Mittwoch 5. Juli 1905 155. Jahrgang Erstes Blatt. Aie yeutrge Wummer umfaszt 12 Seiten. Militär SchotVeatze 7. Klbresse ffir Depeschen: Anzeiger Gießen. Ferrilpr?chanlch>nßNr 51 Der „Pobiedonoszew". Der im Hafen verbliebene „Georgi Pobjedonoszew" — so fährt dann die offiziöse Darstellung fort, — übergab den Behörden eine Lifte der Rädelsführer bei der Matrosenrevolte, die mittlerweile in einer Zahl von 67 bereits an Land gesetzt worden sind. Nach der Kapitulation leistete die Besatzung' von neuem den Treueid. Die von Nikolajew hier eingetroffene Jacht „Eriklik" brachte 17 Offiziere des „Pobjedonoszew" mit sich, die, als sich die Mannschaft des „Bob^'donoszew" mit der des „Knjäs Potemkin" vereinigte, nach Dofinowka trans- vortiert worden waren, von wo sie sich Nach Nikolajew begeben hatten Der Torpedobootszerstörer „Stremitelny" hielt auf hoher See in der Nähe von Odessa den englischen Dampfer „Gran- ley" an und brachte ihn nach Odessa; man argwöhnt hier, das; büg Schiff an der Meuterei auf dem „Krnäs Potemkin beteiligt sei. Man sagt, daß Mitglieder der revolutionären Partei, die sich auf dem Panzerschiff befanden, auf den „Gran- ley" übergesetzt worden seien. Auch von diesem Schiffe liegen Meldungen von privater Seite vor, von denen wir folgende hervorheben: Von der Bejahung des „Georgi Pobjedonoszew" wurden 67 Matrosen, die hauvtsächlich die Meuterei angestiftet hotten, ans Land überführt und im Zollkammergebaude scharf bewaebt. Dann wurden sie unter sckwrfer militärischer Eskorte in das Odessaer Gefängnis geschafft. Der „Pobjedonoszew" hatte eine Besatzung von 696 Mann. Als er am Freitag sich mit dem meuterischen „Potemkin" vereinigte und die Schaluppe des letzteren mehrere der Meuterei sich widersetzende Offiziere in Definowka an Land etzte, erschoß sich der O f f i z i e r G r a g o r k o w mit seinem Revolver Am 3 d. M landeten nach langen Sianal-Nnterhand- lungen zwischen dem „Pobjedoneseew" und den Marinebehörden uver Matrosen und erklärten dem General Kochanow, die Besatzung sei bereit, sich zu ergeben, wenn ihr Gnade zugesichert würde. Der General antwortete, er habe nicht die Machtbefugnisse hierzu, würde sich aber beim Kaistr bemühen, ihnen ihr Schicks. I zu erleichtern. Dann segelten drei Schaluppen zum „Powe donoszew" mit dem General an der Spitze. Drei Mteilungen Infanterie und der General seM wurden an Bord gel Yen, wo die Matrosen nocknnals erklärten, sich ergeben zu wollen, aber Gnade verlangten. Nachdem der General dies abermals abgelehnt, wurden die meuternden Matrosen verhaftet und gelandet. Die „Wecha". Petersburg, 4. Juli. (W. B.) Das Transportschiff „W e ch n" hat sich gestern noch innerhalb der russ. Gewässer ergeben. Die Lage in Odessa. Der für Odessa geschaffene Posten eines Gencralgou- verneurs ist mit dem General Karnisow besetzt worden. Die Bevölkerung ist nach wie vor beunruhigt. .Der israelitische Teck wandert in Befürchtung judenfeindlicher Unruhen rn monamch7b otert* jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Hroeigfteflen monatlich 65 Pl.; durch die Post Mk. 2.—viertel jährt. auSschl. Bestellg. Tnnabmt van Anzei'tt» 'lir die Tr ÄN-oomer -'S do mittiqS J 1 cfit. 3e'Tenwtfl: a iswärtt «y y). SBetentrooxH^cä litt den pottt. und Teil. P- Wiltlo: für .Stadl und ßanb' und -GerichtSjaal^: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck Die Anarchie in Iiußland. Der Panzer „Fürst Potemkin" hat sich noch nicht unterworfen; er schwimmt noch immer als „freies Schiff" im Schwarzen Meer unter dem Kommando eines Offiziers-Aspi- ranten, wie es heißt, des Midshipmans der Reserve Alexejew. Versuche, ihn aufzusuchen, sind bisher mißlungen. Dagegen bestätigt sich, daß die Mannschaft des „Georgi Pvbjedonos- zew" sich ergeben und die Anstifter des Aufruhrs ausgeliefert hat. Ueber die Meuterei des „Potemkin" veröffentlicht der russische Negierungsbote eine amtliche Mitteilung, die mit einer natürlich ganz einseitigen Darstellung der Ooessaer Unruhen beginnt. Dann heißt es weiter: Die Unruhen nahmen noch zu und arteten in offene Re- bolten aus, als das Panzerschiff „Knjäs Potemkin" auf der Reede von Odessa eintraf. Vom Schiffe wurde ein Boot mit der Leiche eines Matrosen an Land geschickt. Nach der Aussage eines Offiziers und eines Matrosen, die in der Nacht schwimmend an Land gekommen waren, hatten sich auf dem „Knjäs Potemkin" folgende Ereignisse abgespielt: Das Panzerschiff war mit dem Torpedoboot 267 am 26. Juni von Sebastopol nach der Bückst von Tcndrowo in See gegangen, um Schießübungen abzuhalten. Am 27. Juni weigerte sich die Mannschaft, das von Odessa geholte Fleisch zu essen unter dem Vorgehen, daß es verdorben sei. Auf Befehl des Kommandanten wurde bte Mannschaft auf Deck gerufen, und der erste Offizier forderte diejenigen Matrosen auf vorzutreten, die sich nicht weigerten, das Essen zu genießen. Als die meisten Matrosen vortraten, begann der erste Offizier die Namen der Nichtvortretenden aufzuschreiben, -He nicht Vorgctretenen bemächtigten sich der am Deck in'Pyramiden ausgestellten Gewehre und luden sie. Ein der Wache erteilter Befehl zu schießen, wurde nicht ausgeführt. Der erste Offizier entriß darauf einem Manne, der Wache das Gewehr, schoß zwei- oberdreimal auf einen Matrosen und verwundete ihn tödlich. Hierauf gaben die meuternden Matrosen Salven auf die Offiziere ab. Hierbei fiel der Kommandant des Schiffes. Mehrere Offiziere stürzten sich ins Meer, wurden aber im Wasser durch Flintenschüsse und durch Schüsse, die aus 47 Mulimetergeschützen abgegeben wurden, getötet. So wurden aufter dem Kommandanten sechs Offiziere und ungefähr 30 M a - trosen getötet. Die übrigen Matrosen und die Mannschaft des Torpedobootes wurden von den Meuterern gezwungen, sich ihnen anzuschließen. Die am Leben gelassenen Offiziere wurden von den Meuterern festgenommen. An Bord. des-Imäs Potem- kin" wurde ein Komitee von zwanzig Matrosen gebildet, dos den Befehl des Schiffes übernahm und anordnete, nach Odessa in See zu gehen. Der Panzer traf am 27 Juni abends in Odessa ein. Am 29. Juni traf d"s Hafenschiff. „Wecha" auf der Reede von Odessa ein, und warf, einem Signal des „Potemkin" gehorchend, hinter diesem Anker. Der Kommandant des „Wecha", der von der Meuterei an Bord des „Potemkin" nichts wußte, begab sich an Bord des „Potemkin", um sich bei dessen Kommandanten zu melden. Er wurde entwaffnet und mit den übrigen Offizieren des „Wecha" an Land gesetzt. Der „Potemkin" bemächtigte sich zweier Privatleuten gehörenden Boote, mit Koble und nahm die Kohle mit Hilfe von 300 Hafenarbeitern an Bord. Private Meldungen besagen folgendes: Das Torpedoboot „Stremitelnij" mit ausschließlicher Offizierbesaßung wurde auf geheimen Befehl dem „P o t e m kin" n a ch ■/ eschickt, kehrte aber nach ein paar Stunden schon wieder zurück, da es das