Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 10. Januar 1806 Nr. 8 GrsHetut isgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gtehener ZamiUen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unwer1.-Buch-u.Stem- druckerei. 9L Lange. Redaktion, Exvedirion und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Deveschen: Anzeiger Gtetzeu. Kernsprechanschluß Nr. 51. GießenerAnzeigerL M General-Anzeiger v Sg Amts- Kkö AnzeiMatt für den Ireis sichen SSIe ki.n— za— ___. — ■ _______________ ‘ ' zeigenteil: Hans Beck. Zic ücutige Kummer umfaßt 8 Seiten. VolMscke Tilgesschau. Die Folgen einer Rede. %er nationaniberaTe Reichstagsabgeordnete Prof. Dr. Paasch e hat kürzlich vor seinen Kreuznacher Wählern eine Rede gehalten, die im Anstande mehr Beachtung gefunden zu haben scheint, als ihr in Deutschland zuteil wurde. Er besprach darin unsere Beziehungen zu England und behauptete zu wissen, daß Deutschland in der letzten Woche einer großen Gefahr kriegerischer Verwicklungen mit England viel näher gewesen sei, als es sich viele hätten träumen lassen, und daß es unserer Diplomatie gelungen sei, den Gefahr geschickt, wenn auch mit Schwierigkeiten, zu beseitigen. Der Berliner Moming-Post-Korresponbent bemerkt dazu, ihm sei von Gewährsleuten, die ihre Information . vom Auswärtigen Amt erhalten haben wollten^ mitgeteilt worden, die britische Regierung habe ein Ultimatum an die deutsche Negierung gerichtet, worin sie die weitere Vermehrung der deutsch en Flo t te v er b o ten habe. (!!!) Infolgedessen habe Kaiser Wilhelm die Mobilmachung der Flotte zu Kiel und die Entsendung eines speziellen Departements nach Cuxhaven behufs Organisation der Küstenverteidigung befohlen. Ter Krieg sei im letzten Moment durch persönliche Intervention König Eduards abgewendet worden. Die Panik sei jetzt vorüber, doch bleibe die Flotte noch im mobilgemachten Zustand in Kiel. Tie „Morniug Post" drückt den stärksten Zweifel an der Wahrheit dieser Gerüchte aus, die britische Regierung habe kein .Ultimatum gesandt, die deutsche Negierung wisse, daß England keinen Streit mit ihr wünsche. Tas Geschwätz der englischen Presse ist eigentlich zu zmntm, als daß es irgend welche Beachtung verdiente. Von verblüffender Naivetat ist die Bemerkung vom Verbot der deutschen Flottenvermehrung durch Onkel Eduards wohlweise Regierung. Tie Deutschen fürchten auch heute noch nur Gott und sonst niemand und lassen sich wahrlich von niemandem etwas „verbieten". Tie offiziöse „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: ,^Jn den letzten Tagen sind wieder Gerüchte über eine angebliche politische Spannung zwischen Deutschland und England aufgetaucht. Unter vager Berufung auf auswärtige Blätter wurde sogar behauptet, es hätte ein gereizter Notenwechsel Zwischen London und Berlin stattgesunden. Mehrere deutsche Zeitungen haben sich bereits das Verdienst erworben, die Aus- sireuung als jeder Begründung entbehrend zu bezeichnen. Zu einer Verwicklung mit Großbritannien fehlt undfehlte jeder A n l a ß. Auf publizistischem Gebiet haben allerdings gewisse auffällige Aeußerungen, wie sie vereinzelt in der englischen Presse — ttnr denken an „Arrnp and Navy Gazette" unb „Vanity Fair" *7 aufgetaucht sind, bei uns Aufmerksamkeit erregt. Die aggressiv klingenden Bemerkungen _ waren jedoch nicht imstande,' eine ^bcmnung zwischen Deutschland und England zu erzeugen." Wenn dieses leider allzu zahme Dementi die Rede Paasches nicht, erwähnt, so ist wohl Rücksicht genommen worden auf die Stellung, die Dr. Paasche im parlamen- ..... Illi I I IIW|»«|F|D!^«IM,l fünftes Konzert des Gießener Konzertvereins. Gießen, 10. Ian. ^n weicher milder Abend; Frühling. An Baum und Strauch das erste frische Grün; und ein gleichmäßig fallender warmer Regen; die Luft ist mit dem Erdgeruch und dem --ust all. des Werdenden, Sprossenden erfüllt. Bisweilen P^icpt em leiser Windzug durch die Blätter, daß sie die sprühenden Tropfen abschütteln und sich tauig glänzend« m ten. Am Fenster stehen zwei und schauen in den Park hinaus, hören die Tropfen fallen und den Regen ans Fenster schlagen, Tropfen für Tropfen fließt in langen Streifen aufs Fensterbrett herunter. Hin und wieder läßt em ausflackernder Schein des Kaminfeuers, der durchs Zrmmer zittert, die Tropfen erglänzen und all die Nässe drinnen^ ^spiegeln. Und Hann ist's doppelt behaglich Regen, Regen drus' Wi sitt' hie warm in Hus. Das ist so etwa die Stimmung der G-Tur-Violinsonate von Brahms, der „Regensonate". Wie keine andere der drei Brahmsschen Violinsonaten, seht diese ein Eingestelltsein des Hörers, auf ihren Stimmungsgehalt, eine Einheit und Intimität der Umgebung voraus, die der Konzertsaal mit seinem hellen Licht und seinem unpersönlichen Publikum niemals geben kann. So muß sie im Konzertsaal versagen; so versagte sie auch am Sonntag, zumal gegenüber den blendenden Nummern, die das Programm im übrigen anfwies, versagte trotz der schönen, namentlich in dem einzigen Adagio vorzüglichen Wiedergabe; im ersten Satz schien Herr Ondricet das Troppo zu sehr zu betonen, das non übersehen zu haben; ober wollte er vielleicht die das Konzert einleitende viertelstündige Pause möglichst schnell wieder einholen- Im letzten Satz hatte ich bisweilen den Eindruck, es fehle die absolute Einstimmigkeit in der Auffassung des Werks durch die beiden Partner. Wer sich trotz Konzertsaal und bem unvermeidlichen Klatschen doch ein ivenig in die elegische Stimmung der fallenden Regentropfen hatte einspinnen lassen, der wurde aus ihr herausgerissen durch die schäumenden, sich überstürzenden Wasserwogen des Slraußschen Violinkonzerts; während die Sonate von dem Virtuosen nichts, von dem denkenden, suhlenden Künstler alles verlangt, setzt das Konzert eine eminente technische Fertigkeit voraus, wie sie Herr Ondricek ja besitzt. Glockenrein und klangvoll kamen Versicherung verfügt. Ties Vorausverfügen wird auch die Freude über das Großreinemachen in den Reichssinanzen — vorausgesetzt, daß überhaupt der Reichstag beit Zeitpunkt dafür gekommen hält — kurz machen. Alle die Ressort-Forderungen, die in den letzten Jahren teils gleich bei der Anmeldung, teils vom Reichstag gestrichen worden! sind, erwachen zu kräftigem Leben. Die neuen Steuernr bringen ja „heidenmäßig Geld". ♦ Vom Reichstag. R. Berlin, 9. Jan. Nahezu um dieselbe Zeit, in der vor Fahresffist Graf Bülow dem Reichstag die erste Mitteilung machte von dem Aufstand in Südwestafrika und der Notwendigkeit . sofortiger Kreditbewilligung, wird die Budgetkommission jetzt an die Beratung des Nachtr/agsetats! herantreten. Tas vorliegende reichhaltige Material gibü handhaben für eine gründliche Diskussion, an der, wie scüher bereits