Nv. 132 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Äffl* mit «uknahm« bei Comtfogä. A4 a aa Di« ^Gießen« AamillenblStter- werden dem l|w| jz || 0gj Ä g »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der BF B? K UW 1L, B M. B R MM R, ^lßjch» Lav-skt" erscheint monatlich einmal. tr v KV V * v V V Sr m jj| W Mittwoch 7. Juni 1905 Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UnwersitLtsdruckerei. R. Lange, Gieße», Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.t» Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gieße», General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. KeKamümachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Lie nach § 6 deS Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlages von Fünf vom Hundert, pro Monat Mai 1905 für den Lieserungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: Hafer Mk. 18.20, Heu Mk. 7.35, Stroh Mk. 5.25. Gießen, den 7. Juni 1905. Großherzogliche- .D'eisamt Gießen. Dr. Breidert. Volltische Tagesschau. Fürst Bülow. Der Kaiser erschien am Dienstag früh persönlich fm ReichSkanzler-PalaiS, um dem Grafen Bülow die Erhebung in den Fürstenstand mitzuteilen. Die Allszeichnung kam dem Kanzler selbst überraschend. So lautet eine uns heute zugegangene Meldung des Depeschenbureaus Herold. Nach dem Zustandekommen der Handelsverträge im Reichstag hieß eS, Graf Bülow habe den Monarchen gebeten, von der Erhebung in den Fürstenstand abzusehen, indem er Rücksicht auf die mit dieser Würde verbundenen Repräsenlationskosten vorschützte. Inzwischen soll dem Kanzler eine beträchtliche Erbschaft zugefallen sein. Von mehreren Seiten wird in der Presse hervorgehoben, daß die Verleihung der Fürstenwürde am Tage der Vermählung des Kronprinzen weniger einen politischen, als einen intim-persönlichen Charakter habe. Man zählt als Erfolge, die der Reichskanzler in der inneren wie in der äußeren Politik zu verzeichnen hat, außer den Handelsverträgen die Sicherung der Kanalpläne, der Berggesetznovellen in Preußen und die Durchführung der Marokkopolitik auf. Den unglückseligen Zolltarif, dessen schlimme Folgen erst die Zukunft enthüllen kann, verschweigen die meisten Blätter. DaS „Glück" des Grafen Bülow zu vervollständigen, hat just an diesem Tage sein hartnäckigster Widersacher in neuerer Zeit, der französische Minister deS Aeußern, DelcassL den Platz räumen müssen. Wurde auch von Berlin aus nicht auf den Sturz des eigensinnigen Delcassö hingearbeitet, wurde vielmehr wiederholt betont, die deutsche Regierung sei an dem Bleiben oder Gehen dieses Staatsmannes nicht interessiert, so ist doch unwiderleglich den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine nicht unbedenkliche Schärfe genommen. Vor etlichen Wochen, als Deleafsö fortgesetzt sehr trotzig und selbstbewußt auftrat, rechneten besonnene Männer allen Ernstes mit der Möglichkeit eines zum Kriege führenden Konfliktes. Delcaffs ist noch zur rechten Zeit ausgebootet worden. In jedem Falle, bemerkt die „Voss. Ztg.", beweise die neue Gunstbezeigung, daß der Herrscher seinem ersten verantwortlichen Ratgeber das vollste Vertrauen entgegenbringe und daß die Stellung deS Kanzlers heute so gefestigt ist, wie nur je zuvor. Das „Berl. Dagebl." meint, wir Deutschen hätten kerne Ursache, dem nunmehrigen Fürsten Bülow die seltene Auszeichnung zu mißgönnen, die ihm sein dankbarer Souverän verliehen. Mit allen seinen Vorzügen, mit allen fernen Gebrechen bleibe für das deutsche Volk Fürst Bülow derselbe, der er als Graf gewesen. Möge uns die Hoffnung nicht täuschen, daß Bülow sich vorkommenden Falles als ein Mann erweisen werde, der innerlich mit allen feudalen Vorurteilen gebrochen habe. Dafür würde ihm das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit auch als Zugehörigen des Fürftenstandes alle Zeit Dank wissen. — Die ,MolksztK" sucht nach den Gründen der Auszeichnung Bülows und glaubt, daß diese auf dem Gebiete der inneren Politik nicht zu finden seien. Wahrscheinlich lägen also die Verdienste des Reichskanzlers auf dem Gebiete der auswärtigen Politik Bülow sei b e st