Nr. 184 zweites Matt. 155. Jahrgang Dienstag 8. August 1905 tttWetot «Ystch mti VnSnahm« M Sonntag». Dte „eUfitntt $omtltenbl8tter werden dem ^Vnzetger viermal wöchentltck) betgelegt. Der toibetrt* erldjetiü monatUch einmal. Eichener Anzeiger Rotoftontorurf und Verlag txx BtOhl 1c-e« UntocrftidtSbrudcreL ÖL Bange, ®tcba* Redaktion. Expedition u. Druckerei: Schulst».^ Lei. ötu 5L Telegr^Kdr. i Kn-etg« ÄK&O- General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Gießen. er- cin = reichen iftfl. Die Abg. Müller und Dr. Buff beantragten: Die Kammer wolle beschließen, die Großb. Regierung zu Ans-and. Stockholm, 7. Aug. Heute wurde folgender Erlaß deS Königs veröffentlicht: Da ich auf Anraten meines Arztes einige Zeit Ruhe, frische Luft und Bäder aussuchen muß, um mit Gottes Hilfe Gesundheit und Kräfte wiederzugewinnen nach der für Körper und Seele so anstrengenden Zeit, welche ich infolge der Sorgen gehabt habe, die n!ich während der letzten Monate heimgesucht haben, und deshalb ich jetzt die Regierung meinem Sohne, dem Kronprinzen übertrage, will jrf), ehe ich von der Hauptstadt abreise, aufs neue meinen Dank bekräftigen, welchen ich bereits vorher öffentlich meinem schwedischen Volk ausgesprochen habe. Ich kann nicht genug hervorheben, wie teuer mir die vielen sprechenden Beweise der Liebe und Sympathie, die ich von verschiedenen Seiten erhalten habe, als Trost für das gewesen sind, was ich durch den Abfall eines Volkes verloren habe, das ich aus inner st em Herzen in brüderlicher Liebe mit meinem schwedischen Volk zu vereinen ge- w ü n s ch t h a t t e. Oskar London, 7. Aug. Die heutigen Blätter beschäftigen sich eingehend nut den franko-englischen Beziehungen. Eines ist der Ansicht, daß die franko-en gl. Annäherung einen Charakter erhalten habe, der nicht beabsichtigt war. DaS Blatt „Speacer" erklärt, die deutschfeindliche Kampagne, welche in gewißen englischen Kreisen gepflegt wird, sei dazu angetan, die imperialistische Politik zu begünstigen. Sie werde jedoch von zahlreichen Deutschgesinnten mißbilligt, welche bei den letzten Wahlen 3 Millionen Stimmen auf ihrenKandidaten vereinigten und die die s ch ä r f st e n Gegner der Politik des Größenwahnes jetzt sind. — Reynold Newpapers versichern, daß zwischen Balfour und Camberlain ein Uebereinkommen erzielt worden ist betreffend Verminderung der Zahl der irischen Ab- geordneten. Falls der König nicht eingreift, wird die beabsichtigte Reform durchgeführt werden. Haag, 7. Aug. Nach halbamtlicher Meldung setzt sich das neue Kabinet folgendermaßen zusammen: Aeußeres: de Marees van Swinderen, bisheriger Gesandter in Washington; Justiz: Professor van Hamel, von der Universität Amsterdam, gleichzeitig Premierminister; Inneres: der Deputierte Rink; Marine: Kapitänleutuant Cohen Stuart; Finanzen: de Meester, bisher Vizepräsident des Rats von Niederll-Jndien; Krieg: General Staat, bisher Abteilungsches im Generalstab; Oesfentliche Arbeiten, Industrie und Handel: Kraus, Direktor der technischen Hochschule; Ackerbau: der frühere Deputierte Veegens; Kolonien; der Deputierte Fock. — Proseffor van Hamel ist als Autorität auf dein Gebiete des internationalen modernen Strafrechts rühmlichst bekannt, des- Karlamenlarisches aus Kessen. Die Bürgermeisterei zu Butzbach hatte die Umwandlung der dortigen Realschule in eine Oberrealschule beantragt. Die Regierung indes glaubt zu einer Vermehrung der „ohnehin schon übergroßen Zahl von neunstufigen Voll- anftalten' nicht die Hand bieten zu wollen. Auch hält sie die für eine Oberrealschule dort erforderlichen Räume nicht für vorhanden. Der 4. Ausschuß der II. Kammer ist der gleichen Ansicht, zumal angesichts „des weiteren UmstandeS, daß von Butzbach aus leicht Gießen und Friedberg zu er- Der Kaiser äußerte wiederholt seine Anerkennung und verlieh den an der Uebung beteiligten Offizieren des Regiments Ordensauszeichnungen. — Zur heutigen Frühstückstasel an Bord der „Hohen - zollern" bei dem Kaiser waren Admiral Büchsel, der kommandierende General des 2. Korps v. Langenbeck und mehrere andere Offiziere geladen. Heute abend 10 Uhr reifte der Kaiser von hier mittels Sonderzuges nach Posen ab. Königsberg i. Pr., 7. Aug. Graf Dohna-Schl o- dien, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, Mitglied des deutschen Reichstages, ist gestern abend in Schlodien gestorben. Lübeck, 7. Aug. Die Wahlrechtsoorschläge zur Bürgerschaft wurden heute abend nach den Vorschlägen des Senats angenommen, wonach die erste Abteilung, die bis 2000 Mk. versteuert, 105 Vertreter, die zweite Abteilung, unter diesem Satze, 15 Vertreter zu wählen hat. Das Wahlberechtigungsalter wurde auf 25 Jahre erhöht. Die Verhältniswahlen nach den Kommissionsvorschlägen wurden abgelehnt. Kattowitz, 7. Aug. Die oberschlesischen Magistrate haben an den Landwirtschaftsminister nochmals eine Petition gerichtet, in der sie wieder die dringende Bitte aussprechen, die Erhöhung des russischen Schweine- Kontingents auf wöchentlich 2500 Stück zu bewilligen. />chen, bei den verbündeten Regierungen eine Gesetzesvorlage zubrinqen oder anzuregen zum Schutze von Arbeitgebern, welche die ihnen aus der sozialpolitischen Gesetzgebung erwachsenden Verpflichtungen erfüllen, gegenüber denen, die ihren aus jener Gesetzgebung erwachsenden Verpflichtungen nicht nachkommen und sich ihnen entziehen/ Die Regierung hat sich hierzu wie folgt geäußert: Die Regierung erklärt sich grundsätzlich bereit, eine etwaige Anregung im Bundesrate welche auf den reichsgesetzlichen Ausspruch einer erweiterten B e itragshaftung der anpebeuieten Art gerichtet ist, zu unterstützen, nachdem sie sich davon überzeugt hat, daß die Praxis der oberen Gerichte in verschiedenen deutschen Bundesstaaten den Versuch zurückgewiesen hat, eine derartige Haftbarkeit des mittelbarenArbeitgebers schon aus der Faffnng und Tendenz der gegenwärtigen sozialen Gesetzgebung herauszukonstruieren. Die gewünschte Anregung