Cjyohirigj vonBsto^^ ke werden zugegeoen 40 ^berechnet Gewerbe« :ademie Frie öel Frankfurt a/M,8 ►lytedmiichei Initltat Muchiaen- Elektro- o. Bm- loele für Architekt» Erstes Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 6. September 1905 Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Bekanntmachung. OrpiftiiMgnSkW des auf Ltä&liLSolilaria-Fihmic ul Wusch Teiliahlus:. ' , Kleine Meldungen. Man hebt in Amerika hervor, daß das Telegramm des Mikado an Roosevelt sich von dem Telegramm deS Zaren an den letzteren insofern unterscheide, als es keinerlei Anspielung apf den Dank enthält, den das japanische Volk dem Präsidenten für seine Bemühungen schulde. Man ist der Ansicht, daß der letzte PasiuS der Botschaft des Mikado darlegt, welche Absichten der Mikado verfolgte, indem er den Friedensschluß unter Bedingungen, über deren Bescheidenheit die ganze Welt erstaunt sei, annahm. Der Zweck der Verhandlungen sei der gewesen, sich an Rußland keinen Feind zu schaffen, der im Herzen immer ein Rachegefühl tragen würde, sondern einen Freund, der Japan Dank wisse für die Großmütigkeit, welche es nun an den Tag gelegt habe. Wie in russischen Marinekreisen verlautet, wird sofort nach Friedensschluß eine größere Anzahl Marine-Offiziere entlassen. Dem ,Ruß" zufolge werde eine der nächsten Reformen die Abkürzung derMilitär-Dienst- zeit auf 10 Jahre bilden. Die Erfahrungen deS letzten Krieges haben gezeigt, daß junge Soldaten sich weit bester bewähren als alte. Wie der Parster TempS erfahrt, werde demnächst eim russisch-englische Entente über alle Ostasien betreffenden Fragen stattfinden. Darou Binder v. Krieglsteiu t« Wie wir schon gestern mitteilten, ist der Kriegsberichterstatter Hauptmann a. D. Baron Karl von Binder-Kriegl- stein, nachdem er allen Gefahren deS Krieges und der Gefangenschaft getrotzt hat, jetzt, da der Friede einkehrt, durch einen unglücklichen Zufall ums Leben gekommen. Leutnant Ulrich, Korrespondent der Köln. Ztg., sandte auS Charbin folgende Depesche: Baron Kkrl Krieglsteiu ist cm 2. September 10 Uhr früh beim Gewehrreinigen tödlich verunglückt. Nach dem Befund der Behörde, dem ärztlichen Gutachten des Dr. Cvlmers vom Deutschen Lazarett lfrüher an den Gießener Universitätskliniken tätig! D. 9t) und nach meinem persönlichen Eindruck rst ein Selbstmord zweifellos ausgeschlossen. Baron Binder von Krieglstein war früher österreichischer Offizier und veröffentlichte in jungen Jahren ein großzügiges Werk in drei Bänden „Zur Psychologie des großen Krieges*« Dieses Werk lenkte 1893 die Aufmerksamkeit deS preußischen großen Generalstabes auf den jungen Offizier. Es gelang auch, ihn zum Uebcrtritt in preußische Dienste zu bestimmen. Baron Binder trat in daS 18. Feldartillerie-Regiment als Premierleutnant ein Und wurde bald auf mehrere Jahre bei der kriegsgeschichtlichen Abteilung deS großen Generalstabes kommandiert. Von seinen zahlreichen militärischen Schriften ist weiterhin die Studie „Moltke als Feldherr* besonders populär in der Armee geworden. Vor zwei Jahren ließ sich Hauptann Binder von Krieglstein zur Landwehr überführen, um sich ganz der Militärschriftstellerei zu widmen. taten. Diese Zustände erklären den Protest von 8000 Koreanern in Hawaii gegen die Vorherrschaft Japans in Korea. Nachrichten aus Rußland. Das oberste Kriegsgericht gab nicht oem KastationSgefuche von dem Kriegsgericht Wilna wegen Mordversuchs den Polizeikommistar von Dünaburg zum Tode verurteilten 19jährigen Israel Persine statt, sondern entschied, daß die Verurteilung dem Kommandanten des Wilnaer Militärdistriktes zu unterbreiten sei. In Baku entstanden blutige Zusammenstöße zwischen Türken und Armeniern. Etwa hundert Personen sollen getötet sein. In HelsingforS wurde vor einer Polizeistation eine Bombe geworfen, durch die eine Person verwundet und die Fensterscheiben in der Nähe zertrümmert wurden. Der Täter ist entkommen. Der allgemeine Univerfitätsstreik. In russischen Unioersitätskreisen sieht man dem bevorstehenden Beginn des neuen Studierjahres mit Sorge entgegen. Die revolutionäre Bewegung reflektiert sich am stärksten in der studierenden Jugend. Schon das letzte Studienjahr war beinahe vollständig von heftigen Studentenunruhen erfüllt und schließlich beschloffen die Studenten, die Studien gänzlich einzustellen, bis die Regierung Freiheit der Preste, des Wortes und der Vereinigung gewähren werde. Die Negierung antwortete darauf mit Polizeimaßregeln. Alsdann beschloffen die Universitätslehrer, sich den Studenten anzuschlleßen und keine Vorlesungen zu halten, solange die Zustände so bleiben werden, wie sie waren. Im letzten Sommersemester waren daher fast alle russischen Hochschulen geschlossen. — Gegen diesen „Universitätsstreik" beabsichtigt nun die Negierung, auf das Drängen von Trepow, in drakonischer Weise vorzugehen. Den Professoven soll befohlen werden, unverzüglich die Lehrtätigkeit wieder aufzunehmen; wer dem Befehle nicht nachkommt, soll sofort entlassen werden. Zugleich sollen die Studenten aufgefordert werden, in die Hochschulen zurückzukehren; wer ausbleibt soll sofort relegiert werden. — Es ist aber zweifellos, daß ein großer Teil sowohl der Professoren, wie der Studenten, den Befehlen Trepows nicht folgen wird, obgleich eine Studentenversammlung in Moskau mit Mehrheit die Rückkehr an die Universitäten beschloffen hat. Wie sich die Zusammenkunft der Universitätsprofestoren, die Der Großh. Kreisveterinärarzt Reunhöffer zu Grünberg ist für die Zeit vom 5.—16. d. Mts. beurlaubt worden und wird in den Gemeinden des Kreises Gießen vom Großh. KreiSveterinärarzt Schmidt zu Gießen vertreten werden. Gießen, den 4. September 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V: Hechler. Mm, Wer, HO) Kilo 18.- M ab Hos, zu- Bahn 1850 Ml. ühndjtli, head, sehr winlersest. Preisliste gratis and franko. ■ J.Jendrosch&Co.; > Cbariotttoborg 6. Bo. 209« hv'/,_ N«. 209 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Kamillen» tlätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'scheu Unwers.-Buch-u.Stein» hruüerei. R. Lange. Redaktton, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.51. toiWNfcl Kilo 20.