiger Zustand aber ist dem Menschen ewig unerreichbar: an der Reinheit des Sittengesetzes gemessen, wird eines jeden Menschen Schwäche offenbar. Nun ist aber ein dritter Zustand denkbar, wo der Trieb mit der Vernunft harmonisiert, der natürliche mit dem sittlichen Menschen derart übereinkommt, daß die Begehrungcn des Instinktes und der Sinnlichkeit fein anderes Objekt haben, als das Gebot der Vernunft vorschreibt. Eine Seele, die derart in sich einig wäre, nennt Schiller eine schöne Seele; und in ihr haben wir recht eigentlich sein Kulturideal. Denn freilich ist auch sie ein Ideal und nicht und niemals reine Wirklichkeit. Aber wenigstens anuähern können wir uns diesem Ideal, und wir tun es in unserem Leben so oft, als die Schönheit ihr freundliches Licht in unsere Herzen wirft. Denn zur schönen Seele wird die Seele im ästhetischen Zustand, im Genuß und im Erzeugen des Schönen. Alles Schöne ist Symbol: Schönheit ist die Erscheinung der Freiheit in der Sinnlichkeit. Dies ist aber auch nur möglich, weil der Grund des Schönen im Gefühl liegt. Freilich setzt das Schöne Erkenntnis und Wille, Natur und Sittlichkeit voraus; aber die Kunst unterwirft sie ihren Gesetzen, und dies sind Gesetze des Gemütes und des ästhetischen Gefühls. Von den Erzeugnissen der Kunst des Genies werden wir uns der Einheit des Menschengeschlechts unmittelbar fühlend bewußt, jener Einheit, die der erkennenden Vernunft eine ferne, unerreichte Aufgabe ist. Ein harmonisches Spiel der Kräfte unseres Gemütes erzeugt den schönen Schein des Kunstwerkes, und in seiner Anschauung sind wir für Augenblicke der Augst des Lebens entrissen. Von hier aus begreift sich die hohe Stellung, welche Schiller der Kunst und dem Künstler in der Erziehung des Menschengeschlechtes anwies. Offenbar muß die Kunst, im Sinne Schillers, das Mittel sein, dem Menschen die schöne Seele zu schenken, welche, wie wir sehen, eine Voraussetzung der erhabenen, sittlichen Seele ist. Denn so lauge wir das Schöne erzeugend genießen, ist unser Gemüt in sich einig; und so vermag die Gewöhnung des Schönen nicht zwar uns moralisch zu machen, wohl aber uns in einen Zustand zu versetzen, der den Uebergang zum sittlichen Ideal erleichtert, weil in ihm die Notwendigkeit der Natur aufgehoben ist. Die Griechen, als ein im hohen Grade ästhetisches Volk, hatten sich dem Ideal der schönen Seele so weit angenähert, als es bei dem Stande ihres damaligen Wissens und ihrer praktisch sittlichen Einsicht möglich war. Aber es gibt einen Fortschritt auch für uns, noch über die Griechen hinaus: Die vertiefte Einsicht in die Gesetze der Natur und Sittlichkeit machen es uns möglich, unser Ideal höher zu suchen, als jene. Aber wenn so unser Ziel das ihre an Kraft und Würde überragt, so sind wir auch um so weiter davon entfernt; wenigstens, wenn wir nicht auf die Gattung, sondern auf den Einzelnen sehen. Denn nur durch eine Zersplitterung und Isolierung der Geisteskräfte ist es uns gelungen, die Kultur der Griechen zu überbieten: Sinnlichkeit und Vernunft, alle Fähigkeiten des Gemütes sind bei uns nicht mehr einig Und werden nicht mehr harmonisch ausgebildet; sondern der Einzelne pflegt seine besondere Beanlagung auf Kosten der Totalität seines Charakters und seines ganzen Menschentums. Eine tiefe Kluft hat sich aufgetan zwischen Ständen und Berufen; wir haben den geistigen Arbeiter auf der einen, den physischen auf der anderen, von denen der erstere nur zu oft die Sorgen und Mühen seines unglücklichen Bruders nicht kennt, während dem zweiten die Schätze des Geistes ewig verborgen bleiben. Mochte diese Zerrissenheit notwendig ein, um den Fortschritt der Gattung zu ermöglichen; sie kann unmöglich das Endziel sein, sondern höchstens eint notwendige Stufe der Entwicklung, die wir zu überwinden bestrebt sein müssen, um in jedem Menschen die Einheit der Menschheit wiederherzustellen. Schiller ruft hier die Kunst als Retterin an; ob et nicht ihr damit zu viel zngemutet hat, soll heute nicht erörtert werden. Er hat ja darüber nicht verkannt, daß ein Fortschritt der Erkenntnis und des Willens zu seinem Ziele nötig war; und auch sonst die Konsequenzen au8 dem an ihm ausgestellten Ideal mit Mut und Menschenliebe gezogen. Aus dem Gedanken der Einheit des Menschengeschlechtes folgerte Schiller, daß daS Ziel für die Gattung wie für daS Individuum fein müsse eine gleichmäßige Ausbildung aller einer Fähigkeiten, aber so, daß der Sinn und daS Ziel deS Lebens durchaus in der vernünftigen Natur, dem Geiste und Gemüt des Menschen liege. ES ergibt sich daraus vor allem die soziale Tendenz, daß die Wissenschaft und daS Wissen nicht auf einige Wenige, auf die besitzenden Klassen etwa, eingeschränkt bleiben dürfte, sondern Gemeingut der Menschheit werden muß. Es ergibt sich daraus ferne« die freieste Stellung gegenüber Staat und Kirche. „Alles darf dem Besten des Staates zum Opfer gebracht werden", sagt er wörtlich in dem Aufsatz über die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon, „nur dasjenige nicht, dem der Staat selbst als Mittel dient. Der Staat selbst