155. Jahrgang Zweites ^Rlntt N?r. 261 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis «Ziehen ;1,0,1 abends 8 W, bLO OOO Mk. über. Verstaatlichung der Pralzb ahnen wurde von der Kammer angenommen. : 1905. nt Gießen. 'g- .tifung. o angeordnete Spenr H platz und Schulstraße o; Montaa 6. November 1905 Rotationsdruck und 93erlag der Brühl'lcbar Unwersuäisdruckerei. 9L Lange, Grebe», Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulffr.7. Tel. Nr. 51. Tetegr.-Adr.: Anzeiger Gießen, Konzerlverein. Gießen, 6. Nov. Mit Beethoven, dem größten, deutschesten Musiker „Tfler Zeiten, eröffnete gestern abend bei vollbesetztem Hause unser H'onücrtDercin seine diesjährige Konzertsaison. Würdiger konnte die Eröffnung wahrhaft nicht sein. Beethoven! Ter bloße Name weckt in unS schon das Gefühl hoher Verehrung! Wenn uns nun seine Werte so gegeben werden wie gestern abend, einerseits mit der größten Gewissenhaftigkeit und Liebe vorbereitet, andernseits mit echt Hünstlerischer Auffassung und vollendeter Technik, dann über» flomint uns auch ein hohes Dankgefühl für diejenigen, welche «aus diese Genüsse verschaffen. Eröffnet lvurde daS Konzert mit der Coriolan- D,uv e rture, welche Beethoven 1807 zu Collin'S Trauerspiel geschrieben hat. Ein wahrhaft heroisches Werk, in welchem der trotzige Held, daS Flehen und die innigen Bitten iber Mutter in packender Weise geschildert sind. „In diesem jseinclu neuesten Werke bewundert man die ausdrucksvolle «Liefe seiner Kunst, die daS ivild bewegte Gemüth Coriolan'S rund den plötzlich schrecklichen Wechsel seines Schicksales auf ,'bas herrlichste darstellt und die erhabenste Rührung hervor- Ibrachte/ So — nach Nohl — der Bericht über ein im Hahrc 1807 veranstaltetes Konzert. Die gestrige Aufführung I!icß uns dies voll erkennen. Dir Wiedergabe der Ouvertüre war ganz vorzüglich. 'Leelenvoll erklangen die Geigen, trotzig und bestimmt die -Cyncopen des: Bläser. Wunderschön die Cellis, am Schluffe der Ouvertüre, nut ihren klagenden, ersterbenden Tönen. Trscheint tlgllch mit Ausnahme des Sonntags Die „Sletzenrr Zamlllendlötter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hesstlch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." widmet dem König von IlSpanien, der am Montag seinen Einzug in die Reichs- i '.Mlptstadt hält, einen warmen Begrüßungsartikel. \ T?r Artikel gedenkt der hingehenden Fürsorge der Königin- : Äcgentin für den Thronerben vor seiner Thronbesteigung urb fährt fort: „Noch vor wenigen Togen bekundete der König öffentlich, Y 7 die Freundschaft zu einer Macht die gleiche Beziehung zu her andern nicht ausschließe, daß sie vielmehr miteinander ■?yr wohl vereinbar seien. . . . Dem friedlichen Grund- Ion der deutschen Staatskunst ist es zu dankm, daß ;-r ,'ede Annäherung zwischen anderen Mächten, Mit fricbignnq aufnehinen können, solange sie sriedl. Zl-ehii di.'ut und keine Spitze gegen Deutschland I>nt. K;m:iit ist der polnische HiMcrgrimd a-zeichnet, vor dem der rrliiT'-r Besuch des Königs vor sich geht." . Glogau, 4. Nov. Tic große Herrschaft Kunzen- bori ging auS dem Eigentum her Erben des Polen von Urbanowski in daS des Deutschen Wolff zum Preise von So ging z. B. das sich in den Streichinstrumenten vom Baß ablöfende zweiunddreißigstel-Motio unter der dicken Begleitung: nahezu verloren. Sollte hieran nicht die zu sehr eingeengte Plazierung von Bratschen und Cello mit Schuld tragen ?- Ein Höhersetzen dieser Instrumente kann m. E. nur von Vorteil sein. Im dritten Satze „Tempodi Minnella* waltet eine urgemütliche Behäbigkeit. Manches erinnert an die Pastoralsinfonie. Eine besonders schwere Aufgabe haben Hörner und Celli im Trio zu lösen. Beide Instrumente brachten die heiklen Stellen gut heraus, das Cello hätte etwa? stärker hervortreten dürfen. DäS Finale kann wohl die Krone der Sinfonie genannt werden. Scherzhafte Kobolde treiben ihr Mesen in ausgelassenster Weise, dann erklingen wieder herrliche seelenvolle Melodien. Eine ganz besonders originelle Wirkung wird erzielt durch das Oktaven-Motiv in Fagott und Pauke. Die Wiedergabe dieses Satzes war ganz vorzüglich. Rauschender wohlverdienter Beifall wurde für diese Leistung Herrn Trautmann und dem Orchester zu teil. Terese Carenno beschloß das Konzert mit drei Nummern von Chopin, die sie in ganz hervorragender Wesse spielte. Welcher wir den Vorzug geben sollen? Ob dem zauberhaft gespielten Nocturna ober der reizend gebrachten Etüde, oder der mit hinreißendem Schwünge gespielten Polonaise? Ich kann mich nicht entschließen, eines bervorzubeben. Für mich waren eS gleiche Genüsse, und wohl auch für das Publikum, welche» die Künstlerin mit tosendem Beifall überschüttete, wofür sie in liebenswürdigster Weise mit einer Zugabe dankte. palaste niedergeschlagen. Die Eisenbahndirektion Bromberg teilt mit: Guter für Prostken zur Beförderung nach Rußland, aber nur nach den Stationen für die Südwestbahnen, ausgenommen Odessa und Kiew, können wieder angenommen werden. Nachrichten, daß Massen von Juden ermordet und verwundet wurden. Die B e rm ö g c n sv e r l n st e sind unberechenbar, sie zählen nach Millionen - Reaktionäre Elemente betreiben antisemitische Agitation. Die Stellung der Bi Horden ist zweideutig. Vorstellungen bei den Behörden sind gemacht worden. Versprcclmngen ihrerseits liegen vor. Soeben geht aus Solo tono sch eine Depesche ein: „Alles zerstört. 