Wr. 107 teetio außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit km »elfischen Landwirt die Gießener ZamUien. dUUter viermal In der Woche betgelegt. -totattonSdruck u. Verlag der Brühl'schen Untvers^Buch-u. Stein- druckerei. Ä. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulftratze 1. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Frrusprechanschluß Nr.Kl. Erstes Blatt. 155. Jahrgang Montag 8. Mai 1005 EietzenerAnzeiger General-Anzeiger '*#7 Aint§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen V-ß«g--»OtOr monatlich 75 Pf^vtettel« jährlich Mk.8.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. auöschl. Destellg. 7ilnähme von Anzeiaerr >ür die Tr asr» erntet 'S vomrittagS * * * * 5 eine. Ze^emrreiS: auswärts LV Kz. Verantwortlich für den poltt und -tjjeitte TeUr P. Wittko» für .Stadt und Land^ und . GerichtSs aal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Deck- 5>ie Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod, Kreis Gießen. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß 43 Grundeigentümer, • die mit 193,4128 ha Gelände in der Gemarkung Oppenrod begütert sind, unterschriftlich die Feld» bereinigung und die Anlage von Wegen in den Obstbaumgrundstücken der Gemarkung Oppenrod beantragt haben. Da an diesem Unternehmen im Ganzen 168 Grund- /igentümer mit 299,0973 ha Land beteiligt sind, so ist für das Zustandekommen desselben die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit (mehr wie ein Fünsteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Flache besitzen), vorhanden. DaS Unternehmen ist von der Landeskommission für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommiffär nach Art. 11 des Gesetzes vom 28. September 1887 bestellt worden. Die oben erwähnten Anträge nebst einer Zusammenstellung ihres Ergebniffes liegen bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod vom 10. bis einschließlich 16. Mai l. I. zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständig- keit deS Ergebniffes sind binnen 14 Tagen', von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittelst schriftlicher Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, ür Darmstadt geltend zu machen. Friedberg, den 3. Mai 1905. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann. UMrsche Tagesschau. Ein Depeschenwechsel. Der Wortlaut, der zwischen dem deutschen Kaiser und dem König von Italien am 4. d. M. in französischer Sprache gewechselten Telegramme ist in deutscher Ueber- setzung folgender. Das Telegramm des Kaisers lautet: Im Begriff, den Boden Italiens zu verlassen, wo wir, meine Familie und ich, abermals eine unvergeßliche Gastfreundschaft und einen Empfang von tief bewegender Herzlichkeit genossen haben, liegt es mir daran, Dir den Ausdruck unserer tiefen und aufrichtigen Dankbarkeit zu erneuern. Wir werden stets eine köstliche Erinnerung an diese im leuchtenden Süden verbrachten Wochen bewahren und von fern und von nah werden wir fortfahren von Herzen an allem teilzunehmen, was das befreundete und verbündete Italien betrifft. Ich danke Dir ganz besonders, daß Du nach Neapel zu kommen die Güte gehabt und mir dadurch Gelegenheit gegeben hast, Dir die Hand zu drücken und auf diese Weise die B an b e zu stärken, die unsere Hauser und unsere Länder verbinden. Die Kaiserin vereinigt sich mit mir, um Dir und der Königin unsere freundschaftlichen Gesinnungen und unser inniges Gedenken auszudrücken. W i l h e l m." Das Antworttelegramm des Königs von Italien lautet: Die liebenswürdigen Worte, die Du vor dem Verlassen Italiens an mich gerichtet hast, sind mir ein neuer und sehr wertvoller Beweis der i n n i g e n F r e u n d s ch a f t, die Du und die Deinigen meinem Lande und meiner Familie immer bezeugt haben und die wir Euch mit größter und herzlicher Aufrichtigkeit erwidern. Dein edles Herz und Dein hoher Sinn mußten durch die Ausdehnung und die spontane Natur der Kundgebungen, deren Gegenstand Ihr überall bei uns gewesen seid, berührt werden. Aber es ist mir sehr lieb, eine Bestätigung dafür von Deiner Seite zu erhalten und wie ich froh bin den günstigen Anlaß benutzt zu haben, um Dir meine persönlichen Gesinnungen auszudrücken, so beglückt es mich, Dir noch einmal zu «-klären, daß mein Volk und ich stets mit der lebhaftesten Bereitwilligkeit die Gelegenheit ergreifen werden, Dir und Deinem Hause und Deutschland unsere wahrhafte Anhänglichkeit zu bekunden. Die Königin sendet ihre besten Grüße an die Kaiserin, der ich meine Huldigungen darzubringen bitte. Freundschaitlichst: Viktor Emanuel". * Profcfforendisziplinierung? Die einzige, aber treueste journalistische Freundin des preußischen Kultusministeriums und seiner Leuchten, der Herren Studt und Althoff, die „Germania", macht den Marburger Professoren einen Vorwurf daraus, daß sie ihren kräftigen Protest gegen Herrn Studt nicht in den Akten der Marburger Universität haben verschimmeln lassen wollen. Das Blatt jammert über eine neue „Indiskretion" und deduziert weiter: „Im Interesse der Disziplin unserer Hochschulen ist ferner auch die unbefugtes?) Veröffentlichung in der Prefse aufs schärfste zu rügen. Diese Indiskretion beweist von neuem, daß Professoren unserer Hochschulen mit dem Eisenacher Hochschulverbande unter einer Decke spielen, was den Eingeweihten allerdings längst kein Geheimnis mehr war. Und wenn, wie