Dienstag 8. August 1905 155» Jahrgang Erstes Blatt S3 5>ie heutige Dummer umfaßt 8 Seilen. pumpt er denn alle 5 Minuten munter sein Hinterrad voll, um in der Zwischenzeit weiterzuradeln, und zwar, dem ventns strichenes altes Haus auf. Seine vorspringenden oberen Geschosse, sein hoher spitzer Giebel, seine hellgrüne Farbe geben ihm ein gar wohlgefälliges heiteres Aussehen. Aber die dunkelgrünen Tür- und Fensterarabesken sind doch recht mißlungene Nachempfindeleien des Eckmann-Stiles. Gradlinige Umrahmungen täten erheblich wohler. Auch das Rathaus, das mehr einem Schulhause gleicht, ist wenig erfreulich, dagegen ein altes, graugelb getünchtes Haus daneben mit mächtigem bollwerkartigem niedrigem Rundtunn und hübschem Seitenerker um so anheimelnder. Die fette Krebssuppe im Hotel Schüz mundet uns vorzüglich. Mit recht tüchtigen Schinkenbutterbröten versehen, geht's nun wieder zu Rad. Die entwichene Luft des Hinterrades meines Radelgenosien wird aufgepumpt, und weiter geht's mit munterm Sinn. Wir bewundern noch das hübsche Portal der Kirche und den schönen himmelhohen Turm, und dann verlassen wir das Städtchen, besten erste Blütezeit jener Periode angehörte, da des Klosters Fulda heute fast ganz verschwundene Besitzungen im 15. und 16. Jahrhundert in die Hände der neu eingewanderten Protestanten übergingen, und das un§ heute herzlich anmutet als ein friedlich erblühendes Landstadtidyll. Dicht bei der Stadt sehen wir auf dem Eichberg ein-, neues, in blendender Weiße zu uns hinüberleuchtendes, rot- bedecktes stattliches Riedeselsches Schloß. Dann gehts in weiten Windungen immer bergan, durch Blitzenrod, ,bte große Stadt, die nur sieben Hänser hat", und weiter durch, schönen Wald mit wiederholten entzückenden Blicken auf bei* wahrhaft fürstliche Riebeselsche Schloß Eis en b a ch, bas Herr-- lich auf einem Berge thront, umgeben von einem großen, in scheinbarer AbsichtSlosigkeit angelegten Parke, besten, auf feinste Wirkungen berechneten Geschmack man aber boch halb empfindet. Wie man uns erzählt, hat einer der RiedeselS, der als General und Kommandeur der Braunschweiger den amerikanischen Befreiungskrieg mitgemacht hat, manchen besonders schönen Baum aus Amerika hierher gebracht. Endlich ist, zwischen Hohwald und Lohwal)), die Höhe von 412 Metern erreicht, und nun gehts eben eine Strecke weiter. Aber der Gegenwind, der anfangs uns so wohltuend erschien, wird, je länger er uns anficht, um so heftiger. Selbst wo die Straße abfällt, muß man mit aller Kraft treten, um vorwärts zu kommen. Wir hoffen, daß der Wind der Klügste von uns dreien ist und endlich nachgeben wird, aber er zeigt sich mindestens so hartnäckig wie wir. Unb wenn ich am Tage vorher wehklagend deklamiert hatte: „Rasch tritt die Rot den Nadler an, es ist ihm keine Frist gegeben; eS stürzt ihn mitten in der Bahn rc.", so bemerkt heute mein Radelgenosse mit der ihm eigenen stoischen Ruhe: „Die Luft entfleucht gar schnell dem Verließ von Gummi". Und da das Flicken seine wie meine schwächste Seite ist, so GAalveatz« 1. Mbrefle für Deoeichen: «uzetger Gießen. Frmlvr^chanichliiß Nr 51 Aas unersättliche Südwestasnka. Die „Naticmalztg." erklärt, daß die Nachricht eines Berliner Blattes, daß weitere Verstärkungen in Höhe vvn 5000 Mann nach Deutsch-Düdwestafrika geschickt würden, aus der Lust gegriffen ist. Geringe Verstärkungen sollen auf dringenden Wunsch Trothas nur die zum Schutze der Etappenlinien bestimmten Detachements erfahren.. Für diesen sind die kürzlich ausgereisten 300 Mann bestimmt. Tie Formierung dieser Truppe mußte mit , Rücksicht auf die augenblickliche Kriegslage, speziell im Hinblick auf die durch den bevorstehenden Haupt an griff gegen Hendrik Witboi notwendigen Truppenkonzentrationen, derart beschlcunig-t werden, daß, selbst wenn der Reichstag hierzu einberufen wäre, er keinesfalls vor der Ausreise des betreffenden WörmanndampferS zusammentreten konnte. Tie weiteren Abteilungen, welche noch im Laufe des August in Stärke von 800 Mann nach dem Aufstandsgebiete abgehen, stellen dagegen ausschließlich Ergänzungen der durch Ge- fcchtsverluste und Krankheiten entstandenen Lücken der Schutztruppe dar. Die Absendung dieser Ergänzungsformationen wurde gegenüber dem ursprünglichen Plan — abermals wegen des neuen Vorstoßes gegen Witboi — auf Ansuchen des südwestafrikanischen Oberkommandos lediglich beschleunigt. Also ein Truppennachschub von 5000 Mann nach Sudwestafrika wird nicht erfolgen. Nicht jetzt: darin hat das Dementi gewiß Recht. Wer nach und nach können die 5000 Mann schon zusammenkommen, wenn 800 Manu und wieder 800 in dies Schreckensland hinausgehen, das mit dem Blut unserer Tapferen gedüngt ist, das gefräßig immer neue Opfer fordert und das in runder Summe bald eine halbe Milliarde verschlungen haben wird. Ist es zu verwundern, daß die Freude an den Kolonien, von Anfang an nicht besonders stark und weit verbreitet, immer mehr schwindet? Ist es zu verwundern, daß man selbst in konservativen Kreisen kräftige Worte vernimmt, die an ba§ berühmte Wort erinnern, mit dem Graf v Caprivi die Kolonialfreunde gegen sich erbitterte: „Je weniger Afrika, desto besser"? Und ist es zu verwundern, wenn man Erwägungen darüber