Freitag 7. Juli 1905 Erstes Blatt. nVitc 155. Jahrgang die Stellung genommen, wobei ein Bataillon i et* panischer Infanterie vernichtet wurde. Die Japaner zogen sich zurück und wurden verfolgt. Als sie Verstärkungen erkalten hatten, wurde der .stumpf wieder ausgenommen, ohne daß die Japaner einen Vorteil errangen. Unsere Mteiluug schlug alle Angriffe ab und hielt die Stellung bis zum Abend, wo sie auf Befehl zuriickging. Die Japaner erlitten sehr hohe Verluste. Wir erbeuteten viel Munition und hatten viele Schwerverwundete, ein Zeichen dafür, daß die Japaner Dumdumgeschosse gebrauchen. Kämpfe in Korea. Man meldet aus Korea, daß am Süddefilee bei C h a k h a tt die russischen Wteilungen mit Gewehr- und Artillcriefeuer empfangen wurden. Ein japanisches Bataillon ging zum Angriff über. . „ , „Rußki Invalid" berichtet aus Korea: Bei P u r j e n g findet eine Schlacht statt. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß mit Muratgewekren bewaffnete Reservetruppen der Japaner im Gefecht sind. Me chriftziiiderBuch. iponüenz erfahren, Juli oder |päieü -gement. Lchriich i. d.lÄich.Anz. erb. Hessischer Landtag. Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 6. Juli. Nach Eröffnung der Sitzung um 9’/2 Uhr erledigt die Kammer zunächst einige zur vorläufigen Beratung im Plenum gestellte Einträge der Abgg. Leun und Köhler. Die Vorstellung der Gefangenenaufseher von Mainz, Darmstadt und Gießen um Gewährung von Wohnungsvergütung soll ohne Ausschußberatung im Kammerplenum verhandelt werden. Zur Beratung kommt nunmehr der Antrag Ulrich und Genossen, betreffend die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen. Der vierte Ausschuß hat sich wiederholt mit der 9(n* gclegenheit beschäftigt und einen höchst seltsamen Jnitiativ- Gesetzentwurf in Vorschlag gebracht, nach welchem bekanntlich das jetzige System der Amtsoerkündigungsblätter aufgehoben und an Stelle derselben für jeden Kreis auf Staatskosten ein amtliches Verkündigungsorgan geschaffen werden soll, das keinerlei redaktionellen Text enthalten und allen Blättern als Beilage überlassen werden soll, deren Verleger sich auf 5 Jahre gegen Zahlung der Druckkosten zum Bezug dieses Verkündigungsorgans verpflichten. Abg. Adelung beanstandet die Zahlen, welche die Regierung durch die Kreisämter über die Höhe der Kosten fest- stellen ließ, die durch den ooni Ausschuß vorgelegten Gesetzentwurf für die Staatskasse entstehen würden. Ministerialrat Best: Man habe an die Regierung das Ansinnen gestellt, ein vollständig neues System für die Verbreitung der amtlichen Bekanntmachungen zu schaffen. Da war es für die Regierung eine Pflicht, in eine gewissenhafte Prüfung der Sache einzutreten und sich namentlich ein klares Bild darüber zu schaffen, wie sich die finanzielle Wirkung des neuen Projektes gestalten würde. Ter fetzige Modus der Verbreitung der amtlichen Anzeigen kostet fast nichts, es würden nur wenige hundert Mark an einzelne Blätter dafür bezahlt. Die Kreisämter haben mm im Auftrag der Regierung mit Unterstützung der Amtsblattverleger eine Berechnung aufgestellt, wie sich die Kostenfrage bei Durchführung des Ausschußvorschlags gestalten würde. Aus den so zusammen-' getragenen Ziffern ergab sich, daß verschiedene Kreisämten ihre Aufgabe nicht richtig auffaßten. Die Regierung habe deshalb das gesamte Material noch einmal einer gründlichen Prüfung unterzogen und es hat sich daraus ergeben, daß sich die Kosten für das neue Projekt auf ungefähr 7 5000 Mark belaufen, aber auch sonst noch viele andere Schwierigkeiten entstehen würden." Jetzt konnten die amtlichen Anzeigen regelmäßig und pünktlich in den Amtsblättern erscheinen, weil sie an jedem ge- wünschtenWochentag zur Ausnahme gelangten. In Zukunft müßte damit gewartet werden, bis eine entsprechende Anzahl amtlicher Anzeigen beisammen sei. Der Regierung würde im Falle schleuniger Bekanntmachungen gar nichts anders übrig bleiben, als in den Tagesblättern gegen entsprechende Bezahlung zu veröffentlichen, da ja das System der Amtsblätter in Wegfall kommen solle. Die Regierung glaube auch nicht, daß sich viele Zeitungen zu einem Abonnement auf diese neuen Amtsverkündiger entschließen und die großen Summen cms- bringeu helfen würden, die für das neue System erforderlich wären. (Sehr richtig! D. Red.) Die Regierung sehe sich deshalb nicht in der Lage, von ihrer ablehnenden Haltung dem Ansschußvorschlag gegenüber abzusehen. Abg. Pennrich (auf der Journalistentribüne schwer, verständlich) spricht von Mängeln, die bei dem jetzigen System zu tage getreten seien, und glaubt an vielerlei Vorzüge, bie1 angeblich der Gesetzentwurf des Ausschuffes mit sich bringen würde. Dem Ausschuß, der sich einstimmig für die neue Regelung der Sache ausgesprochen habe, sei vor allem daran gelegen, hier im Hause eine möglichst prägnante Willensmeinung über die Frage des Amtsverkündigungswesens zum Ausdruck zu bringen. Auch die im vorigen Frühjahr stattgehabte Versammlung der Zeitungsoerleger sprach sich ein^ mutig für die Form der Verbrestuua durch besondere i Felscck" bei i einen sehr au« holungsorl. ; Tages-Penswl 360g slojer Herr -3 Wochen Aust orsthaus Wald, en an 360/ irster Prass. ikarten id billigst । von-vrocliecet A if prima vbjeö M , düngen unt MW lerAnjeiger^ck i gflark öS sSmS** I-r Krieg. Die FriedenSbemlrhnngen. Der Kommissar Japans für die Friedensverhandlungen, Baron Komura, ist mit seinem Stabe am 6. d. M. vom Kaiser in Abschieds-Audienz empfangen worden. Darauf gab der Kaiser eine Frühstückstafel zu Ehren der Friedensunterhändler. Der Kaiser von Japan richtete an die Friedensbevollmächtigten eine Ansprache, die schließt: „Wenn gemäß dem versöhnlichen Geiste unseres Gegners die Feindseligkeiten zu Ende geführt werden könnten, würde nichts erfreulicher sein, als ein solcher Abschluß. Dem* gemäß gaben wir der Anregung des Prasibented Roosevelt sofort statt. Wir betrauen Sie hierdurch mit der Mission, zu unterhandeln und den Frieden abzuschließen. Sie muffen sich mit aller Hingebung ihrer Aufgabe widmen und alle Anstrengungen machen, daß die Wiederherstellung des Friedens auf dauerhafter Grundlage gesichert i|t." Kein Waffenstillstand. In Petersburg ist man überzeugt, daß ein Waffenstillstand nicht zustande kommen wird. Die japanische Regierung hat der russischen mitgeteilt, daß ein solcher Waffenstillstand mir dann ftattfindeu könne, tociut die russischen Frredensunterbandler die Vorschläge, die als Basis für i#a Friedensverhandlungen dienen, angenommen haben