155, Jahrgang (krftes Blatt Pie Deufifle Kummer umfaßt 8 Seifen. Höflichkeit renne keine gebracht, die Tätigkeit der Presse, soweit ich kann, zu unterstützen/ Der leitende Minister unseres Grobherzogtums hat im Parlament die Unabhängigkeit der Amtsblattpresse proklamiert, und -auch der oberste Beamte des Nnches, Fürst Bülow, der nun seit genau vier Jahren die Geschicke Deutschlands leitet, denn am 6. Juli 1901 starb Fürst Chlodwig Hohenlohe, versteht den Beruf der Presse, klärend zu wirken und die Oeffentlichkeit für bedeutende Ziele zu interessieren, mögen sie auf dem Gebiete der Kultur oder des sozialen Lebens oder der Politik liegen. Fürst Bismarck hat, nachdem er im Ruhestand aus eigener Erfahrung die Macht des gedruckten Wortes kennen gelernt hatte, auf die Bedeutung der Presse häufig hingewiesen. Es ist ein seltsamer Widerspruch, daß es, bei manchem Lob rind trotz unablässig wachsenden Einflusses, in Bezug auf o^eiheit und Recht der deutschen Presse nicht besonders ergeht. Die Oeffentlichkeit verlangt von der Presse, daß sie für alles Mögliche tapfer eintrete — aber wenn die Presse in der Hitze des Gefechtes ein paar Worte braucht, die von diesem oder jenem vielleicht mißdeutet werden könnten, oder wenn sie gar irgend eine Geschmacklosigkeit geschmacklos nennt, dann ist sie ans Messer geliefert bei Hoch und Niedrig. Denn allzuviele, die eS sich im übrigen selbstverständlich schönstens verbitten würden, wenn ein anderer ihnen in die Berufsarbeit hineinredete, möchten die Presse fortwährend an ihrem Seile leiten. Daß auf Veranlassung des Fürsten Bülow die Neichsämter den Vertretern der Presse nach Möglichkeit Auskunft erteilen, darin erblicken wir in Hessen keinen Fortschritt in der Behandlung der Presse. Solche Information geschieht bei uns zu Lande längst und liegt obendrein, wie ja auch das Beispiel der Marokko-Krisis zeigt, im Interesse der Regierungen selbst. Nicht nur wird der Einfluß der anständig denkenden Presse vergrößert, sondern, was erheblich viel wertvoller ist, ihr ethischer Charakter wird, nach dem Wunsche unseres von höchster Objektivität und Unvoreingenommenheit beseelten Großherzogs, dessen vortreffliche Worte an die Vertreter des deutschen Journalistentages stets unvergessen bleiben werden, wesentlich vertieft werden, sobald man im breiten Publikum wahrnimmt, daß der Presse von allen maßgebenden Stellen aus stets eine respektable Behandlung zuteil wird. Es ist gewiß möglich, auf dem Wege der Gesetzgebung und der Lerordntmg Unterschei düngen zu treffen zwischen unverbesserlichen „Preß-Krake ff lern", die mit Absicht und Lust beleidigen, und zwischen ehrenhaften Tagesschriftstellern, die in der ALallung eines starken Gerechtigkeitsgefühls oder General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Donnerstag 6. Juli 1903 A monatlich 7b vierte f . jährlich Mt. 2.20; durch X X '• Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ml. 2.— viertel- jöhrl. ausjchl. Bestellg. v inutimt o-m Anzet'tt» h die Ix air'iimxtt -- vo-mittig- t "eilt, Zc 'rmireiS: aPu!3^» en'swättS li'j, den oolN und 'J ,an8 Beck aus kräftiger U e b e rz e ug u n g Ztr e u e einmal die Grenzen überschreiten. Daß Männer von zweifellos ehrlicher Gesinnung nicht bestraft werden wie Diebe und Messerstecher, dafür könnte Fürst Bülow, eben weil er Verständnis für die 9hif= gäbe der Presse hat, seinen ja sehr beträchtlichen Einfluß geltend machen. Die Presie ist auch eine Volksvertretung, sie hat vor den Parlamenten den Vorzug der steten imb — der Pflichterfüllung. Die AnsstHteri der würitemk rgischen Kerfassrrnqsreform. «Hessischer Landtag. Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 5. Juli. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 10i/2 Uhr. Das Haus tritt zuerst in die Beratung des Staatsvertrags zwischen den Hessisch-Thüringischen Staaten und dem Königreich Preußen in Betreff der StaaMotterie ein, wobei gleichzeitig die beiden Vorstellungen der Vereinigung der hessisch-thüringischen Lotteriekollekteure und der Vereinigung der Angestellten der Kollekteure zur Debatte stehe. Ter Finanzausschuß beantragt, den Staatsvertrag über die Lotterie anzunehmen, die beiden Vorstellungen aber füt erledigt zu erklären. Abg. Molthan bemerkt, das Lotterieabkommen mi| Preußen habe zuerst viel böses Blut im Lande erregt. Die meisten Klagen seien jedoch verstummt, nachdem der ganze Vertrag bekannt gegeben wurde. Er wolle sich heute nur kurz mit der finanziellen Seite der Frage beschäftigen. Diq jährliche Entschädigungssumme von 800 000 Mk. sei nicht sehr hoch, aber man muffe bedenken, daß sie eine dauerndes Einnahmequelle für das Land bilde. Bei der PensionS-! festsetzung für den bisherigen Lotteriedirektor müsse man n, Betracht ziehen, daß derselbe bereits in den letzten Jahren hohe Tantiemen bezogen habe. Die Frage bezüglich der Entschädigung der jetzigen Lotteriekollekteure sei schwierig zu lösen. Er freue sich daher, daß man dieselbe auf der Grundlage einer