ist niemals Zweck, er ist nur wichtig als eine Bedingung, unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann, und dieser Zweck der Menschheit ist fein anderer als Ausbildung aller Kräfte des Menschen, Fortschreitung. Hindert eine Staats- Verfassung, daß alle Kräfte, die im Menschen liegen, sich entwickeln ; hindert sie die Fortschrettung des Geistes, so ist sie verwerflich und schädlich ...." Und er stellt als allgemeine Regel der Beurteilung politischer Anstalten auf, ob sie den Kulturfortschritt fördern: „Dieses gilt von Religions- wie von politischen Gesetzen; beide sind verwerflich, wenn sie ihm in irgend etwas einen Stillstand auferlegen. Ein Gesetz z. 29., wodurch eine Nation verbunden würde, bei dem Glaubens- schema beständig zu verharren, das ihr in einer gewisser, Periode als das vortrefflichste erschienen ist, ein solches wäre ein Attentat gegen die Menschheit, und keine noch so scheinbare Absicht würde es rechtfertigen können. Es wäre unmittelbar gegen das höchste Gut, gegen den höchsten Zweck der Gesellschaft gerichtet." Alle dogmatische Engherzigkeit, aller Zank und Streit der Konfessionen waren Schiller verhaßt, weil er darin nur einen Hemmschuh der Kultur- entwicklung sah; religiöse Toleranz ist ein einfaches Gebot der Sittlichkeit. „Welche Neligiou ich bekenne? Keine von allen Die du mir nennst. — Und warum keine? — Aus Religion! Schiller gründete seinen politischen und religiösen Glauben: auf die Idee der Menschheit. Er hatte erkannt, daß ber wahre Gottesdienst der Menschendienst, d. h. die Arbeit am Fortschritt der Kultur und das freudige und rastlose Sich- mühen im Dienst der Allheit ist. Hier suchte er sein fitt^ liches Selbst, hier hieß er uns unsere Unsterblichkeit suchens Vor dem Tode erschrickst du? Du wünschest unsterblich zu leben? Leb im Ganzen! Wenn du lange dahin bist, es bleibt. Und: Immer strebe zum Ganzen, und kannst Du selber kein Ganzes Werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an. So war er im besten Sinne des Wortes ein Weltbürgers und er sah hierin den Vorzug der modernen Menschheit vor den Griechen und Römern, die sich nicht über die Schrankes der Nationalität zur Anerkennung der verbindenden Menschheit erheben konnten. „Griechenland und Rom fonnteit höchstens vortreffliche Römer, vortreffliche Griechen erzeugen — die Nation, auch in ihrer schönsten Epoche, erhob, sich nie zu vortrefflichen Menschen". „Keiner von unferen Staaten hat ein römisches Bürgerrecht auszuteilen; dafür aber besitzen wir ein Gut, das, wenn er Römer bleiben wollte,! kein Römer kennen durfte— .... wir haben Mensch en- frei h eit." (Ueber Völkerwanderung, Kreuzzüge und Mittelalter). Aber wer wird unserem Schiller wegen seines Welt-j bürgertumS Mangel an Vaterlandsliebe vorwerfen? Wie ihn in der Geschichte die Epochen am meisten interessierten, welche die Völker im Kampf um ihre politische und religiöse Freiheit und Selbständigkeit zeigten (Abfall der Niederlande/ 30jährige Krieg usw.), so ist er im „Wilhelm Tell" recht eigentlich der Sänger der Vaterlandsliebe geworden. Und doch hatte er erkannt, daß es die Einheit der Menschheit ist, welche daS Trennende der Staaten und Nationen überbrücken kann und soll; ja, daß jeder Staat in sich nur soviel Existenzberechtigung trägt, als er zur Realisierung des sittlichen Ideals beiträgt. Ten törichten Haß der Nationalitäten, der dem kindischen RaffenfanatiSmuS ent)prang, verachtete er, wie Goethe, Kant ttnb Herder; aber er wußte die besondere Erscheinungsweise des Sittlichen, wie sie durch die natürlichen Bedingtheiten der Nationalität gegeben sind, in den einzelnen Staaten zu würdigen und hat die besondere Aufgabe seine? Volkes nie verkannt. Er stellte sein Deutschtum nicht über Menschentum, sondern liebte in jenem dieses. Was er wünschte, war, unserem Volke jene Totalität des Charakters wieder zu gewinnen, welche der Lauf der Kulturgeschichte, im Interesse einer höheren Kultur selbst, hatte zerstören müssen. So ist sein Kulturideal enthalten und bc« schlossen in dem Gedanken eines in sich ruhenden, vollendeten und harmonischen Menschentums, bei gleichmäßiger Entfaltung aller geistigen Kräfte. Unsere Nation ist heute in einer glücklicheren Lage, als zu Schillers Zeiten; wir haben uns, wenigstens nach außen hin, in schweren und blutigen Kämpfen zu einer staatlichen Einheit durchgerungen; aber der Streit und Zank der Parteien, Rassen und Konfessionen im Innern ist heute so schlimm wie nur je. Hier können wir von Schiller lernen; hier sollen wir das Ideal unserer klassischen Dichter und Denker in uns wieder lebendig machen und in der Erkenntnis der sittlichen Einheit de§ Menschengeschlechts die Brücke finden, welche uns über die Gegensätze des Tages hinweghilft. In allen Mitmenschen die Menschenwürde zu achten, das dünkt mich die sittliche Forderung für alle kommenden Zeiten. UotMsche Tagesschau. Eisenbahmdeale. Daß wir uns inmitten einer Periode von Eisenbahn- tebolutionen befinden, kommt dem Einzelnen bei der Langsamkeit, mit welcher in Deutschland die Tarifresorrnen