ÜJ%19IL j.nt vtiuT^b Nr. »10 Zweites Blatt. Donnerstag September 1905 Gießener Anzeiger Erscheint tkgllch mit Ausnahme de- Sonntags. Gmeral-Anzeiger, Amts- md Mzeigeblatt für dm Kreis Gießen. Großherzogin i: amt Gießen. 3. 93.: Hechler. Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieß«. Die „Sietzener LamMenblätter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hMche taiboitf* erscheint monatlich einmal. 155. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Gieß«. meinem M rnn„ 169c(abenn)erbcn.($itl; n \ Schühenstraße. —LouisTrotz. Volitische Tagesschau. Noch eine koloniale Verstimmung. Der Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, wird int Sp/stherst mit längerem Heimaturlaub in Deutschland ein- treffen. Es ist hoch an der Zeit, daß er erscheint, denn es liegt ihm ob, nicht nur der Kolonialverwaltung, sondern auch dem Reichstag gegenüber sich zu äußern wegen der unerquicklichen Zwischenfälle mit der Farmeropposition aus Samoa. In der Presse sind Zuschriften teils zugunsten, teils zuungunsten deL Gouverneurs veröffentlicht worden. Die Negierung hüllte sich in Schweigen, selbst, dann noch, als in der Generalversammlung der deutschen Samoa-Gesellschaft im Juli ds. Js. heftige Anschuldigungen gegen Dr. Solf gerichtet wurden. Vielleicht war die Regierung nicht so vollständig unterrichtet, um Stellung nehmen zu können. Am besten wird allerdings der Gouverneur seine Sache selbst führen, umsomehr, als er außerdem in Prozesse mit seinen Gegnern verwickelt ist. Unerfreuliches aus Samoa rufen läßt sich ein völliges Divergieren dec Interessen feststellen. Der Bauer der Magdeburger Börde, der selbst wirtschaftet, aber nicht Hand anlegt und oft sogar als Reserveoffizier rangiert, der Bauer vor dem Tor der Großstadt, der in Grundstücken spekuliert, der intelligente, aber arme Bauer de§ Vogelsberges, und der reiche Bauer der Wette rau — wieviel Abstufungen, Mischungen, Schattierungen sind da möglich! Vor fünfzig Jahren konnte der feinsinnige Wilhelm Heinrich Niehl noch ein unsichtbares Band entdecken, das alle zu einer Einheit verknüpft: Den historischen Charakter, die überlieferte Sitte. „Wo Religion und Nationalgeist, Gesellschafts- und Familienleben noch naiver Instinkt, noch Sitte sind, da hebt der deutsche Bauer an." Heute hat auch hier die moderne Entwickelung längst die Anzeichen der Auflösung herbeigeführt, das gesamte bäuerliche Leben hat sich ebenso vielfach gestaltet wie das Leben der Industriestadt. Es hat vielleicht gegen früher sogar noch eine Wendung nach unten genommen, seitdem es, von der Feudalhörigkeit befreit, dem Kapital zinSpflichtig geworden ist, seitdem das Bauernlegen nicht mehr durch den Junker, sondern durch den Wucherer besorgt wird, seitdem überdies der internationale Kapitalismus die Preise bestimmt und tief hineingreift bis in die wirtschaftlichen Verhältniffe des armseligen Berg-Bauern, seitdem er ihn vielleicht nach einer guten Ernte zwingt, bei vollen Speichern zu darben. Und treten innerhalb des Handwerkerstandes, der doch scheinbar den geschlossensten Jntereffenkreis besitzt, nicht gleichfalls gewiße Differenzierungen hervor? Der Stück- m eist er oder Werkmeister und der gelernte Aufseher in der Fabrik haben mit dem Handwerksmeister der alten Zeit kaum noch etwas gemein. Gehören sie noch zum Mittelstand oder bilden sie eine Klaffe der Arbeiterschaft? Wohin hat man den Schneider, der nur Knopflöcher machen oder nur Westen nähen kann, wohin den Schlosser, der stets nur einen bestimmten Maschinenteil herstellt, zu rechnen? Wohin andererseits die Flickschuster und Flick- s chneider? Eine Mittelstandsbewegung wird also, wenn sie auch in dem Zusammenschluß ungleichartiger Elemente einen gewiffen Trost finden mag, wirkliche Kraft nur erlangen durch die Schöpfung einzelner Organisationen, in denen die besonderen Berufsklassen gesondert zu Wort kommen. Und hier ist allerdings mancherlei zu erstreben und zu erreichen. Daß das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb seinen Zweck noch nicht erfüllt, während eS zuweilen Kleinigkeiten rigoros anpackt, darüber ist man außerhalb des Kreises derer, die prinzipiell den Wettbewerb unlauter gestalten, einig. Auch dem Ausverkaufsschwindel sollte man einmal gründlich zu Leibe gehen. Unsere Konkursordnung sichert noch immer dem, der dreimal Pleite gemacht hat, ein behagliche? Dasein. Der Schwindel, der mit der Uebertragung von Geschäftssinnen an die Gattin oder an liebe Verwandte getrieben wird und der den Lieferanten häufig nur die Lust deS Nachsehens läßt, ist exorbitant, der frühere Prinzipal als Geschäftsführer seiner Frau ist eine der unangenehmsten Erscheinungen unseres gewerblichen Lebens. Er hat eine fatale Aehnlichkeit mit dem Bauschwindler, deffen sittliche Wirksamkeft der unglückliche Seeger, als er sich vor einem Dutzend Jahren mit seiner ganzen Familie daS Leben nahm, in seinem Abschiedsworte charakterisierte: „Ich konnte nicht mehr weiterleben, ohne zu betrügen, wie ich betrogen worden bin.' Hier hat unsere formaljucistische Gerichtsauffassung mancherlei auf dem Kerbholz. Es liegt wirklich nur an der mangelhaften Fähigkeit unserer Zeit, gute Gesetze zu machen und zu verstehen, und an ihrer erstaunlichen Leistungsfähigkeit in unvollkommenen und unklaren Gesetzen, daß hier noch nicht Wandel geschaffen wurde. Daß die Privilegien der Konsumvereine einen Segen für den Mittelstand bedeuten, wird wohl auch Graf PosadowSky nicht behaupten. Mit dem Kampfe freilich gegen die Gewerbefreiheil ist es nicht getan. Der Niedergang des Handwerks ist sicherlich, nicht durch sie hervorgerufen worden. Ihren üblen Wirkungen wird man eben nur durch die genossenschaftliche Stärkung der vereinten und gehobenen Einzelkräfte begegnen können, wie auch der Kleinhandel immer mehr auf den Weg des gemeinsamen Einkaufs getrieben wird. Immerhin — es scheint eine gewisse Energie zu erwachen, gespornt durch die Not. Möge sie sich geltend machen und durchsetzen nach dem alten Worte, daß Gott nur dem. hilft, der sich selbst zu helfen weiß. IQ fc ** '«Ä Bekanntmachmz. Unter dem Schwcinebestand des Heinrich Kiefer zu Lang-Göns ist ein Fall von Notlaufseuche festgestellt worden. Gehöftssperre ist verhängt. Gießen, den 5. September 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Hechler. Kekanntmachnng. Betr.: Den Arbeitsnachweis für den Kreis Gießen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß am 16. September lf. IS. in den Gemeinden Großen- Linden, Grünberg, Lich, Lollar, Londorf, Hungen und Wiese ck Arbeitsnachweisstellen in Tätigkeit treten werden und laden zu deren Benutzung im Bedarfsfälle ein. Die Vermittelung von Arbeit erstreckt sich auf gewerbliche und landwirtschaftliche Arbeiter, Handlungsgehilfen, Dienstboten, Taglöhner und Lehrlinge. Sie erfolgt unentgeltlich. Gießen, den 5. September 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 3. 