Panzerschiff nicht aufgefunden. Wie verlautet, sollte es das meuterische Schiff versenken. Wo der „Potemkin" sich befindet, kann man den Polizei truppen stattgefunden haben sollten, durch Anwendung militärischer Gewalt unter Verwendung von Ma- chinengewehren niedergeworfen worden; hierbei wurde eine große Anzahl Personen getötet und verwundet In Kronstadt ist alles ruhig, aber auf allen Platzen sind Infanterie- und Matrvsenabteilungcn in einer Stärke von einem Zuge bis zu einer Kompagnie aufgestellt. Stcwve Abteilungen Gardedragoner durchstreifen die Straßen. Die ausständigen Arbeiter, Weiber und Strolche lagern auf den Plätzen und Straßen. Auf dem Linienschiff „Imperator Alexander II." hatten am Samstag nachmittag grobe Auflehnungen seitens der Besatzung gegen d i e O f f i z i e r e stattgefnnden. Durch sofortiges energisches Eingreifen gegen die Besatzung wurde bewirkt, daß der Vorfall keine weiteren ernsten Folgen hatte., Libauer Nachrichten zufolge gab es bei der dortigen Matrosenrevolte ü 6er 200 Tote. Unruhen in Petersburg und Umgebung. Aus Petersburg wird gemeldet: In der letzten Nacht sammelte sich am Prjaschkaufer Hafen ein Haufen E^esindel und begann in mehreren Häusern die Möbel zu zerbrechen und auf die Straße zu werfen. Den zur Unterdrückung der Unruhen h^rbeigerufenen berittenen Polizer- mannschaften gelang es nicht, den durch den Anschluß von Arbeitern auf eine Stärke von 3000 Personen an gewachsenen Haufen zu zerstreuen; erst als Kosaken zur Hilfe herange- 'ogen waren, wurde der Haufe zersprengt.. Zwanzig Personen wurden verhaftet. Durch Steinwürfe wurde em Polj'eioffizier und vier Kosaken verletzt. Auf den Putilow werken in Petersburg haben beute 12 000 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Auf der Baltischen Werf! droht ebenfalls ein Ausstand, fatts die Forderungen der Arbeiter, die unerfüllbar sind, nicht angenommen werden. Bei der Ueberführung eines größeren Pulvertransport aus Petersburg nach Krasnoze Sselo erplodierte auf unaufgeklärte Weise in Krasnow Sselo ein Wagen mit Pulver. Die Explosion rief in der Stadt große Panik hervor. Man glaubte, daß em Attentat gegen den kaiserlichen Palast verübt worden sei.' Mehrere Soldaten wurden verwundet. Sonstige Unruhen. In Nikolajew hj Schwuren Meev sind 5000 Ar-- beiter in Streik getreten. Drei Tage dauerte das Plündern von Hab und Gut. V o m b en a t t en tate sind erfolgt Der Verkehr der Stadt mit der Außenwelt ist unterbrochen. In Kielze wurden bei einem Straßenkampfe zwischen Militär und Volk fünf Personen getötet und sechs Massen aus. . Generalgouverneur Karnisow berrf alle Z e i tu n g s - Redakteure zu sich und sprach sich scharf tadelnd über ihre bisherigen Berichte aus, die er als erregend bezeichnete Die Zahl der im Hofm Getöteten resp. Verbrannten wird vom Marineamt auf 400 geschätzt, doch soll sie noch größer sein. 12 Wagen waren mit der Fortschaffung der massenhaften Leichen beschäftigt. Die Arbeiter nehmen allmählich die Arbeit wieder auf. Die sozialdemokratische und die ihr nahestehende Reformpartei proklamierten den Streikschluß wegen des Krie/zszustandes. Die Haltung ist ruhig, doch bleibt die Lage ernst. Von deutschen Reichsangehörigen ist bei den Zusammenstößen in den letzten Wochen niemand verwundet worden. „Petit Parisien" meldet aus Odessa, nach amtlichen Mitteilungen dürfte sich die Zahl der Opfer während der letzten Tage auf 6 0 00 belaufen. Dem „Morning Leader" wird aus Odessa gemeldet, daß 20 Offiziere dort verhaftet wurden, weil sie öffentlich erklärten, nicht weiter an dem Kampfe gegen die wehrlose Volksmenge teilnehmen zu wollen. Die revolutionäre Propaganda mache sichtbare Fortschritte. Am 3. d. M. wurden 30 Personen wegen Beteiligung an dem Aufstand standrechtlich erschossen. Die Leichen der Hingerichteten wurden während der Nacht beerdigt. 120 Mitglieder der Odessaer Kaufmannschaft richteten an den Finanzminister die Bitte um ein Moratorium für Wechselzahlungen bis zur vollen Beruhigung Odessas. t z . Die Mächte werden, sobald die von den Konsuln m Odessa veranstalteten Erhebungen über die Höhe des entstandenen Schadens beendet sind, in gemeinsamem Vorgehen ffir ihre geschädigten Untertanen in Petersburg Schadenersatzansprüche geltend machen. Weitere Meutereien bei der Schwarzenmeerflotte. Der Marineminister Avellane erhielt folgende Depesche von dem ältesten Flaggmann der Schwarzen Meerflotte Admiral Krieger: „Auf dem Tr a n s p o r t s ch i s f P r u t h rebellierte beim Auslaufen aus Tentri die Besatzung Sie nahmen den Kommandeur und die Offiziere fest und töteten einen Fähnrich und einen Bootsmann. Der Pruth kam in Odessa an. Die Besatzung gestand ihr Vergehen ein und der Kommandeur und die Offiziere wurden wieder freigegeben. Ich befahl dem Pruth, nach der Kampschewbucht abzugehen, wo unverzüglich die Untersuchung eingeleitet wird." Wie ftrner aus Sewastopol gemeldet wird, liegt das dorthin zuruckgekehrte Geschwader auf der Rhede unter Dampf. Die „Times" läßt sich aus Petersburg depeschieren: Auf dem im Hafen von Sew asto pol liegenden Panzerschiff „Katharina II." ist eine Meuterei ausaebrochcn. In Petersburg heißt es, es sollten Matrosen von der in Petersburg stehenden Gardeabteilung zur Be- manmmg d-r Schifft U Schwarz cerflottc entsandt werden. „ c Tie Meutereien in Kronstadt und Libau. Neueren Nachrichten zufolge ist die infolge be8 Ausstandes von etwa 3000 Arbeitern m Kr ° n st a d t am Fre - tag ausgcbrochcnc Revoits, bei der imch frühe.en Nachrichten keinerlei Zusammenstöße zwischen den Arbeitern und nirgends erfahren. Der Wiener „Neuen Freien Presse" meldet man aus Eon st an za: Die Abfahrt des „Potemkin" erfolgte nach längerer Beratung. Die Seele der ganzen Bewegung auf dem Schiff ist ein gewisser Mastuschenko, von dem behauptet wird, er sei ein Japaner und erst seit kurzem auf dem Schiff. Nach der Beratung wurde/er Beschluß der Bemannung zur Kenntnis gebracht, daß beschlossen wäre, nach Odessa zurückzufahren. Gleichzeitig Übergaben die Delegierten 15 Briefe für die ausländischen Vertreter, in Rumänien und für die Behörden, worin u. a. gesagt wird, die Mannschaft des „Potemkin" erkläre feierlich allen russ. Schiffen den Stieg, welche sich nicht mit ihr vereinigen. Authentisch wird gemeldet, daß das Torpedoboot, welches den „Potemkin" begleitet, gestern früh den russischen Stationär, der sich mit den Meuterern nicht vereinigen wollte, zu v e r s e n k e n versuchte. Das Vorhaben wurde durch die Wachsamkeit des rumänischen Kreuzers „Elisabeth" verhindert. Allseitig wird angenommen, der „Poteniiin" ginge nicht nach Odessa, sondern an die bulgarische oder türkische Küste. Hier herrscht große Besorgnis über die Pläne der Mannschaft des „Potemkin". Man befürchtet, daß sie Handelsschiffe an greifen werde. Die Matrosen des „Potemkin" t) er füg en über eine halbe Million Rubel und 200 Projektile. Bukarest, 4. Juli. Gestern abend ist das russische Torpedoboot Nr. 253 in Gal ah ein getroffen. Der rumänische Minister des Acußeren hält die russische Regierung über die Vorgänge auf dem „Potemkin" auf dem Laufenden. Ein meuternder "Matrose vom „Potemkin", der entflohen war. ersuchte die Behörden, ihn nicht wieder auf das Schiff zurückzuschicken. Er bestätigt, daß aus dem. Sch iss keine Lebensmittel-Vorräte mehr vorhanden seien. Auch seien nur noch 10 Tonnen Kohle vorhanden. Im Petersburg sind fünf Offiziere des „Knjäs Potemkin eingetroffen; sie werden von dem Marineminister Avelan empfangen. , _ r „Daily Mail" berichtet aus Odessa von einem Telegramm von deutschen Kolonisten aus dem Innern Südrußlands mit Ersuchen um Hi l fe wegen Bedrohung seitens der Bauern. Das Panzerschiff „Potemkin" hat am 2. d. M. ein benachbartes deutsches Kolonistendors bedroht und von dort Vieh an Bord genommen. 