sortschreiten, kaum mehr zum Bewußtsein. Aber schon ist von militärischer Seite das Wort gefallen, daß die Feld- züge jetzt durch die besten Eisenbahnen entschieden werden. Und wenn unsere Zukunft auch auf dem Wasser liegen soll, so gilt dies Wort doch von den wirtschaftlichen Feldzügen und Völkerwanderungen fast noch mehr. Der Westen der nordamerikanischen Union ist von den Eisenbahnen urbar gemacht worden. Die Schienenwege rücken in den nächsten 10 Jahren Kanada als eine große .Handelsund Industriemacht in den paeifischen Wettbewerb. Und der Schöpfer des asiatischen Großhandels ber Union ist kein anderer als der König der amerikanischen Eisenbahnfürsten, Mr. Hill, der Präsident des Great Northern und der befruchtende Geist in der Northern Pacific! Wenn sich Südafrika von den Kriegsschlägen so rasch erholen konnte, so verdankt es dies im wesentlichen der Eisenbahnpolitik, die in Transvaal unter Miln er s Aegide nach dem Friedensschluß als erste große Organisationsarbeit in Angriff genommen wurde. Alle die großen Fortschrittsnationen fassen die Eisenbahnen nicht mehr nur als eines unter vielen oder gleichwertigen Kolonisationsmitteln auf, sondern schlechtweg als den Kolonisator, und zwar den Kolonisator auch im dichtbesiedelten Heimatlande. Wan hat deshalb auch die amerikanischen Hill-Linien nicht mit Unrecht das „Preußen" des Imperium Amerikanum genannt. Es ist wohl unrecht, zu sagen, in den deutschen Kolonien könnten Bahnen nicht auch wirtschaftliche und kulturelle Erfolge ausweisen. Die Union Pacific wurde durch die Salzwüste von Utah gebaut, überklomm die Nocky Mountains an ihren unwirtlichsten Stellen und durchquerte die Prairie. In Frankreich sind die Jungkolonialen jetzt zu der Erkenntnis der Notwendigkeit gelangt, den Handel des Mittelmeers mit großen Bahnsträngen an sich zu klammern, und nicht umsonst haben französische Patrioten ihr Geld in die zinslosen spanischen Bahnen gesteckt. Ms Bismarck ein ft den großen Gedanken einer fran- rösisch-deutsch-österreichischen Zollunion ins Auge faßte, von dem er nur wegen französischer Empfindlichkeit Abstand nahm, waren die preußischen Bahnen nicht verstaatlicht. Anderenfalls wäre eine mitteleur o päisch e Eisenbahngemeinschaft , die den amerikanischen Systemen sich an die Seite stellen konnte, und das industrielle Deutschland zur Schlagader des nach drei Ozeanen pulsierenden europäischen Wirtschaftsverkehrs machte, die unausbleibliche Ergänzung gewesen. Auch nachdem die Verstaatlichung der Bahnen dem Privatkapital den Anreiz zu gewaltigen Entwürfen genommen hat, wird sich Europa mit größeren Eisenbahnidealen rüsten müssen, wenn es den Platz in der ersten Reihe behaupten will. ♦ Blinder Lärm. Ein Flotten-Konfliktsartikel der „Köln. Volksztg." hat selbst in den Kreisen der Zentrumssraktion des Reichstags Befremden bervorgernfen. Der beabsichtigte Eindruck ist nach keiner Richtung erzielt, am wenigsten wohl bei der Regierung. Diese zeigte bei der Militärvorlage, daß ihre Forderung sich auf das unbedingt Notwendige und finanziell Erträgliche beschränkt, und auch bei der nächsten Flottenvorlage werden zweifellos diese die leitenden Gesichtspunkte fein. Es ist schlechterdings unverständlich, wie das rheinische Zentrumsorgan aus der Frage der Auslandskreuzer die Möglichkeit einer Reichstagsauflösung im Herbst ableiten konnte. Hat doch auch der Führer des Zentrums in der Flotteukommission des Jahres 1900, der Abg. Müller-Fulda, nicht bestritten, daß für die Notwendigkeit der Vermehrung der Auslands- kreuzer die Gestaltung der weltpolitischen Lage im Grunde bestimmend sei. Damals konnte die Marineverwaltung mit der Vertagung dieser Vermehrung sich einverstanden erklären, die Weltgeschichte hat aber seitdem eine Entwicklung genommen, die es geraten erscheinen läßt, der auswärtigen Politik Deutschlands ein besseres Rüstzeug an die Hand zu geben. Bis weit in die Kreise der bürgerlichen Linken hinein ist man von dieser Erkenntnis durchdrungen, und die Zentrumsfraktion sollte der Auslandskreuzer wegen es zum Konflikt, zur Neichstagsauflösung, treiben? Nun, die Parteipresse ist in diesem Falle nicht die Partei. Innerhalb der letzteren weiß man sehr wohl, daß eine Reichstagsauflösung aus einem solchen Anlaß den Zentrumsturm bedenklicher Erschütterung aussetzen wurde. Schließlich ist eS bis zum Herbst noch geraume Zeit hin, und auch das rheinische ZentrumSorgan vermag nicht zu sagen, welche für den Ausbau der Seewehr bedeutsamen Ereignisse der Sommer bringen kann. Daß ein angesehenes Preßorgan der ausschlaggebenden Partei gegen die Flottenpolitik der Regierung zu einer Zeit mobil macht, da Deutschlands Neider zu beioen Seiten des Kanals den Werl der deutschen Flotte herabzusehen suchen, ist zum mindesten unklug. Und wenn man sich der schwungvollen Rede erinnert, mit der beim Flottengesetz der jetzt maß- aebende Zentrumsmann, Abg. Dr. Svahn, für den Ausbau der Marine cintrat, dann muß man es vollends für ausgeschlossen halten, daß die Zentrumssraktion bis zum Er- cheinen der Flottenvorlage die Konfliktsgelüste der „Köln. Volksztg." sich aneignet. * Keine Marokko.Jnterpellation. Nach der „Nat.