der Marburger Senat hervorheben zu müssen glaubt, die Studenten keine Staatsbeamten sind — wer hat das übrigens je behauptet? — die Lehrer an den deutschen Hochschulen sind Beamte des Staates und sollten wenigstens stets eingedenk sein, was sie ihren vorgesetzten Behörden schuldig sind. Eingaben wie die des Göttinger und Marburger Senats, von Hochschullehrern in die Presse lanziert, müssen die Staatsautorität unbedingt schädigen und untergraben. Darf ein Staatsbeamter sich dazu hergeben? Wünscht die „Germania" etwa, daß nunmehr gegen die Göttinger und Marburger Professoren wegen ihrer vermeintlichen „Indiskretion" disziplinarisch vorgegangen werde? Welchen Zweck hätte sonst dieser liebevolle Hinweis auf die Beamtenqualität der sich zur Wehre setzenden Professoren? Es wäre eine in unseren Tagen der Schiller-Ehrung sich vorzüglich ausnehmende hübsche dramatische Steigerung des Kampfes um die bedrohten Rechte der freien Professoren und Studenten, wenn die Herren Studt und Althoff auf den Rat ihrer publizistischen Gönnerin, der „Germania", eingingen! DerSache der wahren akademischen Freiheit würde dadurch am letzten Ende doch recht erheblich gedient. Auch der Krug der Reaktion geht so lange zu Wasser, bis er bricht. Deutsches Reich. Berlin. 6. Mai. Der Kaiser fährt zum Geburtstage des Königs von Sachsen am 25. Mai nach Dresden und nimmt an der Königsparade teil. — Die Kommission des Abgeordnetenhauses nahm heute den Absatz 1 des § 65 der Berggesetz - Novelle in der Fassung der Regierungsvorlage an. — Nachdem der Bundesrat am 4. ds. Mts. dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend Uebernahme einer Garantie des Reiches in Bezug auf eine Eisenbahn von Dnala nach den Manenguba-Bergen, seine Zustimmung erteilt hat, ist die Vorlage nunmehr beim Reichstage eingebracht worden. Dem Gesetzentwurf ist eine ausführliche Begründung, sowie eine die Linienführung der geplanten Eisenbahn veranschaulichende Karte beigegeben. — Nach der „Nat.-Ztg." entwickelt sich in Deutschland die anarchistische Bewegung immer stärker. Außen in Berlin und seinen Vororten ist es den Anarchisten gelungen, in einer verhältnismäßig großen Anzahl Städte Vertrauenspersonen zu gewinnen, welche den Massenvertrieb der anarchistischen Litteratur besorgen. Solche Agenturen sind bis jetzt it. a. in Köln, Dresden, Görlitz, Hamburg, Leipzig, Ludwigshafen und Magdeburg eingerichtet. Die 2lnarchisten von Hamburg haben am 1. Mai die Gründung einer Liga, für die Idee des Generalstreiks vollzogen. Der bieS-1 jährige Anarchistenkongreß soll in der Nähe von Jena ab»\ gehalten werden. — Wie die „Berl. polit. Nachr." hören, führten die am 5. und 6. Mai hier stattgehabten Verhandlungen von Vertretern der Bundesstaaten über die Reform der deutschen Personen- und Gepäktarife zu einem erfteulichen Einverständnis über die wesentlichen Punkte. Die Vor-« schlüge der Konferenz bedürfen zunächst der Genehmigung der beteiligten Regierungen. — Bei den heutigen, zum ersten male stattsindenbea Arbeitnehmerwahlen zu den Berliner KaufmannZ- gerichten siegte die Liste des d eutsch n ation al en Handlungsgehtlfenverbands mit 3247 Stimmen. Die Liste des Hamburger Vereins von 1858 erhielt 2742, jene des kaufmännischen Hilfsvereins 2227, die sozialdemokratische 2146 und die Liste des Verbandes der vereinigten Kaufleute 2109 Stimmen. Cuxhaven, 7. Mai. Der Marinefiskus kaufte unweit von hier, bei Groden, einen größeren Strand^ komplex für 40 000 Mk. zur Erweiterung von Marineanlagen. Aus Bayern, 7. Mai. Dieser Tage haben sich, wie, gemeldet, die beiden städtischen Kollegien in Nürnberg mit! einer Eingabe an die bayerische Regierung gewandt, in berj Schritte zur Steuerung der Fleischnot verlangt werden.! ^Zetzt verlautet dazu, nach den „Münch. N. N.*, weiter, ba^ nach Antrag des Gemeindekollegiums die Gemeinbekollegien von München und Augsburg von dem Schritte unterrichtet! werden sollen, da diese beiden Städte gleichwie Nürnberg tn| der Land eskommission für Fleischversovgung^ welche das Staatsministerium vor zwei Jahren einberuferr hatte, vertreten waren. Der Antrag an das Staatsministe-; rium auf Einberufung der Kommission wird unter anderem! damit begründet, daß nach Inkrafttreten der Handelsverträge voraussichtlich eine weitere Steigerung der Fleffchpreffe eintreten wird. Von sachverständiger Seite wurde bemerkt, daß die Landwirte die Nürnberger Viehverkaufsstelle mit ganz minderwertigem Vieh beschickten. Die einheimische Landwirtschaft stehe nicht auf der Höhe und habe sich als ganz impotent in der Versorgung be-S Marktes erwiesen. parlamentarisches aus Kesseu. Die Stände des Großherzogtums haben an S. K. H« den Großherzog die Bitte gerichtet, dem Entwurf eines Finanzgesetzes für 1905 in der von ihnen gegebenen Fassung dtt Allerhöchste Genehmigung zu erteilen. Zugleich unterbreitete« die Stände Sr. Kgl. Hoheit die Ergebnisse der verfaffungS* mäßigen Verhandlungen über den Hauptvoranschlag der StaatsEinnahmen und -Ausgaben des Großherzogtums für Kleines Jeuilleton. — Volks-Schillerpreis. Der sympathische Gedanke, fcie er bei der Begründung des Volks-Schillerpreises durch die deutschen Goethebünde im vorigen Jahre ausgesprochen worden ist, ben ersten Preis am hundertjährigen Todestage Schillers zu verteilen, hat verwirklicht werden können. Das Urteil des Preisgerichts, in dem alle literarischen