icn utib SMt iö-M, «SBg uptgewinne: rißtoftgen, «er Tchlrtten, , kompleii belpannt. "Mer 88w£* tompleit bejpanni Rehmaschive«, -rgegenstände rc. rä Buchacker, reneral-Vertrieb '' Neue» Baue 11. U Lose tiir iDlarf 10- u-Liste 25RE (nllLSolidaria-Fihrräiw jrt-W* sa»?§L ploUelld«uLb» Sa-^W bv''i ----- ®aiM Zer 91.-.J VWU[ Mteiw3?n*tti >, 59 ,, «Xtbe«. i'^'Ä90?' ^5 wt UDw ±,nn^abnan IN JV L Schulhof Telephon 119. er Versandt nach aus» dckuM msteinlackjarbe moqrll, Pfund 90 Psg., über Nacht trodtn, 4223 irituslacksarbe roogni, Pfund 80 Ptz, ofort ttodtn, sowie tu, Saat, yififd ttfr tav Waller, ir. M. Niopn -eisekartossem, per Ztt. 0, Saiserttoueu, per 3^. - gelbe Salatkartosselu c, Mk. I-, empfiehlt j. Weisel M )n 235. Lonnenftrahe K. Ile BlüE LK'ML - W'gieler . r s* i der Erstes Blatt. Freitag 1. September 1905 155. Jahrgang Nr. 205 Srscheirrt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Sietzencr Familien- Wörter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stein- druckerei. ÖL Lange. Redaktion. Expedition und Twuckerei: SÄulstraße 7. Adrefie für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fern sprech ans'' uß N-- 51. ® Ä ve»ngsprei»: rSjr monatlich75Pf.,viertel' GittzenerAnreiger w General-Anzeiger S“S Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen WW ** seigenteil: Hans Beck. ALe heutige Dummer nmfaßt 10 Ketten. Iriedensnachtese. Aus Portsmouth meldet vom 31. Aug. W. B.: Professor v. Martens entwarf heute den ganzen Frie- densvertrag nach der russischen Erklärung des Abkommen? zwischen den Delegierten. Seine Erörterungen mit Dcnnison bezogen sich hauptsächlich auf die Auslegung gewißer Worte in dem in französischer Sprache zu gebenden Texte. Die Arbeiten in Portsmouth, die den Friedens- belegierten nun noch obliegen, sind wohl nur noch formeller Art. Die einzige Frage von Gewicht ist der japanische Anteil an Sachalin, und da genügt ein Blick auf die Karte, daß von einer „Halbierung^ der Insel nicht die Rede sein kann. Ein englisches Blatt berichtet denn auch, daß die Japaner nur die schmale Südspitze in Beschlag nehmen, welche strategisch der wichtigste maritime Punkt de§ nördlichen Pacifik ist. Er beherrscht die Straße von Peruse, und deshalb die Verbindungen Wladiwostoks. Deshalb sind die Japaner bei diesem Handel nicht schlechter weggekommen, die Fischerei ist ihnen um die ganze Insel zugestanden, und das war der springende Punkt. Sollten die Rußen tatsächlich die Insel industriell ausbeuten, so würden japanische Arbeiter und japanische Kaufleute dabei reichen Verdienst finden. Eine vervollständigte Wiedergabe der Bedingungen gibt das englische Seeamt: 1. Keine Kriegskosten seitens Rußlands. 2. Der ganze Norden von Sachalin wird dem Zaren zurückgegeben. 3. (neu) Ruß land behält seine internierten Schiffe und braucht 4. seine Seemacht im Osten nicht zu beschränken. 5. Es erkennt das japanische Protektorat über Korea an, 6. räumt die Mandschurei, 7. liefert den Japanern Liaotung aus und 8. die Mandschurei den Chinesen. 9. (neu) Die militärischen Ma- rine-Etablisiements und Anstalten in Port Arthur gehen auf Japan über. 10. Die ostchinesische Eisenbahn von Chardin bis Port Arthur und Dalny übernimmt China, Japan übernimmt den Betrieb. 11. Rußland zahlt die Kosten der Unterhaltung und Rücksendung der russischen Gefangenen. Punkt 11 ist eine Falle, wenn man einem briti- fchen Korrespondenten glauben kann, dessen Meldung in fetter Schrift wiedergegeben wird: Ich bin durch höchste Stelle informiert, daß das „Geheimnis" der japanischen Großherzigkeit in der Gefangenen-Klauscl liegt. Die von Rußland zu zahlende Summe wird vermutlich nicht veröffentlicht werden, übersteigt aber praktisch (wie bereits gestern kurz gemeldet wurde) die von Japan als Kriegsentschädigung geforderte Summe. Zu dieser Anffaffnng ist zunächst zu bemerken, daß bei den 100 000 russischen Gefangenen auf jeden Kopf bei 21/, Milliarden Kriegsentschädigung 2 5 000 Mark fallen würden, was nur ein spleeniger Engländer als möglich annehmen kann. Sodann aber haben die Ruffen Gegenforderungen, und sie können nachweisen, daß die Beförderung über Land fünfmal so teuer ist, als die kostspielige Reise zur See. Die ganze Bahn frißt nichts als Zinsen. Somit würden sich die Japaner bei dieser Ueberschlauheit in ihr eigenes Fleisch schneiden. Eine Reuter-Meldung aus Portsmouth lautet folgendermaßen: Der Rechtsbeirat der japanischen Friedenskonrmission Tennison, und Professor v. Martens stellten den Wortlaut der Einleitung und dreier Artikel des FricdcnZvertrages fest: sie arbeiten jetzt an feiern Artikel über die Cession der ostchinesischen Bahn. Es ist möglich, daß der Llbschluß des W a f f en- still ft a n d e s noch 'um einen oder zwei Tage verzögert iuirb, da zuvor die Generäle in der Mandschurei zu instruieren sind. Die Bedingungen, unter denen Japan als Besitzer der vstchinesi- schen Bahn anerkannt wird, besagen daß Rußland an China «5 Millionen Dollars für Chinas Interesse an der Bahn zahlt, und daß die Frage, wer schließlich Besitzer der Bahn sein soll, zwischen Japan und China geregelt werden soll. Dem Vernehmen nach sollen, wenn China die Bahnlinie behalten will, die 75 Millionen an Javan gezahlt werden, neben der Rückzahlung der von den japanischen Eisenbahnbehörden für den Wiederaufbau der Linie aufgewandten Summe. Die Eisenbahn zwischen Charbin und der sib irisckenGrenze imfe von Charbin südlich bis zur Station Kuen- schentse bleibt in Händen der Russen. Rußland wie Japan erhalten die Erlaubnis, Wachmannschaften längs der in ihren Händen befindlichen Eisenbahnlinien zu unterhalten und Truppen im Falle ernster Unruhen zu entsenden. Die Zahl der Truppen soll aber nickt größer sein, als zur Wiederherstellung der Ordnung notwendig ist, und die Truppen müssen zurückgezogen werden, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist. Die Uebertrag- img der Pachtverträge in Port Arthur und dem übrigen .Leu der Halbinsel Liau tung wird von der Einwilligung Chinas abhängig gemacht. „ Die Petersb. Telegr.