angedeutet, möglicherweise Gouverneur Leutwein sich beteiligt. Es wird also wohl einige Zeit vergehen, ehe die Kommission die Beratung anderer Etatstitel in Angriff nimmt, sodaß die Militürvensions- Novelle in weite Ferne gerückt erscheint. Das Plenum! des Reichstags bat alsbald sein Ereignis in der Verhandlung über die Interpellation der Freisinnigen wegen ber Schiffahrtsabgaben, durch die bekanntlich die preußische Regierung den Widerstand der Konservativen gegen die Kanalvorlage überwinden will. Man wird den Reichskanzler gegen den Ministerpräsidenten! ausspielen, von welche letzterem anzunehmen ist, daß er die Erklärungen be§f. preußischen Eisenbahnministers in der Kanalkommission sich! aneignet. Tie Rechtfertigung des Grafen Bülow im Reichstag wird nach Form und Inhalt interessant sein. tarischen Leben einnimmt. Aber eben dieser Stellung wegen und in seiner Eigenschaft als zweiter Vizepräsident des Reichstags hätte Tr. Paasche sich Zurückhaltung auferlegen sollen, selbst in dem Falle, wenn wirklich vorübergehend ein ernster Konflikt zwischen Teutschland und England existiert hätte. Tie agrarische „Tagesztg." bedenkt Herrn Tr. Paasche, trotzdem er zu den Nechts-Nationalliberalen zählt und als solcher den Landbündlern nicht unsympathisch ist, mit folgender spöttischen Bemerkung: „Es ist nur gut, daß Herr Professor Paasche das Schweigen gebrochen hat, sonst würde das Teutsche Reich gar nichts von der großen Gefahr und dem Geschick seiner Diplomaten erfahren haben." Reichsfinanznot. -tt- Berlin, 9. Jan. Tas Raten über Nam' und Art der neuen Reichs- steuer.n, die die Regierung im Schilde führt, wird um so eifriger fortgesetzt, je besorgter die Hüter des Geheimnisses sind, nichts vorzeitig verlauten zu lassen. Nur soviel weiß man mit Sicherheit, daß keine der von den Parteien der Linken empfohlenen direkten Reichssteuer, mögen sie Einkommen, Vermögen oder Erbschaft treffen, im Plane liegt. Daß das Bier höher besteuert werden soll, kann als gewiß gelten. Das Vier allein aber tuts nicht. Schatzsekretär Frhr. v. Stengel sprach von dem „Großreinemachen" in den Reichssinanz'en. Das schon deutete darauf, daß man sich nicht mit Kleinigkeiten abgeben will. Eine ganz gehörige Steuervorlage ist in Sicht. Wir hörten etwas von einer „Steuer'auf geistige Getränke", also von einer Mehrbelastung nicht nur des Biers, sondern auch des Branntweins. Nicht geplant ist dagegen die Verteuerung des Tabaks, geschweige denn ein T ab a km o n o p o l. Dies Schreckgespenst besteht nur in der Einbildung. Vermittelst der Mehrbesteuerung geistiger Getränke soll die große Reicks- finanzresorm ins Werk gesetzt werden, d. h. das Reick soll eine derartige Ausstattung an Steueravellen erhalten, daß es nicht nötig hat, lästige Kostgänger-Ansprücke bei den Einzelstaaten zu machen. Wie lange dieser den Bundesstaaten sehr erwünschte Zustand anhält, daß das Reickl den Finanzministern nickt auf die Tascke und auf die Nerven fällt, dafür läßt sich freilich keinerlei Garantie übernehmen. Tas in argen Finanznöten besindliche Reich mag noch so gründlich „saniert werden, die neuen Steuern mögen noch so ergiebig sein — in ein paar Jahren fängt die unerfreuliche Geschichte von vorn an. Tann müssen die Einzel- staaten doch wieder vor dem Riß stlehen, oder es müssen wiederum neue eigene Einnahmen für das Reich geschaffen werden. An und für sich wachsen die Ausgaben des Reichs außerordentlich rasch, auf manchem Gebiete geradezu sprunghaft. Dazu kommen die unvorhergesehenen Ausgaben, die auch nicht immer durch das zwar einfache, aber wirtschaftlich bedenkliche Mittel der Anleihe gedeckt werden können. Ueber einen großen Teil der höheren Zollerträge aus den Handelsverträgen ist durch die Einführung der in den Kosten P an^ unabsehbaren Witwen- und Waisen- die Passagen und Doppelgriffe bis in die höchsten Lagen; tinnperamentvall das ganze Spiel. Sehr wirkungsvoll war hier auch im ersten Satz die wuchltige Begleitung des Herrn F^mera; auch das melodiöse, sehr ansprechende Adagio wurde prächtig gespielt. Die folgenden Originalkompositionen Ondriceks erheben sich nicht über das Niveau derartiger, von einem im wesentlichen ausübenden Künstler für sein Instrument «geschriebenen Salonstü-cke; das Nokturno schwelgt in lang ausgezogenen Melodien und gibt so Gelegenheit zur Entfaltung edlen Tons; das Scherzo brilliert in Virtuosenhaften Effekten. Tie Wiedergabe beider Stückchen war natürlich vollendet. Dem, wohl mehr dem ausübenden als dem schaffenden Künstler geltenden ehrlichen Beifall dankte Herr Ondrieek fürstlich; mit der Ehaeonne von I. S. Back für Solovioline, einem der grandiosesten Werke der Violinlitteratur. Joachim hat sie vor Jahren einmal als Programmnummer hier gespielt; so großzügig, vornehm in Auffassung und Spiel, von der vollendeten Beherrschung des Technischen gan'z abgesehen, wie sie am Sonntag Ondricek gab, erinnere ich mich nicht, sie je gehört zu haben. Nach diesem Höhepunkt des — cnnüdeud langen — Abends spielte Herr Ondricek noch die Airs Hongrois von Ernst; es gelang iihm durch sein wirklich faszinierendes Spiel, die allerdings schon stark gelichtete Schar der Hörer noch immer zu fesseln, durch seine fabelhafte Technik, hier namentlich auch im Flagolett, seine sprühende, glutvolle musikalische Darstellung des ungarischen Volksgemüts erneute Bewunderung, erneuten Beifall hervorzurufen. Und so kann man, als Ergebnis des Abends, soweit Herr Ondricek in Betracht kommt, sich freudig all dem anschließen, was der Konzertverein wie üblich schon wochenlang vorher dein p. t. Publikum als „Urteil anerkannter Kritiker" des längeren und breiteren barzulegen für nötig gehalten hat. Ter ^Begleiter Herrn Ondriceks, Herr Joseph Famera aus Wien, muß über eine fabelhafte — Muskulatur verfügen; schwächere Kräfte wären wohl auch bett Aüstreug- migett seines Parts erlegen, selbst wenn sie bisweilen, zum Vorteil der Sache, etwas haushältcrischier mit ihrem Kraftvorrat zurückgeh alt en hätten. Zunächst soll jedoch anerkannt werden, daß seine Begleitung verständnisvoll und« entsprechend gehalten war, und, abgesehen von dem oben erwähnten Satze in der Brahmssouate, langjährige Vertrautheit und Eingespieltsein mit Herrn Ondricek crFetutcu ließ. Tie beiden Werke, die Herr Famera als Solist brachte, gaben in Verbindung auit der Brahmssonate dem Programm insofern einen durchdachten einheitlichen Zug, als ^ent'ches Reick. Berlin, 9. Jan. Zur gestrigen Abendtafel beim Kaiserpaar war Prof. Schiemann geladen. Heute horte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirkt. Geh. Rats Dr. v. Lucanus. Zur Frühstückstafel war Reichskanzler Graf v. Bülow geladen. — Zu den Handelsvertrags-Verhandlung en mit Oesterreich-Ungarn