Montag, 6. März 1905 155. Jahrg. Nr. 55 s«t Rz. *L General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen. auch die gegenwärtige politische Lage, ^er Kriegsminister, DoMische Wochenschau «ö e*Ni ta ttemwtmtoSbaidteieL UL •**» lässig. , . . . Das Haus lehnt hierauf den Antrag Bchrng ab und nimmt den Antrag Trimborn an. Der sozialdemokratische Ge- sehenttvurf wird also dein Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. v , fo Es folgt die Beratung des Antrages der Abgg. v. TrcneufelS u. Gen. (kons.) am § 33 des B. G.-B., welcher lautet: „Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Storer oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen * folgenden Satz hinzuzufügen: „Die Ersatzvflicht tritt n i ch t ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird und derjenige, welcher das Tier hält, bei dessen Beaufsichtigung die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet, oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde." Abg. von TrencnfelS (fonf.) begründet seinen Antrag. Durch die jetzige Fassung, die nur durch einen Irrtum in das Gesetz ge- kommen ist, würden alle Tierhalter schwer geschädigt. Es ist vorgekommen. wiß femand einen Mann auf seinen Wagen mir aus- sitzen ließ, das Pftrd ging durch, der Mann kam zu Tode und der Pferdebesitzer muß jetzt zeitlebens die Familie des Mannes cr- Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) schließt sich der Auffassung des Abg. Büsing an. Abg. Knlerski (Pole) erklärt, seine Freunde würden für den Antrag Trimborn stimmen. Abg. Trimborn (Ztr.j: Auch wir villigen keineswegs den Gesetzentwurf Auer u. Gen. in allen seinen Einzelheiten, aber es genügt die Zustimmung zum Prinzip, um den Gesetzentwurf zur Berück sichtigung zu überweisen. Ich verstehe Herrn Büsing garnickt recht. Er ist doch sonst kein solcher Formenmensch, er hat doch sonst garnickt die Allüren eines Bureautraten. Herr Büsing, Sie sind doch sonst so gelenkig und geschmeidig. Wesbalb gerade hier nicht? (Große Heiterkeit.') Abg. Dr. Müller-Sagan ffreis. Vpt.s: Ich widerspreche dem Abg. Trimborn nicht, aber wir wollen keinen Präcedenzfall schaffen, sonst erfinden wir hier eine neue Fasson des Bethlebemitistben Kindermordes, statt Begräbnis in einer Kommission Ueberweisung zur Berücksichtigung. Wir stimmen dem Anträge Büsing zu. Aba. Büsing snatl.): Ich bin dem Abg. Trimborn sehr dankbm für seine gute Meinung, bedauere aber, ihm In der Sache nicht folgen zu können. Als einem der ältesten Parlamentarier liegt mir daran, daß einem alten Brauch des Reichstages, bon dem bisher noch nie abgewichen ist, Rechnung getragen wird. Wir haben ein Interesse daran, daß unsere Beschlüsse Hot, einfach und kurz gefaßt sind. „ „ Y Abg. Bebel (Soz.): Auch ich bin einer der ältesten Parlamentarier, allein ich muß sagen, alles konnnt einmal im Leben zum ersten Male vor. (Sehr richtig! und Heiterkeit.) Wer nicht den Antrag zur Berücksichtigung überweisen will, kann ja dagegen stimmen. , , Abg. v. Kardorff sRp.): Ja, m. H., der Abg. Bebel hat ganz recht, alles kommt im Leben einmal zum ersten Male vor, und wir wollen daher gleich gegen das erste Mal stimmen. Wir schließen uns dem Anträge Büsing an. _ Abg. Singer (So,.): Merkwürdig, daß der Herr b. Kardorff seht einen solchen ?lbscheu gegen Neuerungen hat. Bei seinem eigenen Anträge während der Zolltarifverbandlungen batte er vieren Abscheu nickt. Damals ist sein Antrag noch dazu gegen den Widerspruch eines großen Teils dieses Hauses, durchgegangen. Wir sind ja auch sonst von der Geschäftsordnung direkt abgewichen: wenn ein Widerspruch richt erfolgte, so hat, doch der Präsident zuweilen die dritte Lesung unmittelbar auf die zweite folgen lassen. Herrn Büsing bitte ich: Verwirren Sie doch nicht eine so einfache Frage durch so komplizierte Ausleaungen. Präsident Graf Ballestrem: Um eine Legendenbiwung nickt aufkommen zu lassen, will ich bemerken, ick habe nicht oft die dritte Beratung auf die zweite folgen lassen, sondern nur ein einziges Mal. Das was bei der Lex Heinze. Da habe ick eS aber nicht freiwillig getan, sondern bin dazu gedrängt worden durch das bemerkte u. a.: t , . .. f „Es ist gesagt worden, Rußlaird kann letzt keinen 5toe»| führen Wie aber wird es in fünf Zähren awssehen. . . . -■ Lr allem, der Zwcibund besteht. Kommen wir m einen Kriegt mit Frankreich, so müssen wir uns zum mindesten sesen Rußland sichern. Tun wir das nicht, und es erfolgt em Einbruch in unser Gebiet, so werden wir uns Nicht damit ent- jckuidigen können, daß im deutschen Reichst^e die MemuiA ihre Vertrtter gefunden habe, Rußland sei gänzlich ungefährlich. ; Diese Betrachtungen haben in hohem Viaße den Zorn der Times" hervorgerusen. Sie legt dabei zunächst dev v. Einemschen Erklärung ganz falsche, sinnentstellende WortL unter, und faßt sie folgendermaßen: „obwohl RutzlanH nicht wünschen tonne, s:a> jetzt in einen Krieg einHmasserr^ müsse die Ostlüste Deutschlands doch stark besetzt werden^ weil Rußland alle ferne Grenztruppen ersetzt/' — Times" tistelt heraus, diese Rede v. Emems könne mmp ebenso für eine Bedrohung Rußlands halten, wie ntrnt} die Rede Lees für eine Bedrohung Deutschlands gehalteuj habe. Und die Rede v. Einems sei noch viel stärker KUge-i spitzt als jder Passus der Rede Lees, der „vorsätzlich zuuv Thema so vieler Hodler Ausfälle gegen England