Atr. 56 Erftes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 7. März 1905 #»!••«*« «glich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« Näher viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. 8t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Kernsvrechanschluß Nr. 51 GiehenerAnzeiger " General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gießen Ve-«g»pret»r monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen iir die Ts 2Sw immer -'S vomrtttagS 'A«. Z'/^envreiS: •^1112’3^. mrswärtS r?8 H-z. Verantwortlich fift den polit und tujexx. Test: P. Wittlo: für «Stadt und £anb* und ^GerichlÄaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Aie Kcutige Ynmmer umfaßt 8 Seiten. Bekleidungsstücke fort rückziehen, Waffen und und Maschinengewehre. Ihre Angriffe wurden durch heftiges Geschützfeuer gedeckt. Alle Belagerungsgeschütze Port Arthurs wurden verwendet. Tie Wirkung war furchtbar. Die Dörfer wurden zerstört und die Erdverschanzungen vernichtet. Die Aussen find entmutigt. Inzwischen beschrankt sich der Kampf im Zentrum auf einen Artilleriekampf. Der japanische äußerste linke Flügel steht jetzt nordwestlich dicht bei Mukden. Ein Entkommen der russischen Hauptmacht ist unmöglich. Früher eingegangene Meldungen besagen: Petersburg, 6. März. Tie Petersb. Telegr.-Ag. meldet au§ Mukden von heute früh 4s/i Uhr: Tie Angriffe der Japaner gegen verichiedene Punkte unserer Front wurden Lestern fortgesetzt, doch überall zurück geschlagen. Am heftigsten London, 6. März. (W. T.) Das Bureau Reuter bei Oku meldet vom 5. ds.: Seit dem 28. Februar drangt der linke japanische Flügel nachdrücklich vor und greift trotz großer Schwierigkeiten beständig an. Heftige Schneestürme wüten. Die Bewegungen werden nachts durch Sternraketen und Scheinwerfer erhellt. Die Japaner nahmen die russischen Schanzgräben, die durch Drahtgeflecht geschützt waren, mit Maschinengewehren und dem Bajonett trotz des hartnäckigen Widerstandes der Russen, die fich jetzt in Unordnung zu- aber auch ohne Erfolg. Ferner liegen folgende Privatnachrichten vor: Moskau, 6. März. In einem hiesigen Blatte liest man, daß Kuroki sich zwischen Linjeiwitsch und Bilderling geschoben hat. Hier neigt man zu. der Ansicht, daß Kuropatkins Rückzug bereits begonnen hui. Tie volle Wahrheit wird man er-st in einigen Tagen erfahren. L o n d o n, 6. März. Tie „Times" meldet aus Petersburg«: Tie Russen werden wahrscheinlich die schwerer Geschütze, welche sie am Schaho ausgestellt haben, im Stich lassen müssen. Dste VerlustederRussen während der jüngsten Kämpfe von Mukden werden von der „Times" aus 10 0000 Mann geschätzt. (??) Petersburg, 6. März. Mus Mukden wird vom gestrigen Talge berichtet, die Russen würden nur im alleräußersten Falle von frort zurückgehen. Tie Wut der Kämpfe erinnert an «die Tage von Liaojang. Alle Schützengräben sind mit Leichen überfüllt; es ist vielfach unmöglich, die Verwundeten von den Toten abzusondern. Das Kampffeld wird ununterbrochen von dem ohrenbetäubenden' Tanner der Geschütze und dem Knattern der Maschinengewehre erfüllt; diese letzteren erweisen sich als wahre Höllenmaschinen. Man erwartet erst jetzt die wirkliche Entscheidungsschlacht; unter der chinesischen Bevölkerung von Mukden herrscht große Aufregung. Petersburg, 6. März. Dem „Ruß" wird aus Mukden aiemeldet: Wrr durchleben schwere Augenblicke. Ein Ringen hat begonnen, nicht mehr um das Leben, sondern um den Tod. Kriegsrat. Petersburgs. März. Gestern ist ein Kriegsrat.von großer Bedeutung in Zarskoje Selo unter dem Vor- sitzdesZaren abgehalten worden. Tie Diskussion drehte; sich ausschließlich um einen möglichst günstigen Ausgang der Rußland in Sturm und Drang. Vor» Verfaffungsentwurf. Rach einer Petersburger Privatmeldung haben nach Bekanntgabe des von einigen Vertrauten des Zaren verfaßten Manifestes die Minister Lambsdorff, Bulygin, Friedericks und ManuLin ihre Demission) angeboten. Daraufhin sei ein Ministerrat nach! Zarstoje Selo berufen worden, in dem der Text des Reskripts fest» gestellt wurde. In! Kreisen der Opposition befürchtet mmf„ daß die Wahl, falls sie überhaupt zu stände kommt, eine- Majorität des sogen. Zemsti Nachtalniki ergibt, die den Semstwos bisher als Regierungskommissare zugeteiltz waren. In einem Interview soll der Ackerbauminister Jer-» molow erklärt haben, daß zu der Ausarbeitung des- kaiserlichen Reskriptes keiner der Minister in Veröindungt stand. Möglicherweise habe der Zar selbst das Reskript verfaßt. Jermolow ist der Ansicht, es Händler! sich um eine einfache Zulassung der Mitglie-ql der der Semstwos zu den bereits bessteyerr- den Kommissionen usw., die bei Ausarbeitung der» Gesetzentwürfe mitarbeiten. Ter Pariser „Matin" macht dagegen angeblich authen* tische Angaben übest den Entwurf einer russischen Ver-> fassung, oen der Staatssekretär Jermolow aus gearbeitet und der Zar gebilligt haben soll und der bereits dem Minister des Innern zur Ausführung uber^ wiesen sei. Tie wichtigsten Punkte seien folgende: Einberufung von Vertretern aller Semstwos der Gvu^ vernements wie der Distrikte zur Aufstellung eines Ber- sassungsgesetzes, das die Selbstherrlichkeit des Zaren aufrecht hält, jedoch die drrngenfrMi Be^ dürfnisse des Volkes befriedigt. Diese von der Kammer der Semstwos beschlossenen Gesetze bedürfen der kaiserlichen Sanktion. Das Budget des kaiserlichen! Hauses sowie die Handlungen oes Karsers undj aller Mitglieder der kaiserlichen Familrej dürfen von der Kammer nicht diskutiert werden. Dre werfen, nm die Flucht zu erleichtern. Die Japaner LiederdiMers, dessen Lieder, trotzdem er.zur katholtzchcn Kirche übertrat ' und trotz ihrer oft etwas weichsirhen und süßlichen Art doch auch zum Teil noch in den