austettt, wieviel Nützliches mit Hilfe der verausgabten hunderten von Millionen auf dem Gebiet der in ne ren Kolonisation geschaffen werden konnte? Einigermaßen auffällig ist, daß nicht offiziöse Blatter GietzenerAnzeiger General-Anzeiger ö zv Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Einflüsse beschreibt die Kurve der Radellust stets einen eleganten Bogen abwärts. Doch der angenehme Wind läßt Bangigkeit vor übergroßer Hochsommerhjtze nicht zu. Vor un§ erhebt sich das baurnurnstanbene Bergschloß Altenburg, das den Freiherren v. Riebesel gehört. Von ihnen erzählt eine ber antiken AeneaSsage nachempfunbene hessische Sage, baß in grauen Jahren einst ein Ritter einen im Walde dort auf ber Jagb verirrten unb bem Hungertode nahen deutschen Kaiser bei zufälligem Streifen durch den Wald antraf, ihn auf den rechten Weg und zu seinem Gefolge brachte. Der dankbare Kaiser schenkte ihm dafür so viel an Land, als er in drei Tagen auf einem Esel umreiten könne. So erwarb er sich einen recht stattlichen Grundbesitz und zugleich den Namen Rittesel mitsamt einem Eselswappenschilde. Dort plaudert geschwätzig die muntere Schwalm vor sich hin, und zwischen den zerstreuten Häusern des Dorfes Altenburg lugt immer wieder die Stadt Alsfeld mit ihrer wehrhaften Stadtmauer, ihren alten stolzen Türmen und ihren von heutigem emsigen Gewerbefleiße zeugenden Schloten hindurch. Dann aber macht unsere gute Radelstraße eine scharfe Wendung nach Südosten und die Stadt ist unseren Blicken entschwunden. Goldgelb oder tiefgrün wogen wieder weite Getreidefelder unb üppige Wiesen. Sonnenblicke wechseln mit eilig dahinjagenben Wolken. Dann kommen wieder freundlich bewaldete Hügelketten. Es ist ber Walbbistrikt Homberg. Unten im Tale ber Schwalm bettet sich anmutig bas Dörfchen Hopfgarten mit seinem schlichten traulichen Kirchlein. Jetzt schiebt sich eine prachtvoll rot aufleuchtende Mauer in den von stattlichen, riesige Laubkronen tragenden Bäumen bestandenen Weg. Es ist, wie wir bald gewahr werden, das erste Haus des Dorfes Brauerschwend, in dem uns sonntäglich geputzte Kinder fröhlich „All Heil" zurufen. Und immer höher hinauf geht's wohl bis auf 350 Bieter, um dann in schönen Serpentinen über Dorf Reuters, auf das wir wie auf die Lauterbacher Gegend von ber Höhe aus einen schönen und weiten Ausblick haben, hinab nach Lauterbach. ri „„ , _ , r - Noch haben wir nicht die ersten Hauser von Lauterbach erreicht, als mein Radelgenosse das Schlappwerden seines Hinterrades bemerkt. Sollte er einen Nagel aufgepickt haben? Doch vorläufig geht's noch einigermaßen. Er versucht ganz sachte aufzusitzen und kommt gemütlich in die Stabt hmem. Das erste Haus in Lauterbach, das unsere Blicke aus sich lenkt, ist bas (og. „9of)f)au§-, ein altes Besitztum derer o Riedesel, in einem behäbigen, aber doch sparsamen Rokokostil, wie man ihn häufig antrifft bei den Schlössern ber west- Hine Kadjahrt nach der Schwalm und Kochwalbhausen. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) (Schluß.) Auch den anderen Häusern des Alsfelder Marktplatzes sieht man e§ an: hier wohnt von alten Zeiten her ein tüchtiges Geschlecht, das seinem kerndeutschen Sinne m kerndeutschen Bauten Ausdruck verlieh. Und vor em paar Jahrzehnten erwarb sich, wie der Gießener Gymnasialprofessor Dr. Röschen in seinem flott und nicht ohne Humor geschriebenen, von der Roth'schen Verlagsbuchhandlung schmuck ausgestattkten „Führer durch den Vogelsberg" mit Recht rühmend hervorhebt, der damalige Alsfelder KreiSrat Hoffmann große Verdienste um die Erhaltung des alten Charakters und ber historischen Baudenkmäler Alsfelds. Das ganz aus Hausteinen errichtete, mit Giebeln versehene sog. HochzeüshauS zeigt das von seinen 440 Jahren etwas getrübte Antlitz deutscher Frührenaissance. Prächtig ist das neu renovierte Privathaus an der gegenüberliegenden Straßenecke in aller seiner leuchtenden Farbenfreudigkeit und seinem üppigen Retch- tum an Figuren, die so trutzig und einfältig zugleich nut steifer Förmlichkeit auf die modischen Leute von heute zu ihren Füßen blicken. Die 6—700 Jahre alte Hauptkirche schaut auch recht finster auf unS hernieder, wie voll Gram über die Weltfreude einer neuen Zeit und voll Aerger über die mannigfachen Verhunzungen unverständiger Baumeister an ihrem würdigen Aeußeren. Aber noch manches andere Haus in Alsfeld fesselt untere Blicke. Hier ist's die anmutige Fachwerkarchitektur, dort sind's seltsame Rundbogenfenster, dann ein schönes Barockportal, ein reichverzierter Erker, ein hübscher Giebel, eine schön geschnitzte Tür, was unS auffällt. Den stumpfen Leonhardsturm in seiner plumpen Massigkeit sehen wir nur von weitem. Lieb und traut blickt uns manches uralte kleine Häuschen in einer der krummen engen Gassen an. Hier z. B. reihen sich Blumen an Blumen vor den Fenstern, und hinter diesen Blumentöpfen wimmelts von bezopften Köpfen. Der Stadt Alsfeld könnte wohl ein neuer Karl Spitzweg erwachsen mit dessen ganzem frohen Behagen des Kleinstädters an den bunten Bildchen einer eng umgrenzten Welt. An grasbewachsenen wuchtigen Resten der kugelfesten Stadtmauer und an der alten turmlosen Dreisaltigkeitskirche vorüber tragen unsere Räder uns hinaus aus ber alten Stadt in ihre modernen Anhängsel. Wie modischer Flitterkram am würdevollen Gewände einer schönen alten Dame, so erscheinen uns diese vor 3—5 Jahrzehnten geschmacklos erbauten stumpfsinnigen Häuser, einer geistesarmen Zeit neben den reizenden Denkmälern alter hessischer Baukunst. Bald haben wir die Stadt im Rücken. Auf der Landstraße begegnen uns Kirchgänger in malerischem Sonntagsstaat. Also so früh noch ist'S; zu spät jedoch schon fast für Radler, wenn die Sonne scheint. Unter ihrem allzu starken monatb A7B Pi., Di tritt» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Tlt. 2.