erfährt die „Zeit", daß Deutschland am Freitag in der Veterinärfrage ein Ultimatum gestellt hat. Jnfolgcdeffen reiste einer der ungarischen Delegierten nach Budapest ab, um sich neue Instruktionen zu holen. Die Entscheidung wird heute oder morgen fallen. — Das Programm d es bayerischen Bauernbundes i!t durch die bündterische Presse veröffentlicht worden.. ES kündigt Unzufriedenheit mit den Beschlüssen des Reichstags über den Zolltarif und die dadurch etwa ermöglichten Handelsverträge an, enthält dann die bekannten agrar-, steuer- und kommunalpolitischen Forderungen und die 23er* Ncherung, zur Erhaltung und Besserung der Existenz des Mittelstandes mitbelfen zu wollen; ferner 2lblehnung der Großsckiffahrtskanäle, wegen der fremden Getreideeinfuhr sie beide gleich b er Sonate Becrrbeitungen eines in seiner Grunbibee schon gegebenen Vorwurfs enthielten. Während aber bie Brahmssche Regensonnte nur aus derselben Stimmung heraus entstanden ist wie seine Vertonung des Regenliebes von Klaus Groth, bislveilen ein Motiv aus ihr wie im Traume unbewußt anklingen läßt, stellen die beiden Klavierkompositionen bewußte Bearbeitungen, die eine des bekannten Liedes „Ter Wanderer", die andere des „Dvn! Juan", dar. In der Wandererphantasie wäre etwas weniger Kraft unb Stärke unb etwas mehr nuanciertes Gefühl zu wünschen gewesen: technisch würbe das hervorragend schwierige Werk — Schubert selbst soll einmal beit Versuch, es zu spielen, mit den Worten aufgegeben haben: „Tas Zeug soll der Teufel holen!" — mit großer Bravomi bewältzigt. Zu der Don Juan-Fatckasie paßte das kraftvoll männliche Spiet schon besser, wenn schon auch hiep z. B. in der den letzten Teil beherrschenden Registerarie- die Liszt köstlich variiert hat, .ctivaS mehr Grazie unb Leichtigkeit nicht geschadet hätten. Das Werk gefiel sichtlich: weilt: man den Künstler nicht zu einer Zugabe preßte, — daß ba» das Gießener Publikum kann, hat es oft bewiesen — so lag es wohl daran, baß man bas Gefühl hatte, alle, Künstler wie Publikum, hätten übergenug, so schön auch alles im einzelnen unb so dankbar man den Kimstler-v für das Gebotene war. — u— Sttlti?«. Ein Nachruf. Viele haben ihn gekannt, viele waren ihm zugetan.- Wenn sie jetzt erfahren, daß er aus gelitten hat, werdens sie mit mir um ihn trauern. An bett kleinen Karren gespannt, auf dem er die Milch aus bem Dorf in die Stadt brachte, stand er stden Morgen vor nuferem Hause und schaute erwartungsvoll hinaus. Karn ich dann mit bens Leckerbissen herunter, die ich für ihn bestimmt hatte, wedeltci er mit dem Schwänze und schüttelte sich vor Freude. Er verzehrte fein Frühstück mit gutem' Appetit, aber ohne Gier, sozusagen mit Anstand. Er war Neufundländer und von einer nachdenklichen, gemütvollen Art. Wcw feilt Huivgcr gestillt, lohnte er mir'S mit dankbarem Blick. Int feinen blauen Augen stand seine Lebens- und Leidens * geschickte, man mußte nur betritt \\\i lesen verstehen. Er stammte ans einer herzoglichen Hundezüchterei. In feiner Jugendzeit lag er !a.itr kostbarem Teppich zu Füßen eines vornehmen Herrn. Dieser starb. Darauf kam er zu einem! Gendarmen. £vr hielt ihn schleckt und verkaufte ihn wieder'. Nach wechselvollen Lagen sah er sich zuletzt an den Milch-, II. Mk. 265 000,- 684 600,— 4 097 257,— 2 797 393,— 2 898100,— „ Aus SiidwestasriKa. zusammen . 1118? 694,64 lUf. von s 136 000,— 289 000,— Die letzten Stantrietfontein 4. Januar sind karren gespannt. Wir haben uns oft miteinander unterhalten, der Sultan und ich. Es ist noch nicht lange her, daß er zu mir sprach: „Tu hast meine tote Herrin gekannt, die Christine. Ich kann sie nicht vergessen, denn sie mar gut gegen mich und war treu wie Gold. Viel Leid hat sie in "ihrem Leben gehabt. Ihren ersten Mann verlor sie nach ein paar Jahren glücklicher Ehe, der zweite tot noch, aber sein Geist ist getrübt. Tie Kosten für seine Unterhaltung verschlangen ihr Verdienst. Bei all ihrer Güte war sie stolz, gleichen Grunde konnte eine Verlustliste bisher noch nicht mitgeteilt werden. Friedrich Maharero soll nach Gobabis abmarschiert ein, um im Norden zu fechten." — Nach Südwestafrika werden am 16. Januar von Hamburg drei Proviant-Kolonnen, zwei Etappcn-Kompagnien, FmikenDelegraPhen-Personal n. abgehen. bach" kein Mann eingefahren. Die Verwaltung der der Dortmunder Union gehörenden Zechen „Glückauf" und „Tiefbau" erhielt von der Belegschaft ein dreitägiges Ultimatum. Das Gerücht über einen Ausstand der Belegschaft der Zeche „Vollmond" entbehrt nach der Auskunft der Direktion jeder Begründung. Dagegen ist auch die Mittagsschicht der Zeche „Gneisen au", ferner teilweise die Mittagsschicht von der Zeche „P r.eu ß'en", beide der .harpener Bergbau- Gesellschaft gehörig, ausständig. Seit Montag abend str e i t e n im D o r t m u n d e r R e - vier bereits über 10000 Manu. Man erwartet für heute eine Ausdehnung des Streiks auf viele andere Zechen, auch in den Revieren von Essen, Oberhausen und Lochum Die gesamte organisierte Arbeiterschaft hat sich zu einem geschlossenen Vorgehen geeinigt unter vollständiger Beseitigung der politischen Gegensätze. Zur Deckung s o n st i g e r a u ß c r o r d e n t l i ch e r Bedürfnisse des Staats. 1. Laut Nachtrag zu dem zweiten Teil des Hauptvoranschlags sür das Etatsjahr 1902/03: a) Ordn.-Nr. 20: für Erbauung von Irrenanstalten in den Aus dem rheinisch-westfalischen Kohlenrevier wird eine weitere Ausdehnung des Aus st an de gemeldet. Am Montag ist auf den Zechen „Kaiser stuhl II.", „Scharnhorst" und „Minister Achen Ausland. Paris, 10. Jan. Die bekannte revolutionäre Agitatorin Luise Mickel ist gestorben. Neapel, 9. Jan. Kaiser Wilhelm beauftragte, dem /.Mattino" zufolge, den hiesigen deutschen Generalkonsul, nach Palermo zu gehen, um ihn am 12. Januar bei der Einweihung des Denkmals C r i s v i s und bei den zum Gedächtnisse Crispis veranstalteten Feierlichkeiten zu vertreten. Konstantinopel, 9. Jan. Der Flügel-Adjutant des Sultans, General Riza, wurde vorgestern, als er ein Restaurant verließ, von vier Personen überfallen und schwer verletzt. Moskau, 9. Jan. Ju dem literarisch-künstlerischen Vereine sand heute ein Festmahl statt, an dem zahlreiche Schriftsteller und Künstler teilnahmen. In den Reden, in denen die schlimme Lage Rußlands besprochen wurde, wurde Provinzen Oberhessen und Rheinhessen . . ......... b) Ordn.-Nr. 21: für den Ausbau des neuen Museums weitere .... c) Ordn.-Nr. 22: für die innere Einrichtung des neuen Museums, erste Nate d) Ordn.-Nr. 25: für die Erbauung eines Jnslizgebändes mit Provinzialarresthaus sowie eines Gymnasiums in Mainz 2. durch das Finanzgesetz für das Etatsjahr 1903 04 vom 28. März 1903 (Regierungsblatt I Nr. 21) zur Deckung der im zweiten Teil des Hauptvoranschlags ausgesührten Ausgaben ..... 