evangelischen Gesangbüchern m finden sind Es ist kein Wunder, daß gerade sie mit ihrer ausgesprochenen Eigenrat die Komvonisten locken. Unser heimischer Komponist, Kirchenmusikmeister Arnold Mendelssohn m Darmstadt, hat einen ganzen Zyklus inner Lieder („Ter cherubinische Wandersmann") komponiert. Wie „fem und geistvoll er Smi rpr^tpit Ton getroffen, bewies das „S u ß i st der Honig- seim" das der- Kirchengesangverein sehr wohllautend zur Gel- tuno brachte Tie zweite Komposition: , Kommt heraus, all ibr Jungfrauen" von Ch Burkhardt in Nürtingen war Nicht weniger wirkungsvoll. Ueberhaupt hatten wir das Ge- übl als ob der Kirckengesangverem diesmal gerade m diesen a Eavella-Sachen sein bestes'gegeben hatte, als ob er ganz be- stndeä festuiw sicher in der Hand seines bewahrten Tirigenten besonderem Interesse war daim der zweite T-N. bpr lauter Kompositionen von Heinrich Schutz (1085—1672) brachte^ v^or lalem die drei biblischen Szenen: 1. „Der zw^ll- e esu s" für Chor und Sopran, Alt- und Baß-Soll, Iwt Begleitung der Orgel mW von Streichinstrumenten, 2. „Der Pbarisäer und der Zöllner" für zwei Männerstimmen, trauen- und gemischten Chor, und endlich 3. der „O st e r d i a l o g |r"teer Mtanen. Ml- teei aeMyn junt CMnltai, was Wir hier noch von dem alten Meister Sckfatz gehört haben. Alle erbeuteten eine Anzahl sechszölliger beschütze Die ruifisch-japamsche Entscheidungsschlacht Ein Teil der heute vorliegenden Telegramme, die entscheidende Erfolge der Japaner melden, mag? den Ereignisse^ vorauseklen. Doch darüber besteht kein Zweifel, daß die Schlacht in hohem Grnide ungünstig für die russischen Waffeln steht, und daß mit dem Faften ausklingen ließ D* gegenwärtigen Lage in der Mandschurei und um einen Plan^ wie die Schwierigkeiten zu überwinden seien, die aus dev Uebergabc von Port iArthnwund den Zwistigkeiten zwischen den Offizieren und General Dragomirow erklärten sich als energische Gegner der Methode Kuropat- kins, während der Z ar sich für den Oberstkommandiereni- den aussprach. Man ninnnt cm, daß die Stellung Kuro- patkins unerschüttert «ist, da der Kriegsrub schließlich mit dem Rückzüge irrt Prinzip einver^ standen war.« (Berl. Ztg.) Frau Stöffel. Paris, 6. März. Wie au£ Petersburg gemeldet wird, überreichte die Gemahliw des französischen Botschafters deg Frau Stössel eine gold ene Medaille, wobei^ sie ihre Bewunderung der ftanzvfischen Frauen anläßlich ihrer heroischen^ Taten in Port Arthur aussprach. Frau Stössel dankte in bewegten Worten. Auch General Stössel sprach der Gemahlin des französischen Botschafters seinen TsanA! für die seiner Gattin zuteil gewordenen Ehrungen aus. Sonne und Halbmond. Wenn man der „Weltkorr." Glauben! schenken darf, dann nehmen die Weltherrschaftsbestrebungeni Japans so greifbare Form an, daß in Tokio bereits der Gedanke an einen Freundschafts- und Handelsvertrag ntiit biete Türkei erwogen wird. Japan will angeblich mit der westasiatisch en Vormacht Fühlung suchen^ um seiner eigenen Vorherr schaftüberdasgesamte, Asien auch an dem Tor zu Eur opa den Stützpunkt zu geben, ^en es im fernen Osten mit Waffengewalt sich errungen hat. Die Kotznbination ist so übel nicht, schou deswegen nicht, weil der Bundesgenosse Japans, England;, am Bosporus ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat. ^Auch! würde die Türkei, die im internationalen Staatenreigen; nicht als voll gilt, ein, Freund sch,astsan erbieten JapanS', schmeichelhaft und von Wert fein. Aber in der Politik! heißt's bekanntlich: „Was kannst Du armer Teufel gebend Und in dieser Hinsicht ist es mit der Pforte schlecht bestellt. Ein japanisch-türkischer Handelsvertrag würde ja in ben Politik weiter keinen Schaden anrichten. Für eine übep diesen Rahmen hinausgehende Vereinbarung zwischen- „Sonne und Halbmond" besteht indessen geringe Wahrschein^ lichkeit. Ist doch Japan in Ostasien noch nicht am Ziel? sein er W üns ch e. tobte der Kampf auf dem rechten Flügel von der Ortschaft Mad- apu bis M dem am Morgen besetzten Nnesintim. Tie Artillene weck4elte bis z-nm Abmd Schüsse. Von Salinpu her fielen die Geschosse bis M der Ortschaft Bugnanhtn nieder. Südlich von Mad- japu am sinken Hunhonfer griffen die Japaner bis, 7 Uhr abends Elthcnfa an. Im Zentrum rückten die Japaner bis westlich von Sachepu vor. Unsere Truppen machten bei ihren Gegenangriffen östlich vom Putitowhügel gegen 100 Gefangene. Auf dem lmken Flügel dauern die Angriffe auf unsere Stellungen im Rayon Kan- dolifa und bei der Abteilung Rennenkampfs fort. Tie japanischen Kvlomren, die gegen den Kutulinpaß vorrückten, stellten die Angriffe ein und zogen sich nach Süden zurück. Trotz, der .nölte nimmt der am 24. Februar begonnene Kampf, der sich auf der ganzen 120 Werst langen Front bis Mukden ausbreitet, einen immer hartnäckigeren Charakter an. Tie Japaner erleiden große Verluste. Wir verloren an Verwundeten gegen 15 000 Mann. Petersburg, 6. März. Kürovatkin meldet vom 5. Marz: In der Front bei Mukden herrscht Ruhe. In der linken Flanke und auf dem rechten Ufer des Hnnho bei dem. T^orfe Madapu nahmen die Japaner heute morgen wieder energisch die Offtunve auf. Zwei Angriffe wurden zurückgesMagen; im Norden von Madapu dauert die Schlacht mit Erfolg für uns fort. Tas Zentrum hält die Stellungen am Schaho bis zu dem Tvrse Schahepu. Tie auf den Nowgorod- und den Putilow- hügel heute nacht ausgeführten Angriffe wurden zurückgeschlagen. Heute morgen führten wir Gegenangriffe aus und nahmen zwei Revolverkanonen. Gegen unsere,Stellung in der Gegend von Erdagrl richtet der Feind nur Artilleriefeuer. Heute nacht griffen die Japaner Kadonisan an, indem sie am Schaho Geschütze und Revolverranonen auffuhren; alle Angriffe wurden zurückgewiesen. Ter gegen