beim Bundesrate, event. unter gleichzeitiger Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs, selbst zu geben, glaubt die Großh. Regierung insolange k e i n e n A n - laß zu haben, als nicht eine hessische oberstrichterliche Entscheidung vorliegt, die sich der oben erwähnten Praxis anderer deutscher Gerichte anschließt. Wohl ober hat die Großh. Regierung den hessischen Bevollmächtigten zun! Bundesrat in Berlin beauftragt, Erkundigungen einzuziehen, ob Aussicht und Geneigtheit vorhanden sei, dem sozialpolitischen Gedanken, der in bem Antrag seinen Ausdruck gefunden hat, gesetzgeberisch nahe zu treten. Tie Antwort steht noch aus. Innerhalb des Grobherzogtums ist inzwischen im Sinne des Antrags insofern verfahren worden, als sowohl im Ressort der Staatsbauverwaltung, wie in demjenigen des Äleliorationsbauwesens den Uebernehmern von Arbeiten zur Bedingung gemacht wird, daß sie sich gefallen lassen müssen, bei ihnen etwa rückständige Versicherungsbeiträge zur Krankenkasse und Unfallversicherung usw. von ihrem Guthaben sich abziehen zu lassen. Infolge dessen beantragt der 4. Ausschuß: Die zweite Kammer wolle beschließen: Großh. Regierung zu ersuchen, im Bundesrate zu veranlassen, daß § 52 des Krankenversicherungsgesetzes und § 104 des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes dahin ergänzt werden, daß im Falle der Zahlungsunfahlg- feit der Unternehmer auch der Eigentümer des betreffenden Grundstücks für Zahlung der Beiträge haftbar ist. Deutsches Reich. Sminemünde, 7. Aug. Die heutige Schießübung tn Gegenwart des Kaisers hatte unter dem schweren Nord- westwind und hohen Seegange zu leiden. Es wurde von der Mörserbatterie des 2. Fußartillerie-Regunents und den beiden Batterien der Festung aus geschossen. Von den beiden Zielen M das eine, während das andere stark beschädigt wurde. gleichen Prof. Krans-Delft durch vorzügliche Hafenbauten. Rink hat sein soziales Interesse durch Gründung des „Sozialen Wochenblattes" bekundet. Alle Kabinettsmitglieder gehören der gemäßigt.liberalen Richtung an, oder sie sind, wie Staat und Cohen Stuart, neutral. Cherbourg, 7. Aug. Das französische Nord- geschwader hat den hiesigen Hafen verlassen und ist nach der englischen Küste abgegangen. Wien, 7. Aug. Der Londoner Korrespondent des „N. W. Abendbl." telegraphiert, daß ihm der Privatsekretär des Königs Eduard, Lord Karolly, mitgeteilt habe, daß ihm von einer bevorstehenden Begegnung des englischen Königs mit Kaiser Wilhelm nichts bekannt sei. Salonik, 7. Aug. Eine griechische Bande tötete im Dorfe Pojarsko, Kreis Vodena, aus Rache zwölf Bulgaren, darunter sechs Frauen, und verwundete zwei Personen. Konstantinopel, 7. Aug. Die Yildiz-Kommissiou beschuloigt 11 Ausländer und 32 Inländer der Täterschaft und Mithilfe bei dem Bombenattentat. Die Türkei stellte ferner an den schweizerischen Bundesrat das Ersuchen, die an dem Vombenattentat nachfolgend beteiligten Personen, die sich in Luzern aufhalten, zu verhaften und auszuliefern: Lipa und Sofie Rips, Silvio Rieci, Samuel und Regina Fayn, welch letztere drei Kautschukwagen in Wien kaufte, und Madame JoreS. Bis auf letztere sind Namen und Pässe der Vorgenannten falsch. Ihre Träger sind Slaven und Armenia. Die Türkei hat ihre wirklichen Namen sowie das Signalement ebenfalls dem Biindesrat übermittelt. Der im Jildiz Kiosk in Haft befindliche Ehemann der Jo res hat cm umfassendes Geständnis abgelegt. MUtis-ffe Tagesschau. Die Zionisten. Wir haben bisher keinen eingehenderen Bericht über den Basler Zionistenkongreß gebracht. Jetzt mag kurz ^ie Bedeutung der dort unter heftigsten Lärmszenen gefaßten Beschlüsse erörtert werden. Die Gruppe der sogenannten Terrrtorralüten, denen die Erwerbung eines Territoriums w ü 9 'Jti oa oder sonstwo dringend am Herzen lag, ist, von der großen .Icehr- heit ausgeschaltet worden: die ,, Zion-Zionisten", die Pa la st: na wollen, haben das Heft in Händen behalten, unter parlamentarischer Vergewaltigung der Gegner, wie diese wenigstens behaupten. Fest steht indes, daß die „Territorialisten die auem berechtigte Tendenz in der zionistischen Bewegung verfechten, die darin besteht, den unsäglich gedrückten Juden Rußlands, Polens, Rumäniens eine gesicherte Heimstätte und die Möglichkeit zu verschaffen, zu menschenwürdigen Daseinsbedingungen zu gelangen. Den Wortführern dieser Gruppe, die sich nach dem Mißerfolg auf dem Kongreß zu einer besonderen Organisation zusammengeschlossen hat, ist der Gedanke an das tausend;ahrcge Reich in Palästina vor dem gegenwärtigen Elend ihrer Volksgenossen längst in den Hintergrund getreten: sie wvllen iede Kolonisation in größerem Maßstabe außerhalb Palästinas sobald sie Erfolg verspricht, zu fördern suchen, und,ihr neuer p-n^r, der englische Schriftsteller Israel Zangwill, imrd im Rainen dieser Gruppe die Verhandlungen nut der englischen Regierung wegen eines Gebietes in Uganda wieder aufnehmeui. £ne Haltung dieser „Territorialisten" ist durch allerhand fatalistische und Utopistische Ideen mitbestimmt: aber das erklärt fwi ebenfalls aus der Lage der Juden des Ostens, die daesen Leuten, unter welchen der Idealismus nie ganz ausgestorben ist, des Reich nicht von dieser Welt ist, den Blick für das tatsächliche einigermaßen trübt. ,, Sieger sind vorderhand die Zion-ZionisteN geblieben, die, über ganz Europa, zumal aber den Westen, verstreut, nut der Idee des Judenstaates zweifellos nur spielen, aber sich wohlweislich hüten, ihr Gestalt zu geben, wo sich die Möglichkeit dazu bote. Die „Bewegung" ist ihnen alles, das „Endziel unbequem. Zu den Führern dieser Richtung gehört der bekannte Dr N o r d a u, der, aus Ungarn gebürtig, in Paris Franzose ist und für die deutschen Blätter, die er mit seinen Korrespondenzen bedient, den deutschen Nationalgedanken vertritt, dafür aver in Basel emphatisch von seinem — dem jüdischen — Volke spricht! Der Zionismus dieser Herren ist das Gefühl der Vaterlandslosigkeit, die