- Ml. ab h°s ^ gegen Nachnahme zur Ln Scileifclu Unterrich-tswesen einmal ein solches entschlossenes Fortwerfen unfruchtbarer Kenntnisse stattfände, und daß die Ziele der Schule mehr auf oas praktische Leben sich richten. Auch die Kultur kann von einem Krieg Lehren empfangen. Unsere Jugend lernt viel zu wenig von der vaterländischen Geschichte und den Taten deS deutschen Volkes! Das war auch die Klage, die der Bczirkskommandeur Oberst Freiherr Rüdt von Collenberg zu Hannover öffentlich bei der dortigen Feier deS vaterländischen Sedan-Gedenktages erhob. Die vaterländische Geschichte ist das Fundament für die Pflege der Vaterlandsliebe in der Schule; wird dieses Fundament nicht richtig und mit Verständnis gelegt, so ist der darauf errichtete Bau gefährdet. Wo soll die Begeisterung für das Vaterland Herkommen, wenn die Jugend die Geschichte seines Volkes und die Taten seiner großen Männer nicht kennen lernt? Wie es aber in dieser Hinsicht in manchen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes bestellt ist und wie recht der Oberst hat, dafür sei ein sehr beredter Beleg in der Wiedergabe einer Mitteilung der Münch. »Allg. Ztg." unter der Spitzmarke; „Was Landkinder von Bismarck wissen" erbracht. Es geht daraus hervor, daß 11- bis 13 jährige Knaben nicht die leiseste Ahnung davon hatten, daß Bismarck in der Geschichte des deutschen Volkes und Vaterlandes eine Rolle gespielt hat. DaS ist doch ein außerordentlich trauriges Zeugnis für eine deutsche Schulverwaltung. Den Lehrern wird kaum eine Schuld' beizumeffen sein, denn diesen wird der Lehrplan vorgeschrieben, und der Schulinspektor usw. überzeugt sich von besten strikter Durchführung. Ist es da zu verwundern, wenn solche Knaben, die kein Vaterland kennen gelernt haben, bei ihrem Austritt aus der Schule sich den vaterlandslosen „Genosten" anschließen? Hat ein solcher Knabe wohl ein sich empörendes Empfinden, wenn große Männer der deutschen Geschichte von irgend einer Seite beschimpft werden? Der Friedensfchluß ist, wie bereits kurz mitgeteilt, nunmehr feierlich vollzogen. Rach der Unterzeichnung des Vertrags wurden 19 Kanonenschüße abgegeben, die Glocken von Portsmouth und den benachbarten Orten läuteten, die Dampfpfeifen ertönten. Es wurden amerikanische, russische und japanische Flaggen aufgezogen. Für die Rusten fand Gottesdienst in der Christ-Episcopal-Kirche von Portsmouth statt, wozu der Chor der griechischen NikolauSkirche in Newyork hinübergefahren ist. Aus Newyork kamen 70 russische Popen mit dem Kirchen- korpS, um das Tedeum zu singen. Baron Komura hielt für die Gäste des Wentworth- Hotels einen Empfang nach amerikanisch-englischem Brauche ab. Nach dem allgemeinen Händeschütteln erschien mit den übrigen Russen für etwa drei Minuten auch Minister Witte. Der Pariser „Matin" erklärt sich bereits in der Lage, den Wortlaut de? Friedensvertrages bekannt zu geben. Das Blatt veröffentlicht 17 Artikel, welche mit den bekannten Vereinbarungen übereinstimmen. Außerdem wird der Wortlaut von zwei neuen Zusatzartikeln mitgeteilt. Der eine betont, daß die Räumung der Mandschurei seitens der beiden Armeen innerhalb 18 Monaten beendet sein muß und zwar in der Weise, daß mit der Zurückziehung der in Front stehenden Truppen begonnen werden muß. Nach Ablauf der Frist dürfen die beiden Mächte nur noch die zum Schutze der Eisenbahn nötigen Truppen zurücklasten, nämlich nicht mehr als 15 Soldaten pro Kilometer. Die Räumung wird unter Leitung der beiden Oberbefehlshaber vor sich gehen. Der zweite Zusatzartikel besagt: Die Grenze, welche den Besitz der Rusten und Japaner auf Sachalin festlegt, wird an Ort und Stelle von einem Spezial-Ausschuß abgemessen werden. Für Wittes Rückkehr wird in Petersburg ein herzlicher Empfang vorbereitet. Unter anderem werden Mitglieder deS „Vereins von Frauen zu gegenseitiger Unterstützung" Witte eine Adreste überreichen mit der Aufschrift: „Dem Friedensstifter, von dankbaren Frauen und Müttern!" Zum „Volksaufstand in Japan" wird uns aus Berlin folgendes geschrieben: Die Meldungen über einen Volksaufstand in Japan toterben, obwohl sie mit großer Bestimmtheit auftreten, nicht einmal an der für solche Nachrichten empfänglichen Börse mit Glauben ausgenommen. Ms heute lag, nach unseren Erkundigungen, an amtlicher Stelle keine Bestätigung vor, ebensowenig weiß man auf der japanischen Gesandtschaft davon, daß derart eine Enttäuschung über die Friedensbedinaungen sich Luft gemacht haben soll. Die „Kreuzztg." will gleichoohl Nicht mrerwähnt lassen, daß ihr selbst eine öffentliche Meinungsäußerung von japanischer Seite bekannt ist, die die Bedingungen des Vertrages von Portsmouth mit Entrüstung bespricht und ihn lediglich als einen Waffenstillstand betrachten will. An solchen Kundgebungen wird es allerdings nicht fehlen. VoN ihnen bis' zur allgemeinen Empörung, zur Revolution, ist aber ein weiter Schritt. Das japanische Volk hat sich während des Krieges so musterhaft disziplrnrert gezeigt, es hat soviel Haltung in kritischen Situationen bewiesen, daß man nicht leicht ein völliges Versagen dieser Eigenschaften annehmen wird. Japan in Korea. Wir dürfen indes nicht unterlassen, mitzuteilen, daß zwei koreanische Blätter, die „Corea Review" wie die „Corea Daily News" eine dort bestehende japanische Schreckensherrschaft konstatieren. Japanische Abenteurer seien die tatsächlichen Herren des Landes und die japanischen Zivilund Militärbehörden reagierten keineswegs auf diese Schand- Nnölutige Kriegslehreu. ES wird uns geschrieben: Die Frage nach den „Lehren" des ostasiatischen Krieges, die für die Menschheit so sehr tröstliche und erbauliche Frage, mit welcher größtmöglichen präzisen Wirkung Waffen aller Art, Kanonen, Granaten, Schrapnells, Maschinen-Ge- wehre und andere kostbare Erfindungen angewendet, und wie Soldaten und Kriegsschiffe am besten gelenkt werden sollen, um ein möglichst gewaltiges Unheil anzurichten — diese anregenden Probleme werden jetzt vielfach mit einem, man möchte nicht gern sagen heiligen Eifer erörtert. Der ehrfürchtig den militärischen Sachverständigen lauschende Laie behält von der Kriegswisscnschast immerhin soviel, daß mit den vorhandenen Mitteln nicht immer erreicht worden ist, was bei verständiger Benutzung erreicht werden konnte. Im nächsten Krieg müssen ganz andere Wirkungen, d. h. Verheerungen angerichtet werden, „wenn alle Faktoren ihre Schuldigkeit tun"! Das ist der Weisheit letzter Schluß, mit der sich jeder abfinden mag, so gut er kann. Wir freuten uns, nachdem wir eine ganze Anzahl der strengen und kaltblütigen Studien in uns aufgenommen hatten, heute einmal unblutige Lehren aus dem beendeten Kriege ziehen zu sehen. Diese ?lb Wechslung hat uns Frhr. v. Zedlitz, der bekannte Führer der Jreikonservativen, verschafft. Ein liberaler Politiker wird sich nicht häufig in Uebereinstimmung mit Ansichten und Zielen befinden, für die Frhr. v. Zedlitz eintritt. Aber diesmal kann der alte parlamentarische Kämpe auf manche Zustimmung auch in entgegengesetzten politischen Lagern rechnen. Mit der Neberschrrft „Japanisches" veröffentlicht nämlich Frhr. von Zedlitz im „Tag" einen Anffatz, der den Gründen der Erscheinung nachgeht, daß die Japaner „in Jahrzehnten den Weg des Kulturfortschritts zurückgelegt haben, zu dessen Durchmessung andere Kulturvölker Jahrhunderte