-Ag. erfährt aus sicherer Quelle, baß die russische und die japanische Regierung baldmöglichst nach dem Austausche der Gefangenen gegenseitig die Rech- uungenüberihre Ausgaben für dieBerpfleg- ung'der Gefangenen von dem Tage der Gefangennahme bis zu deren Tode oder Austausch vorlegen werden. Rußland zahlt an Japan den Unterschied zwischen den tatsächlich von Rußland und von Japan für Den gedachten Zweck verausgabten Summen. Die Beurteilungen des Friedensschlusses sind natürlich ku England äußerlst bombastisch, Japan wird in den Fimmel erhoben. Demgegenüber ist nicht uninteressant, dvas in dem Pariser „Temvs", gewissermaßen als ofsi- giö se französische Aujfassung, vorgetragen wird. Da wird unter anderem gesagt: 1 N^mand ist froher als Frankreich. Schon aus Menschlich- lrchkeits gründen wünschen wir, daß den Fleischbank-Orgien von Port Arthur und Tschuschima und anderen Schlachten ein Ziel gesetzt werde: das menschliche Mitgefühl litt hemmtet. Jeder Mann findet jetzt seine Rechnung; wenn ent Haus brennt, find die Nachbargebäude mit bedroht. Es war ein großes Zeichen politischer Weisheit, daß "ein solcher Riesenkampf „lokalisiert" werden konnte, denn alle litten darunter mit: Man denke an die Beschränkung des neutralen Handels, die gekaperten Schiffe, die Hull-Komödie, die schwülen Befürchtungen wegen einer allgemeinen Friedensstörung. Der Friedensschluß scheint, so weit bis jetzt bekannt, den Interessen Javans und dem russischen Ehrgefühl gleichmäßig gerecht zu werden. Das Kriegsergebnis ist im allgemeinen das, daß die Japaner in Schlachten stets gewonnen Huben und dabei doch weit entfernt davon sind, den Gegner am Lebensnerv getroffen zu haben. Das gestern mitgeteilte Telegramm Wittes an den Zaren ist beinahe so abgefaßt, als ob Rußland ^yapan den Frieden diktiert Hube. Wenn gar Graf Lambsdorff depeschiert: „Die Japaner sind bereit, sich dem Willen Eurer Majestät zu unterwerfen", so nracht dieser Stil beinahe freilich einen komischen Eindruck. Derart werden die Gegner schwerlich, tote die N. A. Ztg." wünscht, „gute Nachbarn" werden. Scharf beobachtende Deutsche aber, die kurz vor Beginn des Krieges in Japan weilten, haben — was bisher kaum bekannt geworden ist — zu jener Zeit in die Heimat berichtet, daß der verzweifelte Stand der japanischen Finanzen cS den leitenden Kreisen in Tokio allem Anschein nach als Notwendigkeit erscheinen laste, einen Krieg als Vorwand für die Erhebung kolossaler Anleihen zu benutzen und durch japanischen Kriegsruhm den japanischen Kredit zu heben! So berichtete man zu einer Zeit, als man es noch nicht einmal für ausgemacht hielt, auf wen Japan sich in seiner Bedrängnis stürzen werde, wenn auch Rußland von vornherein der wahrscheinlichste Gegner war. — Der Koup ist geglückt, aber die Finanzen Japans befinden sich trotz des durch den KriegSruhm so wesentlich gesteigerten Kredits in einem Zustande, der jetzt den Friedensschluß dringend erwünscht erscheinen lassen mußte. Die japanischen Staatsmänner sind überzeugt, daß ein Vergleich der augenblicklichen Finanzlage Rußlands undJapanS (ganz im Gegensatz zu der Auffastung gewißer deutscher Kritiker) für Rußland derartig vorteilhaft auSfälltdaß Japan, in Anbetracht seiner eigenen, viel ungünstigeren Finanzlage ein längeres Hinziehen des Krieges nicht riskieren konnte. AnS 'diesem Grunde erklärt sich ihr weitgehendes Nachgeben trotz der im Siegestaumel auf Fortsetzung des Krieges drängenden Stimmung in Japans Volk und Heer. Japan muß nun versuchen, sich ein Nationalvermögen durch Arbeit zu schaffen. Rußland, durch die Unruhen in den Grundfesten erschüttert, wird als nächste Aufgabe weniger das politische, als da§ wirtschaftliche Gebiet in Angriff nehmen muffen. Noch immer birgt eS in seinem jungfräulichen Schoß mehr Hilfsmittel, als wohl selbst das britische Weltreich. Es müßte mit der bureaukratischen Sorglosigkeit, der gouvernementalen Faulheit, die ihm dieses „Abenteuer" eingebrockt haben, grundsätzlich brechen. Zur wirtschaftlichen Lage Rußlands. Der Krieg hat die wirtschaftliche Lage Rußlands durchaus nicht derart ungünstig beeinflußt, wie man wohl vielfach annehmen zu sollen geglaubt hat. Im Gegenteil erfuhr diese auffallenderweise in mancher Beziehung noch eine Besserung. So sind z. B. nach statistischen Ausweisen — deren sich eine große Anzahl in dem von uns schon erwähnten Rene'schen Schriftchen über „Rußland und die Ostasiatische Frage" findet — die Sparkasseneinlagen, die 1903 die bis dahin nie gekannte Höhe von 192,3 Millionen Rubel erreichten, in den ersten 10 Monaten des Jahres 