Richtungen vertreten hxrren — wir nennen als Mitglieder nur die folgenden Herren: Ferdinand Avcnarius-Dresden, Dr. Alfred Freiherr v. Berger- Hamburg, Professor Diez-Stuttgart, Dr. Ludwig Fulda-Berlm, Professor Dr. Köster-Leipzig, Professor Minor-Wien, Hermann Sudermann-Berlin, Direktor Dr. Paul Schlenther-Wien, Prof. Dr Volkelt-Leipzig, Dr. Bruno Wille-Friedrichshagen —, rft am' 7 Mai in Berlin in öffentlicher Sitzung verkündet worden. Es teilt die zur Preiskröuung zur Verfügung stehende Summe von 3000 Mark unter drei Werken und deren Verfassern, nämlich Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann, „Verg- schmiede" von Carl Hauptmann und „Graf von Chgrolais" von dem Wiener Poeten Becr-H°fm°nn Dieses Ergebnis hat ent na» drei Abstimmungen ^gestellt to erben können. Die erste Wstimmung über rund oO Dramen, die von einem znr Vorprüfung der rund 250 ernge gangen en Werke eingesetzten Ausschuü borge,chlagen waren, ergab teme satzungsgemäße Mehrheit, es kamen vietmehr zur engeren Wahl „Rose Bernd", „Die Bergschmicde" und „Graf von 66m:o!at3". Auch die zweite Abstimmung cntfchied noch nicht -ndgrlag, da nun einige Preisrichter sich .für dre znlanrgeL.ei.ung des Preises aussprachen. So mußte die dritte Abstimmung dre engere Wahl treffen zwischen „R°,e Bernd" und der Dreiteilung, und diese letztere wurde, wie gesagt, mit großer Mehrheit an- Sat”: Darmstadt, 7. Mai Die V°lksseier des S>Ätll.erjubiläums hatte heute abend- m sieben der größten Säle ein nach Tausenden zählende» Bubllkum zulaminen- geführt, das die Festsüle schon lange vorher besetzte. as Programm der Festfeier luar in allen lokalen etn öom Bentrop tomitee einheitlich festgesetztes; es wurde überall mit dem ^ertrag des Totenopfer aus der Oper „Orpheus :md Cmrrdici von Gluck eingeleitet, dem folgten Prolog, reip. Begrüßung, Mannerchöre, Festrede und zahlreiche Lieder und Rezstatronen aus Schüler^ Dichtungen. Ter Mozartvereiu beteiligte sich auch mit leinem am vortrefflich geschulten Kinderchor. Die Festreden hielten © Dr. Berghoff-Jsing, Prof. Trümpert, Prof. Friedrich, Ober- Ufcrer Ar, Konr. Rebling, Oberlehrer Kffsinger u. a. Dre kunst- ■■■■■ IIII ■! Ium I........................... lerischen Genüsse spendeten in dankenswerter Weise Hofoper n- säng-erinnen Frls. Pracher, Kapust und Rödiger, die Hofschau- fpielerinnen Frls. Eickelsheim, Steffan, Hofschausvieler Hacker, Knispel, Lehrmann, Kreidemann, Löhr, sowie Hofrat Edward. Frankfurt, 6. Mai. Der demokratische Verein veranstaltete heute abend eine S chi l l e rf eier. Regisseur Quincke trug den Goetheschen Epilog zu Schillers „Glocke" vor,, bann hielt Direktor Curti die Fe)trede über „Schillers Freiheitsdichtung Wilhelm Tell". Die Bellwidtscke Gesangsschule trug die Brahms- sche „Nänie" vor. Frl. Johanna Kiß und Herr H. Pfaff fangen Schubertsche und Lisztsche Kompositionen zu Schillerschen Texten, Oberregisseur Quincke trug die Wildenbruchsche Hymne „Heros, bleib hei uns!" vor und im Verein mit Frl. Sangora vom Stadttheater verschiedene Schillersche Dichtungen. Als Erinnerungsgabe erhielten die Teilnehmer Leo Sambergers Schillerbild des Kunstwartverlages. — Eine sinnige Schiller feier veranstaltete beute der B e zir ksv erein Altfrankfurt. Um 8 Uhr versammelte er seine Mitglieder zu einem Spaziergange nach der Schillerruhe int Stadtwalde; dort hielt unter dem frischen Buchengrün der Stadtv. Rupp eine Ansprache, Herr Nanninger und eine Dame trugen Schillersche Gedichte vor. Die ganze Feier in dem _ frühlings frischen Waldmorgen war von stimmungsvollem, poetischen Reiz. . Auf den „Bürgerlichen Schießständen" vereinigten sich die Teilnehmer hernach in gemütlicher Geselligkeit. — Die Schillerferer der Stadt Frankfurt ist heute nachmittag mit einer Vorfeier, dem großen Festkonzert im Hipvodrom, eröffnet worden. Frl. Charlotte Boch vom Schauspielhause sprach “einen Prolog, den Rektor G. Lang verfaßt hatte. Der übrige Teil der Feier war musikalischen Darbietungen gewidmet, an denen sich ein Orchester von ca. 150 Mitwirkenden und ein Chor von etwa 500 Personen beteiligte. Die „Nanie" von Brahms fand unter Leitung des Professors Aug. Grüters eine weihevolle Wiedergabe. Das Gleiche gilt von der Komposition der „Totenklage" wie der „Braut von Messina" von Georg Sckumann. Den Schluß bildete Beethovens 9. Symphonie. Sie wurde von Sigmund v. Hausegger geleitet. Oberursel a. T„ 6. Mai. Hier veranstaltete die Stadt heute im Verein mit der Sektion Oberursel des Taunusllubs eine Schillerfeier. Die Sektion Oberursel bat eine viertel Stunde oberhalb der Stadt in der Nähe der Villa Hopf einen Aus- sichtstnrm errichtet, welcher den Namen Schill er türm erhalten hat und dessen Einweihung den Mittelpuntt der Feier Feier bildete. Der Turm ist mit einem Kostenaufwande von 5000 Mark erbaut worden, wozu die Stadt 500 Mark bei gesteuert hatte und 2000 Mark durch eine Kollekte in der Bürgerschaft auf» gebracht worden waren. Am Vormittag fand eine akademische Feier statt, am Nachmittag marschierten die Vereine in erneut1 Festzuge nach der dlltkönigstraße, wo der Turm steht. Einj Massenchor leitete die Feier ein: Ansprachen hielten Rettov Kuleu-Oberursel, ferner der Vorsitzende des Taunusklubs P. Kittel aus Frankfurt und Bürgermeister Füller-Oberursel. Ein Choral schloß die Feier. Auf dem Festplatze fand abends ein Volksfest: statt und