He. 285 Fünftes Blatt. scheint Ägliä) mit Ausnahme des Sonntags. Y ' Eie ..««efjener ZamllienblStter- werden dem S 8 .ÜnActaei viermal roöchcnthdi beigelegt. Der IfJ U .hetftlch« Landwirt" cildjetni monatlich ernmaL ” General-Anzeiger, f>euHcbcs Berlin, 3. De,. Der Kaiser, der z. Zt. in Schlesien i.)t, hat der Schwester Eva v. Tiele-Winkler eine reichhaltige E),r mlung von Büchern für die Kinder der unter ihrer ! gritvnq stehenden Anstalt FriedenShort in Miechowitz sowie ^tlch-ostafrikonischen Kaffee geschenkt. Dem Grafen von Itli »Winkler schenkte der Kaiser zwei Vasen Kadiner Ur- '.-.iinqefl. — Unter Berufung auf die „Manchester Daily DiSpatch* mt»en, so lesen wir in der offiziösen ,Südd. Korr.", aus London im AuSlande Angaben über eine bedenkliche Gr- trank ung Kaiser Wilhelms verbreitet, die nur durch (inf !von einem englischen Spezialarzt vorzunehmende Operation hhoLen werden könne, nachdem die deutschen Kavazitaten rkkio gt hätten. Wenn die Operation mißglücke, sei Schlimmes |u befürchten. (Man wird auch im LluSlande gut tun, nicht 4n lie M ä r vom kranken Kaiser Wilhelm zu glauben.) — Dem preußischen Landtage wird eine Vorlage mgm Erhöhung der Lehrergehälter zugehen. Zur Llichfühning deS VolkSschnllastengefetzes sollen 10 Millionen tu9 «Staatsmitteln in Anschlag gebracht sein. — Dem Reichstage ist heute eine im ReichSmarineamte frarbcitele Sammlung statistischen Materials zugegangen über ^Entwicklung der deutschen Seeinteressen in dem Wen Jahrzehnt. Die Einleitung sagt: 1879 mar. die lieber» jeuging allgemein, daß dec Aufwand für eine starke Flotte nur trine Risikoprämie sei. Die Aufgabe, die zunehmende Be. oiltarung zu ernähren und zu beschäftigen, sei nur erfüllbar, wmiu diejenigen Zweige volkswirtschaftlicher Betätigung gefrört werden, welche dem Kapital und der Arbeit aller die Wesenheit zum Erwerb geben. Rur so können die Materialien touetrnb bezahlt werden, die als steigender Einfuhrüberschuß allm Schichten der Bevölkerung zugute kommen. Der Umfing deS Schutzaufwandes muß mit dem Werte der zu frlst«nben Objekte und mit dem Aufwande anderer Mächte frißt ru Deutschlands Ausgaben hierfür sind gewachsen, doch nicht der Vermehrung der zu schützenden Jntereffen voran- pttUU, auch nicht dermaßen, daß andere Staatsaufgaben zu lug gekommen sind. Hagen L W., 2. Dez. Der Abg. Eugen Richter hat ^Rücktritt von seinem Landtag«inandat (vergleiche fylitt Wochenschau) dem Kreiswahlkomitee der Freisinnigen BollMpartei deS Wahlkreise« Lagen-Schwelm und den Wahl- mlnTiem in folgendem Schreiben zur Kenntnis gebracht: Gebt geehrte Herren I An zuständiger Stelle habe ich heute p,ste, eigt, daß ich mein Mandat zum Abgeordnetenhause llir den Sablfrei« Hagen-Schwelm niederlege. Daß mir der Entschluß da- Gt frau« schwer gelallen ist, brauche ich meinen Freunden nicht ,ffff jiu sagen; habe ich doch den Wahlkreis schon seit 1870 im 'Ästeordnelenhause vertreten und bin seitdem sieben mal im Wahl- flrtiS iviedergewählt worden. Aber ich konnte mich länger der fltber leugung nicht verschließen, daß mir die Beibehaltung eine« •top o e 1 m q n b n 1 6 für Reichstag und Landtag nicht -nie s s ch ist. Da4 Augenleiden ist nicht gebannt, und zx-ttweilig verschwundene RheumatiSmlt« hat sich wieder imachiellt. Deshalb muß ich mich auf den Reichstag beschränken, -in ivkklchem gerade in der nächsten Zeit überaus wichtige Fragen pirS nlscheidung kommen. Unter Verzicht auf da§ Landtagsmandat Joie ich eS zu ermöglichen, demnächst an besonders wichtigen Ab- •hinnungen im Reichstag teilnehmen zu können. Derart Htlbe ich mit dem Wahlkreis und der Wählerschaft auch fernerhin uv« rdindung, wenngleich ich aufhore, Mitglied deS Abgeordnelen- kcule» zu sein. Für den Landtag kann es ja auch nicht schwer Mein, einen Ersatz zu finden, sei es im Kreise selbst, sei es arißer- Wb desselben. — Mit dem herzlichen Dank für daS mir auch bei '-LanbtagSwahlen viele Jahre hindurch beioiefcne Vertrauen mrdiiide ich den aufrichtigen Wunsch, daß die Nachwahl des Kreises mltntr LandlagSsraklion wieder ein vollkräsligeS Mitglied zu- ■hien wird. Dr eSden, S. Dez. Heute wurden hier sieben Protest- ntrfiammlungen gegen daß bestehende Landtags - nistlplrecht abgehalten. Rach Schluß der Versammlungen falben sich die Teilnehmer in geschloffenen Zügen nach der knccen Stadt, wurden von der Polizei in kleinere 9lb- ihilungen aufgelöst. Als die Demonstranten Brücken zu über» ffyeiilen suchten, wurden sie von der Polizei mit blanker Kaffe daran gehindert. Dabei wurden einige Per- j|;n r n verletzt. Vor dem königlichen Schloß veranstalteten gna 1000 Personen eine Kundgebung, wurden aber eben- 115 von den Polizeimannschaften mit der blanken Waffe gjnirfgeroorfen. Auch hierbei wurde eine Anzahl Personen wrlctjt und mehrere verhaftet. Versuche zu fiunbgebungen eot der Wohnung deS Staatsministers v. Mehsch wurden D:n der Polizei gleichfalls unterdrückt. Die Gesamtzahl der D,n onstranten dürste 16 000 überschritten haben. Die Ail itärwachen standen unter Gewehr. — Eine Versammlung sächs. Tabaksabrikanten, $nlbler und Arbeiter protestierte gegen die weitere 06ie ue r beiq ftu ng be§ Tabaks, da die Industrie schwer sch ädigt und zahllose Arbeiterentlaffungen unvermeidlich seien. Chemnitz, 3. Dez. In fünf verschiedenen Lokalen *H*n heute Verstnnmlungen statt, in welchen gleichlautende Wutionen zu gunflcn des allgemeinen gleichen tiiskten und geheimen Landtagswahlrechts an» jtncunmen wurden. Rach Schluß der Versammlungen zogen Basiere tausend Teilnehmer unter Veranstaltung von Kund- ;ibumgen gegen daS bestehende sächsische Landtagswahlrechi ^icS, die Straßen. Am Rathausplatz trat ben Manifestant-'n m starkes Polizeiaufgebot entgegen und zerstreute die Wenge. & wurden sechs Verhaftungen vorgenommen. Rudolstadt, 2. Dez. In der heutigen Sitzung des l&nätageS wurde die Forderung der Regierung, die K a m e r a l- :«ntle des Fürsten um 32 000 Mark zu erhöhen, ab- ,;k!