93.: Hechler. UM v. Tamm «.3 bl-, M.Verm. Send.Gen«: .Verites^Berlin MMd*;, Kontobuch am Aer neue Strafprozeß. Von geschätzter Seite wird un§ geschrieben: Eine Reihe großer, Aufsehen erregender Strafprozeße, die im Lause der letzten Jahre stattfanden, hat in der Oeffent- lichkeit die Ueberzeugrmg zu einer weit verbreiteten gemacht, daß das Verfahren im Strafprozeß einer gründlichen Verbesserung bedürfe. Handelt es sich doch um nichts Geringes: um die Ehre, die Existenz eines Menschen, um die wertvollsten Güter, die er besitzt, seine Freiheit und seine Gesundheit. Wir betonen: seine Gesundheit. Denn daß selbst zu nicht langen Gefängnisstrafen Verurteilte dem Siechtum verfallen, sei es, daß die gänzlich veränderte Lebensweise ein im Keim befindliches Leiden verschlimmert, sei es, daß der Verurteilte die Schmach der Strafe sich zu Herzen nimmt und nicht darüber hinwegkommt — diese Fälle können vielleicht nicht „aktenmäßig" nachgewiesen, jedoch ebensowenig abgeteugnet werden. Die Beobachtung des Lebens liefert die Beweise für ihr Vorhandensein. Wenn man mit wenig Worten die Mängel des bestehenden strafrechtlichen Verfahrens kennzeichnen will, so könnte das Urteil etwa so lauten: Zu viel Verhaftungen, zu viel und zu lange Untersuchungshaft, zu langsame Rechtsprechung, zu wenig Rechte für den An geschuldigten, zu wenig Rechte für denVerteidiger. Aus die Arbeiten der Kommission zur Reform des Strafprozesses sind große Hoffnungen gesetzt worden. An Zeit für diese Arbeiten hat es nicht gefehlt. Die Protokolle über die Beratungen der Kommission sind erschienen, der Schleier ist gelüftet, und, daß wir es gleich sagen, der Eindruck im großen Ganzen ist der einer starken Enttäuschung. Von einer Aufnahme der Gedanken, wie )te im Volke leben, das mit seinem Laienverstande klar und scharf den Schutz des Schwachen gegenüber einer ungeheuren, zermalmend wirkenden Gewalt erkannt hat, von der Erfüllung mit den Ideen einer Humanität, die auch m dem Irrenden und Gefallenen noch den Mitmenschen erblickt, dem der Weg zur Umkehr nicht erbarmungslos verschlosM werden soll — von alledem spürt man kaum einen Hauch. Erfahrungen, die gemacht wurden, und die leider das Gefühl der Rechtssicherheit erschütterten, scheinen großenteils unbeachtet aeblieben zu fein. Ob die Strafprozeß-Kvnnnrs- sion in heutiaer Zeit, oder ob sie vor zwanzig Jahren tagte, das hätte inbezug auf das Ergebnis der Beratungen nicht viel Unterschied gemacht. Im wesentlichen foll alles beim alten bleiben, und da, wo Abänderungen vorgeschlagcn sind, gereichen sie dem Angeschul- fcigten kaum zum Vorteil, in mehrfacher Hinsicht eher zum Nachteil. . Eine wirkliche Dtrafprozeßreform mußte notwendig da- nit einsetzen, daß sie dem unter einem dringenden Verdacht Stehenden so bald und so vollständig wie möglich Gelegenheit gab, diejenigen Umstände vorzubringen, die Len Verdacht zu widerlegen geeignet sind. Das ist 'M* Lloyd BREMEN lässige Verbindung eil den iWmifiN™ zwischen remei end merk» rfork Baltimore rtumpt» dlf,M Slmeriki, elmeer, Aegyp^ * AJSS" Krganifationsvi'rsuche des WitteLstandtS. Auf der Generalversammlung der Mittel st andsvrr- cinigung zu Frankfurt hat als Vertreter deS preuß. Handelsministers Möller der Geh. OberregierungSrat Lu- senSky unter lebhaftem oder stürmischem, großem, minutenlangem und lang anhaltendem Beifall versichert, daß der Minister der Mittelstandsbewegung ganz besondere Bedeutung beimißt, daß ein Staat, in dem es nur Arme und Reiche gibt, krank sei, daß die Gewerbefreiheit nicht nur Schatten, sondern auch Licht zeige, daß man Mißstände bekämpfen müsse, wobei die Selbsthilfe ja sehr gut, aber auch ein staatliches Eingreifen durchaus berechtigt sei. Die Rede schloß mit dem lapidaren Satze: „Eine weise Gesetzgebung wird zu Gunsten des Mittelstandes das tun, was für ihn zu erreichen sein wird." Wenn die Bescheidenheit gerade deS Mittelstandes immer wieder rühmend hervorgehoben wird, so tritt sie in der Tatsache, daß diese Wendungen des Herrn Lusensky so gewaltigen Beifall fanden, besonders leuchtend hervor. An sich ist es jedenfalls erfreulich, daß die Klassen, die zwischen dem Kapitalismus und dem Proletariat die Brücke bilden, den Wert einer straffen Organisation immer deutlicher erkennen. Allerdings sind ähnliche Versuche schon wiederholt gemacht worden, und auch der Bund der Landwirte rühmt sich, nicht nur agrarische, sondern auch allgemeine Mittelstandspolitik zu treiben. Aber man hat doch das natürliche Gefühl, daß von einer in erster Linie landwirtschaftlichen Organisation die Interessen des Handwerks, des Gewerbes und des kleinen Beamtentums nur höchstens im Nebenamt ein wenig behandelt werden. In dem Versuch eines Zusammenschlusses von allen Elementen, die sich zum Mittelstände rechnen können, läge also ein durchaus vernünftiger Zug. Aber so viel man auch mit dem Begriff des „Mittelstandes" jonglieren mag, so wenig hängen doch die Interessen der einzelnen Gruppen, die ihn bilden, mit einander zusammen. Der Beamte wird durch die Frage derZwangsinnungen, der Dorfschullehrer durch daS Gesetz gegen den unlauteren Wette bewerb, der Bauer durch die Sicherung der Bauhandwerker und durch die Lehrlingsfrage kaum berührt. Hierin liegt ja schon der eigentliche Grund dafür, daß es so schwer ist, überhaupt eine ausreichende Definition des Mittelstandsbegriffs zu geben. Mit der Erklärung: „Zum Mittelstand gehört alles, was dritter Klasse fährt", ist wohl ein Scherz gemacht, aber eine geltende Erklärung kaum erreicht. Namentlich nach unten hin lassen sich die Grenzen kaum ziehen. Wo hört der Mittelstand auf und wo fängt das Proletariat an? Gehört der Bahnschaffner, der Rangierer, der Bahnwärter, der Lokomotivführer hierhin oder dorthin? Findet nach unten hin nicht ein fortwährendes Herbei- und Hinübergleiten statt? Und gilt das gleiche nicht für die obere Grenze? Hierin aber, wie in der Verschiedenartigkeit der einzelnen Interessen, die nur in einer höheren, sozusagen philosophischen Einheit sich zusammenfinden, liegt der Grund für den unverkennbaren Mangel an agitatorischer Stoßkraft, den jede allgemeine Mittelstandsbewegung aufweist. Selbst in den einzelnen Be- eine alte, überall im Volk bestehende Forderung. Zu ihrer Verwirklichung gehörte, daß bereits im Vorverfahren der Beschultgte den Zeugen gegenübergestellt wurde und unter Beistand eines Verteidigers die Möglichkeit hatte, die Aussagen anzuhören, au, Widersprüche hinzuweisen, Fragen zu stellen usw. Von diesem einfachen Mittel, dec Wahrheit auf die Spur zu kommen, ist kein Gebrauch gemacht worden. Ob die Verhängung der Untersuchungshaft künftig an ein paar neue, formelle — leicht zu erfüllende Bedingungen geknüpft wird, ob Fluchtverdacht und Verdacht der Verdunkelung durch Tatsachen zu begründen sind, macht wenig aus. ©enug, die sichere Grundlage fehlt der Reform, und schon dadurch wird das Gmze wertlos, wenigstens in den Augen des Volkes. Es kommt hinzu, daß fast alle Bestrebungen, der Verteidigung, im Interesse des Beschuldigten, größeren Raum und größere Bewegungsfreiheit zu gewähren, als gescheitert zu betrachten sind. Entscheidet die Beibehaltung des Systems der Untersuchung über Wert und Unwert deS Vorverfahrens, so entscheidet die künftige Gestaltung der Gerichte über den Wert des Hauptverfahrens. Kleine, mittlere, große Schöffengerichte, das ist der geplante Aufbau. Erstens und vor allem: die populären Schwurgerichte werden abgeschafft! Der Ersatz ist