geuraÄH es, wenn wir den Antrag als Material überweifen. Weiter können meine Freunde nickt gehen. Wir würden mich gegen die Ueberweisung ziw Erwägung sein. Wir stellen daher den Antrag, den Antrag der Abgg. Auer u.Gen. dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Abg. v. Normann (kons.): Wir glauben auch, daß der Antrag Trimborn gesckäftsordnungsw'drig ist, wir wollen aber davon absehen, Widerspruch gegen den Antrag Trimborn zu erheben. Jleber die Materie selber haben wir uns bei der ersten Lesung geäußert und wir werden bei der Abstimmung zeigen, daß unsere Stellung sich nickt geändert hat. ^Abg. Singer sSoz.): Was der Abg. b. Normann gesagt hat, ist gänzlich inkonseauent. Wenn der Antrag gesckäftsordnunasmäßig nickt zulässig ist, darf ihm nickt stattgegeben werden. Hier aber handelt es sich darum, daß das Haus etwas beschließt,, was in, der Geschäftsordnung nickt vorgesehen ist, nicht was gegen die Geschäns- ordnung ist. Von der Gnade der anderen Parteien wollen wir nichts nehmen. Dem Abg. Büsing bemerke ich, daß es ein großer Unterschied ist, ob es fick um eine Petition oder um einen Gesetzentwurf handelt. Wir nehmen garnicht an, daß, wenn unser Gesetzentwurf zur Berücksichtigung überwiesen wird, nun deshalb der Reichstag in allen Teilen, dem Anträge zustimmt. Selbstverständlich sind Abänderungen im einzelnen immer noch borzunehmen. Es handelt sich nur um die Anerkennung des Grundprinzips. Wenn man den Gesetzentwurf als Material überweist, so heißt das nichts. als daß wir für den Pavierkorb der Reichsregierung arbeiten und dagegen erheben wir Widerspruch. Präsident Graf Ballestrem: Ein Antrag kann geschäftsordnungsmäßig sein, dann muß er unter allen Umständen zur Abstimmung gelangen. Er kann ferner geschäftsordnungswidrig fein, dann darf er Überhaupt nicht zur Mstinnnung kommen. Endlich besteht noch ein dritter Fall, nämlich daß der Antrag nicht gegen die Geschäftsordnung, sondern neben der Geschäftsordnung steht. Dann ist die Abstimmung zulässig, wenn kein Widerspruch erfolgt. gesamte Haus. Abg. Büsing snatl.): Der Abg. Singer hat nach angegriffen wegen meiner*Haltung zum Antrag Kardorff. Er hätte sich diesen Angriff sparen können, Denn er weiß doch genau, wie ich beim Antrag Kardorff gestimmt habe. Ich habe gegen den Antrag Kardorff gestimmt. Ich empfehle Ihnen nochmals meinen Antrag; der Vergleich mit den Petitionen stimmt nicht. Abg. b. Kardorff: Der Abg. Singer bergißt ganz, dass wir uns bei meinem Anträge in einer Notlage befanden, da die guten Traditionen des Parlanients durch die Obstruktion der Sozialdemokraten berlassen wurden. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß wir in ähnlichen Fällen, wenn die Sozialdemokraten wieder Obstruktion treiben, genau ebenso handeln werden. $ Abg. Singer: Ich beschränke mich auf die Feststellung, daß der Abg. bon Kardorff soeben erklärt hat, er werde, wenn es ihm aus parteipolitischen Gründen für gut erscheine, um eine bestimmte Partei zu unterdrücken, wieder die Geschäftsordnung brechen. Hiermit schließt die Gesckäftsordnungsdebatte. Präsident Graf Ballestrem: Ich frage jetzt, ob jemand gegen den Antrag Trimborn, bezw. den Unterantrag Büsing, Widerdruck erbebt. — Es widerspricht niemand, die Anträge sind also zu- Jm Reichstag wurden der Postetat und bet Etat der Reichseisenbahnen zü Ende beraten. Der Minister teilte mit, daß die Löhne der Eisenp ahnarb eiter int Steigen begriffen sind und dieArberteraus.schüsse. sich bewährt haben. Bei der Beratung des Marrneetats wurden auch -tm Plenum Klagen gegen die Forderungen des Flott en- ver eins laut. Zumal die regierende Partei, deren Bestreben es ist, Ordnung in den Reichshaushalt zu bringen, empfindet das! Dränger: des Flottenvereins nach neuen- Ausgaben als eine unangenehme Nebenregierung. Abg. Gröber bezeichnete sein Verhalten als „gemeingefährlich", während v. KLvdorfs den /,frischen, sröhMen Zug seiner Agitation" gelten ließ. Des Staatssekretärs v. Tirpitz Aeußer- ungeu zu der Frage kamen einet Ziemlich deutlichen Mage an den Flotterwevsin gleich.. Nach Erledigung des Etats für Kmutphou walkte fity der Reichstag bant Etat des Innern zu, wo der aus der HandoÜvertragseamyagne siegreich hervorgegangen.e GrakP o s a d o w k y, unser bedeutendster deutscher ^taats- vaun der Gegenwart, ein r.T —— nicht berleugnen. . r . „ ,___ Abg. Tove (freif. Vgg.): Gegen eine eingehende Beratung des Antrags in der Kommission haben meine Freunde nichts eui- --uwenden. Die Frage ist der Erwägung zwar lefc wert, doch stehen erhebliche Bedenken einer Abweichung von der gegenwärtigen Regelung entgegen. Indessen, das soll uns nicht abhalten, d« bessernde Hand anznlegen, wenn sich dies als notwendig erwersw ^^^Abg. Stadthagen kSoz.): Wir sind gegen die Abänderung befr 8 833 und können auch dem Antrag ein Recht auf KommisiumS- beratnng nicht zuertennen. Wenn Sie rtroa§ andern ioUen, jo schaffen Sie das Unrecht ab, das Sie dem kleinen Bauern zugefugt haben durch die Bestimmungen über den Hawnschaten und der- Mit einem kurzen Schlußwort des Antragstellers b. Treu en* feIs (kons.) schließt die Debatte. . . w, DerAntrag geht an erne Kommin io-n bon14Mrt^ gliedern. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Montag 1 Uhr (Zweite Beratung des Etats des Ne ich samt s des Innern, ü'ortietzung). Schluß Uhr. nähren. Wenn Pferde durch Automobile oder Eisenbahnen sche^ werden, müssen die Pferdebesitzer den etwaigen Schaden tragen. Dieser Paragraph trifft nicht nur die Landwirte, sondern jeden Tierhalten in der Stadt, jeden Droschkenkutscher, jeden, der ein Hundefuhrwerk hält. Ich glaube, daß Sie sich durch Amurhure unseres Antrages den Dank des Volkes oerdienen werden. Abg. Tr. Lucas snatl.): Die Haftung des § 833 ist, wie ich anerkenne, eine strenge. Sie ist aber weder in unserer Rechtsentwicklung eine Neuerung, noch auch eine bon dem hergebrachten Recht so sehr erheblich abweichende, unerfreuliche Bestimmung, wie dies der Antragsteller gesagt hat. Nicht nur im deutschen, sondern auch im römischen und gemeinen Recht und bor allem im Gebiete deS Code cibil galt diese strenge Haftung bon jeher. Wenn das preußische Landrecht eine Ausmhme macht, so ist erklärlich, daß cmS diesen Nechtsgebicten eine besonders scharfe Opposition sich erhebt. Die vernichtende Kritik und der Spott, mit dem man diesen Para- gravhen behandelt hat, ist vielleicht doch nicht so ganz verdient. Wenn man insbesondere gesagt hat, Gänse, Schafe und Esel sind feine gefährlichen Tiere, so ist das sicher richtig, aber sie find eben gefährlich als Tiere, weil sie Tiere sind, und diese tierische Eigenart erzeugt für alle, die freiwillig oder unfreiwEllig mit Tieren umgehen oder mit ihnen in Berührung kommen, eine eigenartige spezifische Bctriebsgefahr. Wenn man sich fragt, wer nun diese Gefahr tragen soll, derjenige, dem das Tier gehört, der es in feinem Interesse oder zu seinem Nutzen verwendet, der das Tier kennt und der aller« in ter Lage ist, das Tier zu letten und zu lenken, von Schädigungen abzuhalten, oder Derjenige, der an dem Tier gar kern Interesse hat» dem es nicht den geringsten Nutzen bringt, der auch gar nicht in der Lage ist, auf das Tier einzuwirken, so kann man über den Antrag dock recht zweifelhaft sein. Sensationelle Fälle, die man auf biefem Gebiet cmführt, sind nickt durchweg beweiskräftig, denn einige r veo-urmwi^ wuuu,^ olutu». f-r»gen,Ä haben, zu^ auch M» d^ B-d-uwis Mcmil po,n lipermüdtichet Scha^-(der Kavallerie tm Krwge, übet Me Unentbehrlichkeit b ZsW- Gießener Anzeiger worden sei". Das Cityblatt ist in seiner Aufregung blind. Es verkennt den Unterschied zwischen beiden Reden. Lees Rede war eine Demonstration gegen die deutsche Flotten- politik. Sie gab einer Tröstung Ausdruck; sie stellte einen Neber fall auf die deutsche Flotte in Aussicht. Ter preußische Kriegsminister dagegen bat nur von Ver- teidigungsmaßnahmen gegen die russisch-französische Mi- klitärpolitik gesprochen» und das Recht, sich zu verteidigen, wird doch auch die ,.Times" hoffentlich noch gelten Innen. Nein, von der gehässigen Verhetzung der Leefchen Rede steht in der des preußischen Kriegsnrinisters nichts. Es wird trotz aller Anstrengungen dem englischen Blatte nicht gelingen, die offiziellen guten Beziehungen der beiden» Festlandmächte zu stören. In der zweiten hessischen Kammer gap e§ in der vergangenen Woche zunächst eine fast dreitägige Eisenbahndebatte, bei der von 50 Abgeordneten nicht weniger als 46 das Wort ergriffen, um der Regierung alle möglichen und unmöglichen Wünsche vorzutragen. Namentlich gefielen sich wieder einmal die Sozialdemokraten darin, gehörig zum Fenster hinauszureden. Mit der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschast hat man sich, wie die Debatte zeigte, nunmehr allseitig abgefunden. Man hält sie, namentlich mit Rücksicht aus die finanziellen Erfolge, jetzt auch beim Zentrum für erträglich. Bei der an die Eisenbahndebatte sich anschließenden Besprechung der Gewerbeaufsicht war die Mitteilung des Negierungsvertreters Geh. Raits Braun sehr bemerkenswert, daß die Einführung des verstärkten Kinderschutzes gerade in der ärmsten Provinz unjers Landes, in inserem Oberhessen, sehr günstig gewirkt habe, da die Zahl der überhaupt beschäftigten Schulkinder auf weniger als die Hälfte (von 962 auf 460) zu- rückgegangen fei. Am 3. d. M. wurde die Budgetberatung mit der Erledigung des Finan^gesetzes beendigt, und mit Beftiedigung kann jetzt vor allem der Fmanz- minister Tr. G n a u t h auf den Ausgang der vierwöchigen Schlacht Zurückblicken, betragen doch die Abstriche bei dem 22 Millionenbudget weniger als 100 000 Mark. Zm preußischen Abgeordnetenhause wurde fast die ganze Woche hindurch der Ku l tu s e t a t beraten. Ter Fall Fischer gab dem Abg. Hackenberg Anlaß, zu fordern, daß der Staat die innere lebendige Entwicklung der Religion fteilassen müsse. Man war im Hause nahezu einig in der Stellungnahme gegen die dominierende Nicht-, ung, die sich in einer Bevormundung und Maßregelung liberaler GeMicher gefällt. Ferner wurden Klagen über den Rückgang der Zahl der Theologie studieren den laut, denen der Minister entgegentrat. Man befürwortete eine Erhöhung der Gehälter der Geistlichen. Tie Volksschullehrerfrage samö eine sehr breite Erörterung. Von der verlangten Universitätsbildung, die der Minister für überflüssig erklärte, und weiteren Dingen, zumal auch von der Lage des Lehrerstandes in den Ostmarken war viel die Rede. Einen Mißton in die Debatte brachte das scharfe Vorgehen des Abg. Frhru. v. Zedlitz gegen die Linke, die er „gewissenlose Agitation und Verlogenheit", sonne ,Lrreführunb der öffentlichen, Meinung vorwarf. Viel dummes Zeug reden preußische