Kollekturübertragung oder einer Entschädigung für den bisher gehabten Geschäftsaufwand zur Erledigung bringen wolle; die dafür im Vertrage festgesetzte Summe von 500 000 Mk. halte er für angemessen. Abg. Pennrich bemerkt, daß er sich nach genauer, Prüfung des Lotterievertrages mit dem Abschluß desselben nur völlig einverstanden erklären könne. Er habe seit langen Jahren sich mit der Lotteriefrage beschäftigt und freue sich, daß jetzt eine befriedigende Lösung in dem Abkommen gefunden sei. Bezüglich der Entschädigung der Lotteriekollekteure habe sich die Negierung bemüht, das Möglichste zu erreichen; man müsse sich mit dem dafür festgesetzten Betrag von V2 Million einverstanden erklären. Abg. Ulrich meint, das noch so junge Kind der hessischen Lotterie habe sich in den letzten Jahren zu einem förmlichen Schreckenskinde herausgebildet und es mußte namentlich der Regierung darum zu tun sein, dem völlig unhaltbar gewordenen Zustand so rasch, wie möglich ein Ende zu machen. Der Abschluß deS Vertrages verfolge diesen Zweck und deshalb werde seine Partei nicht gegen denselben stimmen. Abg. Wolf gibt die Erklärung ab, daß er und seine politischen Freunde für die Genehmigung des Vertrages stimmen würden. Finanzminister Gnauth erklärt: Bei der Liquidation eines Geschäfts mache man im Allgemeinen nicht viel Worte. Ec wolle nur seinen Dank aussprechen für das Entgegen-- kommen, das ihm bei seinem Bestreben auf einen günstigen Abschluß der Sache von den verschiedensten Seiten entgegengebracht wurde. Abg. Damm spricht den Wunsch aus, daß die Regie»-, rung bei der Verteilung der Abfindungssumme den berechtigten Anforderungen der geschädigten Kollekteure nach Möglichkeit entgegenkommen möge. Abg. Dr. Buff beleuchtet kurz die Stellung de§ Ausschusses zu dem Vertrage. Für die Kollekteure habe sich in dem Vertrag trotz aller Bemühungen nicht mehr erreichen lassen. Da unternahm es die deutsche Presse, das Verständnis dafür zu wecken und zu verbreiten, daß Marokko gewissermaßen nur ein Glied in der Ketre ist, an der seil langem unsere Gegner arbeiten, und daß ein festes Zugreifen den Erfolg versprach, die Kette zum Reisten zu bringen. Das ist denn auch gelungen. Ein bösartiger Friedensstörer, der vom Deutschenhaß erfüllte Delcassö, ff.at das Feld räumen müssen, die englische Freundschaft für Frankreich hat die Belastungsprobe nicht ausgehalten, und Wit KUfe der Kresse. Fürst Bülow soll sich mit Anerkennung darüber geäußert haben, daß ihm die verständnisvolle Art, wie die deutsche Presse die Marokko frage in ihrer Bedeutung erfaßte, eine wertvolle Unterstützung gewesen sei. In der Tat hat in diesem Fall nicht etwa die reichsoffiziöse, sondern die unabhängige Presse einen wichtigen „Aufklärungsdienst" geleistet. Die ersten Notizen der „Nordd. Allg. Ztg.", aus dem Auswärtigen Amt und der Reichskanzlei hervorgegangen, ließen keineswegs, trotz der Bestimmtheit des Tones, eine gespannte oder gar gefährliche Situation zwischen Deutschland und Frankreich vermuteii. Die Oeffentlichkeit erblickte in den an die Adresse des Pariser „Temps" gerichteten Sätzen lediglich eine Widerlegung uns ungenehmer Auffassungen der französischen Marokkopolitik. Dem deutschen Handel soll mehr Bewegungsfreiheit in Marokko geschaffen werden, daher der Einspruch gegen das Zuviel des von Frankreich beanspruchten Einflusses. An die politische Tragweite dieser Auseinandersetzung dachte man nicht. Ebendeswegen aber begann im weiteren Verlauf das große Publikum unruhig zu werden, daß verhältnismäßig nicht allzu bedeutende wirtschaftliche Interessen, wie die rm romantischen Dattellande, von den Leitern unserer auswärtigen Politik anscheinend mit unverhältnismäßig großem Eifer verfochten wurden. Es konnte eintreten, daß die öffentliche Meinung sich gegen die „Neberspannung des Bogens" erklärte, und dies umsomehr, als Plötzlich bte eigentlichen offiziösen Organe sich in Schweigen hüllten Jetzt ist es ja ersichtlich, weshalb die offiziöse Polemik ausgesetzt wurde: man vernichtete in Berlin daraus, noch länger den unbelehrbaren Herrn Delcassö von dem guten Recht des deutschen Einspruchs zu überzeugen und Beweisgründe an jemand zu verschwenden, der hartnackig gegen diese Gründe die Augen verschloß. Damals aber wußte die Oeffentlichkeit das Verstummen der offiziösen Stimmen, obschon die Situation sich zuspitzte, sich nicht zu Frankreich hat die Belastungsprobe nicht an§ gehalten, und ,er Wahn, Deutschlands Geduld und Höflichkeit kenne keine tzrenze, ist gründlich gestört worden. Ein hessischer höherer Staatsbeamter hat einmal das schöne Wort geäußert: „Wir leben im Zeitalter der Oeffentlichkeit, darum halte ich e§ für an- Nr. 156 außer Sonntag- Dem Gießener Anzeiger werden im Weckiel mit dem KeMtzven Landwirt die Si-ßener Kamillen, b!Siltt viermal in bet Woche be,gelegt. /lotatwnSbmcf u. Ber- ifio der Brü b l'lchen Unrvett.