das große Schöffengericht. Man will die Geschworenen nicht mehr „sich selbst überlassen", gelehrte Richter sollen mit ihnen zusammen über die Schuldfrage beraten. Ein dürftiger Trost, daß in den drei Gerichten das Laienelement die Mehrheit haben soll. In der Praxis werden die gelehrten Richter das entscheidende Wort führen. Denn dem Laien, der sich „nicht selbst überlassen" bleibt, der nicht seinem schlichten Gefühl für Recht und Unrecht folgt, wird in den meisten Fällen das Wissen und die größere Ausdrucksgewandtheit des gelehrten Richters unwillkürlich imponieren. Man mag sagen, was man will, der ganzen Strafprozeßreform ist daß Urteil gesprochen durch die Beseitigung der „unbequemen" Schwurgerichte und durch die Beibehaltung des Untersuchungssystems. Und wir hegen keine besondere Hoffnung, daß der Reichstag diese sogenannte Reform ablehnt oder gründlich umgestaltet. Täte eS der Reichstag, so wird die Regierung die Beschlüsse für unannehmbar erklären, denn eine wirkliche Reform kostet Geld, sie macht Mehrausgaben für die staatliche Rechtspflege erforderlich. Reformen dürfen zwar Geld einbringen — siehe Steuer-Reform, Eisenbahntarif-Reform mstw. — aber kosten sie Geld, so sind sie bedenklich. .^roytratzc 10, 1 U in Franz., CngL M wirb von ein. ■Oiyojcn billig erteilt. Illi y 0”',, wy $f«|e 1 WZr 'SA- ' ***.009(6 jßf gegen gute Lichw "^»heitunb 3in|enp ejud)t. Schr. SJielb. um n den Gieß. Anz. erdeten AflBf °"i 1. pW v «vH* lhek anpunli' inszahler auszuleihen, tliche Meldungen tntte i! den Gieß. Anz. erdeter. ! Herren, auch untterr. : welche sofort Hein. allen groBc'tettiri men in ent\v>r. /ter mann, Berlin . | lucht zu Mitte Cevldr. OKch«. 2ielb. bis 8. Sept, unter 1 Gieß. Anz. erd. vünicht eimgr Tage \r | KmWÄ 1. Meld, unter 05904 ac Anz. erdeten. Kekanntmachmig. Setr.: Gesuch des Heinrich Reger II. in Lich um Genehmigung zur Aufstellung eines feststehenden Dampfkessels. Heinrich Reger II. zu Lich beabsichtigt, auf dem Grundstück Flur IX. Nr. 231/232 der Gemarkung Lich einen feststehenden Dampfkessel zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vorn Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Lich zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Lich vorzubringen. Gießen, den 4. September 1905. Großherzoaliclr ' Gießen. _____________I. V.: Dr. Wagner.______________ KekmmtmachMg. Unter dem Schweinebestand deS Jo Hs. Brück V. zu Burkhardsfelden ist ein Fall von Notlaufseuche fest- gestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 6. September 1905. scheint klei : oenor, der ... fßnrtn um SM«1 ®in < Oberförster Dr.' B e rt o g-Berlin, Rittergutsbesitzer von Salisch, Freiherr von Bodelschwingk, Forstmeister Heyer-Jugenheim und Pros. Dr. Endres-München beteiligten. Tie Versammlung nahm schließlich eit bloc folgende, vom Forstwirtschaftsrat vorgeschlagenc Sätze an: Die VI. Hauptversammlung des Deutschen Forstvereins erklärt, baß zut Hebung und Förderung der Pritxttforitwirtschaft Maßregeln der Forstwirtschastspflege in hohem Maße geignet er- * KI tmb Chef der Geh. in der Ll 'M w E db nach v! eilienku Feuer cmgestü Premier D i a m t und fei) der Enge beschuldig — Ztoisc! einen Bo tödlich Mos hombra Thotin- -rschoss Bitte. mögen voi essantr Ta! dagegen m soll e§ im je über ein Million M Aar'e, der 500 Mill, noch niehr Dafür gibt sächlich sche tum so unt Mikado. nichste Ma tistik auf 1 wo bleibt i tonn, alle! ta einen Hntiert. ' Gr kpar 5 heiiktet, be 6 Zuillino ' De oorstellt: An diese Vortrage tnupfte sich eine iaw in welcher sich besonders Forstmeister F' Oberförster Dr.' B e r t o g - Berlin, fRitteri Cholera eine weitere Verbreitung erlangen, so wird in den Verfügungsrecht absprach und die Dame der reichen Frau in Staaten, di- sich bisher gegen di- Feuerbestattung ab. Pflege gab. di- di-Anzeige gemacht hatte. Dieselbe soll, bil lehnend verhielten, zweifellos di-Frage ihrer Zulassung ernst, ihre vollständige Herstellung von den erlittenen nervösen r.-tf. nrüfen fein Erregungen" ärztlich festgestellt tst, IN dieser Aufsicht bleiben. ' 6 7 * v * Das geschieht lediglich aus dem einem Grunde, daß man Das Berliner Polizeipräsidium teilt mit: Nach einer nicht recht daran glanben will, daß sie wirklich seine Ge- Meldung hiesiger Blätter ist eine Person aus Charlottenburg mahlin ist, sondern von ihm nur unter Einschränkung ihres unter dem Verdacht der Cholera in das dortige Krankenhaus persönlichen Willens-Vermögens zu seinen charlatanistischen im Westend eingeliefert worden. Demgegenüber sei zu be- Zwecken ntißbraucht wird. Sie wird gegen ihn die Hauptwerken, daß sich der Choteraverdacht auch ohne bakterio- zeugiu sein! logische Untersuchung nicht bestätigte, daß es sich vielmehr ' Alices neuester Bewerber, nämlich Alice um eine harmlose Darmerkrankung handelt. Ro osev elts, so schreibt uns unserNewyork-lil.-Korrespondent, Dagegen ist der Telegraphist Stellmacher in Sch le usenau ist einer, wie ihn wohl keine Frau, keine Prinzessin aus fürst- bei Bromberg an Cholera gestorben. sichern Geblüte aufzuweisen hat. DaS „schneidige" Töchterlein Auch bei einem Altsitzer in Ludwikowo und bei einem des Präsidenten hat nämlich die Gunst eines leibhaftigen Flößer in Woyotechowo, Kreis Schubin (Prov. Posen), die Sultans gewonnen, der jenseits des großen „Ententeiches* unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt waren, ist von der Dame „gehört" hat. Es handelt sich um den Be« I Cholera festgestellt. ‘ Herrscher aller Zulus, der nach einer aus Jolo eingetroffenen In Posen ist die Ehefrau des Schiffseigners Karl Meldung die Tochter des Präsidenten zu seiner siebenten Scheffler die am 3. September mit einem Schleppzuge von Sultanin unter den „Kaffem" erheben will. Der schwarze Stettin eingetroffen ist, an Cholera erkrankt und nach der Sultan hat die Dame kennen gelernt, als sie auf der See- hiesigen Cholera-Baracke gebracht worden. Der Kahn, der reise in Begleitimg des Staatssekretärs Taft einen Besuch in oor der großen Schleuse steht, wurde sofort durch städtische Afrika abstattete. Kurz nach der Ankunft der Reisegesellschaft Desinfektoren einer gründlichen Desinfektion unterworfen, wurde sie in feierlichem Zuge zum Paradeplatze geleitet, wo Die übrigen auf dem Kahne befindlichen bisher gesunden tausend Zulu-Würdenträger ihr Huldigungen darbrachten tn Personen wurden in der städtischen Beobachtungsstation Form von Stierkämpfen und anderen „zivilisierten" Spielen, unterqebracht Da die Miß lehaft teilnahm, bot man ihr alsbald die Hand In der Danziger Vorstadt Schidlitz ist ein Arbeiter des Sultans an. So exzentrisch nun die teure Alice auch choleraverdächtig erkrankt. sein mag, ,so konnte doch sie das „schwarze Herz" des Kaffern- Die Neuen Westpr. Mitt." melden: Bei den in Jagows- Königs nicht reizen, und der Sultan mußte seme Hochzetts- höhe vorgekommenen verdächtigen Erkrankungsfällen ist durch gaben selber behalten. Hoffentlich hat er sich mit den sechs anderen die bakteriologische Untersuchung Cholera festgestellt worden, inzwischen getröstet. Alice hatte übrigens unter ihren Reise- In Schirpitz, Kreis Thorn, ist der bijährige Arbeiter Schinkler begleitern noch „einen anderen" ausgesprochenen