Volksvertreter über Frauenkunst. Ein Antrag, Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, um zur Beseitigung der die Sicherheit und Ordnung des Verkehrs aus dem Potsdamer Platz und im Straßenzuge der Potsdamer und Leipzigerstraße inj Berlin gefährdenden Zustände eine Erweiterung des Potsdamer Platzes und die Schaffung von Parallelstraßen nördlich der gedachten herb eizu führen, wurde nach längerer Debatte zurückgezogen. Minister v. Budde bemerkte, daß sowohl der Minister des Innern wie er selbst seinen ganzen Einfluß dahin geltend machen würden, irmi die Verkehrsverhältnisse in den Berliner Straßen zu verbessern. Er stehe auf dem Standpunkt, daß an dem Niveau der Berliner Straßen nichts mehr zu ändern fei, sondern daß nur Unt ertunn-elung helfen könne. Tie Studentenkonflikte sind im wesentlichenn deigelegt, obwohl es in Hannover noch brodelt. Ter preuß. Ministerialdirektor Dr. Altstoff hat die von Rektor und Senat in Hannover verfügte Relegation und Erteilung des eonsilium abeundi zurückgenommen und in einen Verweis verwandelt. Ter Studentenausschuß wird auf Grund der alten Bestimmungen neu gewählt. Der Rektor Barkhausen setzt jetzt aber öffentlich die Bemühungen des Prof. Launhardt, den Frieden herbeizuführen, herab und Laun- hardt desavouiert öffentlich den Rektor. Hoffentlich kommt es deswegen zu keinem neuen Konflikte. Mit Ausnahme der Erlaubnis zur politischen Betätigung wurden alle studentischem Forderungen, die sich auf studentische Organisation, Berufs- und Standesfragen, beziehen, bewilligt. Tie Frage der konfessionellen Studenten-Ver- brndungen blieb nach wie vor ein Kräutchen Rührmichnichtan. In Braunschweig erzielte die Studentenschaft in der Ausländerfrage einen Erfolg. Tie Studentenschaft sämtlicher Wiener Hochschulen beglückwünschte die deutsche Studentenschaft zu ihrem durch mannhaftes Auftreten erreichten Siege. Nun müßte eigentlich die öst- reichische Regierung gegen die Wiener Studentenschaft einschreiten, weil sie sich zu einer deutschen Reichsangelegen- heit eine Sympathiekundgebung erlaubt habe. Man sieht, zu welchen Konseguenzen man kommt, toenn man das, toa§ geistig und national zusammen gehört, künstlich aus- ernanderhalten will. Zn Ungarn hat durch Audienzen des Grafen Esaky, öes Barons Daniel und des Präsidenten Iusth die Idee eines Koalitionsministeriums leine starke Förderung erfahren. Nach wie vor bilden die militärischen Forderungen das größte Hindernis für die Koalition, weil Kaiser Franz >zosef durch diese seine Hosteitsrechte für tangiert erachtet. Die wirtschaftliche Trennung würde er als ungarischer König nicht hindern. $ 2 Liebte einen Eis e n b ah ner-Au s st a n d, .Pi1.? Unlaß der Verstaatlichungsprojekte eine finanzielle Berücksichtigung der Eisenbahnarbeiter in den neuen Vorlagen erzwingen wollte. Ter Regierung gelang es nicht, ihn zu besiegen, und es blickb dem Ministerium nichts anderes übrig als zu demissionieren. Der Rück- tritt des Ministeriums erfolgte am Samstag. Ter Ministerpräsident schrieb dem Könige natürlich von der üblichen angegriffenen Gesundheit, und der König nahm darauf die übliche Rücksicht. Tie Obstruktion der Eisenbahner hörte sofort auf, da mit dem Ministerium ohne Zweifel auch die Eisenbahnvorlage fallt. Als Nachfolger Giolottis werden der Kammerpräsident Marcora und der Minister des Aeußeren Tittoni genannt. Tie oppi- sitionelle Presse nennt den Rücktritt des Ministeriums eine Flucht, da es gerade demissionierte, während das Agitationskomitee im Begriff war, mit den Vertretern der großen proletarischen Körperschaften einen definitiveni energischen Beschluß zu fassen. Das Ministerium hatte Furcht, zu spät zu kommen, und eilte Den unvermeidlichen Ereignissen voraus. Die offiziösen Blätter dagegen behaupten, das Ministerium falle nicht, weil es in seiner politischen Aktion besiegt sei. Eine Influenza habe mehr angerichtet, als alle Opposition und Obstruktion. In England bemühen sich die Liberalen um den Sturz Balfours und unternahmen einige, bisher allerdings erfolglose Ueberrumpelungsversuche. Aber die Zahl der Mehrheitsstimmen des Ministeriums ist sehr gering, und bei den letzten Ersatzwahlen zum Parlament haben die Liberalen bemerkenswerte Siege erfochten. Ter Premierminister Balfour erklärte bei Gelegenheit der Erörterung eines Maeedonien betreffenden Unterantrages zum Adreßentwurfe, daß England sich der Politik Rußlands und Oesterreich-Ungarns auf dem Balkan vollständig angeschlossen habe und kein eigenes maeedonisches Programm verfolge. Um dem Erlaß des Finanzreglements für Maeedonien, das der türkische Finanzminister mit der Ottomanbank ausarbeitet in Konkurrenz mit dem vo'w Oesterreich-Ungarn und Rußland bereits unterbreiteten Finanzplan, zuvorzukommen, haben diese beiden Mächte der Pforte eine Note überreicht, in der sie auf einer schnellen Entscheidung inbetresf ihres Projektes bestehen. Frankreich beschäftigte sich ebenso wie England und Deutschland in der vergangenen Woche mit Marine- und Ärmeefragen. Ter Gesetzentwurf betreffend die T r e nn- ung von Kirche und Staat ist in der Kammer nun der Hauptberatungsgegenstand. In einer Konferenz ,des Kultusministers mit der Kommission für Trennung vom Staat und Kirche wurde ein vollständiges Einvernehmen über den Wortlaut der Regierungsvorlage erzielt. Der Jahrestag der Aufhebung der russischen