1904, also während de§ Krieges, noch um weitere 35,7 Millionen Rubel gestiegen. Ferner fiel im vergangenen Jahre die Getreideernte ganz vorzüglich aus, denn sie ergab 725 Pud mehr als durchschnittlich in den Jahren 1899—1903, sogar noch mehr als 1902, dem ertragreichsten Jahre des letzten Jahrzehntes. Auch der Handel wurde durch den Krieg nicht beeinträchtigt. DaS beweisen am besten die Umsätze im internationalen Verkehr, deren Betrag sich Ende 1904 auf 1538,5 Millionen Rubel belief, wovon 955,0 Mill. Rubel auf die Warenausfuhr und 583,5 Millionen Rubel auf die Wareneinfuhr entfielen (gegenüber 949,7 bezw. 601,5 Mill. Rubel im Vorjahre). Hieratts ergiebt sich, daß der Außenhandel Rußlands weiter blüht, die Ausfuhr sich um 5,3 Millionen Rubel erhöht hat und die Handelsbilanz unverändert günstig geblieben ist, trotz einer geringen Abnahme der Einfuhr, und zwar um 18,0 Millionen Rubel. Wenn man dagegen Vergleiche mit England z. Zt. des südafrikanischen Krieges zieht, wo dem englischen Handel und der Börse die schwersten Wunden geschlagen wurden, mtlß man die wirtschaftliche Lage Rußlands als geradezu glänzend bezeichnen. Von den Staaten, wohin Rußland seine Waren absetzt, nimmt die erste Stelle Deutschland ein. 1904 wurde nach Deutschland für 234,1 Mill. R. exportiert, nach England für 230,8, Holland 99, Frankreich 61,6, Italien 53, Belgien 44,1, Oesterreich-Ungarn 40,4, Dänemark 30, Türkei 24,8, Schweden 11,2, Rumänien 9, Spanien 8,5, Norwegen 8,3, Ostindien 5,9, Vereinigte Staaten 4,3 und Egypten ebenfalls 4,3 Mill. R. Auch in Bezug auf 'die Einfuhr sieht Deutschland an erster Stelle. 1904 importierte Deutschland nach Rußland für 225,2 Mill., England für 102,5, Vereinigte Staaten 62,5, Frankreich 26,1 Oesterreich-Ungarn 21,4, China 19,1, Egypten 15,6, Holland 11,2, Italien 9,9, Ostindien 8,7, Norwegen 7,7, Belgien 6,7, Dänemark 6,6, Türkei 6,1 und Schweden 5,2 Mill R. Die Stimmung in Ruhland. Petersburg, 31. Ang. Entgegen anders lautenden Meldungen kann konstatiert werden, daß der Friedensschluß in allen Gesellschaftskreisen große Genugtuung hervor- gerufen hat. Auch der größte Teil der Blätter erkennt an, daß Witte durch seine Geschicklichkeit dem Lande einen großen Dienst erwiesen hat und daß es nur zum Wohle Rußlands sei, wenn dieses in Zukunft Hand in Hand mit Japan im fernen Osten geht. Die Gerüchte, daß Rußland mit Japan irgend welchen Geheim vertrag finanzieller oder anderer Natur abgeschlossen hat, werden kompetenterseits als erfunden bezeichnet. Odessa, 31. Aug. Die Nachricht über den Friedensschluß hat hier große Befriedigung hervorgerufen, da Handel und Industrie sehr unter den Folgen des Krieges zu leiden haben. Mau hofft, daß die Handelsbeziehungen zwischen Odessa und Japan bald wieder hergestellt werden können. Rußlands Absichten. AuS Portsmouth wird gemeldet: Baron Rosen machte eine bedeutsame Erklärung. Er sagte: Wir werden jetzt engste Beziehungen mit Japan kultivieren in der Hoffnung, späterhin England aus der Allianz mit Japan zu drängen. Wie verlautet, ist der Paragraph betreffend die Handelsbeziehungen beider Länder in dem Friedensvertrag nur provisorisch. Beide Länder beabsichtigen später einen besonderen Spezial-Handelsvertrag abzuschließen. London, 31. Aug. Hiesige Blätter geben den Ar-> tikel der Newyorker „Sun" wieder, in dem gesagt wird, England habe von Rußland nun nichts mehr zu befürchten. Das Blatt fragt, warum England nicht Konstantinopel durch Rußland besetzen lasse, um durch diesen Besitz Deutschland zu verhindern, in Anatolien und Mesopotamien zu dominieren, wo der deutsche Einfluß England gefährlich zu werden drohe. Russische Anleihe in Amerika. New-Port, 31. Aug. Hiesige Bankiers sagten Wüte eine Anleihe von 200 bis 400 Millionen Dollar zu. Gesamtiibersicht der russischen Verluste. Beim Ausgange des Krieges ift es die erste Aufgabe der Presse, über die Verluste, welche derselbe gebracht hat, soweit irgendwie zuverlässiges Material vorlicgt, abschließend zu berichten. Wir beginnen mit den Russen. An Menschenleben haben diese eingebüßt: Am Jalu, 1.—2. Mai 1904 Über 2500 Mann unter General Sassulisch. Bei Kintschu, 25.—26. Mai verloren sie 2000 und einige Tage später bei Wafanku 4000; es handelte sich um den famosen Zug Stakelbergs zur Befreiung Port Arthurs. Auf dem Rückzug nach Siauiang verlor Kürv- patkin 8000 Mann, und bei Liaujang selbst in der großen Schlacht vom 28. Aug. bis 3. Sept, weitere 20 000 Menschen. In der Schlacht am Schaho, die für beide Teile die verlustreichste biÄ dahin gewesen ift, büßte er nur 50 000 Mann, bei Hunho 10 000 ein. Und bei Mulden, 24. Febr. bis 10. März, wurden den Russen 150 000 Mann entrissen, wovon 35 000 Tote, 60 000 Verwundete und 55000 Gefangene. Bei Port Arthmr wurden, 1. Januar 1905, 23 000 Mann gefangen. Das ergibt einen Gesamtverluft von 250 000 Mann, der größte Verlust an Menscheweben, den irgend ein Krieg bisher ergeben hat. Die russische nVerlustezurSe e ergeben: 200 Mann bei Tschemulpo, beim „ersten Schlag" des Krieges, 9. Febr. 1904, wobei „Warjag" und „Körend" scheiterten. Am 13. April ging „Petropawlowsk" mit 800 Mann unter, bei dem Ausfall aus Port Arthur am 10. August sogar 1000! — Bei der ersten >L>eeschlacht in der Kvreaftraße, die am 14. August stattfand, gab es wieder 600 Tote, und in der nunmehr