Verehrer bel unter Choleraverdacht erkrankt. In Niedesaußmaß bei Kulm »sich, den Kongreß-Repräsentanten Longivorth von Ohio, dem ist die siebenjährige Tochter Amande des Bühnenarbeiters gleichzeitig Gelegenheit geboten wurde, sich vor den Augen Zimmermann am 2. September unter choleraverdächtigen der „Ersehnten" auszuzeichnen. Em „Zeitungsmann" wat Symptomen erkrankt und am 3. September gestorben. Am beim Baden in Gefahr zn ertrinken geraten, und Langwortt 4 September erkrankten die Mutter des Kindes und die rettete ihn mit eigner Gefahr, was seine Chancen bedeutens fünfjährige Tochter Anna. Ferner ist in Kurzebrack der > erhöhte. Die Wetten auf ihn sind infolgedeffen von b:1aui . Diese l mtdj die g K doch «r nutzlos Aereswjek «reiner Torped F' kste «obllDoftoj toi ’p Nio zur S.W Do Atzn ft>ur » tvui Nm „ ^eremi? xduze Msu gefs Mllovsiok- Mich 9 Sh« CT -s1 ss ländlich- Myork. linder, M sind, »nd Dollars - I Staaten die andere- Manien M inögen von I Million^ I 1300 Doll reichste Mc Ranch w Mark besi [ AftikaS, d onfom, de scheinen. , , Zu diesem Zweck sind besonders folgende Mittel zu em- 1. Herbeiführung und Erhaltung jener Formen des! Waldbesitzes, welche für die forstliche Bewirtschaftung am geeignetsten sind (unter Umständen Förderung der Bildung von Waldfideikormnissen und Waldgenossenschaften). - 2 Beseitigung jener Bestimmungen, welche bei der Beleihung und Veräußerung von Waldbeftänden die Existenz des Holzbestandes gefähtt>en. Z. Gute und zweckmäßige Gestaltung der Forstverwaltung ' und zwar durch: a) Vorsorge von fetten des Staates, b) Organe der land- und forstwirtschaftlichen Interessenvertretung, c) Selbsthilfe der Waldbesitzer. 4. Verbesserung der Holzverwertung und des Bezuges von Manzen und Sämereien. . . , — 5. Verbreitung forstlicher Kenntnisse, insbesondere durch Abhaltung elementar gehaltener Lehickurse für die Waldbesitzer und deren Beamten, sowie durch Waldbegange unter Leitung forstlicher Sachverständiger. 6. Gewährung von Zuschüssen oder Darlehnen für Aufforstungen. 7. Schaffung einer zweckmäßigen Waldbrandversicherung. Um die Privatforstwirtscbast ständig und wirksam mtt Rat und Tat zu fördern, sind besondere Einrichtungen erforderlich. Diese können entweder vvnr Staat unmittelbar zu diesem .Zweck geschaffen werden oder sich bei jenen Formen der genossenschaftlichen Organisation entwickeln, welche neuerdmgs m verschiedenen Staaten für den Zweck der land- und forstwirtschaftlichen Interessenvertretung geschaffen worden sind. Besonders empfehlenswert ist im letzteren Fall die Bildung eigener Forstabteilungen nach "hem Vorgang einiger preußischer des Hauptmitel Vorschlag, daß der Staat, resp. die Kom- nutnen nach Möglichkeit die schlecht bewirtschafteten Privatwaldungen aufkcmfen solle. Auch dieser Redner (teilte eine Reihe von Leitsätzen auf. An diese Vorträge knüpfte sich eine längere Diskussion, - - ■’ ~ ""ricke-Beutnitz, _ -r„ .. ..w.- « «Iter»»*— - “ *1gÄ3** nur zu wünschen, daß die Zustände m dieser Sudseekolonie eitere Ausbau dieser Einrichtung und Ke Nachahmung * von Grund aus andere werden, sollte hierfür selcht ein j^nen Staaten, wo eine solche noch nicht besteht, mutz dringend gaS Lemberger Amtsblatt meldet: Mit Rücksicht auf Kouverneurwechsel sich als unumgänglich erweisen._________ ^^Klen werden. ^Aesetzten Be- die große Zahl der aus Preußen über Auschwitz nach Galizien Kcer und Stott ” v°Vn E"i m - Hannon-r^ D r a"'^im W-"- bk Von den bayerischen Manövern. Aus Amberg Anschluß an die vorjährigen Erörterungen darüber zum ordnete die Statthalterei eine famtare Revision von Reffen- vird vom 6. d. M. berichtet: Im Manövergelände stürzte Vortrag. Der Redner besprach sein Thema sehr eingehend ben und Gepäck in der Station Auschwitz an und beorderte Leutnant Eidam vom dritten Feldartillerieregiment so und begründete eine Anzahl Thesen darüber. Die^e fanben diesem Zwecke einen Amtsarzt dahin, welcher im Verem malücklich mit seinem Pferde, daß er einen doppelten Bruch jedoch 'in der Versammlung teilweise lebhaften Wwerspructt mit dem entsandten Regierungskommissar den Gesundheit?- des reckten Unterschenkels erlitt. Ein noch schwererer Unfall Schließlich wurde eine längere diesbezügliche Res o tutton bcr bie Grenze passierenden Personen zu untersuchen M Ä T-upp-n°bung-pÄ Watbturm Bei d-s F°rst^tsch^r°t^-g°—E^sur d^imtd. Jb Durchführung d-r San.tätsmaßrege-n m Br--,mk. zu einer Kurve stürzte ein Geschutzwagen um und be- l Deutsche Forstverein erkennt an, daß in Nordwest- beaufiichtigen hat. . grub drei Soldaten unter sich. Einem wurde em Arm ' deutschland, in geringerem Grade vielleicht auch in anderen Da auf mehreren rumänischen Schiffen, welche aus gebrochen einem andern der Brustkorb eingedrückt, sodaß er Gegenden Deutschlands, ungünstige Bodenzustände sich H^fen des Schwarzen Meeres eingetroffen sind, cholera- bald darauf starb. — Die sozialdemokratische „Münch. Post" finden, welche zur Verbesserung eine eingehende unter-1 Mächtige Erkrankungen vorkamen, verfügte die Regierung stellt eine Erörterung der Einbeziehung der bayr. ^Ä^^e^^ä?tni^^e* l * * 4 5 fXb' cff^ute toetycr geotogiW, nod&hu ®utareft bie strengste Kontrolle aller m Rumänien ein- Ulanenbrigade in die preuß. Manöver Don een ne tm “■ agrDnom^ und forstlich genügend erforscht. Insbesondere treffenden Dampfer. bayr. Landtag in Aussicht. In dieser Einbeziehung und ml besteht noch Unklarheit über die Erscheinung, die man , ।--- vorausgegangenen ähnlichen, stufenweise sich^mÜ eine einheitliche Wung unb vEnNcht-«. militärischen Uebungen erblickt das Blatt em eystem, nam- Bezeichnung der Humusformen sind vom Verein der deut- * Sw in emün d e, 6. Sept. Der Pächter deS Viktoria, lich das Bestreben Preußens, sich, entgegen den Ver- forstlichen Versuchsanstalten unter Mitwirkung Herl, , Franke, verschwand unter Mitnahme von sailler Verträgen, „allmählich in die bayerische Armee preußischen geologischen Landesanstalt.bereits e^elei^ W ' 1 ' . . < , „ worden Ferner bat die preumsche vstaatsforstverwaltung I iv .uu. hinelnzubohren . besondere Kommission eingesetzt, welche die Ursachen "Wieder ein Eisenbahnunfall in Schlesien. ' a „ der ungünstigen Bvdenzustände ermitteln und Vorschläge Die Eisenbahndirektion Kattowitz meldet: Am Dienstag abend Hauptversammlung der deutschen Iorflmanner. für ihre Besettigimg macken svll pinj9.15 Ubr sind auf dem Bahnhofe Pciskretscham zwei (Original-Bericht deS Gießener Anzeigers.) swttAsck^ Auftla^w^^vonstLhhu^rs bedeckten Wald- Güterzüge zusammengestoßen. Eine Lokomotive und II. fachen zu ungenauen und unsicheren Ergebnissen fübren. neun Wagen sind entgleist. Drei Geleise sind gesperrt. Der R. B. Darmstadt, 6. Sept. 4. Ein Urteil über die zu ergreifenden prakttschen Maß- Lokomotivführer Geister und der Zugführer Heider wurden Die heutigen Verhomdlungen wurden mit der Der- Staat?- verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Aerzte und Hilfs» ieslmz b« Antwort auf das huldiMngst-legrantm, bad U±,™en™ Bungen perfonat sind sofort h--b-ig--ilt. gestern vom Bureau, an den Großherzog gerichtet worden einem gewissen Abschluß gelangt sind. " u e b er d as Sprember gcr Eis c nb ah n-Un glück war, eröffnet. Sie lautet: 5. Aus den angegebenen Gründen erscheint daher eine w^terel ^^Nen gleich bei Beginn der parlamentarischen Verhandlungen „Fhren G-ruß und Weidmannsheil erwidere ich mit . Dank Erörterung des Gegenstandes innerhalb des Deutschen Forst- b^,§ preußischen AbyeordnetenlDauses nationalliberale Abgeordnete forstwirtfch 1 ft %ur Verftigung? Forstmeister Prof.Dr. Das Hauptftstessen ber Tagung fand am Nachmittag mcht genau festgestellt, durfte sedoch nach den bisherigen Er- Schw appach-Eberswalde sprach sich als erster Referent im Saalbau unter äußerst zahlreicher Beteiligung statt. Mittelungen weit über eine Million betragen. Auch sehr eingehend über dieses Thema aus. Es seien von den Im Laufe der Mahlzeit brachte HofkammerMisiDent von b,e Höhe der zu leistenden Entschädigungen an die Verunglückten deutschen Waldungen 49 Proz. im Privatbesitz und es sei Stünzn er den ersten Toast auf Kaiser Wilhelm und Hinterbliebenen der Verstorbenen bedarf noch der Fest- deshalb im aNgemeineu Interesse sehr notwendig, auch Großherzog Ernst Ludwig- aus. Obersorstrat ^r. v. ^urst Mung. Die event. Pensionsbezüge dürften sich nach WIea%a3nge^CfcSonD baTau^^eäTb^ß fk an'b^S %or“tatänner’toaftete.' ^cutc“«bcnMinV biefe^ Bon ber Untorhandl.mgcn wogen Zahlung pmor oimimligon Abfindungs. Mittel zur Hebimg der Privatforsten zur Anwendung ge- -------y 11 - " "Mark beziffern. bracht werden. Aus diese Mittet geht der Redner nun näher ALe gpOleta* " Eine Blaubärtin ist Frau Florenze Ferre,l, die ein unb legt bar, wie man in Preußen die Forstkultur $er Reichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des vom Newyorker Gericht wegen Polygamie in Untersuchung zu fördern sttebe. Man habe dort größere Summen für fü*c bie Bekämpfung der Cholera im Strom- genommen ist. Sie ist eine anziehende Vierzigerin, die nicht Auftorstungszwecke an Privatwaldbesitzer bewiN^, auch Weichsel vom 4. September, nach welcher in dem älter als 30 aussieht, Tochter eines Eisenbahnbeamten; zu- ÄÄnb=r^' ** Stromgebiet”1 12 Cholera.üeberwachung.statwnen gegeben hat sie, bo6 sie acht Männer hat, kennt aber aut ÄÄ MtrtSt fteÄ bSä, ben Vgienrng^ Snb 3 Boots-Ueberwachungsstellen eingerichtet werben. Der b.e N-nnen °on oteren. Der S'rafan rag glaub annehmen Eidenten oder dessen Beauftragten von Zeit zu Zeit Ausschuß des Reichsgesundhestsrats für die Seuchenbekämpfung zu muffen daß sie zum mmdesten l^ma^. geheiratet hat. kontrolliert, doch sei wohl empfehlenswerter, mit dieser am 9. September im Gesundheitsamte zu Berlin zur DaS erste Mal vermahlte sie sich 188o, versieg ihren Mann Aufgabe die Landwirtschastskcmrnierii zu bettaueu. In Beratung über den Stand und die Bekämpfung der Cholera und heiratete zwei andere in einem Monat. Ihre Preußen hätten auch mehrere dieser .Kammern beretts Sach- L deutschen Reiche zusammen. — Vom 5. bis zum 6. Sep- Praktiken wurden schließlich durch ihren letzten Niann an den verständige für diesen Zweck bestellt. Der Redner faßte , mittags wurden 13 Erkrankungen und 2 Todesfälle Tag gebracht, der herausbekam, daß sic einst geschieden sei. feine Forderungen zur Verbesserung der Priüatwaldung^i eh IerQ innerhalb des preußischen Staates amtlich Er benachrichtigte sofort die Polizei und nunmehr ist die ganze beS Schiffahrt?, unb Mß-r-iv-rk-hrS routbc außer an der hat sich nach Mitteilung .mserrS N-wyork-r II.-Karr-spanb-nt-n A^W^b Mrbewrng ber PrivatforsttEtschast er. Weichsel, ber Brahe, ber Netze unb ber Warthe auch aus ber em Newyorker, Pros. Se.benberg gelefftet Er warb scheinen in erster Linie jene Formen der genossmschaft- Oder von Fürstenberg bis zur Mündung, auf dem Fmow- in Springfield, Ohio, verhaftet, weil er seine angebliche lichen Organisatton berufen, welche neuerdings in verschie-1 x^nal bei Oderberg, auf der Spree bei Köpnik, sowie auf dem! Frau unter Hypnose wider ihren Willen gezwungen hat, denen Staaten für den Zweck der land- und forstwirtschaft- ^^Euß ^i Schmallcningken und Tilsit eingefühtt. In sich in einen Sarg mit Schlangen zu legen. Die lichen Fnteressenverttetung geschaffen worden smd. Be- tt Überwachungsdienst tätig sind gegenwärtig 12 Sanitäts- Frau hatte einer Bekannten ihre schreckliche Lage vorgestellt, sonders empfehlenswert ist die Einrichtung eigener störst- Marinesanitätsofsiziere, 2 Kreisärzte, 15 Kreis- und diese hatte einer Dame, die ber Vorstellung beigewohnt abteiluugen bei diesen Stellen nach dem Vorgang einiger HJi , größere Anzahl von praktischen Aerzten. hatte, davon Mitteilung gemacht. Diese erstattete nun kurz werden. So geschieht wohl alles, um dem Umsichgreifen der dem Schlangen,arg zu liegen, obgleich ihr dieselben den Korreferent Forstmeister Graser-Bodenmais legte be- Seuche zu wehren. Daß allein in Preußen aber bereits 26 größten Abscheu emflößten. -ver Profeßor bestritt die Schädlich- sonders die für Süddeutschland bei dieser Frage maßgeben- Todesfälle an Cholera vorgekommen sind, beweist, daß man kett seines Experimentes, aber — gerade überkam die Frau den Gesichtsvuntte näher dar, wobei er als ein durch greifen- . ■ f hr nicht unterschätzen darf. Sollte die ein schwerer hypnotischer Zustand, sodaß ihm die Polizei das Niedrigste — 11,6° 6. ®§ starben an: 1 1 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. WöchkuMejlkbttßcht der totsfällt in dtt Stadt Gießt» 25. Woche. Vom 18. bis 24. Juni 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 (infl. 1600 Mann Militär Sterblichkeitsziffer: 24,14 nach Abzug von 7 Ortsfremden: 11,14°/«.. Kinder i. bes SSitforio. * Mik-Hw, * '•'«Li? s?[e|it"- «, ‘™$iwtaä obenb 'eifer ?0fon",t'D' wd eJJ sind gesperrt, SteEr dc'der wurden lCnb* Merzte und Hilfs, ^senbahn-UntzlüL tuchen Verhandlungen onalliberale Abgeordnete '5 '^Unglück enfflandene 1,1 ^hcr noch immer '°ch den bisherigen Er, llion betragen. Auch M an die Verunglückten bedarf noch der Fest- "ge dürften sich nach 100 000 Mart pro] rtig mit den beteiligten einmaligen Absindungs. urch den Zusammenstoß. leitens 2 Millionen Kerichtsfaat. Thorn, 6. Sept. Der frühere Pionier-Oberleutnant Hellmut Wessel, der nach seiner von Italien erfolgten Auslieferung von der hiesigen Strafkammer wegen schwerer Urkundenfälschung in drei Fällen zu einem Jahre Geiängniß verurteilt worden war, ist nach Verbüßung der Reststrafe heute aus dem Gefängniß entlassen morden. Leipzig, 6. Sept. Die Ferienkammer des Landgerichts Leipzig verurteilte den A r z t D r. W a l l h e r in Leipzig-Gohlis wegen Z w e i k a m v f e s 311 drei Monaten Festungshaft. Professor D r. Hirsch erhielt wegen Kartelltragens zwei Tage Festungshaft. Dr. Walther bewarb sich zu Anfang des vorigen Jahres um die Sand einer hiesigen jungenDame. Das horte ein Kollege, Tr. Backhaus, ging zu Dr. W. und warnte ihn vor einer Verbindung mit der Familie des Frl. S., die durch den Bankkrach ganz bedeutende Verluste erlitten habe. Das hinderte aber den Warner nicht, sich selbst um die junge Dame zu bewerben, die er im Herbste des vorigen Jahres auch heimführte. Tr. W. war natiirlich über die Handlungsweise seines Kollegen nicht erfreut. Er nannte ihn hinterlistig und unfein, wofür er vom ärztlichen Ehrenrat auch noch mit 300 Mark bestraft wurde. Als Dr. W. dann noch erfuhr, das; Dr. B. sich in schwer beleidigender Weise über ihn bei Bekannten ausgesprochen hatte, schickte er durch Professor Hirsch dem Dr. B. eine Forderung auf schwere Säbel ohne Bin den und Bandagen. Das Duell fand am 15. April statt. D r. W. wurde dabei erheblich a m K 0 p f e v e r l e t; t. Gegen Dr. B., der Unterarzt der Reserve ist, wird vor dem Kriegsgericht verhandelt werden. □ Ein junger Gelehrter alsDieb bestraft. Der Assistent am chemischen Institut der W ü r z b u r g c r U n i v e r s i t ä t Dr. Runge wurde wegen Diebstahls eines PlatinsSchmelstregels zu 5 W 0 ch e n G e f ä n g n i ß verurteilt. Weitere in dem Institut vorgekommene Diebstähle bedürfen noch der Aufklärung. Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr .ni,f bie i Revision „ nMt, * "n’ toetopr ’ C°tberti Rot Ä*^tem ,n Rumänien ein. ßin Mck blick auf den ostastatischen Krieg. (Fortsetzung.) Diese Unglücksnachrichten für die Russen wurden noch verschärft durch die geradezu klägliche Art und Weise, wie sie anr 10 Augnft ihr doch immerhin noch ganz ansehnliches Port Arthur-Geschwader nutzlos opferten. Ihre Panzer „Poltawas „Ssewastvpol , „PeveswjetB „Pobjeda", „Retwisan" und „Zäsarewttsch , bte Kreuzer „Askold", „Diana", „Pallada" und „Nowik" nebst acht Torpedobooten verließen unter Admiral Witthöst den Hafen, um, koste es, was es wolle, durchzubrechen und sich mit dem Wladiwostok-Geschwader zu vereinigen, welches ihnen entgegengefahren war. Die Japaner gingen mit sechs, L-chlachtschisten, elf Kveuzern und 30 Torpedobooten auf die Russen los und zersprengten in etwa achtstündigem Gefecht die russische Flotte vollständig. Der T 0 d des Admirals W i t t h ö f t machte dae Russen ganz kopflos. Arg zerschossen flüchteten „Zäsarewitsch und „Rvwik" nach Kiautschou, „Askold" nach Schanghai, -Diana nach Saigon, die übrigen russischen Schiffe gingen nach Port Arthur zurück. Schade um die prächtigen ru,fischen Schiffe, die nun in Port Arthur hilstos im Hasen von den Japanern zerschossen wurden. Die in die fremden Häfen geflüchteten russftchen Schiffe tourb-en alsbald abgerüstet, blieben aber so wenigstens Rußland erhalten. Rur der Kreuzer „Rowik" unternahm es, die Vereinigung mit dem Wladiwostok-Geschwader zu suchen,, wurde ober in Korssakowsk (Sachalins am 21'. August von zwm japanischen Kreuzern eingeholt und auf den Strand gejagt. Em ruirt^ scher Torpedobootzerstörer, der „Reschitelnii", welcher sich. nach Tschifu geflüchtet hatte, wurde von den Japanern aus diesem Hafen gewaltsam entführt. Am 14. August wurde auch das Wladiwostok-Geschwader von seinem Schicksal erreicht. Der iaM- nische Admiral K a m i m u r a faßte die Russen in der Korcastraße Lei der Insel Tsuschima. Rach fünfstündigem Kampfe mutzten „Roffija" und „Gromvbov" die Flucht ergreifen, „9timr dagegen sank. Die Mannschaft wurde größtenteils von den Japanern gerettet. . Inzwischen? war man auch zu Lande sich wieder weiter au1 ton Leib gerückt. Port Arthur war schon seit Mitte August ziemlich eng cingeschlossen, die Festung verfugte über drei Verteidigungslinien: die erste war dre Lmie der Hauptforts, die zweite der Drakonowij-Rücken im Osten, die dritte Wolfsberg, Uglowaja-Berg imd die Takuschanforts. Trotz großer Verluste gelang es den Japanern die Berge zu nehnien, welche sich von der schwächsten Stelle der russischen Verleid icnmgslinien erheben, nämlich im Norden, an der Stelle, wo die Bahn und die Kais rstraße auf einer kleinen Ebene , durch die Berge Wen. In täglichen Scharmützeln gewannen die Japaner ständig an Terrain und begannen gegen Ende des Monats mit dem Heran- bringen ihres schweren Geschützes. In der, nördlichen Mandschurei hatte General Kuropatkin bei Liauiang in einer trefflich vor- - 1 Summa: 13(7) 10(7) 2. ..... J 1(1) Slum.: Tie in Klammern fleleljten ^eben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Strcuite kommen. 2:1 gefallen — die PankeeS machen nämlich ein , Buchgeschäft" aus dem „Schwiegersohn" ihres Präsidenten-- ländlich, sittlich I Einem deutschen Mädchen würde so etwas entschieden peinlich sein. • 10087 Millionäre. Wie der ,Allg. Fl.-Z." au? Newyork geschrieben wird, gibt es im ganzen 10087 Menschenkinder, die als Millionäre und Multi-Millionäre bekannt sind, und die ein Gesamtoermögen in Höhe von 9000 Mill. Dollars — 38 250 Mill. Mark besitzen. Die Vereinigten Staaten können allein 5 027 Millionäre ihr eigen nennen, die anderen 5060 hausen zum großen Teile in Europa. Zu den amerikanischen Millionären zählt auch eine Rothaut, mit Namen Meloin Dempsey, der in Alaska wohnt. Im Jahre 1846 gab e§ in Newyork 1 025 reiche Leute, die je ein Vermögen von etwa 100 000 Dollars hatten und 23, die sich Millionäre nennen konnten. Heute zählt die Stadt Newyork 1300 Dollar-Millionäre und Multi-Millionäre. Wohl der reichste Mann in Australien ist Sir Jovice Clarke, der eine Ranch im sWerte von 150 Mill. Dollars — 637Vg Mill. Mark besitzt. Abe Benley ist der Multi-Millionär Süd- Afrikas, derselbe ist so reich, daß eS ihm gar nicht darauf ankam, der Heilsarmee dortselbst 80 Mill. Acker Land zu schenken. Sir Thomas Lipton mit seinen 25 Millionen erscheint klein gegenüber Multi-Millionären wie Earl Gros- -venor, der über 80 Mill. Dollar verfügt, und dem Herzog von Norfolk, der eine tägliche Einnahme aus seinem Vermögen von 7500 Dollars (31875 Mk.) hat. Eine inter- effante Tatsache ist, daß Rußland 49 Millionäre zählt, Japan dagegen nur einen einzigen, den Mikado selbst. Im ganzen soll eS im Reiche des Mikado nur 44 Personen geben, die je über ein Vermögen von 250 000 Dollars (etwas über eine Million Mark) verfügen. Der amerikanische Bundes-Senator Clarke, der dem »Standard Oil-König" Rockefeller mit seinen 500 Mill. Dollars gegenüber sehr „arm* ist, hat aber doch noch mehr als Japans reichste Leute zusammengenommen. Dafür gibt es in Japan aber auch keine armen Leute, tatsächlich scheint in keinem Lande der Welt des Landes Reichtum so unter dem Volke verteilt zu sein, wie im Reiche des Mikado. Bisher galt der Kaiser von Rußland als der reichste Mann der Welt; sein Vermögen wird in der Statistik auf 1200 Mill. Dollars (5100 Mill. Mark) geschätzt; wo bleibt aber der Schah von Persien, der es sich leisten kann, allein in seinem Turban einen Edelstein zu tragen, der einen Wert von 4 Mill. Dollars (17 Mill. Mark) repräsentiert. • Großen Kinderreichtum hat das Pensylvanische Ehepaar Depp in Allentopen auszuweisen: 18 Jahre verheiratet, beide 42 Jahre alt, haben sie 23 Kinder, worunter 6 Zwillingspaare und 19 Söhne. • Der Friedensschluß. Wie sich's der kleine Sepp vorstellt: ,,D' Japaner, die san viel zu gut, Han all's verschenkt wie Russen, Bloß a bißel „Zachalirtt Hams b'halten gegen d'Russen!