Leibeigenschaft sollte nicht ohne eine bedeutsame Kundgebung des Zaren im liberalen Sinne vovübergehen. In einem Reskript gestand Nikolaus II. einer gewählten Volks- vertretung die „Teilnahme an der Ausarbeitung und Beratung legislativer Entwürfe" zu. Auf den ersten Blick möchte man in diesem Reskript einen großen Schritt zur Entwirrung der inneren La^e des Zarenreiches sebem Aber bei näherem Zusehen wrrd man erkennen, daß oem Erlaß des Zaren beinahe alles fehlt, was ihn zu einem Friedensspender machen könnte. Er ist nur eine prinzipielle Erklärung. Eine Volksvertretung soll geschaffen werden, aber nichts wird gejagt über die Zahl der Vertreter, über den Modus, nach dem sie gewählt werden sollen. Ob die Volksvertretung cruS direkten oder indirekten, geheimen oder offenen, allgemeinen oder Ständewahlen hervorgehen soll — erst die Beantwortung dieser Fragen entscheidet über den Wert des Zugeständnisses. Tie 2lb geordneten sollen nur beratende, nicht beschließende Stimme haben. Tas ist der schwächste Punkt der Kundgebung. Tie Liberalen haben inzwischen einen Verfassungsentwurf ausgearbeitet, der die Schaffung einer zweikammerigen Volksvertretung vorsieht nach', westeuropäischem Muster. Tie; Mitglieder der zweiten, der eigentlichen Volkskammer sollen aus allgemeinen, direkten, geheimen Wahlen hervorgehen, und! diese Abgeordneten sollen sich betätigen wie ihre Kollegen in irgend einem europäischen Parlament. Ob die zarische oder die liberale Verfassung dem Kulturzustande des russischen Volkes entsprechender ist, diese Frage, die wir nicht ohne weiteres zu Gunsten der zweiten beantworten möchten, hat nichts zu tun mit der Wirkung des Zarenerlasses auf die russische Intelligenz und das Volk, soweit es sich deren Forderungen angeeignet hat. Auf' diese Wirkung kommt es aber an und es wird uns berichtet, daß das Manifest kühl ausgenommen wurde. Tie Blätter freilich begrüßen es als ersten Schritt der Erfüllung der sehnlichsten Wünsche des Volkes und geben der Hoffnung Ausdruck, die Kunde von der Entschließung des Kaisers werde beruhigend aus bie Gemüter einwirken und dem im ganzen Reiche ausgebrochenen Aufruhr ein Ende machen. Tas erste, am Freitag vormittag erschienene Manifest soll, wie privatim 'gemeldet wird, dem Kaiser von der reaktionären Partei abgerungen worden sein, die das Ultimatum der Arbeiter und die Drohungen mit dem Gesamtausstande mit einem Aufruf au das Volk habe beantworten wollen. Die Wirkung dieses Manifestes sei unheilvoll gewesen, da man in ihm eine Aufforderung zum Bürgerkrieg zu erblicken geglaubt habe. Der Kaiser habe eingesehen, daß das Schicksal des Regimes und vielleicht überhaupt Rußlands auf dem Spiele flehe und er habe den Lcrndwirtschasts- minister Jermolow und oen Finanzminister Kokowzow nach Zarskoje Sselo berufen, und am Wand noch sei das zweite Manifest veröffentlicht worden. Aus anderer Quelle verlautet dagegen, daß beide Manifeste gleichzeitig fertiggestellt worden seien. Durch das erste habe bekräftigt werden sollen, daß der Zar seine vollständige Aktionsfreiheit zu wahren gedenke und durch das zweite habe verkündet werden sollen, daß er nus eigenem Antrieb die Erwählten des Volkes an! die Regierung teilnehmen lassen wolle. Tie Japaner setzen inzwischen ihre Offensive gegen Kuropatkin erfolgreich'fort und verdrängen die Russen aus einer Position nach der andern; die Kämpfe spitzen sich auf der ganzen Front immer mehr zu einer entscheidenden Schlacht zu. Die Ehcmcen der Russen sind dabei keineswegs günstig; ihr rechter Flügel ist von den Japanern bereits umgangen worden, der F"ind steht dicht vor Muk- den, und es erscheint mehr als zweifelhaft, ob die Russen^ noch länger im stände sein werden, den Japanern dort. Widerstand zu bieten. Aus Petersburg kommen sogar bereits Meldungen von einem Rückzüge Kuropatkins, der Mukden aufgegeben haben soll. Unsere heutigen Kriegs- depischen zeigen jedenfalls, daß Kuropiatkins Armee bereits so g'.ut wie umklammert worden ist und ihrem Untergänge entgegensieht. ^arftitncntatif(fie$ aus Keffeu. Folgende dringende Anfrage haben die Abgeordneten v. Brentano, Dr. Frenay, Hirschel, 5lorell, Leun, Molthan, Reinhart, Schlenger, Dr. Schmitt, Seelinger, Wolf und Windecker an die Negierung gerichtet: Sft die Grofh. R-»weruna geneigt, der Kammer Auskunft tu gebm über das Rc-suckat der Untersuchung, welche auf Antrag des Großh. Ghmnasiwdirektc'rs Tr. Schädel in Gießen gegen iolcfm eingelcitet worden ist? Die Absicht der Interpellanten ist gewiß sehr löblich, aber sie hätten ihre Anfrage doch in etwas besserem Deutsch abfassen können. Der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Förderung der Bodenkultur im oberen Vogelsberg liegt nun im Drucke vor. Wir kommen auf ihn noch zurück. Der 2. Alisschuß der Zweiten Kammer vermag dem Beschluß der Ersten Kammer bezüglich der staatlichen Schlachtviehversicherung, d. h. bei Art. 4 auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage, nicht beizutreten. Er beharrt auf seinem ersten Beschlüsse und hält die Wertgrenze j des Entschädigungsanspruches von 25 Mk. als zu hoch gegriffen und eine solche von 15 Mk., wie anfänglich von ihm beantragt, geeigneter, und zwar dies umsomehr, als 1. Kostenersparnisse durch Untersuchungen bei den hier fraglichen Wertansätzen nicht eintreten werden und 2. der Geschädigte, wenn in bedürftigen