5202 en mimen etc. Preisen Kreuz 10. [400] 36 66 798 [400] 826 5 77 78 425 53 M 66 712 1013 79 137 820 90b ^30 801 fib M Wl\ 79 344 68 97 16 54051 6o 72 123 [1000] s« HÄ" » ■« ™ TÄBO9 0««» .M 710 847 927 v&«fj fs&äjiis 00) 96 MSi 240 l4 19 74 ?Ä 72006® %$•$*** 9°M«Ä 7 99g [10®®L»«riMOl 63 84 UHM HA'Ä« -ZW OO] rFg/sOS 2*]2i25|400| MD-ZZ tziSsS «ä.' 59 st^Ä 118 36 43 A 4jti 63 MA A-HZ SS-^ Mi«!*5" Naive. Schon ihr etwas dunkel gefärbtes Organ will nicht recht zu dem Geplausche eines vorwitzigen kleinen Dämchens Und auch die zur Schau getragene Lebhaftigkeit batt^ Gießener MadtthelUer. Die große Leidenschaft. Lustspiel in 3 Akten von Raoul Auernheimer. Die Kaiserstadt an der schönen blauen Donau lag jahrelang litterarisch und künstlerisch in tiefem Dornröschenschlafe. Lor etwa einem Dutzend Jahren erst, als die allzeit geschäftige, doch wenig zeugungskräftige Konkurrenzmetropole an der minder blauen Spree längst die alte Schläferin überflügelt hatte, begann sie sich leise den Schlaf auS den lieben Guckerln zu reiben und sich auf ihre stolze künstlerische Vergangenheit zu besinnen, und heute hat Wien wieder eine ganze Reihe von ausgezeichneten Künstlern und Dichtern von bestimmter Eigenart aufzuweisen. Klimt ist trotz mancher verwunderlicher Bizarrerien, zu denen ihn das Rachempstnden japanischer und assyrischer Kunst verlockt hat, doch namentlich als Frauenmaler ein Künstler von unvergleichlicher Zartheit, der die unbestimmbare Anmut und den eigenen Charme der eleganten und vornehmen Wienerin mit unnachahmlicher Kunst zur Darstellung bringt. Die diesjährige Ausstellung der Berliner Sezession lehrte die Reichsdeutschen sie kennen und schätzen. Goldmarks Opern gehören zu den bedeutendsten musikalischen Erscheinungen der Gegenwart. Des seit Jahren in Darmstadt schaffenden Wiener Architekten Olbrich originelle Baukunst ist uns allen zur Genüge bekannt, und die freilich mehr geschäftsmäßig als künstlerisch schaffenden Herren Fellner und Helmer aus Wien sollen unser neues Theater bauen. Schnitzler und Hofmannsthal bedeuten für das deutsche Drama z. Zt. die größte Hoffnung, und sie haben eine Schar von Schülern, die ihnen nachzustreben bemüht sind. Beer-Hofmann, der Dichter des „Grafen von Charolais", ist der begabteste derer um Hofmannsthal, und die ersten Erzeugnisse — der „Anatole" erschien 1893 — der heute freilich west tieferen und ernsteren Schnitzlerschen Kunst sind noch heute die Vorbilder eines anderen Wiener literarischen Nachwuchses. In der neuesten Nummer (40) der Wiener Wochenschrift Die Wage" las ich einen kecken Einakter von Rudolf Strauß, der, wenn ich nicht irre, der berühmten Diener Walzerfamuie angehört. Er bringt, wohl zum ersten Male, den derangierten Hausfreund auf die Bühne, über den sich die geliebte Frau mokiert, die ihn dann allerdings vor dem plötzlich auftauchenden Ehemann mit verblüffender Geriffenheit und Kaltblütigkeit an die rettende ftische Luft befördert, um — beiden treu zu bleiben. Von ähnlicher echt wienerischer „Moral" war der in der Geberde nicht weniger kokette und graziöse Einakter „Der Unverschämte" von Raoul Auernheimer, der vor Jahr und Tag in der Münchener „Jugend" erschien und den Wolzogen auf seinem Ueberbrettl durch ganz Deutschland trug. Der Stoff zu seinem Dreiakter „Die große Leidenschaft" reicht eigentlich auch nur für 1—2 Akte au8. Als ich die Untersekunda deS Gymnasiums erklommen hatte, stellte mir mein Vater frei, so oft und so viel zu rauchen, wie ich wollte. Dieser klugen väterlichen Diplomatie wohl habe ich cS zu verdanken, daß ich ein sehr mäßiger Raucher wurde. Der Wiener Fabrikant Arnberg in dem Lustspiel deS Dr. jur. Auernheimer wendet ähnliche Grundsätze in der Erziehung seiner „unverstandenen" Frau an. Alles Erlaubte verliert gar schnell seinen Reiz, auch ein erlaubter Liebhaber. Das ist die bekannte Generalweisheit, die Auernheimer mit nicht» weniger denn „großer Leidenschaft" bekundet, wie sie auch übrigens die Idee ist des neuesten gereimten Blumenthal „Der Schwur der Treue". Hier wie da istS ein Maler, der dem .Frauenherzen gefährlich wird. Doch Gelegenheit macht nicht Liebe, sie bringt sie um. Siehst du, liebes Weib, so „moralisiert" Auernheimer, deinen Liebhaber, wie deinen Ehemann, in Schlafrock und Pantoffeln, dann ist alle Romantik verflogen und der Weg zur ehelichen Treue frei. So entwickeln sich denn die Dinge übers Kreuz: die Gattin, jener Wnbtypus, für den. Frdr. Nietzsche so manches heiß wie die Wahrheit brennende Wort gefunden hat, kehrt kuriert in die empfänglichen Arme des Gatten zurück, während der abgetakelte Liebhaber bei der Nichte eine nicht unpassende dazu da, dainit der Verfaffer seinen Bel Esprit keuchten lassen kann. Er stellt sein Witz-Nachtlicht nicht untern Scheffel. Bei ihm sind auch die Dienstmädchen geistreich. Und so ist denn die Garnierunq, der „Gschna8"-Teil, oder, um mich kulinarisch auszudrücken, die wohlpräparierte, artig und nett servierte und rundlich mundende Mehlspeise, sagen wir: der Kaiserschmarrn die Hauptsache der von Auernheimer aufge- tischten Abendtafel. Die Musik dazu, d. h. die