500 Familien brotlo s." In Odessa hat die verspätete Energie bc5 Militärs endlich Früchte getragen, die Ruhe ist einigermaßen wieder hergestellt. Es fanden nur noch vereinzelte Zusammenstöße in einigen Vororten statt. Die Opfer der letzten vier Tage und Nächte werden auf etwa 15 000 geschäht, darunter mindestens 11 000 Tote. (Vgl. auch die ,Polit. Wochenschau-.) Aus Polen kommen folgende Meldungen: Warschau, 5. Nov. Tie Studenten des Instituts für Ackerbau in Hoiva.-Alexcmdria versuch:cn die Kaserne zu stürmen, tr.-urbei'. jedoch von Kosaken ^streut, wooei viele verwundet wurden. Die Pctrckmvcr Behörde ersuchte den hscn-r lgouv-rnenr telegraphisch um Trurvenverüarmngen wegen der andauernden Uimib?n. — Die VolSmenge t ü t«t e m S:estc drei Polizisten. Tor Gouverneur ließ 182 politische Ger ^Aus" »n d^iegen heute folgende Nachrichten von Bedeutung vor: Helsingfors, 6. Nov. Noch 'den Verbanblunaen zwimren I Mähe aiikh eine Erhöhung der Tabaksteuer unter der- mehrter Begünstigung des Jnlandstabakl. ■bei November Als zweite Nummer spielte Terese Carreno das herrlichste aller Konzerte, das Es-äur-Konzert von Beethoven. Ten hohen Anforderungen, welche dieses Konzert an den Spieler stellt, insbesondere in geistiger Beziehung, wurde die Vortragende in wahrhaft ergreifender Weise gerecht. Hier offenbarte sich wahres, echtes Künstlertum. Nicht Virtuosin, sondern Künstlerin von Gottes Gnaden ist Terese Carreno. An dem gewaltigen Eindruck, den dieses Konzert hinterließ, haben aber auch das Orchester und sein Dirigent hervorragenden Anteil. Tadellos folgte das Orchester der ungemein sicheren Führung des Herrn Musikdirektors Trautmann. L , r , Ich ^innere insbesondere an die wunderbar gespielten Einleitungstakte zum Adagio und an die reizend hervorgeholte Pauken-Stells im letzten Satze. Tas Ganze war eine ausgezeichnete Leistung. Die ganz geringfügig vorgekommenen Intonationsschwankungen können der Gesamtleisttmg keine Einbuße tun. . t. Das Hauptstück des Abends, die achte Sinsonic Beethovens, komponiert 1812, bildete den Schluß de§ Beethovenschen Testes. Wohl in feinem zweiten Werke Beethovens herrscht so echt Beethovenscher Humor vor. Der erste Satz enthält zwar noch wenig davon, nur in der Durchführung erscheint und wirkt er mitunter zündend. Im zwei-en Satze, einem leichtfüßig dahiy tänzelnden „Aliegretto scherzando“, steht schon mehr davon. Dieser Satz verdankt seine Entstehung dem Scherzkanon auf Mälze! und dessen Metronom. In dem Vortrage dieses Satzes hätte ich nur die Holzbläser und Hörner etwas leiser und leichter gewünscht. KusstsHe YeuigLeiten. Die „Nordd. ANg. 3ta" bespricht in ihrer Wochenrund- schau die Lage in Rußland und sagt, im Anschluß hieran sei die törichte Behauptung der „Preuß. Korresp." zurückgewiesen, baß beabsichtigt gewesen sei, die russi sche Herrscherfamilie unter-demSchutze deut scher Kriegsschiffeins Ausland zu begleiten. Eine solche Absicht habe niemals bestanden. Aus Kiel kommt indes folgende Meldung: Für den Deutsche» Berlin, K. Nov. Gestern hörte der Kaiser die Vor- iiöge bc§ Staatssekretärs des NeickSmarineamls und des SbefS deS Militärkabinetts und empfing den neuernannten argentinischen Gesandten Dr. Jndaleeio Gomez zur lieber- rcichung seines Beglaubigungsschreibens. __ Der „Lokalimz." will wissen, die Reich sfioanzvor- lagen en'halten anher der Ouiltungssteuer und der ,Hb Hart en ft euer noch andere Stempelsteuern. Bon I ,filier fortlaufenden Entsktzadionng der Bundesstaaten für den i ' zu 150 Mark Geldstrafe bezw. 5 Wochen Haft erlassen werden. Dem Staatsminisrer Gevekot wurde btrr erbliche Frciherrntitcl verliehen. Karlsruhe, 5. Nov. Bon den 73 Mitgliedern der neuen badischen zweiten Kammer sind tirn Beruf: Richter 10, Professoren 4, sonstige Staatsbeamte 2, Gcist- liche 4, Gemeindebeamte 9 (2 Oberbürgermeister, 6 Bürger- mcister und 1 Ratschreiber, Mehrer 2, Anwälte 9, Fabri- fauten 3, Handwerker 2, Landwirte 8, Gastwirte 2, Art' 'itcr 3, sonstige Berufe 12, ohne Beruf 3. Reutlingcn, 4.Nov. 'einer Wählerversammlung erstattete Kammerpräsident Pan er den Landtags- Lericht. Bezüglich der Bcrwaltungs- und Berfa s s u n g s r c f o r m sprach Redner die bestimmte Hoffnung en«, daß diese Geseke zustande kommen. Tie Ritter würden sich ebenso wie die erste Kammer ernstlich zu überlegen laben, ob sie das ihnen von der Reform Gebotene zuruck- t eisen. .Keine spätere Reform werde gleich günstig für sie sein. Die erste Kammer könnte nicht eine a ch t c r tu c i t c r u it g verlangen. Zudem seien die liberalen Kreise dfes Bürgertums, lvie sie in der Volkspartei uno Deutschen Partei vertreten sind, mit der Regierung einig. Kein Privileg werde imstande sein, 2 n verhindern, was diese fortschrittlichen Kreise des Bürgertums durchzuführen entschlosten seien.