es sich zwar an den wohlbesetzten faseln der Wirtsvölker wohl sein läßt, aber sozusagen als „ideale U'vr- derung" die Idee des „nationalen" Staates nährt, ohne doch gewillt zu sein, mit ihr Ernst zu machen. Es ist nicht «ong zu sagen, daß, was speziell unser Vaterland cmgeht, der SeR mingen der deutschen Kultur unwert ist, wer sich mit L-toiz als den Angehörigen einer fremden Nation fühlt und betennt, und daß auch die jüdischen Kreise, die sich ehrlich einbllden, deutsches Nationalgefühl mit der Pflege eines anderen Volkstums vereinen zu können, in einem verhängnisvollen Vrrtum sind. Hier gibt es, nach dem allein entscheidenden Empfinden des deutschen Volkes, nur ein Entweder-Oder. Die Sporte Zionismus, die in Basel die Oberhand behalten hat, mag vielleicht das Produkt des Rassenantisemitismus sein, aber sie gibt diesem zugleich die wirksamsten Waffen in die Hand. Und un Interesse des Ausgleichs tief bedauerlicher Gegensätze ist es dringend zu wünschen, daß diese Irrlehre wieder verschwinde, wie sie gekommen. Per Krieg. Vom Kriegsschauplätze. Petersburg, 7. Aug. (Peter sb. Telegr.-Ag.) General - Liu e witsch telegraphiert unter dem 4. d. M.: Iw bet' Gegend von Hcülungchen näherte sich am 2. d. M. eine rufjV Abteilung dem Dorfe Nanschanschense und dem fünf Wersts nördlich davon gelegenen Dorfe Suisuluschuan. Als die Abteilung in die Nähe der beiden Dörfer gelangte, wurde:' sie von dem Feuer der japanischen Vorposten empfangen. Gegen 1 Uhr nachmittags jedoch zogen sich die Feinde auf die Anhöhen zurück. Die Russen zwangen sie, ihre ganze Frontstellung zu räumen und sich auf rückwärtige, stark befestigte Positionen zurückzuziehen. Am 3. d. M. setzten die russischen Truppen die Offensive fort. Die Versuche der Japaner, den linken russischen Flügel zu umgehen, tourben durch die russische Artitterie vereitelt. Nachdem die russische Abteilung das verfolgte Ziel erreicht hatte, zog sie sich ohne Verluste zurück. Der Feind ergriff hierauf seinerseits die O f f e n - sive, ging jedoch wegen des heftigen Feuers schnell wieder zurück. Am 2. o. M. näherte sich eine russische Abteilung dem Dorfe Langunscheuse, 18 Werst südlich von Taugus, und vertrieb die Japaner aus ihren dortigen Stellungen. London, 7. Aug. „Dailsh Telegraph" läßt sich aus Tokio vom 6. d. M. telegraphieren: Trotz der prahlerischen: Depeschen Linewitsch's ist die Lage der r u s s i s ch e n Armes in der Mandschurei nicht beneidenswert. Diese Tatsache werde sich bald offenbaren. Die jetzige japanische Umklammerungsbewegung ist drei- oder viermalgrößer alsdiebei Mu Eben. Die Nachhut Linewitsch's, sowie seine Flanke gegen Wlabiwostok sind bedroht. Tokio, 7. Aug. (Reuter.) Der „Bayan" soll ungefähr, am 15. August nach Japan geschleppt werden, die „Poltawa" und der „Peresvjet" sollen eine Woche später unter eigenem! Dampf folgen. — Es heißt, die Russen legten starke Befestigungen an der Mündung des Amur an. Eine gemischte Division würde von Chabarowsk und Nikolajewsk geschickt, um die Besatzung der dort gelegenen Orte zu verstärken. Es verlautet, daß in den Mündungslaufen des Amur Minen lägen. Kombattanten der letzten Seeschlacht. Berlin, 7. Aug. Am Samstag abend trafen in Berlin aus Bremen 18 russische Marineoffiziere ein, die in der Seeschlacht bei Tsuschima von den Japanern gefangen genommen worden waren und dem Geschwader Roschdjest- wenskis angehörten. In der Gefangenschaft wurden sie von den Japanern sehr human behandelt und schließlich auf ihr Ehrenwort, sich nicht mehr am Kriege zu beteiligen, freigelassen. Ueber die Details der Seeschlacht und über ihr Leben in der Gefangenschaft verweigerten btei Offiziere jegliche Auskunft. Gestern abend reisten sie naM Petersburg. Gerüchte vor der Friedenskonferenz. L o n d o n, 7. 'August. Wie der Korrespondent der „Mor- ning Post' aus Portsmouth meldet, sollen die Zwecke, die Japan durch die Friedenskonferenz erstrebt, folgende sein: Japan suche ein größeres japanisches Reich zu gründen, dessen Mittelpunkt das japanische Meer sein soll. Ferner suche Japan auf dem Festlands den Besitz des Küstenstriches su erlangen, der an das japanische Meer grenzt, sodaß oas japanische Meer in der Tat eine von Japan kontrollierte Durchgangsstraße wäre. Durch das Protektorat über Korea würde Japan auch die Koreastraße beherrschen. Ferner erstrebe Japan den Besitz der Insel Sachalin in der Hoffnung, nicht nur die Herrschaft über einen Teil der m and schu- ris chen Küste zu erlangen, sondern auch Rußland end- giltig aus der Mandschurei zu verdrängen uno an Rußlands Stelle als Sachwalter der chinesischen Regierung aufzutreten. Japan würde sich jedoch wieder zurückziehen, sobald China sich wieder fähig zeige, selbst geordnete Zustände aufrecht zu erhalten. Rußland soll schließlich noch, gezwungen werden, an Japan einen an die See grenzenden Teil von Sibirien ab zu treten. Die amerikanische Negierung, die bezüglich dieser neuen japanischen Monroe- Doktrin sondiert worden sei, habe stillschweigend ihre Zustimmung gegeben. Russische Neuigkeiten. Die Sitzungen in Peterhof zur Beratung beS Dusi)ginschen Projektes einer Volksvertretung sind beendet. Der Entwurf ist in seiner veränderten Fassung angenommen. Alle Vorbereitungen sind in der Reichsdruckerei getroffen, ihn am 12. August, dem Geburtstage des Thronfolgers, der Oeffeutlichkeit zu übergeben. Aus dem Projekt ausgeschlossen sind die Preß- und Versammlung - freiheit, die Unantastbarkeit der Person und An-, deres, kurz die Punkte, worauf, man die meiste Hoffnung gesetzt hatte. Die Einberufung der Volksvertretung soll im Herbst erfolgen. Der Minister des Innern ordnete eine Untersuchung betreffend die unrechtmäßige Einberufung des Semstwo- kongresses an. Die Polizei entdeckte ein Versteck mit zahlreichen revolutionären Proklamationen und eine Geheimdruckerei. Doch verlautet, daß der nächste Kongreß aller Wahrscheinlichkeit nach gestattet werden wird, zumal der