Tonart, ist zwar graziös und amüsant, aber sie erinnert doch etwas an den freundlich sanften Ton der Spieluhr, bei deren Klängen man daS Werk mitunter knattern und rattern hört. Denn eS kommt doch manches gar sehr absichtlich heraus, seine Fäden hat der Autor nicht genugsam verdeckt. Die Darstellung kam dem Verfasser sehr entgegen und man hatte seine rechte Freude an der Entfaltung unserer neuen künstlerischen Kräfte, die daS gesamte vorjährige Ensemble doch um ein Beträchtliches cm Talent und Routine zu überragen scheinen. Die Damen dieser Saison vollends überragen die der vorigen Spielzeit schier zugspitzenmäßig. Frau Bayrhammer ließ ihren Humor zündende Funken sprühen. Koketterie, Launenhaftigkeit und HerzenShetterkeit schillerten in den buntesten Farben; immer temperamentvoll, oft ausgelassen, aber doch nicht die Grenzen liebenswürdiger Weiblichkeit überschreitend. Ihre prächtige Bühnensigur verstand sie am besten im 2. Akte durch eine aparte Toilette zu heben. Im 1. Akte spielte sie ja noch etwas mit ihrer Rolle, stellte sie sich über ihre Aufgabe, statt in sie, mokierte sie sich ostentativ selbst über ihre „große Leidenschaft", an die sie anfangs doch selber glauben soll; durch ein, wenn auch ganz munteres Outrieren störte sie ihre eigenen Kreise noch obendrein. In dem 2. Akte aber, der dritte ist ja ein überflüssiges Anhängsel, entfaltete sie echte Herzenswarme und fesselndstes Temperament. Jedenfalls besitzen wir in ihr eine ausgezeichnete, viel verheißende Künstlerin, der wir unser lebhaftestes Interesse entgegenbringen. Frl. Don eck er sah sehr niedlich uno sehr chic aus, ist aber doch keine rechte Nr. «rr« scheint täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- Mütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftraße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.erGKbl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Grundsteuerunterlagcn zu Gunsten der Besteuerung nach dem gemeinen Werl für ländliche Gemeinden nubt emsehen und ihr um so weniger beipflichtcn, al- damit viel größere Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten herbeigeführt würden als diejenigen, welche mit dem Kataster beseitigt werden sollen. Denn der gemeine Wert der Grundstücke, welcher nach den Intentionen deS Gesetzentwurfs aus den Verkausswerten gebildet werden soll und deshalb von einer Menge von Zufällen und Willkürlichkeiten abhängig sein tv-ird, wird fast nie und nirgends den Anforderungen der Gereckrtiqkeit und Billigkeit Genüge leisten" Ter Dusschußbericht bezweifelt auch, vb dre bewegliche Steuerbasis wirklich ein Vorzug ist und weist darauf hin, daß in Preußen die rein ländlichen Gemeinden von der Befugnis, die Steuer nach dem gemeinen Wert der Grundstücke zu erheben, bisher keinen Gebrauch gemacht haben. Gegenüber den Vorwürfen, daß die erste Kammer für die sozialpolitischen Aufgaben unserer Zeit nicht zu haben ist, äußert sich der Bericht folgendermaßen: „Was die sozialpolitischen Grundlagen der Vorlage aube- lanat, so vermissen wir diejenigen Vorschriften, welche im Interesse d e r M i n d e r b e m i t t e l t e n unbedingt gesetzlich fest gelegt werden müssen Da die Erfahrungen, welche man auf dem (Mnet der Sozialpolitik in den hessischen Gemeinden bei der Wohnungsgesetzgebung gemacht hat, die begründete Hoffnung nicht zu lassen da fl die den- s-lben in der Vorlage gewährte freiwillige Entscheidung auf diesem Gebiet angewandt werden würde. Wir müssen deshalb dem Wunsche Ausdruck geben, daß, was die Besteuerung der Gebäude onbetrifft, besondere Bestimmungen für die Oekonomie- geMnbe, ländliche Arbeiterwohnunaen, Fabrikarbeiterwohnungen in Stadt und Land und für leerstehende Wohnungen getrossen werden. Auch die Witwen u n d D a i s e n müssen durch g e - setzlichen Schutz eine besondere Berücksichtigung, erfahren. Tvfir die Gewerbesteuer müssen wir in sozialpolitisther Hinsicht die Forderung erheben, daß Gewerbe mit einem Errrag von 1200 Mark mit subsidiärer Berücksichtigung eines Betriebskapitals bis zu 3000 Mark von d er Gewer b est e u e r v öll ig befreit werden und daß für die kleinen Kapitalisten ehre Herabminderung des Steuerfußes ftattfinbet." Ter Ausschuß wendet sich weiter noch der Frage der Teklarationspflicht nach Art. 14 der Vorlage zu, stellt sich ganz auf den Standpunkt der vom Finanzminister Küchlet darüber abgegebenen programmatischen Kundgebung und führt an, daß auch im preußischen Gewerbesteuergesetz ähnliche Gesichtspunkte enthalten seien. „Die Ctenererkläriingsvfli^ für den Fall, daß das Anlage- und Be-riebskapital sich gegen den zur Sieuer veranlagten Betrag um mehr als 3000 Mark vermehrt hat, würde sich m der Praxis kaum als durchführbar erweisen, da sre den Ge- schoftstreibenden zwingen würde, alljährlich eine genaue Bilanz seiner Aktiva und Passiva vorzunehmen, eine Gcsckiäftsmani- puletion, die in vielen Geschäften, namentlich wo der Inhaber selbst den Betrieb in allen Teilen leitet und ein größeres Personal nicht vorhanden ist, nicht üblich ist. In großen Geseiften dagegen, wo die Betriebskapitalien sich oft von