brauchten". Herr v. Zedlitz wirst bei der Gelegenheit die folgenden zweifellos der Prüfung werten Fragen auf: „Hat Japan nicht etwa seine kulturelle Entwick- /una in so kurzer Zeit vollzogen, nicht obwohl, sondern weil es unsere humanistische Bildung in dem bei uns üblichen Maße nicht kennt? Daß es ohne diese geht, wird sich nach den Erfahrungen mit Japan ernstlich nicht mehr bestreiten lassen. Aber cs liegt nahe, einen Schritt weiter zu gehen und sich zu fragen, ob es den Japanern nicht deshalb gelungen ist, sich mit so märchenhafter Schnelligkeit die Errungenschaften der heutigen Kultur anzueignen, weil sie ihre ganze Kraft und Zeit auf die Gegenwart konzentrieren konnten, und nicht deren Hanptteil fürdieVergangenheitzu verbrauchen nötig hatten." Uns scheint, daß hier Fragen berührt sind, gleichwertig öen nach den Lehren des ostasiatischen Krieges für die Kriegstechnik. Untersuchungen darüber, auf welche Weise der Kultur Dienste zu leisten sind, wie der Fortschritt der Kultur zu beschleunigen ist, haben schon das Eine für sich, daß sie den Sinn edleren Richtungen zuwenden. Ueber den Krieg int fernen Osten wird eine große Literatur entstehen auf Grund der vergleichenden Beobachtungen der Militärs. Diese Urteile werden verwertet, müssen verwertet werden von allen Völkern, die zum Schutz oder zum Angriff die schwere Last der Rüstung tragen. Aber darüber ist nicht zu vergessen, auch die Beobachtungen zu sammeln, die eine nähere Beschäftigung mit dem Volke gewähren, das in kurzer Zeit den staunenden Blick der ganzen Welt auf sich gelenkt hat, das zu einer Großmacht geworden ist nicht nur durch die Größe seiner kriegerischen Leistungen, sondern auch durch die Raschheit seiner Kulturfortschritte. Es herrscht ziemlich allgemein Uebereinstimmung darüber, daß unsere Jugend aus den Schulen, aus den höheren, wie den Volksschulen, keineswegs so hervorgeht, um den Kampf ums Dasein mit einiger Aussicht auf Erfolg aufnehmen zu können. Wohl jeder von uns' kennt junge Leute, die staunenswert zu Hause sind in den verschollenen Reichen der Griechen und Römer, aber nicht im allermindesten zu Hause sind im deutschen Vater lande, strebsame Jünglinge, die in ungeheure Zeiträume zurückblicken und durch die genaue Bekanntschaft mit dem, was einstmals gewesen ist, in gerechte Verwunderung setzen, die aber in arge Verlegenheit geraten, wenn sie beispielsweise gefragt werden, welche Parteien im Reichstag vertreten sind, und welches Programm sie haben, oder welche Bewandtnis es hat mit Steuern oder öffentlichen 915ga6en, oder welche Grundrechte der Staatsbürger im Verfassungsstaat besitzt. Jünglinge, die in lateinischer oder griech. Sprache sich fehlerfrei Ausdrücken, dürftig und kläglich im deutschen Aufsatz; die von König Nebukadnezar mehr Dissen, als von Bismarck und Moltke! Der uralte Satz: „Wir lernen nicht für die Schule, sondern für "das Leben" wird, auf diese jungen Weisen an gewendet, zur Zronie. Die blutigen Lehren des ostasiatischen Krieges finden sicherlich überall im Heerwesen eine schnelle Würdigung. Vieles, was man für gut gehalten hat, wird kurz ent- ichlossen geändert oder beseitigt, nachdem die Erfahrung die Mängel aufgedeckt hat. Wir wünschen, daß. auch im Gießener Anzeiger ■ w General-Anzeiger ** 225E . ** den polit und allgem. Amts- md Anzeigeblait für den Kreis Gießen MW ____ __________ zeigenteil: Hans Beck. Rechten ,ToaGiftiStoen » »• Juwel !in zartes, reines «CniH snugendsnIchesAuW rrrss- Radebeul [ öS»60 di- bei: C“/t [• Mobs. er«., Bom Manöver des 18. Armeekorps. Rom, in nächster Woche stattfmdet, zu der Frage stellt, steht noch dahin. Gerade die Drohungen Trepows sind freilich geeignet, einen neuen Umschlag herbeizuführen; seine Maßregeln könnten einen vollständigen Verfall der russischen Hochschulbildung herbeiführen. Woher soll dann der Staat seinen Nachwuchs an Beamten, Rechtsanwälten, Aerzten, Technikern nehmen? bringen. § Wicseck, 5. Sept. Im hohen Alter von 80 Jahren starb in Gießen der Lehrer i. P. Katzenbach, dec lange Jahre an der hiesigen Volksschule wirkte. Viele Lehrer aus Gießen und Umgegend gaben ihm bei seiner gestrigen Beerdigung das letzte Geleite. b. Kinzenbach, 5. Sept. Heute morgen zwischen U und 12 Uhr ereignete sich hier ein Unglücksfall, indem dec 10 jährige Sohn des Briefträgers Wilh. Pfaff hier beim Futterholen vom Wagen iel, wobei dieser ihm über den Stopf ging. Der Schwerverletzte wurde nach Gießen in die Klinik gebracht, jedoch wird an seinem Aufkommen gezweifelt, sd. Wörrstadt, 4. Sept. In einer gestern hier statt- gehabten gut besuchten Vertrauensmännerversammlung Aus AtaSt und Gießen, 6. September 1905. 5. Sept. Die „Ageneia Liberia" behauptet, von Italien werde im Januar kommenden abstatten. Budapest, 5. Sept. Der leitende Ausschuß der vereinigten Linken beschloß, bei der Koalition zu beantragen, daß die derzeitige Regierung in den Anklagezustand versetzt werde und ernannte demgemäß ein Subkomitee von 7 Mitgliedern zur Abfassung des Anklageantrages. der König ---- Jahres dem deutschen Kaiser in Potsdam einen Besuch Kirche und schule. Bremen, 5. Sept. Tie Lehrerschaft beschloß mit (273 gegen 43 Stimmen eine Eingabe an Senat und Bürgerschaft wegen Abschaffung des Religionsunterrichtes. in den Volksschulen zu richten. szenen. — Der Kriegsminister hat an alle Armeekorps- Kommandanten eine Zirkularnote gerichtet, in der er sagt, die Vorgesetzten müßten sich bemühen, die Disziplin auf die Unterwerfung unter das Vaterland und die Anerkennung der Pflicht zu gründen. In allen Fällen müsse man Ratschläge und Vorwürfe zur Anwendung bringen, ehe man zur Bestrafung schreite. Auch können Gefängnisstrafen unterbrochen werden, falls der Gefängnisarzt ?s im Interesse der Gesundheit der Soldaten für gut hält. beschloß die Befürwortung. In 16 Lokalen Hamburgs und der Vororte veranstalteten die Sozialdemokraten gestern abend öffentliche Protestversammlungen gegen die Fleischteuerung. In den außerordentlich zahlreich besuchten Versammlungen wurden Resolutionen angenommen, in denen die Regierung aufgefordert wird, „mit der Agrarierpolitik zn brechen" und der Hamburgische Senat ersucht wird, im Bundesrat auf die Oeffnung der Grenze hinzuwirken. Der Stadtrat von Dresden beschloß, um der Fleischteuerung zu steuern, bei der Staats- und Reichsregierung zu beantragen, daß die Einfuhr von Schweinen aus den Nachbarländern Dänemark und Frankreich die möglichste Erleichterung erfahre. EinBauerschrerbt: Nicht die „Agrarier", das sind die Bauern, sind die Fleischwncherer und dafür verantwortlich, daß die Fleischpreise in den Städten so teuer sind. Das Vieh, das der Bauer auf den Markt bringt, geht erst durch drei oder vier Hände, bis es an die Metzger kommt. Tie