en fa l l s auch hier nur zum Handlanger berufen gewesen. Es sei wohl nur noch eine Frage der Zeit, daß den: „Fürsten Bülow' der „Herzo g Bülow" folgt. Dann würde sich wahrscheinlich ein niedliches DotatiöncheN finden. Klössen zur Berliner Kochzettsfeier. Ein führendes politisches Blatt, die Zentrums- .Germania«, sinnt der zukünftigen Kaiserin jetzt schon eine politische Stellungnahme und politischen Einfluß an. Das Zentrumsorgan bietet „Liebe um Liebe« und fahrt wörtlich fort: Wir sind weit davon entfernt, anzunehmen, daß die dem- /iächstiae Kronprinzessin in den engen intolerantenAn- Ickauunaen der osfiziellcn Gesetzgebung ihres Heimatlandes Mecklenburg gegenüber den Katholiken sich bewegt., Wir vertrauen vielmehr, daß sie °i,ch ihrer Stellung als Kronprnizelstn und als d mnäch tige deutsche Kaiserin sich der Ausgabe bewutzt sem wird, die sie in dieser hohen unparteiischen und mterkonsessionellen Stelliuig zu erfüllen haben wird." D,e Germania" als die Verfechterin der Toleranz und der Unparteilichkeit zu sehen, ist schon ein zum mindesten seltenes Bild. Seltsamer aber noch ist es, daß cm politisches Blatt die junge Kronprinzessin förmlich gewaltsam dazu nötigen möchte, doch um Himmelswillen ja zum politischen Faktor zu werden Die junge deutsche Fürstentochter durfte sich bis letzt mehr mit schönen Künsten, Reitsport und Tenmsspiel als nut Politik abgegeben haben. Um so abgeschmackter ist es, sie zu beschwören: .Sei so gut und regiere ein bischen mit.- Wir haben übergenug unverantwortliche politische Einflüsse in Deutschland, und Damenpolitik war niemals sonderlich heilsam wie uns die Weltgeschichte lehrt. Wir vertrauen, daß die zukünftige deutsch- Kaiserin klug und taktvoll genug ist, daß sie vom echten deutschen Frauentum so viel besitzt, um sich ausschließlich innerhalb der weiten und wohl zu erweiternden Grenzen edler Weiblichkeit zu betätigen. Harmlos ist eS, wenn die „Krcuz-Ztg.« schreibt: „Die jugendliche Herzogin Cecilie ist auSgestattet mit viel natürlicher Grazie und sieht trotz ihrer hohen schlanken Figur frisch und gesund auS." Die „Nat.-Ztg." giebt folgendes zum besten: „Unseres kronprinzlichen Paares erstes Eheglück wird bekanntlich das Jagdschloß Hubertusstock sehen — das einfache Haus in dem gewaltigen Waldkomplex der Schorfheide, wo der Kaiser alljährlich, „wenn die Hirsche schreien", einige Tage in stiller, weidmännischer Zurückgezogenheit zubringt." In den „Wormser Nachr." dichtet ein Kapuzinerpater: Am Herrscherthrone steht des Himmels Wächter Und schart die Völker unter ihren Herrn: Allheil! es rühmen kommende Geschlechter Die Hohenzollernburg und ihren Stern. Man könnte den Poeten für den Vorsitzenden eines Rad- fahrer-VerbandeS halten. Unpassend war auch sonst manches deutschen Blattes FesteSton. Da gibt e§ Zeitungen von einer Knechtsseligkeit, die erbärmlich wirkt. Leute, auf deren Leben die Kronprinzessin weder den geringsten Einfluß hatte noch voraussichtlich je nehmen wird, die von der jungen Fürstin offensichtlich nichts anderes wissen, als was sie in anderen Blättern gelesen haben, die sie nie zu Gesichte bekommen haben, stellen sich verzückt, und byzantinische Federhelden huldigen die Prinzessin an, wie etwa ein 16jähriger Jüngling seine Laura besingt. Welch ein beklagenswerter Mangel an Geschmack, süßliche Worte aneinander zu reihen über ein Fürstenkind, dessen Leben bisher ohne alle großen Erregungen dahinlies und in daS noch kein trüber, die Seele stärkender und festigender Ton hineingeklungen ist. Dieser Byzantinismus ist um so jämmerlicher, als fast die gesamte Berliner Preffe heftig darüber klagt, wie schlecht sie bei den Feierlichkeiten behandelt und wie deS Berichterstatters Beruf auf alle erdenkliche chikanöse Weise erschwert wird. Welcher bedauerliche Mangel an Selbstgefühl und Achtung vor dem eigenen schweren und undankbaren Berus! Das Publikum in Berlin hat beim Einzug der Herzogin in Berlin die „Schutzmannsketten zerrißen", um die Kronprinzessin mehr in der Nähe betrachten zu können. Wir haben nicht allzuviel Mitleid mit Leuten, die bei solchen