-Ztg." hat Reichskanzler Graf Bülow nicht die Absicht, im Reichstage über die Marokkofrage das Wort zu ergreifen, solange über den Gang derselben nicht mehr Klarheit ist. Graf Bülow wird also auch nicht auf dem Wege der Beantwortung einer Neichstagsinterpellaticm den Minister Delcasss der Verpflichtung entheben, Klarheit in die durch dessen Verschulden unklar gewordene Marol'koangelegenheit zu bringen. In parlamentarischen Kreisen ist, wie zu dieser Meldung hinzugefügt werden kann, bisher nicht bekannt geworden, daß bei irgend einer Partei die Absicht besteht, demnächst eine Marokko-Interpellation einzubringen. Negierung und Reichstag sind offenbar darin einig, daß die Reihe, das Wort zu nehmen, nach wie vor an Herrn Del- easse ist._______________________________________________ Aus Stadl Land. Gießen, 9. Mai 1905. ** „Nun laßt die Glocken von Turm zu Turm........." Der vortreffliche Vorschlag, zur Feier des Schillertages alle Glocken läuten zu lassen, hat erfreulicherweise im Großherzogtum Hessen Verständnis gefunden. Das Großh. Oberkonsistorium hat, wie wir aus bester Duelle erfahren, angeordnet, daß am Nachmittag des heutigen 9. Mai zur Sterbestunde Schillers um 5 Uhr allgemein es kirchliches Geläute stattfindet. Damit wird das ganze Volk, ohne Ausnahme, seine würdige Schillerfeierstunde begehen können, ob bei der Arbeit oder in der Ruhezeit. Daß es die Sterbestunde des Dichters ist, wird die feierliche Stimmung besonders heben und alle Herzen, die sich für unseren Dichterfürsten begeistern mögen, höher schlagen lassen. Eine gleiche Anordnung haben auch die Behörden in Frankfurt und der Hamburgische Senat getroffen. Das Ausschreiben des Großh. Oberkonsistoriums an die evangelischen Kirchenvorstände des Landes bat folgenden Wortlaut: Um der nationalen Bedeutung der 100. Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers einen die Gemeinden unseres Landes vereinigenden festlichen Ausdruck zu verleihen, des Mannes, der unserem deutschen Volke von der Heiligkeit der idealen Güter der Menschheit mit hoher Krast, sittlicher Begeisterung und gott- verliehener gewaltiger Dichtergabe gepredigt und das Lied von der Glocke gelungen hat, empfehlen wir Ihnen, am Nachmittag des 9. Mai, zur Sterbestunde Schillers, um 5 Uhr, kirchliches Geläute mit allen Glocken anfluorbneii. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadt- v e ro r dn e t en-V er sa mm lun g,DonncrStag, den 11. Mai 1905, nachmittags 4 Uhr, pünktlich: 1. Baugesuch des I. P. Pfeiffer für die Neustadt; hier: DispenS. 2. Baugesuch der Firma Abermann u. Kling für die Blockstraße; hier: Dispens. 3. Baugesuch des Karl Haas V., für die Frankfurterstraße; hier: Dispens. 4. Baugesuch von Gebrüder Rosenbaum und Genossen für die Margaretenhiit^e: hier: Dispens. 5. Gesuch der Firma Kreuder u. Komp, dahier um Erlaubnis zur Anbringung eines Schaukastens am Hause Bleichstraße Nr. 6. 6. Uebertragung des Pachtverhältnisses mit L. Frees wegen seiner Wasserbude am Walltor an A. Gerstenberg. 7. Verpachtung eines Stückchens Wiese an der Wiesenstraße an Julius Hahn Nachfolger. 8. Ersatz der Dienstkteidcr für die städtischen Tacstöhner. 9. Vergebung der Schreibmaterialien und Drucksachen für das Rechnungsiahr 1905. 10. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 11. Bewilligung von Mitteln für die Erweiterung des Wasserwerks in Queckborn. 12. Genehmigung von Rechnungen. 13. Beseitigung der Niveaukreuzung am Schiffenbergerweg. 14. Bahuprojekte zur Erschließung des Vogelsbergs. 15. Der Waldbrand am 4. August 1904. 16. Gesuch des L. Feidel um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hanse Sonncnstraße 3. 17. Desgleichen des Martin Langsdorf für Crednerstraße 34. 18. Desgleichen des Karl Rühl für Bahnhofstraße 57. ** Genick st arre in Fried berg. Man schreibt uns aus Friedberg: Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist in Ober-Mörlen, Kreis Friedberg, ein 12jähriger Knabe unter Genickstarre verdächtigen Erscheinungen erkrankt und am 6. 1. M. gestorben. Ob wirklich Genickstarre vorliegt, ist zurzeit noch nicht festgestellt; es kann sein, daß es sich nur um einen Fall von Hirnhautentzündung handelt. Sicheres wird erst die im hygienischen Institut in Gießen stattfindeude bakteriologische Untersuchung ergeben. Vom Kreisgesundheitsamt und vom Kreisamt sind an Ort und Stelle sofort alle Vorsichtsmaßregeln in umfassender Weise getroffen worben. Zu Besorgnissen gibt der Fall zunächst keine Veranlassung. •* Oesterreichisches S ch lacht nieh. Gestern wurden für unseren heimischen Fleischbebarf 16 Stück fette Ochsen aus Oesterreich-Ungarn nach Gießen eingeführt. Es ist in bieicni Jahre ber erste berartige Transport Fettvieh, bem je nach Bebarf, ben unsere Metzger haben werben, weitere Transporte folgen werben. ** Nochmals ber merkwürdige Storch. Unsere Vermutung über den in den Wiesen ber Gemarkung Burg- Gr äsenrob e sich aushaltenben zutraulichen Storch wirb burch eine uns heute zugegangene Zuschrift ber Firma