die Stellung von Kutulin gestern abend 11 Uhr gerichtete Angriff wurde zurückgeschlagen. Auf der äußersten linken Flanke war die Nacht ruhig. London, 6. März. Reuters Bureau meldet aus Mukden vom 5. abends: Tie Schlacht tobte rmunterbrochen während des ganzen Tages am Sonntag. Tie Japaner konzentrierten ihre Kräfte gegen Matiapu, südwestlich von Mukden, aber sie konnten trotz all ihrer Tapferkeit die Russen, die mit der äußersten Zähigkeit sich in den Werken hielten, nicht daraus vertrerben. Tie japanischen Schrapnells platzten innerhalb l1/» Meilen ms zur Hunho-Eisenbahnbrücke, vier Werst nördlich von Matiapu, die ganz augenscheinlich das Ziel des japanischen hartnäckigen und ununterbrochenen Artilleriekampfes war. Tie Verwundeten wurden mit der Eisenbahn und auf der Chaussee zurückbefördert. In Anbetracht der fünftägigen Gefechte sind die russischen Verluste nicht übermäßig. Tsie Japaner litten mehr. Um 4 Uhr 30 Min. nachmittags wurde wieder Geschützdonner aus schweren Geschützen in der Richtung von Westnordwest von der Station Mukden her gehört, wo Kuropatkin gerade mit dem Angriff gegen die äußerste Linke der Japaner ansetzte. In der Nacht vom Sonntag wiederholten die Japaner die Angriffe gegen Viencrlapudzej, den Kutulinpaß, Kanpayen und noch weiter östlich, aber ohne Erfolg. Tie Beschießung von Erdagu, dem Nowgorod- und den Putilowhügel dauert an, ist KeistUche WuMauffülirung des Kvangkülchen Klkchengesangvereins. Gießen, 6. März. Es war eine schöne, weihevolle Feier, zu der gestern der Gvang. Kirchengesaugveresir in unsere alte Stadtkirche eingeladen hatte, und die Scharen, die dem Ruf gefolgt waren und das weite Gotteshaus bis in jeden Winkel hinein erfüllten, bewiesen di'rch die andachtsvolle Stille, mit der sie lauschten, daß sie nicht nur für das Ohr, sondern auch für Herz und Gemüt eine reiche Gabe empfingen. Ob das freilich von der. Fuge für Orgel von P i U11 i, mit ter Serr G ö r la ch iw Aufwhrima eröffnete, tritt, weiß Einsender nM. So trefflich mich Herr Gorlach schelte, es' sprach nicht recht an, es Satte einem nichts recht Stores zn saaen. Doch das mag ganz subjektiv sein. Wohl aber darf eS in erster Linie von den vier Chören a capella, die ter Verein sang, gerühmt werten. Zuerst die beiden alten Choräle: Wie schön leuchtet der Morgenstern" und ,,Herr Jesu Christ, wahr Mcnsrh und ®ott", ber nste aus der bekannten Baü'schen Kantate, die bet Verein auch Aon gesungen hat mit ter majestätischen und doch so melodwien Stimmführung, ter andere in einer sehr wirkungsvollen Harmonisierung von Pch Wolsrurn in Heidelberg. Tann folgten zwei moderne Kompositionen, beite über Texte bcS unter dem Namen AngeluS SilviiuS dekannten Loh. Sckessler (geft. 1677), des fruchtbaren Preßfreiheit;pmrjd cingeführt und die Zensur ab- geschafft. Die Rechte und Pflichten der Studenten werden neu geregelt. Die Eröffnung von Volksschulen in jedem Dorfe ist obligatorisch. Die Kosten für den allgemeinen unterricht werden auf alle Klassen verteilt. Die Grundsteuern werden reformiert und der Grundertuerb der Bauern erleich tert. Die direkten und indirekten Steuern und-S ö Ile werden herabgesetzt; Arbeite rschutzgesche zur Versicherung gegen Unfall, Krankheit und Mter werden ein- geführt. Die Juden erhalten Freizügigkeit und ein erweitertes Recht, ihre Kinder in die höheren Schulen zu schicken. Die Rechte der Juden, FinILnbcr, Polen, Armenier usw. werden gesetzlich festgelegt. Die. administrativ VerbQnn'ten erhalten die Erlaubnis zur Rückkehr. Die absolute Freiheit des Gewissens wird cingeführt und die freie Religionsübung für alle Konfessionen garantiert. 'Alle diese Meldungen sind mit Fragezeichen zu versehen, zumal sie sämtlich aus französischer Quelle stammen. 'Der Gouverneur von Estland, Bellegarde, wurde Kum Chef der Ob erpreßverwaltung ernannt. Die Anarchie im Reiche. Im Fabrikbczirke Orechow an der Moskau-Nowgoroder Äahn sind 40 000 Arbeiter in den Streik getreten. Bei einem Zusammenstoß mit dem Militär wurden 21 Arbeiter getötet. In W i a t k a furchten sich die Eltern der Schüler wegen der bedrohlichen HMimg einzelner Elemente der Bevölkerung, ihre Kinder auf die Straße zu lassen. Am 28. Februar hatte ein betrunkener Offizier einen Schüler auspeitschcn lassen und ihn dann selbst mißhandelt, bis er starb. In A i elo stock (Gouv. Groduo, unweit der ostpr. Grenze) stellten die Arbeiter zahlreiche Forderungen wirtschaftlicher Natur auf. Am Montag wurde auf der Straße rin Bäcker getötet, weil er fidj. geweigert hatte, sich den 'Ausständigen anzuschließen. Der Unterricht in der Realschule, auf dem Gymnasium und in der Mädchenschule steht unter militärischer -Bewachung. In der Stadt herrscht Schrecken. Jsprawnik, der C h e"s des Polizeibezirks, wurde ermordet. In Datum wurden am 5. März 13 Personen getötet bezw. verwundet. In der großen polnischen Industriestadt Lodz steht man Noch noch immer im Zeichen des Streiks. Dieser Tage legten, wie wir gestern bereits kurz meldeten, die Arbeiter der Fabrik von I. K. Posnanski, die über 6000 Mann beschäftigt, die Arbeit nieder. Sie sammelten sich im Fabrikhofe und auf einem Erddamm, der zwei Teiche von einander trennt, und wollten ihre Wünsche vorbringen. Da wurden die Tore weit geöffnet, und ein telephonisch herbeigerufener Trupp Kosaken stürmte heran und fing an, auf die Menge einzuhauen. Es entstand eine Panik unter den Arbeitern, über hundert Mann stürzten in die Teiche und bildeten einen Menschenklumpen in dem gestauten sumpfigen Wasser; viele wurden niedergeritten. Im ganzen sind 16 Personen ertrunken und 4 durch Hiebe getötet. Dieser neuerliche Gewaltakt rief eine ungeheuere Erregung unter den Arbeitern hervor, die sich in einem Bombenattentat Luft