Händler und Schmuser, welche den Bauern das Vieh abnehmen, stecken beim Verkauf an die Metzger ihren Rebbach ein und diese selbst wollen wieder beim Detail- Verkauf ihren Schnitt macyen, was ihnen niemand verargen wird. Nur sollten die Metzger es dann vermeiden, die Schuld an den hohen Fleischpreisen auf die Bauern und Viehzüchter abzuschieben und das konsumierende Publikum gegen die Landbevölkerung, die gegenwärtig trotz der teuren Fleisch preise nicht auf Rosen gebettet ist, zu hetzen. Kommt ein Bauer mit einem Korb Jung- schwemeu auf den Markt, so drängen sich sofort die Praxer an ihn heran, die ihm die Schweine zu mäßigem Preise abjagen und dann mit 5—6 Mk. Zuschlag an die Metzger verkaufen. Dabei sind diese Praxer oft nicht einmal im Besitz von Legitimationspapieren und Gewerbescheinen. Ein sozialdemokratisches Blatt, die „Münchener Post', gibt unumwunden zu, daß das Praxer-Unwesen das Fleisch erheblich tierteure. Das soz. Organ veröffentlicht folgende Zuschrift: „Als ich bei einer Versammlung wegen der hohen Fleischpreise ein paar Worte gegen Zwischenhändler gesprochen habe, da habe icy so viel Anstoß erregt, daß es mir beinahe unmöglich war, noch weiter als reell zahlender Geschäftsmann einzukaufen. Als praktischer Geschäftsmann sehe ich mich veranlaßt, die öffentliche Meinung, und bas ist das Fleisch konsumierende Publikum, in Anspruch zu nehmen. Ich versichere das Publikum, solange dieser Zwischenhandel geduldet wird, kann die Landwirtschaft Vieh erzeugen, 'soviel sie will, und die Grenzen können auch offen stehen, aber die Stadt wird nie ein billiges Fleisch bekommen. M. Ettenhuber, Metzgermeister, Lerchenfeldstraße 18/0." Auch in einer sozialdemokratischen Protestversammlung im Münchener Kindl-Keller wurde auf das Praxerunwesen mit Nachdruck hingewiesen, das auszurotten eine Pflicht der Stadtverwaltung sei. XGießen, 6. Sepll Gestern fanden die Gefecbte innerhalb der Divisionen (Brigade gegen Brigade) ihren Abschluß. Die 21. Division manövrierte zwischen der Saalburg und Ober-Ursel. Vorgestern batten die 41. Brigade (87 er und 88 er), die 42. Brigade (80 er, 81 er und 166er) ihr Gefecht an der Saalburg ausgenommen und im Laufe desselben wurde die 41. Brigade nach dem Kreise Usingen zurückgedrängt. Mehrere Bataillone bezogen Biwack und blieben in Gefechtsbereitschaft. Gestern früh griff die 41. Brigade, verstärkt durch das Regiment Nr. 80, den Feind bei Dornholzhausen an, und um Ober-Stedten entspann sich bald ein heftig e r Ka m Pf, in den auch die beiderseitige Artillerie eingriff. Vergeblich versuchte die 41. Brigade zweimal die feindliche Flanke zu umgehen, doch griff sie gegen i/210 Uhr nach Heranziehung der Reserven den Feind von der Front an. Die Truppen der 41. Brigade waren plötzlich wie aus der Erde gestampft auf dem Gelände, vorher hatte man faunt etwas gesehen. Sie hatten sich sehr geschickt hinter Deckungen, stellenweise sogar kriechend, herangeschlichen, schritten unerwartet zum Frontangriff und ftürmten die Höhe zwischen Oberstedten und Ober-Ursel, welche sich vom Bahnkörper nordwestlich bis nach der Spinnerei Hohemark zu zieht. Die 42. Brigade zog sich über Jandorfs Fabrik und Ober-Ursel zurück. Die Artillerie, welche wiederholt ins Gefecht emgriff, stand bei Bommersheim. Um 1/2II Uhr ertönte das Signal „Das Ganze halt", und die Truppen rückten in ihre Quartiere, die Regimenter 87, 88 und 166 nach Frankfurt, die 81 et und 63 er ^Artillerie) in ihre Kasernen, die 80 er nack Vilbel (2. Batl.) i Ä bect I wurde Ws an d t °«s ab g. »° lf-S t° d eden ei». Soden und Höchst. Sie ist gestern auf der Linie Ober-Ursel,'stimmig Wied er als Kan drd at aufgestellt. Englische Hftseelage. Danzig, 5. Sept. Die englische Flotte lichtete heute nachmittag die 2(nfcr. Zahlreiche Dampfer, Barkassen und Boote begleiteten die Schiffe auf die See. Die an der Mole festgemachten vier Torpedobootzerstörer bleiben bis Donnerstag vormittag hier. — Admiral Wilson richtete vor dem Verlassen der deutschen Gewässer von Bord seines Flaggschiffes nochmals ein Dank- und Ergebenheits-Telegramm an Kaiser Wilhelm. Swinemünde, 5. Sept. Das englische Schlachtschiff „Cornwallis" ist auf d e hiesige Reede zurückgekehrt. Der Kommandant des Schiffes, Kapitän Cook, stattete dem englischen Vizekonsul Rose, dem Lotsenkommandeur v. Kcpel, dem Platzmajor Hauptmann v. Bemhardi Besuche ab, die diese alsbald erwiderten. Die Ofsizierc des „Cornwallis" kamen heute nachmittag an Land. Die Mannschaft erhielt keinen Landurlaub. Zwischen dem Schiffe und dem Lande entwickelte sich ein reger Verkehr von Privatbooten. Zahlreiche Badegäste besichtigten das Schiff. Einige Boote holten Proviant vom Lande. Flensburg, 5. Sept. Prinz Heinrich von Preußen iraf mit der Stationspacht „Carmen" von Kiel heute auf der Föhrde ein, um die vor der Marinestation Muerwik ankernde englische Torpedobootflotille zu begrüßen. Als die Stationspacht vor Glücksburg in Sicht kam, salutierte das dort stationierte Torpedoschulschiff „Blücher" die vom Großmast des „Carmen" wehende deutsche Admiralsflagge. Nachdem die Stationsyacht neben dem „Blücher" geankert hatte, ließ sich der Chef der englischen Torpedobootflotille, Contreadmiral Winsloe, der mit einem Torpedobootjäger dem Prinzen-Adrniral bis auf die Glücksburger Reede entgegengefahren war, an Bord der „Carmen" rudern und begrüßte dort Se. Hoheit. Darauf stattete Prinz Heinrich dem englischen Admiral einen Gegenbesuch an Bord des englischen Torpedobootjägers ab. Um 1 Uhr traf Prinz Heinrich mi der Stationsyacht am Ankerplätze der englischen Flotille vor Muerwick ein und begab sich an Bord des Kreuzers „Sapphlre", wo der Prinz einer Einladung des Admirals Winsloe zum Frühstück folgte. Um 2.30 Uhr begab sich Prinz Heinrich an Bord der Stationsyacht „Garmen" wieder nach der Glücksburger Reede, wo er dem Transportschiff „Blücher" einen Besuch abstattete und von da nach Kiel zurückkehrte. ** Bei der Kaiserparade des 18. Armeekorps bei Nieder-Eschbach werden zwei Treffen gebildet Das erste besteht aus Infanterie in folgender Reihenfolge: Leibgendarmerie, Regimenter Nr. 87, 88, 80, 81, 166, 115, 116 Kaiser Wilhelm, 168, 117, 118, 109 (Karlsruhe) 110 Mannheim- Heidelberg, 25 und 111 Rastatt, 2. und Masckimengewehr- Abteilung aus Bitsch, Unteroffizierschule Biebrich, Fuß-Artillerie- Regiment Nr. 3 Mainz, Pionier-Bataillon 21 Mainz, Telegra- phen-Abteilung des 18. Armeekorps Kvblenz Nr. 3. — Im zweiten Treffen nehmen die berittenen Truppen Äufftellung und zwar in folgender Ordnung: Gardedragonev Nr 23 Darmstadt, Leibdragoner Nr. 24 Darmstadt, Le'bdragoner Nr! 20 Karlsruhe, Dragoner Nr. 21 Bruchsal, Bayrische Ulanen Nr. 1 Kviser Wilhelm Bamberg, Nr. 2 Ansbachs Dragoner Nr 6 Mainz, Ulanen