einem ^aae zum andern um Tausende verändern, würde ein mittlerer Jahres- stand ohne äußerst umständliche Ermittelimgen garnicht zu ermöglichen sein. Demgegenüber (so bemerkt der Ausschußbericht zum Schluß) würde bei einer Ertragssteuer die Einkommensteuererklärung eine ziemlich zuverlässige Gewähr einer richtigen Besteuerung bieten, ganz abgesehen davon, daß vom Standpunkt der Gewerbetreibenden die Veranlagung nach einem Tarif dem Zwang zur fortwährenden Deklaration vorzuziehen ist." Soweit die wesentlichen Punkte der allgemeinen Begründung der Stellung des Ausschusses. Es folgt alsdann in vier weiteren Kapiteln eine Spezialbegründung zu den vier Steuerarten, Grundsteuer, Gewerbesteuer, Steuer vom ■ Kapitalvermögen und vom Einkommen. KoMische Tagesschau. Industrie und Arbeitsfreudigkeit. In einem Aufsätze über „Jndusttiearbeit und Gemüls- bildung" haben wir unlängst — unter voller Würdigung der großen wirtschaftlichen Vorteile, die der Uebergcmg Deutschlands vom Agrarstante zum Industrie- staate uns gebracht hat — einmal auf die Ein b u ß e hm- gewiesen, die ein großer Teil unseres Volkes durch sein Aufgehen in der industriellen Tätigkeit an einem wichtigsten idealen Güter, an den Kräften des Gemütes erfahren hat und noch täglich erfährt. Von dieser Seite ist die moderne Entwicklung bisher noch wenig betracht' und beurteilt worden, und man kann es darum nur s !dig begrüßen, dass jetzt auch einmal ein hervor- rage-, r Volkswirtschaftslehrer und Sozialpolitiker, Prof. Tr. Her kn er-Zürich, die Fraae, welchen Einfluss der Industrialismus auf '■ Gem. sieben, insbesondere auf die ArbeitsfrcudW: e 11 ausübt, zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht, rnb die dabei gewonnenen Resultate in einem zu Dresden gehaltenen Vortrage weiteren Kreisen bekannt gegeben hat. Wie wir aus einem Referat der „Tresd. Ztg." entnehmen, stellte Herkner u. a, folgende Sätze auf: Ter Einfluß des Industrialismus hemmt dre Arbeitsfreudigkeit durch Verminderung bet Möglichkeit, sich eine selbständige Stellung zu erwerben, sowie durch Steigerung der Arbeitsteilung. Tie Arbeitsteilung kann allerdings die Ar- beitsfreubigkeit auch steigern solange die Berufsspezialität gewahrt bleibt und das berufliche Können durch sre wächst; sie raubt aber die Freude an der Arbeit, wenn sie zur Monotonie der Tätigkeit führt. Der Einfluß der Maschinen ist wohltätig, wenn die Maschine tatsächlich die Arbeit nur erleichtert, er ist verderblich, wenn die Maschine den Arbeiter zum Werkzeug herabwllrdrgt. Tie strenge Disziplin der Großbetriebe würde dre Arbeitsfreudigkeit bei gerechter Handhabung nicht beeinträchtigen, macht jedoch den Arbeiter vom Werkmeister- abhängig und schadet so. Tie moderne Arbeiterbe w e g u n g hat zu einer Zuspitzung der sozialen Gegensätze geführt, die die Arbeitsfreude schmälert; denn der Arbeiter fühlt sich bedrückt durch die Annahme, für den Arbeitgeber schaffen zu müssen, der den größten Vorteil von dem Großbetriebe hat. Der Sozialismus hat jedoch die Arbeitsfreude auch gesteigert durch die Erweckung des Glaubens an die völkerbefreiende Kraft des Proletariats und durch das Stecken höherer Ziele auf dem Felde der Arbeiterbewegung. Die Mittel die die Arbeiter selbst anwenden, um die Verufsfreudigkeit zu erhöhen, sind oft bedenklicher Natur, z. B. häufiger S-tellungwechsel, um! der Monotonie der Arbeit zu entfliehen, Alkohol und rohe Vergnügungen, um der Erschlaffung des Körpers entgegenzuwirken. Wertvolle Mittel Dagegen sind anregende Nebenbeschäftigung (Gartenbau) und Erholung, selbständige Betätigung im Wirtschaftsleben, Teilnahme an der Verwaltung und Gesetzgebung im Staat und Mitwirkung in der Verwaltung des Unternehmens, dem der Arbeiter dient. Zur Hebung der Derufsfreudigkeit wird es ferner beitragen, wenn Eltern und Kinder bei der Berufswahl imstande sind, die Verhältnisse zu Überblicken, damit sich der junge Arbeiter eine ihn persönlich beftiedigende Tätigkeit aussuchen kann. Weiter muß die Sozialpolitik sorgen für die Verbesserung der Berufsbild -'re heutige Kummer umfaßt 20 Seiten. Gemeindeurnlagen Gesetzeurwurf. R.B. Darmstadt, 6. Okt- Eine besondere Erörterung wird in dem Ausschuß- berichtder ersten Kammer über die Gemeindesteuerreform dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung gewidmet. Es heißt da: Während nun nach den Mipnelffchen Gesichtspunkten der Maßstab für die Steuerveranlagung hauptsächlich die Leistungs- fähigküt sein soll und diese in erster Linie nach dem Ertrag bemessen wird, rückt die Regierungsvorlage das Prinzip von Leistung und Gegenleistung in den Vordergrund, und sucht es trotz der sich häufenden Schwierigkeiten konsegucnt diirch- znführen, was nicht möglich ist, ohne der Sache Zwang omuhin ob ohne daß dadurch Unbilligkeiten und Dissonanzen geschaffen werden, die durch Ausnahmebestimmungen nicht ausgeglichen und wieder gut gemacht werden können. Dies Verfahren ersdjemt uns ganz besonders bedenklich bei einem Gesetz, welches wie kein anderes die vitalsten Interessen des hessischen Volkes und Landes berühren muß. Dem Prinzip zuliebe soll der