Pfalz. Thonwerke Hagenburger Schwalb & (So. in Hettenleibelheim (Pfalz) bestätigt. Meister Langschnabel ist in ber Tat ein zahmer Storch, welcher seit 3 Jahren bis Ostern 1905 frei in ber Fabrik der genannten Firma und in der dortigen Umgegend umherspazierte, von den Arbeitern und sonstigen Leuten gern gesehen und gefüttert mit Fröschen, Fischen unb Fleisch. Drei Winter brachte ber Storch in ben Warm- räinnen ber Chamottesabrik zu unb fühlte sich berart heimisch, baß nicmanb ein Wegfliegen für möglich hielt. Der zahme Storch, auf ben Nam- n „Hans" hörenb, würbe von ber ermähnten Firma gegen Vergütung ber entstehenben Kosten mit Dank zurückgenommen werben. Fulba, 8. Mai. Der Beginn ber preußischen Bischofskonferenz ist auf ben 5. Juni festgesetzt worben. Den Vorsitz wirb Karbinalfürstbischof Kopp führen. Ale Schisserfeier zu Hießen. in. Schiller-Kommers. Heber ben Kommers am Samstag geht uns heute fofgenber Bericht zu, ben wir im Interesse ber Vollstänbigkeit ber Berichterstattung zum Abbruck bringen: Der am Samstag abenb im festlich geschmückten Neuen Saalbau von der Studentenschaft veranstaltete Schiller-Kommers war außerordentlich zahlreich besucht, unb es mußte außer bem großen Saale auch noch ber kleine Saal in sprach genommen werben. stud. Doepfer (Alemannia) führte bas Präsibium unb hielt bie Rebe auf Kaiser unb Großherzog. Die zweite Rebe auf bie Gäste hielt kstud. Schlie (Arminia), stad. West hoff (Starkenburgia) hielt bie Rebe auf den Lehrkörper ber Lanbes- uniocrfität. Hierauf bankte ber Rektor Geheimrat Prof. Dr. Voss ins im Namen bes Lehrkörpers, sagte u. a. ben Stubierenben ben Schutz bet akademischen Freiheit zu unb ge* bachie weiter ber stäbtischen Behörbe unb ber Stabfücrorbnetcn mit Dank für bie materielle Unterstützung ber Schillerfeier, sowie ferner sämmtlicher an bem Zustanbekommen bes schönen Festes im Theater unb in ber Turnhalle beteiligten Personen unb brachte ein Hoch auf sie, im speziellen auf ben Leiter ber Festlichkeiten Prof. Dr. Krüger aus. Weiterhin sprachen noch Provinzialbirektor Geheimrat Dr. Breibert, Land- gerichiSpräsibent Kullmann, Oberst v. Linbenau um, Oberbürgermeister Meeum. Auch Pros. Dr. Krüger bankte für bas ihm bargebrachte Hoch. Nach 12 Uhr begann ber inoffizielle Teil bes Kommerses, ber erst nach 3 Uhr sein Enbe fanb unb sehr animiert unb harmonisch verlies._____________________________________ vermischtes. * Graz, 8. Mai. Samstag unternahmen ber Professor für Kirchenrecht an ber Grazer Universität, Dr. Vietor Wolf Ebler v. Glanvell, berPrivaibozent für politische Oekonomie Dr. Leo P et ritsch unb ber Lanbesrechnungs- Ofsizial Gottlieb Stopper eine Tour auf bie Hochschwab. Alle brei finb gestern beim Fölzstein abgestürzt unb blieben tot. Die Leichen würben geborgen unb nach Asienz gebracht. Wolf, ber Schwiegersohn bes Professors Hofrates Luschin ist 35, bie beiben anbern finb 30 Jahre alt Sie machten bie Tour mit noch zwei anberen Touristen, von benen sie sich trennten. Die Abgestürzten waren ausgezeichnete Alpinisten, bie schon zahlreiche Bergtouren gemacht haben. * Gräfin Montignoso. Gegenüber ben verschiebens Äußerungen in ber Presse kann bas „Dr. g/ mit* teilen, baß sich am 2. Mai ber sächs. Staatsminister Dr. Otto im allerhöchsten Auftrage nach Florenz begeben hat, uni mit ber Gräfin Montignoso zu verhanbeln. Es ist bort auch ein ber Genehmigung des Königs bedürfender neuer Vertrag vereinbart unb niebergefchrieben worben. Dr. Otto ist nach Dresben zurückgekehrt. Das Blatt schreibt weiter: „Heber ben Inhalt bes Vertrages Mitteilungen zu machen, finb wir nicht in ber Lage, weil bie Entschließung Sr. Majestät zurzeit noch aussteht." * Der „Musen-Seppel". In ber Monatsschrift be5 Allg. Deutschen Schulvereins, „Das Deutschtum im Au8- lanb", nagelt ber bekannte nationale Schriftsteller Karl Pröll einen brastischen Fall von betrügerischer Irreleitung ber nationalen Hilfsbereitschaft unserer ftuben- tis ch en Kreise fest. Zur Warnung aller derer, bie es angeht, sei ber Fall hier erzählt: „Ein Herr Josef Wobu- schek, mit bem felbstgewählten Beinamen ber „Musen-Seppel", treibt sich in ben letzten Jahren auf reichsbeutfchen Hochschulen umher. Mit stubentischen Gewohnheiten vertraut weiß er sich in akabemische Kreise einzübrängen. Er legte biesen Kreisen ben abenteuerlichen Plan eines „allbeutschen akabemischen Vergnügungs-HauseS^ in einer „reizenben Gegenb HntersteiermarkS" vor. Nach seinen eigenen Angaben in einem gebrückten Nunbschreiben smb bereits gegen hunbert stubentische Korporationen veranlaßt worben, in ihren Kneiplokalen Sammelbüchsen für bieses Luftschloß auszusiellen, bereu Inhalt ihm von Zeit zu Zeit eingehänbigt wirb. Ja, er hofft, noch zweihimbert ähnliche Sammelbüchsen unterzubringen. Tie Hörer ber technischen Hochschule in Stuttgart waren vorsichtig. Sie wanbten sich an ben Vorstcmb bes Lanbesverbanbes Württemberg beZ Allgemeinen Deutschen Schulvereins um Aufklärung. Dieser crfimbigtc sich in Petiau, wo ber ersinbungsreiche „Musen- Seppel" jetzt wohnt. Der Verbanb erhielt bie Auskunft, baß