—viertel» fahr!, ausschl. Bestellg. "nnahme tnn Auzei'm tt die tx ssrm-mitt 3 do 4 'eilt. . '»c 'enmeiS: ai*4roäri8 d'j. ^•v-introoxti'cy pvne bei pollL unb Teil P. Wlttlo: für „Stadt und Land" unb .Gerichtssaal*: August Goetz, für den Anzeigenteil' L>anS Beck. Armeelieferungen jedoch dursten wir unseren, den cmf- stönd'schen stammverwandten Eingeborenen nicht zunniten, ohne rin Risiko zu übernehmen, auf das wir nicht gerüstet waren Unsere Neutralität war den Deutschen gegenüber io wohlwollend wie irgend möglich gemäß 'unserem Wunsche der Pflege freund- lichster Beziehungen zu ihnen. Mein tri unserer ungeheuren Ern- geborenen-Bevölkernng mußten wir Vorsicht walten lassen.' Zum Schluß befürivortet Sir Lewis den Vorschlag der Internier u n g auf Kapgebiet übergetretener Rebellen a n f d e u t s che Kosten Die Kapkolvnie habe bereits große Kosten iNwlge des Aufstandes gehabt, und das zu einer Zeit, wo ihre Finanzen außerordentlich darniederlagen. Die Regierung habe die Hauptmasse der verfügbaren militärischen Streitkräfte an die vSrwcvy.. gelegt, um ihre Politik durchzusehen. — Der englische Kvlonial- fachmann Archibald Eolguhoun spricht sich in ähnlichem Sinne aus und vindiziert der Kapregierung und ihren Grenzwachen das Verdienst, durch Verhinderung eines Uebergreifens der Rebellion auf das Kapgebiet den deutschen Truppen die Arbeit erleichtert zu haben. Was ein eigentliches Zusammengehen! der englischen Regierung mit der deutschen zur wältigung des Aufstandes anlange, so seien dessen Ursachen n i cht dazu angetan gewesen, ein solches zu rechtfertigen, eei er doch hauptsächlich infolge von schweren Fehlern der d ent- schen Beamten undMilitärs und von v ö ll i g er B er- kennung der Lage durch die Berliner Regierung atisgebrochen. Die Morning Post, die anfangs in dieser Fmge gegen die Kapregierung Partei nahm, ist auf Grund der Neuerungen dieser beiden Gewährsmänner der Ansicht, day ste sich vollkommen korrekt verhalte und Deutschland keinerlei Grund zur Klage ljabe. — Nach einer Kapstädter Depesche teilt die dortige Cape Times mit, die Betschuana-Land-Grenz- wachen seien verstärkt worden und der Nettelbladtsche Dorwurf, bie Aufständischen benutzten ba5 Kapgebiet als Wiederaus rüstungS- basis, sei unbegründet. . Zu diesen höchst seltsamen und höchst bemerkenswerten Ausfiihrungen eines einflußreichen britischen Staatsmannes, die wohl neben vielem absichtlich Verdrehten und Entstellten doch manches sehr wahre und sehr beherzigenswerte Wort enthalten, bemerkt die „Nordd. Ällg. Ztg." nicht ein einziges Wort. Und doch wäre eine entschiedene Stell- ungnah-me gerade in diesem Organ der Regierung sehr angezeigt. Stat't dessen wird es dem „Lokalanz." überlassens Einspruch gegen die „brutale Tatsache"" zu erheben, „daß die aufständischen Hottentotten jenseits der Grenze immer wieder Unterschlupf finden unb, sobald sie sich zu neuen Taten genügend gekräftigt glauben, in das deutsche Schutzgebiet zurückkehren." Das ist eine unzweifelhaft „inspirierte" Auslassung^ die ja einigermaßen, energisch klingt. Nur, wie gesagt, steht sie nicht auf der richtigen Stelle. Mit Recht macht die „Tagesztg." darauf aufmerksam, daß für uns die Kapregierung gar nicht in Frage komme. Deutschland habe nur nut der groß- ersten Ranges klar barlegen, was es mit den Truppensendungen auf sich hat. Die „Nationalztg.", die am Samstag konstatierte, daß Herr v. Trotha nicht den Wunsch nach Verstärkungen geäußert habe, ist die Verkünderin von Mitteilungen „aus erster Quelle", also wohl aus der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts. Wir müssen gestehen, daß wir die Auskunft lieber in der „Nordd. Allg. Ztg." oder im „Neichsanz." gelesen hätten — so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß ein „Bis auf weiteres" sich im Hintergründe befindet.. KeinEndeläßt sich ab sehen: das sollte klipp und klar gesagt werden, dann weiß man wenigstens, woran man ist. Zurzeit weiß man nicht einmal, wie sich die deutsche Regierung zu der grotesken Auffassung der Kap ko la nie stellt, die Aus- ständ igeit nach allen Regeln internationaler Höflichkeit als kriegführende Partei anzuerkennen. Wir lesen heute folgendes längere Exposö als Telegramm aus London an den „Berl. Lok>Anz/1: Sir Lewis Mitchell, bis vor kurzem Mitglied des Kabinetts der Kapkolvnie, hat sich zu den von Herrn Nikolaus von Nettelbladt erhobenen und von dem Sekretär der South African Territories Company bestätigten Beschuldigungen gegen die Kapregierung wegen ihres Verhaltens gegen die deutschen Truppen in Südwestafrika, insbesondere wegen der