-vuch-u. Stein- brurfetri Ü Sang-. jteMfttmt, »TP*htttxxe und Tinaereh Dchntstraß« 1. «brefl» tüt Depclchen: Anzeiger Gießen. »^rnspr'-ckwnichliißAr 51 lebt hat und reformbedürftig ist, hat man heute er* formt Ter Kreisschulinspektor müßte mitunter emmal an den Sitzungen teilnehnun, um die Ansicht der Mitglieder zu hören. Auch die Zusammensetzung des Schulvorstandes müßte eine andere werden Vor allem müßte neben der Gemeinde, der Kirche und der Lehrerschaft auch der Familie ihr Recht an der Schule ein- geränmt werden. In den Schulvorstand gehören unbedingt Väter schulnslichtiger Kinder: denn die Eltern haben das meiste Interesse an der Schule. Es ist seltsam, daß dieser Gesichtspunkt bei der Besprechung von Fragen der S.chulorganisatton so selten hervorgekehrt wird. * Saure Arbeit. R. Berlin, 5. Juli. Schatzsekretär Frhr. v. Stengel ist mit Urlaub nach dem Süden abgereist. Er will sich einstweilen der Finanzreform! wegen den Kopf nickt langer zerbrechen. Und wenn er im August uirückkehrt, dann wird ihn nickt diese Vorlage, sondern tue Aufstellung des Reichsetats beschäftigen, ist doch die der Finanzresorm! geltende Konferenz der einzelstaatlichen Finanzminister nunmehr erst für die September angesagt. Ob diese Vorlage dem Reichstag noch vor Ende des Jahres zugehen wird, darf also zweifelhaft erscheinen. Es ist bisher nicht alles so glatt von statten gegangen, wie Frhr. v. Stengel es wohl erwartet hatte, lieber die Einschränkung des R e i ch s e r b s ch a f ts- st euer Projekt es ist die Oeffentlickkeit bereits unterrichtet. Ter Plan einer Wehrsteuer, für die Frhr. v. Stengel, int Gegensatz zu seinem Vorgänger Frhm. v. Thielmann, entschiedene Shmpathie hegt, soll sogar f a l l e n g e l a s se n sein. Ob wegen geringer Wahrscheinlichkeit der Annahme im Reichstag oder auS sonstigen Gründen, sei dahingestellt. Was es mit der Bier- und Tgbaksteuer auf sich hat, ist leider noch immer ungewiß. Jedenfalls wird es saurer Arbeit bedürfen, ehe auch nur unter den Bundesregierungen Verständigung über die Finanzreform erzielt ist. Im Reichstag beginnt bann ein neueS Kapitel. Aus Württemberg wird uns geschrieben: Die Generaldebatte über die neue Vorlage der Regierung über die Verfassungsreform ist geschlossen. Diesen neuen Versuch, die würitembergische Verfassung mit neuem Leben, mit dem Geiste einer neuen Zeit zu erfüllen, haben fast alle Parteien wohlwollend und sympathisch ausgenommen. Rur eine Partei macht hier eine unrühmliche Ausnahme, das — Z e n t r u m! Sein Verdikt über die Vorlage ist gefallen, es lautet auf Ablehnung. Diese Haltung, an der die Verfassungsreform voraussichtlich ab rmals scheitern wird, steht mit dem früheren Programm des Zentrums in schrvsf- stem Widerspruch. Alle Redner, auch die Minister v. Breitling, Weizsäcker und Pischek, haben darauf aufmerksam gemacht. Der Ministerpräsident wies mit klarem, bestimmtem Diktum darauf hin, das; man die Sozialdemokratie am besten dadurch bekämpfe, daß man die berechtigten Forderungen eines Volkes erfülle. Aber diese alte Staatsweisheit blieb eindruckslos. Bei uns fürchtet das Zentrum, bei Ihnen in Hessen der Nationalismus für seine Existenz. Eine Volkskammer, dies ist die volksfeindliche Ansicht des Zentrums, bedeute eine ernste Gefahr für alle reaktionären Elemente des Landes. Die Sttittgarter Negierung ist nun keineswegs so „demokratisch" wie die Ihre in Hessen. Auch die Prälaten der zweiten Kammer sind konservative Herren, aber beide erkennen diese furchtbare „Gefahr" nicht. Zur Freude der Regierung erklärten die Prälaten, die Reform, wie sie die Regierung proponiert, anzunehmen. Das Budgetrecht Der beiden Kammern bleibt nach dem Reformentwurse im wesentlichen erhalten. Eher ist allerdings eine kleine Aenderung zu gunsten der ersten Kammer gedacht als der zweiten. Jedenfalls ist das Ganze ein bescheidener Versuch, die würitembergische Verfassung den Forderungen der Zeit anzupassen! Aber selbst diese minimale Neuerung ist beut Zentrum fatal, und so lehnt es lieber gleich alles ab. Das Zentrum ist heute 20 Mann stark, und da es aus die Nitterbauk rechnet, so wären es 32 Abgeordnete, die der Regierungsvorlage gegenüber in der Opposition stehen. Eine Zweidrittelmehrheit, offne die Verfassungsänderungen nicht vorgenommen werden können, wäre damit unmöglich gemacht und die Verfasfungsrevision damit abermals verhindert. Wie die Verhältnisse gegenwärtig liegen, ist das Zentrum in einer beneidenswerten Lage: es ist in der Minderheit. Aber durch die katholischen Standesherren in der ersten Kammer, durch seine kompakte Geschlossenbeit in der zweiten Kammer und bie gelegentlich ihm sekundierenden „Privilegierten" beherrs cht es das Land, als ob es über die parlamentarische Mehrheit verfügte. Jeglichen Fortschritt, besonders auf dem Gebiete der Schule, auf dem in Schwaben vieles im argen liegt, kann es heute unmöglich machen. Die M e h r ff e i t, die sich aus Nationalliberalen, Demokraten und Sozialdemokraten zusammensetzt, ist eigentlich völligmachtlos. Das zeigte sich deutlich Bei der kleinen Schulnovelle im vorigen