machte. Die Bombe wurde gegen das Haus des erwähnten Fabrikanten geworfen, zerstörte aber nur den Hausflur und tötete den Portier, der förmlich in Stücke zerrissen wurde. Unter der Bevölkerung herrscht große Besorgnis, da man einen neuerlichen Ausbruch des Streiks und der Unruhen befürchtet. Ein Krakauer Blatt berichtet aus Warschau: Der Terrorismus des Militärs, insbesondere der Kosaken ist unbeschreiblich. Bei der geringsten Ansammlung macht das Militär von bei- Waffe Gebrauch. Infolgedessen werden täglich eine große Anzahl Zivilisten getötet oder verwundet. Trotz aller Dementi dauert der Po-lizeistreik in vollem Umfange fort. Offiziell wird bekannt gegeben, daß der erkrankte greise Gouverneur von Warschau, General Tschertkow, durch den Hetmann Maximowitsch ersetzt wird. Gapon. Der „Daily Erpreß" veröffentlicht ein ausführliches Interview mit Gapon in Genf. Gapon reifte von dort nach Paris. Er erklärte: Freunde retteten ihn bei dem Blutvergießen am 22. Januar in eine Seitenstraße. Er entkam in Verkleidung in eine Grenzstadt und von dort mit falschem Paß nach Berlin, Zürich und Genf. Gapon gedenkt, die europäischen Hauptstädte zu besuchen und für die russische revolutionäre Bewegung Propaganda zu machen. Fm preußischen Avgeordnetenhause Geriet man am Montag den Etat der Eisenbahnverwal- Luug. Die Generaldebatte beschäftigte sich zunächst mit der Frage der Betriebs Mittelgemeinschaft. Minister v. Budde erklärte, es sei eine mögliäiit weitgeyende Betriebssicherheit, eine ausreichende intb flotte Zugfolge notwendig. Ebenso gehörten dazu Tarifsätze, die der Weiterentwicklung des Erwerbslebens in angemessener^ Weise Rechnung trügen. Es sei der Regierung gelungen, die Unfälle im wesentlichen auf die Hälfte herabzumin- dern. Zwei große Krisen hatte die Etsmbahnverwaltung im vorigen Jahre zu bestehen, erstens die große Dürre im vergangenen Sommer, wodurw ittfofac Stilllegens der Schiffahrt tthöhte Ansprüche an die Eisenbahiwerwaltung gestellt wurden. Tie zweite Krisis lag in dem Streik der Bergarbeiter, cne sich auf den Eisenbahnverkehr in den verschiedensten Richtungen bemerkbar wuchte. Er hielt es für seine Pflicht, Kohlen der Industrie zu überlasseil, damit nickt noch mehr Arbeiter brotlos würden. Später mußte der Bedarf mit ausländischen Kohlen gedeckt rverden. Der Kohlenftreik wird an Mehrkosten für Kohlen etwa eine Million Mari verursachen. Für die schweren Waldbrande im letzten Sommer werde man voraussickülich ^-4 Millionen zu zahlen haben. Ten Schiffern, die unterwegs jftit den Fahrzeugen liegen bleiben mußten, seien billige Eisenbahntarife gewährt worden. Tiefer Tarif bringe für die Staatskasse einen Ausfall von rund einer Million Mark. Weiter geht derr Minister auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Eisenbahnangeslellten ein, insbesondere auf die Stelleri vermehr- unqen. Redner bekennt, daß die Beanrten und Arbeiter eine außerordentliche Pflichterfüllung bewiesen haben, und er hoffe, daß das Band zwischen ihmm und der Verwaltung immer fester wird, sodaß fern Raum für störende Elemente vorhanden sei. Dir voraussiMsichen Dcehrüberschüsse des JabrcS 1904 würden 2 7 Millionen Mark betragen. Ter Streik int RnhrrÄsier habe im Januar einen Ausfall von 7 Millionen Mar? arbrrE. Tiefer werbe aber voraussichtlich durch Mehreinnahmen St Februar und März ausgeglichen werden. Tie Regierung lasse auch die großen Fragen nicht aus dem Auge. ES hätten Nsit anderen Staaten über tue Umleitungen von Güterzügen Verhandlungen stattgefunden. Er beschäftige sich auch mit der Frage der Personentarifreform, weil er der Meinung sei, daß das fstzia? System veraltet, fehlerhaft, ungerecht und eine Qual für bto Publikum und die Verwaltung ist. Er bitte das Haus, stets daran zu denken, daß die Eisenbahnverwältnng auf dein Standpunkte stehe: Rast' ich, so rost' ich! (Beifall.) Abg. v. Pappen be im (kons.) begrüßt die Betricbsmittel- gcmeinschaft in wirtschaftlichem Interesse imb erklärt, daß seine Partei erwarte, daß die übrigen Eisenbahtwerwaltnugen vollständig selbständig bleiben und die Betnebsmittelgemeinschaft nicht der Vorläufer einer Reichseisenbahn sein solle. (Beifall rechts.) Abg. Macco (nl.) hofft, daß von der Betriebsmittelgemein- schaft nickst nur di e süddeutsch en Staaten, sondern auch Preußen Vorteile haben werde. An eine Reichseisenbahn sei bet dieser Gemeinschaft nicht zu denken. Abg. Ocser/Hosp. d. frs. Vpt.) erklärt sich mit der vom Minister inaugurierten Betnebsmittelgemeinschaft einverstanden. Abg. Schmieding (Str.) erklärt, daß seine Freunde der Betriebsmittelgemcinsckast sympathisch gegenüberstehen., Mg. Gamp (fik.) gibt zu, daß die Betriebsmittelgemctn- schaft Vereinfachung und Ersparnisse bringen wird. Redner bittet dann die Regierung, die, BetNebsmittelgcmeinschaft nicht auf so ungünstiger Basis abzuschließen, auf der der Vertrag mit Hessen beschlossen sei. Tie vierte Wagenklasse müsse beibehalten werden. Minister v. Budde erklärt, der Zweck der Betriebsmittel- gcmeinschaft ist der. eine bessere Freizügigkeit der Betriebsmittel herbeizusühreu, soweit fotöe zweckmäßig und wirtschaftlich erscheint. Ter Minister legt dar, daß durch den Wegfall der Revisionen bei Uebergangsstationcn und durch eine einheitliche Konstruktion der Wagen große Ersparnisse erzielt werden können. Wenn die preußische Verwaltung engherzig wäre, so würde sie der Bctriebsnnttelgemcinschaft nicht so freundlich gegenüberstehen. Was die politische Frage betrifft, so treten die ersten Anregungen in felyr vertraulicher Form an mich heran. Er habe es sich zur Richtschnur gemacht, die Anregung hierzu selbst nicht zu geben. Isichtig ist, was der Vorredner sagte, daß die anderen deutschen Staaten größeren Nutzen haben ioürden. Tie Betriebsmittelgemeinschaft ist aber auch der beste Schutz gegen die Ncickseisenbahn, denn durch die Vetrlebsmittclgemeinfchaft werden die staatlichen Eisenbahnen auftecht erhalten. Es folgt die Beratung der Einnahmen: hierzu liegt zunächst ein Antrag der Abgg. Tr. W i e. m e r (frs. Vp.)