* * Kleine Tageschronik. Der ehemalige Mitinhaber finb Cl^s des Bankhauses Eduard Rocksch Rachf. in Dresden, der Geh. Kommerzienrat Viktor Hahn, der zur Zeit in der Landesgefängnisanstalt zu Bautzen eine Gefängnis- strafe von 4 Jahren veichüßt, hat sich entschlossen, den ihm vcm König Albert verliehenen Titel eines! Geh. Kommerziell rats abzulegen und auf die weitere Führung desselben, mich nach verbüßter Straftat zu verzichten. — In dem an die Ce- cilienkirche angrenzenden Nonnenkloster zu Rom entstand Feuer, welches erst gelöscht werden formte, nachdem das Dach eingestürzt und vier Zellen ausgebrannt waren. — In der Premiermine in Jvha nnesburg soll wieder ein Riesen- Diamant gefunden worden sein. Er soll 460 Karat wiegen und fehlerlos sein. — In Posen wurde unter dem Verdacht der Engelmacherei die Tapezierfrau Nowacka verhaftet. Sie wird beschuldigt, mehrere Pflege kinder vergiftet zu haben. — Zwischen Annen und Witten fuhr ein Automobil gegen einen Baum. Die drei Insassen wurden leicht, der Chauffeur tödlich verletzt und das Automobil total zertrümmert. — In Moskau erschoß sich in dem Chambre garnie der Alhambra der Freiwillige eines Dragonerregiments, Alexander Ch 0 tinski, nachdem er vorher die 23 jährige L y d i a M eher erschossen hatte. Chotinski ist ein Neffe des Ministers Witte. bereiteten Stellung Halt gemacht und erwartete so seinen Gegner. Die Japaner ließen sich ebenfalls Zeit und holten alle möglichen Verstärkungen Üferan, bis sie zum entscheidenden Schlage ausholten. Am 30. Martz begann endlich der Angriff. Lange schwankte die Wageschale unentschieden hin und her. Erst als es dem General Kirroki am dritten Schlachttage gelang, den Taitsiho zu überschreiten und bei Jentai den Russen in die Flanke zu fallen, geriet das russische Zentrum und der linke Flügel ins Wanken und wurde von den Generalen Oku und Nodzu zurückaeworfen. Der Widerstand der Russen, der sich unter Kuropatftns persönlicher Führung hauptsächlich gegen ben General Kuroki richtete, vermochte an der Entscheidung nichts mehr zu ändern. Am 4. September wurde Liaujang von den Japanern besetzt. Beide Heere hatten furchtbare Verluste erlitten, wenngleich hie Schätzungen zweifellos vieles zu hoch angenommen haben. Denn alles in ollem werden kaum mehr als 300 000 Mann im Kämpfe gewesen fein. Das ganze im Felde befindliche japanische Heer wurde damals nur auf 365 000 Mann geschätzt, die aber meist zur Deckimg der Etappenstraßen Verwendung finden mußten. Indessen hatten die Japaner inzwischen begonnen, durch Ausdehnung der Dienstzeit der Reservisten ihre Arviee wiederum um 200 000 Mann zu erhöhen. Mer auch die Russen schickten Armeekorps auf Armeekorps nach Ostasien und wenn man bedenkt, daß diese immense Leistung mir auf einem einzigen Schienenpaare bewerkstelligt werden mußte, dann muß man den russischen Ingenieuren alle Hochachtung zollen. Die Niederlage der Russen Bei Liaujang war feine so entscheidende gewesen, daß die Russen an eine Räumung Mukdens dachten. Sie verschanzten sich vielmehr vor Mullin genau wie die Japaner dies nun bei Liaujang taten und es hatte ganz den Anschein, als ob die beiden Heere hier, einander beobachtend, liegen bleiben würden. Nur die Vorpostengefechte erinnerten eine ganze Weile allein an die Kriegszeiten. Jetzt Begannen aBer mit einem Male die Nachrichten aus Port Arthur recht trübe zu lauten, das Geschick der Festung schien besiegelt und Kaiser Nikolaus wollte sich wohl nicht dem Vorwurf aussetzen, zur Unterstützung seiner bedrängten Helden in Port Arthur nicht alles getan zu'haben, was möglich toar. General Kvropatkin erhielt sonach den Auftrag zu einer energischen Offensive. Die Japaner buben diesen Auftrag allem Anschein nach eher er- fahoen, als Kuropatkin selbst. Sie waren so merkwürdig gut orientiert, und bereiteten den Russen, als diese am 8. Oktober den Schaho überschritten und auf Jentei anmarschierten, einen so warmen Empfang, daß die mit so großem Trara verkündete russische Offensive jämmerlich 'zusammenbrach. Nach fechstagigem beiden Ringen, bei dem die Russen ganz furchtbare Verluste betten — man spricht von 45 000 Mann, mußten die Russen über den Schaho zurückgehcn. Die nächste Folge dieser Schlachten und Unglücksfälle auf russischer Seite war eine Umgestaltung des Kommandos, General Kuropatkin wurde an stelle des Statthalters Alexejew zum Höchstkommandierenden zu Lande und zu Wasser in Ostasien ernannt. Außerdem wurde eine zweite und dritte Mandschurei-Armee gebildet. Man wollte auf diese Weise die Unterstellung allzugroßer Truppenmassen unter einen Führer allein vermeiden. Zum Chef der bisher von Kuropatkin befehligten ersten Armee wurde General Linewitsch, zu dem der zweiten Armee General Gripenberg und zu demjenigen der dritten Baron Kaulbars ernannt. Somit war Kuropatkin endlich hie nötige Willensfreiheit gegeben. Der Statthalter wurde sogar nach Petersburg berufen und zunächst durch Ernennung zum Mitglieds des Staatsrats kaltgestellt. Die nun wieder eintretende mehrwöchige Pause benutzten beide Gegner zur Verstärkung ihrer Stellungen. Vor Port Arthur hatten die Japaner aber unterdessen wertvolle Erfolge erzielt. Am 23. September hatten sie die Lünette Kuropatkin erobert, welche zwei Kilometer vor der naupt- verteidigungslinie lag, und damit zugleich das Wasserreservoir besetzt, welches Port Arthur mit Trinkwasser versorgte. Nun begann die eifrige Tätigkeit mit den Laufgräben, während em oft tagelang unterhaltenes Bombardement die Stadt in Schutt und Trümmer legte. F-euerbrande legten die Häuser in Asche und die imglücklichen Bewohner Mußten in bombensicheren Erdhöhlen ihre Zuflucht suchen. Der Hunger rückte ein, Typhus und Cholera fielen auch noch über die Einwohner her. (Schluß folgt.) Arbeiterbewegung. Dresden, 6. Sept. Nachdem heute zwischen den Arbeitern und der Direktion der Aktiengesellschaft Dachmaschinensabrik und Eisengießerei vorm. SeidelLNaumann eine Einigung erzielt wurde, roirb morgen der gesamte Fabrikbetrieb wieder ausgenommen. Winterthur (Schweiz), 6. Sept. Bei der Gießerei Rio r schach bestand seit mehreren Wochen wegen Lohn- und Organisationsfragen ein Streik. Wiederholte Vermittlungsversuche durch den Regierungsrat Mächler schefterten an dem beiderseitigen Widerstand. Der Firma gelang es, aus Elsaß neue Arbeitskräfte zu gewinnen. Zwischen diesen und den Streikenden gab es schon in den letzten Tagen kleineve Zusammenstöße. Da der Stteik aussichtslos schien, herrschte große Erbitterung unter den Arbeitern. Die Ärbeiterunion veranstaltete gestern abend einen großen Demonstrationszug vor der Fabrik und Wirtschaft „Zur Traube",- wo die Streikbrecher logierten. Trotz Wmahnens der Führer und ttotz des Widerstandes der Kantons- und Ortspolizei wurde die Gießerei g e st ü r m t und zum größten Teil zerstört. Auch drangen die Demonstranten in die Wirtschaft „Zur Traube" ein, zerstörten Fenster und Türen, sowie das Mobiliar. Die Insassen mußten flüchten. Ter Auftuhr dauerte bis nachts ein Uhr. Durch Generalmarsch wurde nachts elf Uhr in St. Gallen das diensttuende Landwehrbataillon durch das Militärdepartement aufgeboten. Mit dem Nachtzug wurden zwei Kompagnien nach Rorschach befördert. Dev Chef des Polizeidepartements, Landammann Mächler, reiste sofort nach Rorschach, wo große Aufregung herrscht. Die Unter» . suchung wurde sofort eingeleitet. Es erfolgten mehrere Ver- . Haftungen. Der Schaden ist sehr bedeutend. — Wie der „Neuen Zür. Ztg." aus Rorschach gemeldet wird, /ollen die Urheber : der Unruhen italienische A n a r chisten sein.