«hnt. Staatsininister Freiherr von der Recke erklärte :biramf den Landtag für aufgelöst. Karlsruhe, 2. Dez. Ter Großherzog hat u. a. den «fthsiren ReichStagSabg. Wirkl. Geheimrat Albert Bür kl in in) den Profcffoc an ser Akademie der bilbenben Künste, 155. Jahrgang Amis- und Anzeigcblatt für Dr. HanS Thoma, zu Mitgliedern der Ersten Kammer ernannt. Zum Präsidenten der Ersten Kammer wurde Prinz Karl, zum ersten Vizepräsidenten Graf Franz von Bodmann, zum zweiten Vizepräsidenten Dr. Bürklm ernannt. Straßburg, 2. Dez. Wie amtlich mitgeteilf wird, ist zur Restaurierung der HohkönigSburg ein Bar» betrag von 850 000 Mark über den ursprünglichen Kostenbetrag von 1 400 000 Mark erforderlich. ES sind Verhandlungen eingeleitet, um Elsaß»Lothringen und das Reich (? WaS hat das Reich mit dieser Kaiserburg zu tun? D. Red.) zur Deckung dieser Mehrforderung heranzuziehen. Teutsch-OsiasritanischcS. Tie Militärstationen Tabora, Kilimatinde und Muanza melden, daß die Ruhe in ihren Bezirken nunmehr gesichert erscheint. Tie Wahehc aus dem Kilossabezirk haben an der Südgrenze des Bezirks Mpapua die Eingeborenen beruhigt. Ter Stationschef von Mpapua hat Leutnant Lademann mit 15 Askari in ftib’ö postiert. Ter „Köln. Vztg." wird aus Tabora gemeldet, Anhänger der Araber verbreiteten dos Gerücht, daß an der Küste, sowie im Süden die Häu,er aller Europäer verbrannt, diese selbst niedergernetzelt wurden, dasselbe gcsck^he auch im Innern. Tie Nachrichten rufen große Beunruhigung hervor Kcer und A otie. Loudon, 3. Tez. Heute ist ein Blaubuch erschienen, das wichtige Mitteilungen über die P o l i t i k d e r Omi- mi rali tat enthält. Tarin wird aus geführt: Tie Verteilung der Kriegsschiffe in Friedenszeiten hängt in hohem Maße von den kaleidoskopartigen Veränderungen in den internationalen Beziehungen ab Ter Bestand der Kanalslotte ist feit März dieses Jahres auf 17 Schlachtschiffe erhöht worden und jedes der Kreuzer» geschwader auf sechs Schiffe vom neuesten Tvp. In den für Juni 1906 angeseyten Manövern wird jedes für den Kampf bestimmtes Schiff in See gehen und es wird eine ausgedehnte Erprobung des neuen Planes „zum Schutze des Handels" slattfinden. Tie ständigen Än- forberungen werden binnen kurzem den Dau von vier großen armierten Schiffen jährlich notwendig machen, es wird aber keine «Schwierigkeit bestehen für alle weiteren Vermehrungen, die notwendig sind zum Äusgle'.ch gegenüber den fremdlandiiclien Flotteuvermehrungen. Tas Blaubuch nimmt sodann Bezug ans die Besuche^ englischer Schiffe in ausländischen und kolonialen E^ewässern und bemerkt dazu: Eine so imposante Entfaltung der Flagge und der M a cy t der britischen Marine in fast allen Teilen der Erde ist noch niemals eingetreten, wie in diesem Jahre. Nichtsdestoweniger wird der Marineetat im kommenden Jahre um IV? M i l l i o - neu Pfund Sterling herabgseht werden. ZLusstlche FeuigLeiten. Ta alle telegraphischen Verbindungen mit und in Rußland unterbrochen sind, Hegen heute nur sehr wenige Nachrichten über die dortigen Ereignisse vor. Nach brieflich eingetroffenen Meldungen aus Warschau drohen )ie streikenden Telegraphenbeamten alle Linien zu zerstören, falls die Behörden Repressalien gegen sie ausüben würden. Tie Telegraphenbeamten der Eisenbahnen weigern sich, Regierungs-, sowie Privattelegramme zu befördern, erklärten sich dagegen bereit, zunächst noch die auf den Zugverkehr bezüglichen Telegramme abzufertigen. Falls die Telegraphenbeamten der Eisenbahnen den Dienst einstellen, was stündlich erwartet w rd muß der Zugverkehr eingestellt werden. Tie gesamte sortschrittliche Presse fordert den Rücktritt des Ministers des Innern Turnowo, der für die Zuspitzung der Lage verantwortlich gemacht wird. All gemein heißt es, daß für die nächsten Tage ernste Ereignisse bevorstehen. Tie Sozialdemokraten und Revolutionäre wollen die Gelegenheit benutzen, um den Generalstreik in allen Gebieten zu proklamieren. Tie Regierung ist entschlossen, alle Revolten rücksichtslos zu unterdrücken. In Petersburg wurden 25 Mann vom Preobashenski- schen Leibgarderegime nt verhaftet, von denen 15 in der Peter Paulsfestung interniert wurden. Seit einigen Tagen werden in Petersburg keinerlei Zeitungen und Brrefe ausgetragen. Tie Meldung aus Zarskoje Selo, daß auch dort Massenverhaftung en von Soldaten stattgefunden hätten, wird mit folgendem unsinnigen Zusatz veröffentlicht: Ein Großfürst soll sich zum Tiktator haben erklären und den Zaren verhaften lassen wollen. Tabei habe er sich auf die Unterstützung der Sozialisten mit dem Versprechen vollständiger Reformen verlassen. Seine Agenten seien jedoch bei ihrer Agitation unter der Garde zu unvorsichtig gewesen. Ein Adjutant des Zaren habe den Plan entdeckt, worauf sofort Massenverhaftungen vorgenommen wurden. Irgend eine Bestätigung dieser Nachricht liegt natürlich nicht vor. Wie verlautet, sind in Moskau große Feuersbrünste ausgebrochen, von streikenden Arbeitern angelegt. In der Fabrikstadt Zawierze in Polen, Baumwollspinnerei A.-G. brach aufs neue ein Streik aus, weil die Forderung der 'Arbeiter, daß ihnen die Löhne für die Streikzeit voll bezahlt werden sollten, nicht erfüllt wurden. Kosaken intervenierten und icuerten auf die Arbeiter. Tiefe antworteten mit Revolverschüssen. Mehrere Arbeiter wurden getötet und verletzt. Tie Zahl der Toten läßt sich noch nicht feststellen, weil die Leichen weggeschafft und heimlich beerdigt wurden. — Tie Sozial-Revolutionäre entölten auf dem Lande eine rege Tätigkeit. Sie fordern die Bauern auf, sich gegen die autokratische Regierung zu erheben und die Vottsherrschaft in Polen aufrurichten, warnen aber eindringlich vor den Provokaftonen der Polizei. Skns-nnd. • D i e nenefte Eisenbahnunfälle. Am 2. Dez. um 10 Uhr 30 Min. abends überfuhr ein G üterzu g baS Haltesignal am EmfahrtSsignalmaft am Bahnhof Werb o hl (Westfalen) und stieß mfolgedeffen mit einem and- Montag 4. Dezember 1905 JT.'trtHonehnirf und Vertag der Brübl'tcb« V UnwerfuälSdruckerei. ÖL Lange, Gieße». US «C ff Redaktion, Expedition u. Druckerei? Echulftr.U, Tel. 91t. 5L Lei egt.-Adr.: Air-erger «Liebe». den Kreis Eichen. fahrenden Güterzug zusammen. Em Bremser wurde getötet ein Zugführer leicht verletzt. Der Materialschaben ist erhebt'd), ber Personenverkehr wirb burch Umsteigen ausrecht- erbnltcn. sDaher wohl bie erheblichen Verspätungen ber Züge auf ben Bahnhöfen unseres Bezirks. D. R.) Lonbon, 2. Dez. Der »Daily Telegraph^ meldet auS Tokio, daß in ber koreanischen Hauptstadt Söul Un» ruhen ftntlgefunbcn haben. Der frühere koreanische Minister Binve ikam , ber Führer ber ruffophilen Partei in Korea, verübte Selbsi morb. Gleich banach v ergiftete sich seine Frau und starb unter großen Schmerzen. Dieser Vorfall erregte das Vol. und eine große Menschenmenge griff die Japaner in Söul an. Die japanische Gendarmerie in Söul griff ein und jagte die Koreaner auseinander, aber erst nach heftigen Straßenkämpfen, bereu politische Bedeutung auch m Tokio nicht verkannt wirb. Rom, 2. Tez. Rach bem »Echo be Paris" herrscht in Wien eme Verstimmung über den Ankauf 50 alter Kanonen burch Montenegro in Italien Montenegro bereitet, wie e3 heißt, gegen bie Rüstungen Oesterreichs an ber Grenze von Herzegowina bei Rovibgzac eine Verteidigung vor. Montenegro hat eine Unterofsisterschule, ein Geniekorps und einen Artilleriepark eingeführt und hält beständig zwei Bataillone Rekruten zur Ausbildung nach europäischem Viuster unter Waffen. Montenegro kann nach gänzlicher ■ Modernisierung bcs Kriegswesens 60,000 Mann ins Feld stellen. Wien, 2. Dez. DaS Herrenhaus beginnt die Debatte über bie gestrigen Erklärungen beS Muüsterpräsibenten. Graf Thun glaubt nicht, baß bie Regierung bem Anstürme Vir