-G o l d - schmidt (fts. Vp.) vor, die Staatsregierung zu ersuchen, eine Reform des Eis en bahn Personentarifs baldmöglichst dahin in die Wege zu leiten, daß unter Aufhebung der Rückfahrkarten für die einfache Fahrt auf die Hälfte der Preise der jetzigen Rückfahrkarten festgesetzt werde. Abg. Gamp (fk.) stellt dazu einen Abäuderungsantrag, nach welchem für Schnellzüge entsprechende Zuschläge eingesiihrt werden sollen. 2lbg. v. Quast (kons.) erklärt sich namens seiner Freunde mit einer Vereinfachung des Fahickortenwesens einverstanden. Abg. Frhr. v. Zedlitz (fk.) hält eine Reform der Personcn- tniife int Sinne einer VercinfaäMng für notwendig, allerdings müßte sie sich zum Ziele setzen, daß eine wesentliche Verringerung der Einnahmen damit nicht verbunden sein soll. Redner befürwortet einen von ihm gestellten Antrag, die Staatsregierung zu ersuchen, den Ausbau des Staatsbahnnetzes kräftiger als bisher zu fördern. Abg. Wallenborn (Ztr.) gibt seiner Zustimmung zu den Aeußerungen des Ministers Ausdruck. Abg. Goldschmidt (frs. Vp.) führt ans, seine Partei fteue sich, daß es gelungen sei, die Eisenbahnunfälle erheblich zu verringern, und hofft, daß in dieser Beziehung noch wettere Fortschritte gemacht werden. Weiter tritt Redner fik Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit ein und befürwortet den freisinnigen Antrag. AMssche TagegsmlM. Heber die Organisation der katholischen Studentenkorporationen Teutschlands schreibt die „Natlib. Korr.": Zentrumsblätter bringen folgende Nachricht: Seit mehreren Semestern haben in Freiburg i. B. die katholischen Studentenkorporationen in einem Ausschuß enger sich zus ammenges chlossen. Man ging von dem gewiß berechtigten Grundsätze aus, daß die katho- lisAen Korporationen mit ihren gleichen Grundsätzen und Interessen enge zusammen gehören, und daß Aeußerlich- ckeiteu sie nicht trennen dürfen. Der Freiburger 'Ausschuß wendet sich nun an alle katholischen Korporationen und fordert sie aus, in gleicher Weise an den einzelnen Universitäten sich KUsammenzu schließ en. Er weist besonders darauf hin, daß zwar schon von vornherein der Wert eines solchen Zusammenschlusses zur Forderung gemeinsamer Bestrebungen der katholischen Korporationen im allgemeinen einleuchtend sei, daß aber die gegenwärtige Bewegung gegen die katholischen Stu- dentenkorporationcn die Nolwendiakeit eines Zusammenschlusses zur Evidenz bewiesen habe. Weiterhin schlägt der Freiburger Ausschuß vor, die au den einzelnen Universitäten konstituierten Ausschüsse sollten alsdann in einem Zentralausschuß miteinander in Verbindung treten. Daß diese Organisation der katholischen Studentenschaft mit einem Zentralausschuß nur dazu geeignet ist, bett leider eingerissenen konfessionellen Zwiespalt unserer gesanrten deutschen Studentenschaft §u vergrößern, der sich immer schwieriger überbrücken läßt, wird wohl auch von Zentrumsseite kaum abgestritten werden können. Ohne Zweifel luirb diese festgeschlossene Organisation der katholischen Studentenschaft neue Erregung unter den übrigen Kommilitonen Hervorrufen und den Frieden auf allen Universitäten- Untergrabe n. Deutsches Nerch. -Berlin, 6. März. Der Kaiser folgte einer Ein- (dbitng zum Diner bei Generaloberst Graf von Schliessen. Vorher fand bei der Kaiserin ein kleines Konzert statt (Prof. Joachim und das Trio Chaigneau, drei französische Damen, musizierten). Heute sprach der Kaiser beim Reichskanzler vor und hörte den Vortrag des Chefs des Zioilkabinetts. 9(nt Abend nahm der Kaiser an einem Diner bei dem sächsischen Gesandten Grafen Hohenthal teil. Essen, 6. März. Zur DUlderung der Notlage zahlte die Zeche Mont Cenis jedem Bergniann 15 Mk., jedem Kind 3 Mk., zusammen 40 000 Mk. parlamentarisches. Berlin, 6. März. Die beiden fr eisinnigen Parteien haben den Antrag cingebracht, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß baldigst der Verkattf von Heilmittel, deren Zusammcnsetztmg ge h eini gehalten wird (sogenannte Geh ei m m ittcl) und die Ankündigung derselben durch die Presse einheitlich für bas Deutsche Reich auf bem Wege der Gesetzgebung geregelt werde. Kolouialpost. Die „Köln. Zig." erfahrt, baß für Sübweftafrika nicht nur ein weiterer Nachtrags-Etat für 1904, son- bern auch eine Ergänzui g zu bem Etat für 1905 eingebracht werden müsse. Wie das Blatt weiter erfährt, wirb die erstere rund 2 6 ^/z Millionen, der zweite (Ergänzung für 1905) nahezu 34 Millionen Mark betragen. — Beim Reichstage find eine Denkschrift über Errichtung einer deutsch - ost - afrikanischen Bank, sowie eine Denkschrift über die in den südafrikanischen Schutzgebieten tätig gewesenen Land- und Mi nen -Ges e llschäften eitigegangen.