155 außer Sonntags. /em (ßtefeener Anzeiger werben im Wechsel mit dem ßefftldxn Landwirt die ®teb<*er ZamMen- Mittet viermal in bet Woche beigelegt Kotationsbruck u. Verlag der Brüh l'jchen Untvers.-Buch-u. Sletn- bnirfeteL Ä. Öang«. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger 67 Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen verwundet. Neue Schwierigkeiteu. Wie von vertrauenswürdiger Quelle gemeldet wird, hat der Zar große Schwierigkeiten bei der Besetzung der sonst überaus gesuchten G o u v e r n e u r p o st e n. Viele Gouverneurposten werden jetzt nur provisorisch Verwalter. Nach den vielen Attentaten der letzten Zeit haben sich die Gouverneure verschiedener Provinzen krank gemeldet. Verweser des Kriegsministeriums. Die Ernennung des Generals Rediger zum Verweser des Kriegsministerium^ vollzogen. Banernumuhen. In etwa 30 Dörsern Klein-Rußlands und zwar int Dnjepr-Gebiet, sind Bauernunruhen cMSgebrochen. Die Leute weigern sich, vor Ersilllung ihrer Forderungen an die Arbeit zu gehen. Die Lage ist sehr ernst In vielen Dörfern kam es zwischen den Aufständische^ und dem Militär zu blutigen Zusammenstößen. Die Cholera ist in Wilna ausgebrochen. Neue Audienzen beim Zaren. Petersburg, 3. Juli. Petersb. Telegr^-Ag. Der Kaiser empfing eine Abordnung des Kursker Adels unter Führung des Adelsmarsck)alls dieser Provinz (Wen. Dorer. Diese Abordnung überreichte eine Wresse, m der sie die Bitte aussprach, daß die beiden grundlegenden Stände des Semstwos, der Adel und die Bauern, nach Standew in der künftigen gesetzgebenden und beraten^ den Körperschaft zur Vertretung gelangen. Morgen empfängt der Kaiser eine Abordnung der „Vereinigung russischer Männer" unter der Führung des Grasen Bobrinsky, der unter anderen vier Bauern angeyören. Aus das von fiinf Adelsmarschällen an den Kaiser gerichtete Gesuch um eine Audienz empfing der Kaiser nur zwei derselben, den Adelsmarschall von Moskau Fürsten ^ubezkoh und den Adelsmarschall von Petersburg Grafen Gudowttsch Die im Privatkabinett des Kaisers stattsindende Kmtserenz war von sehr langer Dauer'. Die wirtschaftliche Lage Rußlands. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht sieht es schlimni m Rutz» land aus. S ch o u v o r d e m K r i e g e e r g i n g e s d e m B au er zum Erbarmen. Tas hNte auch die Vureau^atie begriffen. Es war eine große Ermittelung veranstaltet Worten über die Mage^ wie den Bauern geholfen werden könne. Das Ergebnis . ies^ Umfrage ist während des Krieges herausaekommen: 58 dicke Bände Material und 18 Bände sustematische Zusammenstellung! Da hat die Regimiug doch wenigstens etwa? andere Lektürewenn ihr die Berichte aus dem ostasiatilchen Kriege nicht beigem Derweil man solchermaßen M -tenal Lauste, begann bereits der Krieg seine furctzMr-u Wirkungen zu äußern : Geld wurde teurer, wenn nicht die Sparkassen überhaupt die Gewährung von Dar- lel'eu einstcllleu Der Matz stockte. Die Steuern ihcgen. EM paar Jahrzehnte erst ift's her, seit. Rußlai^ J^striepolitik iN größerem Stile treibt, aber schon sind bte Industriezentren von den neuzeitlichen sozialen Ideen erfüllt. Wohm man b^ckt. Streiks und Beunruhigungen. In dem großen polnischen Jndustriebezirk kommt die Arbeiterschaft nicht mehr aus dem Streik, die Bevölkerung nicht mehr aus Angst und Sorge heraus. Die schlechten Elemente der Geschäftswelt suchen sich Dütay ZwangsbeMerBe ihren Verpflichtungen zu entziehen. Diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden nm so härter empfunden, - ulS die russische Industrie eben erst eine direkt verheerende Krisis durchgemacht hat. Nach der Landwirtschaft iind Jndirstrre , sind jetzt auch Handel iind Hafenverkehr in ernste Verlegenheiten -gekommen; denn die Häfen von Odessa und Libau sind, tote toir wiederholt bemerkten, speziell für den Getreideabsatz nach dem Auslande von größter Bedeutung. Diese Störungen des Erwerbslebens sind für die Zukunft vielleicht noch bedenklicher, als für den Augenblick. Hunger tut Weh, aber der russische Bauer, der russische Arbeiter sind unglaublich bedürfnislos. Sie nehmen das Elend als unvermeidliche Fügung des Schicksals hin. Der Staatsmann und Wirtschaftspolitiker aber sieht düster in die Zukunft. Woher sollen bei der allgemeinen Krisis die Steuern und, Abgaben beschafft werden? Wenn keiner arbeitet, keiner verdient, wie soll er die Steuern zahlen? Dazu kommt eine noch viel größere Gefahr: In einem bedeutenden Teile des Reiches droht eme Mißernte. Zwar im Südwesten scheinen die Ernteaussichten günstig zu sein, umso schlechter steht's im Norden und m Zentralrußland. Trotz aller industriellen Bestrebungen ist Rußland ja überwiegend ein agrarisches Land. Seine Ausfuhr an landwirtschaftlichen Produkten ist ein wichtiger, ja, der wichtigste Posten in der internationalen Zahlungsbilanz des Landes. Voraussichtlich wird es für den Export sogar an den nötigen Waggons fehlen, denn die Transporte nach dem fernen Kriegsschauplätze haben den größten Teil des Eisenbahnmaterials in Anspruch genommen. Diese Schwächung des wirtschaftlichen OraanisMus ist noch bedenklicher deshalb, weil der Friede den Russen die VervflichtilNg einer riesigen Kriegsentschädigungsanleihe auserlegen wird. Zinsen und Tilgung dieser Schuld müssen natürlich auch aufgebracht werden. Die russische Wirtschaftspolitik wird sich also vor Aufgaben von überwältigender Schwere gestellt sehen. In all den inneren und äußeren Nöten haben sich die Kurse der russischen Werte entschieden behauptet. Russische Werte haben sich von jeher großer Beliebtheit beim Kapitalistenpublikum erfreut. Aber das allein hätte die Kürse nicht gehalten, wenn nicht von vornherein starke Hände der Hochfinanz eingegriffen hätten. Diese rechtzeitige Intervention hat die Möglichkeit einer Deroute immer wieder im Keime erstickt. Die Hochfinanz hat dem russischen Kredit und der ganzen Zukunft des Reiches einen Dienst geleistet, der nicht genug geschätzt werden kann. An den russischen Staatsmännern ist es, das Reich durch die noch kommenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten durchzusteuem. Aus Stadt und Kau-. Gießen, 5. Juli 1905. -Das Großherzogspaar von Hessen wird demnächst, so lesen wir in einem auswärtigen Blatte, zu einem mehrwöchigen Besuche bei dem Prinzen und der Prinzesin Heinrich von Preußen auf deren bei Eckernförde gelegenen. Landgute Hemmelmark eintreffen. " Personalien. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums der Justiz wurden die Gerichtsakzesststen B ecker aus Darmstadt, Dittmar aus Darmstadt, Holzapfel aus Altenstadt, Kern aus Bensheim, Dr. Meuser auS Mannheim, Neuroth aus Griesheim und Scriba aus Darmstadt zu Gcrichtsassessoren ernannt. * • Werkmeister Johannes Bierau aus Wies eck, der seit 1862 in der Zigarrenfabrik von Arnold Mueller tätig war, ist im hohen Alter von 79 Jahren gestorben. Bierau ist am 2. Dezember 1826 geboren; er erhielt am 2. Dezember'1899 das allgemeine Ehrenzeichen und feierte im vorigen Jahre, wie wir damals berichteten, seine goldene Hochzeit. Bis vor kurzem ging er noch seinen gewohnten Berufsgeschäften nach. * • Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen zweiten Ziehungstage der 2. Klasse der 6. Lotterie siel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 75963 (nach Mainz), ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 72723 (nach Mainz), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 688, Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 49442 81886. (Ohne Gewähr.) * * Gießener Volksbad. Im Juni wurden 12777 Bäder verabreicht gegen 11891 im Mai 1905 und 13107 im Juni 1904 oder im Durchschnitt pro Tag 426 Bäder gegen 384 im Mai 1905 und 437 im Juni 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich folgendermaßen verteilt: Schwimmbad 6057 Männer, darunter 787 zu 10 Pfg., „ 2018 Frauen, „ 412 „ 10 , Wannenbäder 1. Klasse 308 Männer, 166 Frauen, „ 2. „ 812 „ 627 , Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 122 Männer und 33 Frauen, Brausebäder 2126 Männer und 508 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen benutzt und das Bad von 4 Personen besichtigt. ** Besitzwechsel. Das Hotel Viktoria ist für 187 000 Mk. an Hotelier Schmidt in Wiesbaden verkauft worden. Die Uebernahme erfolgt am 1. Oktober d. I. ** Ertrunken. Unteroffizier Milke von der 4. Kompagnie unseres Regiments, ein sehr guter und sicherer Schwimmer, wurde gestern, als er einen Schwimmschüler vom Tode des Ertrinkens retten wollte, von diesem umfaßt und in die Tiefe gezogen. Einem dritten den beiden nachspringenden Soldaten gelang es, den Schwimmschüler zu retten, während Milke, der wahrscheinlich von einem Krampf befallen wurde, ertrank. — Geschäftsjubiläum. Heute sind es 25 Jahre, daß Herr H. F. Nassauer eine Kolonialwarenhandlung hier eröffnet hat. Nach einigen Jahren wurde dann das Geschäft, das allmählich sich vergrößerte, nach Neuenweg 15 verlegt, wo es heute noch von Herrn Nassauer betrieben wird. ** Feuerwehrjubiläum. Die Anmeldungen der Feuerwehrleute von nah und fern zu dem Feste mehren sich, so schreibt man uns, täglich, und es unterliegt keinem Zweifel, daß trotz der derzeitigen vielen Festlichkeiten eine stattliche Anzahl Wehrleute sich zu ihren Kameraden nach Gießen begeben werden. Mit der Eisenbahn-Verwaltung sind Extrazüge vereinbart worden; der Empfangs- und Wohnungs-Ausschuß ist zur Zeit ganz besonders an der Erledigung der ihm zustehenden Vorarbeiten, wozu man ihm den besten Erfolg wünschen muß. Ueberhaupt kommen nun alle Festausschüsse zur intensiveren Arbeitserledigung heran. Die Wirtschaften sind an bewährte Männer vergeben, die Getränke haben eine Vorprobe gefunden und deren Lieferung ist hiesigen Firmen übertragen worden. Die Installation des elektrischen Lichtes und der Quell- wasstrleitung nach dem Festplatz ist zur Zeit im Gange; die Feuerwehrübungcn erregen größeres Interesse; die einzelnen Vereine stehen in der Beratung, auf welche Weise sie den beiden Wehren ihre Sympathie bezeugen sollen. Die Gesangvereine Ken unausgesetzt ihre Gesamtchöre mit vollbesetzter Stimmenzahl, und die Turner der Gießener Turnerschaft stehen nicht minder mit ihren Leistungen zur Verherrlichung des Festes in wackerer Arbeit. Mit Lust und Liebe geht man allerwärts heran, um den Freunden in der Not auch einen Gegendienst zu erweisen. — Zu dem gestern gemeldeten Radunfall und unsere daran geknüpfte Bemerkung teilt im§ das Großh. Polizeiamt mit, daß § 16 Absatz 2 der Radfahrerordnung vom 10. Oktober 1899 folgendermaßen lautet: „Ferner ist e8 verboten, ein einsitziges Zweirad durch mehrere Personen zu gleicher Zeit zu benutzen und beim Fahren innerhalb der Ortschaften die Lenkstange vollständig loszu- laffen oder beide Füße vom Pedal aufzuheben." Die Schutzmannschaft ist schon lange angewiesen, derartige Ueber- tretungen der Radfahrerordnung, durch welche in der leichtsinnigsten Weise Unglücksfälle hervorgerufen werden, zur Anzeige zu bringen. Es ist bedauerlich, daß die einfachsten Bestimmungen der genannten Verordnung bei dem Publikum immer noch so wenig Beachtung finden. ” Uebertriebene Meldungen von Hitzschlag - Fällen bei den Mannschaften des hiesigen Regiments werden vielfach verbreitet. Es ist indessen bisher noch kein einziger Fall von Hitzschlag konstatiert worden, sondern einige Seide, die von Unwohlsein befallen worden sind, sind bereits wieder gesund und können die militärischen Uebungen wieder mitmachen. ** Eine merkwürdige Kinderreise. Von einem Eisenbahnbeamten wurden in Frankfurt, wie wir in einem dortigen Blatt lesen, drei Kinder, zwei Mädchen und ein Junge, im Alter von acht bis zwölf Jahren auf der Mainzer Landstraße, gänzlich erschöpft, ohne alle Mittel, angetroffen. Die Kinder erzählten, sie seien von ihren Eltern in Koblenz mit Fahrkarten nach Frankfurt versehen worden, von da sollten sie zu Fuß nach Oberursel zu ihrer Tante auf Besuch gehen. Sie sollten sagen, daß die Eltern während dieser Zeit umziehen wollten. Die Kinder suchten dann auch die Tante in Oberursel auf, die höchst erstaunt war über den unerwarteten Besuch. Sie sagte ihnen gleich, daß sie keinen Raum für sie habe, und gab jedem ein Frühstück mit den Worten: „Macht Euch nur gleich wiederauf den Heimweg". Die Kinder traten auch sofort wieder die Heimreise an, sie kamen aber nur bis Frankfurt, da sie weder den Weg kannten, noch irgend welche Mittel hatten. Die Polizei benachrichtigte die Behörde in Koblenz und ersuchte um Abholung der Kleinen. Es wird sich zeigen, was die Eltern veranlaßte, die Kinder auf's gcradewohl in die weite Welt zu schicken. ** Auch ein Bescheid. An dem Platze, wo die Alzeyer Irrenanstalt errichtet