3. burd) das Finanzgesetz für das Etatsjahr 1904 vom 26. März 1904 (Regierungsblatt I Nr. 8) zum gleichen Zwecke........... 4. lallt Ordn.-Nr. 10 des Nachtrags zum zweiten Teil des Haltptvoranschlags für das Etatsjahr 1903/04 für Tiefbohrungen in Bad Salzhausen . 5. für Bad Nauheim lallt Drucksache Nr. 422 der Zweiten Kammer, XXXII. Landtag, erste und ziveite Rate Gefechte gegen die Hottentotten bei am 1. Januar und bei Nabas am 2., 3. und .. auf unserer Seite mit schweren Opfern er- kal'ft worden. In diesen Gefechten sind gefallen 4 Offiziere (darunter Major Nauendorfs und Leutnant v. Vollard- Vockelberg», verwundet 5 Offiziere ferner gefallen 15 Mann, verwundet etwa 40. Die Anzahl der verwundeten Mannschaften wird auf 40 geschätzt. — Eine amtliche Meldung besagt folgendes: „Major Meister meldet durch General von Trotha, daß er am 2., 3., 4. Januar gegen Hendrik Witboi, die rote Nation unter Manasse, Karrasleute. Veldschoendrager und Friedrich Maharero gefochten habe. Ter Feind hat mindestens 80 Tote verloren. Der Sieg konnte wegen Mangels au Munition und Verpflegung nickt voll ausgenutzt werden. Meist er erreichte daher am 6. d. M. wieder die einzig ergiebige Wasserstelle Stamvrietfontein, um ich dort zu ergänzen. Sobald di-'s geschehen, soll er die Vereinigung mit Deimling, Ritter und Lengexke erstreben. Bei den großen Entfernungen und der überaus zeitraubenden Heliograpbeu- lebermittlung ist die Verbindung mit diesen schwierig. Aus dem Ferner bekämpft das Programm die Einführung eines bayerischen Landtagswahlgesetzes, welches die Zahl der ländlichen Abgeordneten zu Gunsten der Städte vermindert. Deut Mittelstand wird zum Schluß erklärt, daß er ohne starke ländliche Bundesgenossenschaft in der Volksvertretung nichts erreichen könne. Das Prograunu :it von dem bayerischen Bauernbund für Franken und Schwaben, dem Bund der Landwirte für das Königreich Bayern, dein mittelfränkischen Bauernverein und dem Bauernverein Windsheim-Nothenburg unterzeichnet. — Der Zentralausschuß der Vereinigten InnungS- tierbände Deutschlands petitionierte im Auftrage des deutschen Innungshandwerkertages beim preußischen StaatSministcrnnn um Errichtung eines Hand werter Ministeriums als Zentralstelle für alle Handwerker- und Mittelstandsfragen. Detmold, 9. Jan. Der Redakteur Starck von der »Lipp. LandeSztg.", welcher, wie erinnerlich, wegen der Zeugnisverweigerung tn der bekannten Kekulödepefchen- Ahgelegenheit "in ZwangShaft genommen wurde, ist frei- gelassen worden. Hamburg, 9. Jan. AuS London kommt die tele- graphstche Meldung, das; Vertreter der englischen Han- delSkanrmer nach Hamburg und Berlin kommen werden, um mit der hiesigen sowie der Berliner Handelskammer Besprechungen darüber zu pstegen, wie die Beziehungen zwischen der kaufmännischen Welt beider Länder günstiger gestaltet werden könnten. Der Besuch i|t auf den Mai festaesetzt worden. Wie verlautet, hat die Hamburger Handelskammer bereits einen Gegenbesuch für den August in Aussicht genommen. «__- ■■ 1 -----------------— -- Kolonialpost. Berlin, 9. Jan. Die „Rordd. Allg. Zlq." schreibt: Der interimistische Vizegouverneur Berg der Karolinen hat gemeldet, daß er mit Unterstützung deS Kriegsschiffes „Kondor" die Truck-Inseln friedlich ganz entwaffnet hat. Den Eingeborenen wurden 436 Gewehre und 2531 Patronen ab- zenommen. Antwerpen, 9. Januar. Die kongolesische Post, welche an Bord deS Dampfers „PhilippSville" eingetroffen 'st, berichtet, daß im französischen Kongo die ausrührischen Bassoundis geschlagen worden sind. Die Franzosen machten 9 Häuptlinge zu Gefangene. Im Obanghi-Gebiet hat sich die Lage verschlimmert. E§ mußten zahlreiche Marinemannschaften mit Geschützen nach dem Tschadsee gesandt werden. Einzelheiten fehlen noch. Aus dein belgischen Kongo wird noch berichtet, daß die Schlafkrankheit in verschiedenen Orten große Opfer fordert. Im Tumbagebiet ist die Bevölkerung durch diese Krankheit in den letzten Jahren um 70 Proz. zurückgegangen. Im Kassaigebiet griffen die aufrührerischen BahuaS den Posten an, welcher von der ameri- lcmischen Mission und den Kaffaileuten errichtet war, und plünderten ihn. Die anwesenden Weißen konnten sich nur nit großer Mühe retten. Die Ausnahme einer 3prozcrrtigcn Staatsanleihe von 24 000 000 Mk. TaS Großh. Ministerium der Finanzen erläßt im amtlichen Teil der „Tarmst. Ztg." folgende Bekanntmachung: Für nachstehend aufgeführte Zwecke sind feit Erlaß unserer Bekanntmachungen vom 12. Februar 1903 (Regierungsblatt I Nr. 9 von 1903), und vom 11. Avril 1904 (Regierungsblatt I Nr. 18), die Aufnahme von 3 proz. Staatsanleihen (Serie VII und VIII) betreffend, weiter die nachverzeichneten, im Wege des Staats- kredtts zu beschaffenden Beträge bewilligt worden: v I. Für E i f e n b a h n z w e ck c. 1. Durch das Finanzgefetz für das Etatsjahr 1903/04 vom 28 März 1903 (Regierungsblatt I Nr. 21) zur Deckung der im zweiten Teil des Hauptvoranschlags aufgeführten Ausgaben 4047200 Mk. 2. durch das Finanzgefetz für das Etatsjahr 1904 vom 26. März 1904 (Regierungsblatt I Nr. 8) zu gleichem Zwecke 5 704 900 „ zusammen . 9 752 100 Pst. SÄ...... “ 20 344,64 „ Zur Beschaffung des hiernach bewilligten Gesamtbetrages 20 939 794,64 Mk. soll eine nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 31. März 1897, die Organisation der Verwaltung der Staatsschuld betreffe,td (Regierungsblatt I Nr. 11), von der Groß- Herzog!. StaatSschnldenverwaltung zu verwaltende 3 proz. Staatsanleihe ausgenommen werden, deren Nennbetrag in Anbetracht des gegenwärtigen Kursstandes der 3 proz. Hessischen Staatsschuldver- schreibungen m abgerundeter Summe auf 24 000 000 Mk »n he- T "'1 E-,enbah>,anleche und ba £lÄ ÖÄ °nbeCC "Unordentlich- Bcdursnisse Zu diesem Zwecke werden von der Stocitzschuldennernmium^ SU 8 pCt. verzinsliche Staatsschi,ldverschreibimqen unter denselben Bedui-nmsten und zu denselben Beträten -mSneqeben wie soÄw **““«SÄ' den Arbeiter S-ur sofortigen I Anwendung gelangt, widrigenfalls bre Arbeits ^Schickiten willkürlich feiern, äkffti SftiSS» - «*• M"««** "n Ä «n ?W'"r,r,ä$« iYcVÄmi* “ bem lieber 'rtufaenammen imben, so wird dic eilten Teil der .Hüttenarbeiter feiern lasset ®eJhÄ*0der Streik andaucri, die Hochöfen aus- Haf en1 Sür diesen Fall must die nefamte Arbeiterschaft tünaere Zeit feiern, da die Wiederiusiandseinn.q her Gefeit ndesteH eine Woche, eveninell erheblich langer dauert. Unter den Beleaschasten der Dannenbaum Zechen nimmt die Aufregung auf Grund enilontrollierbarer Stc w wonach von dort die Kohlen für die Zeche Bruchstrake" verladen werden fvllen. Man befürchtet einen Auf stand, besonders auf dem Schachte „Friede- rika"' Im .Herner Bezirk ist besonders das fremde Element, zumal die polnische Arbeiterschaft, sehr unruhig. Die Folgen, dic aus einem längere Zeit dauernden Kohlenarbeiterstreik entstehen könnten, sind kaum zu über- eben. Nicht nur für die Kohlcnbczirke selbst, für die dort vohnenden Arbeiter, Kaufleute und Handwerker, sowie für bic in Betracht kommenden Gemeinden, wäre ein r i c s i g e r Schaden zu befürchten, fonderu für dic gesamte deutsche Industrie, für Handel und Verkehr könnten die Folgen verheerend wirken. Gerade jetzt, wo die Beschäftigung in den meisten Industrien nicht ungünstig ist, wo auf dem interuationalen Markte wieder eine bessere Koujunktur entsteht und damit umfangreiche ulld lohnende Aufträge erwartet werden können, wäre ein Bergarbeiter streik besonders schädlich. Und es ist deshalb Pflicht der beteiligten Behörden, alles zu versuchen, um eine Verschärfung des Gegensatzes Mischen Verarbeitern! und Zechenverwaltungen zu verhindern. Ker Krieg. Port Arthur . . Tokio, 9. Jan. Man glaubt,' daß sich der Gesain t < Verlust der Russen bei Port Arthur ungefähr aus 250 00 Mann beläuft. , , sind Naaalaki 9.Jan. 1000 verwundete Russen yuo aus Port Arthur hier cingetrosfen und wurden int Hosptta untergebracht. . Die Japaner rucken nach Wladiwostok. London 9 Jan. „Daily Mail" .erfährt aus Soul: Cs werden Kämpfe zwischen Gensan und dmghang gerne , iaVa n i scheu V o r in a r f ch c « (t e aen Wladiwostok. Au8 der Mandschuret. . Mukdcn. v. Jam (Rufs. T°lcgr.-Ag.) Neue rapa^ni^che als 3 0 0 0 Manu verloren habctr Auf Setten der Mien sind 7 Ossizlere und 1«3 Mann gefallen und 44 Offiziere und 1032 Gemeine verwundet. Russische Geschwader. Petersburg, 9. Jan. (Pctersb. Tel.-Ag.) Zwstcheii dem 28 Januar und dem 2. Febrimr verlassen, um mit dem Geschwader von Rosbestwenski sich vereinigen, folgende Scküfse dm Hafen von L.ban: Das Limcn ck'.ff „Jm- perunr Njkn'ai I", d'e Küftenvanzer „General Admiral Apratm , „Admiral Sjenjawin" und der Panzerkreuzer „Wladimir Mo- nOnt9onbnn, 9. Jan. Ter Pariser „Times"-Korresvondent bc- ricktet: Bis ciesiern abend lei kein rrissiscb's Kriegsscriff in den Hasen von Diego Sn.arez cingclanfcn, welches der emMe Hofen von Madagaskar sei, der einen gceigntten Ankerplatz besitze. Kriegschiffe mit grobem Tiefgang können Mainngo und ^..'latafe nickt anlaufen. Diese Häsen stehen in telegraphischer Verbindung mit Paris. Bis jetzt fei aber feine Nachricht über Ankunst des Ge- chwaders eingelanfen. . Die Kommission znr Nntersnchung der Nordsecangelegenheit trat am Montag nachmittag im Ministerium des Aenßerm zu Paris zui'ammen. Der österreichische ^ldmiral v. L-paun übernahm zunächst den Vorsitz als Alterspräsident. Er bmitte für eine Wahl als fünftes Mitglied der Kommission und schlug vor, von französischen Admiral Fournjer zum P r ä si d e nt en zu wählen, nicht nur. um die Pflicht gegen das Land zu erfüllen, dessen Gastfreundschaft die Kommission genieße, sondern auch zur Erleichterimg und zur möglichst großen Beschleunigung der Arbeiten, da Fournier in seinem Bureau über zahlreiche ausgezeichnete Mitarbeiter verff'lge. Dieser Vorschlag wurde darauf em- 'timmig angenommen. Admiral Fournjer dankte für den Beweis großer internationaler Eourtoisic, deren Gegenstand er geworden sei, und ff'gte hinzu, er fühle, gleich seinen, Kollegen, die Schwere der moralischen Verantwortlichkeiten, die sie auf sich genommen Iintt-m. Aber sie würden ihre Pflichten zu erfüllen wissen, so delikater Natur dieselben auch seien, indem sie sich imaiifhärsich das e r b e b e n d e Beispiel von Weisheit u n d M ä ß i g- ung vergegenwärtigten, welches der König von England und der Kaiser von Rußland der Welt durch die Einsed"iig der Nutersuchnngskommission gaben, was den glücklichen Erfolg hatte, sogleich die nationalen Empfindlichkeiten zu beruhigen und eine ruhige und eingehende. Prüfung der Ursachen des Konfliktes zu ermöglichen. Hieraus hielt dic Kommission eine geheime Sidung ab, um sich über das einzuschlagende Verfahren schlüssig zu machen. Am Nachmittag sand eine zweite Sitzung statt. Die Kommission beschloß, troii des Sträubens des russischen Vertreters, die O e s f en t l i ck^kei t wenigstens für diejenigen Sitzungen zuzulassen, welche Den Z e u g e n v c r h ör e n gewidmet werden sollen. Dagegen bleibt das Publikum von allen Beratungen und Diskussionen innerhalb der .Kommission selbst ausgeschlossen. Für bic voraussichtlich geringe Zahl der öffentlichen Sitzungen werben etwa sechzig Karten ausgestellt, über die die verschiedenen Bot- fcharfen und bnM'niN^r'um tr■- 9fu rryrrn sollen. bet Wunsch ausgesprochen, daß die Sonne der ?? t e 19 c 11 und btt fo/iat cn GlcickiL eit endlich übtt Rußland scheinen wösse DieRedner wlinMen, dasi.der BereiN sich in diesem S,E aiißere. wenn er auch Gefahr liefe, dafür geschlossen zu werd . London, 10 Jan. „Dailv Ehrv mclc reibet aus SS a i b i n n t o it »an gcflmi: In der .Wnfcten» ffioofeHtS md den Parteiilllirern beider Hauser Samstag griff der Sprecher des Netiräientmitenhaufes Canitmi die SlottcnBoriagc att, die weit über die Bednrfuilse des Landes lnu uS- a c Ii e. Tie kosten inüßtnl um 3 brS 4 M,llionerr P fund h e r r i n a e t t werden Tieie Summe sei IN erstei r.iine an oen Wersten zn ersparen. Roosevelt trat dieser meinte entgegen Tie Revision des gegenwärtigen Jolttarne-, meinte er, werde durch gesteigerte Einftilir und dadurch wachsende Cm nafnneit an? den iteUen hie Swetannnalnnen frliolicu. die gute Ehristine. Sie sprach sich gegen niemand aus. ’ Nur bei mir hat fic manchmal geweint. Und ich hab' sie < verstanden und hab' ihr traurig die Häude geleckt. Unser , einer hat auch Gefühl, nur daß cr's nicht immer zeigen j Jjarf. Und die gute Ehristine hat meinen Karren gedrückt, baß ich nur wenig zu ziehen brauchte. Eines Tages ' jnterfte ich's, sie konnte nickst mehr recht voran, und der ‘ Atem kam ihr raffelnd -aus der Brust. Da zog ich den 1 Karren allein, aber schwerer war die Last, die ich, auf meinem Herzen trug. Wie sie nun totkrank in die Stadt ^efuhren wurde, wollte ich nr?, doch banden sie mich fest. Ich wußte es wohl, ich- würde sie nimmer Wiedersehen. An einem Sonntag ist sie begraben worden. Und viele Leute aus der Stadt gaben der Milchfrau das letzte Ge- feite Und viel schöne Blumen haben sie ihr auf das Grab gelegt. Und ich bin auf den Totenackcr gelaufen und habe in meinem Schmerz laut aufgeheult. Tag für Tag', Woche für Woche, bis mich der Friedhofswärter fortgejagt hat." "Also sprach der Sultan zu mir. Dabei ahnte er nicht, baß auch fein. Stündlein bald kommen werde. Pflichttreu zog er bei Wind und Wetter seinen Karren und lieh sich'3 nicht anfechten, daß seine Brüder Win ihn