im Gasthause zum „Bären" festliche Aufführungen^ wobei Szenen aus dem „Tell" durch Damen und Herren ans Oberursel zur Darstellung kamen. Stuttgart, 7. Mai. Zu Ehren Schillers' gab heute, affenb die Stadt der Bürgerschaft ein Festbankett in sieben großen Sälen, die bis zum letzten Platze besucht waren. Bei der Feier wechselten Reden, musikalische und dellamatorifche Vor-! träge. „ Rom, 6. Mai. Der deutsche Botschafter Graf Monts über* nahm den Ehrenvorsitz des Komitees zur Veranstaltung einer S ck i l l e r f e i e r int hiesigen Teatro Nazionale: Dem Komitee! gehören unter dem Vorsitz des Grafen San Mardino Vertreter; der italienischen Wissenschaft, Kunlt und Literatur art, sowie einige; deutsche Pressevertreter. — In Gegenwart des Königs, des nisterprästdenten, der übrigen Minister, sowie von Vertretern' aus der Künstler- und der Gelehrtenwelt wurde in der Villaj Borghese das Viktor Hugo-Den kmal enthüllt. — Zur S chillerfeier. lieber die aus Anlaß der Schll^ ler- Feier abgehaltene Fesffitztmg eines Staatsministerrums liegt in der Schillernummer des Kladderadatsch der folgend^ Bericht vor: Ministerpräsident: „Meine Herren! Es gilt, Schiller feiern, der da sagte: „Hier sind wir versammelt zu löblichen^ Tun!" (Zwisck>enruf aus Pods Nachbarschaft: „Ist ja von Heine!") Also wie sein Freund Heine sagte. Wie ehren tvtr beu^ Dichter am besten? Ich'bitte um Vorschläge." Kricgsminister: „Wäre c5 nicht angebracht, ein Jägerbataillm^ nach ihm zu benennen? Das Interesse, das er für die rertenbenfj Holkiscken Jager bewiesen hat. . . ." < Ministerpräfident: „Schön, sckön, wir werden schert." a Moeller: „Könnte nicht vielleicht die Büste des Mohren, dem seine Schuldigkeit getan hat und gehen kamr, mit bet entsprechen-^ den Unterschrift in dem Arbeitszimmer eines jeden von uns auf-! gestellt werden'^ Die Königliche Porzellan-Manufaktur wird ge-' wiß gern . . Ministerpräsident: . Tavon später". . A v. Budde: ,^Jch bin für Einführung eine# Schillerpreises und zwar soll der erhöhte Preis für die Eisenbahnsahrnrrten.! daZ Jahr 1905 und über die im Allerhöchsten Auftrage der Kurkaperle. Dienstag nachm. auf der Terrasse Dr. den zwei Rollwagen, auf demn Schränke und exkorticrt von Der neue Ausschuß, der Schubladen der Studenten lagen. die Stände gelangten Nachträge und Verichtigungen zu diesem Hauptvoranschlag, sowie die gelegentlich der Budget-Verhandlungen beschlossenen gemeinschaftlichen und einseitigen ständischen Wünsche zu Allerhöchster Entschließung. Die Großh. Regierung richtete an die Stände des Großherzogtums das Ansinnen: zuzustimmen, daß die Gehalte der vor dem 1. August 1902 von den Kreisen dekretmäßig angestellt gewesenen Geometer 1. Klasse, welche nunmehr im Staatsdienst angestellt sind, rückwirkend von dem Tage ihrer Anstellung im Staatsdienst an so bemessen werden, daß diese Beamten gegen die ihnen von den Kreisen dekretmäßig zugesicherten Gehaltsbezüge eine Verkürzung nicht erleiden. Konzert der KurkapMe. Abends von 8—9 Uhr im Saale musikalisch Soiree von Solisten der Kurckapelle. Mittwoch nachm. und abends auf der Terrasse oder im Saale des Kurhauses Konzert der Kurkapelle. Donnerstag nachm. und abends auf der Terrasse oder im Saale des Kurhauses Konzert der KurkapMe. Freitag nachm. und abends auf der Terrasse oder im Saale des Kurhauses Konzert der Kurkapelle. Samstag nachm. und abends auf der Terrasse oder im Saale des Kurhauses Konzert der Kurkapelle. Sonntag, 14. Mai Konzert der Kapelle des Hessischen Jn- fcmterrc-(Leib-Gardc-)Regimcnts Nr. 115 aus Darmstadt. Montag, 15. Mai (50jähriger Gedenktag der Friedrich Wilhelms-Quelle Sprudel 12) im Saale Prolog und Theatervorstellung, nachher bei gutem Wetter großes Feuerwerk vor der Terrasse und bengalische Beleuchtung des Sprudels. § Fried berg, 7. Mai. Bis jetzt ist es der Polizei noch nicht gelungen, die jugendlichen Uebeltäter aus- Grödel von Bad-Nauheim. ** Personalien S. K. H. der Großherzog haben Bauinspektor des Hochbauamts Gießen, Geh. Baurat sich inzwischen förmlich gebildet hatte, mietete übrigens in dem Lokal die ganze untere Etage unter der Bedingung, daß die katholische Verbindung, die mit dem Wirt keinen festen Vertrag hat, die von ihr jetzt noch innegehabten Räume verlassen müsse. Die Studenten beabsichtigen, der Schillerseier, die in der großen Kuppelhalle der Hochschule abgehalten wird, fern zu bleiben. Anstatt Schiller zu feiern, wollen sie einen Ausflug zum Spandauer Bock unternehmen. Karl Neuling zu Gießen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Dienstnach- solgers an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Finanzaspirant Irle aus Darmstadt wurde zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Darmstadt, der Finanz- aspirant Wolff aus Mümlina-Crumbach zum Hauptsteueramtsassistenten in Mainz, der Finanzaspirant Hartherz aus Darmstadt zum Hauptsteueramtsassistenten in Mainz, der Finanzaspirant Eckhardt aus Nidda zum Hauptsteueramtsassistenten in Mainz, der Finanzaspirant Rübe aus Bingenheim zum Hauptsteueramtsassistenten in Offenbach ernannt. — Ernannt wurden ferner dee Assistent bei der Landes-Hypothekenbank Kreth und der Bankbeamte Seipp aus Büßgeld zu Direktions-Assistenten bei der Landes-Hypothekenbank. ** Die Frühjahrs-Bezirks-Vertreterver- / ammlung vom Hessisch-Nassauischen Verband Gabelsberger Stenographen tagte am Sonntag