Vermögensverhältnissen stehend, jeglichen Verlust ohnedies als eine Härte emvftndet. Demgemäß beantragt der Ausschuß: Beharren auf dem früheren Beschlusie zu Art. 4. Die Bürgermeisterei Friedberg bittet, den Entwurf eines Gesetzes, die Errichtung und Leitung von technischen Privatunterrichtsanstalten betreffend, an den Gesetzgebungsausschuß zur nochmaligen Beratung znrückzugeben, „weil durch dieses Gesetz in der beantragten Fassung die gedeihliche Weiterentwickellmg der Friedberger Anstalt ernstlich gefährdet erscheine und bei deren Aushebung oder Verlegung nach einer anderen Stadt außerhalb Hessens sowohl der Stadt Friedberg, als auch ein größerer Teil ihrer Bewohner finanziell ganz erheblich geschädigt werden würde". Ferner liegt ein weiterer Bericht des zweiten Ausschusses über die Negierjmasvorlage, betreffend das Beerdigungs- wesen, vor. Der Ausschuß ist im wesentlichen mit dem Gesetzentwurf erwidert. Aus eine Vorstellung des Hess, evangelischen Pfarrvereins hat die Großh. Negierung erschöpfend beantwortet. In der Antwort heißt es: Tie Großh. Regierung erachtet cs als selbstverständlich, das; auf den öffentlichen Friedhöfen, die zu Beerdigungen für die Angehörigm aller Konfessionen bestimmt sind, auch die mit den Begräbnissen zusammenhängenden religiösen Kultusbandlimgen voraenommcn werden können. Tie Aufnahme einer ausdrücklichen diesbezüglichen Bestimmung in den Gesetzentwurf dürfte umsomehr entbehrlich erscheinen, als den staatli'ch anerkannten Religions- gemeinsckaften die freie öffentliche Ausübung ihres Religions- Kultus drirch Artikel 21 der Hessischm Verfassungsurkunde und durch das Gesetz vom 2. Älugust 1848 die religiöse Freiheit betreffend, gewährleistet ist und als die Gemeinden schon aus diesem Grunde die Vornahme von Kultushandlungen, die sich auf Beerdigungen beziehen, auf den in ihrem Eigentum stehenden Friedhöfen nickt würden verbieten könnem Sollte es dagegen der Absicht des Antragstellers entsprechen, daß eine Bestimmung in das Gesetz ausgenommen werde, wonach die freie und unbeschränkte Ausübung auch solcher Kultushandlungen, die nicht unmittelbar niit den konfessionellen Beerdigungen Zusammenhängen, auf den ösfent-- lichen Friedhöfen gewährleistet wird, so dürfte diese Forderung im Hinblick aus die Bestimmung der Friedhöfe für den allgemeinen Gebrauch als zu weitgehend erscheinen. Tie Beantwortung der Frage, ob eine bestimmte religiöse Feier als Kultushandlung aufzufassen ist, bietet, wie die Verhandlungni der Hessischen Landessynode vom 26. Oktober 1003 die Jnterpellcckion. das Verbot der F r i e d ho f s w e i h e in Gießen betreffend, mit denen der vorliegende Antrag in gewissem Zusammenhang stehen dürfte, dartun, in manchien Fällen nicht geringe Schwierigkeiten. Unter allen Umstünden dürften die kirchlichen Organe die alleinige Entscheidung dieser Frage für sich in Anspruch nehmen. Gerade hieraus könnten bei Aufnahme der vorgrschiagenen Bestimmung in den Entwurf 'ztvffchen dcn Gemeindeorgancn und den Kirchenvorstanden T>ifferenzpunkte erwachsen, deren Entstehung besser vermieden wird. Der Ausschuß steht auf dem Standpunkt, daß durch die Antwort der Großh. Regierung wesentliche Bedenken beseitigt sind. Er erachtet es ferner für wünschenswert, daß auch die religiösen Gefühle der christlichen Konfesfionen bei den Leichentransporten, bei der Bestellung von Leichenmeistern u. s. w. möglichst geschont werden. Er schlägt deshalb vor, einen Artikel folgenden Wortlauts einzufügen: Für jede Gemeinde ist durch Ortsstatut eine Begräbnis- und Friedhossordnung zu erlaiffen, welche die religiösen; ^n^'mnmaen der Konsessionsgemeinden und religiösen Verbände zu berücksichtigen hat und von unserem Ministerium des Innern zu genehmigen ist. Tie vorhandenen Begräbnis- und Friedhofsordnungen bleiben in Kraft, soweit sie mit diesem Gesetz nicht ut Widerspruch stehen. Kirche und Schule. Berlin, 4. März. Professor Mellmann, besten Wahl zum Direktor der Nealabteilung der Hohenzollernschule in Schöneberg das Kultusministerium nicht bestätigt hat, sendet an die „Tägl. Nundsch." eine Berichtigung. Es sei unrichtig, daß Frau Mellmann an die bei der Bestätigung beteiligten Personen in Massen anonyme Briese geschrieben habe. Sie habe vielmehr nur im Jahre 1898 während einer schweren Krankheit einige anonyme Briefe an ihn selbst und an einige ihm damals befreundete Kollegen gerichtet. Südwestairika. — In dem dem Reichstage demnächst zugehenden Rach» trags-Etat für Deutsch - Südwestafrika wird auch eine Summe gefordert werden zur Errichtung, Unterhaltung unb> Bewachung von Konzentrationslagern für gefangene Hereros und Hottentotten. — Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Reiter- Gottlieb Geiger, ist an Typhus, Reiter Friedrich Schmieg in1 Waterberg an Erbrechen erstickt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) cv , . . Gießen, 6. März 1905. •ölt „letzter Stunde war es einigen begeisterten Bergsteigem noch möglich, für kommenden Dienstag ein „alpines Fest* ,ju arangiei'ein und zwar fall es auf der sogenannten „ Krache- bürg stattsmden. Auf die Ausschmückung des Daches, die Dienstag morgen vorgenommen wird, soll besondere Sorgfalt ver- weiwet werden. Um das ganze Bild natürlicher zu gestalten, haben die Bergfexe nicht die Mühe und Unkosten gescheut, einige kletter- gewande Kühe und Ziegen zu engagieren; auch finden junge bliche Sennerinnen eine jeder Zeit liebenswürdige Aufnahme» Der allgemeine Aufstieg erfolgt von der Neuen Baue; die Errichtung einer Unfallstation wurde selbst von maßgebender Stelle für unnötig gehalten, da die schräge Lage der Frontseite keinen regelrechten Absturz erwarten läßt. Für warme und kalte Speisen wwie Getränke soll aus der Nachbarschaft ans's beste gesorgt sein, W dan selbst die verwöhntesten Bergsteiger volle Befriedigung finden. t tf)nuern jedoch ist es ernstlich verboten, etwa mit Eonietti, Papierschlangen oder gar Kreppeln zu werfen, da hierdurch sehr leicht der Einsturz des schönen altertümlichen, eine Zierde der Stadt bildenden Hauses zu befürchten wäre. Mehrere Fexe. n P®* ‘ '-.'