Jahre. Die Regierung und fast das ganze Laub empfinden diesen Zustand immer mehr als unerträglich. Daß dieser Druck einer Minderarbeit auf die Dauer vom Volke nicht wie ein Kismet mit türkischem Fatalismus hingenommen wird, ist klar. Der Effekt wird allerdings hauptsächlich der Sozialdemokratie zustatten kommen, also gerade der Partei, die nach der Versicherung des Zentrums sich sofort der reinen DoWkammer bemächtigen wird, sobald bie Versassungsvorlage der Regierung angenommen werben sollte, unb die es durch jene einfältige, kurzsichtige Opposition unschädlich machen möchte. Daß das Zentrum ebenfalls für die Kommissionsberatung stimmte, beweist nichts. Es will damit nur seinen Widerstand verschleiern. , t w Es gibt Politiker, bie der Ansicht sind, daß das Zentrum zuletzt doch mittun und wenigstens eine knappe Zweidrittelmehrheit ermöglickM werde. Das ist leider unwahrscheinlich. Aber waS möglich ist, soll man nicht bestimmt ableugnm. Die Regierung muß inzwischen mit aller Deutlichkeit kundgeben, wie ernst es ihr mit ihrem Entwürfe zur Ver f a ss un g s r e f 0 r m ist. Vielleicht verfehlt das nicht seinen Eindruck || _ VoMische Tagesschau. Zum hessischen Schulwesen. DaS ^Großherz^tum^ Dessen besitzt in dem sog. S ch u l - vorstande eine eigenartige Male Sc^hörde Der Schick- vorstcmb setzt sich aus dem Bürgermeister, den Geistlichen der anerkannten Kvnsessionsgemeinben, dem dienstältesten Lek und mehreren m dem Ortßvorstanbe gewählten Mttglledern :am- -men 3' inen Funktionen gehören Haupt;Eich die .>eauf- sicktiaunü >3 dienstlichen und außerdienstlichen Verhalt jv der Lehret und Lehrerinnen, die Aussicht überbte Schulgebcn i.e und sQa Sck-uvemar, die Uebcrwachung des Schuchesuckes der Km- ■ T der Schulvarsuuid eine Institution ist, dre sich über- Das HauS stimmt darauf dem Staatsvertrag mit Preußen einstimmig zu. Der Entwurf eines Gesetzes, bctr. das Spiel in anherhessischen Lotterien, -wird vom Ausschuß ebenfalls zur Annahme empfohlen und darauf ohne Debatte in seinen einzelnen Artikeln angenommen. Die Kammer tritt darauf- in die Beratung der Regierungsvorlage betr. die Erhebung von Gemeindeabgaben ein. Mit dieser Vorlage soll den Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, besondere, nicht in gleichinäßiger Dauer fließende Einnahmequellen bei bestimmten Anlagen zu erschließen und zwar durch die Einführung einer Wcrt- z u w a ch sste u er, sowie einer Bill et- und Tanz st euer. Der Ausschuß beantragt, die beiden ersten Steucrquellen zu genehmigen, die Tanzlteucr dagegen abzulehnen. Abg. Dr. Frenap führt aus, er sei mit den Ausschußbeschlüssen im allgemeinen einverstanden, cs wäre ihm aber lieber gewesen, wenn die Festsetzung der Wertzuwachsltcuer nicht dem Belieben der Gemeinden anheimgestellt, sondern obligatorisch durch Gesetz bestimmt worden wäre. Jedenfalls aber bilde die Vorlage einen willkommenen Fortschritt für eine gesunde Gemeindcbcstcuerung und er werde deshalb dafür stimmen. Abg. Ulrich führt aus, er wolle keine Billet- und auch teinc Tanzsteuer, wohl aber eine kräftige Zuwachssteuer. Er fürchte aber sehr, wenn die Einführung derselben in das Belieben der Gemeinden gestellt werde, daß die in nmnchcn Kommunen sehr einflußreichen Bodenspekulanten ihren Einfluß gegen die Einführung der Wertzuwachssteuer geltend machen werden. Die Festsetzung der Skala zwischen 10 und 20 Proz. sei nicht zu empfehlen; man sollte den Gemeinden auch einen Mindestsatz von 5 Proz. und einen Höchstsatz von 33*/s Proz. oder auch 50 Proz. als Spielraum überlassen. Rur durch eine solche Ausdehnung der Skala würden die Gemeinden in die Lage gesetzt werden, dem ungeheuren Bodenwuchcr gründlich entgcgenzutreten. Abg. Dr. Buff wendet sich gegen die gewünschte obligatorische Einführung der Bodenzuwachssteuer. Man müsse den Gemeinden die Bestimmung darüber selbst überlassen. Die Steuer werde um so eher zur Einführung gelangen, als durch die in wenigen Jahren erfolgende Aufhebung des Oktrois sich für die Gemeinden unbedingt die Notwendigkeit der Erschließung neuer Steucrquellen ergeben werde. Der Redner wendet sich dann entschieden gegen die vom Abg. Ulrich vorgeschlagene Skala und die Progression bis zu 50 Proz. Die ganze Vorlage sei eigentlich nur der erste Mrsuch aus diesem Gebiete und da müsse mit Vorsicht zu Werke gegangen werden. Finanzminister Gnauth schließt sich den letzten Ausführungen des Vorredners an. Hessen gehe in dieser Frage den anderen Bundesstaaten voran, und da sei eine Vorsicht ^besonders bei der Festsetzung der Skala geboten. Der Finanz- Minister wendet sich dann gegen die vom Ahg. Ulrich vorgeschlagene Erweiterung der Skala' nach unten und oben. Man wolle den Gemeinden die Autonomie aus Einführung dieser Steuer überlassen, das werde für die Einführung derselben nur zweckmäßig sein. Abg. Dr. Gutfleisch hebt alsAusschußr^'ferenthervor, /man mache in Hessen mit der Einführung des vorliegenden 'Gesetzentwurfs einen bedeutenden Fortschritt auf sozialpolitischem Gebiete, und er bitte deshalb um Annahme des- lselben in der Ausschußfassung. — Die Kammer nimmt daraus die einzelnen Artikel des Gesetzes nach den Ausschußanträgen — also unter Ablehnung der Tanzsteuer — an. — Ohne Debatte genehmigt darauf das Haus den Entwurf eines Gesetzes, betr. die R'äumnngsfristen bei der Wohnungsmiete, .und zwar nach den Ausfchußanträgen. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes wird den Gemeinden mit Städtcord- nung das Recht emgcräumt, mittelst Ortsstatuts über diejenigen Fristen Bestimmungen zu erlassen, innerhalb deren Kte Räumung der Wohnung zu erfolgen hat. Zur Beratung kommt nun der Gesetzentwurf, betr. die Herstellung mehrerer Nebenbahnen. Abg. Häusel empfiehlt warm den Bahnbau Höchst— .Aschaffenburg, 'Abg. Hauck plädiert in längeren Ausführungen für den Bau einer Nebenbahn von Babenhausen— Schaafheim—bayerische Landesgrenzc. Finanzminister Gnauth empfiehlt, sich zunächst mit dem zu begnügen, was die Negierung mit dieser Vorlage in Vorschlag bringe. Die vom Vorredner ausgesprochenen Wünsche gingen entschieden zu weit. 2lbg. Bähr beantragt, in 'Rücksicht auf den Umstand, daß der Ausschuß bei Beratung des Antrags Hauck den Antragsteller nicht eingeladen hatte, die Sache an bdTt Ausschuß zurückzuverweisen. — Dieser Antrag wird vom Hause angenommen. Darauf schließt die Sitzung um IV2 Uhr. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. * Der Wahlrechts ausschuß der zweiten Kam- Mer setzte gestern seine Beratung über die von der ersten Kammer abgcänderte Wählrcchtsvorlaae fort und faßte darüber definitive Beschlüsse. Mer Die Art dieser Beschlüsse, die ja nach der ganzen Sachlage kaum zweifelhaft sein kann, bewahren die Ausschußmttglieder strengstes Geheimnis. Der Finanzausschuß der ersten Kammer ist heute vormittag zur Beratung der von der zweiten Kammer fertiggestellten Vorlage über die Gemeindeumlagenreform zusammen getreten. Die Beratung war sehr animiert. Namentlich beteiligten sich an ihr Dtaats- ininister Dr. Rothe und Ministerialrat Becker. Man zweifelt in parlamentarischen Kreisen sehr stark daran, daß in der kurzen Spanne Zeit bis zum Schluß des Landtags noch eine Verständigung über diese so wichtige Gesetzesmaterie erreicht werden dürfte. Heute nachmittag haben übrigens, sicherem Vernehmen nach, an maßgebender Stelle eingehende Erwägungen darüber sta^gefunden, ob man nicht die Landstände in der nächsten Woche vertagen und dieselben im September d. J8. (also unmittelbar vor der Landlagswahl) zu einer kurzen Tagung znsammenberufen solle. Deutsches Reich. Berlin, 5. Juli. Tie Jacht ..Meteor" mit dem Kaiser, sie „Iduna" mit der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise, die „Hohenzollern" in Begleitung des Kreuzers „Berlin" und das Depeschenuoot „Slcipncr" sind am Montag abend in der Bucht bei Gjenner (Schleswig' eingetroffen. Heute nachmittag ging die „Hohenzollern" bei der Einfahrt zum Kolbin^- tzord (Jütland) vor Anker. Gegen 5 Uhr untcrnabm bk Kaiserin ehren Spaziergcnm mit Befolge am SkrÄM. Dle Sckstste gMgen vor Anker zwischen Loberodde und Dreines. — Der „Staatsanz." veröffentlicht eine Bekannitmachung des Ministers der öffentlichen Arbeiten unb des Ministers des Innern, welche besagt, daß künftighin die in ganz Preußen erlassene einheitliche Polizeivcrordmmg für den Fährverkehr auf öffentlichen Wegen, nach welcher rechts auSzuweichen und links zu überholen ist, sowie die anderen Fahrbestimmungen, strenger als bisher zu handhaben sind. Insbesondere wird der Bevölkerung, unter Hinweis auf die steigende Verwendung von K r a f t w a g e n und den künftigen Herbstmanövern die genaue Beobachtung der Polizeivorschriften unter Androhung uNnachsichtlichcr Llhndung bei Uebertretungen, eingeschärft. — Im „Reicksanz." wird folgender Erlaß über den Rang der etatsmäßigen Lehrer an tierärztlichen Hochschul en sowie der Departements«- und Kreistierärzte veröffentlicht: Auf den Bericht vom 17. Juni b. I. bestimme ich folgendes: 1) Die etatsmäßigen Lehrer der tierärztlichen Hochschulen werden unter Bezeichnung ihrer Stellen als Professoren von mir ernannt und gehören der vierten Rangliste an. 2) Die etatsmäßig angestcllten Departementstierärzte sind den technischen Mitgliedern der Regierungen mit dem Range der Räte fünfter Klasse und dem Stimmrechte der Negierungsassessoren zuzu'ählen. Sie können mir, sofern sie sich in ihrer Stellung bewährt haben, zur Verleihung des Charakters als „Vet e- rinärrat" vorgeschlagen werden. Veterinärräten, die diesen Charakter mindestens 10 Jahre besitzen, jedoch nicht mehr als der Halste der Gesamtzahl der Departementstierärzte, will ich auf Antrag den persönlichen Rang der Räte vierter Klasse verleihen : auch will ich einzelne Veterinärräte, bie den Rang Der Räte 4. Klasse mindestens zehn Jahre besitzen, in besonderen Fällen durch die Verleihung oes Charakters als „Geheimer Veterinärrat" auszeichnen. 