- M ü n ch ' n, 4. Nov. Ter Gesetzentwurf betreffend die Detmold, 4. Nov. Der feierliche Einzug des Fürsten paar es ist unter großartigen Kundgebungen des tu tausenden versammelten Volkes erfolgt. Die Krieger- und j-nftiacn Vereine bildeten Spalier. Das Fürstenpaar wurde nm Nathause durch den Oberbürgermeister begrüßt. Der stiirst dankte. Dann erfolgte die Meiterfahrt nach dem Iicstdenzschlosse. Im Nesidenzschlosse wurde gleich darauf der vkssammelte Landtag eröffnet. Der Fürst nahm aus b: n Händen des StaatSministerS Gevekot die Thronrede c gegen und verlas sie. Die Thronrede erwähnt zunächst bt n Spruch des zur Entscheidung der Thronstreitigkelten bebet konstitutionellen und der Arbeiterpartei hat. letztere heute ein Ultimatum veröfscEcht, m dem stc mit- teilt, daß sie eine vrovisorische Regierung bilben unb der konstitutionellen P rtei zwei >-itze anbicten wolle. Die Konstitutionellen Irben es indes abgelehnt, an einer solchenl Regierung teilzunchmen. Haparanda,4. Nov. Die Gmdarmen, die versiuvt hatten^ die Eifenb-lmschienen brn Simo anfzureißen, wurden heute $roa Meilen südlich 'von Simo von Bauern ergrissm und nach. Ul erborg gebracht. G.'stern fand m Wasa em Zusammenstotz -wischen einer Volksmenge und, Kvsaken statt, die eine blau- weiße Fahne nicbergeriiien und die russische Fahne gehißt hatten. Hierbei wurden zwei Personen gelotet und viele Der- 1VU"5u§ dem Kaukasus wird u. a. folgendes gcmclLet's Tiflis. 5. Nov. (Petersb. Tel.-Ag.1 Tic Teilnehmer an einer v'triotischen Kundgebung, welche die Straßen Bakus mit dem Bilde des Kaisers durchzog, wurden von zwanng mit Karabinern bew.'ffneten Matrosm der kaspitchen Flotte überfallen.^ Die Matrosen wurden von Truppen, welche die ^emonstrantnr. begleiteten, entwaffnet und arretiert. — Bon binnen’ern bewohnte Käufer, aus denen auf russisckie und tatarische Manifestanten» geschin'fm nn'rde. wurden mit Kanonen beschoßen.___________ tlchung ksammluttg. «icfjttt auf dem Host ' Mlatz zu crschelNt"E unb Beamte der W . 1 Aufgebots, angebe. SÄfc Die die oben “n,tierev: Ä'ÄS-i*1' gib« 3** 1Ä" ;*sdBS*W>: Kr» . Ahresklaße, =u 1 ibleij/finb b F , unter § * ^.erci Hesterreichische Wahlrechtskampfe. Durch ein amtliches Kommunique ist, wie wir in unsererj heutigen politischen Wochenschau mitteilen, die Ankün-i digung einer Wahlrechtsvorlage erfolgt. Ueber die Wa h lrechts- Dem on strati onen in Wieu, und Prag liegen folgende Mitteilungen vor: Wien, 5. Nov. Tie s o--i a l i sti sch e Partei ver^ Kreuzer „Gübecf* und alle Torpedoboote wurde Memel als Stützpunkt bestimmt. Die Stationierung der KriegS- fahrzeuge zwischen Memel und Peterhof dürfte [längere Zeit dauern. Ter Zeitpunkt der Rückberufung ist noch ungewiß. Verschiedene Ncaierimgen aber, darunter anch die deutsche, sind in Petersburg wegen des S ch u tz e s ihrer Staatsangehörigen vvrstcMg geworden. Tre praktische Turchstthrung dieses Schutzes fremder Staatsangc- höriger ist sebr schwierig. Sie erfolgt auf Reklamation der sich bedroht Fühlenden, indem num Posten vor ihre Hauser stellt und durch Patrouillen die Sicherheit der Lerson unb des Eigentums zu gewährleisten sucht. Bestimmte Fälle, in denen deutsche Reichsangehorige an ihrer Person oder Eigenttmi Schaden erlitten hätten, smd bis letzt noch nicht gemeldet worden. , , - Durch kaiserlichen Ukas ist das Gesuch des Ministers 1 des Znnern, Bulygin, um Entlassung von seinem Posten angenommen. Tie Leitung des Minister, ums des Innern ist zeitweilig dem bisherigen Gehilftn des : Ministers des Innern, Ducowo. übertragen. Nach einer Schätzung in Genfer Russenkrei,en betragt 1 die Zahl derjenigen, denen der A mnestie er la tz zugute I kommt, in Europa 3^00, in den russischen Gefängnissen i und Sibirien über 10000. Tie beiden in Genf erscheinenden russ. Zeitungen rüsten zur Uebersiedel- luna nach Rutz land, sobald einige Gewähr für die russische Preßfreiheit vorliegt. Ter Generalgouverneur von Warschau ist telegraphisch benachrichtigt worden, cs ici wünschenswert, daß auf Anordnung der Zivilbehorden wegen religiöser Vergehen in ein Kloster gebrachte kathol. Geistliche unverzüglich in Freiheit gesetzt werden. Am 4. d. MtS. wurden die politischen Gefangenen fr ei gegeben, die von der Amnestie betroffen wurden. Manche darunter haben biß drei Jahre in der UntersuchmigS- haft gesessen. Außerdem sind 23 politische Prozesse im Gerichts- Icuttch-AfriLanisch S. Aus Kapstadt toirb telegraphiert: Tie Kapre gier, ung erhielt über ben Kampi von .Hartebeestmunb zwischen! Oberstleutnant v. Hemmern unb ben Rebellen unter M o^ renga unb anberen Häuptlingen beschreibende Depeschern. Darnach würbe bie b e u 11 di e Abteilung zerstreut unb verlor 30 bis 40 Tote unb 33 Verwunbete. Morenga, der einen Toten unb 4 Verwunbete h Bezirks Tar-cs-Salaam bereits beruhigt unb Überall De^ reitwilligkeit zur Unterwerfung getroffen.; i u it g e r macht sich bereits als Bunbesgenosse geltenb. 