.Oe, brechd'irc rail, l •'irmkatarrh. Jtbewahrh Alle Ban- «nd Kanalbau-Artikel liefert zu billigsten Preisen Emil Horst, Gießen, Liebigstraße 51, Riegelpfad. 1055 Submission. Für die Großh. neuen Kliniken m Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1905 aus dem öffentlichen Submissr- onswege vergeben werden B23/2 a. Die Lieferung von: 1. Backwaren und Zwieback, 2. Fleischlvaren, 3. Spezereuvaren und Verbrauchsgegenstände, 4. Kaffee, 5. Butter und Eier, 6. Mllch, 8. Schreibmaterialien, 9. Maschinenöl u. Putzwolle, 10. Bürstenwaren u. Scheuertücher, 11. Seife und Seifenpulver, 12. Eis, 13. Porzellanwaren. 7. Bler, b. Das Reinigen des Herdes und der Oefen; die Entleerung dec Kehrichtgrube, bie Abgabe von Knochen, Gespül, leeren Oel- und Weinfässern, leeren Flaschen und Lumpen, c. Transport der Wchche. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden. Proben der unter a. 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11 und 13 bezeichneten Gegenstände sind nebst den verschlossenen Offerten mit entsprechender Ausschrift versehen bis zu»n Eröffnungstermin Samstag den 11. März 1905, mittags 12 Uhr auf dem oben erwähnten Bureau emzurelchen. Zuschlag erfolgt den 18. März 1905. Gießen, 22. Februar 1905. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. Vergebung. Für das Großh. Provinzial-Arresthaus dahier soll die Lieferung der folgenden, für die Zeit vom 1. April 1905 bis 31. März 1906 erforderlichen Berzehrungs- und Verbrauchsgegenstände: Brot, Wecke, Ochseusleisch, Schwemefletsch, Kalbfleisch, Hammel- fleisch, Frankfurter Würstchen, gemischte Wurst, Schweineschmalz, Nierensett, Butter, Kokosnußbutter, Kaffee, Mllch, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, Mehl, Reis, Gries, Hafcr- igrütze, Nlldetn, eingemachte Bohnen, Gurken, Handtäse, Häringe, Eier, Tee, Schokolade, Zucker, Mohnöl, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Nelken, Kümmel, Muskatnuß, Essig, Petroleum, Zündhölzer, Seife, Schmierseife, Soda, Piltzpulver, ^Vitriol, Splcitus, Stroh, Tran, Wichse, Fensterleder, sowie ca. 140fr Zentner gewaschene Nußkohlen, 30 bis 50 mm Durchmesser, und ca. 600 rm Tannen-Scheitholz, ferner soll die Entleerung der Senk- und Kehrichtgruben 'während der angegebenen Zeit im Submissionswege vergeben werden. Versiegelte Angebote und — soweit tunlich — Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine Mittwoch, den 22. März 1905, vormittags 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justlz- gebäude, Zmimer Nr. 43 — niederzulegen. Bis zu diesem Termin werden auch Gebote auf die sich im Provmzial-Arresthaus ergebenden Lumpen, Küchenabfälle und das abgängige Lagerftroh entgegengenonimen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialcrlaß vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf dec Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingefehen und gegen Erstattuilg der Schreibgebühren bezogen werden können. Bezüglich der Kokosnußbutter kann der Zuschlag erst nach staltgefundener Prüfung der vorzulegenden Proben durch den Ansialtsarzt erfolgen, im übrigen bleibt der Zuschlag 3 Tage vorbehalten. Gießen, am 4. März 1905. Der Großh. Ober-Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen. __________________Theobald.______________ D6/8 Holz-Verkauf. Unter den für den Submissions-Holzverkauf geltenden Bedingungen sollen aus den Distrikten Oberseilbach und Scheid des Rein-Domanialwaldes, den Distrikten Aspenstrauch, Hainbuch, Todtenberg, Himberg, Heege, Holzgeschirr rc. des Mit- gebrauchswaldes aus der Hand verkauft werden: Stämme: Eiche: 8 Stück = 6,58 Fstm. (3. Klaffe von 40—49 Ctm. Mittendurchm.), 26 Stück = 14,31 Ctm. (4. Klaffe von 30—39 Ctm. Mittendurchm.), 205 Stück = 42,99 Fstm. (5. Klaffe unter 30 Ctm. Mittendurchm.); Kieser r 1 Stück — 0,86 Fstm. (1. Klasse über 50 Ctm. Mittendurchm.), 10 Stück — 3,63 Fstm. (3. Klasse von 30—39 Ctkn. Mittendurchm.), 38 Stück = 14,52 Fstm. (4. Klasse von 20—29 Ctm. Mittendurchm.), 28 Stück ----- 6,63 Fstm. (5. Klaffe unter 20 Ctm. Mittendurchm.); Lärche: 4 Stück = 0,82 Fstm. (5. Klasse unter 20 Ctm. Mltten- durchm.); Fichte: 86 Stück — 18,72 Fstm. (5. Klaffe unter 20 Ctm. Mittendurchm.), 16 Stück —10,62 Fstm. (5. Klaffe von 20—29 Ctm. Mittendurchm.) Derbstangen: 502 Fichten — 20,07 Fstm. Das Holz lagert in halbstündiger Entfernung von den Stationen Treis a. Lda. und Mainzlar. Kausliebhaber wollen ihre Gebote mit der Aufschrift „Holzverkaus" bis zum 15. März l. I. bei unterzeichneter Stelle einreichen, woselbst die eingelaufenen Gebote am 16. März, vorm. 10 Uhr, in Gegenwart der etwa erschienenen Käufer eröffnet werden. Die Großh. Forstwarte Mandel und Höres zu Treis a./Lda. zeigen auf Wunsch das Holz vor. B6/3 Treis a./Lda., den 4. März 1905. Großh. Oberförsterei Treis. S cb n e i d e r. Sttgthiü oon Smritifei Die zur Erbauung eines zweistöckigen Pfarrhauses und Einrichtung eines KonstrmandensaaleS in Ulfa erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden und zwar: 1. Erd- und Maurerarbeit veranschlagt zu 2797.62 Mk. 2. Steinmetzarbeiten: a) Lungsteine 272.