werden. Das Gefecht bei Sanvaitse. General Linewitsch meldet unter dem 5. Juli: Laut ergänzenden Nachrichten über das Gefecht bei Sanvaiffe begann der Kampf um 9 Uhr morgens. Eine unserer Kolonnen kam zu weit ab und erhielt den Befehl zum Anschluß an die Haupt- abteilunq, stieß dabei aber auf beträchtliche Hmdernyse, was iwn Angriff behinderte. Endlich griff die Wterlung energisch die japanische befestigte Stellung an. Um 7 Uyr abends wurde Die weiteren Meutereien. Konstantinopel, 6. Juli. Der hier im Hafen Liegende russ. große Dampfer „Imperator Nikolai", dessen Besatzung meuterte, war aus der fahrplanmäßigen Reise von Odessa nach Alexandrien begriffen. Plötzlich erhärte die Mannschaft ihrem Kapitän, daß sie gemeinsame Sache mit ihren Kameraden vvm „Knjäs Potemkin" machen wollten. Gleichzeitig wurden die Fallreeps aufgezogen und der Zutritt an Bord verboten. Der russische Botschafter Sinowjew nebst Personal der Botschaft und dem Kommandanten und den Offizieren des „Imperator Nikolai" bemühten sich, vergeblich, die meuternde Mannschaft zum Gehorsam zu bringen. Die Schiffsbesatzung Wilk den Dampfer zum Schwarzen Meer zurückführen, um zum „Potemkin" zu stoßen oder nach Odessa zu steuern und zur Revolution überzugehen. Odessa, 6. Juli. Auf dem Dampfer der russischen bonaugesellschaft „Bulgarien", der aus Ismail nach Odessa fuhr ujnd wegen der Odessaer Vorgänge nur bis Wikowo kam, wurde die Besatzung meuterisch und weigerte sich, zu arbeiten. Unter größten Schwierigkeiten kam das Schiff nach Ismail zurück, wo es zunächst verbleibt. Petersburg, 6. Juli. Hier zirkuliert das Gerücht, daß an Bord zweier in Li bau befindlichen Panzerschiffe unter den Matrosen neue Revolten ausgebrochen sind. Gleichzeitig teilt man den diesigen Blättern 611 a-ordentl. Wie ' Mu Ober» 0443? SlMe_l^ 8 MU Malt 1» »I* LchnZ. । Uhr von der Mter n> "iS»8* > D & 0«. A.-V. e.S.» »***33* W“6 • mit, daß während der letzten Unruhen in Libau 2000 Personen verwundet wurden. Riga, 6. Juli. Die rai§ dem Wen den scheu Kreise ein- berusenen Reservisten, welche per Eisenbahn ans Pskow nach Riga transportiert wurden, revoltierten unterwegs und beschlossen, sich unter keinen Umständen aus den Kriegsschauplatz schicken zu lassen. Als einer der Offiziere den revoltierenden Soldaten mit einem Revolver drohte, bemächtigte sich der Menge eine fürchterliche Wut. Die Soldaten zogen die Notbremse und als der Zug hielt, zwangen.sie alle Offiziere, den Zug zu verlassen. Der Maschinist, der mit dem Tode bedroht wurde, mußte den Zug weiterführen. Als der Zug mit roten Fahnen Igeschmuckt, auf dem Güterbahnhof Riga eintraf, demolierten pie Reservisten das Bahnhofsgebäuoe, schlugen die auf dem Bahnhof befindlichen Gendarmen nieder und schickten sich dann an, nach der Stadt zu marschieren und sie zu plündern. Die Bahnverwaltung hatte aber inzwischen telephonisch Militär erbeten und dieses traf bald ein. Während des nun folgenden Zusammenstoßes wurden 15 0 Personen v e r wu n det. Erst als Kosaken eintrafen, konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Eine Anzahl Reservisten wurde verhaftet. Die Maßnahme» gegen die Meuterer. Odessa, 6. Juli. Der „Georgi PobjedonoZzew" wurde von feinem bisherigen Ankerplatz im inneren Hafen durch die Lotsen in den Außenhafen überführt. Gleichzeitig liefen zum Schutze Odessas zwei Torpedoboote in den inneren Hafen, ein. Zwei meuterische Matrosen vom „Wecha" und ein Restaurations- besitzer wurden an Bord des „Pobjedonoszew". gebracht und verhaftet. Sodann fuhr das Schwarze Meer-Geschwader mit dem Pobjedonoszew nach Sewastopol ab. Petersburg, 6. Juli. Tas Geschwader in Sewastopol hat Befehl erhalten, eine Anzahl Offiziere und Mannschaften abzugeben, welche die Bemannung des „Pobjedonoszew" er- etzen sollen. Vier Torpedoboote erhielten den Auftrag, >en „Potemkin" in den Grund zu bohren. London, 6. Juli. Ter „Morning Leadcr" meldet au? Oixssa, daß 45 M a t r o s e n des Schlachtschiffes „P o b j e d o n o s- zew" gestern in der dortigen Otchaknw-F stung erschossen wurden, weil sie es ablehnten, den Treueid noch einmal zu schwören. 17 Personen, welche im Besitz von Bomben gefunden wurden, sind gestern aufgehängt worden. Das Stand- recht wird noch einen Monat in Kraft bleiben. Sofia, 6. Juli. Die russischen Kriegsschiffe haben Warna wieder verlassen. Arbeiterrevolte. Petersburg, G. Juli. Aus dem Hafen Nikolajew wird gemeldet: Auf der Regiernngswerft wie der Vrivatwerft wurde der General st reik proklamiert. Zwffchen den Arbeitern und dem herangezogenen Militär kam es zu heftigen Zusammenstößen, wobei es Tote sowie Verwundete gab. Durch die Explosion e i n e r B o m b e fanden vier Männer und zwei'Frauen ihren Tod. Ter Attentäter, ein Arbeiter, ist verhaftet. Infolge des Generalstreiks ist jeglicher Handel und Verkehr eingestellt worden. Patrouillen durchziehen die Straßen. Größere Unruhen werden erwartet. Jekaterinoslaw, 6. Juli. In der Umgegend herrscht vielfach voller Aufruhr. Vor allem revoltieren die Arbeiter in dem Gruben- und Fabrikz-entrum „Kaiwojrog" deS jeka- terinoslawschen Gouvernements im alexandrowschen Bezirk. Die Arbeiter zerstörten in den Kohlengruben und Eisenwerken, so auch auf dem größten, dem Brjansker Etablissement, viele Maschineneinrichtungen und zündeten die Gebäude an. Da das hiesige Militär nach Odessa abberusen war, hatten die Arbeiter freie Hand. Das Simferopolsche Infanterieregiment sowie ein halbes Regiment Dragoner wurden aus Odessa eilends zurückberufen. — Die Einwohner des alexandrowschen Bezirks, aus dem ein gwßer Teil der Matrosen des „Potemkin" stammt, scheinen ihre Solidarität mit diesen zeigen zu wollen. Auch auf den Südwestbnhn-Stationen Razdielnain und Wesolyjkut sind Unruhen ausgebrochen. Petersburg, 6. Juli. In offiziösen K'reisen sucht man dem Ausstand in den Pntilowwerken jede Bedeutung abzusprechen. Man erllärt, daß die die Werke bewachenden Truppen gar nicht mit scharfen Pattonen versehen seien. Von den 14 000 Arbeitern der Putilow-Werke seien nur 1000 ausständig. ein^ et» linj sSgb 5* «5^ & W S*.aeis ndchen Nr. 157 ©titelet ileti© außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem brssilchei, Landwirt die ©iebewer Zamilten. MSilet viermal tn der Woche beigetegt Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unweff^Buch-u. Stein- btudtrtL 8t Bange. Redaktion, GxvebMoa und Druckerei: Schulftratze 7. ftorefie für Deveschen: Vnzetger Gtetzeu, Frrnlprrchanichluß Nr bl. >eu von Druckerei ^HlberesHsssi ■ft Stemwcfl 22j igesncT fd-l-Auausl suche yrenes Mädcheu Haus in kleinen 3571 nvo Büttner, rter Sir. 143. M monaiftcbjdCi* oiwtefc Gletzener Anzeiger W w General-Anzeiger " den poltt und u jgtlii Amts- Md Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen DMS zetgenteil: Hans Beck Die heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. .1! —J.1. '.JL1 ----L.II_!1LLU?