nachmittag auf dem Windhvf. Der provisorische Vorsitzende des neuen Bezirks, Armenamtssekretär Loh, eröffnete die Verhandlungen. Vertreten waren die Steno- graphengesellschaft-Gießen, der Stenographenverein-Gießen, Tamenkränzchen-Gießen, Damenverein Marburg, Verein Marburg, Schotten, Heuchelheim, Klein-Linden. Friedberg und Wetzlar; es fehlten Lich und Bad-Nauheim, lieber die Benennung des Bezirks waren die Meinungen geteilt, einige schlugen den Namen Gießen, andere Ober- Hessen vor. Schließlich einigte man sich auf den Namen Oberhessen. Punkt 2 bildete die Wahl des Bezirksvorstands und des Vororts. Der Vorschlag Marburg, Gießen alsVorort im Mittelpunkt des Bezirks zu wählen, wurde einstimmig angenommen. Bei der Vorstandswahl wurden einstimmig gewählt W. Loh-Gießen zum 1. Vorsitzenden und H. Bickel-Gießen zum 2. Vorsitzenden. Die übrigen Vorstandsmitglieder werden aus i>en Vorständen der beiden Gießener Vereine gewählt. Der Vorsitzende gibt dann die Preisverteilung zu dem am 30. Okt. v. I. in Gießen stattgehabten Preisschreibens bekannt. Darnach erhielten Preise: Max Wolf, Georg Fritz sch, Wilhelm Senßfelder, lobende Anerkennung Th. Keßler, Karl Plank, Wilhelm Kalweit, August Loos, lobende Anerkennung Friedrich Roth, sämtlich von Gießen. An die mit Preisen bedachten Herren wurden Tiplome.verteilt. Der Vorsitzende forderte für das demnächst beabsichtigte Preis-Schön- und Richtigschreiben und das Wettschreiben zu recht zahlreicher Beteiligung auch von auswärts auf. Darauf wird die Wahl der drei Preisrichter vorgenommen; als solche werden einstimmig gewählt: Lehrer Kling-Gießen, Kuhl-Heuchelheim und Lebrer Müller-Friedberg. Nachdem der Vorsitzende noch oem Verein Heuchelheim für die freundliche Aufnahme gedankt hatte, schloß er die Verhandlungen mit einem Hoch auf den neugegründeten Bezirk Oberhessen und die Gabelsbergersche Stenographie. Darauf kam die Fidelitas zu ihrem Rechte, bis das „Bieberlieschen" die Teilnehmer abends wieder nach Gießen brachte. Bad-Nauheim, 6. Mai. Unterhaltungen vom 7. bis 14. Mai: Frühkonzert der Kürkapelle täglich von 71/2—-8V2 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Montag, 8. Mai, nachm. auf der Terrasse oder im Saale des Kürhauses zrtr vom 9. d. M. ab die Reform der Personentarife cinzuleiten hätte, so genannt werden. Das wird die Reform populär machen." Frhr. v. Rheinbaben: „So sympathisch mir vom Standpunkt der Finanzverwaltung dieser Vorschlag ist, halte ich doch eine allgemeine Schillerlotterie für angebrachter. Wodurch könnte man den Reichsaedanlen mehr festigend" (Pod: „Durch Nieten!") Studt: „Mir will scheinen, als ob hier fiskalische Erwäg- mgen zu sehr mitsprechen. Es fehlt Schiller immer noch an Denkmälern; es gibt eine gro^e Zahl von Städten, in denen kaum eine Gipsbüste des Dichterheros vorhanden ist. Berlin A. B. hat nur eins. Wie wäre es mm, wenn man im Tiergarten eine ganze Mlee mit lauter Standbildern Schillers schmückte: Schiller als Karlsschüler, Schiller als Regimentsmedikus, Schiller neben Laura am Klavier, beim Dichten seiner verschiedenen Dramen, als Professor in Karlsbad auf einem Esel reitend, faule Aepfel in seinen Tischkasten legend, kurz in allen, möglichen Phasen seines ruhmreichen Lebens! Mit Leichtigkeit könnten hier 60—80 notleidende Bildhauer Beschäftigung finden, und die Reichshauptstadt wäre um ein Schaustück ersten Ranges be- michert." Einmütig wurde dieser Vorschlag angenommen, und die Sonne Homers, siehe sie lächelt. Madrid, 7. Mai. Heute begannen mit großem Gepränge die Festlichkeiten aus Anlaß der Dreihundertjahrfeier der 1. Veröffentlichung des „Don Quij 0 te". Zu der Feier entsandter: Deutschland, England, Frankreich, Italien und Ruß- land sowie die mittel- und südamerikanischen Republiken offizielle Vertreter. Tie Stadt ist reich geschmückt und in Feststimmung. Zahlreiche Fremde sind eingetroffen. Eine Blumenschlacht am Tage und abend* ein militärischer Zapfenstreich leiteten dre festlichen Veranstaltungen ein. Christiania, 6. Mai. Das von dem Herzog von Orleans gemietete Polar schiff „Velgica" ist mit der Expedition des Herzogs heute von Sandefjord nach Bergen, wo der Herzog selbst an Bord geht, gbgegangen. Von Bergen geht hie Fahrt nach Spitzbergen, Franz Josefs-Land und Grönland, wo Meeresuntersuchungen vorgenommen werden sollen, dann weiter nach den Shannon-Inseln, wo der Herzog die Depots der amerikanisch^.'. Zieglercxpedition untersuchen. und eventuell die tort befindlichen Mitglieder dieser Expedition aufnehmen will. Die Rückkehr des Herzogs nach Ostende wird Mitte September erwartet. Mainz, 5. Mai. Der unter dein Namen „Automobilmaycr" befnnntc frühere Weiubäudlcr Franz Maria Maye r aus Treckt- lmgshausen hatte Rachsucht seine frühere Verlobte fälschlich wegen gewerbsmäßiger Unzucht denunziert. Er wurde zu 10 Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Leipzig, 6. Mai. D-e von Mittnoch auf heute vertagte Verhandlung des Königsberger Hochverrats -und Gehe imbundsprozesses wird heute fortgesetzt. Reichsanwalt Treutlein-Moerdes meinte, dem Revilion-antrage des Staatsanwalts werde bezüglich aller Angeklagten, mit Ausnahme des Kögst, j’fnifmrqphcn sein. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann (Berlin» führte aus: Eine Straftat aus § 249 des russischen Strafgesetzbuches li^ge nicht vor, d^nn dieser Paragraph schrnbt in Rußland ganz direkt die Todesstrafe vor: er spricht von tätlichen Haudlnnc.ni. nickt aber von Handlungen mittels Druckschriften. Da eine Gegenseitigkeit mit» Rußland tn keiner Weise in gesetzlicher Weise verbürgt sei, so könne eine Bestrafung auf Grund des § 102 des Reichsstrafgesetzbuches nicht erfolgen, die Revision des Staatsanwalts sei daher zu verwerfen. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht (Berlin): In den beschlagnahmten Schriften sei nirgends von . einer bestimmten, fest umgrenzten Aufforderung zum Zarenmord die Rede. Das russische Gesetz verlange aber ausdrücklich den Anschlag aus das Leben deS Kaisers. Unter größter Spannung der zahlreichen Zuhörer verkündete schließlich der Vorsitzende Senats-Präsident Dr. von Bülow das Urteil: Der Senat hat dahin erkannt, daß sowohl die vom Staatsanwalt wie auch die von den Angeklagten eingelegte Revision zu verwerfen sei. Der Gerichtshof erachtet die Zusicherung des russischen Botschafters vom 22. November 1903. daß dem Deutschen Reiche in analogen Fällen die Gegenseitigkeit verbürgt sei, nicht für aus^ reichend. Der Sinn des § 102 des Reichs-Strafgesetzbuches kann nur dahin verstanden werden, daß die Gegenseitigkeit rur vernri-chSes. • Studentische Ulkdem 0 nstrati 0 n. Die Kommilitonen des Eand. rer. Seck, des früheren Vorsitzenden des aufgelösten Studentenausschusses der Eharlottenburger Technischen Hochschule, der das erste Verhör vor dem hohen Senat zu bestehen hatte, zogen bei seinem Wiedererscheinen mit ihm unter großem Auflauf des Publikums durch die Berliner Straße. Etwa tausend Studierende beteiligten sich an dem Zuge, dem die umhüllten Fahnen der einzelnen Verbindungen vorangetragen wurden. Die Studenten hatten sich mit Bierseideln, Stiefeln, Reißbrettern 2c. bewaffnet und vollsührten einen lebhaften Spektakel. Erst marschierten sie geschlossen durch den Altenburgschen Saal in der früheren Sternberg- schen Villa, die jetzt in ein Restaurant umgewandelt ist, um gegen die dort tagende katholische Verbindung 311 dem onstrieren. Dann begab sich der Zug nach der Hütte, findig zu machen, welche in das Automobil des Großherzoglichen Paares den Stein schleuderten. Die Tat fand hinter der Burg in der Nähe der Walterschen Badeanstalt statt, und man sucht die Täter unter den Schulbuben der Vorstadt. t La uterb ach, 7. Mai. Die Gaszentrale betr. wird bekannt, daß die „Süddeutsche Gasgesellschaft" auch weiter entfernt gelegene Orte heranziehen will. Ihr Ingenieur Heil hielt in den letzten Tagen Vorträge in Homberg a. d. Ohm und Nieder-Ohmen: der letztgenannte Ort hatte sich des Besuchs von etwa 150 Personen zu erfreuen. Die ganze Angelegenheit ist jetzt so weit gediehen, daß die mit den Gemeinden abznschließcnden Verträge dem Großh. Ministerium zur Prüfung vorliegen. m. Homburg v. d. H., 7. Mai. Die V 0 rkur hat begonnen, und bereits eine beträchtliche Anzahl von Heilungsund Erholungsbedürftigen findet sich morgens am Elisa- bethenbrunnen ein, um bei den Klängen einer schönen Morgenmusik das erfrischende, an Kohlensäure reiche Mineralwasser zu schlürfen. Erfrischend und stärkend ist zurzeit aber auch die von herrlichstem Blütenduste gewürzte reine Gebirgsluft, welche neben Triukquellen und Mineral- wie Sprudelbädern unser wirksamster Heilfaktor ist. Das berühmte Taunusobst beginnt zu blühen. Bei einem Spaziergang über den herrlichen Kurpark hinaus nach Seulberg oder Dillingcn entzückt ein Vlütenmeer von Kirschbäumen das Auge, welches sich an diesem nicht endenwollenden Blütenmeere nicht satt zu sehen vermag. Marburg, 6. Mai. Die Gründung eines Marburger Arbeitgeberverbandes ist geplant und zwar' sollen den Satzungen des Vereins folgende Leitsätze zu Grunde gelegt werden: 1. Das Wohl der in den Marburger Betrieben beschäftigten Arbeiter fortgesetzt werktätig zu fördern. 2. Unberechtigte Bestrebungen der Arbeitnehmer, welche darauf gerichtet sind, die Arbeitsbedingungen einseitig vorzuschreiben und insbesondere die zu diesem Zweck geplanten oder veranstalteten Ausstände gemeinsam abzuwehren und in ihren Folgen unschädlich zu machen. 3. Andere wirtschaftliche, die gemeinsamen Interessen berührende Fragen zu beraten und die Anschauungen des Verbandes in geeigneter Weise zur Geltung zu bringen. 4. Anschluß an den Hauptverband deutscher Arbeitgeber in Berlin. 5. Den Mitgliedern wird zur Pflicht gemacht, keinem Arbeiter, welcher ordnungswidrig seine Stellung verlassen hat, Anstellung zu gewähren; für die Folge ist bei jeder Entlassung dem Arbeiter eine Entlassnngsbescheiniguug zu erteilen. (O. Z.) Aus Stadt Md Land. Gießen, 8. Mai 1905. ** Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen Mn 6. Mai u. a. den Amtsrichter Gläser von Grünberg, den Forstmeister Hoffmann und den Medizinalrat Pros. Zeit der Tat verbürgt sein muß. Eine solche Bürgschaft war aber nicht vorhanden. Professor Dr. v. Reußner hat erklärt, daß nur durch Staatsvertrag oder Gesetz im Deutschen Reich die Gegenseitigkeit verbürgt fern kann, daß aber Beides tn Rußland nicht existiert. Was die Revision der wegen Teilnahme an einer geheimen Verbindung verurteilten Angeklagten anlangt, so hat der erste Richter festgostellt, daß die Tatbestandsmerkmale des § 128 des Str.-G.