zu nennenden zweiten Seeschlacht in der Kvreaftraße gegen Roschdjeftwenski fielen 14 000 Mann zum Opfer, wovon 4600 Gefangene. Macht somit der gesamte Seeverlust an Menschenleben über 20 000! Rechnet man dazu noch die an Krankheiten Gestorbenen, so ergibt sich ‘eine Summe von rund 300 000, deren 125 000 tot, 75 000 verwundet und 100 000 gefangen sind. Bemerkt muß werden, daß auch ärztliche Stimmen sich haben vernehmen lassen, die die .Krankheitsverluste auf wertere 75 000 veranschlagen wollen. Ein uns bekannter deutscher Tropen- Osfizier taxiert: Außer Gefeckt fiub gesetzt 500000 Mann, davon die Hälfte ohne Zweifel gefallen ist m erlorene Schiffe sind: 12 Panzer (versenkt), Poltawa, Pochada, Retwlian, Sewastopol, Pereswjet, Petropawlowsk, Mex- ander III., Borodino Suworow, Oslijablia, Ssissoi Weliki und Rawarlw Ferner sind an Panzerkreuzern eingebltßt: Zehn Ein- herten, Warjag, Baian, Pallada, Nowik, Rurik, Nachinww, Dmitri Donskoi, Swjätlano, Jsumrud und Mmaz. , . Dazu kommen noch zwei gefangene Panzer Orel und Nicolai, sodaß im Ganzen nicht weniger als 24 Kampfeinheiten verloren sind, abgesehen von ungezählten kleineren Fahrzeugen. Rußlands Kriegskosten. Nach den in Rußland bestehende»^,Regeln" wurden die durch den Krieg mit Japan hervorgerufenen Ausgaben nicht in das allgemeine Budget eingeschlossen, sondern sie wurden auf brnnd der vom Zaren bestätigten Verfügung durch einen beorderen Beschluß der höchsten Mitglieder des Reichsrats und der zuständigen Minister bewilligt. Die Gesamtsumme solcher hn Jahre 1904 bewilligten Kredite belief sich auf 62 Mill. Rubel. In dem letzten Jahresbericht des russischen Finanzministers war zwar hervorgehoben, daß ein Teil dieser Kredite noch sticht benutzt wurde, da aber die Höhe der nicht benutzten Kredite nicht angegeben war, so kann man sicher annehmen, daß diese nicht allzugroß waren und die wirklichen Ausgaben für den Krieg mindestens die angegebene Summe betragen. Das wären im Durchschnitt etwa zwei Millionen Rubel pro Tag Aber diese Norm war für die ferneren täglichen Ausgaben keineswegs zu- tressend. Von Begmn der Kriegsoperationen bis zur Mitte hfr; Sommers 1904 war die Anzahl der russischen Truppen ch der Mandschurei gering, die Flotte Ivnr untätig und eingeschloffen m den Häsen des fernen Ostens, so daß die täglichen Ausgaben natürlich weniger als zwei Millionen 9hiM pro Tag betrugen. Dann kam dos zweite und dritte Geschwader, und die mandschurische Armee erreichte die Stärke von 400 000 Mann; dies alles erforderte eine tägliche Ausgabe von mehr als drei M i l l i o n e n N u b e l. Diese Ziffer ist keineswegs aufs Gerate- wohl, sondern aus Grund der genauen Berechnungen angegeben. Die ununterbrochene Truppensendung, die Schiffsverluste in Port Arthur und in der Koreastraße (insgesamt für mehr als 300 Millionen Rubel) haben in diesem Jahre die täglichen Ausgaben im Durchschnitt noch bedeutend erhöht, so daß selbst bei der bescheidensten Schätzung die Ausgaben in diesem Jahre nod) mindestens 1200 Million Rubel Hierzu kommeii die bereits gemachten Ausgaben (621 Mill. Rubel) und die für die Zurückziehung der Truppen erforder- lichen Ausgaben (über 200 Mill. Rubel), und wir erhalten als Ausgabe für den Krieg den Gesamtbetrag von etwa 2000 000 000 Rubel. Da aber diese Summe beschosst werden mußte, und zwar durch Anleihen durchschnittlich nicht unter fünf Prozent, so muß das russische Volk inklusive Kürsverlust unb 20 jährige Tilgung der Anleihen ein Opfer für den Krieg innerhalb 20 Jahren mit ea. 220 Millionen Rubel pro Jahr (6 Proz. Provision und Kursverlust und 5 Proz. Tilgung) zahlen. Hierin sind die Unkosten für zerstörte Festungen, vernichtete Schiffe, beschädigte Eisenbahnen usw. nur zum M einbegriffen. Die Kosten der Kriegsrnstung. Ein russisches Blatt veröffentlicht eine vergleichende Statistik über die Ausgaben, die die russischen und japanischen Streitkräfte verursacht haben. F-ür das russische Heer wurden m den Jahren 1894 bis 1903 3129 Millionen Rubel (etwa 6520 Mill. Markl ansgeaeben: das macht bei einer Bevölkerungszahl von 127 Millionen (1898) auf den Kopf 24 Rubel oder pro Jahr 2 Rubel 64 Kopeken. In derselben Zeit hat Japan 465 Millionen Wen (930 Millionen Mk.) ausgewandt, d. h. bei einer Bevölkerung von 43 700 000 Seelen 16 Rubel 64 Kopeken pro Kopf oder jährlich 1 Rubel 6 Kopeken. Für denselben Zeitraum betragen die Gesamtkosten für die Marine 896 100 000 Rubel (1 860 000 000 Mark! in Rußland und 382 400 000 (764 800 000 Mark) in Japan, über 7 Rubel 6 Kopeken unb 8 Rubel 75 Kopeken pro Kopf. Eine Heine Episode, die recht bezeichnend ist, sei hier wiedergegeben, da sie beweist, daß Witte selber nicht an die Annahme seines Ultimatums gedacht hat. Traurig kamen die Ru s s e n, die Japaner ruhig zur letzten Sitzung, in der Witte noch einmal die Ablehnung des Zaren als ein Ultimatum bezeichnete. Keine Miene verzogen die Japaner, als ihr Dolmetscher Adachi die Zustimmung des Mikado verlas, die dann der russische Dolmetscher Nabakow erst übersetzen mußte. Mit Tränen hörte Witte diese Botschaft an, — die Japaner sprachen auch nach dem Mschluß kein Wort mit ihnen, sie mögen den Mitunterhändlern diesen persönlichen Erfolg doch ein wenig geneidet haben. Die Stimmung in Japan. Tokio, 31. Aug. (Reuter.) Das Publikum kennt die