Gelegenheiten in quetschendes Gewühl geraten, wenn sie in sinnloser Neugier drauflosdrängen. Aber zuweilen muß da auch der Gerechte, der nur aus Zufall in das Getümmel und Ge- lümmel geraten ist, mit dem Ungerechten leiden und deshalb ist es betrübend, daß in Preußen die Polizei immer die Hauptrolle bei patriotischen Freudenfeiern inne hat. Daß das Militär bei diesen Anlässen als Dekoration und Aufputz dient, ist begreiflich. Die Uniformen sind bunt und blank, und wenn nicht der ganze Zauber in der schwarzen Häßlichkeit von Fräcken und Zylindern untergehen soll, so muß Farbe in das Bild. Aber wenn man die ehrlichen Vaterlandsverteidiger in „historische" Uniform kleidet, so bekommt das Ganze einen Stich inS Puppentheaterhaste. Zur Kisenöahnlarifresorm. Die Einnahmen ans dem. Personenverkehr Men' zN den Ausgaben in ungleich ungünstigerem Verhältnis, als dies, bei dem Güterverkehr der Fall ist. Deshalb hat sich der preußische Landtag wiederholt dahin ausgesprochen, daß bet einer Reform der Personentarife der Schwerpunkt auf deren Vereinfachung zu legen sei, eine nennenswerte Verminderung der Einnahmen aus dem Personenverkehr aber nicht eintreten dürfe. Was für die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft, deren Vahnbesitz einen so reichen Ertrag liefert, gilt, greift in noch höherem Maße für die kleineren Staatsbahnsysteme Platz, deren Rente beträchtlich geringer ist. Bei der jetzt in Aussicht genommenen Reform der Personentarife ist daher nicht Verbilligung, sondern Vereinfachung der in erster Linie leitende Gedanke. Die „B. P. N." führen hierüber anscheinend halbamtlich aus: „Daneben gilt eS schon im Interesse der BetriebsmittÄ- gemeinschaft, auch das zur Zeit durchaus vielgestaltige Personentarifwesen für sämtliche deutschen Bahnen einheitlich zu gestalten. Diesem Ziele stellten sich insofern erhebliche Schwierigkeiten entgegen, als die süddeutschen Bahnen eine vierte Klasse nicht führen. Die preußisch-hessische Eisenbahngemein- schaft kann aber auf diese Klasse unter keinen Um ständen verzichten, und zwar aus verschiedenen Gründen. Einmal, weil die Einrichtung bei der jetzigen Vervollkommnung der Personenwagen vierter Klasse eine für einen großen Teil des in dieser Klasse reisenden Publikums durchaus zweckmäßige und überaus billige Fahrgelegenheit bietet; sodann aber, weil die Abschaffung der vierten Klasse für einen beträchtlichen Teil derjenigen Reisenden, die jetzt sich der dritten Klasse bedienen, eine große Verteuerung der Reisegelegenbeit bedeuten würde, weil sie, wenn das jetzt in der vierten Masse beförderte Publikum in die dritte Aufnahme fände, in eine höhere Klasse gedrängt würden. Mer diese Schwierigkeiten haben sich schließlich doch nicbt als unüberwindlich erwiesen, nachdem man auch in Bayern sich entschlossen hat, zwar nicht formell eine vierte Klasse einzuführen, aber die dritte Klasse in zwei Mteilungen zu trennen, von denen die eine die Reisenden zu denselben billigen Fahrpreisen befördert wie im übrigen Deutschland die vierte Klasse. Der Schwerpunkt der geplanten Personentarifreform liegt in der Beseitigung der Rückfahrtkarten, sowie aller übrigen zahlreichen Fahrkarten mit ermäßigten Preisen, und in der Einführung einer einheitlichen Fahrkarte etwa zum halben Preise der früheren Rückfahrt- karten. Wenn daher aucy die bisher in der preußisch- hessischen Staatsbahngemeinschast für die D-Züge eingeführten Platzkarten in Wegfall kommen, so kann.doch nicht auf die ver- kehrstechnische Rolle Verzichter werden, die diese Platzkarten zu spielen bestimmt sind. Denn sie verfolgen vor allem den Zweck, sicherzustellen, daß die naturgemäß nicht sehr zahlreichen Plätze in den besonders schnellen Zügen nicht für den Lokalverkehr verbraucht werden, sondern denjenigen Reisenden Vorbehalten bleiben, die weite Strecken zurückzulegen haben. Zu diesem Ende wird für die besonders schnellen Züge, gleichviel ob D-Züge oder nicht, eine nach Zonen abgestufte und in den Preis für die Fakftkarte einberechnete Zuschlag gebühr eingeführt werden. Endlich wird im Interesse der Einheitlichkeit