-D. vorhanden waren. Es ist festgestellt worden, daß die Angeklagten Mitglieder einer Verbindung waren, die sich einem Gcsamtwillcu unterordneten, daß Dasein. Verfassung und Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden sollte und daß diese Verbindung bezweckt hat, Einffuß auf öffentliche Angelegenheiten 511 getvinnen. Die prozessualen Rügen! der Angeklagten sind hinfällig. Es ist dahtzr, wie geschehen, erkannt worden. S t r a ß b u r g, 6. Mai. J»l dem A u s r u b r p r 0 z e s s e gegen nenn Ulanen be5 15. Ulancnregiments in Saarburg wurden von beni Oberkriegsgerichte sämtliche Angeklagte von der Anklage ber Anstiftung zum Aufruhr, des tätlichen Angriffes gegen Vorgesetzte, der Zusammenrottung und des militärischen Aufruhrs f r e i g e s p r 0 ch e n. Von dem Kriegsgerichte waren dieselben zu teilweise schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden. Landwirtschaft. Vom Hessischen Landwirtschaftsrat in Darmstadt erfahren wir, baß neucrbings zu ©unftcn ber Laubw. Landes- unb Jubiläums-Ausstellung in Mainz folgende Zufchüsse und Ehrenpreisstiftungen gegeben worden sind: Provinzialausfchuß der Provinz Rheiuheffeu 2000 Mk., Preisvusschuß des Kreifes Mainz 760 Mk., Kreis Alzey 200 Mk„ Landwirtschaftliche Genossenschafts» bank Darmstadt 600 Mk., Landwirtschaftliches Kränzchen Alzey 100 Mk., Oefonoinieral Lichtenstein-Winbhäuserhof 300 Mk.; des" gleichen haben ber Rheinhefsifche Bienenzüchterverem unb die Rk)einhessische Honigverkaufsgenoffenfchaft sowie der Starkenburger Bienenzüchterverein Ehrenpreise gestiftet. Kande' und WerKelir. MolLswirkschaft. Berliner Börse vom 6. Mai 1905. (Mitgeteilt von ber Bank für Hanbei und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 23/8 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit . . ♦ . 209.10 209.25 Deutsche Bank . 237.40 237.37 Darmstädter Bank . 141.25 141.30 Bockumer Guß . • . 245.50 244.90 Harpener Bergbau . 214.90 214.75 Tendenz: abgcschwächt. Erz-Kuxe. Feruie. Angebot —, Nachfrage 3450. büßen, 1903: 225; 1904: 300. Ausbeuten und Zu» P 0 l x t i f 11 n b 93 ö r f e. In den letzten Wochen war die fog^ große Politik nicht ohne mehr ober minbereinschneibenden Einfluß auf die Börsentenbenz imb bic Kursgestaltung. Die zache Wiberstands- fähigkeit, welche bie Börse seither gegenüber ben politischen Fragen: bie ben ostasiatischen Krieg, inneren Unruhen in Rußland, gleichen Unruhen in der ungarischen Monarchie unb manchem an berent gegenüber hielt, scheint allmählich schwinben zu tvollen. Schon bie marokkanische Frage regte sie stärker auf. Auch bie kriegerischen Auslassungen bes ehemaligen englischen Admirals Fitzgeralb würben wenigstens vorübergehenb ziemlich ernst genommen. Gerüchte über ein Entlassungsgesuch Delcasses verstimmten in Lonbou, würben in Berlin jedoch beinahe gut aufgenommen. Ernster erregt wurde bic Börse von derartigen Fragen mehr und mehr, weil erstens die politische Lage durchaus nicht mehr so sehr wie früher von allen Friedensgeistern beschützt betrachtet wirb unb bann, weil der Umfang der Börseiwerpflichtungen gegenwärtig doch ein großer ist und noch von Tag zu Tag zunimmt, sodaß die Spekulation befürchtet, daß sie allen Stürmen nicht mehr gewachsen ist. Spielplan brr vereinigten Frankfurter Stabttheater. Opernhaus. Dienstag den 9. Mai''): Zu Schillers Gedächtnis: „Das Eleusifche Fest/ Hierauf: „Die Zauberflote/ Mittwoch den 10. Mai, abends halb 7 Uhr: Wagner-Zyklus, 1. Abend. „Rienzi/ Donnerstag ben 11. Mai: „Violetta" Freitag den 12. Mai: Wagner-Zyklus, 2. Abeub. „Der fliegenbe Holländer." Samstag den 13. Mai. „Samson unb Dalila." Sonntag den 14. Mai: „Don Juan." Montag den 15. Mai, abends halb 7 Uhr: Wagner-Zyklus, 3. Abeitb. „Lobenqrin." Schanfprelhans. Dienstag ben 9. Mai*): Schiller-Zyklus, 7. Abend. Todstag Friedrich Schillers. „Demetrius". Hierauf: „Das Lied von ber Glocke." Zum Schluß: „Epilog zur Glocke" von Goethe. „Lebenbes Bilb." Mittwoch ben 10. Mai: „Don Carlos." Donnerstag beit 11. Mai: „Demetrius." Hierauf: „Das Lieb von ber Glocke." Zum Schluß: „Epilog zur Glocke" von Goethe. Lebenbes Bild. Freitag den 12. Mai: Schiller-Zyklus, 3. Abend: „Die Braut von Messina." Samstag den 13. Mai: Wiederholung des Vortrags-Abends. Gedichte von Friedrich Schiller aus 3 Epochen. Sonntag den 14. Mai, nachmittags halb 4 Uhr:. Wiederholung des Vortrags - Abends. Gedichte von Friedrich Schiller. Abends 7 Uhr: „Demetrius." Hierauf: „Das Lieb von der Glocke." Zum Schluß: „Epilog zur Glocke" von Goethe. Lebendes Bild. Montag den 15. Mai: „Don Carlos." •) Anfang, wenn nickt anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Fannlirn-Nnchrichtcit. Verlobte: Fräulein Emmy v. Münckom, Gießen, mi* Herrn Dr. med. Ludwig Krieg, Arzt in Stockheim (Unterfranken)' — Fräulein Bertha Heß, Schotten, mit Herrn Ludwig Liebmanw. Gießen (z. Z. Weinheim a. d. B.). Gestorbene: Herr Andreas Dreut in Griebel. — Fran Philippine Carlebach, geb. Cahn, in Mainz. — Herr Leo Gottscho in Bingen. Telephonisches1 Kursbericht» Frankfurt a. )I. 3Vgfl/ö Re.iohfc Fihgerald wurden len. Gerüchte über Andon, wurden in ler erregt wurde die , weil erstens bie ie früher von allen n, weil der llmbng großer ist und noch an befürchtet, daß rW. 5. 'swe, ließen.) chlußkurse. 209.25 237.37 141.30 244.90 214.75 Wa yj Nutz- -SehchWung 'ÄM™- suchen 5i{. " 3*S)1L; S er Starkenburger 6(1'7**1 «tj heioe • 7 Abend. Todsla; Das Lied von nr Glocke' von 10. Mai: ,Tvn a‘ Hierauf: »Das ,a zur Glocke' von lstaq m'iaqs halb 4 unr 5 Don Friedrich S Das Lied M L- -°n ßirlos.