8m>dgras pp°Platz. 3 ’ t Klavier: borg- rtioushumorissautzk r Zaaltafle) tO^JSrStubinw^T. ifl!$onbhm(\ V*/' °mtfer-(hifcmble -k Villardspik! ®«Herrenuhf Karl Vogt, f i‘l Tteins 2aall>av «rstaltete heute vormittag vor dem Parlament eine Wahl- rechtsdcmonstration, an der 100 000 Menschen leilnahmen. Tie Demonstration dauerte eine Stunde und verlief ohne Zwischenfall. Tie Manifestanten sangen Arbeiterlieder und brachten Hochrufe auf das allgemeine Wahlrecht und andere 9htfc aus. Tie Arbeiterführer hielten Ansprachen. An den Masten, Kandelabern, sowie vor dem Parlament waren rote Mahnen mit auf das allgemeine Wahlrecht bezüglichen Inschriften angebracht. Auch in Klagenfurt, Lemberg, Graz und Brünn fanden Arbeiterdemonstrationen zu gunsten des allgemeinen Wahlrechts statt, die ohne Zwischenfall verliefen. Infolge der gestrigen Vorgänge an der Universität beschloß der Universitätssenat die Schließung der Universität bis ichuf weit eres. Prag, 5. Nov. Im Laufe des Vormittags versammelten sich 10 0 0 0 P e r s o n e n , meist Sozialdemokraten, auf dem Wenzelsplatz. Bald wurde die Polizei beschimpft und bedroht. Beim Einbiegen auf den Graben fielen Schüsse aus der Menge, die durch ein starkes Polizeiaufgebot in die Seitengassen gedrängt wurde. Auf dem Iosefsplatz wurde die Wache mit Steinen beworfen. Ms von neuem geschossen wurde, gab die Sicherheitswache einige Schüsse ab. Militär Bäumte di e Straßen und sperrte die in den iGraben mündenden Straßen ab. Zugleich wurde die Schließung der Häuser angeorduet. Tie Menge beging auf dem Rückwege mehrfache Ausschreitungen. Nachmittags wurde das Militär eingezogen, es rückte aber abends wieder aus. ^Tie Menge setzte die Gewalttätigkeiten fort, errichtete eine Barrikade, die von der Polizei und dem Militär zerstört wurde und beschädigte das deutsche Gymnasium in Weinbergen, sowie das Haus des Abg. Rejcik in .Holeschowitz. Gegen 10 Uhr abends war die Stadt verhältnismäßig ruhig. In den Vorstädten dauerten die Tumulte noch an. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Von den Ruhestörern wurden etwa zehn mehr oder weniger erheblich verletzt. Florenz, 5. Nov. Heute trafen hier 50 Kadetten der deutschen Marine ein und lvurden von einer Llbordnung des italienischen Flottenoerems empfangen. Die Kadetten -gedenken hier einige Tage zu verbleiben. Zur Wogtötwequng. ** Im Wahlkreis Friedberg-Land-Bad-Nauheim erklärte sich der freisinnige Stadtverordnete Rentner Fritz von Bad-Nauheim bereit, eine Kandidatur zu übernehmen. — Im Wahlkreis Beerfelden-Hirsch Horn-Wimpfen wurde von der freisinnigen Partei Reallehrer Hans Kahl von Darmstadt dem seitherigen Nbaeordnet"n Vreimer, her sich wieder um das Mandat bewirbt, entgegengestellt. — Im Wahlbezirk Alzeh wich von der uatioualliberalen Partei d'r seitherige Abgeordnete Bürgermeister D i e h l - Gau-Odernheim wieder ausgestellt. — Auch im Wahlbezirk Wöllstein ist der seitherige nationalliberale Vertreter Beigeordn. P i t t h a n - Wöllstein wieder aufgestellt. Ferner geht uns folgender Bericht zu. Wieseck, 5. November. Gestern abend fand eine G--neral- versammlung des D ü r g e r v e r e i n s im Gasthaus zur Germania statt. Sie war sehr zahlreich besucht und beschäftigte luf) „mit der bevorstehenden Landtagswahl. Der seitherige bewahrte Vertreter unseres Wahlkreises Bürgermeister Leun war der Einladung gefolgt und referierte in längerer Rede sowohl über seine seitherige Tätigkeit als Abgeordneter als auch über kommu- uale Fragen. In Bezug auf seine Stellung zum direkten Wahlrecht wies Referent unter Vorlage des amtlichen Sitzunasprotokalls nach, daß er bereits am 1. Juli 1901 bei namentlicher M- Lttminung für die direkte Wahl sein Votum abgegeben ihabe. Ta eine zweite Lesung über diese Wahlrechtsvorlage wicht beantragt war, fand die Mstimmung nur artikelweise .statt und dadurch war eine Schlustabstimmung über das ganze Gesetz von selbst ausgeschlossen Mithin war die Mstimmung über Artikel 4 entscheidend yir die Stellung des Abgeordneten :äurrt Wahlrecht und mehr Nachweis zu fordern, wie häufig geschieht, ist demnach sachlich unbegründet. Wenn nun. wie hier amtlich feststeht, ein Mgeordn-ter für die direkte Wahl gestimmt hat und wenn derselbe als Kandidat nun mündlich versichert, nn Falle seiner Wiederwahl auch künftighin für die direkte Wahl einzutreten, so erscheint es mindestens böswillig, ein Versprechen, das bereits durch eine vorausgegangene Tat als ernstgemeint erwiesen ist, in Zweifel zn ziehen und als eine leere Wahlpbraw zu bezeichnen. Der Vorsitzende des Bürgervereius Derr Schreiner, dankte dem Referenten für seine Ausführungen und betonte, daß 'mau auch deshalb für Mg Leun eintreten wolle, weil er als Wahlkreiseingesessener mit den Verhältnissen des Landwirts, des Handwerkers, Olewerbetreiben- iden und Arbeiters vertrant ist." Im Hinblick darauf und auf .die seithenge bewährte Tätigkeit des Kandidaten beschloß die 'Versammlung einstimmig für die Kandidatur Leun einzutreten und stellte als Wahlmänner auf: 1. Gemeindeeinnehmer