her sich der goldenen Freiheit freuten. Mit einem Male wurden feine Beine steif, und fein .Herr fand, daß er untauglich geworden sei. Gestern abend bin ich durch das Dorf gegangen. Da hat mir ein Büblcin unter Tränen erzählt: der Sultan sei erschossen worden. Sein Herr hat kurzen Prozeß mit ihm gemacht, hat ihm bad (^nadeubrot nicht gegönnt. Ich aber ließ wir die Stelle zeigen, wo sie ihn verscharrt haben, den treuen Sultan. Richt weit davon liegt der Totenacker, auf dem sie seine Herrin, die Ehristine, zur letzten Ruhe gebettet haben. Ihr Groß schmückt ein schönes Monument, bent Sultan üst keines beschieden. Zu einem neuen großen Monument im Berliner Tiergarten bat der K a is e r den Auftrag dem Bildhauer Tuaillon^ Wilmertzdori erteilt. An Stelle der Florafrgur soll auf dein Floraplatz eine Amazone zu Pferde in der genauen Nachbildung der Amazone des genannten Künstlers, die vor der Nationalgallerie sicht, aiügestellt werden. '-ird We neue werden. Heber den 6miffion§urei? i ' ? Zähnung nn$nelcgt «nzunehmen, ba6 er Ü«" m bekannt, doch ist Stacitsanteihe gleich sein wird/ ' 9 fUr,C bcr a,ten h^'fchen Aus und La"d. s " Personalien^'Au? dra htet: Baninsvektor wird itn5 gc- stand ber «ffi -um Vor- Bad-Nauheim kwun.a J111, b" Neubauten in H. ber Großherma T "s* bc,rtcIlt worden. — S. K. Ministerium / (Mrt“^nbc" Rat bei dem Mitglied der ' ^vo ® chmick zum "*ii» 8.» ÄS‘T T, 5', «"“"<■ ™» ÄfÄtählö’rX*.....ä oens. 4. Desgleichen । '■ tfffl" ömm m". Siain: in gefb? Gießen ü Halle seine L: geführte te Stunden, tt: ♦In’prQtyf und ans Io? in t:arf-:r A, ' mit nun ’n x 6. Mir. 1. J tXb>C 29m oiis^ .1 denn roirhM^: zu bic Üter/^ Qll§neUuu.i m‘ zu werben iür Rhc:nk.n ®cine Pfr?' 15. f bic in ^5#! vonWf* auf 43349 auf bep 7' fenem Obreren n. wnbeft 1,51 d-mie-.! t 9? fI,nb tSJ," Bnb über -reitei- cm ". .. (inh, J; . ixn *• - r Niei'engtv^ der kLbnbew nadibcm drei vi beiger $ad) einer -- grfmte* unb Stammsten überflutete c« Mhlattsse. *' Nohmmgen. - Hejü LereinS un Tomn-t-' w mobernffl r 7 Programm i lleberra’iunc: frühen Morger M Ter schlacht bei ' bet einen Sch mörderischen i ihm einen Ng Tod mritet ’ be# 1897er Tuschens. 5. Desgleichen des 1899er Ansehens. 6. Bau- gefuch des Julins Ruckstuhl füt die Creduerstraße; hier: Dispens. 7. Desgleichen des Abraham Fröhlich für die CrednerstraHe: hier: Dispens. 8. Desgleichen des I. Ruckstuhl und A. Fröhlich für den Wetzlarer Weg; hier.- Dispens. 9. Desgleichen des Karl Löttgeu für An den Bahnhöfen; hier: Dispens. 10. Desgleichen des Gg. Wallenfels für den Marktplatz: hier: Dispens. 11. Desgleichen (bler Gelmider Kahl für die Frankfurter Straße; hier: Dispens. 12. Befestigung der Hammstraße. 13. Ausführung von Ilmpflasterungsarbeiten. 14. Beschaff img von Pflastersteinen. 15 Ausbau der Keplerstraße; hier: Geländeanstausch mit Eduard Klinkel. 16. Kauf zwischen Georg Wilhelm Ferber Eheleuten und der Stadt. 17. Vergebung der Rechen für die Kläranlage. 18. Auswechselung eines Teils der Gasleitung in der Westansage. 19. Beschaffung von Schulräumen für das Realgymnasium. 20. Benennung von Straßen. 21. Gesuch "des Peter Berg dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 11. 22. Desgleichen des Friedrich Euler dahier für Kaplansgasse 21. 23. Desgleichen des Joh. Gg. Seipp dahier für Großen Steinweg 12. 24. Desgleichen der Marie Wölfing dahier um Erlaubnis zum Branntweinausschank im Hause Liebigstraße 68. ** Hessisch-Thüringische Staatslolterie. Am heutigen Ersten Ziehungstage der 2. Klaffe fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 50238, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 93028, Gewinne von 1000 Mk. auf Nr. 19403 4334g 66199 66395. (Ohne Gewähr.) ** Schneefall. Heute nacht trat Schneefall ein und über Felder und Straßen hatte sich eine weiße Decke gebreitet. Gegen 10 Uhr vormittags fing es erneut heftig zu schneien an, aber eine Stunde später lächelte wieder ein blauer Himmel hernieder. Das Großh. Polizeiamt macht heute betaitirt, daß die Hauseigentümer verpflichtet sind, die Fußgängersteige alsbald vom Schnee zu reinigen und bei Glatteis mit Sand bestreuen zu lassen. Leider scheint der Schnee ziemlich rasch zu schmelzen und den gewohnten Brei auf den Straßen wieder einführen zu wollen. — Ein überaus heftiger Schneesturm wütete im, R i e s e n g e lb ir g e. Aus Schreiberhau wird gemeldet, daß der Bahnbetrieb nach Grüntbal eingestellt werden mußte, nachdem drei Züge stecken geblieben waren. In den H-arten- berger Forsten hat der Sturm großen Schaden angerichtet. Nach einer Meldung aus Warmbrunn entstanden durch Schnee- und Eismassen im Zacken und im Mühlgraben Stauungen des Wassers, der Mühlgraben trat aus und überflutete die Zietenstraße, die Hospitalstraße und die Mühlgasse. Das Wasser drang in die Keller und in die Wohnungen. •* Rezitationsabend des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbevereins. Nächsten Donnerstag veranstaltet Herr Gg. Tritzschler, Lage, einen modernen Dichterabend, deffen im Inseratenteil veröffentlichtes Programm vielversprechend ist. Die Veranstaltung findet abends im Leib'schen Saale statt. Der Redner war früher Schauspieler hier und hat auch schon im Kaufmännischen Verein mit Erfolg gesprochen. Herr Tritzschler gehört zu den Lerbandsrednern des Deutschen Vortrags-Verbandes.! ** Der Eisenbahn - Fahrbeamten - Verein Gießen hielt am Samstag, dem 7. d. Mts., in der Turnhalle seine Weihnachtsfeier ab. Das reichhaltige und gut auS- geführte Programm bot allen Teilnehmern überaus frohe Stunden. Der erste Vorsitzende, Zugführer Althaus, hielt eine Ansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser und auf den Großherzog aus. Die Verlosung brachte viele angenehme Ueberraschungen, worauf der Tanz die Festteiluehmer bis zur frühen Morgenstunde beisammen hielt. ** Der Dank des Kriegskameraden. In der Schlacht bei Gravelotte trug der Gardist K. vom 1. Hess. Infanterie-Regiment seinen schwer verwundeten Nebenmann, der einen Schuß durch die. Brust erhalten hatte, unter dem mörderischen Feuer des Feindes aus der Feuerlinie und legte ihm einen Notverband an. W. wurde dadurch vom sicheren Tod errettet, da er, wäre er liegen geblieben, sich sicher verblutet hätte. W. konnte später, trotz aller Bemühungen, seinen Netter nicht ausfindig machen. Erst im Jahre 1892 erfuhr er durch einen Zufall seinen Namen. W., ein mittlerer Landwirt in Oberhessen, beeilte sich, seinen Kameraden und Netter aufzusuchen. In dessen Wohnort, dem Städtchen H. in Starkenburg, erfuhr er, daß K. vor kurzen! gestorben sei. K., der ebenfalls Landwirtschaft getrieben, hatte eine Witwe mit einem unmündigen Mädchen hinterlassen. W. begibt sich nun seit dieser Zeit regelmäßig zweimal in