_ .....' Die Anarchie in Rntzland. Der Potemkin. Feodosia, 6. Juli. Auf Anordnung der Behörden verließen die Einwohner die Stadt. Nur die Truppen und die Beamtenschaft blieben zurück. Heute morgen näherte sich ein Boot des „Potemkin" der Küste. ES wurde durch Jnfanteriefeuer empfangen. Zwei Mann wurden getötet, sieben Mann warfen sich ins Meer, wurden aber gerettet. Das Torpedoboot, das den „Potemkin" begleitet, feuerte einen Schuß auf die Stadt. Der Panzer entfernte sich um Mittag von dem Hafen und setzte in einiger Entfernung die Kreuzfahrten fort. Der von dem Torpedoboote abgegebene Schuß ist über die Stadt hinweggeflogen. Die Stadt wurde in den Kriegszustand erklärt. London, 6. Juli. DaS Reuiersche Bureau meldet aus Odessa: Der Agent der russischen Handelsschiffahrts-Gesell- schaft erhielt die Nachricht, daß der „Potemkin" den der Gesellschaft gehörenden Dampfer „Großfürst Alexius" gestern aufgebracht habe. Der „AlexiuS" brachte Vieh von Feodosia nach Sebastopol. Als er in der Nähe von Feodosia vom „Knjäs Potemkin" angehalten wurde, wurde ihm das Vieh, Lebensrnittel und Geld abgenommen. Feodosia, 6. Juli. Der „Knjäs Potemkin" wird defehligt von einer aus sieben Personen bestehenden, gewählten Kommission, an deren Spitze der Lotse der Reserve der Kriegsmarine Alexejew steht. Die Namen der anderen sind unbekannt. Die Wachen werden ganz regelmäßig besetzt. Die Kanonen befinden sich in ausgezeichnetem Zu stand; Munition ist vollzählig vorhanden, selbst die Uebungsmunition. Die gesamte Besatzung besteht aus 7 50, die des Torpedoboots aus 15 Mann. Offiziere sind nicht an Bord. Es geht das Gerücht, daß unter den Matrosen mehrere des Dienstgrades entkleidete Fähnriche in einem Verhältnis, wie Arretierte, sich befinden. Sofia, 6. Juli. Das bulgarische Schulschiff „Nadeschda", das gestern in Varna eingetroffen ist, begegnete 30 Meilen südlich von Sebastopol dem „Knjäs Potemkin" und wechselte mit ihm Salutschüsse. Laut Aussagen der Mannschaft des „Nadeschda" befinden sich an Bord des „Potemkin" außer den Meuterern noch ungefähr zweihundert Zivilpersonen, darunter auch Frauen. London, 6. Juli. Das Neutcrsche Bureau meldet aus Odessa von Mitternacht: Es verlautet (11), daß der „Potemkin" in der Nähe von Feodosia in die Luft ge- tvrengt worden ist. Konstantinopel, 6. Juli. Gerüchtweise verlautet, /aß die Meuternden des „Potemkin" zwei frühere englische Marineoffiziere an Bord hätten. Petersburg, 6. Jnli. Nach Meldungen aus ,Se- .ivastopol glaubt man bortselbst, daß der „Potemkin" bestrebt sei, nach Baku zu gelangen. Petersburg, 6. Juli. Admiral Tschuchnin wird, da sich Admiral Krieger als zu unentschlossen erwiesen hat, jetzt selbst mit dem Geschwader auslaufen um den „Potemkin" zur Rückkehr zu zwingen, weil man von ihm Brandschatzungen imgeschützter Häfen fürchtet. Aus Odeffa Ziegen heute folgende Meldungen vor: Die Stadt ist wie ausgestorben, nur hin und wreoer begegnet man einzelnen Personen. Das Hafenviertel bietet einen schrecklichen Älublick. Mle Gebäude sind demoliert, der Schiffsverkehr stockt, man bemerkt einige halbverbrunnte Schiffe. Alle Straßen, die zmn Hufen führen, sind gesperrt, nur mit polizeilicher Erlaubniskarte passierbar und zwar auch dcmu nur bis 9 Uhr abends. Auf den Straßen von Odessa ist der Verkehr nur bis 7 Uhr abends gestattet. Militär bewacht Tag und Nacht die ausländischen Konsulate, die Staatsgebäude und Banken. Die „Daily Mail" meldet aus Odessa: Der Gesamt- /chaden, den die Stadt währen der Unruhen erlitten Hat, wird auf 50 Millionen Rubel geschätzt. lagen aus. Jedenfalls fei der jetzige Zustand unhaltbar; man müsse gleiches Recht für alle beanspruchen. Abg. Müll er-Darmstadt führt auS, auch die national- /rbecale Partei erkenne an, daß eine Verbesserung des Amts- verkündigcrwesenS am Platze sei. Aber seine Freunde hätten doch verschiedene Bedenken gegen den Ausschußvorschlag in der vorliegenden Form. Es fehlt für die Leistung die Gegenleistung. Wenn der Gesetzentwurf zur Ausführung käme, so würde dem KreiSamt die Macht fehlen, seine Interessen genügend zu wahren und eS könnte sich der Fall ereignen, daß amtliche Bekanntmachungen nirgendwo zum Abdruck kämen, wenn z. B. die Zeitungen den Bezug der Beilage ab lehnen; deshalb müßte der Bezug der Beilagen für die Zeitungen obligatorisch gemacht werden. Äbg. Dr. Schmitt weist gegenüber den Ausführungen des Vorredners darauf hin, daß der Ausschuß seine Beschlüsse einstimmig gefaßt habe. Redner kritisiert dann die in einem Schreiben ausgedrückte Meinung der Regierung, es hätten sich im jetzigen Llmtsverkündigerwesen nur „Mißstände in ganz geringem Maße" herausgestellt. Wenn man bedenke, daß derselbe Mann, der in den Amtsblättern angegriffen werde, auch noch gezwungen sei, auf das Blatt zu abonnieren, so sei das doch ein unhaltbarer Zustand. Die Kreis- blätter seien durchweg nationalliberal, jede andere Ansicht werde darin bekämpft oder totgeschwiegen. Das KreiSamt Dieburg erlasse seine Bekanntmachungen im Amtsverkündiger zu Dieburg, der aber in Großumstadt erscheint und warum das? Weil das Blatt, das in Dieburg erscheint, als Zentrumsblatt verschrieen ist. Mißstände seien vom ganzen Hause anerkannt worden und er hoffe, daß die Re- gierung alles tun werde, um das Amtsverkündigerwesen so zu ändern, daß alle Staatsbürger damit zufrieden sein können. Rach der Berechnung des Ausschusses könne in einer Ausgabe von 75 000 Mk., wie sie die Regierung herausrechne, feine Rede sein. Eine Abhilfe sei jedenfalls notwendig im Interesse der Gleichheit und Gerechtigkeit. Staatsminister Dr. Rothe hält das jetzige Kreisblattwesen durchaus nicht für völlig einwandsfrei. Die Regierung vertrete den Grundsatz, daß sie lediglich für den amtlichen Teil dieser Blätter verantwortlich sei, aber auf den übrigen Inhalt der Blätter keinerlei Einfluß habe. Dieser Grundsatz sollte doch längst genügend bekannt sein. Einzelne Kreisblätter ließen auch Artikel erscheinen, die direkt gegen die Regierung gerichtet waren. Das beweise doch die objektive Haltung der Regierung in der Frage. Mit dem s e i t b e r i g e n S v st e m sei jedenfalls dreierlei