Zar selbst den Zusammentritt deS Kongresses gegen daS Verbot der Regierung durchaus nicht als einen regierungsfeindlichen Akt aufgefaßt hat. Ter Genbarmerieleutnant Mlchailowski in Seblez in Russisch-Polen wurde von einem unbekannten, als Arbeiter gekleideten Manne zu Boden geworfen und durch einen Revolverschuß getötet Der 'Attentäter entfloh. Es wird angenommen, daß an Michailowski ein Urteil Der polnischen revolutionären Partei vollzogen wurde. Des Täters konnte man bisher nickt habhaft worden. Einem Telegramm aus Opatow im ©ouoernement - Radom zufolge drangen 40 bewaffnete Männer in das Post- l amt ein, töteten drei Wächter und raubten 20000 Rubel. wie du Also auch in Heuchelheim werden Jntriguen gesponnen, wenn auch mit schlechter Orthographie. •• Gin Goldstuck an8 der vierten Dimension. Einer unserer Muscnsöhne, der am ersten jeden Monats nicht über Ueberflus; an Geld zu klagen hat, fand eines Abends, als er in einer Gesellschaft von Kommilitonen sich befand, eine Doppclkrone in seiner linken Rocktasche. Freudig erstaunt Alis Aiaöt und Land. Gießen, 8. August 1905. ♦ ♦ Doktorjubiläum. Am 4. d. Mts. feierte in Friedberg der Prakt. Arzt, Dr. Wilhelm Görtz, sein 50jährigeS Doktorjubiläum. Die LaudeSuuiversität, in der er promovierte, erneute ihm das Doktordiplom. • • Prof. Dr. Popper t, Direktor der chirurgischen Klinik, wird, wie wir erfahren, einen Urlaub vom 10. August bis 4. September antreten. * * Durch Feuer schwer verletzt. Ein großes Unglück ereignete sich gestern vormittag in einem Hause der Walltorstraße. Die Ehefrau des dort wohnhaften Sergeanten Post hatte in der Küche ihre Lampe gereinigt und dann Petroleum zugegossen. Der Küchentisch auf dem die Lampe stand, befand sich neben dem geheizten Herd. Ob die Frau die Petroleumkanne and Versehen auf den Herd gestellt, oder diesem mit der Kanne sonst zu nahe gekommen ist, war nicht sicher festzustellcn, kurz, plötzlich explodierte die Petroleumkanne und im gleichen Moment standen die Kleider der Frau in Flammen. Sie eilte, laut um Hilfe rufend, die Treppe hinab, zu den Mitbewohnern und auf die Straße. Straßenpassanten erstickten die Flammen. hier eine Postkarte zugestellt mit folgendem Inhalt: „Du griechst doch die M. Lina nicht, bu deffst dich stelle Die Schwerverletzte wurde in die Klinik gebracht; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. — Wie uns mitgeteilt wird, hat nicht nur die bedauernswerte Frau, nachdem ihre Kleider in Brand geraten waren, kopflos gehandelt — dies ist ja einigermaßen erklärlich — sondern die Leute, zu denen sie in ihrer Angst zuerst geeilt war, haben sich gleichfalls höchst unbesonnen, ja, sogar nachlässig und herzlos benommen. Ein Teppich oder etwa eine Bettdecke hätte ohne Besinnen herbeigeschafft werden müssen, um die Flammen zu ersticken, wenn der betreffende Gegenstand auch dabei zu Grunde gegangen wäre. So hat ein Lederschnrz, der zufällig auf der Straße zur Hand war, das Nettungswerk versucht; leider war es zu spät. Wie wir hören, hat nach dem Vorfall gestern die schwerverletzte 24jährige Frau ein Kind zur Welt gebracht. Heute geht es ihr ein wenig besser, doch ist ihr Zustand sehr bedenklich. ** Bahn baut en in Hessen. Das Großh. Ministerium hat lt. Regierungsblatt der Kgl. preußischen und der Großh. hessischen Eisenbahndirektion in Mainz die Erlaubnis erteilt, Vermessungen zu Eisenbahnzwecken in den Gemarkungen Ebers.adt bei Darmstadt, Griesheim, Weiterstadt und Arheilgen aussühren zu lassen. Ferner Hal das Ministerium dem Komitee tür die Erbauung einer uormol- svurigen Nebenbahn von Homburg v. d. H. nach Vilbel die Erlaubnis erteilt, Vermessungen und Vorarbeiten für die Erbauung einer normalspurigen Nebenbahn von Vilbel über Massenheim, Nieder-Erlenbach und Ober-Erlenbach nach Homburg v. d. H. innerhalb des hessischen Staatsgebietes ausführen zu lassen. * * Pferd und . ,i, u Gestern nachmittag führte ein Knecht zwei ausgespannte Pferde die Licherstraße hinunter, wobei er mit den Tieren von einem Radfahrer überholt wurde, der rechts statt links vorbeifuhr. Die Pferde scheuten und schlugen aus. Das Handpserd schlug das Rad in Stücke, während das Sattelpferd durch Hochspringen den Knecht am Bem verletzte. • * Der Nennkampf „um das goldene Rad von Gießen" hat am Sonntag auf dem Sportplatz an der Hardt dasselbe Bild wie bei den früheren diesjährigen Nennen hervorgerufen. Der Besuch war aber mäßiger als das letzte Mal. Drescher-Mainz gewann das sogenannte goldene Nad und einen Lorbeerkranz. * * Der Gardeverein-Gießen unternahm am Sonntag einen Ausflug mit Hindernissen. Die Fahrt mit der Biebertalbahn ging anfangs im gewohnten Tempo, aber, so schreibt man uns, mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten, in Rodheim bekam die Maschine einen Nohrdefckt. Alles mußte ausstcigen, und das Eintreffen einer Neservemaschinc von Gießen abwarteu. Man vergnügte sich die Stunden einfach dadurch, daß man vor dem Bahnhof einstweilen ein Tänzchen inszenierte. Die hiesige Feuerwehrkapelle spielte fleißig ihre munteren Weisen. Nachdem die Neservemaschine eingetroffen war, setzte sich der Zug unter Hurrahrufen in Bewegüng und traf mit ca. 1 Stunde Verspätung in Bieber ein. Von da ging es über Hof Hainau nach dem reizenden Plätzchen an der dicken Eiche, wo sich bald ein fröhliches Treiben entwickelte. Der Festwirt Schlierbach hatte für allerlei Erfrischungen gesorgt und bald stellte sich die beste Laune ein. Der 2. Vorsitzende des Vereins brachte ein dreifaches Hurrah auf Se. Majestät aus, was mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Sodann wurde dem ersten Vorsitzenden Grünig von den Damen des Vereins eine kostbare, selbstgefertigte Schleife mit den Nationalfarben nebst einer silbernen Schnalle für feine großen Verdienste gestiftet. Unter den Klängen der Musik und des Gesanges, dieser ausgeführt von der Gesangsabteilung des Gardevereins, entschwanden die wenigen Stunden leider