Sperrung der Oranieflußübergänge für Armeelieferungen zu einem Vertreter der Morning Post folgendermaßen ausgesprochen: Das Kapministerium hat den schweren Ernst der Lage von Ansang an anerkannt und hatte allen Grund zu der Annahme, daß der Aufftand aus britisck>es Gebiet übergreifen würde, sobald wir mit den deutschen Truppen irgendwie gemeinsame >L>ache machten. Die Kapregierung bliebe stets in enger Fühlung mit dem Kolonialamt in London und übermittelte diesem jede Meldung, bie sie aus der Nähe des Aufstandsberdes empfing. Niemals aber hat man uns du§ London zu verstehen gegeben, daß man unser Verhüten mißbillige. Die prinzipielle Ratsamkeit eines Zusammenwirkens aller europäischen Regierungen war uns ebenso klar wie Herrn von Nettelbladt, aber wir mußten uns überlegen, wie weit wir gehen durften. Wir Verwehrtendendeutschen Soldaten bewaffnetes U e b e r s ch r e i t e n der englischen Grenze, die Eingeborenen auf deutscher Seite bedrohten wir im gleichen Falle mit Entwaffnung und Einsperrung. Zuerst lieferten wir sogar em- zelne herübergekommene Rebellen an deutscyc Offiziere aus, ledoch hat die diesen abgelieferten Gefangenen von deutscher Seite z u t e i l g e w o r d e n c B e h a n d l u n g uns zur A n s - gäbe dieses Verfahrens veranlaßt. (?!) Als krwg- fiihrende Natton haben wir die Aufständischen weder betrachtet noch behandelt. Nach der Entwaffniing brachten wir sie in eine Art Konzentrationslager. Entweichungen waren leider nicht immer zu verhindern. Die Verproviantierung der deutsciien Zivilbevölkerung via Kapgebiet haben wir nie zu Verkündern gesucht, den Anblick des D u r ch z u g s v o n d e u t s ch e n Nr, 184 ti|H4 anbei Sonntags. Dein Dießener Anzeiger «»erben Im Wechsel mit bem Nesfischen Landwirt die Sfttztnei Hamilien- tütiee viermal tn der Woche be,gelegt. KotattonSdruck u. Ber> Um bet v rühl'schen vntverf^Buch-n.Stem- bnidetei, 8t Lang«. fa(ifde)en Wtgen. bem besten Gasthause weist man uns nach dem Hotel Schüz auf dem Marktplatz. Dieser macht freilich durchaus keinen platzartigen Eindruck, sondern niel mehr den einer keilförmig verbreiterten Straße. An der _ , - M Ecke, um die wir biegen, fällt uns ein kürzlich neu ango'adversarius conuannsque zum Troll, nut solcher Wucht L! Brotpreife in Kietzen Getreidepreise in Mannheim C6 < 6 » Unternehmer, Seife, welche jum Preise v. 40 Pi. v. Gtüd überall ah hnben m.. J|V 's e Ce Öj es“ ?e gilt Sic wachsen mit. Und wenn Sic denken, ich sei seht wegen meines üblen Unfalles von meiner Nabellust kuriert, so erwidere idj 6 c ’n '• ? 61 c A 2 6 0 n s; Ii st 5 fl C 2. C ii » 2 « 2- o ?S 5*2 0 61 §1 Tas Friedelsche Gasthaus macht von außen einen ganz einladenden Eindruck. Seine Architektur ist der ländlichen Gegend hübsch angepaßt. Und gern tauchte ich auch jetzt meine Feder wieder in rosa Tinte wie bei der Erinnerung an die 'Alsfelder „Krone", aber die Feder sträubt sich dagegen. Es ist zwei Uhr soeben vorüber. Wir bestellen das Diner. — Was lange währt, wird endlich gut, so trösten wir uns allgemach. Endlich kommt die Suppe. Sie ist nicht übel. Tas Zungenragout ist eßbar, die Kartoffeln dagegen ungenießbar, ebenso das Roastbeef, der Nachtisch, eine in einer Minute hergestellte Eierspeise, erträglich. Preis 2 Ml.! Ich erkundige mich nach dem vollen Pensionspreis: 3Vr Mk.! Nun ja, das ist das rechte Verhältnis! Wo sind die paradiesischen Zeiten geblieben, als, anno 1390, wie man uns erzählt, bei der Witwe Pfannsticl in Ulrichstein ein vortreffliches Schlemmermahl, bestehend in Suppe, drei großen und guten Forellen, Kalbskotelett und Nachtisch, 1,25 Mk. kostete, und 5 Personen für eine den ganzen Tag währende Wageiifahrt von .Lauterbach nach Ulrichstein und zurück 12 Mark zahlten! Und schon öffnet der Himmel seine Schleusen, nur schüchtern zwar, als scheute er sich, wehrlosen Radlern die Fahrt noch mehr zu verderben. Tenn wer Pech haben soll, fällt auf schausten Wegen auf den Rücken, zerreißt sich vorn die Hose, verletzt sich die Seite und bricht sich die Nase; verliert die Luft und hat kein Loch im Schlauch; ißt mittag in einem weithin namhaft gemachten Restaurant, das fest aus eine glänzende Zukunst baut, und steht hungrig und verärgert vom Tisch auf. — Eine Weile nach dem nicht schlechten Kasse lassen wir uns, angesichts des jetzt munter zwischen dem FelSgcstein sich tummelnden prachtvollen Vogelsberger Vieh, dessen glänzende rotbraune Farbe sich so leuchtend von dem saftigen Grün abhebt und dessen feiste straffe Leiber dem Tier- und Schönheitsfreunde helle Freude machen, Milch geben. Entsetzt schauen wir uns an. Weiß ist sic zwar, aber von Milchgeschmack kaum eine Spur. Ter Herr Wirt glaubt wohl Sonntagsgäste, die vielleicht niemals wiederkehren, mit Abfällen abfpcisen zu können, um seine PeusionSgäste desto besser bewirten zu können. So wollen wir wenigstens in seinem Interesse annehmen. Millionen Stück Doering's C-ulcn-Scife sind bis Ende 1904 zum Versand gelangt. Keine andere To,lette-«elle hat einen solchen Erfolg aufzumeisen' Dieser Verbrauch ist der beste Beweis für die Güte und die vorzügliche Wirkung des Fabrikats. Man weise minderwertige Rnch- ahmungeii zurück iiiid verlange nur Doering's Eulen« if