Nr. 6 Hanau, Dragoner, Nr. Io Hagenau, Feld« artillerie Nr. 27 Mainz, Nr. 63 Franksurt, Nr. 25 Darmstatch Nr. 61 Darmstadt-Babenhausen, Nr. 14 und Nr. 50 ausKarls- ruhe, Nr. 11 aus Fritzlar, Train-Bataillon Nr. 18 Darmstadt. — Fair die Krieger-Vereine ist auf dem Paradefeld vti Winkelform eine Frontlänge von 600 Metern vorgesehen. Iw folge der großen Zahl der Teilnehmer an der Parade werden die Kriegervereine in acht Gliedern aufgestellt. — ?yür ote alteltni Wolksschüler unter Leitung ihrer Lehrer hat das Generat- kommando innerhalb des Drahtzauns, einen «JcrrnCTcn lassen. Nur Schüler aus den Orten, in deren Gemarkung das Paradefeld liegt, haben Zutritt rt. •• Schützet die Brieftauben! Man schreibt uns: Die Eröffnung der Hühnerjagd hat ihren Anfang genommen; deshalb, ihr Herren des edlen Waidwerks, beherzigt den obigen Ausspruch und schützet die Brieftauben, die ihr im Felde antrefft und die dazu ausersehen sind, die wichtigsten Nachrichtendienste zu versehen, wenn das Vaterland in Not ist. Alljährlich klagen die Besitzer von Militär-Brieftauben darüber, daß ihnen die während des Sommers mit großer Mühe ausgebildeten Sauben im Herbst zum großen Teil weggeschoffen werden. Vielfach ist noch die irrige Ansicht verbreitet, daß jede im Felde angetroffene Taube geschaffen werden darf; wir machen deshalb besonders darauf aufmerksam, daß nach dem Reichsschutzgesetz für Brieftauben vom 28. Mai 1894 das Töten oder Festhalten einer Militär- Brieftaube strafrechtlich verfolgt wird. Militär-Brich taubcn tragen unter jedem Flügel den Schutzstempel, boä kaiserliche Wappen. Wir wissen sehr wohl, daß ein wahrer Jäger keine Tauben schießt, aber aus Unkenntnis oder aus Uebermut wird doch hin und wieder gesündigt. Die meisten Menschen haben keine Ahnung davon, ivas eine Brieftaube kostet, welche Opfer an Zeit und Geld sie ihrem Besitzer auf- erlegt hat, bis sie als Kriegsbote ausgebildet ist. Die Brief- taube ist eine feldfliegende Taube, die bei der besten Pflege von selbst das Feld besucht, was auch für ihre Abhärtung und Orientierung vorn Besitzer gern gesehen wird. Die vielfach in landwirtschaftlichen Kreisen noch verbreitete Ansicht, daß die feldernden Tauben nur schaden, ist längst wissenschaftlich widerlegt. Es ist festgestellt, daß die Tauben eine Unmenge Unkrautsamen und Schnecken verzehren, und daß von einem geringen Schaden nur allein zur Zeit bet Saat die Rede sein kann. Darum ergeht auch an die Herren Landwirte die dringende Bitte: Schützet die Tauben! Zm Zeit der Saat werden die Brieftaubenliebhaber ihre Tiere schon vom Felde zurückhalten, aber augenblicklich kann die ; Taube nicht den geringsten Schaden verursachen. An alle । Flurschützen, Gendarmen, Jagdpächter usw. ergeht die ; dringende Bitte, schon aus patriotischem Interesse darauf zu achten, daß feldernde Brieftauben nicht geschossen werden, und ' diejenigen, die es aus Mordgier oder aus Uebermut nicht ; unterlassen können, Brieftauben zu erlegen, zur Anzeige zu Zur Illeischteuernug. Gießen, 6. September. Eine stark besuchte Versammlung in Lonys Bierkeller zu Gießen, in welcher Stadtv. Krumm und Herr Vetters, die Führer der Gießener Sozialdemokratie, über die Fleisch not referierten, faßte am Dienstag abend tilgenden Beschluß: „ „ , . m , Tie heutige in Lonys Bierkeller tagende, stark beuchte 23er- ammlung verlangt angesichts der herrschenden F l et sch n o t, ote es bcn minderbemittelten Kreisen der Bevölkerung fast unmogltd) macht, sich Fleischnahrung zuzusühren, von der Stadtverwaltung, daß zunächst das Oktroi auf Vieh, Fleisch und Fleischwaren be° eitigt werde. Ferner ersucht die Versammlung die hessische Negierung, daß sie im Bundesrate auf Oeffnung der Grenzen für gesundes Vieh hinwirken möge. Schließlich iordert sie dte Stadtverwaltung Gießen auf, gemeinsam mit anderen Städten bet der Staats- bezto. Reichsregieruttg vorstellig zu werden und dte Oefsitung der Grenzen zu verlangen für gesundes Vieh, Aufhebung des Ein- iuhrv erbotes für überseeisches Fleisch und Fletschwaren, ferner Attfhebung der Zölle auf Fleisch und Fleischtvaren sowie tfutter- Die Fleischteuerung beschäftigte am Dienstag die Stadtverordneten zu Frankfurt a. M. nochmals etwa anderthalb Stunden lang. Der Magistrat erklärte, er habe eine Petition wegen Oeffnung der Grenzen an die Regierung gerichtet. Stadtv. Bruck beantragte, der Magistrat solle einen preußischen Städtetag einberufen, der über die Fleischnot beraten soll. Die Stadtverordneten Hüttmann und Quarck beantragten die Schaffung einer städtischen Fleisch- und Fisch- Verkaufsstelle. Die Diskussion über die Anträge war sehr lebhaft. Der Oberbürgermeister hielt weitere Schritte in der Angelegenheit für erfolglos, und des weiteren kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Zentrums-Stadtv. Müller und dem Sozialisten Zielowski. Schließlich wurde der Antrag Bruck angenommen, der andere abgelehnt. Die Fleischerinnung Bingen hat bei der Stadtverord- neten-Versammlung eine Eingabe eingebracht, die Stadtver- ordneten-Versammlung möge ein Gesuch bei der Regierung um Oeffnung der Grenze unterstützen. Die Versammlung Ans! and. Christiania, 5. Sept. Die hier tagende internationale Juristen-Konferenz sandte an Präsident Roosevelt ein Glückwunsch-Telegramm anläßlich der erfolgreichen Friedensvermittlung zwischen Rußland und Japan, ferner nahm die Konferenz einstimmig eine Resolution an, welche besagt, daß Maßregeln zum Schutz von Post- und Passagierdampfern gegen die Aufbringung von Seiten kriegführender Mächte ergriffen, und daß ein internationales Uebereinfommen getroffen werden solle, wodurch solchen Schiffen bei Strafe verboten werden solle, Kriegskontrebande zu führen. London, 5. Sept. Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß die türkischen Behörden wieder ein gefährliches Komplott in Smyrna entdeckt haben. Eine große Anzahl Armenier ist verhaftet morben. Die bei ihnen gefundenen Papiere beweisen, daß sie die Absicht hatten, die ganze Stadt zu vernichten. Die Polizei entdeckte wieder ein großes Bombenlager und bei einem Algerier 150 Pfund Dynamit. Paris, 5. Sept. Der „Eclair" will wissen, daß die Vermählung des Königs Alf ons mit der Prinzessin von Battenberg nunmehr beschlossen ist. (Die Meldung charakterisiert sich von vornherein als völlig haltlose Erfindung, als es ja drei heiratsfähige Prinzessinnen von Battenberg gibt. Von einem solchen „Beschluß" kann schlechterdings ernsthaft keine Rede sein. D. Red.) Paris, 5. Sept. Gestern hielt der Kongreß der Freidenker eine Sitzung ab, in der u. a. auch der chinesische Delegierte Luy das Wort ergriff. Von den Rednern wurde Folgendes ausgeführt: Die Wohltaten der Zivilisation sollen den Negern gebracht werden, die noch im Dunkel