* .hends umJJgL - ' 13450 « ' ' 122-50 ' ’ 209 20 18670 h, 14L20 b 1649« 1676° 1429’ 1600 ■ * * 26«-^ - ' 245-^ . • gib-? Mstrckr. ; Gedächtnis'. .mGerflöte.' Mitt- c-Zyklus, 1. Abend. :tta* Freitag beiliegende Holländer, la? Tonntag den abends halb 7 Uhr- A (Unterf«",en)’ _ Fran n Gvttlcho üiellt SoblÄ „r • - 96.16 «efl - ►ticke" weiß von keinem Baterlande. Und noch 1789 lautete sein Bekenntnis^ das vaterländische Interesse ist überhaupt nur für unreife Nationen wichtig, für die Jugend der Welt. Es ist ein armseliges kleinliches! Ideal, für eine Nation zu schreiben; einem philosophischen! Geiste ist diese Grenze durchaus unerträglich. Dieser kann! bei einer so wandelbare::, zufälligerr und willkürlichen Form der Menschheit, bei einem Fragment (und was ist die wichtigste Natton anders?) nicht stille stehn. Aber bald geht ihm die Erkenntnis auf, daß schon die Sprache dem Schriftsteller nationale Gebundenheit verleiht. Da er 1793 eine Reise nach Schwaben unternimmt, da wird er, fast mtt Erstaunen, gewahr, daß die Liebe zum Vaterlande sehr lebhaft in ihm geworden. Da er nun wieder zur Dichtung zurückkehrt, findet er begeisterte Worte für die Zeit, da im Anstteg der Kultur „näher gerückt ist der Mensch an den Menscher:; tausend Hände belebt ein Geist, hoch schlaget in tausend Brüsten, von einem Gefühl glühend, ein einziges Herz, schlägt für das Vaterland nnd glüht für der Ahnen Gesetze". Nun preist er die heilige Ordnung, die segensreiche, die das teuerste der Bunde wob, den Trieb zum Baterlande. Nun ersteht in Jvharma die Prophetin, die in schwärmerischem Auffchaun zu ihrem König die Fuhne trägt für dieses Land des Ruhms, dus schönste, das die ewige Sonne sieht, das Gott liebt wie den Apfel seines Auges; sie will nicht dulden, daß es die Feffeln trage eines frernben Volkes : wus ist unschuldig, heilig, rnenschttch gut, wenn es der Kampf nicht ist fitt's Vaterland? Und zuletzt am Ausgang seines Schaffetts steht das Vermächtnis Atting- Hausens: an''s Vaterland, an-'s teure, schließ dich an, das halte fest mtt deinen: gauKen Herzen. So hat der Dichter dem urtgestümeu Bewegungsdrang des EinzMvesens selber die Schranke gefetzt, so ehrt er die alten Ordnungen, die ewigen Rechte, die ant Hammel droben hangen, unzerbrechliche wie die Sterne selbst. Und, das ist kein äußres Mfinden, kein notgedruttgenes Rechnen mit dem, was einmal besteht. 'Aus innerster Natur hermM! erwächst diese Läuterung seines Freiheitsbegriffs, früh artgebeutet, gereift nnb befestigt im Ringen mit Kant. Vor biefem, vor dem Mamr des kategorischen' Jnrpevcrttvs, gilt nur bas als wahre Pflichter füNurrg', Was' iw Ueberwindung ber Neigung geschieht. Das dünkt Schwer eine Härte, „btei alle Grazien zurückschireckt". Sein ganzes künstlerisches! Wesen lehnt sich auf gegen eine Lehre, die beständigest Widerstreit verlangt zwischen Pflicht und Neigung, einen Kamps, der immer sich erneuen must Denn, so heißt es! in „'Anmut und Wurde": ber bloß niederge'wvrfene Feind- kann wieder aufftehen, nur der versöhnte ist Wahrhaft überwamden. So ist ihttk die Aufgabe eine andere geworden:, sein Ideal die schöne Seele, in der sich! d-öe Pflicht MM Gegenstand der Neigung gewandelt hat, die mit freiem Entschluß das Gesetz ergreift: Nehmt die "Gottheit auf in euren Willen, 5 Uno sie steigt von ihrem Welteitthron. Des Gesetzes strenge Fessel bindet x Nur den Sklavensinn, der es verschtträhtt A Mit des Menschen Widerstand verschwindet 'Auch des Gottes! Majestät. So hat der Dichter an sich gearbeitet, so hat er ge-, kämpft. 'Mer von seinem Werke dürfen! wir zuletzt mit; geben im Aufbau der Dichtflwg, in den Gestalten, die er bildet. Bei Goethe mochte man streiten, ob wtt im Tasso zu einem versöhnlichen Ansgang geführt sind oder dicht vor der Schwelle tragischen Unheils entlassen werden. Die ^Heilung des Orest hat verschiedenster Deutung Raum gegeben. Denn leicht mag es dem ttaumhaften Schaffen des Dichters begegnen, daß ihn Bilder umspielen, daß Gedanken mitschwingen, die nicht alle den Weg zum Worte finden. Schillers unerbittliches Denken hat solche Unklarheit nicht geduldet; die Schulweisheit hat wenig zu raten gehabt bei der Sttenge, mit der er seine Handlung führt. Und Schiller zeichnet fehte Schwächlinge vom Schlage Weis- lingens oder Elavigos: ganz, scharfkantig sind seine Gestalten, wie es Scheffels Freiherr von dem Menschen verlangt. So hat es tiefen Grund, wenn gerade der Menschenfeind nur Enttvurf geblieben ist. Freilich Wallensteins Händen entgleitet die freie Eittscheidung seines Geschicks'/ aber das ist gerade die Gestalt, der der Dichter am wenigsten von seinem Eignen geben durfte, wollte er nicht sich e»:tziehen der Leitung der geschichtliche»: Tatsachen. Auch Schillers Frauen erhärten den allgenwinen Satz. Weibliche Zartheit, Lieblichkeit und Hingebung, sie sind ihm minder geglückt als hoheitsvolle und leidenschafttiche Gestalten. Schiller.' sMer hat es von sich bezeugt in jener Kritik der Räuber: „der Geist des Dichters scheint sich überhaupt mehr zum Heroischen und Starken zu neigen. Er ist gli'!cklich in vollen saturierten Empfindungen, gut in jedem höchsten Grade der Leidenschaft, aber in keinem Mittelweg zu gebrauchen." )tb wie der Dichter nichts Schin^ ' .Yes, ..!chts Un-'für große allgemeine Guter, als ' echte Geschöpfe ihres