Hauch des Waldes lieben, denen jeder Baum, jede Pflanze, jeder FelSsteiu belebte Wesen sind, die ihre Wahrheit und Lcbensitotwendigkeit in sich selbst tragen, alle diese werden hier ihre rechte Freude und Erholung haben, und ihnen Shakespeares Wort: und Verve, daß ich, obwohl ich gar nicht absteige, große Mühe habe, annähernd gleichen Schritt mit ihm zu halten. Hier begegnen uns auch die ersten Automobile. Also auch hier nichts mehr von der vielgepriesenen Meltabgeschiedeuheit, auch diese Gegend im Zeichen beS modernsten Vehikels. Nun gehts den Berg hinauf nach & erb ft e i n mit seinen schön erhaltenen alten Stadtmauern, dessen Bewohnerschaft, wie die bunten Heiligenbildchen an vielen Häusern zeigen, größten« teils katholisch zu sein scheint, und wieder hinab und wieder hinauf, und dann rechts, d. h. westlich hinab gen Ilbeshausen. Ein freundliches, vom Bache Altfell durchflossenes, lang- gestrecktes Dorf. Eine alte Frau, die einer Sau die rechten Lebentzpsade zu weisen im Begriff steht, fragen wir nach der Teufelsmühle. Keine Antwort. Da kommt ein kleines Mädchen angesprungen. Ich frage sie: „Ist die Frau taub?", worauf das Mädchen freundlich erwidert: „Nein, sie hört nur nicht!" Also die Alte hört zwar nicht, ober taub ist sie nicht. Jedenfalls ein ganz abnormer Fall! Den Weg nach der Teufels- wühle zeigt unS daö Mädchen. Ein ganz außerordentlich malerischer Bau von der schönsten Holzarchitektur, in seiner Art ein vollendetes Kunstwerk mit ivunderhübschen Tür- 5r- c 2?-' Gil © e ft o r b e n. Herr Adam Diehl GasNvirt in Oberhörgern. K e b o r e n. Dem Herrn Julius Adler in Darmstadt eine Tochter. _____ __— Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 7. August 1905. __________ Kunst und Wißen schatt — Das Vermögen der deutschen S ch i l l e r st i s t u n g beträgt jetzt 2 Millionen Mk., wozu eine Summe von 250 000 Mk. kommt, die der Schillerverband deutscher Frauen ihr aus Anlaß des 9. Mai überwies. Wie Generalsekretär Dr. Hans Hoffmann tm „Li t. (5- ch o " mitteilt, gehören davon der Zentralkasse 600 000 Mk. Fast das Doppelte dieser Summo besitzt der Dresdener Zweigverein als Ergebms des Ertrags der großen Nationallotterie, die Ma,or Serre (Dresden) im'Jahre 1859 voranstallete. Weitere gronere Summen besitzen die Zweigvercme in Wien (150 000 Mk.), Weimar (64 000 Mk.s, die vereinigten badischen Stistungen (60 000 Mk. , Berlin (58 000 Mk.), Köln (56 000 Mk.), Breslau (40 000 Mk.), Stuttgart (33 000 Mk.). . - , — Das neue Stadt theater in Nürnberg, das Um Gießener Stadtverordnete neulich angesehen haben, wird im Herbst dieses Jahres eröffnet. Erbauer des Haufes ist der Berliner Architekt Heinrich Sceling. Die Kosten des Baues selbst betragen 3 720 500 Mk. Außerdem hat der Magistrat zur Ausstattung der Bühne, sowie sür Schaffiing eine? Kostüm- und Bibliothekfundus einen Kredit von 300 800 Mk. bewilligt. Der Zuschauerraum, der außer dem Parkett drei Räiige enthält, wird 1422 Sitzplätze (aber keino Stehplätze) umsasseii. schnitzercicn. Diese Tür mit ihren sie kühn beladenden schrägen Seitenaufsätzen zeugt überhaupt van dem originellen künstlerischen Blicke de« Erbauers, und überaus graziös ist die geradezu kokette Jneinanderschachtelung der einzelnen Fachwerkteile des breiten Giebels. Ganz besonders schön macht sich das abgeblaßte Grauschwarz der Holzteile. Die Mühle gehört entschieden zil den schönsten Fachmerkbauten ganz Oberhessens. Von ihr geht eine ähnliche Sage, wie von einer Frankfurter Brücke. Ein Zimmermann soll vor mehr als 800 Jahren mit dem Teufel gewettet haben, daß er eben so schnell und eben so schön bauen könne wie der Satan. Der Zimmermann baute und baute am oberen Giebel' aber waS er baute, mißfiel ihm und den Leuten. Satan'aS aber machte einen seiner besten Beelzebubenstreiche. Eins zwei drei war sein Bauwerk in der Reih, und so schön war er, wie ihn noch nie ein Vogelsberger gesehen hatte. Er hatte also die Wette gewonnen. Den übermütigen Zimmermann aber, der sich vermessen hatte, Teufelskunststücke machen zu können, steckte er in einen Sack und in die Lüfte fuhr er mit ihm huckepack auf Nimmermiedersehn. Wir entrinnen diesem von bösen Dämonen heimgesuchten Gefilde und nähern un6 dem viel gerühmten Hochwald hausen. Hinter unS liegt die weite Flur, die sich von Herbstein biß Grebenhain erstreckt und deren Mittelpunkt Ilbeshausen einnimmt, ein Hügelland von lachender Frucht barfeit, durchschnitten von breiter weißer Landstraße; vor unS eine steinreiche Gegend, wenigstens sehe ich auf den Feldern nichts als Steine, schwere große Felsensplitter. Dahinter ber prachtvolle Oberwald u\ majestätischer Ruhe und Erhabenheft Immer wieder verlangen ?PS Hausfrauen und erfahrene, tüchtige Wäscherinnen das echte Tr. ThomPsonS Seifenpnlver, mit dem Schwan. Sie nnhcii eben aus Erfahrung, daß es bis auf den heutigen Tag kein helleres Waschmittel gibt. - UcberaH zu haben. 