Einführung beS allgemeinen Wahlrechts in ben Lanbtagen Widerstand werde entgegensetzen. Fürst Auersperg macht bie Regierung für den Bankerott des bestehenden Parlaments verantworlich. Lamm asch erklärt sich mit ber von ber Regierung geplanten Wahlreform einverstanden aber nur unter gewissen Einschränkungen und Voraussetzungen. Eine unbedingte Voraussetzung sei, baß die Regierung vollständige Fertigkeit und Entschiedenheit beweise gegenüber allen Versuchen, durch Gewalt, Droluingen ober Einschüchterungen auf den weiteren Gang ber Dinge ein viroirfen. MattuS spricht sich für AuSbehnung de« aktiven Wahlrechts auf breitester Grundlage auS. Edler v. V lener bezweifelt, ob eS der Leistungsfähigkeit deS Parlaments gelingen werde, die große Aufgabe der Wahlreform zu lösen. Gras Pin in Ski erklärt RamenS der Polen, baß sie keineSivegS Gegner ber Ausdehnung de« Wahlrechts sind. Graf Schönborn spricht bie Hoffnung auS, baß, wenn die Wahlreform eine greifbare Form angenommen habe, bie vom Herrenhaufe unb allen anderen 93er- tretnngSkörper in entsprechender ernster Form behandelt werden. Ministerpräsident Frhr. von Gautsch verwahrt sich gegen ben Vorwurf ber Schwäche. Die Regierung mußte sich bie Frage vorlegen, ob eS wahr sei, sich den Ruhm der Konsequenz um feben Preis erwerben, ober ob sie anch bann anhänglich bleiben falle, wenn man burch ein starres Festbalten an ihrem Stanbtpunkt ben Staat und eine ruhige Entwicklung offenkundiger Gefahr ausgesetzt sind. Die Re- gierung werbe auf bem Wege, ben sie betreten auch weiter schreiten, trotzaller Schwierigkeiten und Hemmnisse. Für bie Ueberwinbung bieser Schwierigkeiten gebe es gegenwärtig nur zwei Wege, entweder nichts zu tun unb bafür bie Verantwortung zu übernehmen, ober sich der Ausgestaltung des Wahlrechts in ber Richtung beS allgemeinen Wahlrechts anzuschließen. Angesichts ber Erfolglosigkeit aller Heilungsoersuche bes parlamentarischen LebenS sei nichts anberes möglich, als den Weg zu gehen, ben bie Regierung vorgezeichnet habe. Diesen Weg werbe sie bis zu Enbe gehen, unb baS Enbe könne nur sein: ber Erfolg ober Stnrz (Bewegung)! Ich werbe bas eine wie daS anbere mit Ruhe unb Kaltblütigkeit zu ertragen wissen, wie es einem Patrioten unb einem Manne geziemt, ber nichts anberes will, als bie Größe seines Vaterlandes unb ben Frieben feiner Völker. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Budapest, 2. Tez. Wie verlautet, soll demnächst der Beschluß, zu einem Kompromiß ml kommen, gefaßt werden, auf ber Grundlage, daß die Forderung der ungarischen Kommandosprache zurückgezogen, dagegen die des allgemeinen Stimmrechts von einem aus gemäßigten Mitgliedern der Koalition bestehenden Ministerium vor das Parlament gebracht werde. Konstantinopel, 3. Tez. Die hiesigen Blätter melden offenbar auf Grund von Nachrichten, die von der Pforte ausgehen, es seien 15 Bulgaren, die dem Revolutionskomitee angehören, verhaftet worden. Man habe bei ihnen Listen gefunden über alle schon begangenen und noch zu begehenoen polirrschen Mordtaten. Auf diesen Listen seien mehrere Christen, darunter eine Anzahl vornehmer Fremder als zum Tode verurteilt bezeichnet. — Tie gestrige Besprechung der Botschafter hat abermals die volle Einigkeit der Mächte erwiesen. Das Programm der Flottenrundgebung wird ttxeiter, dur"chgesührt Versammlung des hessischen Bolksvereins. (Original-Arükel des Gießener Anzeigers.) (ft>.) Mainz, 3. Dezember. Der Verband ber hessischen VerkchrSvercine hielt heute Nach« mittag hier seine Hauptversammlung ab. Den Vorsitz führte Stadtv. Stemmer aus Darmftodt. Ter Ersitzende gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Bemühungen des Ver- bmdcs wegen Sdxiff-.mg besserer Zugverbindungen zwischen Mainz. Darmstadt imb Asch'ff'nbiirg, sowie mit der Bergstraße faß ohne jeden Erfolg geblieben seren. Auch d'.s Aufhängen der! Pl.-kate in den B hnhöfen nsw. stoße aus Schwierigkeiten. Man müsse bemüht sein, den V.rkehrsvereinen eine Vertretung in den Bezirkseiienbiihnbeiräten *u sichern. Nach einem Bericht deS Stadlv. S ch m a h l aus Main^ wurde beschlossen, von bet E» Hebung eines festen Vereinsbeitrages abzusehen und entstehende Unkosten jedesmal durch Umlage zu decken. Der gleiche Redner referierte auch Wer die VerkehrSpolitikder preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft. Sie habe dos Bestreben, den mitteldeutschen Verkehr von den hessischen Städten abzuztehen und nach Frankfurt zu leiten. In der Debatte wurden eine Reihe Klagen über vorhandene Mißstände vorgebracht, wobei andererseits auch nicht verkannt >ourd?, daß die Eisenbahtt- gemeinschaft und der Wechsel in der Leitung der Mainzer Direktion Hessen manchen Vorteil gebracht habe. Bezüglich der Däderbahn Wiesbaden-Honrbnrg-Bad-Nauheim gab Stadtv. Lckmiahl dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Sache noch nicht weiter gediehen sei. Anscheinend würden von Frankfurt ans Schwierigkeiten gemacht. Auch über den direkten Wagenverkehr in Hessen wurden Klagen vorgebracht. Konnnerzierrrat Trum Pier aus Worms emvfahl eine diesbezügliche Eingabe in Gemeinschaft mit den hessischen Handelskammern an die Eisenbahndirektion. Direktor Will aus Mainz sprach über die Sormtagsbillette in Hessen. In der Debatte wurde betont, das; eine Besserung nicb-t eher zu erwarten sei, bis man die Bersouentarifreform durchgeführt habe. Des weiteren wurden die schlechten Zugverbindungen nach d?r Bergstraße, nach Worms und in dem Odenwald besprochen. Das diesbezügliche Material wurde dem Vorstand zur Erledigung überwiesen. Auch über die schlechten Anschlüsse an die Dampfschiffe der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft in Mainz wurde lebhaft Klage geführt. S ch m a hl-Mainz gab einen Ueberblick über die Tätigkeit des rheinischen Verkehrsvereins und Stemmer aus Darmstadt bemerkte bedauernd, daß es schwer sei, die geplante Verkehrs statistik auf die richtige Vollkommenheit zu br-'ngen, da viele Hotelbesitzer wegen der Steuer die Freguenz ihrer Häuser nicht richtig angäben. Des weiteren wurde noch die Anbringung der Zimmerpreise in beit Hotels besprochen und der Vorschlag gemacht, für die Mitglieder des Vereins Abzeichen zu beschaffen und an ihren Türen Emailschilder anzubringen. Bei der Hessischen Künst- Ausstellung in Darmstadt 1907 sollen die Verkehrsvereine die Plakatverteilung übernehmen. Schließlich rvurde noch als nächster Vorort Mainz gewählt. Gegen die Brarrsterrcrerhöhung. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) (th.) Gießen, 4. Nov. ZN der am Samstag hier abgehalrenen Versammlung waren oott 30 Brauereien des Lahn- und Dillgebietes und der Provinz Oberhessen Vertreter erschienen, um zu der geplanten Brausteuer- erhöhung Stellung zu nehmen. Aspr ion-Gießen, tortdyer Namens der Brauereien von Gießen und Umgegend die Versammlung berufen hatte, wies darauf hin, daß bei der in Aussicht stehenden Steuerreform eine so außerordentliche Höherbelastung des Bvauereigewerbes cintreten würde, daß die Eristenz der kleinen und mittleren Brauereien dadurch nicht nur bedroht, sondern fraglos unmöglich werden würde. Will dock) die neue Steuervorlage eine Erhöhung des Steuersatzes um das Dreifache des bisherigen Betrages erreichen. Die in der Versammlung vertretenen Brauereien, von denen keine einzige zu bett kapitalkräftigen Gvoßbrauereien zu zählen sei, sollten sich einmal eine Berechnung machen und sie würden sinden, daß bei den projektierten neuen Steuersätzen, der jetzt schon kleine Nutzen absorbiert werde. Es würde also von einem Gewinn leine Rede wehr sein können, denn es würde nicht möglich fein, die neue Last auf andere Schultern abzuwälzen. Die Folge davon würde der Ruin vieler Brauereien fein, immer schneller und unaufhaltsam müsse dann die Entwicklung dahin führen, das; die großen Aktienbrauereien die kleineren Konkurrenten, diel heute schon plioer um ihre Existenz zu ringen haben, vernichte^ werden. Eine Staffelung sei ja vorgesehen, aber der geringste Steuersatz bedeute schon fast eine Verdoppelung des jetzigen Satzes. Gnne kleine Brauerei, welche 2000 Zentner Malz verarbeite und heute jährlich 4000 Mark Steuern zahlt, würde nach dem Staffeltarif 8750 Mark Steuern aufbringen müssen. Bei einer mittleren Brauerei, welche 8000 Zentner Malz verbraucht, stellt sich die heutige Steuer auf 16 000 Mark, in Zukunft aber wird dies- Steuer 42 750 Mk. ausmachen, also ein Mehr von 26 750 Mk. Dieser Ungerechtigkeit gegenüber ist die Frage am Platze, ob man ruhig zusehen solle, wie das Brauereigewerbe durch die geplante Neubelastung vernichtet würde. Niemand in der Ver sammlung werde dieser Meinung fern, fein Mittel dürfe unversucht gelassen werden, um den drohenden Schlag abzuwehren. Es stehe zu erwarten, daß durch ein energisches einmütiges Vorgehen aller Interessenten daS Schlimmste abgewendet iverden fön ne. Al - menröder»- Wetzlar bringt zum Ausdruck, daß wohl alle hier vertretenen Brauereien die Ansicht haben dürsten, daß, ioenn die Vorlage Gesetz werde, der Ruin der mittleren und kleineren Unternehmungen besiegelt sei. Es sei doch für jeden Menschen sicher, daß bei einer Steuerhöhung auf Bier, dessen Konsum verringert werde, wodurch die Bevölkerung mehr auf den Genuß deS Schnapses angewiesen wird. Es sei unbegreiflich, daß man das Bier, das doch ein Genußmitlel des Volkes bilde, mit hohen Steuern belegen will, während man die Flasche Champagner nur mit 50 Pf. belastet habe. Dafür könne man ruhig 5 Mark nehmen, denn die Champagner-Konsumenten könnten diesen Betrag leicht tragen. Es sei nötig, mit Massenpetitionen an den Reichstag heranzutreten und sich mit dm Volksvertretern persönlich ins Benehmen zu setzen. Eine so hohe und uitgerechtc Auflage, tvie bte Regierung sie wolle, die große Erwerbskreise treffe und schädige, z.. B. die Gastwirte, könne sehr leicht dazu führen, daß die Reichstagsabgeordneten, welche dafür cintreten, bei der nächsten Wahl nicht wiedergewählt werden. Es' sei nötig, sich an die Bevölkerung zu wenden, denn diese würde es sich nicht gefallen lassen, daß man den Trunll in dieser Weise verteuere. Schramm- Herborn bemerkt, daß er sich ' bereits mit dem Abgeordneten seines heimatlichen Wahlkreises in der Angelegenheit ins Benehmen gesetzt habe. Es sei unbedingt notwendig, daß man die Volksvertreter, über die Tragweite der Brausteuererhöhung auf- klare. Asprion -- Gießen teilt mit, daß in der nächsten Woche in Köln die rheinischen Brauer in dw gleichen Weise sich beraten und daß aus dem Bezirk Gießen vier Kollegen nach Köln gehen, um zu hören, was dort beraten und beschlossen wird. Im Anschluß an die Versammlungen der Brauer, die jedenfalls in allen Bezirken Deutschlands stattfinden, sei bereits nach Berlin eine große allgemeine deutsch^ Brauerversammlung einberufen, welche ebenfalls von den Brauereien von Gießen und Umgebung beschickt wird. Bei b.r großen Wichtigkeit der Steuervorläae sei zu empfehlen, daß recht viele Brauereien aus allen Gauen des Vaterlandes ihre Vertreter nach Berlin senden. Kurz- Weilburg totift darauf hin, daß das Braugewerbe durch die Zollerhöhungen und die neuen Handelsverträae bereite schwere neue Lasten zu übernehmen haben und W? infolge davon die Brausteuererhöhung im jetzigen Augenblick ein doppeltes Unrecht bedeute. Auf Anregung von Asprion Meßen erklärt Almen - röder-Wetzlar, daß mfan es wohl für selbstverständlich hält, bte Gastwirte-Verbände für die Sleuerfrage zu interessieren, um mit diesen gemeinsam den Kämpf zu führen, doch solle man erst ba5 Resultat der Berliner Versammlung abwartcn. Die Versammlung behandelte dann noch das in der Vorlage enthaltene Verbot der Surrogate bei der Herstellung des BiereS. Sämtliche Redner waren der Ansicht, daß der Zeitpunkt für ein solches Verbot augenblicklich der denkbar ungünstigste sei, jedoch müsse das Verbot auch für die Norddcutsckie Brau- gemeinschaft erlassen werden. Bier dürfe eben nur aus Hopsen und Malz hcrgestellt werden, was ja bei uns der Fall sei. Es sei aber nicht abzulcugnen, daß es Gegenden gebe, wo noch geschmiert wirb. Zwar werde in Norddeutscbland vielfach noch daö billige Hausbier oebraut, ums ohne Surrogat nicht her- zustcllen sei, aber dieses Getränk solle unter anderem Namen verkauft werden. Die Versammlung beschloß, am Donnerstag, 7. Dez., eine we itere Versammlung in Gießen abzuhallen und nahm einstimmig folgenbc Resolution an: „Die heute im Viktoria-Hotel zu Gießen versammelten Vertreter der Brauereien aus der Provinz Oberhessen und her angrenzenden preuhischcjn Gebietsteile erklären die seitens des Reiches geplante Brausteuererhöbuug als eine Belastung ihres Gewerbes, lueldie gleichbedeutend ist mit dem sicheren Ruin der Heineren un b mittleren Brauereien. Die in der Vorlage enthaltenen Steuersätze würden, falls sie Gesetz werden, entweder eine wesentliche Verteuerung des Bieres oder eine Qualitätsminderung zur Folge haben. Die Versammlung protestiert dagegen, daß das Braugewerbe, welches schon schwer getroffen wird durch den neuen Zolltarif unb die Handelsverträge, jetzt nun schon wiederum durch eine Steuererhöhung stark beunruhigt wird. Die Versammlung erwartet von der Volksvertretung, datz diese die Vorlage der Reichsregierung ablehnt." Ans Htudl und Land. Gießen, 4. Dezember 1905. ——Doeben erschienen. ■- Adreßbuch für die Stai und den Kreis Sichen 1906 Preis 3 Mark. BrüL,lscki<* Nnkve^fiiäts-Trucktrei Adrchbnch-Vc'rlag. ** Adreßbuch 1906. Tie Ausgabe 1906 des von der Brühlschcn Univ.