______________ Schwurgericht. thi. Gießen, 7. März. Gestern vornnttag eröffnete Landgerichtsrat Koch als Vor-i sitzender das diesmalige Schwurgericht. Verbandelt »ourde gegen die 64jährige, bisher unbestrafte Arbeiterin Witwe Anna Marie Faitz von Ilbeshausen toegeit Me ineids. Tie Anllage vertritt^Gerichtsasiessor Tr. Hetzel, während Rechtsanwalt Rosen-^ berg die Verteidigung führt. T>er Tatbestand der Anklage ist nach! der Beweisaufnahme folgender. Tie Angeklagte, welche vor 22 Jahren ihren Mann verloren hat, versuchte vor mehreren Jahren bei ihren verheirateten TöckEern Unterkunft zu finden. Sie verfügte damals über 2000 Mk. bares Geld, konnte sich aber mit den Schwiegersöhnen nickt vertragen und zog später nach Gießen und von dort in ihren Geburtsori 'nach Ilbeshausen. Mit ihrent Sck)wiegersohn Seng in Rödelheim, dem sie 1500 Mk. geliehen hatte, führte die Angeklagte errv'n Prozeß wegen Rückzahlung des Geldes,^ wodurch sie dieses auch erhielt. Tarauf strengte der Schwieger-' lohn gegen die Faitz einen Prozeß wegen 100 Mk. an, welche er für ihr gewährte Kost und Logis forderte. Tie Angeklagte wurde zur Zahlung des Betrages verurteilt und deswegen ohne Erfolg gepfändet, worauf sie vor das Amtsgericht Herbstein zur Leistur g des Osfenbarungseides geladen wurde. Am 3. November v. I. beschwor nun die Faitz, daß ein von ihr dem Gericht vorgelegtes Verzeichnis von Gegenständen ihr ganzes Vermögen ausmachte; hierbei verschwieg die Angeklagte, und zwar, wie sie vor den Geschworenen ausdrücklich zugestand, daß der Forstwart Keßler in Reinhardshain von rhr Wertpapiere in Höhe von 1200 Mk. zur Aufbewahrung im Besitz hatte. Tie Angeklagte will diese 1200 Mk. bei dieser Gelegenheit nicht angegeben haben, damit der Schwiegersohn nicht zu seinem Gelde komme. Staatsanwalt und Verteidiger waren sich nach Lage des Falles einig, daß die Geschworenen gegen die Angeklagte ein Schuldig wegen wissentlicher Verletzung der Eidespflich-t aussvrechen müßten. Demgemäß fautetc der Wahrspruch. T>er Gerichtshof erkannte auf eine Zuchthaus st rase von l1/? Jahren. Ehrverlust auf die Toner von fünf Jahren und dauernde Eidesunfähigkeit. Ter Staatsanwalt h^tte eine Zuchthausstrafe von 2 Jabren beantragt. Aus Stadt und AanÄ. Gießen, 7. März 1905. I. I. K. K. H. H. der' Groß Herzog und die Gr oß h erzog in werden, wie bie, „Darmst. Ztg." meldet, heute, am 7. März, abendZ von Moskau nach Zarskoi- Sselo abreisen. ** Lehrer-Personalien. Uebcriragen wurde am 1. März d. Js. dem Schulamtsaspiranten Schaff aus Hörgenau, im Kreise Lauterbach, die Lehrerstelle an der Geineindeschule zu Herchenhain, der Lehrerin Grebner zu Ober-Mörlen, im Kreise Friedberg, eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Gau-Algesheim, dem Schullehrer Hofmann zu Herbstein, eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Wald-Michelbach, im Kreise Heppenheim, dem Schullehrer Kaiser zu Weiher eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdesheim. "PersonalnachrichtenderOber-Postdirektion Darmstadt. Versetzt wurden die Postassistenten Belzig von Butzboch nach Erfurt, Jost von Lollar und Kühl von Schlitz nach Köln. •— Etatsmäßig angestellt wurde als Postassistent der Postanwärter Trabert in Hungen. — Angenommen wurden zu Telegraphengehilfinnen: Anna Como und Kath. Jung in Bingen, Bertha Schäferin Alsfeld und Wilhelniine Götz in Worms. ** Prüfungen. Die im Dezember v, Js. in Darmstadt stattgchabte Prüfung der Gerichtsschreiber- Aspiranten haben sämtliche hiesigen Kandidaten bestanden; es sind die Herren: Karl Schäfer, Otto Ranft, Karl Kling, Otto Dietrich, Wilhelm Stetter und Otto Koch. — Die Gerichtsvollzieher-Prüfung haben bestanden bie Herren Feldwebel Morri und Birkenfeld. y* Theater-Verein. In den beiden, zum Benefiz der Direktion des Stadttheaters stattfindenden Zugabe-Vorstellungen werben zwei neue Schauspiele zur Aufführung kommen, bie in biesem Winter über einen großen Teil ber deutschen Bühnen gegangen sind: „Marie Friebhammer" von Heinrich Lilienfein, und „Maskerade^ von Ludwig Fulda. Als Maria gastiert am Dienstag den 14. d. M. Frt. Lilly Donecker vom Großh. Hoftheater in Mannheim, für „Maskerade" ist Herr Regisseur Hacker vorn Darmstädter Hoftheater als Gast gewonnen. Die Bestimnmng des Ausführungstags von „Maskerade" erfolgt in Kürze. ** Aus bem Bureau des Stadttheater tz. Am Freitag gelangt als Benefiz für unfern beliebter^ jugendlichen Helden und Liebhaber Herrn Reinhold Lütt- j oha nn Richard Voß' effektvolles Schauspiel „Wehe den Besiegten", das für Gießen Novität bildet, zv.r ersten Aufführung. Es dürfte das Theaterpublikum allgemein interessieren, daß es gelungen ist, Herrn Lüttjohann, der für nächstes Jklhr bereits an ein größeres Theater verpflichtet war, durch besondere Konzessionen zur gütlichen Lösung dieses Vertrages zu bewegen, so daß das talentvolle und beliebte Mitglied unserer Bühne noch nächstes Jahr er- halten bleibt. _ ** Da s Cafe Ska 1 itz kh ist, wie man uns mitteilt, uecy nicht in anderen Besitz üb er gegangen, ein Kauf ist noch' nicht abgeschlossen worden. §clt Skalitzky wird lt. Inserat bvu heute nachmittag 4 Uhr an wie im vorigen Jahre inj seinem Cafs ein karnevalistisches Konzert veranstalten. " Fastnacht! Heute ift der Haupttag der volkstüm- l ich en Faschingszeit. Die anschließende Nacht leitet über zur Fastenzeit. Der Philologe Wackcrnagel denkt an das altdeutsche Wort Fastnacht. Danach lüge bem Ganzen das JMc(n, b. h. lustiges, ausgelassenes Treiben, zu Grunde. Vielleicht ist das die richtige Auffassung, umsomehr, als das Zaftnachtsvergnügen sicherlich auf altheidnische Wurzeln zurückgeht. Die fröhlichen Umzüge zu Ehren irgendwelcher Früh- Ungsgottheiten spielen hier mit. Doch um die Entstehung ber Fastnacht kümmert sich ein fideles Völkchen nicht. Schmausereien und drastische Vergnügungen, besonders mit allerlei Mummenschanz, werden nun eben, namentlich von unserer Studentenschaft, feit altersher in§ Werk gesetzt und mancher originelle Brauch kommt da vor und alle Fastnachtsnarren können sich darauf berufen, baß ihnen sogar einmal eine theologische Fakultät eine regelrechte Verteibigung in den Mund gelegt hat: Wir feiern ba§ Rarrenfest nicht im Ernst, sondern bloS im Scherz, damit die Narrheit, bie uns angeboren scheint» dadurch wenigstens einmal im Jahre ausschäume; wir sind alle übelgebundene Fässer, bie vom Wein ber Weisheit zerplatzen würden, wenn wir ihn durch fortwährende Andacht . . . . fortgahrcn Fielen 1 Also nur los, ihr neckischen, munteren, ihr alten, aber ewig jungen FastnachLsgeister! Verscheucht allen Griesgram, kehrt das Unterste zu oberst in dieser pudelnärrischen Welt und bringt keinen allzuschweren — Aschermittwochskater! cv- Bad-Nauheim, 6. März. An Stelle der höheren Töchterschule, welche seither hier als Privatanstalt bestand, wird, wie schon mitgeteilt wurde, mit Beginn des neuen Schuljahres eine öffentliche höhere Töchterschule errichtet werden, welche die Klaffen vom 9.