zu früh. Die Festteilnehmer kehrten unter der Führung ihres Dergnügungsvorsitzeuden mit dem letzten Zug des Biebertal-Bahnhofs hierher zurück, um sich dann unter dem Vorantritt der Musik nach dem Vereinslokal zu begeben. • * Honigverkaufsgenossenschaft. Am 4. d. M. versammelte sich im Karlshof eine Anzahl oberhessischer Bienenzüchter zur Gründung einer Honigverkaufsqenossenschast, c. G. m. b. H. Die Anwesenheit des Geschäftsführers des rheinhessischen Vereins und des Verbandsrevisors Lehr war dem Zustandekommen der Genossenschaft besonders förderlich. Lehrer Buß begrüßte die Erschienenen und legte den Stand • der Sache, die auf der letzten Generalversammlung des ober- hessischen BienenzüchteroereinS angeregt wurde, vor. Es wurde sodann in die Beratung der Satzungen eingetreten und der Verein konstituiert. Der Sitz der Genossenschaft ist Berstadt, Zweck des Unternehmens die besiere, gemeinschaftliche Verwertung garantiert reinen Bienenhonigs. Bereits 60 Imker haben ihren Beitritt schriftlich erklärt. •• Massenvergiftung in König i. O. Wie uns aus Darmstadt drahtlich berichtet wird, ist in einem Pensionat zu König i. O. eine Massenvergiftung vermutlich infolge des Genuffes eines Puddings vorgekommen. Der Untersuchungsrichter hat sich von Darmstadt dorthin begeben. Die Erkrankungen sollen nicht schwerer 9(rt sein. ** Vereinstrauer. Ein Gesangverein hatte, so wird uns von auswärts mitgeteilt, bei einem Gesangswettstreit auf den erhofften Preis wegen mangelhaften Singens verzichten müffen. Ein Mitglied schob die Schuld auf den Dirigenten. Als dieser mit einem Glase Bier seinen Unmut hinuntergespült hatte, nahm er seinem Schirm, um den Heimweg anzutreten. Als er gleich seinen Parapluie wegen des strömenden Regens öffnen wollte und ihm dies nicht gelang, erschallte ein mächtiges Lachen aus den Reihen der Sänger, denn ein Vereinsmitglied halte den Schirm des Dirigenten mit einem Trauerflor umhüllt. " „Die Weibsleut' von der Rotte Korah." AuS Heuchelheim schreibt man uns: .Einem Herrn wurde willst. Hochachtend zeigned sich die Weibsleut von der Rotte Gora. L. R. M. M. L. G. W. W. E. St/ In Brest Litowsk in Russisch-Littauen überfielen ' vnchrere vor kurzem entlassene Sträflinge eine Militär-Pa- ' trmitne und verwundeten durch Dolchstiche den Unteroffizier, । einen Soldaten und einen Passanten tödlich. Die Verbrecher wurden verhaftet. In der seit einigen Monaten in Petersburg abgeyat- tenen Naphtha-Konferenz, die am 7. d M. ge- , schlossen wurde, wurde u. a. die Ergreifung lOlgenber Matzregeln zur Beseitigung der gegenwärtigen Krisis für no^ wendig erachtet: nämlich flüssiges Brennmaterial womognch durch Kohle zu ersetzen und die Einfuhr ausländischen Naphthas zu gestatten. Die Frage betreffs der Vergrößerung der Naphtha-Gewinnungsfläche soll der im September statt- ftndenden Konferenz der Naphtha-Industriellen unterbreitet Zn Helsingfors versammelten sich 20 00 0 Arbeiter und Mitglieder der gebildeten Stände zu einer gemeinsamen Kundgebung gegen die Guifufyrung der kriegsgerichtlichen Aburteilung politischer Verbrecher. Von sechs Rednertribünen aus wurden Ansprachen in schwedischer und finnischer Sprache gehalten, die gegen die Aburteilung des Arbeiters Proleope, des Mörders des Gendarmerieobersten in Wiborg, ferner gegen den stellvertretenden Gouverneur Neinbot, den Polizeimeister Andrey ow und den Polizeikommissar Pawlutzki gerichtet waren. Die Versammrung forderte die sofortige Verhaftung Andressows und Pawlutzkis, welche unter Mitwirkung des Gouverneurs Neinbot am 29. Januar Unruhen ins Werk gesetzt hätten; ferner die sofortige Entlassung aller höheren Beamten, welche die Ausführung des Urteils des Helsingforser RatgerichteS hintertrieben hätten, demzufolge Andressow und Pawlutzki sofort zu verhaften waren, endlich die sofortige Beseitigung der russischen Gendarmerie in Finnland: ferner forderte die Versammlung die alsbaldige Aufhebung der seinerzeit angeführten Diktatur, sowie der Z e n f u r, Wiederherstellung der früheren Preßfreiheit und schließlich, da sich der jetzige Landtag als ohnmächtig und zu schwach erwiesen hätte, die Einberufung eines außerordentlichen Landtages, welcher die Frage der Einführung des allgemeinen Wahlrechts beraten sollte, wodurch allein die Rechte der Burger gewahrt werden würden. Die Polizei ließ die Demonstranten gewähren, welche ruhig auseinander gingen, nachdem sie diese Resolution gefaßt hatten. Aundesfcst der obcrhisfischen Landwirte. (Schluß.) K. Alsfeld, 8. August. Das Thema des Landtagsabg. Hirschel-Friedberg hieß: „Mehr Genossenschaftsgeist, mehr Bunde streue". Hirschel führte folgendes aus: Ein Sprichwort sagt: „Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt", man kann es aber auch in der Form sagen, „Hat der Bauer Geld, so wird er von allen Seiten übervorteilt". Unser Zwischenhandel ist eine Schmarotzerpflanze, die an allen Ständen klebt und alle zu überfordern sucht. Wir können unS dagegen nur durch das Genossenschaftswesen schützen, darum müssen wir uns zufammenschließen. Auch hier haben sich die Landwirte zusammcngetan und eine Kornhausgenossenschast mit dem Sitze in Alsfeld gegründet, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens überraschende Erfolge errungen hat. Sie wird von tüchtigen Männern geleitet, die an der Spitze des Bundes in Hessen stehen. An der Gmoftenschaftsbewegung in Deutschland hat die Landwirtschaft den größten Anteil unter allen Berufsständen: im Jahre 1904 zählte man 18 309 landwirtschaftliche Genossenschaften, davon waren 12 438 Spar- und Darlehn s- kassen, 2700 Molkereien, 1729 Bezugs- und 1356 sonstige Genossenschaften. Der Bauer muß auf sich "selbst vertrauen und das Wohl seines Standes im Auge haben. IV2 Millionen deutsche Bauern find bereits genossenschaftlich organisiert, 3 Millionen find es leider noch nicht. Der genossenschaftliche Geist muß noch zunehmen. Auch dem Bund der Landwirte gegenüber muß Treue