3) Die K r e i s t i e r ä r z t e ungen nicht, mn'aüfstrDenMi TonTünflRtn gistlcherke ExlsrenM zu schassen. Dazu wären allerdings andere Maßnahmen von Nöten: welcher Art diese sein müßten, darüber äußert sich Herr Challier nicht, und es scheint uns, daß sich auch kaum Mittel und Wege dazu auf legislativem Wege finden ließen. Den Schriftstellern und Dichtern, den Malern und Bildhauern geht es ebenso, solange sie nichts allgemein Anerkanntes geschaffen haben, und es wird wohl auch immer so bleiben hier unter dem wechselnden Mond. — Der Umbau des Kgl. Schauspiel-Hauses ia Berlin. Wir teilten schon mit, daß die veranschlagte Umbausumme um rund 3A Millionen Mark überschritten worden sei. Int ganzen sollten die Umbaukosten sich auf etwa 1 900 000 Mk. belaufen, von denen etwa 600 000 Mk. auf die Krone fielen, während der Rest vom Staate zu zahlen sei. Es war ferner hervorgehoben worden, daß durch die Beschleunigung des Umbaus infolge der vom Kaiser gewünschten Einweihung vor Beginn seiner Mittelmcerreise sich in cm,3einen umgebauten Teilen des Hauses die Dielen geworfen hätten. Dies würde sich wahrscheinlich im Parkett wiederholen und zu erneuten Reparaturen und Kosten führen. Hierzu wird nun erklärt, daß, falls die in erster Linie verfügbaren Summen, die Tür den Umbau des Schauspielhauses in Betracht kommen, überschritten werden sollten, hieran allein die ungenügende statische Sicherheit des Gebäudes die Schuld tragen würde. Der^ bauliche Bestand des Hauses nötigte infolge seiner mangelhaften Beschaffenheit die Fachleute zu viel wcitcrgehcndm Eingriffen, als von irgend einer Seite vorhergesehen werden konnte. — Auguste Prasch-Grevenberg beginnt in einigen Tagen eine größere Gastspielreise, die sie zunächst imcb Magdeburg, Warmbrnnn, Baden-Baden, Nauheim und Karlsr''be führt. Die Künstlerin tritt als Nora, Zaza, Fran?illon, Ganetta („Die rote Robe"), Cameliendame und Minna von Barnhelm aus. — Der französische Geograph Elysöe Reclus ist ge- ^Bczirkslierärzte in den Hohenzollernschen Landen) erhalten den Rang zwischen der 5. Nangklasse und der Klasse der Referendarien der Landeskollegien. Als Auszeichnung kann für ältere K'reis- tierärzte die Verleihung des Charakters als ..V e te r in ärra t" mit dem persönlichen Range der Räte 5. Klasse beantragt werden. Bremen, 5. Juli. Die Bürgerschaft forderte durch einen Antrag den Senat auf, die Schuldeputation zu einem Bericht zu veranlassen, wie der Religionsunterricht in der Volksschule zu ersetzen ist, durch religionsgeschichtlichen undSittenunterricht, derdiecdelstenSchätze der Weltliteratur einschließlich der Bibel umfaßt, soweit sie das mod-mn" Kulturlcstm berühren. Demilebte». * Von b er Popularität unseres Ka isers in Normeqen leqt folgender Brief Zeugnis ab, den fünf normeqische Backfische an das „Berl. Tagebl." gerichtet haben: C h r i st i a n i a, Juni 1905. Geehrte Zeitung! Wir finb junge, norwegische Mädchen üon der Sorte, roa* man in Deutschland „Backfisch" Nennt, und wir sind auch dort gewesen. Wir sind sebr betrübt, daß der liebe, reizende, entzückende Kaiser Wilhelm dies Jabr nicht nach Norwegen kommt. Wir haben jetzt schwere, ober auch große Tage in Nor- wegen und hoben nach 500 Jahren unsere Freiheit und Selbständigkeit, welche sehr notivendig ist für ein gebildetes Land. Ter finge Kaiser Wilhelm will wahrscheinlich die Schweden nicht ärgern, und warum soll man diese mehr ärgern als notwendig? Wir hoffen, jetzt einen eigenen König zu erhalten, welcher immer hier ivohnt und lebt. So etwas rote Kaiser Wilhelm können wir wohl nicht bekommen, welcher auf das Wohlsein von allen Nationen denkt und grübelt, — denn das ist ein ganz merkwürdiger Zufall, — aber kann er denn nicht einen Prinzen finden? Seine eigenen Kinder wollten wohl nicht kommen, weil wir nnr zwei Millionen sind, und haben etwas zu roeniq Soldaten, — aber Kaiser Wilhelm keitnt ja so viele Prinzen. Tantt kommt er wohl auch wieder zu uns, nicht wahr? Wenn Sie liebes Tageblatt, dieses drucken wollten, und der Kaiser es dann vi.ellcicht lesen könnte, imirbcn sich sehr freuen Dagny, Ellinor, Gudrun, Ragnhild, Karen. • Ein Kaiserde nk st ein in der Nominier Heide (Ostpr.) ist von den dortigen Forstbeamten errichtet worden atts Dankbarkeit für die 28 000 Mark-Spende, die der Kaiser für die Forstbcamten der Heide und ihre Hinterbliebenen gestiftet hatte. Der Denkstein trägt auf der Vorderseite die Inschrift: „Von hier erlegten Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. am 1. Oktober 1904 auf der Äbendpürsche einen kapitalen Hirsch von 28 Enden und stifteten zur Erinnerung daran am 3. November 1904 die St. Hubertus-Stiftung für die Forstbeamten der Rominter Heide." • Ein kö stlicher Nachtregen hat uns Gießenern endlich die lange ersehnte Abkühlung und damit einen erstorben. e»criifit5iaaL Leipzig, 5. Juli. Das Reichsgericht v erwar f die Revision des bisherigen Chefredakteurs der „Nat.