Hein- i?ch Lang, 2 Jakob Reidel, 3. Ludwig Dejbel, Gemeinderat, 4. Heinrich Römer, Ortsgerichtsmann, 5. Heinrich Becker, Ge- memderat. Aus Stakst lmk> ZM-. Gießen, 6. November 1905. Rascher Tod. Wäschereibesitzer Treppinger, der am Samstag abend einer Vereinsfestlichkeit beiwohnte, wurde von einem Schlaganfall betroffen und starb kurz danach. Besitzwechsel. Fabrikant Barn aß verkaufte sein Änwesen in der Schillerstraße für 24 000 Mk. an Postschaffner H. Burkhardt. ; Radrennen. Das vom Radelub Germania Gießen anläßlich seines 6. Stiftungsfestes gestern abge- chaltene Rennen auf dem Sportplatz an der Hardt zeitigte «folgende Resultate: 1) Re nn e n u m d ie C l u b m e i st e rs ch a f t (über 1600 Meter): 1. Kronenberg, 2. Eigel, 3. Volpert. » ^O-Kilo meter-Ren neu: I. Kronenberg, 2. Eiqel, 3. Lauer, 4. Volpert, o. Mu bl, 6. Löwer, 7. Marx. a •• Turnverein. Auf die heute abend stattfindende 'außerordentliche Mitgliederversammlung sei hier- 'durch besonders aufmerksam gemacht. " Die Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psnchiatrie in Heffen trat am Samstag in Iber Landesirrenanstalt Hofheim zu einer Sitzung zusammen. In großer Zahl hatten sich die Vertreter der juristischen und medizinischen Wissenschaft und Praxis aus allen Teilen HeffenS eingefunden. Unter ihnen bemerkte man die Herren Geheime Rat Puckel, die Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhart und Tr. Hauser, Oberlandesgerichtspräsident Lippold, die Pro- fefforen Dr. Mittermaier und Sommer aus Gießen, Oberstaatsanwalt von Hessert, Landgerichtsdirektor Dornseiff von Darmstadt und andere. Den Gegenstand der Beratungen Bildete die „Behandlung der Schwachsinnigen in Gesetzgebung .und Praxis". Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. von Darm- Iftabt legte dar, daß die geistesschwachen Personen bis jetzt Innr in dem bürgerlichen Rechte besondere Berücksichtigung ^gefunden haben, während das Strafrecht ihrer Eigenart nicht ttenügenb Rechnung trägt. Er schilderte das Schicksal der. geistig Minderwertigen, die von Gefängnis zu Gefängnis wandern, bis sie schließlich gänzlich verkommen. Eine Forderung der Menschlichkeit sei es, daß der Staat sich dieser Unglücklichen annimmt, die Gesellschaft vor ihnen und sie vor den fortgesetzten Versuchungen der Gesellschaft schützt. Bei der Reform der Strafgesetzgebung müffe daher nicht nur durch eine mildere Bestrafung der vermindert Zurechnungsfähigen, sondern vor allem auch durch Schaffung besonderer Sichc- rungS- und Verwahrungsanstalten ihrer Eigenart mehr als bisher Rechnung getragen werden. Dr. Mayer, der Direktor der Landesirrenanstalt Goddelau, schloß sich diesen Forderungen an. Er legte dar, daß eS nach medizinischer Erfahrung Zwischenstufen zwischen den Geistesgesunden und den vollständig Geisteskranken gibt, die einer besonderen Behandlung bedürfen. Nach seiner Schätzung dürfte eine Ver- wahrungSanstalt für geistig Minderwertige nach dreijährigem Bestehen in Hessen eine Durchschnittsfrequenz von etwa 50 erwachsenen Personen aufzuweisen haben. Er schilderte ferner die Stellung der psychiatrischen Sachverständigen vor Gericht und wies auf Mängel des Entmündigungsverfahrens hin. Namens der Versammlung dankte der Vorsttzende Generalstaatsanwalt Dr. PreetoriuS den Rednern für ihre anregenden Ausführungen. •• Eine Viehhändler-Versammlung fand am Sonntag in Frankfurt a. M. statt. Teilgenommen haben daran Vertreter des hessischen Viehhändlervereins in Mainz, des oberhessischen Viehhändkervereins in Alsfeld, des nassauischen Viehhändlereins in Wiesbaden und des deutschen Viehhändlervereins in Dierdorf. Daniel aus Dierdorf betonte, daß es verkehrt sei, die Händler für die Fleischteuerung verantwortlich zu machen. Unter ihr litten Händler und Metzger ebenso wie das Publikum. Er habe sich an den Landwirtschaftsminister von Podbielski gewandt lind ihn gebeten, eine Konferenz der Interessenten an der Fleischteuerung einzuberufen. Das habe der Minister aber abgelehnt. Von der Oeffnung der Grenzen verspricht sich der Redner nicht viel. Die Veterinärpolizei lege so viele Be- Ärök'i'ieröewequnsi. Gera, 4. Nov. Der Verband der sächs.-thür. Web er ei? (Ortsgruppe Gera) gab heute bekannt: Unter Bezugnahme auf b Bekanntmachung vom 19. Oktober werden am Montag alle triebe unseres Verbandes wieder eröffnet werden. T Wiedereröffnung ist zunächst nur vorläufig, die Fortführung b< Betriebes ist davon abhängig, daß in allen Betrieben sich bauen > eine geilügende Anzahl von Arbeitswilligen zur Arbeit einsindc Sollte eine ausreichende Anzahl nicht vorhanden sein, so wird j‘t sämtlichen Betrieben am 11. November die Tätigkeit wieder ei,' gestellt werden. Kirchliche -Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 6. November, abends 8 Uhr: Bibelstui,b im Konsirmandensaal der Johcmneskirche. Briefe an die The-sc- lonicher. Pkarrassistent Sattler. (drtqinn(-I)raiifmd'öun(icii. Berlin, 6. Nov. Im Metropol-Theater rourtt gestern abend ein Frau Helene C. au § Mainz währen) der Vorstelllmg