betrieben, er ist ein Machtfaktor geworden und zahlt jetzt lUAN- halb Deutschlands 200 000 Mitglieder. Es ist nicht genug Mitglied zu sein, man muß auch mitwirken an den hohen Zielen und Aufgaben des Bundes. Das Hesfenvvlk ist ein größtenteils landwirtschafttreibendes Volk und noch ein kräftiger Stamm Die Großstadt dagegen ist der Komposthaufe aus dem aller Unrat der Welt sich aufhauft. Hirschel endete mit einem Hoch auf das Hessenvolk. Köhl er-Langsdorf sprach, wie schon kurz berichtet wurde, über seine Tätigkeit im Landtage und die Bereinigung des hessischen Bauernbundes mit dem Bunde der Landwirte. Er führte aus: Heute sind es 15 Iahte, daß ich als erster Vertreter des hessi- 'd-r in ^Tweseuheit der Eltern vermittels eines Sviritnskockers Milch wärmen. Plötzlich explodierte das Gefäß und der brennende Sviritns ergoß sich über die Kleider des kleinen Knaben, sodaß dieser bei lebendigem Leibe verbrannte. — Im LandkrankeirhauS in Hanau v e r- giftete s i ch die 29 Jahre alte Ehefrau des Landwirts Schmidt ans Waldensberg l.Kreis Gelnhausen) mit Zuckersäure, die sie sich in einem unbewachten Moment '-'t verschaffen gewußt hatte. Die Fran war gemütsleidend. — Bestätigt wurde der vom Fürsten zu Solms-Lich auf die crlediqte 3. Lehrerstelle an her Gemeindcschnle zu Lieh präsentiert^ Schullehrer Erb zu Oberbessingen für diese Stelle. — In Wallertheim bat der Arbüt-r Frick im Streite seinen Vater erschlagen und sich dann erhängt. Kirche und Schule. Rom, 7. Aug. *5>r „Dsß'rvatore Romano" veröffentlicht einen Brief des Papstes, d"n dieser an die Führer der sozialen katholischen Propaganda in Italien gerichtet bat. Er bedauert darin,, daß die vorige Encvclika falsch ausgelegt worden sei bezüglich der Aufhebung des „Ron erpedit". Der Papst sagt, wenn er auch zugeben wolle, daß durch besondere Fälle Ausnahmen notwendig würden, wolle er doch nicht von der glorreichen Ueberli-'feruna her Vergangenheit abwticken und auf die Rechte der Kirche und die Rückgabe der dem p ä v st l i ch c n Stuhle entzogenen Gebietsteile verzichten. Der Pavß spricht seine Freude aus. daß die Katholiken seine Ratschläge beckttjch d'r so'-glen Organisation befolgt haben und ermähnt darin weiter fortzufabren. Kin ßrsenöahnungtÄck Heute nacht erhielten wir folgendes, um 1.40 Uhr aufgegebenes Telegramm: Spremberg, 8. Aug. Der Schnellzug 113 stieß mit dem Nachtzna 112 zwischen Spremberg und Schliefe zusammen. Zwei Maschinen, vier Packwagen und fünf Personenwagen entgleisten und sind größtenteils zertrümmert. 15 bis 20 Menschen sind tot, fünf schwer verletzt. Heute wird noch folgendes aus Spremberg gemeldet: Beide Lokomotiven liegen zertrümmert neben dein Bahndamm. Die erstell beiden Wagen des Berliner Zuges sind vollständig in- einandergcsahren. S ä m t l i cb e Passagiere sind ent- weder schiver verletzt oder tot. Sieben Leichen sind geborgen, sechs Schwerverletzte wurden inittels Krankenzuges nach Kottbus übcrgekl'lhrt- An der Freileanng der noch zwischen den Trümmern liegenden Toten eines Waaens erster und zweiter Klasse ist die Turnerfeuerwehr besckäst'gt. Die Zahl der Toten ist noch nicht fcstgestellt, soll aber 2 0 betragen. Von Spremberg wurden vier Aerzte an die Unalücksstelle entsandt. VerrnrHehtes. Berlin, 7. Aug. In einem Hotel am Schiffbauer Damm haben sich ein Herr und eine Dame aus Hannover vergiftet. * K l e i n e T-a g e s ch r o n i k. In Herzogenrath lRhcin- land't stürzte b"i Schluß her Schickt auf der Grube „Vaccard" die Förde r schale, auf welcher zur Belastung elf Arbeiter aur Anwein'ug P-ou nwmmen halten, in die Tiefe. Von den auf der Schale befindlichen Leuten suchten sich zwei zu „retten, sie kamen mit leisten Verlegungen davon, von den übrigen sind Pier tot, die anderen durchweg schwer verlebt. — Bei Swinem ü nde kenterte ein Boot, in dem sich zwei Matrosen von der Tackt .,H o h e n ». o ll e r n" und woei Zivilisten befanden. Einer d-r Zivilißen. ein Herr a"s Stettin, ist ertrunken. — In Prag überfiel ein Bursche, dessen Persönlichkeit noch nickt festgestellt ck, den Wäckter des Gewerbemuseums, übern''ckligt? ihn nach hartem Kampf und t ö t e t e ihn, worauf er bi? Schreine mit wertvollem Jnhast erbrach und sich schließlich erf’^nAfc da er h"i An?wea v"rsverrt fand. FiniversiLäts-AaHrichLen. — Ter Professor her Pfackittrie in Graz, Dr. Gabriel Anton fi't -bin- nn s:- y- •hnrfb'b r f p anaenommen. KerichtslaaL. — Die zweite Glogauer Strafkammer hat den Antrag d's Grafen Peckler auf -Haftentlassung gegen die S^ellnpa einer Kaution aboelehnt Paris, 5. Aug. Der Für st e r Roy in Limoges, der durch Schüsse zwei Personen verwundete, wurde zum Tode verurteilt. Landwirtschaft. Danzig, 6. Aug. Die hier tagende Versammlung des Seutsch en bienen wirtschaftlich'enZentralverei ns bestimmte als Ort der nächsten Versammlung im Jahre 1907 Frankfurt a. M. Kandck urb •Jlrrfi«* r. Vo!'^wirtschaft. Anfangs- u. Schlußkurse. Ccft. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Tendenz Berliner Börse bont 7. August 1005. (Mitgetcilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Tiskont 2 Prozent. . . 210.75 211.30 . . 243.00 242.87 . . 146.10 145.75 . . 248.70 248.75 . 