89 , Wald, um den „prachtvollen, 25 Minuten von Hochwaldhausen entfernten Aussichtspunkt", die ,.Burg", zu suchen Der Lohnkeklncr im Friedelschcn Gasthause hatte uns auf unser Fragen gesagt: den ersten Seitenweg links, den ersten Seitenweg rechts und dann geradeaus. Frauen, die wir unterwegs treffen, weisen uns aber gleich geradeaus. Jedenfalls ist der von uns auf der Fahrstraße eilige* schlagcnc Weg der erheblich weitere und weniger schöne. An Wegmarkierungen fchlt's im Walde jedenfalls noch sehr und die Wege selber lassen noch manches zu wünschen Übrig. Immerhin nimmt uns die Waldeinsamkeit gefangen. Hier kann man den Traum friedlichen Vergessens i pinnen, während das Bergwasser, der Schwarzfluß, eilig plaudernd über die Steine rauscht. Der Bach erzählt uns von Nvmphcn und Gnomen, von Rittern und Bauern, und von Mägden, die sich bcerensiichend im Walde verirrten, wie jener Kaiser lobesam. Und richtig, da kommt auch schon ein Mägdlein, lieblich und verführerisch, mit großen Töpfen voll von den schönsten Himbeeren, und auf ein freundliches Wort hin schüttet sie uns die Hände und die Mützen voll von den köstlichen roten Beeren. Fürwahr, der Oberwald ist schön. Hier hat der der» einstige friedliche Hochwalbhäuscr Kurgast die gewünschte Ruhe für die abgespannten Nerven. Ruhe, wie sie schon SO?art Aurel ersehnte und wie sie immer schwerer zu beschaffen ist, und zwar in den namhaftesten Luftkurorten am allerwenigsten. Jene friedliche Erholung, bei der man sich fern von der Not und den Interessen des Werktages mätynt. Hier balancieren wir wieder oben auf der schwanken Leiter der Gefühle. Wie der behäbig melancholische Berthold Auerbach den Schwarzwald pries als einzig schön „zum fröhlichen Wandern in Hochsommerzeit, zum Rasten in heimlicher Einsamkeit", so dürfen wir den Oberwald preisen mit seinen poetischen Waldstratzen, seinen wundervollen Hoch- waldlviesen und seinen prächtigen Fcmsichten, wie man sie von der allerdings unbequem erreichbaren „Burg", dieser seltsamen imposanten Anhäufung von Felsblöckeu in abgeschiedener Waldwildnis, genießt. Drei Strömungen gibt es unter den Naturschwärmern. Die einen werden durch den Schatten wohlgepflcgter Bäume in gartenartiger Gegend, durch den Duft und die Pracht von exotischen Blumen, andere von unermeßlichen schneebedeckten Riesen der Ollpenlandschaft anaczoaen. Beiden bietet der Oberwald keinen Reiz. Aber Die den würzigen vermiete». * Berlin, 7 Aug. Auf der Trabrennbahn Westend brach heute nacht Großscuer ans. ?lls die Löschzüge der Eharlottenburgcr Feuerwehr anrüclten, standen schuppen, Pftrde- ställc mit den Trabern der Rennbahn, die zweirädrigen nulkhs und die Futtervorräte in Hellen Flammen. Die Wehr schlenderte ununterbrochen Wassermcngen in daö ausgedehnte Feucrmeer: es schien ein vergeblicher Mampj. Die sengende Hitze, der atem- raubeude Qualm, da_> donnernd hcrabstilrzende Gebälk machten die Arbeit höchst gefahrvoll. Die edlen Traber, 30• bi« 40, aus den brennenden und ben Nachbarställcn, rissen sich von den Strängen los nnd jagten wre sinnlos auf die Löschmannschaften zu, durchbrachen du, Feuerwehrkordon, stürzten in völliger Dunkelheit in ström en de ui Regen auf die Rennbahn und retteten sich durch Sprünge über die Barrieren auf den Rasen. Von den nachcilcnden Pserdcpflcgcrn erhielt einer sehr schwere Verletz- ringen Der Brand war nach drei stunden gelöscht. V e r b r a n n t ist ein großer Stall, zwei Schuppen, ^sech s R e.n n v fe rde, darunter bekannte Traber, zahlreiche Lulkys Die Entstehung des Brandes ist unbekannt: wahrscheinlich ist er durch Unvorsichtigkeit beim Rauchen entstauben * H ochwasser. Von einer W a s s e r k a t a st r o p h e wurden infolge eines wolkenbruchartigen Regens das obere Trieb,sch- tal und das Saubachtal (figr. wachsen) heimgesucht. sellen- weise hat die Höhe der Wasuullut die von 1897 überschritten. Das 33(iliH|rhe Taqessriian. Etn charakteristisches Zeichen für den Wohlstand Britisch- Südafrikas. Für den Wohlstand, dessen sich ein Volk erfreut, sind auch seine Ausgaben zum Ankauf musikalischer Instrumente cm guter ftftadmesser. Tie Tatsache, daß Südafrika. jährlich zwischen 200 000 und 300000 Psd. _jm._ zum Anda»? musikalischer Instrumente verwenden kann, ist für sich allein schon em gutes Zeichen sür die gesunde ökonomische Lag dc§ Landes. Im verflossenen ?-,* hat Süd-frika musikalische Instrumente im Werte von ungefähr 21.0 000 Pfd. -ckerl. bezogen, doch geben diese Zahlen nur den Wert des Imports durch die Kap- kolonie. Im Jahre 1903, sür welches ausführlichere statistische Daten zur Verfügung stehen, belief sich irr Gesa mtuu Pott durch Natal und die Kaptolonie ans 299 318 Pfd. etcrl. Tie Höhe dieser Summe ist um so bemerkenswerter, wenn man sie m Vergleich zu den Ziffern vor etwa fünf oder sechs Jahren stellt, wo der jährliche Durchschnittswert etwas weniger als 40000 Psd. Sterl. oder noch nicht ganz ein Siebentel des Betrages von 1903 ausmachte. ., England ist nur mit wenig über 40 Prozent an diesem wichtigen Import beteiligt, der britische Anteil betrug 1903 nur 126 728 Psd. Sterl., worunter noch sur ctiua 20 000 Pfd. Sterl. ausländisches Fabrikat enthalten ist, das über britische Häsen verschisst >onrde. Deutschlands Anteil bezifferte sich in demselben Jahre ans 141 943 P,d. Sterl. oder 47 Prozent, derjenige der Vereinigten Staaten auf 25 264 Pfd. Sterl. oder über 8 Prozent Von andern Ländern waren außerdem beteiligt, Belgien mit 2305 Pfd. Sterl., Holland mit 61.6 