-Druckerei h rausg^gchenenen Adreßbuches der Stadt und des Kreises Gießen liegt fertig vor und zwar in der gleichen Ausstattung wie in den vorigen Iayren. Tas Material ist auf das sorafält'gste zusommengetragen und noch erheblich bereichert. An die Stelle des bisherigen Fremdenführers ist Geschichtliches und Statistisches 6er Stadt Gießen getreten. Tie im Handels- und Genosscn- schaftsregister eingetragenen Firmen sind außer dem Fettdruck im Namensverzcichnis'e' noch durch ein vorgesetztes H. und G. kenntlich gemacht. Bei den Behörden (Sette 276) sind die zum Postbestellbezirke Gießen gehörenden Orte aufgeführt, sowie die zur Postb sördcrung benutzten Eisenbahnzüge, Landpostcn und her Versand der Postsachen vom Stadtpostamt zum Postamt 1. Das Verzeichnis sämtlicher in der 1. Zone von Gießen liegenden Postanstalten befindet sich a l p h a b e t i s ch g co r d n c t auf Seite 318 u. f. Hinter den Vereinen auf Seite 242 usw. befindet sich ein Verzeichnis von Stiftungen für Wohltätigkeitszwecke in Gießen, soweit diese jährlil» veröffentlicht werden, ferner die Stipendien für Studierende der Landesnniversität Gießen und die an der Universität bestehenden Stiftungen. Zu den Tarifen sind neu hinzugekommen der Rollfuhr- und Gepäck- trägertarif. Endlich ist am Schlüsse des 1. Teiles ein zirka 50 Orte umfassendes Märkteverzeichnis für das Jahr 1906. '* I n Ali die uz empfangen lvnrden am SamStag von S. K. H. bem Großherzog n. a. Landgerichtsdirektor '■praetorium von Gießen, Gyiunasialbirektor Dr. Baur von Laubach und Feuerlvehrkonunandant Damm von Friedberg. ** Personalien. Entlassen wurde au5 dem Schuldienste die Lehrerin an der höheren und ermeiterten Mädchen- chlile zu Gießen Tora Amcnd auf ihr Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1906. S. K. H. der Großherzog haben den Kontrotlbeamtcn der Lokalkaffestellen des Bezirks Mainz RegierungSrath Balth. Kloos zu Mainz zrun Kassier bei der StaatSschuldcnkassc ernannt und daneben mit der Verschling von Geschäften eines Hilfsarbeiters in der Abteilung für Steucrwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragt. In den Nuhcstand versetzt ivlirde der Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahugemeinschaft Adam H ü b n er zu Darmstadt. '* Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende zweite Lehr er stelle an der Gemcindeschulc zu Götzen ha in, Kreis Offenbach. ” Dekorierte Feuerwehrleute. DaS Ehrenzeichen :ür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dlirch Entschließung S. K. H. deS Großherzogs den Mitgliedern der srciwilligen Felierwehr zu H e u ch c l h e i m, Heinrich Gilbert II., Wilhelm Kreiling II. und Philipp Hof -- mann V. ** Mozartfeier deS Konzert-Vereins. DaS im Inseratenteil erwähnte Frankfurter Vokalgl« artet t, welches int 91 e g u i e m die Soli übernommen hat, gehört augenblicklich zu den meistbeschäftigten Künstlergruppen Frankfurts. Sehr wohlbekannt ist uns in erster Linie davon Frl. Alice Aschaffenburg, die im vorigen Winter bei der Abführung deS „Paulus" durch ihre prachtvolle Altstimme und ihre noble Vortragsweise ganz besondere Aufmerlsamkeit auf "icf) lenkte. Auch auf Herrn Willy Schmidt (Tenor) möchten wir Hinweisen, der schon oft unser Gast war, sowie auf Herrn Vatershaus, welcher, im Besitz eines Basses von großem Umfange, ebenfalls im vorigen Jahre als Liedersänger im Konzertsaale großen Beifall fand. Frl. Anna Kappel (Sopran), als vierte int Bunde, geht ein guter Ruf voraus, tc kennen zu lernen, dürfte ebenfalls Jntercffc erwecken. (In dem Feuilleton in Nr. 284 über das bevorstehende Konzert blieb leider ein sinnentstellender Druckfehler stehen. In Spalte 3, Zeile 20, muß es statt ,©ebanfenbebürfnif)e5* heißen „Gnaden bedürfnisses*.) " Mozartfeier der Schule für höheres Klavierspiel von Fräulein Minna Körner. Am 27. Januar sind 160 Jahre verflossen, seit W. A. Mozart das Licht der Welt erblickte. Mozart zählt zu den wenigen sogenannten Wunderkindern, die das, was sie in den Kinderjahren zu werden versprachen, auch wirklich hielten. Als Knabe von 6 Jahren mar der kleine Wolfgang schon Klavier- virtuos, mit 7 Jahren Komponist und mit 12 Jahren Salzburgischer Hofkapellmeister. Das, was Mozart der Tonkunst war und allzeitig sein wird, läßt sich nicht in wenigen Zeilen auSdrücken, das gehört der Geschichte an. Darum ist eS auch selbstverständlich, daß sich die ganze musikalische Welt rüstet, um den 150jährigen Geburtstag dcS Großmeisters würdig begehen zu können. Schon jetzt werden Vorfeiern vorbereitet und ausgeführt und eine solche Vor- ei er hat Fräulein Minna Körner mit ihrer Schule gestern dargeboten. Würdig und erhebend verlief denn auch das Konzert, welches durch Deklamation stimmungsvoll cingeleitet wurde. Klaviervorträge wechselten mit Jnstrumentalvortragen ab und boten durch die Gewissenhaftigkeit, mit der alles wieder wohl vorbereitet war, einen wirklichen musikalischen Genuß und recht beachtenswerte Leistungen. •• Ein Pferd wurde am SamStag nachmittag Quf Seltersweg scheu und ging mitsamt dem Wagen durch Kutscher sprang bereits am Kreuzplatz ab, so daß das herrenlos die Straße hinaufraste. Vor dem Schmidpsch^ Eisenwarengeschäft gelang cs einem Arbeiter, das stellen, nachdem es noch unterwegs einen Huud übern ' hatte. ” Vortrag über S ü d w e st a i r i k a. Aus niebrft*. Anfragen hin sei milqcleilt, daß derMifsionsinspektor HaupIxi, der beute abend in der großen Aula den Vortrag über .stukimi-- aufaaben in SüdwestaKika" halt, in der Tat der Qurffmon±h Gießener bekannte frühere Pfarrer oon Kifsingen ist. Von bon qt ausgezeichneter Prediger nach Elber'eld berufen, wurde er ver Jahren nach dem Tode des trefflichen Insvektor-s Dr. Schreib zum Leiter der Rheinischeil Misstonsgesellschaft in Bannen gewci^ Ans deren Bureau laufen natürlich, wie an keiner anderen Stell unser auswärtiges Amt in Berlin ausgenommen, alle Aachricb,/ ans imlercr sndwestafrikanischen Kolonie zusammen, und von n» mand wird die Frage: Was soll nun werden? sorgender, aber aur sachkundiaer erwogen, als von den Leitern und Mitarbeitern bir/ großen Werke?. i— Lollar, 3. Dez. Einige Burschen vvn hier Di Staufenberg gerieten am Mittwoch abend nach einer burtstagsferer bei dem Heimweg in Streitigkeiten' wobei der Htütenarbeiter Karl Becker aus Lollar dr». Stiche erhielt. Neben zwei unbedeutenden Verletzuno-r wurde ihm die Lunge verletzt. Als Täter wurde Hüttc-. arbeitcr Heinrich Bier aus Staufenberg ermittelt m verhaftet. p Dornholzhausen (Kr. Wetzlar), 4. Dez. ;, Witive Marie Brücke l von hier wurde dieser Tage unroti des Dorfes tot aus dem Kleebach, der eben viel Wa>' - führt, gezogen. Wahrscheinlich ist die 60-jährige Grelsin durt einen unglücklichen Zufall in den Bach gefallen. Tarmstadt, 3. Dez. Heute vormittag wurde bic 5. Ausstellung der Freien Bereinigung Tarn: städter Künstler in der ÄussteNungShalle des Kun-. Vereins eröffnet. Zur Eröffnung waren der Großheno, und die Großherzogin, Staatsminister Rothe, Provinz^, dircktor Geheimrat v. Grancy