von Irrsinn befallen. Sie fing plötzlich an zu toben und wollte sich vom zweiten Rang ins Parkeit hinabstürzen. Sie wurde in ein KrankenhallS gebracht. Stettin, 6. Nov. Ter Handelsdampfer ,Ro« land" ging in der Nacht in der Nordsee mit seiner ganzen Besatzung unter. Kopenhagen, 5. November. Heute morgen färb auf der Insel Moen auf der sogenannten kleinen Klint tir ungewöhnlich großer Erd stürz statt. Etwa 6 Hektar Land stürzten herab und wlirden zum Teil von der Ostsee ver. schlungen. Außer dem Werte an Boden wird der Wert der abgestürzten Wälder auf etwa 10 000 Kronen geschätzt. Tir Ursache ist die bedeutende Unterminierung des Bodens durch unterirdische Quellen. Meerane, 6. Nov. 2000 ausgesperrte Weber bk« schloffen, die Arbeit nur aufzunehmen, wenn die sü: den 1. Januar erneut angedrohte Aussperrung aufgehoben wird. Konstantinopel, 5. Nov. Der Skutarisee, sowie die schränkungen auf, daß die Grenzöffnung wenig praktische Bedeutung habe. Transportkosten, Schlachthofgebühren und Oktroi machten das Fleisch auch teuer. Kapp aus Mainz sprach sich ähnlich aus. Es sei heute dem Händler kaum noch möglich, Vieh zu kaufen, so hoch stehe es im Preise. Zahlreiche Metzger und Viehhändler seien durch die Fleisch- teuenmg ruiniert worden. Lorsch aus Alsfeld, der Vorsitzende des oberhessischen Viehhändlervcreins, sprach sich entschieden gegen die Oeffnung der Grenzen aus. Ein eigentlicher Vichmangel existiere nicht, am letzten Frankfurter Vieh- narft seien 1400 Stück Vieh angetrieben gewesen. Guten- t ein aus Frankfurt a. M. erklärt, daß der Mitteldeutsche Viehhändlerverein in Frankfurt an der Versammlung nicht teilgenomnren habe, weil er befürchtet habe, daß hier ein Beschluß gegen die Oeffnung der Grenzen gefaßt würde. Das könne sein Verein nicht billigen. Auf Vorschlag von Daniel aus Dierdorf wurden dann die Verhandlungen über Oeffnung ober Nichtöffnung der Grenzen abgebrochen und ein Beschluß nicht gefaßt. Dagegen nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, die gegen die Beschuldigungen protestiert, daß der Zwischenhandel an derFleisch- teuerung die Schuld trage. RB. Darmstadt, 6. Nov. Der Großherzog und die Gr oß h erz ogi n kehrten heute vormittag nach 11 Uhr von ihrer Pariser Reise zurück. — Für morgen hat sich der Großherzog schon vor längerer Zeit bei Freiherrn von Heyl zur Jagd im Jagdrevier Guntershausen angesagt. Frankfurt, 6. Nov. Der kaiserliche Hofzug mit dem König von Spanien passierte Montag früh Uhr den Sachsenhäuser Bahnhof, wo Maschinenwechsel erfolgte. Um 31/., Uhr nachmittags wird der König in Berlin eintreffen. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hanau wurde gegen eine junge Dame aus Kassel, deren uneheliches Kind tot in ihrem Bette ausgesunden wurde, eine llntcrfiufnmg wegen Kindestötung angeordnet. — Die vor einigen Tagen veröffentlichte Mitteilung, daß die Po st von Engelrod nach Ulrich st ein in diesem Herbst schon mittels Schlitten gefahren sei, entsprang einem findigen Dericbterstattergehirn. — In Fran kfurt starb der Apselweinfabrikant Johann Georg Rackles, der Begründer der Bornheimer Apfelwein-Industrie. Rackles hat in dem Jahre 1848 bei der Volkserhebung in Baden teilgenommen. ©r hat ein Alter von 81 Jahren erreicht. «icrtififsfaaf. Trier, 5. Nov. Der Beleidigungsprozeß gegen das Organ des Abg. Dasbach, das Enthüllungen über Iagdverpachtungen im Kreise Bitburg gegen den Bürgermeister Faßbender und den Landrat v. Kesieler brachte, ist jetzt nach viertägiger Verhandlung beendet. Das Urteil lautet gegen den P a st 0 r Folkert auf 200 M k. Geldstrase, gegen Dasbach au? 100 M k. und den Redakteur E r e n e r i u s auf 50 M k., auf Publikationsbesugnis und Tragung der Kotten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 6. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 1R—18.50, Kurhessischer Mk. 18.25—00.00, La Plata Mk. 18.75—19. <5, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 17—17.25, Gerste kWetterauer) Mk. 17.75—18^25, Franken- selder Mk. 18.50—18,75, Hafer Mk. 15.25—15.50, Mais Ms. 14—14.25 Weizenmehl 28—29, M. 00—00, 2. Qualität Mk 26 bis Mk. 27. 3. Qualität Mk. 24.-24.50, Roggenmehl 0 Mk. 25—25.50, 1. Qualität Mk. 21—23.50, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. .17.50—18.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fr. Frankfurt a. M., 6. Nov. lTelegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz. ). Amtliche Notierungen der heutigen 93 ie hm ar ft- vreise. Zum Verkaufe standen: 449 Ochsen, 154 aus Oestreich, 52 Bullen, 5 au5 Oestreich, 821 Kühe, Kerfen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 248 Kälber, 613 Schafe und Hammel, 1312 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-. 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOPsimd Schlachtgewicht' Ockfen 1. Qualität 79—80 Mk 2. Qual 71-73 Mk., 3. Qual. 66-69Mk.: Bullen l.Qual. 65"bis 67 Mk.. 2. Qual. 62—64 Mk.: Kühe 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual 66-68 Mk., 3. Qual. 49-51 Mk, 4. Qual. 47-48 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kälber: l.Qual. 86—90 Pftz., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 84—R8 Pfg., Lebendgewicht 51—53 Psg., 3. Quäl'. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 84—66 Pfg., Schafe: 1. Qual. 70—72 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual' 79-00 Psg., Lebendgew. 61.50 Psg.. 2. Qn.77-78Psg., Lebendgew. 60—61 Pfg., 3. Qual. 72—74 Psg., Lebendgewicht < 0—00 Psg Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberftanb bedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Ueberftanb. Flüsse Bojana und Trina sind über die Ufer getreten uni überschwemmten etwa 30 Ortschaften uub mehrere Stadtteile von Skutari. Viel Vieh ist um gekommen. Auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Die Revolution in Rußland. Petersburg, 5. Nov. Petersb. Tcl.-Ag. Wie au* Wjalka gemeldet wird, griffen die Teilnehmer an einer reat tionären Kundgebung Mitglieder der gebildeten Gesellschaft ai von denen mehrere getötet und verwundet wurden. - Aus Riga wird berichtet, daß dort eine Anzahl Altaläubian die eine Kundgebung veranstalteten, mit einer Gruppe Israelitee zusammenstießen, wobei 10 Personen getötet und 15 verletzt wurden. Petersburg, 6. Nov. Eins der deutschenTorp edo> boote, die den D e p e s ch e n d i e n ft m i t B e r l i n durch dradt lose Telegraphie über Memel vermitteln, hat hier Anker geworfen. Mit ihm ist auch der englischeBotschafter Inerter zurückgekehrt. Warschau, 6. Nov. 7 verkleidete Agents Provokateur?, die zu Iudenhetzen aufzureizen suchten, wurden von der Bevölkerung getötet. Iwanowo-Wosnessensk, 5. Nov. Petersb. Tel. Aa. Heute begannen hier gegen die Juden gerichtete Unrufrv Mehrere Häuser und Läden derselben umrden geplündert. Es wurd'N Juden getötet und verwundet. Tiflis, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag Als heute eine ?(n*"M Reaktionäre mit Widern des Kaisers durch die Stadt zog, wurte ■ auf sie Revolverschüsse abgegeben, und cs wurde mit Bomben geworfen. Die Truppen, die den Zug begleiteten, beantworteter das Schießen, töteten 10 Personen und verwundeten etwa dreißig. Während dieser Vorgänge wurden zwei Eingeborene, die einen Kvrb mit Bomben trugen, durch die platzenden Banibea getötet: vorübergehende Personen wurden verletzt. In bet Stadt herrscht große Panik. Tiflis, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag. Gestern kam es r Wladikawkas gelegentlich reaktionärer und revolutionäre Kundgebungen zu einem Zusammenftoß zwischen den Parteien. G wurden auf beiden Seiten Schüsse abgegeben, durch welche via Personen getötet und 17 verletzt wurden. Baku, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag. Als konservative, ru: iscke und muselmanische Arbeiter mit nationalen Fahiren ute Bildern des Kaisers eine Kundgebung veranstalteten, wurde aie ie aus den Häusern der Armenier geschossen und mit Bombe: geworfen Die erregten Arbeiter steckten hierauf das Haus chK- Arrneniers in Brand. Das Feuer pffanzte sich auf zwansi: andere Häuser fort, in denen 15 Bomben cr VI 0bi e r t cn un‘ ebenso eine Menge Kisten mit Patronen. Auch entdeckte mir Mausergewehre und Tumdurn-Geschost'e. Tie Manifestanten vlün berten vier Kaufläden. Während der Vorgänge wurden (irr: 20 Personen getötet, einer verletzt und mehrere Müuderc: verhaftet. Zum Schutze der öffentlichen Gebäude, sowie der flim ilrrje und her sind jpririff-m tnnrheu. Telefonische des Giessener Anzeigers, mite' nnd Industi Frankfurter Höi 3j$°/o Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.00 3%°/o Konsols .... 100.75 3% do.....8« 95 3J4°/o Hessen.....99.70 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.70 4i/6% Oesterr. Silberrente 100.80 4% Un^ar. Goldrente . . 96.00 4% Italien. Rente . . . 105 50 4 % Portugiesen Serie I . 68.00 3% Portugiesen „ III 68.00 4%° 0 russ.Staatsanl. 1905 95.30 4%° „ Japan. Staatsanleihe 95.00 1 % Conv. Türken von 1903 90 20 Tttrkenlose......137.— 4% Griech. Monopol-Anl. . 53.00 4% äussere Argentinier . 90.00 3o/6 Mexikaner .... 67 90 4%°/e Chinesen . . . 98 00 Aktien: Bochum Guss.....251.40 Buderus E. W.....139.50 Tendenz: schwach Berliner Börne, Canada E. B......175.70 Darmstädter Bank . . . 150.60 Deutsche Bank .... 241.70! Dortmunder Union C. . . 101.20 j Dresdner Bank .... 165.901 Tendenz: schwach Kursberichte teilt von der Bank Hlr Hande ie, Giessen. so. 6. Nov.. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyor . . . 143.0 Elcktriz. Schnckert . . . 134.0" Eschweiler Bergwerk . . 270.0 Gelsenkirchen Bergwerk . 232.2 Hamburg- - Amerik. Paketf. 171 2 Harpener Bergwerk. . . 216 Lnrrahütte..... 262.0 Nordd. Lloyd.....131.2 Obcrschles. Eisen-Industrie 136 5 Berliner Handelsjes. . 176te Darmstädter Bank . . . 151.8 Deutsche Bank . . . 241R Deutsch-Asiat. Bank . . 184.21 Diskonto-Kommandit. . . 190 7 Dresdner Bank .... 166.1 Kreditaktien.....211.1* Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .....US# Gotthardbahn.....— .- Lombard. Eisenbahn . . 