wird, hat, so berichtet man uns von dort, eine dortige Brauerei eine Kantine auf- aeführt, in der reichlich 200 Personen Platz haben. Ein des Weges kommender Pfälzer fragte, ob dieses Gebäude die Alzeyer Irrenanstalt sei, worauf ihm der Bescheid wurde: „Na, Vetter, all, die wo do eneingehe, wissen ganz genaa (genau), was se wollen." * W o in Deutschland i st es am wärmsten? Der „Globus" veröffentlicht folgende Ausführungen von Wilhelm Krebs: „Die Klimatologie des wärmsten Teiles von Deutschland kann in den klimatisch recht interessanten Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts mit wünschenswerter Genauigkeit studiert werden. Vom Deutschen meteorologischen Jahrbuch liegen die Jahrgänge 1901, 1902 und 1903 der Beobachtungen im Grotzherzogtum Hessen vor, bearbeitet von G. Grimm und herausgegeben vom Großh. Hydrographischen Bureau. Der südwestliche Teil des Großherzogtums, Rh ein Hessen, gehört zu dem mittleren Rheintal oberhalb Mainz, nach Hann, dem „Sitz der größten Mittelwärme, milder Winter- und hoher Sommertemperattrr. Das Zentrum dieser bevorzugten Gegend darf wohl bei Worms gesucht werden. Diese Station wies jedenfalls im Jahre 1903 das höchste der berichteten Temperaturmaxima in Deutschland auf. Am 29. Juni 1903 verzeichnete Worms 33V2 Grad Celsius, während als nächstfolgende Orte Frankfurt a. M. am gleichen Tage, Magdeburg und Berlin am 3. Juli nur 33 Grad erreichten. Rom, das für Juni ebenfalls am 29. die Höchsttemperatur, aber nur mit 30 Grad, verzeichnete, erreichte int ganzen JUhre 1903 nur 36 Grad (am 4. September), Nizza (am 3. September), Clermont (am 1. September) sogar auch nur 34 Grad. Jene Junihitze im Rheinhessischen ist umso bemerkenswerter, als sie nur sechs oder sieben Tage nach einem Kälterückschlag einsetzte, der int Großherzogtum Reifbildung, in tieferen Lagen sogar Frostschäden veranlaßt hatte. ch Leihgestern, 4. Juli. In schönster Weise feierte am 2. und 3. Juli der Kriegerverein „Hasia" sein 31jährigeS Stiftungsfest. Die von S. Maj. dem Kaiser verliehene Fahnenschleife überreichte als Vertreter der Regierung Kreisamtmann Hechler. Weiter wurden dem Verein von den Jungfrauen und den beiden Gesangvereinen Ehrenschleifen überreicht. Bei dieser Gelegenheit wurde auch dem verdienstvollen Schriftführer des Bezirks Gießen, Kanzleirat Keller, welcher demnächst nach Darmstadt zieht, das Ehrendiplom der Hassia überreicht. Die Schüler der hiesigen Schulen mit ihren Lehrern, 50 Festjungfrauen, die Ortsbehörden und 17 Vereine mit ihren Fahnen bildeten den Festzug. Dekan Strack hielt die Festrede. Friedberg, 3. Juli. Die unter dem Vorsitz des städtischen Prüfungskommissares, Geh. Oberbaurat W., an der hiesigen Gewerbe-Akademie abgehaltene Jngenieur- hauptprüfung in den Abteilungen für Maschinenbau, Elektrotechnik, Architektur und Bau-Jngenieurwesen hat wiederum ein günstiges Resultat ergeben, indem nämlich von 34 Absolventen die Reifeprüfung 2 mit „Auszeichnung", 1 mit „sehr gut", 8 mit „gut" und 21 mit dem Prädikat „bestanden" ablegten, während 2 Kandidaten von der Prüfung zurücktraten. Ende August d. I. wird ein größeren Teil der Studierenden der Anstalt unter der Leitung ihrer Dozenten die Weltausstellung in Lüttich besuchen. Urberach, 3. Juli. Eine grauenhafte Tat, der ein Menschenleben zum Opfer fiel, hält die hiesige Einwohnerschaft in höchster Aufregung. Die Landwirte Michel Groh und Georg Seib von hier bewohnen seit Jahren eine Doppelwohnung mit gemeinsamem Hose. Zwischen Groh Und Seib bestand seit langer Zeit tiefgehende Feindschaft. Am gestrigen Abend gerieten die beiden feindseligen Nachbarn aus geringfügiger Ursache wiederum in Streit, der bald in Tätlichkeiten ausartete. In deren Verlauf ergriff der ca. 38 Jahre alte Groh eine Hacke und führte mit derselben einen solch furchtbaren Schlag nach dem Kopfe seines 57 Jahre alten Gegners, daß dieser sofort mit eingeschlagenem Schädel bewußtlos zusammenbrach. Seib ist seiner furchtbaren Verletzung erlegen. Frankfurt, 4. Juli. Tas Tiefbauamt der Stadl Frankfurt schreibt: Der gestrige heiße Tag hat eine weitere Steigerung des Wasserverbrauchs in den Stadtteilen Frankfurt, Sachsenhausen und Bornheim mit sich gebracht. Während der Trinkwafferverbrauch am letzten Samstag nicht ganz 60 000 Kubikmeter betrug, ist er am Montag bis auf 63 000 Kubikmeter angestiegen, sodaß der Gesamtverbrauch an Trink- und Flußwasser mit reichlich 77 000 Kubikmeter weit über den bisher jemals erreichten Höchstverbrauch hinausging. Dieser Gesamtverbrauch, der einem Durchschnittsverbrauch von 284 Liter pro Kopf entspricht, würde noch ganz bedeutend höher geworden sein — schätzungsweise 90 000 bis 100 000 Kubikmeter mehr —, wenn nicht schon im Laufe des gestrigen Tages Druckv^rminderungen und in der Nacht Abstellungen in erheblichem Umfange vorgenommen worden wären. Das Tiefbauamt empsiehlt schließlich die größte Sparsamkeit im Wasserverbrauch. * Kleine Mittest unaen ins Hessen und den Nachbarstaaten. Im Forellenteich bei Dornholzhausen badeten nach durchschwärmter Nacht vier junge Leute. Einer von ihnen, der 26 jährige Otto Rath aus Kirdorl, bekam einen Herzschlag und ertrank. — An einem Neubau in Wiesbaden erlitt der Maurer Diehl aus Dotzheim einen Hitzschlag und stürzte vom Gerüst in die Tiefe. Er ist seinen Verletzungen erlegen. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich dieser Tage in Altenstadt. Der Unsitte, Petroleum ins Feuer zu gießen, fiel ein blühendes Menschenleben zum Opfer, drei weitere, die zu Hilfe eilten, erlitten Brandwunden. Die Täterin, ein sechsjähriges Mädchen, erlag nach einigen Stunden den schrecklichen Brand« wunden. Auch ein Bett, in dem eine Wöchnerin lag, geriet ins Brennen, zum Glück konnte das Feuer rasch erstickt werden. Dermifdtte#. Chemnitz, 4. Juli. Heute nachmittag entstand vermutlich infolge der großen Hitze in einer Drogerie eine heftige Explosion von Explosivkörpern. Mit ungeheuerer Detonation flogen dieselben über, die Straße und setzten beide gegenüberliegende Häuser in Brand. Mehrere Personen wurden durch umherfliegende Glassplitter und Explosivkörper verletzt. Gleichzeitig entstand infolge der Hitze im benachbarten Ermanndorfer Wald ein großer Waldbrand, durch den lx/2 Hektar alten Fichtenbestandes vernichtet wurde. * Kleine Tageschronik. In W i e n hat sich der ungarische Schriftsteller Alexander Brodh, Vizepräsident des ungarischen Journalistm-V-rems, durch einen Revolver schuß zu entleiben versucht und dabei lebensgefährlich verletzt. Das Motiv der Tat ist unbekannt. — In der Dubliner Bay wurde ein Boot mit sechs Insassen von einem schweren Gewittersturm überrascht. Das Boot kenterte, alle Insassen ertranken. töfridHsfaat d. Mainz, 4. Juli. Der 44 Jahre alte Landwirt und seitherige Gemeinoeeinnehmer Johann Specht aus Abenheim ist vor der