erreicht worden, die erwünschte gleich- mäßige Verbreitung, die prompte, schnelle und zuverlässige Bekanntmachung, ferner, daß dem Lande keine wesentlichen Kosten daraus erwachsen. Er gebe zu, daß die Vorlage des Ausschusses, wenn sie sich verwirklichen ließe, mancherlei Bemängelungen beseitigen würde, sie würde aber auch wieder Mängel anderer Art mit sich bringen, und es sei durchaus nicht klar, ob der neue Entwurf eine Verbesserung des Amtsverkündigerwesens bedeuten würde. Er glaube aus Grund der gemachten Erhebungen, daß zur Durchführung des Ausschußvorschlags 60 — 70 000 Mark im I ahr als Risiko zu übernehmen wären und das erlaubten die gegenwärtigen finanziellen Verhältnis se'n ich t. Er gebe ferner zu bedenken, daß es sich hier überhaupt nur um eine administrative Maßregel handle, eine gesetzliche Durchführung solcher Bestimmungen sei noch in keinem deutsche n Staat erfolgt und er zweifle auch sehr, ob die badische Regierung einem ähnlichen, von der dortigen Kammer gefaßten Beschluß ihre Zustimmung geben werde. Die Negierung müsse sich unter allen Umständen gegen eine gesetzliche Regelung dieser Angelegenheit aressprechen. Dagegen habe die Regierung 'den Anregungen des HauseS stets die größte Aufmerksamkeit gewidmet und sich z. B. bemüht, die Verhältnisse des Staatsverlags und der „Darmstädter Ztg." anders zu gestalten; sie werde auch dem Amtsverkündigerwesen größte Beachtung schenken und auf Grund der heutigen Verhandlungen bemüht fein, die gerügten Mißständenach Möglichkeit zu beseitigen. Rach kurzer Erholungspause gibt zunächst Av'g. Mol- than einen Bericht über die Ausschußverhuudlung inbetreff des Antrags Hauck; der Ausschuß beantragt Ablehnung 'desselben. Bei Fortsetzung der Amtsoerkündiger-De- 4ba11e führt Abg. Damm-Friedberg au8, e§ handle sich hier um /ie Beseitigung eines unbegründeten Monopols und wenn 'bie Regierung nur wolle, so würde sie auch den richtigen Weg zur Beseitigung des Mißstandes finden. Abg. Hirsche! erklärt, daß er mit seinen Freunden au 4eni Boden des Ausschußantrags stehe. Das jetzige Kreisblattwesen müsse beseitigt werden; es komme nur den Rational- liberalen zu Gute. Im übrigen polemisiert der Redner gegen den „OdenwälderBoten" und den „GießenerAnzeiger", der ihn und seine Freunde Köhler und Brauer oft angreife. Die Kritik der Amtsverkündiger richte sich auch gegen die Kammer selber. Die Blätter scheuten sich nicht, dem Lande vorzurechnen, daß die zweite Kammer eine teuere Einrichtung sei, und jede Stunde der Verhandlungen dem Lande so und so viel Geld koste, daß so lange Debatten stattfänden re. Auch die Regierung könne eigentlich ihren Amtsblättern nicht mehr recht trauen, namentlich von Worms aus sei sie ja nicht mehr vor Angriffen sicher. Wenn die neuen Vorschläge wirklich auch einige tausend Mark Geld kosten würden, so könne doch die Regierung mit dem Ausschußvorschlag einmal einen Versuch machen. Es seien schon für viel schlechtere Sachen Gelder vuSgegeben worden! Äbg. Adelung führt als Ausschußberichterstatter aus, bas Haus verurteile einmütig daS jetzige AmtSverkündigungS- wesen. DaS Monopol der Verleger dieser Blätter verstoße auch gegen die Grundsätze der Gewerbefreiheit. Auch die Verbreitung der amtlichen Anzeigen sei jetzt mangelhaft. Der Ausschuß sei nun aber heute zu einem Kompromißantrag gekommen, der dahin geht: Der Ausschuß zieh fein en Initiativ-Gesetzentwurf zurück und stellt dagegen folgenden neuen Antrag: Tie Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, aus der Grundlage des vom Ausschuß vorqe- schlagenen Entwurfes, sowie auf Grund der im Ausschuß und der Kammer geführten Verhandlungen alsbald an eine Neuregelung des Amtsverkündigunas- wesenS nach den im seitherigen Ausschußantrag enthaltenen Grundsätzen heranzutreten. Geh. Staatsrat Krug von Nidda betont, der neue Vorschlag des Ausschusses trage eine wesentlich andere Form. Die Regierung könne sich bereit erklären, den darin enthaltenen Anregungen zu folgen und eine R ef orm deS amtlichen Verkündignngswesens in Erwägung zu ziehen. Abg. Ulrich ist erfreut über die entgegenkommende Erklärung vom Negierungstische und meint, daß man danach bald auf eine Klärung und Besserung der jetzigen Verhältnisse hoffen dürfe. Die Regierung solle aber auch mit dem esten Willen an die Reform herantreten, nicht etwa mit der Hoffnung auf ein Mißlingen derselben. Den Amtsblättern ei durch ha5 Prihii-aium ein ungerechtfertigter Vorteil zuteil geworden. Der Redner bemüht ich dann, nach berühmten Mustern seinen Witz an den Journalisten auszulassen, die ihn, den unschuldigen und harmlosen Volksvertreter, immer in so ungerechtfertigter Weise angriffen. Auf der I o ur n a li st en tri b ün e erregten seine Ausführungen, die mit Liebkosungen, wie Lump, Schuft usw. gewürzt waren, eine unbändige He i t e r k e i t. Ministerialrat B e st kommt auch auf verschiedene Aus- Ährungen des Vorredners näher zurück und legt dar, daß die H a u p t s ch w i e r i g keit bei einer Neuordnung der Dinge darin bestehen werde, die Amtsverkündigungsblätter ohne Text auch hinreichend zur Kenntnis der Leser zu bringen Nach einigen polemischen Ausfuhr - uugen deS Abg. Dr. Schmitt wird der neue AnKschiißantrag mit großer Mehrheit und lauter Zustimmung angenommen. * Bei Beratung des Antrags Häufel und Gen., der dahin geht, die G e st ü t § st a t i o n i nKönig int Odenwald wieder einzurichten, die neu gegründete Station in Stockheim wieder aufzuheben imb dafür eine Gestütsstation zu Beerfelden einzurichten, beschließt die Kämmer, den Antrag der Negierung bei Aufstellung des Dtaatsvoranschlatzs für 1906 zur Berücksichtigung zu überweisen. Bezüglich der Rückäußerungen der ersten Kammer über die Gesetzentwürfe inbetreff des Beerdigungswesens und der Anstaltsvormundschaft tritt das Haus den Beschlüssen der ersten Kammer bei. Nachdem dann noch eine Vorstellung des Ministerial- anzlisten Hübner-Darmstadt erledigt, beantwortete der Herr Finanz Minister noch eine Anfrage des Abg. Leun über Errichtung einer Güterverladestelle in Schiffenberg. in ablehnendem Sinne. Die angestellten Ermittelungen hätten ergeben, daß die gewünschte Errichtung einen Kostenaufwand von 140 000 Mk. erfordern würde. Die Frequenz der Güterverladestelle würde nur sehr minimal sein; es kamen nur ca. 330 Wagenladungen pro Fahr in Betracht, also nicht eine pro Tag. Auch die umliegenden Gemeinden hätten in der Zeichnung sehr kleiner Beträge nur ein geringes Interesse dafür zum Ausdruck gebracht. Auf Antrag des Abg. Leun wurde beschlossen, in der morgigen Sitzung in eine Besprechung der Angelegenheit einzutreten. Darauf schließt die Sitzung um iy< Uhr. Nächste Sitzung: Freitag früh 9 Uhr. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kämmer haben die Herren Abgeordneten fast aller Parteien sich gegen den jetzigen Modus der amtlichen Verkündigungen ausgesprochen. Vom RegierungStische aus wurde vor allen Dingen aus inanziellen Rücksichten betont, daß der Initiativantrag für die Regierung unannehmbar sei, und der Staats- m in ist er selber erklärte mit aller Entschiedenheit, die Regierung könne unterkeinen Um ständen es zulassen, daß eine rein administrative Angelegenheit rarlamentarische Eingriffe erfahre. Er wiederholte gleichzeitig, daß der redaktionelle Teil der Amtsblätter einem Einflüsse seitens der Regierung keineswegs unterliege, womit also int wesentlichen eine alte weit verbreitete Ansicht und ebenso ein Teil der ^lbsichten des Initiativantrags in sich zusammenfällt. Im übrigen glauben )ie Antragsteller, daß durch event. Neueinrichtung mindestens dieselbe Verbreitung der Amtsverkündigungen erhielt werde, als seither. Wir sind jedoch der Ansicht und stimmen der Regierung darin vollkommen bei, daß eine so schnelle und gleichmäßige Verbreitung der amtlichen Bekanntmachungen auf andere als die bestehende Werse sich unmöglich erwirken ließe. Sollte der am Schluffe. der Sitzung gestellte und uns soeben erst telephonisch übermittelte Antrag des Herrn Ulrich, in den Städten Gießen, Mainz und'Offenbach versuchsweise auf ein Jahr die Forderungen des Initiativantrages in die Tat zu übersetzen, zur Annahme gelangen, dann würde sich die Richtigkeit des von uns oben Gesagten sehr bald Herausstellen und zwar auf Kosten desSt a ats sä ckelS. Nun hat die Regierung die dem Lande entstehenden Kosten des neuen Projektes auf zirka 75 000 Mk. abaeschätzt, und einer der Herren Abgeordneten meinte, daß diese Summe viel zu hoch gegriffen sei. Mr dagegen bemerken demgegenüber, daß nach unseren praktischen" und durch Zahlenmaterial stets zu belegenden Erfahrungen selbst bei nur wöchentlich einmaligem Erscheinen der textlosen AmtSverküttdigungen die Summe von 75 000 Mark zu niedrig gegriffen wäre. In der Praxis aber würde diese Summe sich ganz erheblich steigern, da eine Reihe von Bekanntmachungen um ihres rein aktuellen Wertes' willen umgehende Veröffentlichung erheischt, also, wie vom Regierungstische aus ganz richtig bemerkt wurde, als Anzeige in den Tageszeitungen ausAugeben und zu bezahlen wäre. Wenn der Herr Abgeordnete Müller meint, daß der Bezug der Beilagen für die Zeitungen obligatorisch gemacht werden solle, so müssen wir demgegenüber bemerken, daß bei der von anderer Seite Betonten Gewerbefreiheit sich natürlich keine Zeitung irgend einem Zwange unterwerfen ließe. Der Herr Zentrumsabgeordnete Dr. L ch mitt hat die Behauptung ausgestellt, die Kreisblätter seien durchweg nationalliberal. Der Herr Abgeordnete hat über etwas geredet, was er durchaus nicht genügend kennt. Außer dem Gießener Anzeiger sind auch noch andere Kreisblätter keineswegs auf eine bestimmte Partei eingeschtovren. Die Regierung hat wahrlich ebensowenig wie die ganze national gesinnte Bevölkerung deS Landes ein Interesse an der Üeberweisung von amtlichen Anzeigen an die Presse der Sozialdemokratie und deS KLeruS. Auf die gegen im5 speziell gerichteten Angriffe des Herrn Abg. Hirsche! würden wir auch nicht einaehen, wenn unser Berichterstatter ausführlicher darüber referiert hätte. Er wird eS wohl uns tote der gesamten Presse auch in Zukunft gestatten müssen, ebenso an parlamentarischen tote an sonstigen öffentlichen Vorgängen Kritik zu üben. Der Gericralkulturplarr für den Vogelsberg und die Stellungnahme der Landwirte. Die Landwirte des oberen Vogelsberqes haben folgende Vor- 'tellung an die zweite Kammer der Stände gerichtet: In der Bauern-Versammlung in Grebenhain am 14. Mai d. I., wnvde der Gesetzentwurf, betreffend die Bodenkultur im oberen Vogelsberg, von den anwesenden mehr als 1000 Bauern, einstimmig verworfen, und eine von über 2000 Landwirten unterzeichnete, von Kreisrat Dr. Wallau verfaßte (seinerzeit mitgeteiltel Resolution fand einstimmige Annahme. Die ergcbenst Unterzeichneten, Beauftragten der Bauern, beehren sich, dem hohen Haus die Resolution, aus 38 von den in Betracht kommenden Gemeinden unterschrieben, mit aller Ergebung und Hochachtung zu überreichen. Die Bauern des ,oberen Zogelsbergs hoffen, au5 nachstehenden Gründen auf einstimmige Ablehnung des Gesetzentwurfs: 1. Durch die kolossalen Aufforstungen, auch der Schutzstreifen, wird eine große Masse besten Kulturlandes w e a g e n 0 m m c n , das nicht wieder ersetzt werden kann, selbst wenn es die Gemeinden austauschen würden, da das int Besitz der Gemeinden befindliche Land meist minderwertiger Natur ist, selbst wenn cs melioriert.wäre. Die Landwirte werden dadurch sehr geschädigt, indem der Futter- und Getreidebau sehr beschränkt werden müßte, ja manchem Bauern wird sein ganzes Gelände aufgeforstet. 2. Als Mindestgröße einer Parzelle, wenn sic im Besitze eines Privaten verbleiben soll, sind 5 Hektar gleich 20 Morgen im Gesetzentwurf angegeben, trotzdem in der Denkschrift ausgerechnet ist, daß sich in eine solche Fläche im Durchschnitt 29 Bauern teilen. Gerade den Bauern muß der Privatwald, und sei es auch nur ein halber Morgen, erhalten bleiben, denn mancher Dauer ist schon durch Mtreiben eines Waldes schuldcnfiei geworden. 3. Die zwangsweise Einführung dcr Feldberei» n i g u n g würde ein Ausnahmegesetz für 45 Gemarkungen werden, welches sehr schwer von den Landwirten des oberen Vogelsbergs empfunden würde, da das ganze übrige Hessen darin Freiheit genießt. Abgesehen von dem Umstand, daß hier fast jeder Morgen Land anders bearbeitet werden muß, und die Bodenart in einer einzigen Parzelle manchmal grundverschieden ist. — Da fast sämtliche beteiligten Gemeinden ohne Ausnahme seither Hutweiden melioriert und Oedland, mit Staatsbeihilfe, auf- geforfiet haben, so wäre es am besten, wenn es ferner auch so gehalten würbe, und die Bauern des oberen Vogelsbergs würden dem Staate und der Regiertlng für jedes, auch das kleinste Geschenk dankbar sein, da nur solche Zuwendungen für die Bauern einen praktischen Nutzen haben werden. Bermuthshain, Ilbeshausen, den 23. Juni 1905. Mit aller Ergebung und Hochachtung Ochs, Jost, Großh. Beigeordneter. Großh. Bürgermeister. Mütische Tagesschau. Fürst Henckel und der Zehn-Millioneu-Fonds. Neber