220.90 : Ziemlich fest. 220.87 Erz-Kuxe. F e r n i e. Angebot 4025, Nachfrage 3975. Ausbeuten und Zubußen 1903: 225: 1904: 300. Getreideberichte der Vereinigten Staaten. Nach „Cincinatti Price Current" dürfte sich der Ertrag des Winterweizens auf derselben Höhe halten wie in früheren Berichten angegeben wurde. Die Maiernte dürste zu. einer Rekordernte werden. Der Gesamtertrag der Getreideernte im Durchschnitt wird auf ungefähr 12—18 Prozent über dem der letzten fünf Jahre sein. . . r , Direkter Dampf schiffabrts verkehr zwischen Japan und Argentinien. Wie wir einem Hamburger Blatte entnehmen, soll ein solcher Damvsschiffahrtsverkehr in nächster Zeit eröisnet werden. Japan beabsichtigt cim beträchtliche Menge Getreide aus Argentinien einzuführeu, weil sich m Japan der Konsum von Weizenbrot immer mehr einbürgert. Dre Regierung wünscht, den Reis als Nahrungsmittel zwar nicht gairz zu beseitigen, aber doch danebrn Weizenbrot zur Verpflegung der Truppen zu verwenden. Es eröffnet sich dadurch für argentinisches Getreide ein neues Absatzgebiet. Märkte. X Schotten, 7. Aua. Der heutige Hauptmarkttag des Schottener Sommermarktes zeigte gegen dos Vorjahr einen bedeutend größeren Auftrieb und ein recht lebhaftes 6leschäfl. Es waren am Markttage 1846 Stück Rindvieh (1904: 1629) und 248 Pferde und Fohlen (194). Der Verkauf war ein äußerst lebhafter, es dürfte Mes, was tatsächlich verkäuflich 'war, ab- gesctzt worden sein, bei recht guten Preisen. Die Vogelsberger Bauern liefern in den letzten Jahren fast durchweg schönes Simmentaler Vieh, das rasch Liebhaber findet. Die Vogelsberger Rasse steht leider im Hintergrund. Erfreulich ist der Fortschritt, der in der Pferdezucht zu verzeichnen ist. — Wenn der Schottener Sommermarkt als einer der größten Biehnn'irkte Mitteldeutschlands gilt, so erscheint es als eine absolute Notwendigkeit, daß für die V a h n b e f ö r d c r n n g des Viehes größere Erle ichterung am hiesigen Bahnhof geschaffen wird, andernfalls dürfte der Markt aus diesem Grunde Einbuße erleiden. Heute z. B. staute sich der Antrieb an der Bahn infolge Wagen- manaels derart, daß Lebensgefahr vorhanden war. Vier bis fünf Stunden am Bahnbof auf Gelegenheit zum Einladen warten zu müssen, ist wahrlich kein Vergnügen, es konnte auch nicht ausbl-'iben, daß auf das stürmische Verlangen der Handelsleute nach Waacn die Nervosität der B^hnbeamten ihren Höhepunkt erreichte, sodaß an ein glattes Abwickeln der Verladung nicht zu denken war. Wir wollen feine Vorschriften machen, aber Mhilfe ist in verschiedener Hinsicht dringend nötig, wenn verhindert werden soll, daß die vielen Olroßhändlcr aus Nord und Süd unserm Markt fernbleiben. Plak für die Legung weiterer Geleise ist ja doch vorhanden. — Der morgige zweite Markttag (hauptsächlich Schweinemarkt) dürfte auch lebhaft werden, jedoch haben Händler das Fettvieh aus der Umgegend fast vöflig angekauft. Lobend zu erwähnen ist, daß der heutige Auftrieb bereits nm i-7 llbr b-end-t war Sport. B a st o g n e (Ardennen), 7. Aug. Bei dem heutigen Ardennen- Automobilrennen, traf als erster der Fahrer Hem er y ein, nachdem er die fünf Runden in 15 Stunden 58 Mm. 324Sek. zurückaelegt hatte. Hemery schlägt damit nickt nur den Rekord von 600 km, sondern auch den von 120 und den von 100 km. 120 km leate er in 5 Stunden 44 Min. zurück, 100 km in 5 Std. 7 Min. 3 Sek. I e n a ß y , mecker einen Mercedes-Wagen fuhr, erlitt einen Reifenbruch; er gebrauchte infolgedessen 2 Std. 15 Min. für die letzte Runde. Die Rennen verliefen ohne erheblicken Zwischenfall. Es waren 14 Teilnehmer vertreten, darunter die Hauptwagen der französischen Firmen, der deutschen Merccdes- wagen und der italienischen Jtaliawagen. Auch der Führer erlitt einen Unfall, indem sein Automobil umftürgte. Er selbst wurde aber nicht verletzt. Familren-Nachrichten. Gestorben: Herr Ruben Wol' in Darmstadt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 9. August 1905: Wolkig, wärmer, vielfach Gewitterregen. Näheres durch die Eleßener Wetterkarte. IDod rntliMWifrlMt brr ssedksMk in dtt Keßen 15. Woche. Vom 9. April bis 15. Avril 1905. Einwohnerzahl: anaenommen zu 23 000 linkt. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 37,14 nach Abzug von 8 Ortsfremden: 22,28 °/ro. Kinder An m.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebenswahr: 2.- -15. Jahr Tnvbus 1 (1) — — KD Lungentuberkulose 3 3 —— Blutvergiftung 2 (2) i m — 1(1) Darmeinklemmung 3(2) 3 (2) —- —— Lungenentzündung 3 (2) 3 (2) —- — Gebirnleiden 2(1) 2(1) —— Krämpfen 1 — — 1 Rofe 1 1 —- —— Lebensfckwäche 2 •— 2 — Herzfehler 2 2 —' — Summa: 20 (8) 15 (6) 2 3 (2) (rrnstmal-DrMmttdunqen. Essen a. Ruhr, 8. Aug. Heute traten bei 16 Bauunternehmern auf Beschluß der Streikleitung sämtliche Arbeiter in den Aus st and. Bisher sind im Industriebezirk nach Angabe der Sechserkommission 11823 Arbeiter aus gesperrt. Breslau, 8. Aug. Aus Warschau wird gemeldet: Mehrere Pflasterer töteten einen streikenden Arbeiter, der von ihnen eine Unterstützung forderte und baraitf eine Arbeiterfrau zu erdolchen drohte. Er hatte sich auf der Flucht in dem evangelischen Seminargebäude versteckt, wo er auf dem Korridor durch Arthiebe erschlagen wlirde. Thorn, 8. Aug. Beim Regiments-Ererzieren des 176. Infanterie-Regiments wurden sechs Mann vom Hitz schlag getroffen und ein Mann infolge Gehirnerweichung von plötzlichem Wahnsinn befallen. Spremberg, 8 Aug. Zu dem Eisenbahnunglück wird noch gemeldet, daß von einer Familie Vater, Mutter und Sohn umkamen, während eine zwölfjährige Tochter unverletzt blieb. Unter den Getöteten befinden sich auch der Justiz rat Rockau und Familie aus Görlitz. Die Passagiere des Görlitzer Zuges kamen weit glimpflicher davon. — Amtlich wird gemeldet: Drei Zugbeamte aus Kottbus, sowie mehrere Reisende, wurden getötet. Außerdem sind fünf Personen verwundet. Ter Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Meerane, 7. Aug. Der „Meeraner Ztgck zufolge ist heute in den Betrieben des Verbandes der vogtländischen Streichgarnfärbereien die Aussperrung vollzogen worden. Portsmouth (Engl.), 8. Aug. Unter Hurrarufen einer (Troßen Menschenmenge, sowie unter dem Danner der Gefcme her englischen Flotte und her Landbatterien dampften gestern Nachmittag 18 f r a u z ö s i s ck e K ri egsschiffe unter dem Befehl des Admirals Caillard nach dem eofent. Tas Geschwader fuhr an Hunderten von Jachten, unter denen fick mich die Jacht des deutschen Kaisers befand, vorbei, sobald die Flott-- Ankl-r geworfen hatte, gmg Admiral Eaillard an Bord der Jacht d-s Königs, um diesem den offiziellen Besuch zu macken Folgende Ordensverleihungen sanden statt: Den. Admiralen Pephau, Kommandant von Brest Caillard und