Abzug von schulden ausgeschlossen sein, die Steuer also von negativen Werten genommen werden, die die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen bc- fdyränfen. Dem Prinzip zuliebe soll von erttaasloem ober ertraasarment Grundbesitz, sosern er in ein Bebauungsgebiet tu liegen kommt, neben einer Wertzuwack)sabgabe, alljährlich eine hohe Grundsteuer erhoben werden, die einer ornnäbilden Expropriation des Grundbesitzes gleichkommt und die besonders drück,md in Zeiten empfunden werden muß, > welchen Wooem realisationen schwierig oder unmöglich sind Dem Prinzip zuliebe soll die Landwirtschaft mit ihrem Betriebskapital zur Gewerbesteuer herangezoqen und ihr damit eine Positron zugewiesen werden, die mit ihrem Wesen unvereinbar ist. Dem Prinzip zuliebe wird aus jede Individualisierung der. Gewerbe- bettiebe verzidsset und damit einer Summe von steuerlichen *tul<= kürlichkeiten und Ungerechtigkeiten die Tür geöffnet. Durd>brod)en wird aber das Prinzip u. a. durch den tz 11, der dazu dienen soll, die Unstimmigkeiten, welche die Durchführung des Prinzips bei der Gewerbesteuer zeitigen würde, aus- zugleichen, der aber bei dieser Aufgabe versagt Unhaltbar erweist sich das Priirzip von Leistung und Gegenleistung bet der Kapitalsten er dem Rentner gegenüber, wo eine sold?e nur gewaltsam konstruiert werden kann. , Das Bedürfnis nach einer Reform des Gememdesteuerwrsens Wird bei der Gkunbffcuer mit der Starrheit der Katasters und den darin beruhenden Ungeredssigkeiten and Unyletclcheiien begründet Wir können uns mit diesem Standpunkt nidss befreunden, sind vielmehr der Ansicht — und befinden uns barmt m lieber» einstimmung mit einer ganzen Reihe von -Vachverstandigen imö dem Bunde der Landwirte, — daß die Katasterwerte, wann sie auch den heutigen tatsäckssichen Werten nicht mehr überall voll- ftänbig entsprechen, dock) immer noch in fast allen Gemeinden einen sehr brauchbaren Vergleicl^mahstab für die Vesteuerungs- toerte unter sich bieten, waS schon dadurch bewiesen wird, dass die ftaattiche Vermögenssteuer heute noch vielfach an diesem Maßstab bemessen ist. Tas wird ferner durch me Ausführungen bewiesen die die Staatsminister Rothe und Kuchler im Jahre 1899 gelegentlich der Beratung über die Grund- und Gewerbesteuer in den Motiven zu denselben auSgeftihrt haben — Der AuSschußberid't gibt diese Ailsfühnrngen wörtlich wieder und sagt dann: Auch wir halten eine Berichtigung und assmahliche Fortführung der Kataster nach Bedarf, ähnlich wie ui Württemberg und Preußen, ohne große Schmierigkeiten für durnssu^rbar, und wir glauben schließlich, daß dem tatsächlich steuerlich am meisten fühlbaren Mißverhältnis zwisck>en Kataster und Wirk- lid)feit in dem Dauplatzgebiet aufblühender Ltadte durch die Einführung einer z>i>eckentsprechenden WertMwachssteuer abgehol- fen werden kann. Wir können demnach bie Notwendigkeit der Veseiticwna der heutiaen. auf hem Ertrag benfienten l'lanralcn Verwendung findet. t Viel Geist, unzweifelhaft, viel Witz, nirgends flache Sl- luationskomik ä la Blumenthal. Das sind die Vorzüge dieses sranzöselnden Wiener Dreiakters von magerster Handlung. 'Denn die Vorgänge sind, man sieht's allzu deutlich, nur passen. Erstes Blatt. 155. Jahrgang SamStag 7. Oktober 1905 vezngSpreiS: GietzenerAnMgerN w Eeneral-Anzriger v Amts- Md Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen MW 5 Dem Abc Abg. Wolf an die Negierung gerichteten festgestellt, daß am 1. Oktober gegen den Brünn abgegangenen Schnellzug, der Herr eigentlich In einer vom Interpellation wird 1 Uhr nachts von Dreiakter folgte noch ein Einakter: Die Banauscnschlacht, Groteske von Leo Lenz. eine große Anzahl Teilnehmer des deutschen VolkStageS in die Heimat znrückbrachte, ein Dynamitanschlag verübt wurde. Von verbrecherischer Hand war in derNähe der mährischen Station BlanSko eine zur Explosion vollständig bereitgestellte Dynamitpatrone otif einer der Schienen befestigt worden, die erst unmittelbar vor Passieren des Zuges vom Streckcnaufseher entdeckt und entfernt wurde. Die Patrone war stark genug, um die Maschine zu beschädigen und den Zug zur Entgleisung zu bringen. Die Interpellation, die von Abgeordneten aller deutschen Parteien gefertigt ist, verlangt strenge Untersuchung und Veröffentlichung de§ Ergebnisses, damit ersehen werden könne, zu welch fürchterlichen Mitteln der tschechische Fanatismus im Kampfe gegen das Deutschtum greift. -Lenz" führt, nach Kürschners Litteraturkalender, den poesieumwobencn Namen Schwanzara, er ist Negierungsbauführer bei den Kgl. sächs. Staatscrscnbahnen ' in Dresden und gleichfalls Wiener von Geburt. Auch er stellte einen Maler in den Mittelpunkt seines Stückleins. Herr Maler Dr. phil. Oskar Reimers, der im Besitze der Pariser großen Medaille ist, begibt sich auf die Freite in das Haue des ehemaligen BraucreibcsiherS Tullinger. Dieser brave Bürger, dem alle Kunst ein höchst überflüssiges Ding ist, hat nämlich eine ganz auS der Art geschlagene Tochter, deren feines Herzchen er auf der Straßenbahn im Fluge eroberte, um ihr dafür daS seine für alle Ewigkeit zu schenken. Der