-Ztg.", Arthur Dix, der am 29. April vom Landgericht Berlin wegen Beleidigung des Ministers R u h ft r n t und des ersten Staatsanwaltes in Oldenburg zu 600 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Hamburg, 5. Juli. Ein außergewöhnlich hartes Urteil fällte das Kriegsgericht der 18. Division "ber zwei Landwehrleute. Tic Schiffer Strauer und Kargmenn 'hatten sich wegen Gehorsams-Verweigerung und mehrfachen Fluchtversuchs auf dem Transport zum Arreftlokel zu verantworten. Sie wurden deshalb zu 7Vs bezw. GVi Jahren Gefängnis verurteilt. Strauer machte bei der Abführung einen Selbstmordversuch. Detmold, 5 Juli Der auf heute anberaumte Sensations- Prozeß gegen die Bückesturgisck gff'nn'e Tages'tg. wegen Beleidigung der Voftbcbörde durch Bezweiflung der Wahrung des Telegramm-Geheimnisses im Thronstreit ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Verurteilt, seine Frau zu küssen. Ein merkwürdiges Urteil fällte dieser Tage der Richter Higginbotham in Brooklyn. Er befahl einem Manne, der ongcklagt w^r, . seine Frau und sein Kind verlassen zu haben, einmal wöchentlich seine Familie nach dem Ausflugsort Coney Island zu bringen,, seine Frau wenigstens einmal täglich zu Ässen, ihr wöchentlich 24 Mark zu geben, und ihr einmal in der Woche einen Blumenstrauß zu bringen. Fern.er soll er seiner Schwiegermutter nicht erlauben, sich in seinen Haushalt zu mischen. Dieses Urteil gilt für vier Wochen. Nach Mlauf dieser Zeit sollen Mann und Frau wieder vor dem Richter erscheinen und die Frau Bericht erstatten. Wenn der Angeklagte dem Urteilsspruch nicht Folge geleistet hat, wird er wegen Mißachtung des Gerichtshofes verurteilt werden. Mit seinem Kinde auf dm Arme verließ der Angeklagte das Gerichtsgebäude. Das Gordon-BerrrieLt-Renncn. Laschamvs, 5. Juli. In dem heutigen Gordon-Bennett-Rennen siegte T h 6 r y - Frankreich (der Sieger des vorigen Rennenst mit einer DurchschnittSgcschwindigkeit von 70,9 Kilometer die Stunde. Nazzari wurde. Zweiter, Cagno Dritter, Caillais Vierter. — Die kleinen Ortschaften in der Umgebung von Clermond-Ferrand wimm'lten von Fremden, die aus allen Himmelsrichtungen cingctrofftn waren. Nach dem ge^rigen starken Sturm herrschte heute, am Renntage, prächtiges Wetter. Die au die Rennstrecke grenzenden Felder waren v>m Tausendeti von Neugierigen belagert. Um 0 Uhr morgens^ fuhr Th6ry als Erster am Start ab. Die Fahrzeiten nach der ersten Runde waren folgende: Lancia (Italien» 1 St. 34 Min. 57 Sek.. Thäry 1 St. 40 Min. 07 Sek., Braun (Oesterreichs 1 St. 54 Min. 06 Sek., Earv (England! 1 St. 54 Min. 11 Sek, Jenotzy Deutschland) 2 St. 09 Min. 04 Sek. — Bei einer Automob'lsahrt, d'e der Direktor und ein Svort-Redakteur W „Eclair" gestern unternahmen, schlug der Wooen um. Hierbei erlitt Ack'^rd, der Geschäftsleiter des sranzösischm Automobilklubs, einen doppelten Beinbruch, mehrere andere Personen erlitten leichtere Verletzungen. freulichen Witterungswechsel gebracht. Andere Gegenden wurden indes von schweren Unwettern heimgesucht. So gingen über Elsaß von Weißenburg bis Sundpau schwere Gewitter mit Hagelschlag nieder, in deren Folge der Verlust von Menschenleben zu beklagen ist. Das Hagelwetter brachte hühnereigroße Schlossen, durch die viele Menschen verwundet wurden. Der Schaden in Feldern und Gärten ist sehr groß; 300 Leitungen wurden durch Blitzschläge zerstört. — Auch über Brüssel und Umgebung ging em furchtbares Gewitter mit Hagelschlag nieder. Alle Telegraphenverbindungen sind dort gestört. — In Spanien hat ein äußerst heftiger Sturm Bäume entwurzelt, Wagen umgeworfen und in Madrid ein Standbild in der Kathedrale herabgestürzt. Mehrere Personen wurden verwundet. In Musoceo stürzten infolge des Sturmes zwei Schornsteine einer Münzwerkstätte ein. Beim Einsturz eines Gebäudes wurden Arbeiter unter den Trümmern begraben. Fünf Arbeiter wurden dabei getötet und sieben schwer verletzt. — Die unbeschreibliche Hitze fordert in Italien viele Opfer. In Venedig wurde mitten auf der Lagune ein Gondelier vom Hitzschlag getroffen. Er war sofort tot. Beim Passieren des Apennin-Tunnels ' bei Prachia wurden viele Passagiere des Schnellzuges Rom-Mailand infolge der fürchterlichen Hitze von Krämpfen befaßen und wollten sich aus den Fenstern werfen. Auch in Florenz und Umgebung sind zahlreiche Fälle von Sonnenstich vorgekommen. In Nom kamen am Mittwoch 44 Fälle von Sonnenstich vor, von denen eine Anzahl tötlich verlief.