des Gepäckverkehrs auf die Gewährung von Freigepäck, wie sie bisher in der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschast üblich war, verachtet und dafür die süddeutsche Einrichtung! .verallgemeinert werden, wonach für alles aufzugebende Gepäck bezahlt werden muß, aber mit erheblich niedrigeren Sätzen, als sie jetzt in Preußen-Hessen für Ueberftacht zu entrichten sind." Ist diese Reforni ein Fortschritt oder ein Rückschritt, ein Segen oder ein Unsegen? Die Urteile darüber gehen weit auseinander. Ein nationalliberaler Reichstagsabgeord- neter und Tagesschriftsteller findet manches Gute an der Neuerung; die konservative „Schles. Ztg." dagegen möchte die gesamte Reisewelt mobil machen wider diese vom „Fis kalismu s" diktierte Verteuerung des Reisens! In einem konservativen Blatt ist der Zornes- ausbruch bei dieser Gelegenheit überraschend. Es ist noch in Erinnerung, mit wie beweglichen Worten im preußischen Abgeordnetenhaus Mitglieder der Rechten die Regierung beschworen, doch um Himmelswillen nicht der „undeutschen Art", die Scholle zu verlassen und in der Fremde umherzustreifen, durch Fahrpreisermäßigungen Vorschub zu leisten. Damals wurde die schöne Bezeichnung „Eisenbahn-' Vagabondage" geprägt und unter freudiger Begrüßung der Rechten dem Sprachschatz der Nation eingereiht. Andere Konservative appellierten an die Weisheit und Einsicht des Finanzministers, der den Kollegen von der Berkehrsver- waltung kräftig zügeln solle, wenn der letztere etwa mit Tarifreformen liebäugele, die den reichen Ertrag aus den preußischen Staatsbahnen herabzumindern geeignet seien. Nur keine Verbilligung des Eisenbahnfahrens! Es wird noch viel zu viel gefahren ! Und jetzt erhebt eine konservative, häufig sogar zu halbamtlichen Kundgebungen benutzte Zeitung Einspruch gegen den Geist des Fiskalismus, der die beabsichtigte einheitliche Neugestaltung der Personentarife durchziehe. . . Die Ausführungen der „Berl. Pol. Nachr.", die seit langem ein Sprachrohr der preußischen Eisenbahnverwaltung sind, geben indirekt zu, das Reisen könne einigermaßen kostspieliger werden. Die Einführung einer einheitlichen Fahrkarte ungefähr zum halben Preise der jetzigen Rückfahrkarte ist an sich nicht übel; aber die allgemeine Zu- schlaggebühr für Schnellzüge vergällt die Freude an der Vereinfachung ziemlich gründlich Auch durch die Abschaffung des Freigepäcks wird die Reiserechnung verteuert. Doch noch etwas anderes steht, einstweilen verhüllt, im Hintergründe: Wenn alles aufzugebende Gepäck bezahlt werden muß, dann sucht der zur Sparsamkeit ^nötigte Reisende natürlich den Ausweg, soviel als möglich seinen Bedarf in Form von Handgepäck mitzunehmen. Daraus folgt, daß die Abteile mit Handkoffern in allen Größen, mehr oder minder ingeniös konsumiert, angefüllt werden. Reist eine Familie, so wird für jedes Mitglied, bis zum .Jüngsten, ein Handkoffer verstaut werden. Uno daraus folgt wiederum: daß die Eisenbahnverwaltungen, natürlich im Interesse der Mitreisenden, um sie „gegen Belästigungen zu schützen", beileibe nicht, um Fracht einzuheimsen, solchem Beginnen ein Ziel setzen durch hochnotpeinliche Verordnungen über den Umfang des Handgepäcks. Auf den italienischen Eisenbahnen dürfen Handkoffer ein gewisses Maß nicht überschreiten, sie sollen nicht mehr als 50 Zentimeter Länge haben. Die Vorschrift wird nicht peinlich genommen; wenigstens bemerkten wir bei Reisen in Italien manchen bei weitem größeren Handkoffer, ohne daß von einem Beamten ein Veto eingelegt wurde. Das würde bei der militärischen Genauigkeit, mit der bei uns die Vorschriften gehandhabt werden', kaum vorkommen können. Wir sehen also ahnungsvollen Geistes den gestrengen Revisor mit einem Zentimeterstabe erscheinen und „Zuwiderhandelnde" unnachsichtlich vor die unerfreuliche Wahl stellen, den Zug zu verlassen mit dem unvorschriftsmäßigen Koffer, oder für die Gepäckaufgabe nach Gebuhio zu bezahlen. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Juni 1905. — Auszeichnung. S. K. H. der Großherzog haben dem Kammerherrn und Oberstleutnant a. D. Adolph Freiherrn v. Rotsmann das Hofdienstehrenzeichen für 50 Jahre verliehen. *• Die zweite Kammer der Landstände tritt, wie wir bereits mitteilten, am 14. Juni wieder zusammen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. zunächst die Nachweisungen über die Einnahmen und Ausgaben an Domanial- und Staatsvermögen und die Verwendung der bewilligten Staatsgelder für bfe Finanzperiode 1900/01 nebst 65 Anlagen und den von den Ministerien und der Ober-Rechnungskammer gegebenen Erläuterungen; ferner der Gesetzentwurf über den Text der Gesetze: die Gehalte der Volksschullehrer, die Pensionierung der Volksschullehrer und die Witwen- und Waisenkasse der Volksschullehrer betreffend; die sog. Lex Friedberg; die Vorstellung des Landes-LehrervereinS, Erhöhung der Pensionsbezüge der vor dem 1. April 1900 in den Ruhestand getretenen Volksschullehrer betreffend; vor allenc aber der Gesetzentwurf, die Gemeindeumlagen betreffend. *• Der gestrigen Mitteilung über die Gefährdung eines Automobils infolge eines Bubenstreiches verwerflichster Art tragen wir noch nach, daß zu der Vorsicht und dem erwähnten Geschick des Führers sich der glückliche Umstand gesellte, daß das Automobil ein vierzylindriger großer Wagen mit breiter Spurweite von besonders solider Konstruktion war. Bei einem Automobil kleinerer Konstruktion wäre ein Kentern und Zerschellen und damit ein Verunglücken der Jnsaffen unvermeidlich gewesen. Wenn der Unfall glücklicherweise auch nur auf einer leichten Beschädigung des wertvollen Automobis beschränkt blieb, so dürste doch die mit der strafrechtlichen Verfolgung verbundene Entschädigungssorderung für den Unhold einen bitteren Nachgeschmack haben. Wie wir vernehmen, war es ein Automobil der Neuen Automobilgesellschaft, das diesen ihm aufgezwungenen unliebsamen Rekord so glücklich überstanden hat. ** Militärdienst nachrichten. Ecksto rm, Major z. D., BerirkSoffizier beim Landw.-Bez. Limburg a. &, mit Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Jnf.-Leib-RgtS. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 der Abschied bewilligt. — Auf dem Bräunsteinbergwerk Fernie fand gestern die landespolizeiliche Abnahme der elektrischen Bahn statt, die zur Beförderung des Manganerzes nach der Bahnstrecke Gießen-Gelnhausen erbaut worden ist. Der Abnahme wohnten die Regierungsvertretung und die Bergwerksverwaltung bei. Die elektrische Bahn hat eine Länge von etwa einem Kilometer und führt 600 m durch einen Tunnel. An der Ausladestelle an der Strecke Gießen-Gelnhausen wird noch eine große Erz-Trockenanlage errichtet. Die Bctriebs- eröffnung der elektrischen Bahn soll am 1. Juli erfolgen, gleichzeitig wird die seit 30 Jahren bestehende Drahtseilbahn, die nach der Main-Weserbahn führt, ihren Betrieb einstellen und später abgebrochen. ** Besitzwechsel. Das Anwesen der verw. Frau Dkichert, Goethestraße 31, ging für 34 500 Mk. in den Besitz des Metzgermeisters Jakob Braun über. ** Brieftaubenklub Gießen. Ain vergangenen Sonntag hielt der hiesige Briestaubenklub ein Preisfttcgen von Wittenberg ab. (60 Kilometer Luftlinie.) Die Tauben wurden Samstag früh dorthin gesandt und am Sonntag morgen 9.30 Uhr vormittags in Freiheit gesem. Die ersten Tauben trafen gegen 3 Uhr nachm. in ibrcn Schlägen ein. Folgende Preise wurden vergeben: 1. Preis, Rosenbaum. 2., 4. und 9. Preis Renting. 3. 6. und 10. Preis Schlitt. 5. Preis Henkel, 7. und 8. Preis Hecker. Die Leistungen der Tauben war gut, da did Tierchen mit Gewittercrscheinungen sehr -u kämpfen hatten. Am Montag früh waren fast alle Tauben zurück. "Oesfentliche Arbeitsvermittlung der Nhein- und Maingegend. Das Protokoll über die 6. Verbandsversammlung der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen der Rhein- und Maingegend liegt nun gedruckt vor. Die Verhandlungen fanden bekanntlich am 22. Oktober 1904 in Gießen statt, und wir haben eingehend darüber berichtet. "Allgemeiner Staatseisenbahnverein. Am 1. und 4. Juni ds. Js. veranstaltete der Verein, wie mein uns schreibt, seinen diesjährigen Sommerausflug, dessen Ziel Marburg war. Ebenso wie in früheren Jahren hatte die königl. Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. an jedem der beiden Tage zwei Sonderzüge unentgeltlich zur Verfügung gestellt, welche zwischen 12 und 1 Uhr nachmittags die Vereinsmitglieder nebst Familienangehörigen unserer Nachbarstadt zuführten. Im ganzen beteiligten sich über 4000 Personen an der Fahrt. In Marburg versammelten sich die Festteilnehmer in den Räumen des Museumsgartcns und verbrachten dort den Nachmittag in gemütlichem Zusammensein bei Konzert und Tanz. Unter Vorantritt der Musik wurde kurz nach 7 Uhr abends wieder nach dem Bahnhof marschiert und die Rückreise angetreten. Die Ankunft in Gießen sand kurz vor 9 Uhr statt. Einstinunig gaben die Festteilnehmer dem Gefühl der Befriedigung über den so schön verlaufenen Tag Ausdruck. •• Das Personalverzeichnis der Großherzog l. Techn. Hochschule zu Darmstadt für das Sommersemester 1905 ist uns heute zugegangen. Es ist bei H. Meuzlaw im Druck erschienen und für 20 Psg. zu beziehen. ** Die hessische Handwerkerkammer in Darmstadt hielt dort am 5. d. M. ihre 9. Sitzung. Den eingehenden Bericht über die sehr umfangreiche und vielseitige Tätigkeit des Vorstandes gab Syndikus Engelbach. Die Regelung des Lehrlingswesens verursachte wohl die meiste Arbeit. Gesellenprüfungen haben im Jahre 1904 insgesamt 1547 stattgefunden, in den Meisterprüfungen haben 135 Prüflinge bestanden. Besondere Verhandlungen, so erwähnte u. a. der Bericht, wurden wegen der Konkurenz der Kons um vereine eingeleitet. Als Ergebnis wurde das Vorhandensein einer fühlbaren Konkurenz für die Gewerbetreibenden der Lebensmittel sowie der Bekleidungsbranche festgestellt, dagegen lasse sich kaum schließen, daß eine Konkurenz für das selbständige Handwerk besteht. Eine ständige wiederkehrende Erscheinung aus den verschiedensten Bezirken sind die Klagen über Arbeitsvergebungen an Generalunternehmer. Hierbei sind die genauesten Angaben über das Material nötig. Eingaben gingen hierüber u. a. ein vom Bezirksverband Gießen wegen der Arbeiten von Doppelwohnhäusern auf dem Bahnhof Gießen. Der Bczirks- verband Gießen hatte an die Kammer eine Eingabe gerichtet, welche die Forderung enthält, daß durch die Großh. Hochbauämter vorzugsweise nur diejenigen Handwerker in die Listen der Unternehmer von Unterhaltungsarbeiten rn den Staatsgebäuden ausgenommen werden, welche berechtigt sind, den Meistertitel zu führen. Die Eingabe wurde befürwortend vorgelegt und hatte den Erfolg, daß bie oberste Baubehörde Veranlassung genommen hat, bei den Großh. Hochbauämtern festzustellen, ob eine Aenderung der lragl. Bestimmungen in vorstehendem Sinn anzustreben ist. Weitere Schritte geschahen u. a. wegen der Einführung einer neuen Bäckereiverordnung in den Städten Mainz, Gießen, Friedberg und Nauheim. Ueber die Jahresrechnung für 1904 '.rstattetPetri-Gießen Bericht. Die Gesamt-Einnahmen betragen Mk. 45 025.30. Die Ausgaben Mk. 42 793.73,. sodaß ein Ueberschuß von Mk. 2 231.57 verbleibt. Die Rechnung wird gutgeheißen. Die Feststellung des HauShaltungs- plans für das Etatsjahr 1906 ergiebt in Einnahmen und Ausgaben 27 000 Mk. Nachdem inzwischen um 1 Uhr die 12 Vertreter der Gehilfen eingetreten sind, welche den gesetzl. Bestimmungen gemäß an dem nachfolgenden Punkt der Tagesordnung mitzuberaten berechtigt sind, wird in die Beratung neuer Vorschriften zuL Regelung deS Lehrlingswesens eingetreten und beschlossen: 1. die Dauer der Lehrzeit im Lithographengewerbe beträgt 4 Jahre (seither 3 I.). 2. Zu den bisherigen Vorschriften über die zulässige Zahl der Lehrlinge in Maurerbetrieben mit 0—2 Gesellen — 2 Lehrlinge, 7 Gesellen 3 Lehrlinge rc. re., auf je weitere 10 Gesellen 1 Lehrling mehr, Höchstzahl 15 Lehrlinge. 3. Die Dauer der Lehrzeit bei Bildhauern, Graveuren, Steindruckern, Xylographen beträgt 4 Jahre. 