des Aberglaubens liegen. Die Missionare sollen durch weltliche Lehrer ersetzt werden. Anarchisten störten die Sitzung, so daß sie aufgelöst wurde. Der Kongreß hat heute keine Plenarsitzung gehalten. Die verschiedenen Kommissionen berieten im einzelnen über die Herausgabe einer neuen Ency- klopädie über die Schaffung einer Moral ohne Gott, sowie über die Trennung von Staat und Kirche. In der Kommission für die Organisation der Propaganda des Frei- denkertums kam es, wie gestern, wiederum zu Lärm- KroNberg, Soden, Sossenheim, höchst.einquartiert, b’e llS a haben bei Bommersheim den lmken, die 116 er und 168 er bei, Höchst und Sossenheim den rechten«Flügel: rhr gegen- über liegt die 21. Division aus der Stute Nieder-Erlenbach, Vtl- bel, Frankfurt. Heute rücken die 166 er tue Kaserne zu Hanau, die 168 er nach Offenbach. — Die badyche Infanterie-Division trifft heute früh mit mehreren Bahnzügen tu Vrlbel ,etm dte 25 er (Rastatt) werden in Vilbel uitb Bergen, dte 111 er tn Groß- Karben, Klein-Karben Kloppenheim, dte 109 er in Dornburg, die 110 er (Kaiser Wilhelm I.) in Gonsenheim, Ober- und Nieder- Erlenbach und Ober-Eschbach einquartiert. Heute kommen auch die Kavallerie-Division B, die 15 er Dragoner (Hagenau) und ine Maschinengewehrabteilungen im Manövergelande an. — S>., K'. H. der Großherzog von Hessen kommt fcute nach Friedberg und Nwhnt von hier aus der Kaiserparade bet, vom 11. bis 15. September wohnt er im Schlosse zu Mamz, um am Kaisermanöver teilzunehmen. Ä . Am Dienstag stürzte am Lutzellmdener Walde das Pferd e i n e s U n t c r o f f i z i c r s der bayerischen Ulanen (Bamberg) und verletzte sich an den Beinen. Es mußte verbunden und weiter geführt werden. Der Reiter wurde nur leucht verletzt. Das Infanterie-Regiment Nr. 116 hat heute Standquartier bezogen bis zum 10. September, und zwar: Der Regimentsstab in Homburg, 1. Batl. 6.-8. Sept^ m Seulberg, 9—10. Sept, in Königsstein (3. Komp.) und, ,ralkenstein (1 Komp.), 2. Batl. in Köppern, Holzhauffn, sHnedrichsdors, Dillingen, 3. Batl. vom 6. Sept, bis 9. Sept, tn Homburg (10 , 11, 12. Komp.), Dornholzhausen (9. Komp.); der groyte Teil unseres Kaiser Wilhelm-Regiments liegt also m Homburg. Beim Eintreffen des Kaisers wird eine Kompagnie die Ehre haben, am Bahnhof Aufstellung zu nehmen. Der. Kaiser trifft Donnerstag vormittag 9,30 Uhr in Homburg ein. Neben den 116 ern nimmt auch ein Teil der bayrischen Kaiser Wilhelm-Ulanen «Bamberg) am Bahnhof Ausstellung. Die Fahnenkompagnie beim Empfang des Kaisers ist die 11. Kompagnie der 80 er Homburg unter Hauptmann Freiherr von Lüttwitz. In Homburg ist gestern bereits ein Teil der kaiserlichen Dienerschaft eingetronen unt Pferden und Gepäck. Ferner sind über Gießen kommend Abteilungen der Kasseler Husaren Nr. 14 und der Hofgeismarer Dragoner Nr. 5 angekommen, sie sind als Pferdewachmannschaff kommandiert — Die gesamte Wetterau von Butzbach und Münzenburg bis nach 'Kaichen, Assenheim, Vilbel, Friedberg ist von Militär förmlich überflutet. Manche Orte haben so viel Einquartierung als die Hälfte ihrer Einwohnerzahl bettagt, mitunter noch 'mehr. Das 4000 Einwohner zahlende Städtchen Vilbel hat allein ca. 2000 Mann. . 24 Tarmstabt, Leibbragmo 1 Bruchsal, Bayrische Uta . 2 Ansbach, Dragoner Sh. i em Generalversammlung Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 6. Septbr. 1905, 3°/0 Mexikaner 100.85 W Türl;. 4°, Tendenz: behauptes BK?®* ÄÄÄ» W W di- G. w-g-n SMeibigi.ua der- linear. Goldrente Italien. Rente , Portacieser I . 1‘ortugiesen. III Unif. Türken . 89.70 . 100.95 . 89.70 . 100.— 4% 40/ 3% 30/ 1% Reichsanleihe do. Konsole , do. . . Hessen Oberhessen 3Veo/o 3°/i 3V,°/° 8°/o 8,/2°/o 3*/,% ii> li, 6. September 1906. des 18. Armeekorps: Greifen gebildet. Das tn folgender Reihenfolge: 88, 80, 81, 166,115, 116 (Karlsruhe! 110 Mannheim . und 3. MaschinengeMhp ule Biebrich. Fn^-Artillein taillon 21 Mainz, TelM 3 Koblenz Nr. 3. - In berittenen Truppe» t Drdnung: Gardedragme Anzahl vom Bedienungspersonal nach dem Genuß von Kartoffelsalat und Frikadellen an Vergiftungs- erscheinunqcn erkrankt, doch sind alle wieder auf 6( Weg der Besserung. In Lebensgefahr ist niemand. Bon den Gästen ist niemand erkrankt. (F. Z.) * Kleine Mitteilungen ans Felsen u n d den N a ch b a r st a t e n. In der Nabe des Hotels Mohrmann in Bingerbrück schob sich ans offener Straße ein junger Techniker eine Kugel in den Kops und verletzte sich lebensgefährlich. Der junge Manu soll aus Wieir stammen. — In der Fabrik „Maria- münster" von (5. Hepl in Worins geriet der Fuhrmann Fink aus Wies-Heppenheinr zwischen die Puffer zweier Waggons und wurde derartig gequetscht, daß der Tod aus der Stelle cintrat. Er hüfter- läßt eine Frau und ;wei Kinder.______________ -f- Schwalheim b. Friedb., 5. Sept. Heute fand man in der Wetter die Leiche des bejahrten Dienstknechts I o n a s, der lange Jahre bei Landwirt John er im Dienst war. Die Ursache des Selbstmords scheint Lebensüberdruß zu sein. § Gedern, 4. Sept. Zur Zeit herrscht hier ein reges Treiben. Bahn- und Wasserleitungsbau werden eifrig betrieben. In der Nähe unserer Stadt werden au.s einem Schacht noch mächtige Erd- und Steinmassen zum Auffüllen nach dein Bahnhofe verbracht. Zur Speisung der Sammelbecken der Quellwasserleitung sind zwei Quellen vorgesehen. Die eine, nach Burkhards zu gelegen, soll den Hochliegenden Teil der Stadt, die andere bei Gedern, den übrigen Stadtteil mit Wasser versorgen. Etwa 200 Arbeiter, darunter viele Ausländer, meist Italiener, sind an dem Wasserwerk beschäftigt. Das Projekt, das auf ca. 80 000 Mk. zu stehen kommt, dürfte bis Februar ausgeführt sein. he. Darmstadt, 5. Sept. Dem Privatdozenten für Mineralogie, zugleich Lehrer für Geographie an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Prof. Dr. Georg Greim ist nach dem „Jahresbericht dieser Hochschule für das Studienjahr 1904/05" von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Wien für Vorversuche zu Untersuchungen über die Verteilung der Niederschlagsmengen in den Gletscherregionen des Jamtales aus den Erträgnissen der Pontiwidmung eine einmalige Subvention von 360 Kronen bewilligt worden. fc. Offenbach a. M., 5. Sept. Auf dem hiesigen Güterbahnhofe ging heute vormittag der Steinhauer Friedrich Müller, gebürtig aus Richen, einen Frachtbrief lesend, über das Geleise. Dabei geriet er unter eine Rangiermaschine und »vurde totgefahren. . fc. Wetzlar, 5. Sept. Ter hiesige Bahnhof bleibt am 15. September und folgende Tage wegen der Militärtransporte für den Güterverkehr geschlossen. Frankfurt, 5. Sept. Bis jetzt sind vier Personen als sie vermutlichen Täter und Hehler beim Uhren - und Golddiebstahl bei Schäfer in der Großen Eschenheimerstraße gefaßt worden. Der 19 