—16. Lebensjahr umfassen soll. In einer Abteilung der untersten Klaffe werden Knaben zum Uebertritt in die Realschule vorbereitet. An Gehältern werden annähernd 12 000 Mk. aufgewendet, welche, soweit nicht das mäßige Schulgeld und der Staatszuschuß hinreichen, ans der Stadtkoffe zu decken sind. Dermijcbto« ^Mannheim, 6. März. Unter dem dringenden Verpacht, das Dienstmädchen Seng^es ermordet M haben, wsnrbe ein Schreiner Namens Becker in Haft genommen. Becker, der verheiratet und Vater von zwei Kindern ist, soll den Mord ans Rache verübt haben, weil die Senges ein Liebesverhältnis des Becker mit einem andern Mädchen zu hintertreiben suchte. Becker kann sein Mibit nicht nachweisen. 'Auf dem Speicher seiner Wohnung wurde sein frisch gewalschener, noch nasser Ärbeitsanzug gefunden. Becker hat schon wegen Mordversuchs eine Zuchthausstrafe verbüßt. Becker lebte mit seiner Familie schlecht. Von seinem Verdienste gab er seiner Frau nur wenig. Von Bedeutung sind ferner die Aussagen von Straßenkehrern. Sie' hörten am Samstag vormittag einen Schrei, und sahen bald darauf einen Mann mit weißer Schürze aus dem Hause kommen. Ein Zeuge hat sich gefunden, der bestimmt erklärt, oaß er Becker am kritischen Morgen in der Nähe des Tatortes gesehen habe. Heute begab sich eine Gerichts- kommission wiederholt in die Wohnung der Frau Witwe Hirsch, bei der die Senges bedienstet war. Dort wurden alle mit Blut befleckten Gegenstände — u. a. eine Leiste der Tür, an welcher sich der Mörder die Hände ab geputzt hatentfernt, um chemisch geprüft zu werden. Zu diesem Behufe und zur Untersuchung der auf dem Speicher der Becker scheu Wohnung gefundenen Kleidungsstücke ist Gerichtschemiker Dr. Jeserich aus Berlin telephonisch berufen worden. Experimente mit Braunschweiger Bluthunden sind zur vollständigen Zufriedenheit ausgefallen. Außer dem Becker wurden im Hofe des Amtsgefängnisses noch mehrere Häftlinge aufgestellt. Zu verschiedenen Malen wurden die Stellungen gewechselt und trotzdem der Verdächtige einmal von einem anderen Manne verdeckt wurde, reagierte einer der Hunde, umkreiste ihn und sprang an ihm hinauf. Dies wiederholte sich vier- bis fünfmal. 'Am Tatorte, wohin die Hunde zuerst geführt wurden, erfolgte das Loslassen derselben vom 3. Stock aus. Sn wenigen Minuten waren die Hunde im zweiten Stock, wo die Tat erfolgte. ^Becker leugnet hartnäckig die Täterschaft. * Kleine Tageschronik. In Freiburg i. B. ist an dem Handelsmann Fesenmaper ein Raubmord verübt worden. — In Newyork wurde ein gemeingefährlicher Schwindler, 't>er feit Jahren als Professor Koch, mit dem er einige Aehnlichkeit besitzt, Mittel zur Heilung der Schwindsucht annonciert, verhaftet. KircktiKe KackriGteu. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Mittwoch den 8. März, abends 6 Uhr: 1. Passions-Andacht. ___________ T-mrror P. S cft l o i i c r. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Eisenwerke Lollar. Tie Gesellschaft verteilt 8 Proz. (wie im Vorjahr). Der Reingewinn beträgt 7 8 4 617 M k. (301 992). Für das laufende Jahr sei die Gesellschaft mit Aufträgen reichlich versehen. Ueber die Fusion mit der Buderus, über welche die Generalversammlung beschließen soll, wird berichtet, der Anstoß sei von der Mitteilung einiger Großaktionäre von Lollar ausgegangen, wonach Buderus Spezifikationen in seiner Gießerei-Abteilung aufnehmen nwlle, die für BuderiS sehr unangenehme Konkurrenz und große Unbeauemlichkeiten hinsichtlich der Arbeiterfrage gebildet hätten. Gemeinsame Sitzungen beider Verwaltungen Kitten festgestellt, daß die Fusion unter allen Umständen im wohlverstandenen Interesse der beiden Werke liege. Bekanntlich sollen Lollar-Aktien- Zug um Zug gegen neue Buderus- Aktien eingetauscht werden und dazu eine Barauszahlung von 250 Mark per Stück erhalten. Neruche Meüuittqkii. Paris, 7. März. Das „Journal" veröffentlicht nachstehende Depesche seines Spezialkorrespondenten aus Mulden vom 6. ds. Mts., 8 Uhr morgens: Gestern abend ließ sich die Lage der Kriegführenden folgendermaßen znsammenfaffen: Die hartnäckigen Angriffe der Japaner auf die Befestigungen im Zentrum, welche seit vier Tagen andanerten, wurden zurück- geschlagen. Der russische Unke Flügel hat Terrain zurückgewonnen, dagegen bedroht der japanische linke Flügel die rechte russische Flanke in nordwestlicher Richtüng Der Kampf ist heftig. Die Verluste der Japaner übersteigen jetzt schon 40 000 Mann. Im Zentrum hat General Linewitsch heute morgen 13 aufeinander folgende Angriffe siegreich zurück geschlagen. — Ein zweites Telegramm aus Mulden vom 6. d. M., 4 Uhr nachmittags, meldet: Zwischen der aus Elitetruppen zusammengesetzten Armee des Generals Nogi und dem russischen Heere unter General Baron Kaulbars kam es gestern zu einem ungeheuren Zweikampf. Die Schlacht spielte sich ctwa 9 Km. nordwestlich von Mukdeu längs der Straße von Hsinminding auf einer unermeßlichen Ebene ab. Tie in dieser Gegend sehr zahlreichen Dörfer, die untereinander durch Schanzgräben verbunden waren, glichen Zitadellen, die ein wütendes Geschützfeuer unterhielten. Es kam auch zu furchtbaren Gefechten mit der blanken Waffe. Die sibirischen Kompagnien entrissen den japanischen Truppen mehrere Dörfer, wo diese eine Anzahl Mitrailleusen zurückließen, und nahmen schließlich die etwa 14 Km. von Mulden gelegene Ortschaft Tashitschiao ein, welche den Schlüssel zu der japanischen Stellung in dieser Gegend bildet. Die strategische Lage ist dort unverändert und infolge der ungeheuren Ausdehnung des Schlachtfeldes ziemlich unklar. Jedenfalls wird diese Schlacht entscheidend sein. Mukden, 6. März. (Petersb. Tclegr.