Oberbürgermeister Mom. weg und andere geladene <^tste erschienen. Die Aussteffun an der sich auch die Ehrenmitglieder der Bereinimn^ Professor Eugen Bracht und Professor Lodwig Vvn Äff?' beteiligt hatten, umfaßt Gemälde unb Werke modern- Plastik. Tarmstadt, 2. Dez. Gestern sand im Kronichstem- Wildpark Hofjagd auf Sauen statt, wozu die Stands Herren Einladung erhalten hatten. Auf dem Einsiedel tnr Jagdfrühstück. Zum Tiner im Neuen Palais waren Gäste geladen und folgten später einer Einladung S. St. t des Großherzogs zur Vorstellung ins Hoftheater. (Tw Ztg.) Worms, 2. Tez. Heute vormittag fand hi« -i> Einweihung des neuerbauten Gy m n a f tnE: statt, eines am Rhein gelegenen Prachtgebäudes von aff. ungsvoller Architektur. Die Gesamtkosten des seit 1901 r Angriff genommenen Neubaues belaufen sich auf 566l>> Mark; das Gelände hat die Stadt kostenlos zur Verfügvr/ gestellt. Tie auf dem sandigen Gelände schwierige Rtrnb; mentierung führte Regierungsbaumeister Klump durch, a- dem architektonischen Entwurf und der Bauvollendung tc Regierungsbaumcister Beer den größten Anteil. (F. Ztg h. Fra nkfii rt a. M., 2. Dez. Als heute früh du Eifcndreher Kölsch, VogelSbergcrstraße 36, mit eine i brennenden Licht die Küche betrat, erfolgte eine Ga4. Explosi on. Der Brand war bald gelöscht unb richtete Ntc geringen Schaden an. DaS 1'/^ Jahre alte Söhnchens Kölsch, das im Kinderwagen in bet Küche lag, e rftidtt. Das Gas war burch eine befette Stelle eines Schlaucht/s.- Kochhcrb ausgeströrnt. * Kleine Mitteilungen aus Hessen unb bt: Nachbarstaaten. Graf Schaumburg, der einzigefear dcS Prinzen Philipp von Hanau zu Oberurff auf Schloß Lein- b a ch in Oberheffcu ist infolge eines UnglücksfalleS im 27. 2ebm4- jähre verstorben. Er wurde von einem List erschlagen. Dermifcfotes. • Explosi o n in einer Bombenwerk statt rui* Iischcr Re volntionäre. In Genf wurde am gfP.riq.: Sonntag die Polizei informiert, daß in dem Viertel, da? größtenteils von russischen Studenten bewohnt ist, eine Exvlc- sion stattgesimden habe. Als ein Polizeikommiffar kam, roc bic Wohnung verschlossen. Nachbem man lange geklok' batte, würbe cublich geöffnet von einer Frau mit verbunbena Kopfe. Da sie die Türen der Zimmer nicht Öffner , wollte, wurden diese gesprengt. Auf den Tapetn i fand man Blutspuren, hie unb ba Stucke von Fingen- i In einem Zimmer fanb man eine geheime Druckere ' in einem anberen Platten mit falschen russischen Stempel ! ur Pässe. Nach Aussage bes Portiers befanbcn sich in b*: Wohnung zehn bis zwölf Nliffen, bie, obwohl vcnvun^ entflohen finb. Bei näherer Untersuchung fanb man zat< reiche chemische Probukte unb zwei Bomben aus Eisen r Lunte. Mniversttäts-Yachrichten. (^ Marburg, 3. De;. Me Zahl der Studierend'' beträgt in diesem Semester 1454. Einbegriffen sind 84 vör** 1 * * * * * 7 bnruitter 18 Damen ES studieren 122 Theologie, 350 Zme 187 Medizin und 795 Philosophie. Der Heimat nach sind 4^ aus Hessew-Nassau, aus dem übrigen Preu^n 62^3, ans t*™ deutschen Bundesländern 230 (darunter aus dem Großherrogn^- Hessen 36), aus Oesterreicb-Ungorn 10, Frankreich. Niederlanp Norwegen, Rumänien unb Türkei je 1, Großbritannien 13- Rußland 4, Schweiz 11, Amerika 4, Asien 2. Im vorigen Winicr betrug die Gesamtzahl der Studierenden 1341 und im Sommer 1635. Jena, 3. Dez. Der Senatsbeschluß, der Monu^ veröffentlicht wird, lautet für die russischen Studierenden in allen Punkten günstig. Der „Streik ist rrach cmcc Dauer Vvn vier Wochen beendet. Kunst und Wissenschaft. — GerhartHauptmannS neuestes Werk ist wieder, ifr’ * lieb der „Versunkenen Glocke*, ein Märchenstück und zwar em .Glaßhüttenmärchen" in vier Akten, bie in Prosa geschrieben stno mit dem Titel .Pippa tanz*. DaS Werk wirb Mitte Januar im^erliner^stefstnq-Theater seine Uraufführung erleben. 0» riivtsiaal. fc Frankfurt a. M., 1. Dez. Die Frankfurter .vollst i m nt e" hatte vor einiger Zett den ,.Franks. Reust. Nach.' o|C eine Versicherung ihrer Abonnenten gegen tätliche Unfälle eingeführt haben. VersicherungSschwittdel vorgeivorseit, weil aue Plakaten oitgefünbigt werde, jeder Abonnent fei mit 500 M- ociTtcbert, während eS in Wahrheit noch eines besonderen Antrag- auf Einzeichnung in die Vetsicherungslistc bebau. Tirrai bas Plakat würden bic Leute irt«geführt. Tie Volkc-slimme hatte daran noch allerlei Öcntevfuiuien c^rnüvü bux* Mmb£r5' ,« aefchlö ,W UoÄ«. MAK AÄZÄ t! $,! 00.W, r.i ui üiet» _ Slmtlu 36 Wen, "U5 j “PS i>uq Zchweme, 0 o pm0e'..r«undS. r. Cu.ll 73-70 ^-2 r., .y.f 2. OuaL 64— 3; C““1- t Cu-iL 75--80 P 64—66 iiig., chlachtc 2 CiuiL Ö8-60 Pfg-, 28,00^., Lebendge M-ev i;ig, 3«.^ Mäalt bei pornviel üalbeni und Cchweui tu« vollend tarnen < Nutz ta-j bei Steile Qtrenaniuilt durch 91t soll un Lege jchriftt 885 ßichlen'Ltänm' 127,Ul sjeftin. i 206 ä>chlen°Llämm 80 . 2398 sZichteu-Terbstc 2 üojeii, zu ISe 188 «fichieii-ffteisstai Tas polj läget Snage mid) l'ich an üi/enbatyiihuion 0ieg Mfuljr DeS haibigi fern, fialls bu Sennin für die Ausfii kille, mutz einer duechezi Segen Sicherheit ronb Aui Piuchch ront vorgezeigt. öchrutliche An; vormmags 11 Uhr, roojtlbft die Eröjfnun Gießen, den 2 Großher Bek du Levienung 1. Droßherz Unter pmweiS a Nnft 11-04. die E "ädijsche ftana bringen Jttftnmbfliide -m du jjanf auiinertjam, ba Gütung fämttiqrrft ben 30 bi. ^tiimn «Ä . Bek öle^n,ben Öto^jet „ »et L« Weller K ttD Höchste Temperati,r onx Vliedrigsle L den Prince-Henri-Eisenbahn . 124.0V Berliner Börse, 4. Dez., Anfang akurse Nutzholz Verkauf Der Ederstraße 1 Nord-Anlage Ludwig Schmitt Glaserei Einrahmungen Kunsthandlung hält sich empfohlen 5985 Chr. Arnold, BaWsKrche 31 6179 6181 Krämer. | Schirmfabrik Levi D*;,? Fräulein Stammler ihre Mitwirkung zngesagl. fllüe Evangelische« sind herzlichst eingeladen. Eintritt frei! Bew. Himmel Bed. Himmel 81 86 89 E E NNE . 137.80 . 124.00 . 263.00 206 80 2398 3. 3. 4. 4 4 2 Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . . Eschweilcr Bergwerk . i»S-ieuen Laalbatx. Vortrag deS Herrn Geh. Kirchenrates Prot. vta-ttenbnfch'Göttingen: ,Die Zustände in der russischen Kirche* sFür den unterhaltenden Teil haben der Kirchcu-Gesangvereiu, Provinzialrabbiner. Dr. Sander. 2” 9" 71* 2,9° C., 0,6° C. 101.00 89.50 100.95 89 50 99.20 756,8 756,7 758,7 . 174.20 . 147.75 . 239.70 . 99.70 . 162.00 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 100.00 100.40 95.60 105 45 67.90 68.00 88.00 95.50 9000 137.00 53.70 89.60 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: matt. 3. Dezember 3. 3^7. 3% 3^ 7c 3% 3 A 7c 3%°!, Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd..... Oberschi es. Eisen-Industrie 3,7 3.8 4,1 Reichsanleihe do. Konsols . , do. . . Hessen . . , Oberhessen . 67.80 . 97.80 37O Mexikaner . 4%7o Chinesen . Aktien: Bochum Guss . . Buderus E. W. . Tendenz: matt. B Lesseo un bürg, der enw? irurff aui edjloi zlüäsialles im 21. 