4. In Druckereien ohne Gehilfen dürfen im Höchstfälle 1 Setzer- und 1 Druckerlehrling oder 2 Setzer oder 2 Druckerlehrlinge beschäftigt werden. w. Bad-Nauheim, 7. Juni. Die Einweihung der neuerbauten katholischen Kirche findet Donnerstag, den 8. Juni d. Js. durch Bischof Kirstein Mainz statt. Der Bischof trifft schon heute nachmittag 5.52 Uhr von Gießen kommend hier ein. Nach der Begrüßung durch den Kirchcnvorstand begibt er sich nach der Reinhardskirche, wo er an die versammelten Andächtigen eine Ansprache halten wird. Am Donnerstag früh 1/2 7 Uhr werden vom Turm der Kirche Choräle geblasen. In der Rheinhardskirche ist kurz nach 7 Uhr bischöfliche Messe. Die Zeremonien der Einweihung beginnen pünktlich um 8 Uhr. ke. Alsfeld, 5. Juni. Hier sind heute morgen sämtliche Bauarbeiter in den Aus stand getreten. fc. Höchst a. M., 8. Juni. Hier wurde heute morgen der unter dem Verdacht, den Raubmord bei Biebrich begangen zu haben, steckbrieflich verfolgte Fabrikarbeiter Eduard Hilarius Müller fest genommen. (fc.) Wiesbaden, 5. Juni. Die Sektion der der Biebrich gefundenen Leiche hat ergeben, daß es sich zweifellos um einen Raubmord handelt. Als der Tat dringend verdächtig wird der um 19. Juni 1876 als Sohn eines Lehrers in Dittlofsroda, B.-A. Hammelburg (Unterstanstn) geborene Fabrikarbeiter Eduard Hilarius Müller steckbrieflich verfolgt. Er arbeitete bis -um 2. Juni,, also bis zum Tage der Auffindung der Aroatenlerche, in Biebrich und ist dann plötzlich.verschwunden. Die Staats- anwaltschast hat 500 Mark Belohnung auf die Ergreifung des Mörders ausgesetzt. * K l e i n e T a g e s ch r o n i k. Durch den Sturm, der Natal Mittwoch Nacht heimsuchte, und durch den Einsturz des Wasserreservoirs in Pinetown sind 5 0 0I n d i a n er u n d 5 0 E u- ropäer um gekommen. — In Wien bat der Goldarbeiter Karl Zoehrer seine in der Landesirrenanstalt befindliche, an Paralyse kranke Gattin Mathilde während eines Besuches im Einzelzimmer mit Blausäure vergiftet uub sich dann selbst in derselben Weise getötet. Zoehrer hatte sich die Trennung von seiner Gattin sehr zu Herzen genommen. — Wie die B r a u n s ch w e i g e r N. N. melden, hat der Husar der 3. Schwadron des dortigen Regiments Schippe seine Braut in einer Spargelbude in dem benachbarten Torfe Lamme an einer Kette aufgeknüpft und sich dann mit einem Strick erhängt. Ferner meldet dasselbe Blatt aus Helmstadt: Ter Lehrer an der landwirtschaftlichen Hochschule Dr. Barth experimentirte in seinem Laboratorium so unglücklich mit Chlor, daß er sich durch einaeatmete Dämpfe eine Vergiftung zuzog, der er erlegen ist. — Auf einem Wegübergange der Sekundärvahn- strecke S a g a n - Fr e y st a d t wurde ein mit einem Fahrgaste, namens Rase aus Neusals besetzter Einspänner von einen: Personenzuge überfahren. Rase wurde getötet, der Kutscher Göldner schwer veeletzt. — Am 4. d. M. wurde in Waadtland (Schweiz) ein zehnjähriges Mädchen von einem A n t o m o b i l w a g e n getötet, der unsinnig daherraste. Vor zwei Tagen ist im Freiburgischen in gleicher Weise ein angesehener Mann überfahren und getötet worden. Diese Fälle rufen beträchtliche Erregung hervor. — In Berlin bat sich eine Familientragödie im Hanse Koloniestr. 27 abgespielt. Dort versuchte die 35jährige Fr au El is e B ilke ihre drei Kinder zu vergiften und tötete sich dann selbst durch Gilt. Zwei der Kinder liegen schwerkrank danieder., Der Grund zur Tat dürfte in ehelichen Zerwürfnissen zu suchen sein. Kande: und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 6. Juni 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2‘/8 Prozent. u. Tendenz in voller Ge- Oest. Kredit . Deutsche Ban? Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Anfangs- . 208.40 . 237.40 . 140.75 . 242.50 . 243.30 : Matt. terei die sonst unerklärliche rühmlose Uebergabe der ganzen Flotte an die Japaner veranlaßt haben. Deshalb vertritt auch die Kriegsparter den Standpunkt, daß der Krieg auf jeden Fall fortgesetzt wird, selbst wenn gar keine Aussicht auf Erfolg vorhanden sein sollte. Die Soldaten sollen nicht mehr in ihre Dörfer zurückkehren, um die Landbevölkerung aufzu- Schlußkurse. 