die Entstehungsgeschichte des Projektes, benv Kaiser zur Silbernen Hochzeit einen Fonds von zehn Millionen zur Unterstützung von Offizieren zu überweisen, äußert sich der in Verbindung mit ihr an erster Stelle genannte Fürst Henckel von Donnersmarck in einer langen Erklärung in der „Kreuzztg.". Er benennt als eigent- ichen Vater der Idee den verstorbenen Generalfeldmarschall Grafen Walderfee, als einen Mann, der, so oft er sich in politische Dinge mischte, keine glückliche Hand gehabt hat, und chließt mit folgenden Worten: obwohl schon jahrzehntelang gerade mein Streben auf Aus» gleich und Versöhnung von Klassengegensätzen gerichtet gewesen ist, mb infolge einer unter Leitung des Herrn Reichsbankpräfidenten tattgehabten informatorischen Vorbesprechung so falsche, den vorliegenden Intentionen gerade entgegengesetzte Auffaffungen über Motive und Zweck der Sache laut geworden, daß in anbetracht der damit zum Teil gegen meine Person verbundenen böswilligen Angriffe c§ wohl anderer Initiative leichter werden wird, dem unzweiselhaft richtigen Gedanken zur Verwirklichung zu verhelken. Der Fürst tritt also von dem Unternehmen zurück, das im übrigen, was man kaum glauben sollte, so gut wie gesichert ist, und das wohl nie hätte begonnen werden können, wenn man nicht der Zustimmung der Regierung und des Kaisers gewiß wäre. Die „Kreuzztg." erklärt übrigens, daß sie zwar dem Wunsche des Fürsten v. Donnersmarck, die Erklärung zu veröffentlichen, nachkommen wollte, daß sie aber trotzdem an ihrem Widerspruch gegen diesen 10 Millionen- Fonds festhält. Ausland. Paris, 6. Juli. General Frhr. v. Schenck, der ah der deutschen Militärmission nach Marokko teilgenommen hat, erklärte, bevor er von hier nach Berlin zurückkehrte, daß die deutsche Abordnung in Fez ihre Arbeiten nach Wunsch erledigt habe. Der General fügte hinzu, daß die Deutschen und Franzosen am Sultanshofe sehr gut mit einander ausgekommen sind unb über bic ernst klingenben europäischen Nachrichten höchst erstaunt waren. — (Kammer.) Finanzminister Merlou legte in bet heutigen Sitzung ben Bubgetgesetzentwurf für 1906 vor, bec an Ausgaben gegenüber dem Jahr 1905 ein Mehr von Frß. 67 Millionen aufweist. Hiervon entfallen 74 Prozent auf die neubcwilligten Gesetze betreffenb Militärs erf orbernisse, Flottenprogramm, Besolbung ber Elementarlehrer, Handelsmarine, Unterstützungs- unb PensionZanstalten. Rouvier beantragt Verweisung an die Kommission. Die Kammer nimmt bie Verweisung an. Wien, 6. Juli. (AbgeorbnetenhauZ.) Um gegen bie Verhanblung bc§ HanbelsVertrages mit Deutschland» zu obstruieren, überreichten bie czechi schen Radikalen gegen 700 Dringlichkeitsanträge. Der Präsident ließ eine Reihe bieser Anträge zur Unterstützung vorlegen, jeboch würbe biefe verweigert. Unter lärmenbem Wiber- spruch ber czechischen Rabikalen protestierte ber Abg. Stein, gegen biefe Behandlung von Dringlichkeitsanträgen. Er bezeichnete sie als bübisch. Der Präsident rügte diesen Ausdruck unb erklärte, er müßte bie eingebrachten Dringlich» keitsanträge einer Revision unterziehen, was jedoch augenblicklich unmöglich sei. Seine Worte würben mit lebhaftem Beifall unb Händeklatschen ausgenommen. Die czechischen Rabikalen erhoben lärmenden Protest. Abg. Pernerstorfer legte Protest gegen dieses Verfahren ein, das er als einen Geschäftsordnungsbruch bezeichnete. Auch Ratay, Choe unb Klofak protestierten gegen das Vorgeben des Präsidenten. Der Antrag FreSl auf Unterbrechung der Sitzung zur Durchsicht der DrmglichkeitSanträge wurde b en konnte noch nicht festgesiellt werden. Arnverstjäks-Pachrrchlen 3 B7r von hat eine und bar» von mit der das der sä. Darmstadt, 6. Juli. Der Armee-Musikinspizient, Professor Roßberg, besichtigte gestern und heute hier die Kapellen des Jnf.-Regts. Nr. 115, der Dragoner-Regimenter Nr. 23 und 24, sowie die Spielleute deS Train-Bataillons Nr. 18. — Graf Carlo zu Nidda, ^^hervorragend oKSTrar-'' bev/ährt bei Darmkatarrh, v Diarrhö©, B rech d u rchfal L etc- des Max Grünebaum ist erloschen. Gießen, den 5. Juli 1905. s-'i-^-s"-r'ansichk'S Amtsaericht. türkischer Streitfall war dadurch herausbeschworen, daß der erste Dragoman der amerikanischen Gesandtschaft, Gargiulo, auf offener Straße in Stambul von Kreaturen Felm Paschahs, dem Chef des Sptonagewesens, verhaftet, während zwei Stunden festgehalten und in Stambul unter polizeilicher Bewachung inS Polizeiministerium geführt wurde. Dort erfolgte endlich die Freilassung. Die Verhaftung Gargiulos erfolgte, weil er aus einer österreichischen Waffenhandlung heraustrat, von der Felin Pascha seit längerer Zeit einen Bakschisch von 200 Pfund verlangte. Newyork, 6. Juli. Elihn Root ist zum Staatssekretär ernannt worden. Die Blätter aller Schattierungen erklären die Auswahl für glücklich, selbst die „Eoening Post", die hofft, Root werde sich als Korrektiv gegen die etwas unstete Rooseveltsche Politik erweisen, Root gibt seine Rechtspraxis auf, die ihm mehrere hunderttausend Dollars jährlich bringt, um den Posten anzunchmen, zweifellos in der Hoffnung, nunmehr der Nachfolger des Präsidenten zu sein. der kürzlich dadurch von sich reden machte, daß er in Kassel auf dem Königsplatz an verschiedenen Abenden größere Geldbeträge unter das Publikum warf, ist jetzt vom Amtsgericht Darmstadt entmündigt worden. Dabei wurde festgestellt, daß er ein Vermögen von etwa 250000 Mark besaß, wovon et seit 1901 etwa 50000 Mark vergeudet hat. Sein Einkommen an Zinsen beträgt aber immerhin noch etwa 7 000 Mark jährlich, die der Graf fortan im Ausland zu verzehren gedenkt. — Prof. Kumpa, ein Hauptförderer des Handfertigkeitsunterrichts und der Interessen der Volksbildnngsvereine, ist heute im Alter 82 Jahren hier gestorben. — General Nogi einem hiesigen Gastwirt als Antwort auf eine Adresse Ansichtspostkarte übersandt, die eine Anzahl russischer japanischer Ofsiziere nach dem Fall von Port Arthur stellt. Die Karte kam aus der Mandschurei und ist General Nogi selbst unterzeichnet. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und Nachbarstaaten. Da? lljähriqe Töchterchen des Lotterie« kollekteurs Lipvold in Mainz nahm am Mittwoch abend ein Bad. Als das Kind zu lange im Badezimmer blieb und die Eltern ngchfghen, landen fie das Kind tot in der Badewanne. £b es ertrunken oder von einem Obnmachtsaniatl betroffen worden ist, üfekes Kinder' • fc. mein die Friedens-Bevollmächtigten eine Ansprache' welche schließt: „SBcnn gemäß dem versöhnlichen Geiste unseres Gegners die Feindseligkeiten zu Ende geführt werden könnten, würde nichts erfreulicher sein als ein solcher Ab- schlnß, demgemäß gaben wir der Anregung deS Präsidenten Roosevelt sofort statt. Wir betrauen Sie hierdurch mit der Mission, zu unterhandeln und den Frieden abzuschließen. Sie müssen sich mit aller Hingebung ihrer Aufgabe widmen und alle Anstrengungen machen, daß die Wiederherstellung deS Friedens auf dauernder Grundlage gesichert ist." Aus Ktsdt und Imth. Gießen, 7. Juli 1905. " Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitglieds der freiwilligen Feuerwehr zu Hechtsheim Kerz. — Uebertragen wurde dem Schullehrer Weitzel zu Erzhausen im Kreise Darmstadt, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Arheilgen in demselben Kreise, dem Schulamtsaspiranten Schüßler auS Glattbach (Bayern) die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kolmbach im Kreise Bensheim. — In den Ruhestand wurde versetzt die Zeichenlehrerin an der Volksschule zu Darmstadt Bender auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste. — Das hessische GendarmeriekorpS zählt jetz 250 Mann. An der Spitze steht der Korpskommandeur in Darmstadt, der zugleich Distriktskommandeur in Starkenburg ist. In Mainz und Gießen wohnt ebenfalls je ein Bezirks- kommandeur. Ferner gibt es 1 Zahlmeister, 22 Oberwacht- metfter, 84 Wachtmeister und 147 Gendarmen. 32 Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen sind beritten; 50 stehen Fahrräder zur Verfügung. ** Konzert am Dienstag, den 11. Juli, im Neuen Saalbau. Einen uns zugehenden Bericht des „Bühnenboten", Karlsruhe, teilen wir hierdurch unfern Lesern mit. lieber das Schuh'sche Künstlerquartett, das im August im „Kolosseums-Theater" in Karlsruhe konzertiert hat, schreibt der dort erscheinende „Bühnenbote" u. a. Folgendes: Den Sängern gebt ein ganz vorzügliches Renommse voran. Sind doch die Herren alle Mitglieder des „Königl. Theaters" zu Wiesbaden, welche es sich zur besonderen Aufgabe gestellt haben, „das deutsche Volkslied" m möglichst künstlerischer Ausarbeitung und Vollendung zum Vortrage zu bringen. Das Quartett verfügt über eine so brillante Stimmenzusammenstellung, wie man dergleichen selten finden wird. An erster Stelle ist Hans Schuh, der vortreffliche lyrische Tenor, die Seele des Quartetts zu nennen, dessen äußerst sympathische und weiche, in jeder Lage schön ausgeglichenen Stimmmittel sofort jeden Zuhörer fesseln müssen. Das Konzert dürfte in allen Teilen seines Programms als ein durchaus vornehmes und fein künstlerisches in jeder Beziehung genannt werden. Jede Nummer brachte den Vortragenden stürmischen Beifall des Publikums ein. •• Studentenunfug. Gestern abend zwischen 8 und 9 Uhr zechten mehrere Studenten in einer Privatwohnung in der Ludwigstraße, wobei leere Weinflaschen auS den Fenstern des 2. Stocks auf die Straße geschleudert wurden. Denselben Unfug wiederholten drei dieser Herren um 10 Uhr am Neuenweg, während zwei von ihnen um 11V» Uhr an einer Wohnung in der Grünbergerstraße zwei Fensterscheiben entzwei schlugen. Die Strafe wird nicht auSbleiben, da Anzeige erhoben worden ist. ** Betrüger. In den hiesigen Wirtschaften sammelte gestern ein Fremder Inserate für ein internationales Neklamebuch. Da er jedem der Jnseratenaufgeber vorschwindelte, das betr. Inserat komme direkt unter die Beschreibung der Stadt Gießen zu stehen, sich dabei aber auch gleich die Hälfte des Preises bezahlen ließ, wurde Anzeige wegen Betrugs gegen ihn erhoben. Der Mann hatte keinerlei Ausweis, das; er vom Herausgeber des Buches beauftragt war, und man nimmt deshalb an, daß das ganze Unternehmen auf Schwindel beruht. ** Diebstahl. Einem Bewohner der Marburgerstraße, der bei offenem Fenster in seiner im ersten Stock gelegenen Schlafstube schlief, wurden in der Nacht vom 3. auf 4. d. Mts. zwei Anzüge und die Taschenuhr gestohlen. — Gestohlen wurde ferner gestern abend in der Schulstraße ein Fahrrad, das der Besitzer eine Weile hin- gestellt batte, um auf der Post eine Besorgung zu machen. •* Eine Fahrt nach dem Niederwald unternehmen morgen, SamStag, den 8. d. MtS. die Beamten und Arbeiter der Fabriken des Kommerzienrats EmmelinS, welcher hierfür sämtliche Kosten für Transport und Verpflegung übernommen hat. Es reisen etwa 250 Personen. Die Abfahrt nach Nüdesheim erfolgt morgens um 6 Uhr, die Rückkunft abends 8 Uhr. Ettingshausen, 6. Juli. Der Landwirt Heinrich Stein II. von hier hatte zwei Wagen mit Holz geladen; den einen lenkte sein 12 Jahre alter Sohn. Als nun dessen Wagen an einen Stein stieß, fiel der Knabe durch den Ruck herunter, direkt vor die Rader. Ehe der unglückliche Vater zur Stelle war, war der schwerbeladene Wagen dem Knaben über Brust und Leib gegangen. Der Brustkorb war eingedrückt und nach einer Stunde starb der arme Junge. Darmstadt, 6. Juli. Ihre Durchs, die Prinzessin Marie, sowie Prinz und Prinzessin Reinhard zu SolmS-Lich trafen gestern zum Besuch in WolfSfSgarten ein. (D. Zig.) Bekanntmachung. Im Anschluß an nufere Bekanntmachung vom 8. Marz d. Is., betreffend die Offenleannq des EntwnrsS des ^lnchtlinien- vlans für die Straße südwestlich deS veterinar-medr^inifchen Instituts von der Frankfurter Straße nach dem W«chlarer Weg und für die Straßen zwilchen Mittelweg und dem veterinär-medizinischen Institut, machen rotr noch bekannt, daß die nordwestliche Seite des Wetzlarer Weges, 0—U des Fluchtlinie,wlans, von der Bebauung ausgeschlossen ist. Das bezügliche Ortsstatut liegt bis zum 1. August d. IS. bei uns zur Einsicht offen. Einwendungen sind bmnen der gleichen Frist bei Meid,nm des Ausschlusses bei uns vorzubrmgen. Gießen, den 4. Juli 1905. , Großherzaglich" usterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In unser Handelsregister wurde eingetragen: 1 Bezüglich der Firma Ph. Lotz in Gießen: Geschäft ist mit Wirkung vom 1. Juli d. I. auf Kaufmann Gustav Wallenfels zu Gießen übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Die Passiva sind nicht übergegangen. 