______ KimK und Wifltnschaft In einem Aufsätze in der Zeitschrift „Die Musik" weift uni'er trefflicher alter Ernst Challier an der Hand interessanter Zahlen, die ihm der Breitkopf und Härtelsche Konzert- Programm-Austausch ein Jahr lang geliefert hat, nach, daß die Beftimmrmqen des neuen Urheberrechtes keineswegs dazu geeignet sind, die wirtschaftlich Schwackren unter den Komponisten zu unterstützen, sondern im wesentlichen nur die Einnahmen der anerkannten großen Tonkünftler, tie bereits stattliche Verlegerhonorare beziehen, sehr erheblich zu steigern. Das ist ja n. C. auch schon ein sehr schä"enswerter Vorzug gegen früher; daß wahrst'st Bedeut.ndee schc.sfende Musiker am Hungertuche nagen, daS kommt heute infolae des Urheberrechts nicht mehr vor. ?kbec immerhin genügen die heutigen gesetzlichM Bestimm- JRrßeiffrßero^itntT. München, 5. Juli. Eine Metallarbeiter-Versammlung nahm mit große'- Mehrheit, die im Ministerium des Aeußeren vorg'schleflm"n Vereinbarungen zw'schen den Ver- fretmt der Metallinduftrsttten und denen der M<-tallarbeiter an. Nach diesen Vereinbari'nam sollen die Reverse zurückgegeben und den Industriellen emysohlen werden, die Arbeitszeit aus 58 Stunden herabzusetzen, soweit sie noch längere Arbeitszeit haben und namentlich die niedrigen Löhne sollen um 3 Pfennig die Stunde ausgeb^ssert werden. Di-' B'ldung einer ständigen Kommission aus Arbm'g"bern und Arb^'tnehmcrn wurde abgelehnt, doch soll für den Bedarfsfall eine solche in Aussicht genommen werden. Die W i ed e r e i n st e l l un g der Arbeiter soll nach Maßgabe der Wiederaufnahme des Betriebes erfolgen, dabei sollen die Verheirateten und etter en bevorzugt werden. Maßregelungen sollen nicht ftatlsindm. Bei der Mstimmung über die Annahme der Vm-einbarungen sprachen sich 559 Mitglieder für die Fortsetzung, 1245 für die Beendigung des Ausstandes aus. Nürnberg, 5. Juli. Tie Metallarbeiter beschlossen, die Mstimmuug 'über die Vereinbarungen zwischen den Arbeitern und den Industriellen erst morgen vorzunehmen. Frankfurt a. AI. 8Vg% Reiohsanleibe . . 101.40 Rfi/n do. ... 90.30 3V.% Konsole . . . . 101 50 30/n do.....90.30 R’/a% Heesen .... 100.20 3'/, 56 Oberheeeen . . . 99.30 4% Oestorr. Goldrente . . 101 80 4*/g5fj Oesterr. Silberrento . 100.90 4% Ungar. Goldrente, , . 98.90 4°/- Italien. Rente , . . 106.— 4 % Portu dieser I . . . 67.00 3°/ Portugiesen. UI . . 67.25 1 % Unif. Türken . . . 88 30 Türken! oso......134.80 5. Juli Offizielle Schlusskurse. 3°f6 Mexikaner . , 68 00 4,/o,7 Chinesen .... 96.75 Electric. Schlickert . . . 135 00 Nordd. Lloyd . . . . 121.50 Kreditaktien . . - 207 00 Diskonto-Komniandit. . 189 60 Darmstädter Bank . . . 142.25 Dresdener Bank .... 155 70 Berliner Handels^es . c 169 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 144 00 Lombardei;.....18 25 Gotthardbahn , » . . . —.— LaurahUtto..... 260.00 Bochum ..... 246 80 4% Griech. Monopol.-Anl. 54.00 Dörpener ..... 213 00 41/i°o äussere Argentiner —. — St»atscbatzscheine . . . 100.55 Tendenz: fest. Wer Merger vermeiden, will, benutze Dr. Thompsons Seifenpnlvcr, Marke Schwan, das beste und im Gebrauch billigste Waschmittel der Welt. — Ueberall zu haben. ss”/e £ S M> «$> •?Ä € £ SS K S s V ts rs K Z 6- -o& 2 5? cd -PL-»» c '8 r— a 3 >tf <5D 'S a^e >5 =~ a 2-c, cs 5' 5 •e C> G9 G 2 tö ,23. rQE '/ cS o *£) 0(9 e = N Q Sg, — K.2 K s H « ° C?v W 8 S» 5» A Ä Lq e? C S «N = *5- e s - *8* r? <—» 0& 6-r (M OQ p. j« =5 59 P 2 ttWvC' E Q, ,2 ä» ß ^>6 v J- 3 o p-N =S er? ?? - S ® ±2 « » 59 C S 00 19 >5 S O o P B c* er? er? ° tSS = Q c >b K «8? gw er? (<9 G WS S> c K Z tn 951 th e X s? er? 075 «2 -*> B eS ti 9A ger? C7-P T3 -öl öS L ä O >^z C)G S ffl ^3 9 g 2 L % s c ° *fT°9 *§ F?« ” 2 i* §«£■-«« c? <5 Ja ■ — » s " « 5^ 5o _ S S ä a>x> ♦ .W E —*P «»»? = S’-eo - I o c w er? .2 s p d «ö Zs? o t» P 3-* 2 .2f S ** NS VS s OE ”*ti ffl «>c Z 3° «^o C9 ja « S 5 *•36 = g «« «2® (9 s» ®@ e « B L9S c " M I 3.Lils c:xd a ? • e u Sun • «5«ghf -1=5-=» p C iXE. ,. s = (9 •- 5a»e^s»ä. Jp E iO (t$> §B® Ä.E E §7§ 8gto ZK k- e « . sS 8Ä*zs-s»Q^i L2L-E--M Ä 2 «i KEtJb« .5® G s nn N ’W 5 2 8 o? an CP «51 Durcli Neuherrichtung meiner Innen-Räume bin ich gezwungen schnell zu raumen von heute ab Ich verkaufe Einige Schlafzimmer sowie einen Teil vollständ. 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Pr. v. 75 000] 77 92 76115 263 314 610 662 76 82*739 804 23 954 77031 160 251 90 521 37 43 91 638 43 61 712 35 834 76 78077 91 149 62 85 378 550 724 27 58 60 892 925 79144 246 52 802 44 418 696 99 628 45 730 87 847 995 80012 27 69 163 248 386 99 449 503 12 74 658 702 60 812 31 54 923 35 8 1095 86 124 62 201 7 14 67 340 56 81 432 628 677 809 18 23 40 81 86 |490] 82083 195 286 376 405 547 631 712 47 911 68 8 3028 49 55 57 71 88 213 31 94 301 44 45 96 428 47 [150] 61 74 650 66 781 882 99 84187 231 67 69 414 94 504 55 651 90 [150] 757 59 910 12 64 76 85-127 124 32 203 79 423 64 55 68 82 519 38 708 863 8 6365 84 95 602 3 96 719 43 44 48 971 77 87367 95 473 557 58 609 729 88138 57 75 233 39 77 307 48 480 544 607 80 97 887 75 973 89027 100 78 236 58 62 41« 555 99 604 41 65 786 815 29 80 927 37 40 51 SS896 444 67 97 519 617 7Sv 81 808 31 962 91076 276 90 405 638 74 729 850 911 38 92068 234 348 59 418 32 514 35 647 772 872 990 93008 11 45 102 62 418 522 45 [IM] 622 99 775 864 [150] 92 903 15 56 94154 314 71 80 564 717 24 76 91 904 91 95007 32 369 70 349 56 87 436 44 [150] 504 24 673 810 79 90045 273 304 489 64 637 949 78 97096 135 37 86 276 328 99 460 569 82 603 846 938 98226 69 303 15 17 36 424 544 600 16 74 98 720 33 956 99014 183 299 485 529 624 746 62 75 889 93 920 49 88 Nächtte Ziehung^ 2. August 1905.