Bue- admiral Touchard wurde das Großkreuz, den Admiralen Leygue und Pueck das Ko mm andern kreuz, 13 französischen Kap'.tanen das Ritterkreuz des Michael Georgs-Ordens verliehen Newcastle, 8. Aug. Heber den Grund, aus dem Witte in Newport die '„Mayflower" verließ, sind zwei Versionen in Umlauf. Einmal hatte Witte erklärt, daß ihm, der stets seekrank werde, die zweite Wasserreise höchst unbehaglich scheine, dann aber hätte der hiesige Staatsgouverneur das Programm dahin geändert, daß er die Japaner zuerst begrüßen wolle, während dis Russen w ar tend d aneb en stehen würden. Auch der befehligende Admiral hatte angesragt, ob er diesem Beispiele folgend zuerst an Bord des japanischen Schiffes gehen solle. Alle diese Dinge wären in die Presse gelangt und mögen Witte bewogen haben, dem Empfang, der den Javanern den Vorzug läßt, aus dem Wege zu gehen. Die Schiffe, auf denen die Delegierten fahren, werden auf Befehl von Washington augenscheinlich unterwegs angehalten. D% Hessen .... 100.65 3'/,-L überliessen . . . 99.50 4?o Oesterr. Goldrcnte . 101.75 4' ,56 Oesterr. Silberrente . 101.25 *4% Unirar. Ooldrcnto . . 97.85 4°/r Haben. Rente , . . —.— 4 5» Porhnrieser I , . . 68.35 3° Porht(riesen. III . . 68.30 1% Unif. Türken . . . 89.15 Türkenlose......134.60 4 % Griech. Monopol.-Anl. 55.50 4'/,% äussere Argontiner . 44.85 August Offizielle Schlusskurse. 3% Mexikaner .... 68 60 41 V1/ Chinesen .... 96.55 Electric. Schackert . . . 138 70 Nordd. Lloyd . . . . 133.60 Kreditaktien . . , , 211 40 Diskonto-Komtnandii. . . 194.00 Darmstädter Bank . . . 145.90 Dresdener Bank .... 16080 Berliner Handclsges . . 170 70 Oesterr. Staatabahn . . . 144.90 Lombarden .....18.90 Gotthard bahn.....—.— Laurahütte..... 262.50 Bochum ...... 249.50 Harpener...... 220 70 Stn atschatzscheine . . . 100.95 Tendenz: fest. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Grünbergerstraße von der Wolsstraße bis Landmann« straße von heute an bis auf weiteres für den Fuhr- verkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleich st raße von der Ludwigstraße bis Stephanstraße- von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrverkeht gesp errt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die! Ludwigstraße von der Bleich- bis Goethestraße öonJ heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird dir Wolf st raße zwischen Grünberger- und Licherstraße vom heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt., Die unterm 27. Mai 1905 angeordnete Sperre des Großen Steinwegs zwischen Moltke- und Roonstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 13. Juli l. Js. angeordnete Sperre de§> Eichwegs wird hiermit aufgehoben. Die unterm 13. Juli 1905 angeordnete Sperre der Bismarckstraße zwischen Lonpstraße und Südanlage wird hiermit aufgehoben. Die unterm 20. Juli 1905 angeordnete Sperre deo Südanlage zwischen Bismarck- und Gartenstraße »L"b hiermit aufgehoben. Gießen, den 5. August 1905. Großh. Rolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Besetzung einer Schutzmannstelle. Am 1. Oktober l. Js. ist bei der unterzeichneten Behörde eine Schutzmannstelle mit einem Anfangsgehalt von 1320 Mk.,! steigend jährlich um 30 Mk. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mk. zu besetzen. Geeignete Bewerber, die während ihrer aktiven Dienstzeit beim deutschen Reichshcer oder der deutschen Marine mindestens 3 Jahre Unteroffizier gewesen sind, wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere sowie Führungszeugnisse beizuschließen sind, bis zum 1. September 1905 melden und sich vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstcllen. Gießen, den 7. August 1905. Großh. Boli- tarnt Gießen. Herberg. Vtliilüßmil m MMeitiW-Arbeiten. Die für die Wasserverforaungsanlage des DomanialhofeK Lchtffenberg, Kreis Gießen, Oberhessen, erforderlichen Arbeiten und Lieferungen und zwar: Los 1: Qnell'affnnqsarbeüen, Maschinenhäuschen und Behälter (20 und 14 cbm), Los 2: Röhrengräben, Rohrlieserringen, Verlegung?- und Jn- stallationsarbeiten, fallen unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 durch fchriftl. Angebot vergeben werden. Von der unterzeichneten Behörde, bei welcher Pläne und Bedingungen zur Einstcht offen liegen, sind die Angebotsvordrucke. gegen ganz freie Einsendung von 1 Mark in bar vom 10. d. Mts. ab zu beziehen. ?Ingebote sind unter Benutzung der Vordrucke versckl. und mit entfvrechender Aufschrift versehen, aus der auch die Los-Nr. ersichtlich ist, bis Montag, den 21. August 190.5, vormittags 12 Nhr auf unserem Bureau: Frankfurterstraße 29. einzureichen. Eröffnung in Ofegenivart der Bieter. Freie Auswahl bleibt vor behalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 5. August 1905. B8/e Großh. Kulturinspektion Gießen. W'ßmann. Neustadt 55, H. 05246] ViBBa 2 Zimmer Ailanz am 31. Januar 1905 lhv’/i 5 Zimmer Vertreter ,m Hause Großer Steinweg 26 Ludwig Wagner. 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Außerdem ein «lavier, Bon Freitag. deu LL August an befindet sich dasselbe clnc @ei unb vieles Andere. Neueu-Bäue 22. ~ ~ " Gießen, den 4, August 1905. Großherzogliu-e Bürgermeisterei Gießen. f*'- Mecum. vermieten. Stephanstr. 17, Nbh. gesucht. Gg. Schäfer, 05185] Schön möb.Patterrezimm. | 2llUlllll sicher Str. 9. ,05244 zu v. frankfurter Str. 29, Seilenb. 4—5-Zimuier-Wohuung, möglichst eine Treppe hoch, in der Nähe der Universität gesucht. Schriftl. Meld, mit Pretsangab. unt. 05247 an den Gieß. Anz. erb. Alleinst, ruhige Dame sucht 3—4-Zimmer-Wohuung bei bess. ruh. Leuten. Grünberger, Ludwigstr., Südanl. o. deren Nahe. Schr. Meld. >n. Preisang. bis z. 9. unt.05241 a. d. Gieß. Aiiz. erbeten. d) Immobilien e) Wertpapiere nach dem Kurs am 31. Januar 1905 2. Kassenvorrat 3. Unerjetzte Vorlagen 4. Ausstände 5. Mobilien Gießen, am 7. August 1905. Actien-Brauerei Gießen. Wegzugöyalder versteigere ich Freitag, den 11. 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