Wobuschek wegen Gelb- unb Krebitmangels bort fest- gehalten sei, von bem allbeutschen Stubentenhaus jeboch niemanb etwas wisse. Der Mann scheint jahrelang aus Kosten beutscher Stubenten — unter bem Vorwanbe, für bie deutsche Sache zu wirken — ein flottes Leben geführt zu haben." — Auf diese Weise werben ber nationalen Schutzarbeit wertoolle Mittel entzogen. Um bas zu vcrmeiben, rät PÖll zum immer allgemeineren Anschluß an einen organisierten nationalen Schutzverein, ber burch seine vielfachen Verbinbungen stets in ber Lage sein bürste, berartige Schwinbelversuche als solche zu erkennen. Einem solchen Verein, etwa bem Allg. Deutschen Schulverein, wären auch bie Beträge zuzuführen, bie sich etwa in ben für biesen Herrn Wobuschek ausgestellten Sammelbüchsen noch vorfinben. * Kleine Tages chronik. In Triest gab ein entlassener Werftarbeiter der „Stabilimento technico" auf offener Straße fünf R e v o l v e r f ch ü s se auf den Betriebschef Oberingenieur Jürgensen ab. Der Ueberfallene wurde schwer verletzt. Der Arbeiter beging Selbstmord. — Im Weitmarer Walde bei Linden a. d. R-, wurde ein junger Mann mit durchschnittenem Daye erhängt aufgefundeu. In der Nähe lag ein blutbeflecktes Rmier- Messer. Es liegt zweifellos Mord vor. Der mutmaßliche Tater ist verschwunden. — In Berlin kamen in den letzten Tagen verdächtige Erkrankungen vor. Nach dem Ergebnis genauer Unter* suchnng liegen weder Genickstarre noch schwarze Pocken vor. ~ Itnter dem Verdacht, ihr Kind ermordet zu haben, wurde m Zehlendorf bei Berlin eine Ticns^nad^lifeE^ua^^^hm^ VniverUläts-'Nalffricftten. — Am 8. Mai fand eine große Studienten-D emon- stration der studierenden der tc ch n i s m c n D o ch s ch u le in Charlotte ii bürg statt. Ueber LV00 Studenten hatten sich Vor der Hochschule versammelt, wo zunächst das Lied: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", angestimmt wurde. Da die Polizei verbot, mit Musik den Demoustrationszug zu begleiten, zogen die Studierenden zu je drei und drei in Korporationen eingeteilt, nach dem Spandauer Bock, wo der Zug mit Musik emvsangen wurde. An der ossiZiellm Schillerfeier der Professoren nahmen die Studierenden nicht teil. Die Feier auf dem Spandauer Bock wurde mit dem Lied „Burschen heraus" eingeleitet. Hierauf begrüßte der Studierende S e ck die Versammelten und dankte für ihr zahlreiches Erscheinen. Die Festtede hielt Herr I ä h n edie in einen Salamander auf die Freiheit, die Schiller so schön geschildert hat, ausllang. Der Zug bewegte sich hierauf wieder zur Technischen Hochschule zurück, wo er sich in Ruhe auf- löstc. Die Weimarer Kunsthochschüler hatten ein Sympathie- Telegramm gesandt, das sofort beantwortet wurde. Freiburg i. Br., 8. Mai. Bei der heutigen zweiten. Immatrikulation für daL Sommersemester schrieben sich 2°°-^ Unb <öHbc§, ™n bet $ro, ’/■ Tr. öictor V"1 pEische 'oeZrechnungZ. Hochschwab, kstürzt und d nach Wenz "orS Hofrates hre alt. Sie tristen, von :en ausgezeich. gemacht haben, c ben vcrschie« .Tr. J.' mit- iQtSminifter Dr. N beheben hat, hnbeln. Es ig8 bebiirfenbcE sieben worben, 's Blatt schreibt Mitteilungen zu e Entschliehung 11 ^en !°b KL Ar hX ' SQnb. u"» c“9't banfte l,5Somm^e6 ' an,miert unb c Monatsschrift tschtum im Zusteller Karl Pröll Jrreleit ung serer studen- r derer, die es rr Josef Wodn- Wufcnt&ppel', deutschen Hoch- citcn vertraut gen. A lrgtr aNbeut^en tz' in einet ,t. Nach seinen ^schreiben smd tionen veranlaßt ichsen für dieses )on Zeit zu geil jhundert ähnlch c der technischen gie wandten sich Württemberg des fklarung. Dieser !?r-'-h- ,(t die Auskunft, macis bort, fc|i- iabre(«ng «“ HotteS ltb.e” $erb-n bet'* Um da? i“ erenSI*6.“1! bet durch I-'»- -£b*b«' \ Einern Ä bm-°.L,! cf«' »ft LS fl' eMnN' ',nten Ätt , ipncn ... udffl % einArb«. MM "-'S' d d-"7 M I ö , ^!k ,!^güf f’11 u h, ,{t72% 37,% B® trinken giebt Blut und 'S ist das Beste für die Kinder, B 1 J MIR die sich rasch entwickeln, oder Blä schwächlich, rhachitlsch, skrophu- ioü njiu. |uiü. Der Erwtg i|t crjtaunlid), maii lese die Gutachten der Aerzte. Erhältlich das % RUo Alk. 3.— m Apotheken, Dro- gerieii uiw. d7. Markte. Gießen, 9.Mai. Marktbericht. Alis heutrgeui Wo'cbenuiarkt kosteten: Buller pr. Psd. 1.10—1.20 Alk., Hühnereier 1 Sl. 5—6 Vfg. 2 Stck. 00—OO Pfg., Ganseeier 15—OOPfg., Eiiteneler 6—7 Psg., Raje uv. Stck. 6—8 Pf., Käsernalte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbfen pr.Liter 21Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar0,80 - 0,90 Alk., Hühner pr.Sl. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stüct 1,80—2,20 Alk., Gänse pr. Pfd. 55—65Pfg., Lchsensleifch pr. Psuiid 70—80 Pfg., Ruh- und Rindfleisch pr. Psuiid 62—68 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schivcinefleifch, gefalzeii, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Psg. Rariü]|elii pr. 100 Kg. 6,50—7,00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr 8,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepiel per Zentner 0 bis 0 Alk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Erz-Kuxe. Fern ie. Angebot —, Nachträge 3450. tjU&en, 1903: 225; 1904: 300. Weizen 100 Kg. 18,40 Act'. Roggen 100 „ 16,00 Alk. KrNchtstaal. Oldenburg, 7. Mai. Gestern sanden hier abermals zwei Residenzboten-Prozesse statt und zwar gegen den jetzigen Redakteur Freudenthal wegen Beleidigung des Verlegers vom „Gemeinnützigen" in Varel und des Herausgebers vom „General- Anzeiger" hier. Im ersteren Falle wurde der Angeklagte zu drei Wochen Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe verurteilt, im letzteren Falle erachtete man die Beleidigungen kompensiert. Freudenthal ist der vierte Redakteur vom „Rcsidcnzboten", der wegen Beleidigungen bestraft wird. M u n ch e n, 0. Mai. Im Mordprozeß Huber brachte die gestrige Nachmittags-Verhandlung gegen das Ehepaar Huber geradezu erdrückend belastendes Material, sodaß der mit großer Mühe von der Staatsanwaltschlast ausgestellte Indizienbeweis nahezu geschlossen erscheint. , P e ch hatte em Offizier des Inf.-Reg. Nr. 106 in Möüern bei Leipzig, der bei einem Hamburger Lotterie-Einnehmer ein Los spielte. Am 16. November 1903 wurde sein Los mit dem Einsatz gezogen. Gleich darauf sandte der Einnehmer dem Leutnant ein Cnieuerungslos mit dem Anerbieten, ihm das Gewinnlos dafür zurückzusenden, der Betrag von 36 Mk. sollte damit ausgeglichen sein. Ein dem Schreiben beigefügter Vordruck ließ erkennen, daß die Rücksendung des alten Loses die Annahme des neuen bedeuten sollte. Der Dries des Einnehmers lam des sächsischen Butziages halber erst am 19. November in die Hände des Leutnants; von diesem' wurde das Schreiben wohl gelesen, aber wegen dienstlicher Angelegenheiten nicht gleich beantwortet. Zur selben Stunde des Empfanges wurde das Los mit einem Gewinn von 60000 Mark gezogen. Der Leutnant hatte davon keine Ahnung und kam erst am Abend des folgenden Tages zur Absendung Pes alten Loses, nahm somit das neue Los an. Als der Einnehmer das alte Los am 21. November erhielt, erklärte er, daß er den Kaufvertrag jetzt nicht mehr annehmen könne. Der Leutnant gab das Glückslos aber nicht heraus und der Lotterie-Einnehmer klagte nach einstweiliger Hinterlegung von 5U 000 Mark bei der Bank gegen den Leutnant auf Herausgabe des Loses. Das Landgericht Leipzig erkannte den Klageanspruch als gerechtfertigt an, indem es den Kausvertrag für nicht zustande gekommen ansah, weil der Beklagte nicht sofort trotz Aufforderung das Los zurückgesand-t habe. Auch das Oberlandesgericht Dresden erklärte auf die eingelegte Berufung, daß der Leutnant noch am 19. November das Los hätte absu)icken müssen. Das R e i ch s g e r i ch t hat die vom Beklagten eingelegte Revision zurück gewiesen. (Dtsch. fr. Pr.) .. — Vov amerikanischen Petroleummarkt berichtet man aus 9lewyork: Die Versiimmung über die jüngste w e i t e r e H e r a b f e tz u n g d e r P r e i s e, die in Produzenlen- kreisen einzog, hat sich inzwischen noch weiter verschärft, was daher kommt, daß neuerdings ganz befoiiders unbeiriedigoiide Ergebnisse in allen Teilen des unteren Südwesleiis erzielt wurdeii. Ataii ist daselbst iiachgerade überzeugt, daß and) durch die regste Absd)lies;uugstätigkeit dort keine nennenenüerte Produktionssteigernng berbeigemhrl werden fönnte. Tie meisten der neuen Ciiellen lassen sich überhaupt mir mit Hilie von Pumpen ausnutzen, und die Zahl der Bohrlöcher, die tioden bleibt, wird immer größer. Aus deni Petroleummarkl gestattet man den Berichten von den Lelfederu fernen nennenswerten Euistiiß aut die Stimmung. Eredit Balanccs at Oil Eilt) notieren noch wie vor acgt Tageii 1.29 Toll, bei bescheidener Nachfrage. In Kaiifas und dem India'nergcbiet hat sich ui der Gesamtlage nichts verändert, und die Vorräte jammcln sich daselbst immer mehr an, sodaß es täglich fchwicriger wird, sie Uiiterzubrlngeli. Iii Texas ist die Produttioii weiter gcslicgeii, bod) and) der Begehr winde größer. Staiidard White (70 Prozent raffiniert) notiert hier noch wie vor ad)t Tagen 6.95 Toll, und in Philadelphia 6.90 Toll., unö Petroleum in Fässern 6.65 Toll. Ter Frachtsag iür Verfchlhuiigen nau) Europa beträgt 2 s. 3 d. bis 2 s. 6. d. per Barrel. Die russische Regierung und die deutschen Banken. Nicht mit Unrcajt wird darauf hingewiesen, daß die russische Regierung der deutschen Bantwelt für daS jüngst gemachte, wiederholt erwähnte Vorschuügeschäst sehr dantöar sem darf. Auch sonst ist wesentlich dem 5)ause Aiendclssvhn u. Cie. zu danken, daß es gelungen ist, die russischen Slaatswerte biS zu einem geivissen Grade zu iiabilcsieren. Dabet mögen manchmal Mittel angewandt werden, die einer Einschwänzung sehr cchnlich sehen, aber der bisherige Erfolg spricht dafür, daß die Taitil richtig war. Ter russischen Fcnauzverwaltuug sind ja Ciiu schwänzungsnäckel nichts neues. Seinerzeit beim Uevergang zur Goldwährung verstand man cs Dortreiflia), den Export von Kreditrubeln zu unterbinden; auch die Angriffe, die vor kurzem von einigen Seiten auf die russische Valuta gewagt wurden, sind in ähnlicher Weise pariert worden. Die Blankoverläufer russischer Papiere laufen Gefahr, in der Liquidation aufgoschwänzt zu werden._________________________________ Gestorbene. April. 