-Ag.) Das heutige Artilleriegefecht bei Mukden dauerte bis Sonnenuntergang an. Am heftigsten war das Gefchützseuer bei dem Dorfe J-ansuntun, das in Brand geschossen wurde. Tagsüber fanden Angriffe nur hier statt, anderwärts gab es nur NrtiWerlegefeSA^ Fast alle Verwundungen rühren von Schrapnells her. Tie heutige Schlacht ist wahrscheinlich bloß eine Vorbereitung durch das Geschützfeuer. Tie Nachtangriffe gegen das Zentrum imi> die linke Flanke wurden zurückgeschlagen. Vor dem Kutulinpasse blieben 2 0 0 0 Leichen von Japanern liegen. Tokio, 6. März. (Nachmittags. Reuter.) Nach einem vom Hauvtguartier eingegangenen Bericht von gestern heißt e§,. daß die Russen in der Richtung auf Schingtsching andauernd hartnäckigen Widerstand auf verschiedenen Verteidigungslinien leisten. In der Richtung aus den Schaho griff eine japanische Abteilung die nördliche Anhöhe bet Vinnnivao. das vier Mellen: östlich von Waitseschan fliegt, an. Die bei Hussupaoizu stehenden Japaner nahmen eine Schanze auf einer Anhöhe nordöstlich vom Torfe. Oeftlich von der Eisenbahn besetzten die Japaner ami Sonntag um 8 Uhr Lintschiangtun, drei Meilen südöstlich von Wanpaoschan, drängten einen Teil der Russen zum Zentrum des, Torfes zurück und halten das Dorf jetzt ein geschlossen. Westlich von der Eisenbahn nahmen die japanischen Streitkräfte am Sonntag Hantschanpao und das in der Nähe liegende Siaostapao und setzen gegenwärtig ifrren Vormarsch fort. Tie Eisenbahn-- station Sutschiatun steht in Flammen. Sutschiatun. ist der Aus-^ gangsvunkt der Eisenbahn, welrne die Russen in westlicher Richtung, nach Suhupao hin erbauten. Paris, 6. März. Ter militärische Mitarbeiter des »,Temvs^> beurteilt die Situation der Armee Kuropatkins wie folgt: Ter, Ausgang der zweiten Schlacht am Schaho ist nicht mehr zweifele haft und wird derartig sein, daß man an ein baldiges Ende; des Krieges glauben rann. Tie Größe der russischen Mißerfolge steht in richtigem Verhältnis zu der russischen- Passivität, ^ie der Gegner kühn auszunutzen verstanden hat.. Der ganze Umgehungsplan war tatsächlich nur auf diese Tatenlosigkeit basiert, die sich'im Verlauf dos Krieges gezeigt hat. Osterode, 7. März. Das Grabgewölbe in bei* Johanniskirchen und Familiengrnfte wurden in der Nacht erbrochen, von den darin befindlichen SLrgeüu die Deckel abgehoben und die Leichen vermutliche nachSchnmck- fachen untersucht. Die Täter sind rmbekannt. Petersburg, 7. März. Das Reskript des Zcwew an den Minister des Innern hat doch eine stärkere Wirkungj ausgeübt, als man vermutet hakte, da dadurch die Arbeiter in zwei große Gruppen gespalten wur^ den. Die Zahl der Ausständigen ist bedeutend zurückge--' gangen. Die russisch-nationale Propaganda gewinnt ans 'Ausdehnung. Unter den Arbeitswelligen hört man die, Polen und Juden für den Ausstand verantwortlich machens. Telephonischer Kursbericht. 372% Reiohsanleihe . . 102.25 8% do. . . . 91.15 .17,0/0 Koneola . . . . 102.20 30/0 do. ..... 91.25 372% Hessen .... 100.74 8% % Oberhessen . . . 99.70 4% Oesterr. Goldrente . . 102.75 47s % Oesterr. Silberrento 101.30 4% Unerar. Goldrente . . 100.45 4% Italien. Rente , . . 105.50 4%-6 Portugieser . . . 68.20 30/ Portugiesen. .... 68.60 1% C. Türken .... —.— Türkenlose......136.00 4°/q Griech. Monopol.-Anl. 52.00 4ll,% äussere Argentiner —.— .’anktnrt a. H., 7. März. 3% Mexikaner .... 36.20 4%% Chinesen .... 95.50 Electric. Sohuckert ... 142 50 Nordd. Lloyd . . . » 117.20 Kreditaktien ..... 214 10 Diskonto-Kommandit. . . 191.80 Darmstädter Bank . , . 143.50 Dresdener Bank .... 158.90 Berliner Handelsges. . . 163 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 141 50 Lombarden ..... 17.60 Gotthard bahn ..... 191.50 Lanrahütte . ..... 259.60 Bochum ....... 245.50) Harpener......210.50! Staatsschatzscheine . . . — ;: befestigt. Konkursverfahren. Ueber den Nachlaß des Friedrich Pfarrer zweiten zu Villingen, wird heute am 2. März 1905, nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß des Friedrich Pfarrer zweiten überschuldet ist. Der Rechner Heinrich Konrad Göbel zu Laubach wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 25. März 1905 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag, den 7. April 1905, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zürn 20. März 1905 Anzeige zu madfcn. D7 Großherzoglichcs Amtsgericht. Mittwoch den 8. März l. Js. nachmittags 2 Uhr -erden im Biekerschen Saale versteigert: 1 Sofa, 1 Glasschrank, Kleiderschränke, 1 ov. Tisch 1 ov. Spiegel, 2 Plüschsessel, 1 Pianino, 18 Par Herrenschnürstiefel, 1 Granatarmband, 1 Armband mit Kettchen, 16 Säulenwaagen, 1 Metalldrehbank, 2 geschn. Eichenstämme u. a. m. 1241 Geißler, Gerick^olläieher. Versteigerung. Dienstag, 14. März l. Js., nachm. 3 Uhr, sollen im städtischen Pfandlokal, Seltersweg Nr. 11, dabier die wegen rückständiger Gemeinde - Steuer 4. Ziel, Holz- und Pachtgeld, Gas- «nd Waffer- geld, Elektr. Stromgeld, isrl. Gem.-St. 3. Ziel gepfändete Gegenstände (Möbel aller Ar0 versteigert werden. 1233 Gemmecker, Pfandmeister. Kaiserkrone, Perle von Erfurt, Goldkrone, Perle der Wetterau, Maikönigiu, Rote Frühkartoffel, Weiße Frühkartoffel, Weltwunder, Industrie gelbsteischig, Paulsens Julie gelbsteischig, Alte Bläue gelbfleischig, Magrnmn bonurn. 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