Einzelheiten des Friedensvertrages noch nicht, aber vielfach ist man überzeugt, baß Japan wesentliche Zugeständnisse gemacht hat. Schon werden tadelnde Stimmen laut. Das Publikum empfindet natürlich Erleichterung, aber keine eigentliche Freube über ben Friedensschluß. London, 31. Aug. Einer Drahtmeldung aus Shanghai zufolge traf die Nachricht von dem Friedensschluß in Tokio erst um 6 Uhr abends ein. Es ist wahrscheinlich, daß die Nachricht von der Regierung zurückgehalten wurde. Tokio, 31. Aug. Die japanische Reis ernte wird dieses Jahr wegen der Ungunst der Witterung nach bisheriger Schätz- img um 20 Proz., das sind 80 Millionen Den unter dem Durchschnitt ausfallen. Auch bei der Seidenpro- buftion wird eine wesentliche Einbuße erfolgen. Eine sehr optimistische japanische Erklärung. London, 31. Äug. Der japanische Finanzagent Taka- haschi erklärt in einer Unterredung mit einem Vertreter des Reuterschen Bureaus, Japan besitze nicht weniger als 35 Millionen Pfund Sterling zur völlig freien Verfügung in London, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Er sähe deshalb keineNotwendigkeit zur Ausgabe einer neuen Anleihe, da die verfügbaren Hilfsquellen Japans reichlich die mit dem Kriege zusammenhängenden Kosten und dadurch veranlaßten Nebenausgaben deckten. Wenn die Regierung die Absicht haben sollte, eine Anleihe aufzunehmen, würde diese dazu bestimmt sein, die früheren höher verzinslichen Anleihen zu konvertieren. Er habe aber nicht gehört, daß die Regierung im gegenwärtigen Augenblick solche Absichten habe. Die Erneuerung des englisch-japanischen Bündnisses. London, 31. Aug. Dem Reuterschen Bureau zufolge wurde hier am 12. August ein neuer Vertrag zwischen England und Japan durch den Minister des Auswärtigen, Lansdowne, und dem japanischen Gesandten in London, Hayaschi, unterzeichnet. Die Einzelheiten werden noch nicht veröffentlicht, aber es darf behauptet werden, daß das Abkommen von weitgehender Bedeutung ist. Es bietet gegenseitige Garantien für den Schutz der britischen und japanischen Interessen, selbst wenn beide Vertrags- mächte nur von einer einzelnen feindlichenMacht bedroht sind, und sichert die Aufrechterhaltung des Status quo im fernen Osten. London, 31. Aug. Hier erhält sich das Gerücht, daß der Mikado die Einladung des englischen Königs, nach England zu kommen, angenommen hat. Telegramme der Staatshäupter. Der Kaiser von Rußland richtete an Roose- velt nachstehendes Telegramm: „Empfangen Sie meinen Glückwunsch und aufrichtigen Dank dafür, daß Sie die Friedensverhandlungen infolge Ihrer persönlichen energischen Bemühungen zu einem glücklichen Abschlüsse brachten. Mein Land wird dankbar den großen Anteil, den Sie an der Friedenskonferenz in Portsmouth nahmen, anerkennen." L o u b c t richtete an den Z a r e n folgendes Telegramm: „Ich richte an Eure Majestät meine lebhaften Glückwünsche zu dem großen Ereignis, das Ihre hohe Weisheit hat vollziehen lassen. Das mit Rußland verbündete Frankreich ist glücklich, durch einen ehrenvollen Frieden den Krieg beendet zu sehen, der durch so viele heldenhafte Taten ausgezeichnet ist." — AndenKaiservonJapan richtete Loubet nachstehendes Telegramm: „Ich beglückwünsche Eure Majestät zu dem großen Akt der Weisheit und Menschlichkeit, den Sie soeben vollzogen haben." Der Kaiser von Rußland sandte an Loubet folgendes Telegramm auf dessen Glückwunschtelegramm: „Sehr angenehm berührt von den in Ihrem gestrigen Telegramm ausgesprochenen Gefühlen spreche ich Ihnen meinen besten Dank aus." Auch der Kaiser von Japan sandte ein ähnliches Telegramm. Dem Präsidenten Loubet ging ferner folgende Antwort des. Präsidenten Roosevelt zu: „Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Telegramm und bin dankbar für die Haltung, welche Frankreich stets im Hinblick auf den Frieden eingenommen hat." Roosevelts Depesche an Kaiser Wilhelm machte in Paris großen Eindruck. Selbst jene, Blätter, welche noch vor wenigen Tagen gehässige Darstellungen über die Unterredung des Kaisers mit dem Zaren brachten, veröffentlichten die Depesche an erster Stelle. Zweifellos habe in der entscheidenden Stunde neben Roosevelt und Kaiser Wilhelm sich auch Loubet unter die zum Frieden Ratenden gestellt. Das geht ja allerdings auch aus dem, im ganzen freilich im Verhältnis zu dem herzlichen Telegramm Roosevelts an Kaiser Wilhelm, recht lauen Dank des amerikanischen Präsidenten an Loubet hervor. Kaiser Wilhelms Mithilfe. Wie der „Lok.-Anz." mitteilt, war es Kaiser Wilhelm, dessen friedfertige Vorstellungen den Entschluß des Zaren hcrbeiführten, überhaupt Friedensdelegierte zu ernennen und weiterhin gerade Witte zum Führer der Mission machte. Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Der Ka iser hat dem Prinz- regenten von Bayern aus Anlaß des HinscheidenS der Prinzessin Adalbert ein in den herzlichsten Worten gehaltenes Beileidstelegramm zugehen lassen und zugleich die Entsendung eines Prinzen aus dem königlich preußischen Hause zur Beisetzung in Aussicht gestellt. Prinz- r eg ent dankte hierauf dem Kaiser für seine Teilnahme, bat aber, von der Entsendung eines Prinzen abzu- sehen, da die Hinterbliebenen die Beteiligung der Fürstlichkeiten auf die Mitglieder der Königl. bayrischen Familie und der nächsten Anverwandten beschränkt zu sehen wünschen, und auch anderweitige Vertretungen dankend abgelehnt worden wären. Berlin, 31. Aug. Ter „Reichsanz." veröffentlicht die kaiserl. Bergverordnung für Deutsch-Südwestasrika vom 8. August, ferner die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Prinzen Friedrich Leopold, den Sohn des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, sowie die kaiserliche Verordnung vom 14. Juli, betreffend die Zwangs- und Strafbefugnisse der Verwaltungsbehörden in den Schutzgebieten Afrikas und der Südsee. Potsdam, 31. Aug. Heute nachmittag sand im Katharinenholz das Adlerschießen des 1. Garde - regimentes statt. Anwesend waren der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm, der Fürst von Hohen- zollern, und die Generale von Kessel und von Plessen. Der Kronprinz war im Fünferzuge, den er selbst lenkte, die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm mit Viererzügen angekommen. Um 6 Uhr erschienen der Kaiser und die Kaiserin im Dogeart vom Neuen Palais kommend. Der Kaiser lenkte selbst. Oberst v. Berg, der Kommandeur des 1. Garderegiments zu Fuß, begrüßte die Majestäten. Um 6 i/z Uhr fiel der letzte Schuß. Den ersten Preis des Kaisers erhielt Leutnant v. Brunsich Edler von Brun, einen Goldpokal, den zweiten Preis des Kaisers Hauptmann von Goltz, einen Silberpokal, den Preis der Kaiserin Leutnant v. Schuek- mann, eine Cannette. Die Kaiserin verteilte die Preise. Der Schützenkönig v. Brun brachte ein dreifaches Hurrah auf die Majestäten aus. Sodann begaben sich die Majestäten in das Neue Palais zurück. Magdeburg, 31. Aug. Auf eine Interpellation in der heutigen Stadtverordnetenversammlung über die Fleischnot, was die Stadt wegen der Fleischnot zu tun gedenke, erklärte Oberbürgermeister Schneider, nach der Frequenz des städtischen Viehhoses könne er eine Fleischnot nicht anerkennen, gebe aber die Steigerung des Preises für Schweines le isch zu, was aber auch schon in früheren Jahren der Fall war. Er müsse es daher ab lehn en, be- onbere Schritte vorzunehmen. Mannheim, 31. Aug. Vom 5.—7. September findet hier eine vom Reichsamt des Innern einberufene Konferenz statt, welche die Neuregelung der Linienschiffahrts- Statistik beraten soll. An der Konferenz werden Vertreter der beteiligten statistischen Aemter und der Schiffahrtsgesell- chaften aus verschiedenen Teilen Deutschlands und andere Interessenten teilnehmen. Ausland. Karlstad, 31. Aug. Die schwedischen und norwegischen Delegierten hatten heute eine Zusammenkunft. Nach Schluß der Sitzung überreichte der schwedische Telegationssekretär der Preffe folgende Mitteilung: Nachdem die Delegationen Grüße gewechselt hatten, wurde bestimmt, daß jede Delegation für sich einen Vorsitzenden wählen solle. Die schwedische Delegation wählte Lundeberg, die norwegische Michelsen. Darauf wurde ein Uebcreintommen geschloffen, nach dem jeder Vorsitzende abwechselnd einen Tag als solcher tätig sein solle. Auf Vorschlag der norwegischen Delegation präsidierte in der heutigen Sitzung der schwedische Vorsitzende. Ferner wurde beschloßen, zwei Sitzungen täglich abzuhalten, deren Abmachungen bis auf weitere Bestimmungen geheim gehalten werden sollen. London, 31. Aug. Wie die „Times" aus Tanger meldet, wird sich voraussichtlich die französische Regierung mit der Ent lass ling des verhafteten Algeriers Bu Mzian nicht zufrieden geben, sondern eine Entschädigung fordern. Vor der Hand ist man sich noch nicht darüber einig, auf wessen Verschulden die Verhaftung zurückzuführen ist. (Also eine neue englische Aufhetzung Frankreichs gegen Marokko! D. R.) Paris, 31. Aug. Eine Note der „Agence Havas" besagt, daß nach einem heute eingegangenen Telegramm bcS Gesandten Taillandier der Maghzen Bu Mzian in Freiheit gesetzt und ihn dem französischen Vizekonsulate übergeben habe. Jedoch begleitete die marokkanische Regierung die Freilaffung Bu MzianS durch ein Schreiben, dessen Ausdrücke so wenig annehmbar seien, wie die in demselben enthaltenen Vorbehalte. Die Maßnahme gebe also Frankreich nur eine scheinbare Genugtuung und die An- gelegenheit könne mithin nicht als cndgiltig geregelt angesehen werden. Paris, 31. Aug. In der „Pellte Republique" veröffentlicht Ernst v. Wild en b ru ch einen Artikel „Frankreich und Deutschland" und setzt auseinander, daß beide Länder auf das gegenseitige Verständnis lebhafter hinarbeiten müßten; der Friede muffe in den Seelen geschloffen werden, und nicht bloß diplomatisch. Die Einführung neuer voll- tischer Begriffe, die sich nicht bloß an den Besitz von Land und Leuten knüpften, sei notwendig, um die beiden großen Nachbarvölker zu Freunden zu machen. Budapest, 31. Aug. Die neugegründete „Liga für das allgemeine Wahlrecht", welche unter Leitung der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes steht, veranstaltet am 10. September ein großes Protestmeetinq und wird am Tage der Eröffnung des Parlaments dem Präsidenten eine Ad reffe überreichen, in welcher das allgemeine Wahlrecht gefordert wird. Aerttlch-Siidwekafrika. Berlin, 31. Aug. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 24. August im Gefecht bei Gorab in Pen Zarisbergen verwundet: Reiter Wilhelm Kriews und Friedrich llhlenhaker. Der Reiter Heinrich Steiner ist am Typhus gestorben. Hamburg, 31. Aug. Mit den Woermann-Dampfern „Eduard Woermann" und „Alexandra Woermann" ' gingen ein Truppen- und Pferdetransport, bestehend aus 70 Offizieren, Sanitätsoffizieren und Beamten, 7 5 0 Mann und 500 Pferden nach Deutsch-Südwestafrika ab. §11101 und Llwd. Gießen, 1. September 1905. Lehrerpersonalien. Ucbcrtragen wurden am 26. August d. Js.: dem Schullehrer Hofmann zu Münzenberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen, den Schulamtsasviranten Daus aus Seligenstadt, Hechler au§ Lindenfels, Kuch aus Sprendlingen (Kr. Offenbach), Markert aus Martinsheim (Bayern), Sief er le aus Frankfurt a. M. und Trem p er aus Lindenfels Lehrerstellen, sowie den Schulamtsaspirantinnen Biondino aus Mainz, Erdmann aus Essen a. d. Ruhr, Lang aus Mommenheim und Seriba aus Mainz Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Offenbach; dem Schulamtsaspiranten Kayser aus Würzburg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biblis, bern Schul- amtsaspiranten Runkel aus Partenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bechtolsheim. ** Die 65 c f cfi w n r c n e n. Zur Bildung der Spruchliste für die am 25. September bcainnenbe Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen folgender Haiiptgeschworenen aus der Jahresliste gezogen: 1. Ludwig Schudt, Landwirt in Wetterfeld, 2. Karl Repp, Fabrikant in Grünberg. 3. Hermann Diehl, Beigeordneter in Laubach. 4. Wilhelm Reichardt, Landwirt in Rabertshausen, 5. Adolf Beith, Landwirt in Heuchelheim bei Nidda, 6. Heinrich Strauch 3 . Rentner in Borsdorf, 7. Friedrich Habe- niebt, Kaufmann in Gießen, 8. Philipp Amend 3., Gemembe- einnehmer in Allenborf a. d. Lahn, 9. Jakob Heller, Rentner in Lich, 10. Konrad Koch 6., Rechner in Villingcn, 11. Theobald Meinigcr, Landwirt in Hcldenbergen, 12. Johannes Müller 2., Beigeordneter in Grebenhain, 13. Karl Ringshaufen, Müller m ^ißberg, 14. Ludwig Keßler 5., Land- und Gastwirt in Großen- Linden, 15. Louis Frey, Müller in Mendorf a. d. Lumda, 16. Max Hochstätter, Kaufmann in Gießen, 17. Max Friedberger, Kaufmann in Wefcit, 18. Philipp Kling 2., Rentner in Ober- Mörlen, 19. Bürgermeister Nos in Wolf, 20. Leonhard Arnold 3., Landwirt in Burkardsstlden, 21. Philipp Pfeffer 3., Pflasterer in Annerod. 22. Elias Hofmann, Kaufmann in Friedberg, 23. Georg Haas 2., Metzger in Affenheim, 24. Otto Schäfer, Fabrikant in Büdingen, 25. Bernhard Jamin, Landwirt in Vilbel, 26. Christ. Faust, Landwirt und Bürgermeister in Sandlofs, 27. Andreas Nies, Rechner in Bergheim, 28. Karl Schutz, Fabrikant an Lardenbach, 29. Karl Roth Bürgermeister in Kaichen, 30. Aug. Carl 1., Lmidwirt in Ranstadt. ** Eisenbahnverkehr bei der Kaiser Parade. Von der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wird uns Folgendes mitaeteift: Zur Bewältigung des aus Anlaß der Kaiserparade bei Homburg am 8. September zu erlvartcnben außergewöhnlichen Verkehrs werden von der Eisenbahn-Verwaltung umfassende Vorbereitungen getroffen und besondere Einrichtungen in Aussicht genommen. Um den Besuchern das rechtzeitige Eintreffen zu der um 9 Uhr beginn enben Parade zu ermöglichen werdeir auf folgenden Strecken Sonberzüge gefahren, die zwischen 5* 2 3 * * * * 8/i bis 73/i Uhr vormittags auf den Babnhöf.u Homburg und Bon- ames ein treffen. Mainz-Homburg, Wiesbaden-Homburg, Fried- berg-Hombura, Usingen-Homburg, Limburg-Homburg, Hanau- Bonames, G i e ß e n - V i l b e l. Die von den Femstrecken Mamz- Wiesbaden, Limburg und Hanau herrührenden Sonderzüge werden direkt ohne Berührung des Hauvtbahnhofes Frankfurt a. M. nach Homburg und Donames geleitet werden. Zwischen Frankfurt und Bonames' verkehren neben den verstärkten fahrplanmäßigen Zügen in der Zeit von 5,31 bis 7,25 Uhr eine Reihe von Ortssonderzügen in nahen Zeitabständen. Dem Publikum kann nicht dringend genug empfohlen werden, möglichst die früheren Züge -u benutzen, um nicht Gefahr zu laufen, zurnck- bleiben zu missen. Für den Sonderzug ans der Richtung Gießen und zurück muß die Station Vilbel als Endpunkt vorgesehen werden wegen der außerordentlichen Inanspruchnahme der Station Bonames für ben Verkehr von nach Frankfurt. Die aus der Richtung Gießen kommenden Besucher der Parade werden in ihrem eigenen Interesse die Station Vilbel auch für die fahrplanmäßigen Perfonenziige zum Endpunkt auf der Heimreise und für den Antritt der Rückreise wählen: denn bei dem voraussichtlich ungemein starken Verkehr auf der Station Bonames in der Richtung nach 'Frankfiirt könnte es leicht Vorkommen, daß sie die Rückfahrt mit den auf der Station BonameS in der Richtung nach Gießen abgehenden fahrplanmäßigen Zügen nicht ermöglichen können. Zur Rückfahrt nach Schluß der Parade fahren Sonderzüge zwischen Bonames und Frankfurt von 12i/3 bis etwa 2y2 Uhr in kurzer Folge nach Bedarf: auch 'für die Rückfahrt von Homburg sind außer der Verstärkung der fahrplanmäßigen Züge namentlich für die sväteren Abendstunden Sonderzüge vorgesehen. Am 9. und 10. September werden für den Besuch der Festlichkeiten in Homburg die fahrplanmäßigen Züge durch Vor- unb Nachzüge nach Bedarf verstärkt. Die Sonderzüge führen die 2. und 3. Wagen- klasse; Fahrpreisermäßigung wird nicht gewährt. Im Interesse einer möglichst schnellen dlbsertigung her Reisenden an den Schaltern in Frankfurt und zur Vermeidung von Stockungen in der Abwickelung des Verkehrs an den Sperren in Frankfurt und Bonames werden