2. Bezüglich der Firma 2l. Grnnebaum zu Gießen: Geschäft ist am 1. Juli d. IS. auf Kaufmann Mar Grüne- banm zu Gießen übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Aktiva und Pafsiva sind nicht übergegangen. Die Prokura — Auf Grund einer Schrift: ,.lieber Kvltblül-wtnberkulose" und einer Probeverlosung über ,.Die aesuudbeitsiche Bedeutung der Reinhaltung ossenfsießeudw Gewässer" halnlitierte sich , der erste Assistent von Bros. Schottelivs am hygienischen Institut. Dr. med Emil Küster in der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg i. Br. als Privatdozent für Hygiene und Bakteriologie. Küster (geb. 1877 zu Detzlarst erhielt ferne Vorbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte in Gießen Medizin und Veterinärmedizin, später m München und Würchura. An teuerer Universität erhielt er 1901 die Approbation als Arzt und den Doktorgrad. Im Sommer 1901 und Winter 1902'03 beendete er in Gießen seine vetermärmed'um- schen Studien und erlangte im D^ember 1902 die Approbation als Tierarzt S-it 1. Januar 1903 ist er am hygienischen Institut der Universität Freiburg i. Br. als Assistent tätig. Berlin, 6 Der Professor der Staatswissenschaften an der hiesigen Universität, Geh. Rat Dr. Adolf Wagner ist von der amerikanischen Universität Madison (Wisconsin) zum Ehrendoktor ernannt worden . r . Breslau, 6. Juli. Eine vrm 600 Mademckern besuchte Studentenversammlung faßte mit großer Mehrheit eine Resolution, die anssvricht. daß die frue Studentenschaft m Breslau es ablehne, sich in m Kampf gegen konfessionelle Verbindungen einrinnifchen. 15b gegen 30 Stimmen abgelehnt. Das Hauö nahm in Nachsitzung den deutschen Handelsvertrag und Ermächtigungsgesetz zur Führung von Verhandlungen mit Schweiz und Bulgarien an. Konstantinopel, 6. Juli. Ein amerikanisch- VekarmtmMung. Die diessäbrige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit Samstaa, den 1. Fnlr im Jmpllokale - Schulgebäude, Nenstadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden SamStag, nachmittags 5 bis 6 Uhr, ao- gehalten werden. Jmpfvflichtig im laufenden Kaleiidermbr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Fahren. , v . , ei. ,,. e 0. s_. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche unpfpfltcrmne -nmoer haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein. daß alle in denselben vorgenommenen Jmvnmgen nnentgeit» lich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Jmvwng seines vflirbtiqen Kindes bis zum Jahresschluffe auf feine Kosten bewerkstelligen lasten, widrigenfalls ihm im Januar nach'len Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfling unter Strafandrohung gesetzt wird. . Außer den Pflichtigen werden auch Kmder, welche ,m laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder muffen ,n dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmal? erscheinen. . _ , - Kinder deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beanspriicht wird, fönnen gleichfalls dem Jmpfarzte m den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge mästen mit reiner Wäsche und rem gewaschenem Körper zur Impfung aebracht werden. ES wird nur an einem hl*«io mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten 'icrdcbcn, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. B /• Grouyerz " Gießen. I. V.: Curschmann. 6>riflittüf-I>rftlils" und . ^"vorereh" meuterten, c5 herrscht keine Disziplin. Die russischen Han- delssch'sse in Konstantinopel befinden. sich in dem nteicbcn Fall. L v ck, 7. Juli. Durch eine >'n einer belebten Straßenkreuzung Bielystoks aevwrfw" Bombe wurden zwei Volizei- meistergebilf^n, zwei Volize.iossi?iere. wei Schutzleute und zwei Frauen schwer verwundet Mil'tär vnb Polizei sverrten die Hauptstraßen ab. Das Militär schoß aus das Geratewohl. Die Kavallerie verwundete 100 und tötete etwa 50 Tertönen. namentlich im Ji>d'Nviert''l und zwir wüst Unbetestigte. Der Pelizeimeist^r legte fein Awt nieder. Die Revolutionäre er- zwinaen den allgemeinen Ausstand. Petersburg, 7. Juli, Noch im Lause des Monats wird eine Kundgebung des Zaren betr. die Einberufung der Volksvertreter erfüllten. — Infolge Ausstandes warten hier 14 Dampfer mit über 5000 Tons Löschung. Odessa, 7. Juli. Wegen der Brandschäden im Hasen müssen die sisetreidee''tn'N'teure ihre Onx'rationen e i n s ch r ä n k e n. Die Komlad"ngen f^mmeu nur teilweise nach dem Auslande. Viele Kommissionsgeschäfte find in dw fchwier-gL'' Lage gekommen. Die K'ohlendamnfer warten 'M Hafen auf Gelegenheit, ihre Ladung zu lösehen. Die Asseknranmesellsch"fteu weigern sich, die geforderten Entschäd'-''ngen, die sich insgesamt auf IV2 Mill. Rubel belaufen, zu zahlen. . Petersburg, 7. Juli. In Bessarabien smd große agrarische Unruhen ausgebrochen. Die reiche Stadt Orj.-jew steht in Brand. In dem Städtchen Pere- zowka sind große Unruhen ausgebrochen. Die Bauern plünderten das Ghtt des Moldau'schen Millionärs Grossul und die Besitzung Tolstois bei Wesolyjkut. Beide Landsitze liegen nahe bei Odessa. — Aus Charkow werden zahlreiche Fälle von Fahnenflucht gemeldet. Die Deserteure wurden jadoch meistens wieder eingebracht. Landwirtschaft. Nürnberg, 6. Juli. Tie Generrloersammlung her Landwirtschaftlichen Zentral - Tarl ehenskasse für Deutschland (Raiffeifen-Verbcmdl auf her 6698 Aktien vertreten waren, genehmigte nach lebhafter Erörterung den Mk. 455,000 Fehlbetrag' aufweifenden Abschluß für 1904 unter Annahme eines Antrages, welcher die Verbandsleitung beauftragt, Makmabmen zu treffen, wodurch die durch Nichtzahlung einer Dividende bei vielen Vereinen eintretenbe Schädigung möglichst ausgeglichen werde lieber diese Hilfsaktion ist her nächstjährigen Generalversammlung Vericbt zu erstatten. Die Generaloersammlmm bat nach vorgängiger Ablehnung eines Vertagungsantrages den Antrag der Verbandsleitung, den Sitz her Zentralkaffe von Neuwied wegzuverlegen, mit 8648 gegen 2696 Stimmen abgelehnt. Es waren 4263 Stnnmen, d. i. die Hälfte der Aktienzahl, für Annahme des Antrages er’or-. derlich gewesen.__________________________ Haudel und Verkehr. Dolkswirtschast. Märkte. ko. F r a n k f u r t a. M., 7. Juli. ^Orig.-Telegr. des ,Gteß. Am.^0 Viehmarkt. 3um Verkaufe standen 702 Kälber, 78 Schafe u. Hammel, 295 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pfg., 2. Qual. 80—84 Pfg., Lebendgewicht 49-51 Pfg., Schlachtgewicht 62-66 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Vfg. Schweine 1. Qualität 69-00 Pfg., Lebendgewicht 54.00 Pfg., 2. Qual. 68-00 Pfg., Lebendgewicht 53-00 Pfg., 3. Qualität 62—64 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein lieber» stand. __________ Todes- Anzeige Hierdurch die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter fraulich Wwe geb. Gemmer heute früh im 82. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Die trauernden Hinterbliebenen Giessen und Berlin, den 6. Juli 1905 8622 Die Beerdigung findet statt: Samstag den 8. Juli 1905, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus. 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