jährige Buchbinder Adam Theiß wurde nm Samstag in der Wohnung seiner Geliebten, der KAlnerin Mieze Kurz rock, irr der Egenolffstraße verhaftet. Da das Mädchen ein Portemonnaie mit 200 Mark Inhalt in ihren Kleidern verstecken wollte, wurde sie wegen Verdachts der Hehlerei ebenfalls mitgenommen. Auf Theiß war die Polizei dadurch aufmerksam geworden, daß er in Lackstieseln und noblem Anzug mit seiner Braut" auf der Zeil herumslolzierte. In seinem Besitz wurden 200 Mark in bar und drei Ringe gefunden, die aus dem Schäferschen Einbruch herrühren. In der Gesellschaft des Theiß befand sich wiederholt der in der Großen Eschcnheimerstraße wohnende Kaufmann Anton Reinhardt, ein neunzehnjähriger, bisher noch unbescholtener Mensch. Eine Haussuchung bei ihm förderte vier aus benr Einbruch cherrührende Ringe, sowie einen Pfandschein vor. Auf diesen war eine goldene Uhr versetzt worden, die bei dem Bestohlenen gerade zur Reparatur sich befand. Noch ein vierter, der Tagelöhner Oskar Käser, ist unter dem Verdacht, an dem Einbrüche beteiligt gewesen zu sein, verhaftet worden. Käser erschien bei einem Uhrmacher in der Battrmn- straße und bot diesem drei aus dem Einbruch stammende Ringe und zwanzig Gramm geschmolzenes Gold zum Kaufe an.. Der Uhrmacher bot 50 Mark für die Sachen, Käser erllärte jedoch, daß er erst seinen Freund Müller, von dem er die Schmuckgegenstände zum Verkauf erhalten habe, fragen müsse, ob ihm der Breis genug sei. Als Käser dann wiederkam, wurde er m Haft genommen. Die Polizei glaubt in Theiß und Reinhard auch die Einbrecher erwischt zu haben, die vor etwa zwei Monaten auf ähnliche Weise in das Uhrengeschäft von Jäger in der Großen Eschenhcimerstroße eiudrangen und hier für einige Tausend Mark Uhren stahlen. Ist man so den Tätern auf die Spur gekommen, so ist doch wie die „Kl. Pr." schreibt, das Ergebnis der Untersuchung in anderer Beziehung sehr mager. Vvn den 18 000 Mark, die bei Schäfer an Wertsachen gestohlen wurden, ift nur wenig zur Stelle geschafft worden. Außer einigen Ringen und 200 Mark in bar ist nur eine goldene, zur Reparatur bei Schäfer befindliche Uhr sowie eine Goldinuhr wiedererlangt worden, welch' letztere int Bürgerhospital an der Stiftstraße hinter einem Zaun gesunden wurde. Mait nimmt an, daß die Wertsachen von den Dieben oder den Hehlern aus Frankfurt fort- geschasft worden sind. Nach den Hehlern wird eifrig geforscht. Wiesbadens. Sept. Im Palasthotel ist eine größere . 68.85 . 98.30 . 139.00 . 137.00 . 213.40 . 197.10 . 153 00 . 166 75 . 174.80 . 144.90 . 22.00 . 98.20 . 106.20 . 68.95 . 68.65 . 91.00 . 140.60 . 54.90 . 96.90 . 271.30 . 256.55 . 221.00 . 100 4f 4,/o°/r Chinesen . Electric. Rohuckert Nbrdd. Lloyd . , Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatebahn Lombarden . j Gotthardbahn , , Laurahütte . . Bochum . . durch die Warenhäuser ruiniert seien. Der Redner wünscht einen I allgemeinen Versicherungstzwang für Selbständige und Unselbständige. Tie Anträge Müller werden Nach kurzer Debatte cntgenvmmen. Obermeister R e he r t - Berlin besprach die Meistertitel und den Befähigungsnachweis. Er wies mtf die Beschlüsse des Kölner Handelskantmertages hin. Eine von ihm beantragte Resolution wird nach längerer Debatte deut Vorstande zur .Prüfung und weiteren Behandlung überwiesen. Die weitere Debatte brachte nichts von Bedeutung, vermischtes. * Neber ein Due 1 l nitf dem Meeresgründe wird aus Palermo geschrieben: Vor dem hiesigen Polizeigericht hatten sich die Taucher Cappodo und Rado wegen eines außergewöhnlichen Duells zu verantworten. Wie aus der Verhandlung hervorging, war vor einigen Tagen in der Nähe des Leuchtturmes von Santa Anna ein Kohlenkahn gesunken, tmd Cappodo war zum Meeresgrund hinabgestiegen, um zu untersuchen, ob der Kahn noch zu heben sei. Während er noch mit der Untersuchung beschäftigt war, folgte ihm Rado, um dieselbe Untersuchung vorzunehmen. Die Bestimmungen der Taucher sprechen dem ersten, der zum Meeresgrund niedersteigt, das ausschließliche Recht zu, alles, was er im Umkreise von 30 Metern findet, aufzuheben und als sein Eigentum zu betrachten. Ms Cappodo den Taucher Rado sah, der ihm dieses Recht streitig machen wollte, entstand zwischen den beiden hitzigen Sizilianern ein Zweikampf, dessen Einzelheiten man sich eher ausmalen als beschreiben kann. Das Duell scheint aber ernst genug gewesen zu sein, denn plötzlich läutete Cappodo mit Aufbietung aller Kräfte die Sturmglocke, und als man ihn aus dem Wasser zog, war er bereits bewußtlos und dem' Ersticken nahe. Während des Kampfes war der Luftzuführer Cappodos durchschnitten worden und das eindringende Wasser war ihm in den Hals gedrungen . Cahpodo gab nun an, daß Rado ihm den Schlauch zerschnitten hätte, Rado dagegen behauptete, daß Cappodo ihm einen Messerstich versetzen wollte und bei dieser Gelegenheit selbst den Luftschlauch durchschnitten habe. Unter diesen Umständen war es für die Richter natürlich unmöglich, die Wahrheit festzustellen. Waren doch nur die Fische, Krebse und Hummern, welche das Mittelländische Meer bevölkern, Zeugen des erbitterten Kampfes zwischen den beiden Tauchern gewesen. Aber die Richter wußten sich zu helfen, sie fällten ein salomonisches Urteil, indem sie jeden der beiden Duellanten zu je 100 Lire Geldstrafe verurteilten. * Kleine Tageschronik. Im Berliner Krankenhause Moabit besinden sich z. Zt. etwa 8 0 T y p h u s e r k r a n k t e in der Jsolierstation. Die Epidemie scheint diesmal ziemlich gutartig anfzutreten, denn bisher ist nnr ein einziger Todesfall zu verzeichnen gewesen. — In Toulouse wurde das ehemalige Theatre Des Nouvoautds durch eine Feuersbrunst zerstört. — Der „Magdeb. Ztg." wird aus Detmold gemeldet: In einer Sitzung des Landgerichts beantragte der vortragende Richter die Stattgebung des Antrages der Frau Krächt auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Der Beschluß soll am kommenden Samstag publiziert tuerben. — In Cherbourg erkrankte eine ganze Familie nach dem Genuß giftiger Pilze. Die Fran ist gestorben, während die anderen Familienmitglieder schwerkrank darniederliegen. — Ein Eisenbahnzug entgleiste beiPnrmerend (Nordholland). Eine Person wurde getötet und etwa 12 verletzt, davon zwei schwer. — Während des heftigen Teifuns, der zu Anfang des September im o st chinesischen Meere wütete, wurden sechs Telegraphenkabel zerstört, darunter die Kabel Schang- Hai-Tschisn und Schanghai-Nagasaki. Drei von den zerstörten Kabeln gehören der Großen Nordischen Telegraphen-Gesellschast. Die beiden Kabeldampier der Gesellschaft sind mit der Ausbesserung des Schadens beschästiqt, welche längere Zeit beansprucht. ....... >. Monopol.