208.00 236.87 140.75 242.00 213.10 Zur Börsenlage. Die Börse verharrt . .. schäftslosigkeit, obwohl die Politik recht viel zu denken gibt, so ist eine bestimmte Richtung nach der einen oder anderen Seite nicht ins Geschäft zu bringen. Hauptsächlich wird die neuerdings wieder aufgetauchte Marokkofrage besprochen, dazu kommt die Ungewißheit über dre Lage in Rußland: diese erregt wahre Angstzustände, wurde doch wieder gemeldet, daß auf den Zaren ein Attentat ausg-eübt worden sei. Die Mannschaft des Nebvgatowschen Geschwaders soll wirllich durch Meu- wiegeln. Man dürfe keine neuen Tvuppctt auf den RhctegS* schauplatz entsenden, müssen die dortigen aber beschäftigen. Wenn dies Programm das der Regierung ist, so kann sie bald darauf rechnen, daß sie von keiner Ban kiersgruppe Europas und Amerikas mehr einen Posten Geld erhält. Weiter verstimmte die Unklarheit der Marokko frage die Börse, die ebenfalls wieder mehr in den Vordergrund getreten ist. Man! kalkulierte: Der deutsche Reichskanzler wird Fürst, der französische Minister des Aeußern Delcasse sicht sich in die Notwendigkeit versetzt, sein Amt nieder zu legen. Dies alles sind Zeichen, btc der B-'ttse jedenfalls zu denken geben. Eauitable. Ueber die Verhältnisse bet d-'r Eguitable tn Ncwvork liegt noch bie folgende Meldung vor: Hvde bleibt im Präsidium der Lebensversicherungsgesellschaft, Eguitablc, doch hat ibm die letzte Dircktionsst'hung vorgeschrieben, er müsse seine Eguitableaktien teilweise verkaufen, um nicht mehr den Besitz der größeren Hälfte die Kontrolle auszuübeu. Auch wurde Hvde nabegelegt, binnen einem Vierteljahr die Kontrolle überhaupt aufzugcbeu. Harrimann, Frick und Bliß sind vom Direktorium zurückgetreten, weil der Untersuchungsbericht unterdrückt wurde. — Der Schlußsatz k-muzcichuct die ganze Lage. Märkte. — Der erste Gai sm ar kt zuLangsdorfamo. Juni, verbunden mit Ankörung für das Oberhessische Herdbuch durch den'Beauftragten der Tierzuchtinspektion für die Provinz Oberhessen Kreisziegenzuchtvernns-Direktor Nöding von Gießen, nahm einen sehr günstigen und dre Erwartung übertreffenden Verlauf. Es waren ausgetrieben: ca. 80 Stück ältere Böcke, Gaisen und Lämmer. Bei den zahlreich erfolgten Kaufabschlüssen wurden Preise bis zu 70 Mark erzielt, vierteljährige Bocklämmer 25 bis 50 Mark, dreiwöchentliche Bocklämmer bis 18 Mark, frischmelkende Ziegen 35 bis 50 Mark. An vierteljährigen Bock- lämmern war Ueberfluß da, während eine sehr lebhafte Nachtfrage nach frischmelkenden Gassen aus Mangel an Aufttieb und Sicherung in fester Hand nicht befriedigt werden konnte. Der Markt hat, wie man uns schreibt, gezeigt, daß bte Zucht der reinrassigen Saaner Ziegen tn der nördlichen Wetterau in einem lebhaften Aufschwung sick befindet. Zu bellagen ist nur, daß die Mehrzahl der vermögenden Bauern, unter gänzlich>er Verkennung ihrer eigenen Interessen, dieser „Kuh des armen Mannes", , die aber wohl befähigt wäre, zur „Kuh des reichen Mannes" sich auszuwachsen und ihm gar maneberlet Nutzen zu bringen, cs unter ihrer Würde erachten, die Zucht der reinrassigen Saaner Ziegen in größerem Maßstabe zu betreiben. Aber man wird in Langsdorf nicht aufhören, durch allerhand Veranstaltungen, Festlichkeiten und Märkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die dem Volkswohlstand so sehr förderliche Ziegenzucht hinzulenken und wird dem Gaisfest vom .Jahre 1903, dem Gaismarkt vom Jahre 1905 . int Jahre 1906 in den T>gen des Juni oder Juli eine größere Veranstaltung folgen lassen, umfassend ein Gaisfest mit Festzng, Musik und Tanz, einen Gaismarkt mit Verlosung, Ankörung und Preisverteilung: wir machen jetzt schon daraut aufmerksam. — Auch derSchweine m a r k t, der mit dem Gaismarkt verbunden war, brachte ein schwunghaftes Geschäft Aufgetrieben waren 200 bis 300 Schweine, meist Ferkel. Es kosteten siebenwöchenlliche 55 bis 60 Mark, ältere bis 70 Mark Bevorzugt waren gegenüber den Händlerferkeln, die von den Bauern selbst gezogenen. Letztere wurden ohne Rest ausverkauft. Auch die Händler, die in sehr großer Anzahl angefahren waren, hatten vorzügliche Ware zum Markte gebracht. , 99. Tendenz: fest. 4% Oesterr. Goldrente . . 102.15 4*/g% Oesterr. Silberrente . 101.25 101.35 90.40 101.50 90.30 99.65 106.40 66.95 67.25 88.35 137.10 54.90 . 267.- . 242.25 . 213 40 . 100.50