reiche Papa Tullinger aber will von dem »Hungerleider" nichts wpsen. Er ruft seiner Käte Nenntante nebst Gatten Die Cholera. Der preußische „StaatSanz." meldet: Vom 5. bis 6. Oktober, mittags, wurden zwei choleraverdächtige Erkrankungen im preußischen Staate amtlich neu gemeldet. Von den Erkrankungen betrifft die eine einen Mann etwas Gewolltes, nicht Ursprüngliches an sich. Kein Zweifel, zur Sentimentalen besitzt sie die besten Eigenschaften, nicht so zur munteren Liebhaberin. Allerdings trafen ihre kleinen Bosheiten gestern mit Grazie ins Schwarze. Di-e überaus spitze Abfertigung des Aufdringlichen im 2. Akte gelang ihr ganz köstlich. In Herrn Goll besitzen wir jedenfalls auch einen vor- züglich geschulten Künstler. Vortrefflich war namentlich, wie er die richtige Tonmischung zwischen Behaglichkeit und bewußter Energie fanb. Seine Art ist ungezwungen, frei; obendrein hatte er seinen Part, auch in dem folgenden Einakter, recht verständig auf- und angefaßt, sodaß er den besten Eindruck machte. Herr Lüttjohann dagegen ist kein Bonvivant. Für Repräsentanten des allverführerischen Ewig-Männlichen fehlt ihm heute noch nahezu alles. Er besitzt wahrhaftig auch illcht den inindcstcn Stich ins Dekadente. Seine überaus treuherzige Liebenswürdigkeit, seine ganz unspitzfindige jugend- liche Frische und harinlose Heiterkeit verleugnete er ailch gestern abend nicht, am Platze aber war das alles nicht. Die Voraussetzung für solche Nollen bildet doch eine ganz besondere Portion an vielfältigen Lebenserfahrungen und pikanten Erlebniffen. Sie allein ist imstande, Schwcrenötereien glaubhaft zu machen. b t, 6 Oft. Dre Spielzeit unsere? Hof- theaterS bat wahrend der ersten bcibcn Wochen in dem neuen prächtigen Hause einen vielversprcclienden An sang ae- 5n,nfe?n’ • das Sckxiuspiel, wie die Oper, ist durch eine Kräfte vorteilhaft ergänzt worden und auch bezüglich der Auswahl der Stücke, wie der Inszenierung macht uch Em erfreulicher Schwung bemerkbar. Tas Schauspieleirsemble hat uns vor allem die entzückende Aufführung des geistvollen « Fahrplan- noch nicht alle Zwei haben, ist es un8 n Den TasklMsahrplan " hessisch-^ ber heute fortgesetzte von 20000 Ml. au je 5000 Mk. auf ? je 2000 TK auf Ni 35842 30459 450 56186 59437 627c M Promeno lV/2 Uhr in der ( 1. Ouvertüre zu Walzeck von Sir von Wagner, 4. l 1. Bat. Garde 18 Shgimenttfapette ir " Die ssifch. tijäffigkn bie f)iefic kidjloffan eine nod verordneten-Ber bah \\t sich für die i rcittn schreiben de le Wczen verdürben, ^nfßärnngen und Porten abgeschnitd den sfifchinarkt wollen oder nicht/ -Persona^ Müllerschule zu Fl !• CHober zum Le unter Teich,ng ir ben Ruhestand l8meindelch„le z„ sk'n Rachchn, unt T'eostr, mit Wirkt» ”rö;' i« Mim ^WBmütiqen verlie! m Isfeld, 6 Borarbeiten tüflthg vn deon L MG-nttzra im .?Egreruna jr Landrat b, Rrnisteriairat 4 ^'lterrum,zusm greifen die ©s Md Jid ** «e Sm 3" - (*!' fr.»*' °" 8" Hilfe, imd mm entflammt eine Schlacht zwischen dem jungen Künstler und den Banausen, in der auf beiden Seiten die Fetzen fliegen. Der Freier bekommt die allerärgsien Grobheiten zu hören, einem gehörnten Siegfried gleich aber prallen alle krütengiftigen Pfeile von ihm ab. Ohne Achtung vor Tante Mühlmann's Schwarzseidenem, deren kubischer Inhalt von alberner Engherzigkeit rind gallenbittrer Niedrigkeit trieft, übertönter ihre Blechmusik, ärgert er sie zum Hause hinaus. Pvpa Tullinger wütet. Und da ein Prinzipien reitender Philister unbekehrbar ist, so muß endlich, um zum Ziele zu gelangen, Reimers den Kampf nut Kavalierswaffen aufgeben und zum Knoten greifen. Tullinger schickt den vermeintlichen Daumenlutscher zwar zum Kuckuck, aber Herr Reimers geht nicht zum Kuckuck, sondern vielmehr mit seinem Schwiegervater in spe streng ins Gericht und »nacht ihm unverblümt klar, welch fürchterlicher Banause er ist. Tullinger begreift zwar gar nichts, wie er aber schließlich hört, daß Reimers große Reichtümer besitzt, von denen Vater und Tochter bisher nichts ahnten, da giebt er gehorsamst zitternd seinen väterlichen Segen. „ Man erfreute sich an icr frischen kleinen Offcnherzig- rert oev Herrn „Leo Lenz" eoenso wie an der treffenden Darstellung. Herr Goll zeiate für den vornehmen, beworfe- nen und dennoch unantastbaren Gentleman das rechte überlegene und selbstsichere Wesen, und einzelne kleine Ruaneen, wie z. B. gleich der korrekte Eintritt, und dann, da er schnell bie Situation überschaut, die kordiale Begrüßung Tuumgers und das spöttische Kopfnicken vor Madame Mühl- mann usw. usw. bewiesen den respektablen Grad seiner Ebarakterisierunaskiinst. Tas Banausentum vertraten mit vollkommener Sachlichkeit d'2 Herren Lippert und Men- d e l nn Bunde mit Frau Fischer, und das schönh'alsiqe prl. Sch eilen berg offenbarte sich als ein von Gekünstelt- tem freies, gewinnendes Talent von natürlicher Anmut P. W. Märchendramas „G h ges und fein Ning" von Hebbel gebracht, das von den bewährten ersten Straften (Frl. Eichelsheim, Herrn Lvehr usw.1 mit vollem poetischen Zauber vor Augen geführt wurde. „Romeo und Julia", „Der letzte Briest' „Ultimo" und „D ie Siebz