28. Dr. Komad Eckhard, Geh. Medizinalrat, Professor dahier. Mai. 1. Erwin Wilhelm Schädel, 1 Jahr alt, Sohn deZ Umversiüiispedelleli Johannes Schadet dahier. 2. Gmlio Aiazzi, 17 Jahre an, Erdarbeiter dahier. 2. Johann Jost Heck, 78 Jahre alt, Kohlenhändler dahier. 3. Anna Muma Frenzei, 7 Alonate all, Tochter des Kürschners Richard Frenzei dahier. 3. Wieaand Wagner, 48 Jahre alt, Musiker dahier. Harpeuer Bergbau . . L±-±.w Tendenz: behauptet.. Zwetfchen ver Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Alk. Weintraut 0,10—0,15. Marktzeit 7—1 Hin. Anputz tue öru ^trmbksamlsrkplfieru örr Alsvr vletzkll. ^lufgebotc. April. 29. Wilhelm Fielt, Baufchlosier dahier, mit Johannc» Schundl hierfelbsi. 29. Florian KaSprowicz, Hck'sfchaffner dahier, mit Cliiabcth Werner hicrlelbst. 30. Franz Rauid), Pflasterer in Seligenstadt, mit Luise Krick dahier. Alai. 1. Karl Reuter, Schlosser dahier, mit Sophie Margarethe Rödei hrerselbsl. 4. August Boglcv, Aiouleur dahier, mit Ratbarme Stieglitz hier selbst. Eheichlicfjiiugcn. April. 29. Peter Wilhelm Soimuer, Alctzger dahier, mit Karo» line Elise Tlttmar hierselbst. 29. Johann Philipp Riudmger, Postbote i>i Tarmsladt, nut Katharine Alarie Friederike Schäiev dahier. 29. Wilhelm Förster, Taglöhner dahicr, mit Anna Elisabeth Schneider hier selbst. Alat. 1. Wilhelm Filimann, Bautechitiker dahier, mit Elisabeth Müller hierselbst. 2. Hugo Rid)ard Bromm, Schneider dahier, nut Bertha Sperling hiericlbst. Geborene. April. 24. Dem Handschuhmacher Hcinrid) Hemi eine 2qd)t«> , Mariane Amia. 25. Teiii Drechsler Georg Kraus em Sohn. 28. Ton Bauschreiber Joseph Herbert eine Tochter, Elisabeth Acagdalene. 29. 2em Gc!ell|d)aslsdiener Franz Gopon ein Sohn, Arthur Kurt. 30. Tcm Rmiimaim Samuel Roseubaum eine Tochter, Rosi. Alai. 1. Lern Bahitarbeiler Hemrick) Karl Rethwisch eine Loch ter, Elisabeth Alarie Luise. 4. Dem Knecht Hemrick) Becker ein 2.01)11. Arbeiterbewegung. Gnesen, 8. Mai. Ueber 1000 hiesige Taglöhner, darunter 6ie Arbeiter der städtischen Kanalisation, legten heute die Arbeit nieder. Die Kanalisatio ns arbeiten mußten eingestellt werden. Kande^ und Kerkepr. g>ol4öWiri|d)aft. Berliner Börse vom 8. Mai 1905. (Mitgeteilt von der Bant für Handel uiid Industrie, Gießen.) Prlvat-Diskont 28/e Prozent. Anfangs- u. Schlußkurfe. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 8. Mai 1905. Höchste Schlachtviehprelse m Frankfurt a. Al. Fleifchpreise in Gießen Ochsen Kälber- Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 71-73 Alk. ‘/2 Kg. Schlachtgew. 84— 88 Pi. 7,___ii____________fr-___67 68 f, 7, Kg. 70-80 Pfg. 7, v 70-74 „ __7-_j>_ 66 76 _„____ Getreldepreise in Al a n n h e i m Brotpreise in Gießen 3 (5V cs S 3 Ci) KZ ■e B C5 CD • Cä ISO w Ci) CD Cö S tm C$? c Q CO ro Cö Co CO co 2 & (s) » co Ö o to jo 2 Cö Cö Cö C Cb 3 Ö o p s9 Co Gl w» 53» o & ■ rr 2. 5" =s o p CP 2 5 58 o- V CO § p" 7?. Cö tt r «b P 5 T7H ro rr Cu p 3 gvet» er co 3. P S CD 3 'S*) to ct> to sä'CD P 2. Ä 3 2 =*> üb — C «Ö W _ © S — Cb ÖH. § L 2 _ vi w ro Qx -P o s S O CO 5 cö 5^ 71 O Cb iS 1 2 1=2 » Cö 2. cö cr'fb Gl :äq- p Si " ux w 2. p f 8 « = Cö * s . Cü cö zp $3 o' ci *3 X fö c cö > ~ s§ Todes-Anzeige Gatten, Vater, Grossvater und Schwiegervater 2545 Herrn Konrad Weber II nach schwerem Leiden im 76. Lebensjahre zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen, » J, Brahma Lang-Göns, Grossen-Linden, den 8. Mai 1905. 6. Quartett op. 13 in Cmoll für Klavier, Violine, Viola und Violoncell . Danksagung 03149 Gießen, den 9. Mai 1905. ü 2418 SÄ* Kann, gegenüber der Stadtkirche. fiir Hera und Knaben hvn/1 Aachener W I Badeöfen J® .vbeK 75,000 in? Geb ravch Mitarbeiter ans allen Ständen überall gesucht. Schon ein ganz kleiner Zusatz von Grosser Verdienst! ich ein Wilhelm KilbWer, Seltersweg 52. <*% Für alles Schuh-and Lederzeug 'xSir ^Verbürgt schönsten Glanz, ist 3) 1*5*säurefrei, macht das Leder halt- 03071 , macht das Leder halt- < I MAGGI Beweise wohltuenderTeilnahme betroffenen schweren Verlustes Hugo Wolf R. Strauss Familie Drescher, Familie Niemann, Emilie Bühler. 3. 4. 1. 2. Gesamtversicherungsstand 606 000 Versicherungen Franz Schutert G. F. Händel Für die vielen anläßlich des uns danken herzlichst f d M aus Frankfurt a. M. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben sehr billigen Preisen- püsseldo’/f 1902-Goldmedaille v.silberne Staatsmedailla Die Beerdigung findet Mittwoch, deu 10. Mai, nachmittags 3 Uhr in Lang-Göns statt. Fahrrftder u. sämtliche Zubehörteile liefert billigst hv18/8 Hans Crome. Einbeck 354. Vertreter gesucht, Katalog gratis. Eintrittskarten fijr Nichtmitglieder zu Mk. 2.50 (Sperrsitz Mk. 8.50) sowie Kleine Partitur-Ausgabe r ■ 11 ......./ « sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challler (Rudolph’s Nacht.) und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Oeffnung des Saales 41/, Uhr. v\ Giltigkeit haben blaue, rote und rotweisse Karten, ungiltig sind gelbe Karten. 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