Strafkammer der Unterschlagung und Urkundenfälschung angeklagt. Spacht wurde 1898 Gameindeeinuehmer und führte die Geschäftsbücher ganz vorzüglich. ?lls im November v. I. der Revisor des Kreisamtes nach Abenheim kam, um den Entwurf zum Voranschlag festzustellen, verweigerte der Specht unter nichtiaen Ausreden die Herausgabe der Bücher und Belege. Das fiel dem Kreisamt auf und es wurde nun eine Revision der ganzen Geschäfte des Angeklagten vorgenommen. Die Revision ergab ein Defizit von 12 500 Mk., außerdem soll der Angeklagte bei der Invalidenversicherung Manipulationen gemacht haben. Das Defizit wurde von dem Angeklagten gedeckt; es soll in den letzten anderthalb Jähren entstanden sein. Der Angeklagte besitzt nach den Mitteil- nngen des Bürgermeisters ein Vermögen von 60 000 Mk., er genießt den besten Leumund. Das Gericht verurteilte ihn wegen Unterschlagung von 12000 Mk. zu 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust, von der Anklage der Urkundenfälschung wurde er freigesprochen. Kassel, 3. Juli. Sert drei Tagen wird vor dem hiesigen Schwurgericht ein Gattenmord-Prozeß verhandelt. Angeklagt ist der 33jährige Bahnhofswirt Jvhs. Weisel von Bettenhausen, der in der Nacht vom 21. Ja- nur d. I. seiner Frau mit dem Rasiermesser den Hals durchschnitt, während sie im Bett lag. Er selbst wurde am Morgen ebenfalls in seinem Blute gefunden, er hatte scheinbar den Versuch gemacht, sich die Pulsadern zu öffnen. Weisel, der die Restauration auf dem Bahnhof in Bettenhausen, einem Kasseler Vorort, innehatte, war mit einer Lehrerstochter verheiratet, Elisabeth Falk aus Rölls- hausen. Die Ehe, welcher drei Kinder im gegenwärtigen Alter von 6, 4 und 3 Jähren, entsprossen sino, war von vornherein eine wenig glückliche. Es gab sehr viel Streit zwischen den Eheleuten, der sogar wiederholt in Tätlichkeiten ausartete. Wiederholt war die Frau im Begriff, in ihr Elternhaus zurückzukehren. Das Schwurgericht verurteilte Weisel wegen Totschlags zu sieben Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Kunst und Wissenschaft. — Der bekannte Bakteriologe, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Loeffler (Greifswald) hat ein neues Verfahren zur Immunisierung der Rinder gegen die Maul- und Klauenseuche entdeckt. gelingt mit Hilfe dieses Verfahrens jüngere wie ältere Rinder gleichmäßig gut zu immunisieren. , Das Verfahren ist sehr billig. Professor Loeffler wird die Einzeb- heiten des neuen Verfahrens auf dem internationalen tierärztlichen Kongreß mitteilen, der im Herbst hier tügt. N e w y o r k, 4. Juli. Das Trinich-College wird demnächst ein Schiff ausrüsten, das mit großen Laboratoriumsräumen versehen wird und für die Erforschung der Flora und Fauna der Tiefsee bestimmt ist. Nniversttäts-Nachrichten. — Wie uns aus Hannover gemeldet wird, hat der Vertreter der Physik an der" dortigen Technischen Hochschule, Prof. Dr. Konrad Dietrrici, auf eine Anfrage, ob er bereit sei, als Nachfolger des nach Gießen berufenen Prof. Dr. W. König das Ordinariat der Physik in Greifswald zu übernehmen, den Wunsch ausgesprochen, in seinem derzeitigen Wirkungskreise in Hannover zu verbleiben. Dttrmstadt, 4. Juli. Die hiesige Studentest-schafr der Technischen Hochschule hat eine Eingabe an das Rektorat der Hochschule beschlossen, worin zwar nicht die Auflösung der konfessionellen Sttldentenvcrbindungen gefordert, aber zum Ausdruck gebracht wird, daß die hier bestehenden beiden katholisch e n V e r b i n du n g e n als Korporationen nicht für die hiesige Studentenschaft eristieven, und daß diele somit auch ablekmt- 0 a9enem ’net £ ** ’ne weiters den Stadt. 7 9=- ^en SaniZ, lni Montaq ,ei„ Tesanrt. - 77 000 höchst. .spricht, “ 'watzunqZ, wenn nicht wlndeningen v^. flehlt schließ. und den ol-bausen ^'ner von n einen 6en. bQben erlitt un ftüqt, 11. erleaen. - 'n Alten, ^n, fiel ein °>e W Sitte ,?echSiahriges ''chen Brand« lNk qeriet ttß werden. entstand Der- Erogene eine ungeheuerer und setzten Mehrere Per- t und Exploder Hitze im ?er Wald- estandes Der* licfi der unga« : des ungari- 6 zu entleiben § Motiv der lurbe ein Boot irm übmafdjt Ümdtvirt und Specht aus ier Unter- cnaeMt. hrte ote Ge* er v. I. der rnt den End ,e bet Specht : Wcher und arde min eine en vorgenom- X) Ml, außer- enDersicherung Mde Don dem rtbalb JahM den Mitteil- 60 000 Mk, er erurteilte ihn dr Gefängnis er Urfunben* vor dem hie- rozeß ved- )f§toirt Johs. vom 21. Jamesser den sag. §r selbst : Lunden, er Pulsadern zu rt Bahnhof in itte, war mü 1k aus Nous- EqeMärtigen $, war Don r !nel Str«t t in »ch- m Begriff, m ,en Jah^n nF'-" “’b bi,i'to*So8 ude 1,1 ,.w Ler- lAÄe“^' r>in n'.^ltorat 1 .ntbOV Katharina, geb. Hofmann, Die trauernden Hinterbliebene» 3596 Die Beerdigung findet Donnerstag den 6. d. Mts., nach,nittags 3 Uhr, statt. Allendorf a. d. Lahn (Obersorgermtthle), Weidenhausen, Frankfurt a. M., den 4. Juli 1905. Heute mittag 1 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innigst geliebte Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Anton Piitsch Wwe. Von l)cnte ab täglich frisch gepflückte Kirschen sind zu haben ouf dem Trieb. 04390 W ■ L. W \I'A ■ M Ml E- G -.KI M' M G ■ ■». ■ 's?' M- I W M M W ö M M Ä V U W Z Ä: p ■ W« ■ WM? WM ■''W- K ■ I v im 72. Lebensjahre. 3591 Heidelberg (Landhausstrasse 13), Friedberg i. H., 3. Juli 1905. Der Einmach-Kursus Ä'K,W,Ö der Georg Kinkel, Krenzplatz v. A. Reinig OpTlSChQ Waaren e Giessen iSeltersweg 30 j Kriginal-Draj)1mttdungen. Berlin, 5. Juli. Als Nachfolger des Grafen Limburg-Stirum im Vorsitz der konservativen Fraktion dürfte neben dem Grafen von Wartensleben-Rogasen General-Feuersozietäts-Direktor Winckler, der Vertreter des Wahlkreises Weißenfels-Zeitz, in Betracht kommen. Kassel, 5. Juli. Vom hiesigen Schwurgericht wurde gegen den Bahnhofswirt Weisel wegen Totschlags, begangen an seiner eigenen Frau, auf 7 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust erkannt. Essen (Ruhr), 5. Juli. Auf der Gewerkschaft Deutscher Kaiser wurde ein Italiener von einem deutschen Arbeiter nach einem voraufgegangenen Streit mit einer Eisenstange erschlagen. 3130 Bahnhofstraße. W Täglich frische Erdbeerbowle. Kiel, 5. Jusi. Die Maschinistenanwärtej Hakanowitz und Zorn vom Linienschiff „Schwaben* wurde« wegen Aufruhrs zu 5 bezw. 6 Atonalen Gefängnis verurteilt. London, 4. Juli. Das Reutcrsche Bureau meldet aus Sidney: Rach hier vorliegenden Berichten richtete der Wirbelsturm auf Samoa großen Schaden an. Wien, 4. Juli. Das Subkomitce in dem Ausschüsse »etreffend das Verhältnis zwischen Oesterreich und Ungarn nahm eine Resolution an, welche besagt: Die Erklärung der Regierung über eine vorläufige vorschußweise Regelung der Beitragsleistung zu den gemeinsamen Ausgaben wird zur Kenntnis genommen, doch wird gegen jedes daraus für die Quotenfcstsetzung zu folgende Präjudiz Verwahrung eingelegt. Gleichzeitig wird eine Revision der bisherigen Quotenverhältnisse als dringend notwendig bezeichnet und erklärt, daß die unerläßliche Voraussetzung für die Bei- tragsleiftung der diesseitigen Reichshälfte zur Deckung der gemeinsamen Erfordernisse die sei, daß zur Verteidigung der Machtstellung der Monarchie ein gemeinsames, einheitliches Heer bestehe. Die Negierung wird aufgefordert, alles in diesem Sinne Erforderliche int Einvernehmen mit dem Ncichsrat rechtzeitig vorzubereiten. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß C3 Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfern lieben, unvergeßlichen, trensorgenden Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Heun Heinrich Wendland Heizer im Bolköbad nach kurzein, aber sehr schwerem Leiden, im Alter von 53 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Um stilles Beileid bitten 3593 Die tkeftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, Schiffenbergerweg 71., den 4. Juli 1905. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. Juli 1905 nachm. 5 Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. ASice-BCochsehMy© beginnt 0-1449 am 15. Juli. Anmeldungen nimmt jederzeit entgegen M. Trenckmann. Odessa, 4. Juli. Auf dem „Pobjedonoszew" brachen heute von neuem Spaltungen zwischen den! Matrosen aus. Das Kommando benachrichtigte die Behörden hiervon u,nd setzte sechs von den Kameraden eskortierte Anstifter an Land. — Der angechaltene englische Dampfer „Granley" ist nach sorgfältiger Untersuchung heute freigegeben worden. Die im Hasen befindlichen Torpedoboote sind ausgelaufen. Die Arbeiter int, Hafen haben die Arbeit wieoer ausgenommen., Ausländische Dampfer sind zum Verladen von Waren eingetroffen. Es sind Dampfer nach Cherson und Nikolajew cchgegangen. Bukarest, 5. Juli. Von dem russischen Geschwader wird jetzt die Verfolgung des „Knjaes Potem- kin" ausgenommen. Ein Torpedoboot dieses Geschwaders ist soeben in Konstanza eingetroffen. Odessa, 5. Juli. Graf Jgnatiew traf mit besonderen Vollmachten hier ein. Gruppen gefangener Matrosen werden zu den Brandstätten im Hafen geführt, müssen dort aufrüumen und neue provisorische Bauten aufsühren. Die Küstenschiffahrt ist zum Teil wieder eröffnet worden. Berlin, 5. Juli. Die „Nationalztg." meldet: Nach einem der Eisenbahndirektion Berlin zugegangenen Telegramm ist die Verfr a chtu-wg von Gütern nach allen Stationen der die Stadt Odessa im Norden und Osten umschließenden Gürtelbahn bis auf weiteres sistiert worden. Auch der Versand von Transporten im überseeischen Verkehr über Odessa hmaus wird aufgehalten. ' Petersburg, 4. Juli. (Mitternacht.) Der Direktor bet Putilowwerke fordert in einer Bekanntmachung bre auÄ- ständigen Arbeiter auf, morgen die Arbeit wieder aufznnehmen, widrigenfalls die Fabrik morgen geschlossen werde. Die Werke sind von .Kosaken, Infanterie, berittener und F-ußpoltzet besetzt. Wie es heißt, sind die Arbeiter der Fabrik Laferme heute ebenfalls' in den Ausstand getreten. Soeben trifft die amtliche Meldung ein, daß über 25000 Arbeiter ausständig sind. In allen äußeren Stadtteilen patrouillieren starke Infanterie- und Kosakenabteilungen. Die Ruhe wurde bisher nirgends gestört. Bjelostock, 4. Juli. Im Zentrum der Stadt, wo ein Polizeiposten stand, wuM eine Bombe geworfen. Es geht das Gerücht, mehrere Personen seien getötet worden. Aus einigen Straßen wurden Schüsse gehört.__ Gestern abend 10 Uhr verschied nach langem, schweren, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, unsere gute Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Fray Br. Jolle Vogt geb. Kretz Auszug iws des ÄMessnilsreMerL Ser Ztsdt Sbßeu. Aufgebote. Juni. 24. Heinrich Lepper, Zimmergesclle in Großen-Bnseck, mit Elisabeths Becker dahier. 26. Johannes Weitzel, Bahnarbeiter dahier, mit Anna Schmitt Hierselbst. 26. Jakob Bauer, Installateur in Neustadt a. H., mit Sophie Altvater dahier. Eheschließungen. Juni. 24. Friedrich Karl Appel, Steiger dahier, mit Minna Auguste Voigt Hierselbst. 24. Heinrich August Goßmann, Taglöhner dahier, mit Elise Orth Hierselbst. Geborene. Juni. 17. Dem Schriftsetzer Karl Heinrich Noll ein Sohn, Willy Peter Berthold Heinrich. 18. Dem Eisenbahnassistenten Eduard Krombach ein Sohn, Ludwig Heinrich. 18. Dem Dreher Heinrich Gemmecker ein Sohn, Friedrich Karl. 19. Dem Schreiner Justus Volz ein Sohn, Karl Wilhelm. 19. Dem Dienstknecht Andreas Schmidt ein Sohn, August. 20. Dem Kutscher August Velke eine Tochter, Auguste. 22. Dem Schriftsetzer Paul Scheibe eine Tochter, Emilie Louise Adele Selma. 22. Dem Großherzogl. Staatsanwalt Friedrich (gen. Fritz) Hoos eine Tochter, Hildegard. 23. Dem Lokomotivheizer Peter Wilhelm Becker eine Tochter, Emma Martha Helene. 24. Dem Taglöhner Johannes Schieferstein Zwillinge, Heinrich und Karl. 24. Dem Provinzialrabbiner Dr. Leo Hirschfeld eine Tochter, Gertrude. 24. Dem Fabrikarbeiter Philipp Hahn ein Sohn. 24. Dem Lokomotivheizer Karl Hock ein Sohn, Arthur. 24. Dem Kaufmann Ferdinand Bär ein Sohn, Benjamin Ferdinand. 25. Dem Dienstknecht Karl Römer ein Sohn, Wilhelm. 26. Dem Taglöhner Peter Theiß ein Sohn, Wilhelm Albert. Gestorbene. Juni. 25. Leonhard DLrflein, 5 Monate alt, Sohn des Küfers und Wirts Leonhard Dörstein dahier. 26. Karl Dahmer, 3 Jahre alt, Sohn des Spenglermeisters Georg Dahmer dahier. 26. Sophie Emma Anna Merz, 1 Jahr alt, Tochter des Flaschenbierhändlers Heinrich Merz dahier. 26. Wilhelm Curtman, 39 Jahre all, Dr. ehern, dahier. 27. Johannes (gen. Peter) Noll, 60 Jahre alt, städt. Taglöhner dahier. 28. Kaspar Nanst, 69 Jahre alt, Kaufmann dahier. 29. Elise Loos, geb. Busch, 53 Jahre alt, Ehefrau des Gewerbebankdirektors Karl Loos dahier. mit bat katholische Derb-rndungeu znsammHr bei irgendwelche studentischen Veranstaltungen nntzünNrkek bezw. solche daran teünehmen^zufassen. Deut Privatdozenten in der Medizinischen Fakultät der hiesigen Universität Dr. Walter Wendel wurde das Prädikat Professor beigelegt. ______ Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter und Schwester Hedwig uns durch einen Unglucksfall im Alter von IO1/, Jahren jäh entrissen wurde. Um stille Teilnahme bittet die tiefbetrübte Familie Otto Müller. Lollar, den 4. Juli 1905. Die Beerdigung findet Doraussichtlich morgen Donnerstag nachmittag 31/, Uhr vom Trauerhause aus statt. 04461 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 4. Juli. Auf der Plattform des Aussichtsturmes auf der „Hohen Warte" fehlt schon seit einiger Zeit ein ziemlich breites Brett, so daß leicht jemand durch das Loch hinabstürzen kann. Es würde sich em* pfehlen, daß der Schaden repariert wird, um einem Unglücksiall vorzubeugen. w- Familien Nachrichten. Verlobte: Elsa Wasmuth mit Dr. Theodor Koch, Berlin. Gestorben: Frau Eleonore Frank Witwe in Grimberg. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Brach. „ Georgi. ArM/h si"d Schrwvew Haar- vU|)H!l| anssall und Haarspalte. Daher gebrauche man das seit 18 Jahren in allen Kulturstaaten eingesührte Peruanische* Tannin-Wasser von E. A. ühl- mann & Co., Reichenbach I. V. Flasche 1.75, 3.50. Zu haben bei: Louis Zult, Emil Koch, Friedr. Büttner, Hei-nr. Sinmer, FriseuvE, sowie in jedem Jriseurgeschafte. D2% Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt! Mülheim a. d. Ruhr, 4. Juli 1905z Die cm der gestrigen Essener Börse aufgetretene größere Kauflust für schwere Kohlen werte hielt auch heute an und konnten Konstantin der Große, Elisabeth, Lothringen, Viktor, Mont Cenis, König Ludwig, Helene und Amalie, Fröhliche Morgensonne und Friedrich -der Große ihre Kurse weiter aufbessern. Unser Fritz wurden zu etwas über 28 000 gehandelt. Auch für Ewald bleibt die Nachfrage bestehen zum Preise von etwas über 57 000. Die Mittelwerte zeigen keine Aenderungen. Dagegen wurden von kleinen Werten Altendorf, Siebenplaneten, Freie Vogel und Unverhofft, Dahlhauser Tiefbau und Tremonia gesucht. — Auch am Kalikur enm arkte konnte sich die Tendenz heute weiter befestigen, indem fast sämtliche schwere Werte höher notieren und auch zum Teil umgesetzt wurden. Besonders hervorzuheben sind Herctznia, Neustaßfiirt und Glückauf bei Sondershausen. Dagegen sind die Kurse für Beienrode, Waiserodw. Wll- helmshall u-nd Wintershall weniger verändert. Für die Mittelwerte erhält sich Nachfrage zu gestrigen Preisen. In Ieinen Werten war das Geschäft heute mir belanglos. Zum Schlüsse machte sich für Adolfsglück und Verden Oel Kaufinteresse bemerkbar zu anziehenden Preisen. — Am Erzkuxenmarkte bleibt die Nachftage für Henriette bestehen, während fast alle übrigen Werte beinahe geschäftslos liegen. Handel und Verkehr. Dolkswirtschast. E r z " K n x e. F e r n i e. Aiigebot 3450, Nachfrage 3375. Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225; 1904: 300. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 5. Juli. iOrig.-Telegr. deS „Gieß. Anz") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 126 Kälber, 00 Schale u. Hämmel, 861 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pfg., 2. Qual. 80—84 Psg., Lebendgewicht 49-51 Pfg., Schlachtgewicht 62- 66 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Schweine 1. Qualität 69-00 Psg., Lebendgewicht 54.00 Psg., 2. Qual. 68-00 Psg., Lebendgewicht 53—00 Pfg., 3. Qualität 62—64 Psg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschält bei Schweinen mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kälber gedrückt, fein Ueberstand. u _ fc. Frankfurt a. M., 4. Juli. Heu- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 2.40 bis Mk. 3.00, Stroh Mk. 2.70 bis 3.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Arbeiterbewegung. Darmstadt, 4. Juli. In der hiesigen Herdfabrik und Eisanaießerei Gebr. Röder traten vor längerer Zett die Former, ^wa 100 an der Zahl, in Ausstand. Der Firma war es unter diesen Umständen nicht möglich, den Betrieb m seinem ganzen Umfange auftecht zu erhalten, und ]te sah sich daher genötigt, weitere 300 Arbeiter zu entlassen. Da nut den Streikenden bis heute keine Einigung erzielt werden konnte, beabsichtigt die Firma nunmehr ihre Gießerei nach auswärts zu verlegen. Der Fabrikationsbetrieb selbst dagegen soll nach wie vor in Darmstadt verbleiben. Dortmund, 4. Juli. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk^ beschloß auch den Arbeitern in Orten mit Tarifverträgen zu kündigen, sodaß sämtliche organisierte Arbeiter entlassen sind. Eisenbahn-Zeitung. — Mit einer neuen Schnellzugsmaschine mit doppeltem Personal werden zur Zeit auf der Strecke Berlin-Lehrte Fahrversuche angestellt. Bisher wurden Geschwindigkeiten bis zu 110 Kilometer gefahren, die bei den weiteren Versuchsfahrten bis zu 120 Kilometer als Maximalgeschwtndagkett ausgedehnt werden sollen. Pgt“ Schlager W® unter den Fliegenfängern überall zn haben. General vertrieb: Chr. Lud. Thomas Giessen ss°/r Bahnhofstrasse. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Sttr Ausführung der Ebelstiftung sind ht vielem Jahre im Weae der öffentlichen Ausschreibens zu vergeben: 1. Die Lieferung von etwa 20 Knabenanzügen (Joppe, upo Hose) aus Lodenstoff oder Lörracher Tuch, 2. 60—80 m Stoff zu Winterkleidern für Mädchen, 3. 70—80 m Baumwollflanell für Hemden, 4. Ö0-60 m wollene Lama für Unterrocke, 5. die Anfertigung der^ädchenkleider, Knaben- und Mädchen- Hemden und Unterrörke. Angebote sind einzureichen bis spätestens 1. August dS. 3»., Nachmittag» 6 Uhr, beim städtischen Armenamt, Neueabaue 25, Zimmer Ar. 2. Gießen, am 1. Juli 1905. ® /» Die Armen-Devutation der Stadt Gießen. C. u r f ch m ann. Der Großherzogliche Universitätsrentamtmann Weimer M -vom 6. Juli ds. an auf 4 Wochen beurlaubt. «Mt Versetzung seines Dienstes während dieser Zeit ist Finanz-- aspirant Eger beauftragt. Gießen, den 4. Juli 1905. Großherzogliche akademische Administrations-Kommission. In Vertretung deS Kanzlers: V o s s i u S.D% Prima Nußkohlen von SO Ctr. an, pro Juli und August zum Sommerpreise. [8312 Gg. Unverzagt Grünberger Straße 18. WHMMü Ncncrhnntes Wotznhons zu verkaufen. 8478 Heinrich Bernhardt, Bauunternehmer, Klein - Linden. Haus-Verkauf! Das modern emgerichtete Wohnhaus (Villa) des verstorbenen Rentners Ernst Balser, Moltke- straße 10, ist alsbald zu verkaufen. Garten, Gas- und Wafferleitung, Badeeinrichtung, elektrisches Licht vorhanden. 8480 Näh. Micestraße 4, 2—4 Uhr pachmittags.___________________ 04391s Gut erhaltenes Lü-tmtincr Scrciu füc Armcn- uni) jlrsükcnpsleze. Ordentl. General-Versammlung Mittwoch, den 12. Juli 1905, nachmittags ß Uhr im Matthäussaale, Kirchstraße 9. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Prüfung der Rechnung. 8. Erweiterung deS Schwesternhauses. 4. Neue Organisation der Jünglingsiürsorge. 15. Das Mietspalronat. 6. Ergänzungsivahl des Vorstandes. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der §§ 4, 6 unb (S der Satzungen ergebenst eingeladen. D4/, Der Vorstand: D. Schlaffer. Die glückliche Geburt eines kräftige« Jungen . zeigen hocherfteut an / I- V. Darmstadt, den 4. Juli 1905. 8590 Gr. Miotsterialrevisor N. Kratz und Frau Frieda geb. Keller» GleibergVerein General-Iersammtung am Samstag, den 15. Juli, nachmittags 4l/2 Uhr auf der Burg Gleiberg. D8/7 Klavier für den billigen Preis von Mk. 200.— gegen Kaffe wegzugshalber zu verkaufen. Offerten erbitte jchriiliich an Gustav Wohlmuth, Gießen, zu richten.______________ Fahrrad zu verkaufen. 04422 Gießen, Schottstr. 8. Müller. FriHe Sieiiti kurz gepflückt, kauft 8477 Löwcu-Drogerte, Vl. Xllblngei-. £2 ess «re auch schadhaft ob. zerbrochen, zu kauten gejucht. Schriitl. Meld. u. M. K)5 a. d. 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