e hniä hr ig en", letzteres als Premiere (ein Jahr nach Gießen! D. Sieb.), schlossen sich an und boten den neuen Mitgliedern Gelegenheit zur Beibringung ihres künstlerischen Befähigungsnachweises. Frl. Göthe verkörpert« die leichtfertige, liebeslüsterne siebzehnjährige Erika mit großer Feinheit und Routine, cs fließt echtes Theaterblut in ihr, und der „Kadett Frieder" deS Herrn Walbera, eine unglückliche, verzeichnete Rolle, wurde dem Publikum mit viel Geschick und Talent sympathisch näher geführt. AlS eine echte Sbakespeare'sche „Julia" voll südländischem Temperament und feinninstlerischer Charakte- nstik hat sich Frl. Treitz bei uns emgesührt. Ungleich reichhaltiger war das bisherige Ovemrepertoire. Hier bekamen wir nach dem „Fliegenden Holländer" „Carmen" und der „Weißen D am e" den „Freis chü tz", „Z a r und Z im- vl er nt a nn", „F au sck', „Die M e i st er sin g e r" und „Artftait und Isolde" zu hören. Im „Freischütz" er- wies sich Frl. Neßler, eine erst frisch vom Konservatorium kommende Künstlerin, in der Rolle der „Agathe" als eine stimm, begabte Anfängerin, die bei gutem Fleiß TüchtigeS zu leisten verspricht, während sich der Magdeburger Bassist, Herr Stephani durch sein herrliches Organ und sein vortreffliches Spiel als „Kaspar" sofort . die volle Gunst des Publikums errang, die Uch . 'N den Partien als „Mephisto" und „Pogner" noch mehr vertiefte. Herr Hillder wurde in seiner ersten Partie alS „Beck- mesieck gleich vor eine sehr schwierige Aufgabe gestellt, bie ex ntd)t ganz den Anforderungen entsprechend löste, dagegen war [et” ,-Erbforster_ Kuno' eine recht annehmbare Leistung. Die k6 Skr^au^nl^nm9 Eröffnung war zweifellos „Tristan und Isolde . t^wer trefflicher Heldentenor, Herr Spemann, fang vUnt J?laL ^*;n -Tristan" für den sein herrliches, auch^d'e groyten Schwierigkeiten sieghaft überwindendes Organ vorzüglich pradestmiert tft. Tie Szenen im dritten Akt mit -,v£an r 1 $"Wska) standen gesanglich und darstellerisch Hohe und können auch von den berühmtesten Tristan- ^Ut*U^TtT°Än werden. Die „Drangäne" fang ö-a?U Mosel-Tomschick, die ihre Aufgabe künst- Waf "^ne Frage eine reichtalentierte ^•1Lbcn kleineren Rollen des „Hirten" und des Ä ? lich auch bie Herren Dr. Kuhn und Day in h! bcr- der nach bestandenem Assessor $Ihl-v/T8 •L öur Bühne überging, hatte auch "^avch den „Meistersingern" eine flotte und gesanglich sehr ansprechende Leistung dargeboten. Erstmifführin?V-«’ ?• 2m Schauspielhause fand die Ein-Dorrit", nach einer Idee von S Vh statt Das Publikum nahm das >_,tuck trotz vieler Längen und Flachheiten beifällig auf. für eine friedliche Entwicklung der Kolomen unb als bestes Mittel, die unerfreulichen Ereignisse in Südwest- und Ostafrika zu verhindern. Gerichtsassessor Ramelow-Berlin behandelt den Einfluß der Auswanderung auf das Wirtschaftsleben des Mutterlandes. , , . —-Uebcr die badischen Land tags wählen tnt -ouh wird eine amtli'che Statistik veröffentlicht, aus der lick, . wie die „Fr. Ttsche. Pr." schreibt, wieder einmal der W i de rjinn des indirekten Wahlsystems ergibt. Bei deii Urwahlen entfielen auf das Zentrum 1113 897, die Liberalen 65o 808, den Bauernbund und den Bund der Landwirte 224 38o, die Konservativen 29 308, die Demokraten 15 529, die Sozialdemokraten 463 789 Stimmen, unbestimmt und zersplittert waren 52 038 Stimmen. Wie die „Münch. Allg. Ztg." ausrechnet, kamen danach auf hundert abgegebene Stimmen 43,6 für das Zentrum, 26,3 für die Liberalen und Demokraten, 9,9 für die Konservativen, bie Bauembündler und den Bund der Landwirte, 18,1 für die Sozialdemokraten. Es hat also das Zentrum, das nahezu zwei Drittel aller Abgeordnetenmandate, 102 von 157, erlangt hat, noch nicht einmal die Hälfte der Wähler hinter sich. Nach der Zahl bcr abgegebenen Urwählerstimmen hätte das Zentrum nur Anspruch auf 70 Mandate, während auf die Liberalen, die tatsächlich nur 23 erhalten haben, 43 entfallen müßten. Mannheim, 6. Oft. Der heute wegen der Fleischnot erstmalig unter städtischer Regie abgehaltene Fi sch markt war so stark besucht, daß in kurzer Zeit der ganze Vorrat auS- verkauft war. München, 6. Oft. Tor ehemalige bayrische Justizminister v. L e o n r o d ist heute hier gestorben. bung, Hebung der Volksgesundheit, Berücksichtigung von Geschlecht und Alter bei Verteilung der Arbeitslast und für Verkürzung der Arbeitszeit im Hauptberufe unter gleichzeitiger Ausbilduiig in einem Nebenberufe ganz anderer Art. Vor allem sollten bie für Leib und Seele vorteilhaften Beschäfttgungen mehr ausgebreitet werden. Zur Einigung der Liberalen hatten wir einer Zuschrift eines l)essischen „Teilnehmers" am Wiesbadener Parteitage der fteifin- niaen Volkspartei Raum gegeben. Tie „Freie Deutsche Pr." bedenkt darob den Einsender mit einigen Liebenswürdigkeiten. „Es ist wirklich zwecklos — so schreibt uns heute der Verfasser jenes Artikeln — auf diese freundlichen Zeilen des Hauptorgans der Parteileitung einzugehen, denn das Blatt war leider schon immer ein Störcnftied einer Einigung der Liberalen und nur dem aufrichtigen Bestreben, die bei uns in Hessen bereits erfolgten