24 3 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.7 Prince-Henri-Eisenbahn . 127.0) i. Nov.. Anfangsknrse. Harpener Bergwerk . . 217.- Laurahütte..... 262.0) Lombarden E. B ... 25.00 Nordd. Lloyd.....131 1 • Türkenlose.....137.00 f Hercnlesa-Baleins-Corsets g haben die Führung auf dem ganzen Weltmärkte. Jedes Corset muss den Stempel „Herculesa-Baleine“ tragen. en. .1« ,is .21 .11! j 'n ,11 ei-is-cs ADf»^6 ^oT" fier(rwerk 'S-,. yrken1058' 1» Hektriz. Lahmer ■ • •i.i-triz. Schockert . • ielsenkirchen ( ,a farpener Bemerk. .flrrabütt® • , , 1' ^ordd .^j^n.indnstri6J* Sss-' =S^: iresdner M ' , . Ohio- >alti®nre'L . . . Eisenbahn - , 10tthard EiseTlb.ahn ' -°®b -if^tsbahB - - )esterrffenri-Eigenbahn >rioee-oe°» b?qtln000 b" ®:c Kronen g,j6l-,.L . *«"9 bes «Bobens tfl * ^gesperrte Weber ry?***. »®»s I lle 3[uSIPmng aujj* J ■ Der Sfnferiiec, fOron ' * die Ufer Getreten r ‘I^Qiten uub mehrere 21: "t umgekommen. 3 Jinb zu bekkogen. in Rußland. !» 2et=8g. ®, X Die Lerlnehmn en einer •> her aebildeten tz'.'seMfi - unb t>eminh?t inurbffl.1 •ort eine An-^h! Altoläub s l. mit einer Gruppe .'ar: onen getötet und 15> * bei deutschenTorp!! 1 nstmit Berlin bnrf-iri ermitteln, hat hier Sinh glischeBotschafterbii- rfleibete Agents T-roüo!:;: suchten, mrden von der f, 5. M T?' e gilben gttidjlfte 11k falt /Furten geplMbrv. ■iPi/ntet. ,-Ag. BW'*®1 b'.'Tdci bic Stobt v. ;-' Md es wurde mit r ug begleiteten, beentttf. onen unb verwunde^- er ae würben zwei (rin?' " durch die vlatzenbm^ nen würben Verletzt, 3» Tel.-Ag. Gestern fmn;" enftionorcr und reboIfltioM" M zwischen den ihamr c nbgeqeben, durch weM ■ verletzt wurden. 14h. Als fonierbflhin,: mit nationalen iMeu img veranstalteten, ,wM er geschossen und mit B steckten hinauf das W r :r Mw-'- hi ®f ombenervlodien^ -fronen Auch entdeate k f.oqe Die Manisestanten brr Borgänge wurden [jrf>o'i Gebäude, fotote «t ■ gl. /tnriihl .ÜSÜ2L i’.U'S“ Sei,ieiubc , ' QI,S «!»i» '■ bttotten. & =’* ' *' der 911 nmprer / Nordsee mit c' Gebrüder Berdux führen nnr prima tadellos frische Seefische Dienstag bis Donnerstag täglich Zufuhr. Niedrigste Preise Bestellnngen erbitten möglichst frühzeitig. a«/n Giessener Bekanntmachung. AuS der Louis Scheid-Stiftung sind am 11. Dezember die diesjährigen Zinsen in Gaben nicht unter 20 Mk. an Witwen und Waisen armer Kaufleute, oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not gekommen sind, ohne Unterschied der Konfession zu verteilen. Meldungen nimmt das Armenamt, Neuen-Bäue 25, Zimmer Nr. 2, bis 20. ds. M1S. während der GeschäftSstunden entgegen. AuS der Minna Keil-Bogt-Stifrung sind für daS Jahr 1905 drei Gaben Son je 70 Mk. an drei in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Handwerksmeistern evangelischer Konfession, zu vergeben. Bewerbungen sind bis längstens 30. November d. I. beim städtischen Armenamt, Nenen-Bäuc 25, einzureicheu. Nur selbständige Handwerker oder Witwen selbständiger Handwerker können berücksichtigt werden. AuS den Zinsen der Labroisse-Stiftung und der Echtcrnach-Stroh- Stiftung sind Anfang Januar kommenden JabrcS Kohlen für arme Familien zu vergeben. Anmeldungen werden ans dem Armenamt, Neuen- Baue 25, Zimmer 2, während der GeschäftSstunden bis 30. November 1905 entgegen genommen. [B4/u Gießen, den 3. November 1905. Die Armm-Deputation der Stadt Gießen. Cnrfchmann. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Alten - Buseck für das Rechnungsjahr 1906 liegt vom 8. November I. Js. 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. 5712 Alten-B us eck, den 6. November 1905. Großh. Bürgermeisterei Altcu-Buseck. ________________________________________S1 ö v b e r._______________ Gustav-Adolf-Jrauenverein. In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für unseren Verein, wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Einzahl von Sammlerinnen hat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung der Gaben für 1905 zu übernehmen. — Jin Jahre 1904 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mamiigkacber Not bei armen Glaubensgenossen, in unserer Gemeinde 1380 Ml. durch unsere fleißigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden znsammen- gebracht und durch Vermittlung des Verwaltungsrats in Darmstadt an 31 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Inden, wir allen Geben, und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche fördern zu wollen. Gießen, den 1. November 1905. D’/n Aür den Borstand deö Gustav-Adols-FrauenvereinS: Die Vorsitzende: Ter Schriftführer: Luise Wortmann. Fritz Schmoll, Oberlehrer. Wer sein Geld ausgtebl für Schnhfett, der kaufe etwas denn nur das Beste Gutes. -*<'Wief macht und erhalt daö Leder weich, dicht und dauerhaft. Geutuer'S Wlchst ur roten Dosen erzeugt auch auf emgefettetem Leder wieder schönen Glanz. Fabrikant Carl Gentner w Göppingen. SchühfeH Glodiig StlblfMaktr - §Phs«s. ES fehlen mir in meinem Betriebe die mit untenstehenden Fabrik- nummern versehenen SvphonS. Für die Rücklieferung event. 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