-Anl, -iti Argentiner nahm. Als er zurückgnrg, kam ihm das Dienstmädchen entgegen. Es schlug Lärm und verfolgte den ins Freie ftiehenden M- geklagten, der nach jedem, der sich ansckiickte ihn anzuhalten, mit seinem offenen Messer stach. In der Nähe der Heidelbacher Mühle gelang es. ihn festzunehmen. Er ist bereits wegen Raubes vorbestraft, weshalb ihm das Gericht mtlbembe Umstände versagte. Er wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus und 3 Wochen Haft verurteilt, auch wurde er der bürgerlichen Ehrenrechte aus 5 Jahre für verlustig erklärt und unter Polizeiaufsicht gestellt. — Wegen Konkubinats erhielten Peter O. und Katharina G. hier Strafbefehle über je 14 Tage Haft. Ihren Einspruch verwarf das Schöffengericht und sie erhoben Be- rufting. Da ihnen diese aussichtslos erschien, erkannten sie das Urteil in der Verhandlung an. — Der Fuhrmann Vhilivp D. XL von Reiskirchen erhielt einen Strafbefehl über 4 Mk., weil er einen mit Bauholz beladenen Wagen aus der.Kreis- straße bei Reiskirchen stehen ließ, sodaß der Verkehr gehemmt war. Auf seinen Einspruch setzte das hiesige Schöffengericht die Strafe auf 2 Mk. herab. Er focht das Urteil an und erklärte in der Berufungsverhandlung, daß die Anzeige auf Feindschaft beruhe: durch 'sein Verhalten fei der Verkehr nicht gehemmt worden. Das Gericht zog die ländlichen Verhältnisse in Betracht und stellte fest, daß von einer Verkehrsstörung keine Rede sein kann, da Beschwerden nicht eintiefen. Es erfolgte demgemäß Freisprechung. — Heinrich C. von HeriÄtssaal. (n.) Gießen, 6. Sept. Die Strafkammer verurteilte gestern den Bergmann Heinrich O. aus Wetzlar wegen eines im Jahre 1900 begangenen Betrugsversuchs und Urkundenfälschung zu 3 Monaten Gefängnis. O. war um genannte Zeit auf dem hiesigen Braunsteinbergwerk beschäftigt und begab sich mit entern von ihm selbst mit dem Namen des Betriebsleiters unterschriebenen Brief zu einem hiesigen Gastwirt, den er um ein Darlehen vvn 8 Mark ersuchte. Der Wirt, dem die Sache verdächtig vorkam, ließ sich aber auf nichts ein. Später ging er zur Frau des in Leihgestern wohnenden Betriebsleiters, angeblich int Auftrag ihres Mannes, und verlangte 20 Mark, die zur Auslöhnung eines plötzlich entlassenen Arbeiters nötig seien. Auch hier erhielt er kein Geld. Von dieser Zeit an war O. verschwunden. Bei der Verhandlung gab er an, er sei damals in die Fremdenlegion eingetreten und habe sich nach seiner Entlassung bei dem Bezirkskommando zu Hamburg gestellt, das seine Festnahnte veranlaßte. Nach 'feinen Mtgabeu ist er inzwischen zur Infanterie ausgehoben worden. Die Anklage bestritt er nicht: aus den Fall in Leihgestern will er sich nicht genau erinnern können, gibt aber die Möglichkeit zu. Da die Zeugen inzwischen zum Teil verstorben und die übrigen unbekannt wohin verzogen sind, konnte nur insoweit, als er geständig war, Verurteilung eintreten. Da die Sache fehr lange zurückliegt, hielt das Gericht eine milde Strafe am Platze, auf die ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. — Der 26 jähr. Schweizer Josef Sck. von Ammerdingen stahl einem Dienstmädchen aus der Gesindesticke ein Paar Strümpfe. Er entfernte sich aus seiner Dienststelle und geriet in Streit mit einem Mitknecht, den er blutig schlug und in einen mit Schlamm gefüllten Graben warf. Vorübergehende, die den Mißhandelten sahen, zweifelten an seinem Aufkommen. Da der Angeklagte behauptet, angegriffen worden zu sein und der Verletzte zum Termin ausblieb, mußte Vertagung eintreten. Wie gerüchtweise verlautet, ist Sch. des Biebricher Raubmords verdächtig. — Ein gewisser W. aus Filehne arbeitete als Dienstknecht zu Amsheim. Er begab sich im August d. I., angeblich um einen Bekannten aufzusuchen, nach Heidelbach, den er aber nicht antraf. Als er am Pfarrhause vorbeiging, bemerkte er, daß die Läden geschlossen waren. Er nahm an, daß niemand zu Hause sei und stieg über den Garten zaun ein. Hier sah er ein über der Haustür befindliches kleines Fenster offen stehen, durch das er in das Zimmer des Dienstmädchens einstieg und aus einem unverschlossenen Koffer etwa 9 Mark Geld der Deutschen Mittelstarrdsvereinraung. Frankfurt a. M., 4. Sept. Die im vorigen Jahr begründete Deutsche Mittelst a n d s v e r e i n i g u n g trat gestern im großen mer an der Parade ttic ufgeftdft. — bie UM T Lehrer bat bat ftM* dm. Wt> x’Wröta - xn Wv. HmarMg ixe üben! Man schreibt uns ,Qt ihren Anfang genommen Waibwerks, beherzigt dei )ie Brieftauben, die ihr in M-n smd, bie mW« enn das Vaterland m Na er von Militär-Brieftaube, b des Sommers mit groft r Herbst zum großen ist no^ bie '-ng-M ngettofjene T-ud- M ■*£ - ■ -d°r davon, voa§ । ifjte s auch p" J Die 9ttn ä'KetfaW S* t i^Aie iene«* geftaubenlleb^ ^ {ann b aber ^enblS. >gdp^ fresse -riotisch^ lVL.-en iceM“! ier oder 01,5 Anzeige il sie w“tbLto*("£^ . 1 klagt, weil sie seine Ehefrau in nickt wiederzugebender Weis? beleidigt hatte. Das Schöffengerickt Büdingen verurteilte sie zu 5 Tagen Haft und svrack der Beleidigten die Publik.ftionsbefugniA zu. Auf Bcruftmg der Frau G., die das erste,Mal unter An^ klage steht, wurde die Strafe in eine Geldstrafe von 30 MarL umgewaudelt. — Die Frau K. in Friedberg hafte die Freu A. wegen Beleidigung verflogt, was sie mit einer Gegenklage erwiderte. Das Sckwffengerickt Friedberg ließ die Ange^flggtel ftraffrei ansgehen und verurteilte die Klägerin, die erst flirzlicÄ wegen Beleidigung der Angeklagten zu 5 Tagen Gefängnis ver-s urteilt worden ist, zu einer Geiamtstrafe von 10 Tagen Gefängnis.> Sie erhob Berrifting, aber das Gerickt war nickt in der Sage,1 das Urteil zu ändern, da es mit dem Schöffengericht der Ansicht war, daß Frau K. nur durch eine Freiheitsstrafe vor weiterem Beleidigungen abzubalten sei. Es erfolgte deshalb Mweisung der Berufung. — Der Landwirt Tobias Heinrich B. von Gam^ back hatte gegen den Handelsmann Levi M. Privatflage erhoben, auf Grund deren er zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wocheni verurteilt worden ist. Das Urteil wurde angefochten und die, Privatflage vor Eintritt in die Hauptverhandlung zurück* genommen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag,, den 7. September 1905: Zeitweise heiter, Temperatur wenig verändert. Morgennebel. Näheres durch die Ofteßener Wetterkarte. Feinste snste tifdh* per Pfund 35 Pfg., 9-Psd.-Kistchen 2.70 Mk. - Kochäpfel 1 Psd. 12 Pfg.^ Rheinisches Kaufhaus Bahnhofstraße 26. ve/e Alice - ScBaisle Beginn der Kochschule den 16. September. — Kursus für Handarbeitslehrerinnen, Weißnähen, Sticken, Schneidern und Bügeln den 9. Oft., 10 Uhr. — Der Kursus für Weihnachtsarbeiten, alle modernen Kunstarbeiten u. s. w. den 16. Oktober. Auskunft und Anmeldungen bei der Oberlehrerin v6/0 Fräulein L. Moefer, Gartenstraße 30. 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