— /? b) Sandsteine 223.30 n 3. Zilnlnerarbeiten 2772.43 ii 4. Dackdcckerarbeiten 858.60 5. Spenglerarbellen 308.70 V 6. Glaserarbeiten 1162.62 n 7. Schceinerarbeiten 2999.51 n 8. Schlosserarbeiten U 496.50 9. Weißbinderarbeiten 2072.45 10. Pflaslerarbeiten H V 48.— ii 11. Eisenlieferung W V 425.46 u 12. Roülädenlieferung n V 170.— n 13. Lieferung von roten Verblendsteinen 2. Wahl frei. Bahnhof Ober-Schmitten V # 420.40 V 14. Desgl. 10 cm hohe Tuffsteine V n 136.80 u 15. Desgl. Schlackensand V V 296__ II 16. Schwarzkalk frei Baustelle n n 210.— II 17. Wcißkalk „ „ u ii 200.— II 18. Portland-Zement frei Baustelle V n 135.— II 19. Zementplatten y e u u 42.— n 20. Zementstufen „ „ H n 179.40 1 Voranschläge, Zeichnungen und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten bei unterzeichneter Stelle offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis Montag, den 20. März, nachmittags V23 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, um welche Zeit auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 8 Tage. Ulfa, den 4. März 1905. D6/3 Der eoangel. Kirchenvorstand. Abbruchs-Arbeiten. Das durch einen Neubau in Wegfall kommende alte Pfarrhaus m Ulfa soll öffentlich zum Abbruch vergeben werden. Dasselbe ist 26 m lang, 8 m breit, zweistöckig, besteht aus Eicheuholz-Fachwerk und hat Plattziegelbedachung. Die Bedingungen liegen zur Einsicht bei unterzeichneter Stelle offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, pnd bis Montag, den 20. März, nachm. ‘/23 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, um welche Zeit auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 8 Tage. Ulfa, den 4. März 1905. D6/ Der evangel. Kirchenvorstand. National Registrier-Kassen. (Pultkaffen von 40 Mk. — Selbstaddierer von 175 Mk. an) in reicher Auswahl für alle Branchen ausgestellt vom • I. bis SO«, ßäärz er. in Gießen, Seltersweg 30. Besichtigung auch Sonntags ohne Kaufzwang erbeten. 01146 Vertreter E. Wagner. Bu- Werk- h) MoWrkns. Mittwoch den 8. März d. F., vormittags von 10 Uhr ab, sollen in dem hiesigen Gemeindewald auf Ort und Stelle öffentlich verkauft werden: 120 Stück Eichenstämme mit 60,73 fm, 20 „ Kiefern- und Fichtenstämme mit 13,83 fm. Der Anfang beginnt in dem Distrikt Lichteneiche. Fron Hausen, am 1. März 1905. D Vs _________Der Waldvorstand: H. Gerhardt. zu 86eri für Suaden uno Mädchen. Lehrplan der höheren Bürgerschute. Unterricht in Satew und Grrechlsch fakultativ. Für Zurückgebtlebene private Nachhufe. Gute Pensionen am Ort. Schutgetd 40—60 Mk. jährlich. Das neue Schuljahr beginnt Montag den 3. April. Anmeldungen an den Unterzeichneten. D8/, Das Kuratorium: Ger in er, Hofprediger. Man verlange Aerztlidi empfohlen. Unsere Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt äi = I Niederlagen in Giessen: D6/f Carl Seibel, Frankfurterstr. L Steinhäuser, Neuenbäiie Gebr. Adami, Mäusburg H. Belloff II, Alicestrasse Jac. Friesleben, Bahnhofstr. ferner bei: Erste Taunus-ßognac-Brsnnerei Wir Scheller Söhne ysmdurg v. ü. fi. « « Segrünüet i$43. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3.—, 4.—, 5.—. 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. W. Brück, Wissmar I Äug. Seibert, Wieseck Hch. Schmidt, Heuchelheim | A. C. Müller, Langgöns. Vertreter: Christian Ludw. Thomas, Giessen, Bahnhofstr. \ lUi iUUil ’vivjjv.'.i Jüka UUuUi£ilüil yUÜUIiÜl£Li und Sie erhalten schöne Prämien von der Fabrik L. Lettermann, Elberfeld, Königstrasse 185/185 a. Man verlange Prospekte von den Kolonial Warengeschäften oder von der Fabrik. Engros-Niederlage: Gebr. Harnstein, Giessen. : ■ ■■ ■■■■ - Sammeln Sie die Ausschnitte der Umhüllungen von ^Wasch-Extrakt ' mit Bär MARKE -Seifenfabrik 6 Verehrte Hausfrauen seid vorsichtig beim Einkauf. Das Beste für die Wäsche ist fn besseren Geschäften % Pfd. 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[108a Gemmecter, Pfandmelster. Versteigerung. Dienstag, den 7. d. MtS., nachnüuags 2 Uhr versteigere ich zwangswelfe gegen Barzahlung Neustadt 55 dahier 5 Mille Zigarren verschied. Qualität. Versteigerung bestimmt. 1303 Bor tt, Gettchtsoottzieher. Statt jeder besonderen Anzeige. 1116 Stuttgart Giessen 6. März 1905. Ixmdorf, 6. März 1905 01838 Großartige Neberrnschrnrgen. Kackeb-Polmrntse. 3000 3000 3000 5000 18000 I Schlveiuesteisch 45 Pfg. |Bg/, Urania feinsteQualitäts- marke. Preise enorm billig. Ebenso alleFahrrad- zubehör- und Zubehörteile. Katalog gratis. Vertr. gesucht [hv4/, Urania-Fahrradfabrik, Cottbus. MW'»«»» Meta Salomon Arthur Dreyfuss Verlobte. Margarethe Lieh August Göbel Verlobte Dienstag den 7. März (Tastnachts-Dienstag) abends 8 Uhr, Caf6 Leib« Fastnachts-Dienstag. GlchsMaskkchßwitMll Ostends, ytcuimen Des r* Vrunoerger'tr. 47. 6 ä 500 = M. 30 ä 100 — M. 60 L .50 = M. 350 Gew. zus. M. 5600 Gew. zus. M. 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