'nem Ast effÄlH Ter Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und lit richtige Handhabung des Verschlusses Sorge^ zu tragen und xsl dtiui für alle, durch etwaigen Rüdstan des Sielwassers hervor- inusicue Schäden veranlworltich. Tie Verschlüsse sind so anzubrmgen, Hz sie jeder Zeit, auch bei Rüctstau, zugänglich sind und bequem Handhabt werden können. Für die Laiidjudeiischaft Oberhessen: Der 1. Vorsteher der israel. Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. Dezember 1905. Detail! isten-V erein. Von der Verfügung des 8 Uhr Ladenschlusses für die Bekleidungsbranche ist der Monat Dezember ausge- nommen, es darf also im ganzen Monat Dezeniber av den Wochentagen bis 9 Uhr offengehalten werden. Tie letzten 14 Wochentage vor Weihnachten gelten als Ausnahmclagc, an denen ein Offcnhalten bis abends 10 Uhr gestattet ist, es sind dies die Tage vom 8. und 9. Dezember sowie vom 11. bis 16. Dezember und vom 18. bis 23. Dezember. An den 3 Sonntagen, dem 10. 17. und 24. Dezember können die Geschäfte bis abends 7 Uhr geöffnet bleiben. n*.n ____________________________ Set Borstand. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Kuxen-Notierungen. Erz: Ferme G 5050, B 5100, Peterszeche G 000, B 000, Wild- berg G 0000, B 2325. Fabrikarbeiter durch mehrere Messerstiche ermorver. Ta Täter wurde durch Ridfabrer eingebolt und verhaftet. Wien, 4. Dcz. Tie Mörder der verwitweten Büro nxn UuCretio von Biedermann-Turonh in Baden bei Wien wurden ermittelt. Tcr Mord wurde vom Gärmer der Ba- ronin mit Hilfe zweier Burschen, die er in die Billa cingelasien hatte, verübt. Tic drei wurden verhaftet. Sie wollten osienbar die Eisenkasse sprengen und berauben, was ihnen aber nrcht ^"^'ewhork, 4. Tc.v JU '.Ehrend der Durchfahrt Roosevelts vom Fußballsviel zwifaxen Land^ und See-.Kadetten in Princeton der Eitrazug die Geschwindigkeit verlangsamend Philadelphias Borstadt passierte, nr.irbv ein faustgroßes schweres Eisen- ftüd in das Wagenfeustcr geschleudert, hinter dem der dem Präsidenten ähnliche in i fr er S? a y saß. Ter Minister wurde durch Glassplitter leicht verlebt. 0,0 - 0,6 + 04 . 243.70 . 136.00 Kriginai-prayumioungen. Wattenscheid, 4. Dez. Zn Hürnigseld wurde der Landwirt Reik von Einbrechern ermordet, sein Sohn lebensgefährlich verletzt. Stolp i. P., 4. Dcz. Tie hiesige Strafkammer verurteilte das 15jährige Kindermädchen Albertitte Fühl, das, um den Dienst verlassen zu können, das 7 Monate alte Töchterchen der Dienstherrschaft tötete, zu 6 Jahren Gefängnis. B u n z l a u (Schieß), 4. Dez. Ter niedersästesischc Parteitag der freisinnigen Volkspartei nahm nach Erkläx> ungen von Müller-Sagan eine Resolution an, worin es heißt, der Parteitag vertraut, daß die Partei unter Wahrung des Budget- rechtes und der Partei-Tradition von den Flotten- und Steuervorlagen das Notwendige und Erreichbare bewilligen werde. Augsburg, 3. Dez. Heute wurde, aus dem großen Exerzxer- platz die Tochter des Schmiedemeisters Riedle von einem 228.30 162.75 212.00 244.00 125.25 129.75 170.40 147.80 239 20 181.00 187.25 162.00 . 208,25. . 112.40 . 195.00 . 23.00 . 141.51? Eintritt frei. der Kosten und zum werden beim AuSgang 0*7.1 D. Schlosser. J.HIRZ, StuERSWEGZZ KÜNSE HrtNP: LUNG GERAHMCEU.UNGEMMMZEBIL: PER IN GROESStER flUSW/ML EfNMHMlMGENJEPEJI GESCHMACK ENCSPflECHENP PMMPE V.PREISVEM lenen. Die V- ebtt her I01 Ludwig und Werke rj fand im tt, wozu die k N bem Euch en Palais hx* >er Einladung s s Hoftheater, s, nittag fand h ten Gymnaf achtgebäudcs vc lüften des seit: oufen sich auf »stenlos zur &r rnde schwierige nftet Kluniv te )er ^rnvollen^ 5ten 3M. Altz hvt/e ti: iW 36, mit r: , tcfolgtt rint geW unb Mck re M Küche H tt?. ille eineS Echloui 7 Kanzleiberg 7, vis d vis vom alten Schloss empfiehlt als 6121 vornehmste Weihnachts-Geschenke gerahmte und ungera mte Bilder zu reellen Preisen. Einrahmungen unter Garantie in jeder gewünschten Ausführung und Preislage. Telephon 575. Eintritt frei. Freiwillige Gaben zur Deckung Besten der Mission in Südwestafrika erbeten. D. Drews. Dr. Sievers. Bekanntmachung, Die Bedienung der Rückstauvcrschlüffc betreffend. Unter HuxwexS ans § 18 Absatz 2 der Polizeioerordnung vonx l Amgust 1904, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß die städtische Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend uni Nachdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesitzer, welche j[e Grundstücke an'die Neulanalisation bereits angeschlossen haben, Krams (xiiinxerrjam, daß am 5., 6. und 7. Dezember 1905 eine kpü lung sämtlicher städtischeuLtrabenkanälevorgenommenwird. Gießen, den 30. November 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. B / Ulecit m. Montag, den 4. Dezember, abends S1/^ Uhr, in der großen Aula der Universität V ertrag' von Missionsinspektor Haußleiter in Barmen üb-r Zukunftsaufgaben in Südwestafrika Evangelischer Bund Sonntag, 10. Dezember 1905, abends 8*/4 Nhr: - * i Gießener landwirtschaftlicher ettcrdienst. Voraussichtliche Witterung in iür Dienstag, 5. Dezember 1905: Leicht wolkig, noch leichte Schneesälle und !*"« ZM Ter > n 9^ Ä- -r a«s cen $ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Steinbach für 1906 liegt tont 6. Dezember ab 8 Tage lang zur Einsicht für sämtliche Be- Migten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Steinbach, am 2. Dezember 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. Bon heute ab sind wieder zuruckgesetzte SeMrme Karl Ampty Giessen Bahnhofstrasse 39 Papier vvaren-Grosshandlung Tüten, Pack-, Einwickel- und Schreibpapiere Neujahrs-Gratulationskarten nur für Wiederverkäufer. 5829 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 4. Dez., 1.15 Uhr. E. K. G. V. Die Dienstaasprobe fällt aus. Nächsten Sonntag abend singt der Verein bei der Versammlung des Evang. Bundes in Stein's Garten. Hauptprobe dafür: Sonntag vormittag um 11 Uhr im Probelokal. v4/11 «ft fr """ N ’^en ist E SL n ^l'cben bon ««4 streitig.,' ker aus £ >°ter tourbe - ouberg wjj War), 44, rbe dieser L« . ' der eben • ^iaf)riqe®rrs h gefallen. Vormittag n ln}Sung; llungshalle fei waren der Rothe, 4 % Oesterr. Goldrcnte. . 4'/4 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 396 Portugiesen „ III 4>i7o russ.Staatsanl. 