Schritte zu einer alle entschieden liberalen Elemente umfassenden Verständigung nicht schettern zu lassen, entsprang die Zuschrift, welche den Zorn der „Fr. T. Pr." heraufbeschworen hat. Ucber die Art der in bcr Zimmerstraße in Berlin beliebten Polemik ist ja gerade in Parteikreisen nur zu oft geklagt worden, als daß man sich darüber noch weiter auftegen könnte. Man wird sich eben damit absinden müssen, daß die „Freie Deutsche Presse" auch fürderhin geneigt zu sein scheint, jedermann in der Partei in den Bann tun zu wollen, der sich nicht seine Zustimmung in der Berliner Zimmerstraße abstempeln 'äßt. Daß uns Hessen das ziemlich kalt läßt, wird uns wohl niemand verübeln, dafür aber umso begreiflicher sein, als wir selbst wohl am besten wissen müssen, was zu einer Belebung der freisinnigen Bewegung in Hessen beitragen kann. Soviel aber sei hier doch gesagt: Tie „Freisinnige" sel. Angedenkens hätte klüger getan, sich einmal auszulassen darüber, ob nun die Verständigungen der Liberalen in Bayern und in Baden, der Freisinnigen in Schleswig-Holstein und in .Darmstadt, woran überall die bösen Nationalsozialen beteiligt sind, zunichte gemach! werden sollen, und schließlich auch darüber, ob die Eisenacher Parteigenossen die von den Nationalsozialen angebotene Waffenbrüderschaft für die bevorstehende Ersatzwahl zum Reichstag ablehnen sollen. nächste Zeit in Aussicht genommen fein. Die Japaner würben in ähnlicher Weise gefeiert werden, wie kürzlich das französische Geschwader. Belgrad, 6. Okt. Der ,Dnevni ßift* meldet: Die Regierung beschloß, gegen den Expremierminister Wladan Georgewitsch wegen Verletzung von StaatSgeheim- nissen, begangen durch die Veröffentlichung von Staatsakten in feinem Werke ,Da§ Ende der Dynastie^ die Anklage zu erheben. Konstantinopel, 6. Okt. Die Polizei verhaftete deS Nachts in Skutari den armenischen Bisch of Vehablian, sowie dessen Gehilfen. Das allgemeine Wahlrecht in Oesterreich abgelehnt. Wien, 6. Okt. (Abgeordnetenhaus.) In der fortgesetzten Verhandlung der Tringlichkeits- anträge betr. daS allgemeine Wahlrecht tritt Abg. Romanczuk (Ruthene) für rasche Wahkreform ein, während der Abg. Ebenhoch (Ztr.'i seinen Antrag begründet unter Hinweis darauf, daß die Einführung des allgemeinen Wahlrechts ohne vorherige Feststellung der unbedingt unerläßlichen Grundlagen eine große Gefahr bedeuten würde. Ministervräsident Frhr. v .Eiautsch erklärt, die vorgebrachten Reden hätten ihn von seinem bereits gekennzeichneten Standpunkt hinsichtlich der Wahlrechtsfrage nicht abzubringen vermocht. Er könne dem Hause bei der Zlbstinnnung keinen theoretischen Grundf.-ch als Richtschnur empfehlen. Nach der Zahl der Generalredner wird über sechs Dring- lichkeitsanträgc, welche die Regierung zur sofortigen Einbringung einer Vorlage über das allgemeine, gleiche, bireFte und geheime Wahlrecht auffordern, gemeinsam und namentlich abgestimmt. Gegen die Dringlichkeit stimmen 140, dafür 155. Tie Dringlichkeit erscheint, da die Zweidrittelmajorität fehlt, abgelehnt. Gegen de Dringlichkeit stimmten die Polen, das Zentrum, der konservative und verfassungstreue Großgrundbesitz, ein Teil oer Fortschrittlichen und ein Teil der Italiener. Die Abstimmung der bäuerlichen Mgeord- neten, die gegen die Dringlichkeit sttmmen, lvird von den Tschechisch-Radikalen mit Pftlirufen begleitet. Hierauf wird der Tringlichkeitsantrag Ebenhoch, der nur die Regierung zu Studien über die Wahlreform auffordert, mit 137 gegen 124 Stimmen abgelehnt. Gegen den Antrag sttmmen die Tschechen, Polen, Südslawen,''sowie die konservativen Großgrundbesitzer .Somit erlanate kein Ant rag die Zweidrittelmajorität. D-e Sozialisten Schumajer und Ellenbogen rufen: „Hoch mir dem allgemeinen Wahlrecht. An diese Llbstimmung wird daS Haus denken. Darauf wird die Straße antworten." Nach Erledigung mehrerer Imunitätsangelegenheiten verliest der Schriftfi'hrer eine Zuschrift des MinisterpräsiM deuten, wonach daS HauS vertagt wirb. Hierauf wird bie Sitzung geschloffen. Kirche und Schule. Kirchlich-positive Vereinigung für Hessen. Arn Mittwoch versammelten sich in Frankfurt aus Hessen unb Frankfurt gegen 150 Freunde eines positiv-kirchlichen Glaubensstandpunktes, um Stellung zu nehmen gegenüber den neuesten Erscheinungen unb Ereignissen auf theologischem und kirchlichem Gebiete. Das Referat hatte Pfarrer Widmann- Darmstadt, der die Notstände schilderte, wie sie durch eine immer radikaler werdende Strömung in der sogenannten modernen Theologie km kirchlichen Gemeindeleben hervorgerufen würden. Es könne so nickt mehr weitergehen, da andernfalls die bestehende Kirche dem Zusammenbruch entgegengeführt werde. Man dürfe nicht länger zusehen, wie allmählich aste Lehrstühle auf den Universitäten unb Prcbigerseminaren, und alle 5ianzcln mit Vertretern einer glaubens- unb pietätslosen Richtung besetzt würben. Es gelte, fick mehr zu rühren unb zu zeigen, baß der „alte Glaube" noch mutig vertreten werbe. Ergänzt würben bie Ausführungen von Pfarrer Werner-Frankfurt, Wahl-Langen, Fritsch-Ruppertsburg, Geh. Kirchenr.tt