____________________ Der Rheinisch Westfälische Effettenmartt. Mülheim tu d. Ruhr, 6. September 1905. Dev Verkehr am Kohlenkuxenmarkte blieb auch heitte belanglos. Die Kurse sind kaum verändert. Nachfrage bcfteöt ür Augusta Viktoria zu stark erhöhten Preisen, ohne daß ent- prechend Angebot vorliegt. Ferner sind Freie Vogel und Unt verhasst' mehr begehrt. — Die Tendenz des Kalikuxewq Marktes ist für einige Ausbeutewerte als fest zu bezeichnen. Unter anderen konnten Burbach ihren Kurs um ca. 1000 ML erhöben. Ebenso liegen Carlsfund sehr fest um ca. 250 ML höher Von Mittelwerten Jobannashall etwas anziehend. Dop leichten Werten fanden in Königshall größere Umsätze zu stark "teigenben Preisen statt. Albrechtshall, Emilienhall, Hattorf, Hedwig, Neue Vereinigung und Ravensberg zu zum Teil gebesserten Preisen gehandelt. — Auf dem Erzkuxenmarkte bleibeuf Apfelbaumerzug, Callerstollen und Concordia Erz gefragt, Bi^ toria Erz gaben dagegen wesentlich im Kurse nach.___________ AmM aus i'tn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 17. Aug. Heinrich Karl Otter, ein Witwer, Schaffner zu Gießen, und Elisabeth Horst, Tochter deL verstarb. Weichenstellers Konrad Horst zu Niedergemünden. — Den 19. Aua. Jakob Bauer, Installateur zu Neustadt a. d. Hardt, und Sophie'Altvater, Tochter des Bautechnikers Friedrich Jakob Altvater zu Gießen. — Ten 20. August. Ludwig Steinhäuser, Kaufmann zu Gießen, und Else Henriette Karoline Wilhelmine Margarete Katharine Seuling. Tochter des Archiietten Louis Seuling zu Gtiefcen. — Markusgemeinde. Den 17. Aug. Johannes Weitzel, Bahnarbeiter zu Gießen, und Anna Margarete Schmitt, Tochter des verstorb. Landwirts Philipp Schmitt IL zu Zwing en berg. — Lukasgemeinde. Den 19. Aug. Adolf Louis Trümpert, Großh. Gerichtsaffeffor in Butzbach, und Auguste Margarete Ida Hedwig Köhler, Tochter des Großh. Forstmeisters Adam Köhler zu Gießen. — Den 20. Aug. Karl Wilhelm Masur, Schuhmacher, und Karoline Geelhaar, Tochter des verstorbenen Müllers Andreas Geelhaar. Getaufte. MatthäuSgemeinde. Den 17. August. Dem Kutscher August Velke eine Tochter, Auguste, geboren den 20. Juni. Den 18. August. Dem Kalkulator Richard Wagner ein Sohn, Friedrich Otto, geboren den 8. September. Ten 20. August. Dem Bäcker Heinrich Mombergcr eine Tochter, Elisabeth Ernstine, geboren dsr 5. Juni. Denselben. Dem Taglöhner Peter Theis ein Sohn, Wilhelm Albert, geboren den 26. Juni. Denselben. Dem Schuhmacher Adam Döbus ein Sohn, Friedrich Johannes Adam, geboren bett 27. Juli. Den 27. August. Dem Schneidermeister Johannes Eckett eine Tochter, Anna Verona Johanna, geboren den 6. August. Denselben. Dem Taglöhner Florenz Goffelmeyer eine Tochter, Martha Margarethe, geboren den 4. Juni. Den 28. August. Dem Arbeiter Albert Schmidt ein Sohn, Albert Michael, geboren den 1. Juni. — Markusgemeinde. Den 20. August. Dem Schriftsetzer Karl Heinrich Noll ein Sohn, Willy Peter Berthold Heinrich, geboren den 17. Juni. Denselben. Dem Gastwirt Karl Loth ein Sohn, Ernst Ludwig, geboten den 17. Mai. Denselben. Dem Packmeister Johannes Stehling eine Tochter, Emilie Mari«, geboren den 21. März. Ten 27. August. Dem Taglöhner Otto Rausch ein Sohn, August, geboren den 30. Juni. — Lukasgemeinde. Den 20. August. Dem Weichensteller Eberhard Schmidt ein Sohn, Helmut Wilhelm Eberhard, geboren den 26. Juli. Denselben. Dem Hilfstelegraphisten Karl Geitz ein Sohn, Erich Heinrich Konrad Karl, geboren den 28. Juli. Denselben. Dem Sattler Johann Georg Giesecke eine Tochter, Emma Luise, geboren den 17. Juli. — JohanneSgemeinde. Dem Gärtner Karl Göbel eine Tochter, Marie Auguste Gertrude, geboren den 6. August. Denselben. Dem Buchhalter Adolf Hahn eine Tochter, Käthe Luise Henriette Johanna, geboren den 4. April. Denselben. Dem Großh. Staatsanwalt Fritz Hoo? eine Tochter, Auguste Minna Lisa Else Hildegard, geboren den 22. Juni. Den 27. August. Dem Mechaniker Heinrich Fritzler ein Sohn, Friedrich, geboren den 27. Juli. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 18. Aug. Theodor Wilhet» Enz, Sohn des Eisendrehers Karl Enz, 1 Jahr alt, starb bat 10. Ang. — Markusgemeinde. Den 22. Aug. Anna Helene Müller, Tochter des Anstreichers Jakob Müller, 4 Jahre alt, starb den 22. Aug. — Den 23. Aug. Karoline Habenicht, Renttere, ledig, 80 Jahre alt, starb den 20. Äug. — Den 24. Aug. Dorothea Hörig, geb. Klos, Ehefrau des Schreiners Otto Hörig, 34 Jahre alt, starb den 22. Aug. — Lina Elise Achenbach, geborene Wagner, Ehefrau des Müllers Christian Achenbach, 28 Jähre alt, starb den 21. Aug. — Den 30. Aug. Wilhelm Schweitzer, Sohn des Taglöhners Heinrich Schweitzer, 1 Jahr alt, starb den 28. Juli. — L uka s- gemeinde. Den 5. Aug. Gustav Fresenius, Oberamtsrichter i. P., 75 Jahre alt, starb den 2. Aug. — Den 15. Aug. Rudolf Spich, Apotheker, 43 Jahre alt, starb den 12. Aug. — Den 17. Aug. Karl Georgi, Kaufmann, 52 Jahre alt, starb den 14. Aug. — Den 26. Aug. Elisabeth Seth, Tochter des Fuhrmanns Ludwig Sech, 15 Jahre alt, starb den 24. Aug. — Johannesgemeinde. Den 27. Aug. Karl Malkomesius, Metzger, 74 Jahre alt, starb bett 24. August. cm Jlorenze Fcrresl, bi! ygamic in Untersuchung de Vierzigerin, die niil , > Eisenbahnbeamten; zu« ner hat, kennt aber nur antrag glaubt annehm i 16mo( geheiratet fut. 85, verlieh ihren jta einem Monat u letzten Mam VVI nti Mmnehr ist die ganze aen. jotiseur-Vergnügen gacker 1!.-Korrespondentm rg, geleistet. Erwürg icil er seine angcblch en Willen gezwungen bai. ingen zu legen. Tu l hreckliche Lage vorgeM , T Vorstellung beigeuM ( Diese erstattete nun kug fache an das Licht km. nqc, die ganze Woche n gleich ihr dieselben n -effor bestritt die SchadlchM lfraoe überkam die Fv» ü L iN W der reichen Frau 1 hatte. Dieselbe soll,/, £ erlittenen ein® M 4;.‘SS Md gegen chn die ,ltet nimli* SU«' »erber- c|p01M , keine W’ Las Mastigea des groben.^ ben > 1-l "uS 30 ftetenl® ;benten * ,chM- lernt, als '"- W'ch Z «tärs Tal Ankunft bleitet' «J >eren ,8 Mld -1 ne«" 2ll.ee i nun b"' btS I-H^Äin- d.nl»°§ .tersich .,1- ihren j .3^5*01 fS#- | ©eptember 1905. Barometer auf 0° reduziert — der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wett« 6. 2» 745,0 24,2 14,5 65 3 9 Sonnenschein 6. 9" 743,6 18,8 14,2 88 SSW 2 Bew. Himmel 7. 71» 744,5 17,8 13,8 91 S 2 • ■ Hoch te Ten iperatu r am 1 6. Septembe — 2 5,0° C. Tuberkulose der Lungen 1 1 Krebs 2(2) 2(2) Phlegmone 1 (1) Kl) Lei^fehler 2(2) 2 (2) Morb. Addisonii 1 (1) 1 (1) Gallenblasen- entzündung KD 1(D Rückenmatt- entzündung 1(1) KD Darmkatarrh 1 — Lebensschwäche 1 Altersschwäche 1 1 Lungenentzündung 1 — Fluß- und Seefische Verlobte hVA Täglich frische Mel-FaM und Anstittwgs-ßestttft Peter Kronenberg Kaplansgasse 18 Giessen Telephon 399 c44 Fckße D D7. per Pfund 35 Pfg., S-Pfd.-Kistchen 2.70 Mk. per Psuno »o Pig., y-ipio.-juiuyeri 4.1» ------ e Missionsfest in Oppenrod 0 M W Ws t& Sonntag, den 10. September I. I., nachmittags 2 Uhr ro ... _____® I Hnnpni-nh Pin Miksionsfesl ftattfinben. an welchem als H-cstpredr wird B6/ Heller. Heinrich Sack, 19 Sjlaräjirajjc 19 05926 1. UM 6 P, Vou dem Anlehen am 1. Oktober 1888 Lit. C. No. 22 ä Bon dem Anlehen ans Bon dem Anlehen aus Lit. B. No. 24 ä. ZV. 1638 ss2”/. I nco A 1 Mark as Elektorat. yuv.be tls