1905 4XA° o japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Mouopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . Bei Bedarf von Rouleau u. Vorhängen in Tüll, Spachtel, Erbstüll, Tischdecken u. Polstermöbcln Sämtliche Backzutaten in nur bester Qualität zu billigsten Preisen empsiehll 6178 Karl Eschmann Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Äinder und Erben dco .Nommcrzicu rait- Georg Narl Oiait sind für das Jahr 1905 an drei bedürftige, i: Gießen wohnende Familien oder alleinstehende Personen Unteres ringen von je 300 Alk. zu vergeben. . Bewerbungen haben bis zum 15. Dezember 1905 bet dem Inntnamt, Reuen Baue 25, zu erfolgen. B / Gießen, den 4. Dezember 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen B.: Curichmann. bestehend aus solchen mit kleinen Web- oder Nähfehlern, sowie auSrangiertcn Reisemustern, zilm Teil zx,r Hälfte des normalen Preises zum Verkaul ausgestellt, dabei ca. 2—300 Kiadkl-RMWrmr. ft> der Verleger der Nexiesten Nachrichten, Erich Cpandel in lirxberg, beleidigt fühlte. Tie Berichtigung, die er der lacksstunme" geschxckt hatte, wurde von dieser auigenonmxen nt> in ironischer Wexse glossiert worden. Wegen beider ■frtffel hatte Spandel Clxasanlrag gestellt. Heute wurde der Deren wörtliche Redakteur der Volksstunine, Quint zu 1 0 0 Mk. G e l d - ikc.se verurteilt. Im Urteil hieß es, daS Gericht sei zwar üe^engt daß die Versicherung nicht aus Sorge um daS Wohl des Leb es errichtet worden sei, sondern um damit Abonnenten zu s»c«n, aber von Verficherungsschwindel zu sprechen, gehe zu weit. 8 'unüffe jeder Zeitung unbenommen bleiben, innerhalb der gesetz- ifint Schranken sich Abonnenten zu erwerben, auf welche Weise es c;: beliebe.__— Arbeiterbewegung. Sämtliche Zigarrenarbeiter aller Fabriken in kchönlanke lPoseii), mehrere Hundert an der Zahl, sind PH-m Lohndifferenzen in Streik geueten. Kandel und gierßd.r. Kolüswirtschast. Märkte. fc. Frankfurt a. W., 4. Tez. (Orig.-Telear. deS „Gießen. ilniL*) Anillichc Slotierungen der heutigen Fruchtn>arktpre ise. ütqen Dlk. 18-00.00, Kurhess,scher Mk. 18.00-00.00, La Plata III. 18.50—19.25, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen lhiesiger) Mark 16.75-17.00, Gerste (Wetterauerl Ml. 17.75—18.50, Franken- Itlbcv RIk. 00,00—00,00, HaserDlk. 15.75—16.50, Alais'Mk. 13.75—14, Ücwemnclil 27—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.00 bis Alk.26.00, 3. Qualität Alk. 22.50—23.00, Roggenrnehl 0 ®lt. 24.25—25.50, 1. Qualität Alk. 22.00—23.0u, Weizenkleie Alk. 9.50 tii 910—11.50, Alaisteime Alk. 12.00 hjz W>k. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 17.50—18.00. Alles per 10. .kg. ab hier. ic. Frankfurt a. M., 4. Tez. (Telegr. Orig.-Bericht des ®ii-B. Anz."l. Amtliche illoticximgen der heutigen Viehmarkt- prc. | e. Zuni Verkaiise standen: 479 Ochsen, 168 au§ Ccft- • mck, 36 Bullen, au2 2 Oestreich, 784 Kühe, Fersen, Stiere und SRinDer 0 aus Oestreich, 301 Kälber, 419 Schafe und Hammel, 134f Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt iduvöc für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochse» 1.'.lität 80—83 'Ult., i Oual 78—75 Alk., 3. Qual. 66—68Ult.; Bullen l.Qual. 68 bis w 'Jit., 2. Qual. 64—66 Ult.; Kühe 1. Qual. 70—72 Ult., 2. Qual. 65—*7 Ult., 3. Qual. 48-50 Ult, 4. Qual. 46-47 Ult., 5. GuaL to-MJUlt. Slälbcx: 1. Qual. 86—90Pfg., Lebendgewicht 52 -54 BQ t Qual. 75-80 Pig., Lebendgeivicht 45-48 Pfg., 3. Qual. 64—fl56 Pfg., Schlachtgewicht 62—62 Psg., Schafe: l.Qual. 68—70, r.Q ial. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 18-00 Pfg., Lebendgew. 61—00 Pfg., 2. Qu.76 - 77 Pig., Lebendgew. 19M--60 Pfg., 3. Qual. 70—73 Psg.. ^ebendgeivichl uO—00 Pfg. fcejqiäU bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberüand unbedeutend, bei Raitern unb Schweinen schleppend, Schale gut, kein Ueberftanb. iirs vollanb tarnen 2 Waggons geschlachtete Schweine. 127,01 Fest»,, in 2 Xiofen. ,vichte>x--Slämme von 16—20 cm Durchnx., 69,50 Festm. m 1 Los „ 21-26 v „ 18,58 , , 1 , Fichten-Derbstangen vou 6-16 m Länge — 144,21 Festm. in 2 L-ojen, zu Gerüst-, Hopsen- und Spalierstangen geeignet 168 Fichlen-Reisstangen von 5—9 m Länge — 2,57 Festm. m 1 Los. Tas riolz lagert m der 9lähe der Stadt an der chaussterten Llrhste nach Lieh an der ersten Schneise, etiva 3-4 km von der riseubahnstalion Gießen entfernt. t Tie Abfuhr des Holzes muß bis spätestens 15. April 1906 ttenioigt fein. Falls die Räumung ernzeliler Lagerstellen vor diesem Semnn für die Ausführung der Bauarbeiten notivenbig werden foLUe. muß einer diesbezüglichen Aufforderung nachgetomnxen werden. Siguix Sicherheit wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1906 gewährt. Auf Wunsch wirb das Holz durch Jorstwart Geisel zu Gießen ^^Schriftliche Angebote sind bis Montag, 18. Dezember 1905, vormittags 11 Uhr, bet der unterzeichneten Behörde einzureichen, DoieUbft die Eröffnung derselben erfolgt. Gießen, den 2. Dezember 1905. B*/1’ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: C-urs chrnann. ."K'4 8«*.» -gs#-' nbtnwerkstat >nf wurde am« iß in dem Si® bewohnt ist, t®. ,lizeikommissar m man langt f er Frau mit vertc Zimmer nichts Auf btn • >a Stücke von > geheime Truhen ru(|Wn,-; icr§ befanden W die, obwohl vtrr ichung Bomben au$ r Bekanntmachung, bctr.: Vergebung de6 Brauttcgats der Herz Baruch-Stiftung. Die dreijährigen Zinsen der rubr. Stiftung im Betrage von etwa 250 Mark kommen Ende diefcs Jahres zur Vergebung. Bedürftige jüdische Walsenmädchen des Großherzogtums Hessen, welche verlobt sind und demnächst betraten, wollen sich, falls sie Anspruch darauf erheben, unter Vorlage ihrer Papiere bis ziim 15. ds. Mts. an den unterzeichneten Vertreter der Landjudenschaft wenden. Gießen, den 2. Dezember 1905. B4/12 Die StiftungS-Derwaktuug: Tas bet Freilegung des Bauplatzes für bie zu erbauende Jnenauftalt durch Abtrieb einer Waldslache erzielte Nadel-Nutzholz io(| nut Wege schriftlichen Angebot-:, vergeben iverben und zwar: 825 Fichten -Stämme von 10—15 cm Durchnt., 6—17 m Länge, Harpener Bergwerk . . 211.70 Laurahütte..... 244.00 Lombarden E. B . 23.30 Nordd. Lloyd ..... 125.20 Türkenlose......137.40 gelinder Frost. Roheres durch die Gießener Wetterkarte. Krirslilijlou der ^kimlitunL (A,.onymc Anfragen bleiben unberülksichiigti. H. W. Gegen Straskammerurleile kann keine Beruiung ver> folgt werden, sondern es ist nur Revision bei Reichsgericht mög- lich, wenn etwa ein Formiehler oorliegt. Telephon 418 ■E33MQ8B: Unterzeichnete beehren sich hiermit anzuzeigen, dass sie mit Heutigem 08125 am hiesigen Platze tfeltersuleg 3 ein eine Friseur eine 6113 eine neigte Aufmerksamkeit schenken zu wollen Hochachtungsvoll Houis djpstadt & ’tfo. wiMach möbliertes Zimmer zu 08124 vermieten. 6051 Mainz. Frühstücksstube Hoflieferant Xüdjtiner LMlcrWllc Haliiwstritiini* 6090 sofort oeiud)t. bei aneiivol)nuug, Liebigstrage 27, II S-Zuumerwohniuig, Lievigstratze 83, IV Kaninchen Züchter i>anö zu verkaufen. 2,15 m laug. 2,50 m hoch, 1,70 m tief, 3 Etagen zum Auseinanderlegen. 108059 A. Noll, Lubwiqstrasie 33. tfpegialgeschäft orientalischer Zigaretten und Tabake 080811 Kieme Wohnung aii^ruhige ;!eute zu uernueten. sicher Str. 13. eröffnet haben. Wir führen ausschliesslich unser eigenes Fabrikat, welches durch seine unübertroffene Qualität einen hervorragenden Huf geniesst. 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