D. Kalbheun, Scriba-Erbach, Wolf-Rumpenheim, Pros. AllenborftOffcnback, Prof Geist-Friedberg, Schloßhauptmann Baur-Schönbcrg, Pfarrer Lepdhecker-Auerbach, Walz-Darm- slabt. Man beschloß die Gründung einer kirchlich-positive n Vereinigung für bas Groß Herzogtum Hessen, die mit der in Baden bestehenden Gruppe Z-ühlung nehmen soll. Eine in Frankfurt demnächst zu gründende positive Vereinigung dürfte sich angliedern. * Pfarrer Bernbeck in Okarben, Mitglied bcr Hess. Landes- synobe, schreibt uns: Der „bie hessische Landeskirche im ersten Halbjahr 1905" überschriebene, bcr „Chronik bcr christlichen Welt" entnommene Artikel in Nr. 221 unb Nr. 222 bes „Gieß. Anz." beschäftigt sich u. a. auch mit einem gelegentlich ber letzten Tagung bcr Lanbesfpnode von einigen Svnodalen ber „Neckten", zu, benen auch ich gehöre, gestellten Antrag, ben Vorsitz bcr Geistlichen im Sckulvorftanb betreffend, in dem Aufhebung ber Bestimmung gefordert worden ist, nach bcr die Geistlichen verpflichtet sind, ben Vorsitz im Schulvorstand, falls sie damit betraut werden, zu übernehmen. Den Darlegungen des Verfassers gegenüber stelle ich folgendes fest: 1 > Es ist unwahr, daß bcr fragliche Antrag dur> einen Artikel des Pfarrers Korcll- Königstädten im „Sckulösten" veranlaßt worben ist. Schon längst, ehe bicser Artikel erschien, war bcr Antrag beabsichtigt und vorbereitet. 2) Es ist unwahr, baß die Antragsteller sich „lebiglich aus politischen Grünben zu diesem von ihrer Seite verblüffenden Antrag verstanden" und „in bcr unbewußten Tiefe ihres Gemüts feine Verwirklichung nicht eben sehr energisch gewünscht hätten." Eine berartige Unterstellung weise ich, zugleich auch für bie Mitantragsteller unb die Mitglieber bcr „Rechten", die für den Antrag gestinrmt haben, entlüftet zurück. 31 Es ist unwahr, „doch bic „Linke" dem Antrag mit Freuden beigetreten ist unb bie Synode ihn einstimmig angenommen hat." Der Antrag wurde vielmehr in non mir beantragter namentlicher Abstimmung mit 32 gegen 19 Stimmen angenommen. Unter den Synodalen, bie, gegen ihn gestimmt haben, befanden sich 11 Mit- glieder der „Linken" und nur 2 bei organisierten „Rechten". Ausland. London, 6. Okt. Dem ^Daily Expreß" zufolge soll der Besuch eines japanischen Geschwaders unter dem Kommando des Admirals Togo in England für die lassen, 608 ’’ gin der Le'iE & **■ S*ng »™in s WM nur »R ,u machen. -fit, mit allen lisch und sinanzl zuq ^onBerlin fern nr£t ju vermeß > Ausstiche Memgkciten. In einer Petition protestieren Anwälte gegen das vollständige Versagen der Polizeiorgane. Infolgedessen sind mehrere Anwälte wegen der Kritik in die Verbannung geschickt worden. Auf den KreiS-Polizeichef Saikin deZ Gouvernements Saratow wurde im Dorfe Kliutschi ein Attentat verübt. Fünf Individuen feuerten auf Saikin Revolverschüsse ab unb verwundeten ihn tätlich. Die Täter entkamen. In Tiflis wurde von Tataren eine Bombe vor einen 2ttaßenbahnwagen geworfen. Sie explodierte. Der Wagen wurde zertrümmert. Zahlreiche Passanten erlitten Ver- wundungen.________ Deutsches Reich. Berlin, 6. Ott. Der Kaiser hörte gestern im Jagdschloß Rorninten bie Borträge des Staatssekretärs von Tirpitz und deS Chess des Mattnekabinetts, Frhr. v. Senden-Bibran. Wie verlautet, beabsichtigt der Kaiser mit dem Turbinen- bampser „Kaiser" in Begleitung des Staatssekretärs v. Tir- pitz eine Probefahrt zu unternehmen. — Heute vormittag hielt ber Kolonialkongreß feine zweite Plenarsitzung ab. Den ersten Vortrag: „Die AuSwandcr- umi als weltgeschichtliches Problem" hält Professor Dr. Rathgcn- Heidelberg. „Die politische, militättsche unb volkswirtschaftliche Bebeuttmg einer starker Seemacht" ist bas Thema des zweiteri Dorttagcs von Generalleutnant z. D. v. Siebert, früheren Gouverneur» von SÜbwestaftika. Am Nachmittag sprachen Professor Dolkcns-Berlin über bie wichtigsten K'autschukarten, Schulte im Dofe-Berlrn über das Stadium bei tropischen Agriknlturchemie, verschiedene Redner über Tropcnftankheiten und deren Behandlung. Pastor Froberger, der Provirrzialobcre bcr Weißen Väter in Arier, und Pfarrer Richter-Schwanebeck bekämpften ben I lam als eine Gefahr für die afrikanischen Kolonie ir. Daurat Gie Neuerung gerichteten m 1. Oktober gegen den enen Schnellzug, der utschen VolkstageS rainitanschlag verübt : in beraubt der mäh« ofion üoQfiänbig bereit* der Grienen beteiligt fieren des Zuge^ tovet wurde. W 'Ww a d^S-sad^^n und den Die Interpellation, die rieten gefertigt ist, ver« ffenisichling de? Ergeb« , zu welch fürchterlichen im Kampfe gegen das L meldet: Som 6. » choleraverdachtrge kaate amtlich neu ge- ff die eine einen Man» ^eTU^ier 6 W *8 TW- V / n" und be 1 CrUnb3^r dütz" "^-V. e r" und M-'s'ÄAn" » ZM ,-nfnrtUff kwN« stimm, .flgatk. Ä zu leiste Stepha^ aer Vvsst^-i,- Spiel als 2 m-tz Pt eriren M die er tena' fern ^gan nbcrmin^u^E mit ÄSS» m finib «®"2 t*«S* £#k ^bcsta^" "batte -"4 Ä bergig' We *\z/ fnte i|V A-tzO Ass" :‘«Xä Di. r 5E*«< :u ®'en- 6. 01 Pu 0'ortMn Ein. -Hicine, gleiche, direkte Wamunb namenk •“/taten 140, bafüt Steibrittelmojorist SWeit ffimmfeti «e iWMkrfS- für d-« ( Je, Eibene ;""h»e 2Qmpf sie lcj bet fe d M le