jedem Jahr nach H. und steht der Witwe bei der Bestellung ihres Gutes mi Rat und Tat zur Seite. ** Landwirtschaftliche Landesausstellung in Mainz. Die im September d. I. vom Hessischen Land- wirtschastsrat zu veranstaltende Landwirtschaftliche Landesausstellung zu Mainz wird eine Jubiläumsausstellung sein, denn das Jahr 1905 ist das 75ste des Bestehens der landwirtschaftlichen Vereine. Allem Anscheine nach wird die Jubiläumsausstellung das umfangreichste der jemals in Hessen veranstalteten landwirtschaftlichen Ausstellungsunternehmen. Die sehr geeignete Lage von Mainz sowie der Umstand, daß zu Prämiierungszwecken etwa 30 000 Mk. nebst zahlreichen Medaillen, Diplomen u. s. w. zur Verfügung stehen, bieten die sichere Gewähr, daß das Bild, welches die Jubiläums- ausstelluug in Mainz bieten wird, vielseitig und großartig zu werden verspricht. Der landwirtschaftliche Provinzialverein für Rheinhessen wird einen Wettbewerb für hessische Weine veranstalten. h. Daubring e'n, 9. Jan. In der Nacht vom Sams- /ag auf den Sonntag wurde der Taglöhner Wilhelm Geißler auf seinen: Heimwege von der Wirtschaft W. Albach von mehreren Unbekannten überfallen und schwer mißhandelt. Der Bedauernswerte liegt z. Zt. noch schwer verletzt darnieder. t. Reiskirchen, 9. Jan. Am einem der letzten Abende fielen Burschen aus Burkhardsfelden einige junge Mädchen an und erlaubten sich gegen sie allerlei groben Unfug. Sie sind erkannt und Anzeige ist erstattet. g. Bilches, 9. Jan. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde hier bei dein Wirt Nazarenus ein Einbruch verübt. Geld siel den Dieben nicht in die Hände, dagegen nahmen sic Eßwaren, Bier und Zigarren mit. g. Büdingen, 9. Jan. Die Viehzählung vom 1. Dezember 1904 hat für unseren Kreis folgendes Resultat ergeben: 3395 Pferde, 20 014 Rindvieh, 6817 Schafe, 29 415 Schweine, 5920 Ziegen. Gegen die letzte Viehzählung ist beim Rindvieh eine Abnahme von ca. 1000 Stück zu verzeichnen. Allch Schafe zählt man diesmal ca. 2000 weniger. Dagegen ist die Zahl der Schweine um ca. 5000 gestiegen. —' Der z. Zt. hier bei seinen Eltern auf Besuch weilende Stabsarzt Dr. Eberling aus Beuchen i. Schl. wurde heute früh von einem Schlaganfall betroffen. Er verschied nach einigen Stunden. Darmstadt, 7. Jan. Eine Deputation des Ausschusses ür die Darmstädter Schillergedenkfeier im Mai 1905, bestehend aus den Herren Oberstleutnant a. D. Gad und Oberlehrer Lauteschläger wurden heute von Sr. Königs. Hoheit dem Großherzog in Audienz empfangen. Der Bitte des Ausschusses, das Protektorat über die Feier übernehmen zu wollen, wurde vom Landesherrn, der sein lebhaftes Interesse dafür zu erkennen gab, in huldvollster Weise entsprochen. (D. Z.) R.-B. Darmstadt, 9. Jan. Nach den durch das Großh. Polizeiamt gemachten Feststellungen betrug die Einwohnerzahl Darmstadts an: 1. Januar 8 0 6 5 2 (darunter 4437 Militärpersonen). R. B. Darmstadt, 9. Jan. Eins der jüngsten Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie, der Maler Paul Haustein, wird Darmstadt denmächst wieder verlassen. Er ist sicherem Vernehmen nach als Lehrer an die kunstgewerbliche Lehrstätte nach Stuttgart berufen worden und hat diesen Polten angenommen. X Naunheim, 8. Jan. Gestern wurde unter großer Beteiligung ein junger Mann beerdigt, welcher im Gemeindewald „Sichel" bei der Fällung einer Eiche seinen Tod gesunden hat. Der Unglücksfall hat allseitige Teilnahme erweckt, zumal eine zahlreiche Familie, nämlich eine Witwe mit sechs unmündigen Kindern, dadurch ihres Ernährers beraubt wurde. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Vorbehaltlich kreisamtlicher Genehmigung beabsichtigt, lt. „Frkf. Ztg.", auch die Stadtgemeinde Darmstadt eine Z^/zproz. Anleihe von 6 Millionen Mk. aufzunehmen zur Deckung für die Aufwendungen, die insbesondere durch den Ankauf des alten Hostheaters und durch den Altstadt-Durchbruch verursacht werden. Zu Angeboten wegen Uebernahme des Anlehens ergeht demnächst öffentliche Bekanntmachung. Vermachtes. * Berlin ist Zweimillionenstadt. Es hat die zweite Million nicht nur erreicht, sondern es befindet sich mit etwa 400 Einwohnern schon auf dem Wege zur dritten Million. • Das geht mich nichts an! Eine Vereinigung von Abstinenten, welche sich in St. Louis gebildet hatte, bat einen reichen Grundbesitzer der Umgegend um seine Mithülfe. Seine Antwort lautete: „Das geht mich nichts an!" Einige Tage später begab er sich auf den Bahnhof, um seine Frau und seine beiden Töchter zu holen. Von seinen munteren Pferden flott gefahren, überschlug er in behaglichen Gedanken seinen Wohlstand und sein Glück, als vor der Station das Wort „Entgleisung" seine Aufmerksanckeit erregte. Sollte sich ein Unfall ereignet haben? Herr £. wurde unruhig. Dies Mal: Das ging ihn an. Auf seine dringende Frage erfuhr er, daß sich 50 Kilometer entfernt ein Eisenbahnunglück ereignet hatte. Er telegraphierte nach St. Louis: 500 Dollar für eine Lokomotive! Antwort: Uniuöglich! — 1000 Dollar für eine Lokomotive! Antwort: Verfügbare Maschine bereits mit Aerzten an die Unfallsstätte abgegangen. Leichenblaß vor Erschütterung durchmaß Herr 3E. in größter Erregung den Bahnsteig. Eine halbe Stunde verstrich wie eine Ewigkeit! Endlich kam der Zug an . . . In dem Güterwagen, der in ein Lazarett umgewandclt war, fand der Unglückliche die verstümmelten Leichen seiner Frau und einer Tochter und in dem anderen Wagen lag seine zweite Tochter in hoffnungslosen: Zustande. Entschieden: Das ging ihn an! Und welches war die Ursache der Katastrophe? Einige Gläser Schnaps, die ein Eisenbahnbeamter getrunken hatte. — Wer wagt es zu behaupten, daß die Alkoholsrage ihn nicht angeht? Kleine Tageschronik. In Lötzel: (Ostpr.) erschoß im Streit bet Töpfergesclle Sipitzki den Töpfermeister Purwian.^Der Täter wurde verhaftet. — In einem der ersten Hotels der Stadt Spend an hat sich "eine Liebestragödie abgespielt. Tort erschoß ein etwa 40 Jahre alter, elegant gekleideter Herr ein junges Mädchen, mit dem er sich in dem Hotel einlogiert hatte. Tann versuchte er, sich selbst durch einen Revalverschuß das Leben zu nehmen. Die Leiche des etwa 25jährigen Mädchens wurde nach der Halle des städtischen Friedhofes gebracht. Den Täter, der nur noch schwache Lebenszeichen boit, sich gab, schaffte man in ein Krankenhaus, lieber die Persönliclckeit des Liebespaares ifi bisher nichts ermittelt worden. — In Posen wurde der Leutnant Alexander Anders vom Niederschles. Jnf.