Pfd. Sterl.. Frankreich mit 550 Pfd. Sterl. und mit noch geringeren Betragen Australien, Kanada, Oesterreich-Ungarn und Indien Was Pianos anbelangt, so erfreuen sich besonder» deutsche Fabrikate einer großen Beliebtheit. Das Geschäft in Orgeln beherrscht leider noch immer Amerika. In den ersten vier Monaten dieses Jalires sind davon Nicht weniger als 1790 Stück im Wette von 28 000 Pfd. Sterl. von Ncwhork nach Südafrik» verschisst, genau so viel wie in den vollen Jahren vorher. Der Handel mit Ziehharmonikas, Mundharmonikas und derartigen Instrumenten. welche bei den Kaisern sehr beliebt sind, ist fast ausschließlich in deutschen Händen, wie überhaupt der Handel mft allen billigeren Jnstrumentensorten. Wasser stieg innerhalb von fünf Minuten um em en Meter. Der Schaden ist beträchtlich. Menschen sind nickt umgekommen. — In Oberbavern sind infolge eines heftigen Regens alte Gcbirgswasserläufe bedeutend gestiegen. Der Verkehr ist vielfach unterbrochen. P a r t e n k i r ch en steht unter Daß er, und der Valmverkebr ist gestört. In Bad Tol z führt bic 31m: $roei Meter Hochwasser, in Lo isach^2,20 Meter^ In Bercktes gaben und Laufen ist die ^al^ach von 2,50 auf o "lCt-r gestiegen. Auf ber Zugspitze liegen Zentimeter N euch n e e. — Aehn liehe Nachrichten kommen auS N o rb t1 r o l. In Innsbruck regnet es seit Samstag abend heftig,, m Den oberen Regionen fällt Schnee. Aus vielen Gegenden wird Hoch- wasser «rmeldct. Im -^schniptal ,it ->« Drucke n Jenbach der Fabrikskanal zerstört, sodaß die ^rke still stehen. Bei L e rm o o s hat der Wildbach die Straße weggerchen, sodaß die Post nach Reuttc ausgehaltcn ist. Auch tm Zill er* t a l sind Verkehrsstörungen eingetret-n. In Drcitlahner sind 140 Touristen eingeschneit. — Auch in r? a l z b u r g ist Hochwasser eingetretcn: Teile der Stadt sind iiberia wemmt. * Kleine Tag eschroni k. Von se rn er Frau wurde au ossener Straße in Weingarten, der 28 Jahre alte Maurer Josef Dettinger erschossen. Tettinger, dem die Kugel ben Kops d-rchbohrte, war sofort tot. Seine Frau, deren erster Mann sich erhängt hat, wurde in Hast genommen. — Wahrend eines Festumzuges, der von 20 katholischen M ä n n e r v e r e i n e n ber Provinz Sachsen in Erfurt veranstaltet wurde, kam es im Vorort Ilversgehofen zu peinlichen Ausschreitungen. Tic Sozialdemokraten versuchten den Zug zu sbeengen und beleidigten die am Umzüge tcilnchmciiden Geistlichen Die gegen die Ruhestörer einschreitenbe Polizei wurde mit Steinen bedroht. Die Rädelsführer sind fcstgenommen. — Der Tagelöhner Philipp Bcuttel aus Weinheim stand unter dem dringenden Verdacht, vor etwa 14 Tagen einen auf der Straße stehenden voll beladenen Erntewagen angezündet und verbrcnrnt zu haben. Aus Furcht vor Strafe warf er sich unter den Frankfurter Frühzug, dessen Räder ihn völlig zermalmten. — In der Stadt Eger (im stomitat Heves) kam es bei einem Tanzfeste zwischen Bauernburschen und Soldaten zu einer Schlägerei. Die zur Herstellung der Ruhe ausgerückte Kompagnie Soldaten schoß, nack-dem sie auch angegriffen worden war, auf die Burschen. 7 wurden getötet, 18 tiertounbet. — In Bancluse in Frankreich ist ein großer Waldbrand aus- gebrochen. Der Schaden ist sehr bedeutend. — Nach einer Blatter- meldung teilte der Kapitänarzt des Häsens von N e w h o r k mit, der Koch eines aus Kolumbia eingctrosfencn ^amvfcrs sei am g el ben Fi c b e r g e st orb c n. So nimmt alw tue in New- Orleans ausgebrochene Epidemie besorgniserregende 2xusoc\yn» ung an, — NniverstlätS-ÄatüriAten. In letzter Zeit sind der Universttät R o st o ck einige große Legate zngeslossen Professor Nasie fetzte ein 2egak voii 30 000 Mk. für daS IlniversitätökrankeiihanS a»iS, Fräulein Luifc Eichelberg em olckes von 15 000 Mk. lür die Universitätsklinik. — 61eh. Regierungsrat Prof. Dr. Polhard in Lalle feierte, wie wir schon mitteilten, gestern sein 50iahriges Doktor- inbiläum AnS diesem Anlaß hat ihm die plnlosovlnsche .rnknllat ber he ss. LandcSuniversttät das D o k l o r b i v l o >n e r n c u er t. ilrb itcrl eroigung. Berlin, 7. Aug. Eine Kommission d e 8 A r b e i t- geber-Verban des für daS Baugewerbe in Rheinland-Westfalen wird morgen b e i m M i n i st e r gegen den Aeqieru n s - p r ä f i d e n t e n in Düsseldorf v o r st c l l i g werden, der den Zuzug aiisländischer Bauarbeiter untersagt hat. ‘ Boch u m, 7. Aug. Tie Meldung, daß die bedeutendsten B a u f i r m e ii BochiiniS im Lohnkampse iiachgcg c b e n fiöttcn. wird von Arbeitgeberseite bestritten. Nur ein I - Weizen 100 Kg. 18,00 '1’lT IjWeißbrol 2 Kg 52 Wg. Roggen (neuer) 100 Kg. 15,00-15.25 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. Märkte. Gießen, 8. Aug. Marktbericht. Auf heutigem Wockemnarkt kosteten: Butter vr. Md. 1.15-1.25 Mk., Hühnereier 1 Et. 7-8 Mg. 2 Stck. 00—OO Pfa., Gänseeicr 15—OO Pfa., Enteneier 6—< B'g-' Käse vr. Stck. 6-8 Pf., Käsematle 2Stck. 5-6Pfg. Erbsen vr.Liter 21 bfa., Pinien pr. Litei 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80- 0,90DIL, Hühner pr.Ct. 1 00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten vr. Sluck 1 80—2,20 Dir., Gänse vr. Psd. 55—65Psg., Kartoffelil vr. 100 Kg. 7'50—8,00 DIL, Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per -.itcc 20 Psg., Aepsel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Korben 00 Pfa Kirschen pr. Pid. 00-00 Pfg., Zwetfchen per Zentner 0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bi» 0.00 Mk. Weißkraut 0.10-0.15 Mk. Marktzeit 7—1 Uhr. Arbeiter in den Ausstand. Dl. - Gladbach 7. Ang. Sämtliche S p e di t io n 8 f ii h r - eute sind hier ohne Kündigimg wegen Lolmstreits in den Aus« land getreten, sodaß der Güterverkehr vollständig ruht- Reichenbach in Boigtl., 7. Aug. Heute ist die Aus- p e rr n n g der 2000 Arbeiter der Boigtländl'chen C t r 1 ck g n m - f ä r b c r e i als Folge des Glauchan-Dleraner ^ärverstreiks erfolgt. Meerane i. Sa., 7. Aug. Drei stark bjmtcbtc -l e r 111 - a r b e i t e r - V c rs a m ni l u n g e n beschäftigen )ich heute mit oct Aussperrung. Es wurde ben Arbeitern anheimgegeben, durch ihre 9lrbeilcrouoid)üfic mit oder ohne DcrboubSucrlvcicr neue Vcrhaub- hmacn auzubahnen. In einer Resolution würbe bic .lnncht ausgesprochen, baß ber Ausspernrng ber Weber ruhig entgegengetehen nierbe Die allgemeine Stnnnnma ist für bie 9lnstialniie bes Kampfes. hrttannffdicn Regierung zu tun, und auf diese fallt Run, wir sehen nicht, daß bic englische Regierung bisher irgendwelchen Einfluß anSgeübt f 'ittc, bic Kapregicrung darüber zu beleben, welchen verstimmenden Eindruck diese Unterstützung unserer Feinde m Deutschland notwendig Hervorrufen muß. Im (Gegenteil, ^ax. Mitchell erwähnt inbezug aus die Behandlung der Herero ansdrücklich der „engsten Fühlung mit der Regierung rn London"! Im Gegenteil!" Ihnen: Wir stehen im Begriff, daS Lokal mit Protest zu verlassen. alS wir eine ivnndcrllche Prozession nahen sehen. Wie Hamlet und Pvlonius können wir darüber disputieren, ob's Wiesel, Walfische ober Kamele sinb, bie ba nahen. „Beim Himmel, es sieht aus, wie ein Kamel." Und ist'S anch. „Es ging ein Mann im Oberland, führt ein Kam« am Halfterband. Und aus ihm und um cS, und auf dem eine klapprige, alte grüne Karre ziehenden Schimmel Reine und große Assen, die bald auf dem Rücken ber bciben großen Tiere, batb auf ber Lanbsttaßc toN sich sagen. Ein wahr hastcS ländliches Fest für bie Leute ringsumher, bie dem seltsamen Aufzuge folgen ober ihm entgegcneilcn. tfamcl unb Pftrb und Affen zeigen ihre verschiedenen kleinen Kunststücke, bie Führer kriegen von benUmstehenbeii ihren LboluS und während sie nach der einen Seite weitcrzieh— rabcln wir nach ber anberen fort, lnnein in den Ob en ei Erlemcnm, bat die Tarifvettrage anerkannt. Er beschäftigt dreißig Mann von fünfzehnhundert Ausgesperrten, bic m Bochum in Be- Ef sen 7 Aug. Im hiesigen Jnbristriebczirk sind nach Angabe her Sechserkommissioti bisher 11 823 Llr b c i 1 e t ansgesve r r t. Morgen treten bei sechzehn Bauunternehmern Essens sämtliche Die Natlir In ihrem Wachstum schwellt nicht Zehnen Und MuSkcln. Mit dem Tempel selbst erweitert Geist unb Seele, nur Sich auch der ütn'r: Dienst von Höchste Schlachtvichpreiie in F r a n k f u r t a. Dl. Flcischpreise in Gießen Echsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 75-80 Dlk. ' Kg.Schlachtgew. 83-87 Pf. '/, 74 Kg. 70-80 Psg. '/, , 70-74 , '/, 70 80 _____ ipveife in Gießen üble« > Frucht brotpreise -ta Art Prafti’die, fpariame rfierinnen das echte 'djtvan. Sie wissen gen Sag fein befiere§ -eise (m'bbÄW mbttt TMNe-Seiie st\ Beier Verbrauch unb die vorzügliche e minderwertige Nach- tut Toering's Eulen- roll zu baden ist. br > jfen von Hocbwald- Zurg^, zu suchen. Mhause hatte uns eüenweg tmks, dm beauS. Fraum, die c aleich geradeaus. Fahrstraße cmge- weniger schone. Ln densalls noch sehr nckes zu wünschen A°»«t gefangen. V-raessens >pmnen, ,7.« e lia Mdernd KW" »tis LS->- ‘ «rtSÄ SDS “ a»*v UfffiltOtW j. :ent beiÄÄ*L 2 Werktages {et s d-rKKh-ld cchön als ewuS '^n heun- t zuw rCi?en nut «s »t ,5 -nd?' sD--- cung9 •.‘iS*** Sp«t Wr "» feile 2 'J- l'itebe,,. b,5 fe c< "eue 4? WL mise in Gießen Tot 2 Sq, 52 Wq. ‘ rrzbrot 2 Kg. 48Psg. itigem Vockemmckt eier 1 Et. 1-8 H eicr 6—7 Ag., Käse >ien pr. Liter 21Pig., OM., Hühner pr.Et. ., Enten pr. Stuck artosscln vr. 100 Kg. Bll, Milch per Liter in Körben 00 Pig., x Zentner 0.00 M. kraut 0.10-0.15 Mk. IjL’jSooo® ^berg ein in h^, bOiabriges MoDbildie 5ü(llltät 1°wn^euert. «otuc ,i leit’’1 l gedw ?*»’*. 4 an liiert, I kg. 70-80 Psg. , 70—74 . 70 80 , L. ’n l)berh5rgern. m Darmstadt eine 16 8o 8 & ■ •&& ÖOSÖOQDS U) d d cd s 2 CDD* 3 D D TO S1 CD to to CD O 4- O" Co" fO CD 5" e» & CD c® O ' D C< S Ä ff-B er ' TO <5ö <-■ D » CD 5$ SP o » to CD CT D TO D tts o <58 CT' Q 75 D5 = o ao 3 V2 8 co & 3 «To UV titi Cb ÜÖ ö V< «rv «5ll Ö-9 «6 er D <58 CD o D D er D J= <50 CD O Q< to - O Ö rr 2 6) D-- S x> TV & D <58 *5b D D CD O Cx C o 57 CD O er O CD TO D er 3 Q a- 8 st TT e> — cp r, O rt 2 es o 5/ er D TO 5 57 er er to O 2 «■ S3 er 15» <53- <58 er <58 B <3 er Iz 57.» D er O- to er D to - 2 Dn * o‘ = 5 TO.« = CD T5 ro L< er to TO 5 <58 Co 5 3 g-e 7 * § TO TO r-r 3 D er ;ro- cd" 4- o -1 o D 5 <58* § er TO TO er — CD D 'to O CD Z?x O 5 iS <3 -L a •*- er 3^ « 2 r* - 5 -2s 8 <5ti" 3 —, er D- « er «8a TO cd D-rr« «S< TO TO D TO L e 2.o« TO <2 TO. 55 e.- C< g.63 3 to TO OJ TO 2 S 6 re* üTd «'S A §s| S * a- r-2 er 3