-Regt. 47 :md dessen ^liebte Klara Niemeyer im Badezimmer des Leutnants tot aufgefuuden. Der Tod war durch Gasvergiftung herbeigefübrt worden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht ermittelt. — In Diüant (Belaien) erregt di e Ermordung eines 10jährigen Mädchen s Aufsehen. Tas Mädchen hatte sich Sonntag abend zur Kirche begeben und ist als Leiche aufgesimden worden. Die ärztliche Uickersuchung stellte einen LusUnovd fest. Ein der Tat verdächtiger Franzose wurde verhaft et Handel und Verkehr. UolksumMafl. Die Meichsbank bat, wie unS soeben mitgeteilt wird, ihren Diskont auf 4 Prozent nnd den LomSard- ztuSfnß ans 5 Prozent hernntergesctzt. Köln, 9. Jan. In der heutigen G l ä u b i g er versa m m l u n g der Jülicher L e d e r w e r k e Aktiengesellschaft, wurden der Ausfall an Warenvorräten, und Außenständen und an Forderungen der (Gläubiger festgestellt, was einen Fehlbetrag von rund 6 5 0 0 00 Mark ergab. Die Forderung der Jülicher Volksbank beträgt über 700 000 Mark. Die Genossenschafter dieser Bank wollen gegen die Verwaltung vorgehen, weil diese nicht über 200 000 Mark mit ihrem Kredit habe hinausgehen dürfen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch den 11. Januar 1905: Heiter, nachts kalter, tagsüber Temperatur wenig verändert (leichter Frost). Frost nicht von längerem Bestand. ____________Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neue Ile Weidlingen. Stettin, 10. Jan. Aus Nahrungssorgen hat sich der Redakteur Hell aus Berlin in einer Restauration erschossen. Hell stand im Alter von 26 Jahren und war früher Redakteur an einen: Berliner Wochenblatt. Dortmund, 10. Jan. Die Harpener Bergbaugesellschaft erließ an die Ausständigen die Aussorderung, sofort die Arbeit wieder aufzunehmen, widrigen- falls nach 8 3 und 6 der Arbeitsordnung verfahren werben würde. Nach diesen Bestinunungen werden die Arbeiter sosor entlassen, wenn sic drei Schichten willkürlich feiern; ferner, wer ohne vertragsmäßige Kündigung die Arbeit verläßt, Haff einen Schadenersatz für sechs Arbeitstage nach der Höhe seines Arbeitsverdienstes zu zahlen. Dortmund, 10. Jan. Im Dortmunder Bezirk scheint der Streik allgemein zu werden. Auf einigen Zechen liegt Polizei, um Ausschreitungen zu verhüten. Das Stahlwerk Hösch wird wahrscheinlich wegen Kohlenmangel feiern., Der Bürgermeister setzte für den nördlichen Stadtteil, das Arbeiterviertel, die Polizeistunde auf 10 Uhr an. Die Belegschaft der einzigen außerhalb des Syndikats stehenden Zeche Freie Vogel nnd Unverhofft in Hörde ist heute nicht cingefahren. Paris, 10. Jan. Petit Journal berichtet aus Petersburg: Die Ernennung Wittes zum Minister des Innern an Stelle des Fürsten Mirski wird amtlich bestätigt und soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Witte sei entschlossen, die durch den kafl^lichen Ukas ange- ündigten Reformen unverzüglich durchzufuhren. Der Minister des Innern ist gegen eine Konstitution und Einberufung einer Versammlung, welche einen gesetzgeberischen Charakter habens könnte. — Aus bester Quelle verlautet, daß Kuropatkiw an einer Unterleibskrankheit leide. Rom, 10. Jan. Wie hier verlautet, werde Kaiser Wilhelm im Frühjahr anläßlich seiner Mittelmeerreffe Neapel besuchen. Peter'sburg, 9. Jan. Ein Verein, dem 7000 Arbeiter Petersburgs an gehören, hielt heute eine SiH- ung ab, an der auch 350 Vertreter von 20 Industrien teii- nahmen. Nach der Erörterung der Frage betr. die-Ent- lassung einiger Arbeiter auf den Putilowerken, die deshalb erfolgte, weil sie einem Arbeiterverein angehörten,; sprachen sich die Anwesenden dahin au8, daß oie Lage der Arbeiter in Rußland und die Verhältnisse der Arbeitgeber zu den Arbeitern nicht normal seien. Sodann wurde beschlossen, von der Verwaltung der Werke die Wiederaufnahme der entlassenen Arbeiter zu verlangen, sowie dem Stadthauptmann be-, lännt zu gehen, daß Maßnahmen zur Verhütung und Wiederholung solcher Fälle notwendig seien. Gleichzeitig soll die Regierung davon in Kenntnis gesetzt werden, daß, falls diese Forderungen unberücksichtigt bleiben, der Verein für die weitere Ruhe der PetersLur^ ger Arbeiter nicht verantwortlich fei Bom Kriege. Paris, 10. Jan. Dem „Matiw' wird aus Tschifu. berichtet, der russische Gesandte in Peking^hckbe nm die Erlaubnis nachgesucht, einen Dampfer nach Tschifu senden M dürfen, welcher die russischen Flüchtlinge aus Part Arthur nach dem Tschin g w an-In sein bri:rgen soll. Von dort sollen diese über Mutden nach Rußland befördert werden. — Gerüchtweise verlautet, daß die Japaner Port Arthur für den internationalen H an del öffnen werden. London, 10. Jan. Das Reutersche Bureau meldet aus dem Hauptguartier Nogis vom 6. ds. Mts.: In ausgedehnten Prozessionen langten die Trümmer der tapferen Beiatzung von Port Arthur (5000 Mann) aus dem Lager an der Taubenbucht auf dem Bahnhof von SachanglinMu an und wurden mit der Bahn nach T a l n v befördert, von wo sie in Transportdampfern unmittelbar nach Japan weitergehen. Die Gefangenen-Zuge boten einen er greifenden Anblick dar. Zuerst kamen aus einem vmc 4 mageren Pferden gezogenen Wagen die Offiziere des Stabes an, die Linienoffiziere marschierten an der Seite ihrer ^Soldaten. Die Furchen ihrer Gesichter gaben Zeugnis von den wahrem) des langen Widerstandes erduldeten phtzsffck^en imb nwralffchen Leiden und der Temüttguirg der Gefangenschaft, die sich ans ihren Mrenen widerspiegelten The niffifcben Soldaten erschienen in guten Gesundheit, aber auch ihre Gesichter trugen Spuren der erlittenen Strapazen. Die Offiziere waren gut gefleibet, die Soldaten trugen unsaubere Schafspelze, schienen jedoch zufrieden damit zu sein, daß der schreclliche Alpdruck endlich von ihnen genommen sei. Völlig ausgepumpt waren die Pferde ^obgleich ihre Last mir leicht war. Diele Offiziers- vrdonm^en führten die Lieblingshunde der Offiziere mit und trugen die Degen, die die Offiziere anzulegen abgelehnt hatten. Tie Offiziere begrüßten die Berichterstatter. Die japanisc^n Soldaten tollten Nahrungsmittel und Zigaretten an die Russen aus^ intb trugen vielfach "wie gute Kameraden das armselige Gepäck der erschöpften Gefangenen. , Petersburg, 10. Jan. Aus Tschrsu wrrd hrerhcw telegraphiert, General Nogi habe den Offizieren der Belagerungsarmee erklärt, Port Arthur werde a u f e w i g e> Zeiten ja finnisch bleiben. Zu Bsginir des Krieges! habe es sich nur um Korea und die Mandschurei gehandelt, heute werde Japan eher auf « Harpener . . • » Schstzseheine. . . Ä 3Vanan empfindlich ist, inuncr eine Pattille (siaas achte Sodener: im Munde haben, bannt man ge«en .Katarrhe geschützt sei Die Pastillen bekommen im GegeBatz Süßigkeiten dem Magen vortrefflich, Üe lassen Katarrhe; nicht aufkommen und dulden keinen, der vorpm:den ist., Die Schachtel lostet nur 85 Pst u: all. Avoch^ Droger. Itt D'% 20% dkl L büß fI ünmtivuag werden. 169 Februar zu vermieten. 201 Näheres Kraukfurterstraße 29. Acht. 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