in Frankfurt für den 8. September besondere. Rückfahrkarten nach Bonames ausgegeben — weiß mit grünem Querstrich für die 2., mit braunem Querstrich für die 3. Klasse, giftig für Hin- und Rückfahrt nur am 8. September. Sie berechtigen gleich 'wie die gewöhnlichen Fahrkarten zur Fahrt mit den fahrplanmäßigen und den Sonderzügen. Eine Durchlochung dieser harten an ben Sperren findet nicht statt. Die Ausgabe dieser Sondersahrkarten erfolgt schon zwei Tage vorher an den Schaltern des Hauptbahnhofes Frankfurt; am 8. September nur an den Reserveschaltern zwischen den Eingängen in die Haupthalle. Die Rückfahrkarten von Frankfurt Hauptbahnhof unb hinter gelegen en Stationen (Richtung Höchst, Mainz, Domberg, Gr. Gerau, Tarmstabt, Hanau pp.) nach 'Homburg erhalten für feien 8. September auch Giltigkeit zur Fahrt nach unb von Bonames. Das Nähere über ben Gang der Sonder zöge wird durch 'Aushang auf den Stationen und an den Anschlagsäulen bekannt gegeben werben. ** Die gestrige allgemeine Gastwirteversammlung im „Äwen" war von etwa 60 Gastwirten f 3iIMm KriewZ" $*? ■■***» 2 •’SS-J» 1 ’•?- b-°ch»Nüs 22?-6ubrotitnfrifa^ iouK^ ^September 1905. »mögen rourten «m ”f”annsu®injen. *e J" 2«»», ben 6-6!« mis -CMo^Sodett e aus sstankiurt a. M. tellen, sowir ben S*u(- ’‘Q,ni> Erdmann auZ ncnöeini und Scriba Volksschule zu Offen« er aus Würzburg eine 1 Biblis, dem Schul. 'M eine Lehrerstelle an I Bildung der SyruHM | ungsperiode des Schwur« I uvtgeschworenm aus der P Landwirt in Wetterseld, l 3. Hermann Diehl, Bei- j ichardt, Landwirt in Ra« | n heuckeldeim hei Nidda, | bdorf, 7. Wedrich Habe- .W Amend 3., Gmeinde- ). 5okob heller, Rentner I n Ällingen, 11. Theobald | 12. Johannes Müller 2, ' Rinashausen, Müller m : und Gastwirt in Großen. Mendorf a. d. LniÄa, •en, 17. Mar Friedberan, nks 2., Rentner in rfrr> ■ 20. Leonhard Jfntoftl PD Pfeffer 3, Madn nn in irricb&erg, 23 ®t* I Otto Sdtofer, fto&riW j ccnfeW, 2.1. Mma? it\ Schür, WriM in Mer in Kaichrn, 30. Aug. bt" 4h6o|i- Hi- is 7««g b,t "'"‘ingi1nbC,°"'taItft ,bem ter,b4?a,n der Keiserparade. n M. wird uns Tolaende; I f Anlaß der WserMM I Tiüortenben außerciewohn- I fni'R-rwaltnng umfassend? re Einrichtungen das rechtzeitige Erntreffen hc zu ermöolichen werdm I fahre!', die M^en I Sh icäbaden-Lomburg, MS- I mburg-Homburg, baM- R m den Fernstreiken MaE senden Zondmuge wer^ wbofes Fl^kchrt m Dm MM | y , J Endpunkt entstehen ö ^anfiurt. I ’ 'TSw ’S rterefse oie Znd- I lntritt der • m^hr aui I mein ftjfpirt sonnte •$s%s AM ; w?s« «W.S sä S-kSZS 'nfrLrdien11^^en ®"! I ^ÜSondcrEt statt I nd den pet E I I iulkiad^^AichtuNS,-^ I 5^®** * besucht. Es ttnirbc im Prinzip einstimmig die Notwendig, seit der Preiserhöhung für den Mittagstisch und für dre Fleischspeisen anerkannt. Die Preise können natürlich wegen der Verschiedenheit der Qualitäten der hiesigen Restarrrants nicht gleichartig gestaltet werden; darum wurden zwei Kommissionen ernannt, eine für die ersten Lokale und die andere für die übrigen Restaurants, welche über die Preiserhöhung beraten sollten. Die Verhandlungen der allgemeinen Versammlung zogen sich sehr in die Länge; sie begannen unter dem Vorsitz des Hru. Reihet kurz nach 4 Uhr nnd endigten gegen 8 Uhr. Zum Schluß wurde eine Resolution gefaßt, wonach die Gastwirte an die Stadtverordneten das Ersuchen richten, beim Bundesrat für Qeffuung der Grenzen zu petitionieren. Nach dem Schluß der Versammlung fanden sich die Besitzer der erstklassigen Lokale noch im Kaiserhof zusammen, wobei die Vertreter von 12 dieser Lokale beschlossen, die A b o n n e m e n t s p r e i s c für den Mittagstisch folgendermaßen festzusetzcn: für Suppe und einen Gang 75 Pfg., für Suppe und zwei Gänge 1 Mk., mit Dessert 1,10 Mk. Eine ziemliche Zahl von Besitzern gleichartiger Lokale ist bei diesem Beschluß noch unbeteiligt. — Die Besitzer der übrigen Restaurants werden heute abend nochmals tagen, um die Erhöhungen der Preise festzusetzen; es sind dazu nochmals besondere Einladungen ergangen. -- Klein-Linden, 31. Aug. Ein junger Bursche, der sich mit Karusselfahren vergnügte, kam dabei zu Fall und brach den Arm. (•) Lollar, 31. Aug. Die Orte Dau bringen, Lollar, Mainzlar und Staufenberg werden eine Wasserleitung bekommen. Die Gemeinderäte der genannten Orte haben am Dienstag unter der Leitung des Kreisamtmanns Dr. Kranzbübler aus Gießen getagt und dem Projekt, desien Erbauungskosten rund 150000 Mk. betragen, zugestimmt. Die Quellen sind schon angekauft, sie liegen bei Allendorf und werden für ea. 6000 Personen Wasser liefern. A Reiskirchen, 1. Sept. Gestern nahm der hiesige Gastwirt Justus Biermann, zum „Adler", Abschied von seinen Gästen, um in einem Ort bei Kassel sich niederzulassen. Sein Nachfolger wird Edmund Wild aus Gießen. (•* ) Schlitz, 1. Sept. Am 29. Aug. hat in Wien die Vermählung Sr. Erl. des Erb grafen mit der Prinzessin Amslie von Thurn und Taxis stattgefunden. Die Trauung wurde in der evangelischen Kirche durch Pfarrer D. v. Zimmermann vollzogen. Der Einzug des erbgräflichen PaareS in Schlitz ist auf den 27. September festgesetzt und wird von Salzschlirf au? zu Wagen erfolgen. sä. Darmstadt, 31. Aug. Das Braunshardter Heim, ein Unterkunftsh aus für aus dcm Gefängnis entlassene Mädchen, wird am nächsten Sonntag ein- geweiht. Es verlautet, daß der Großherzog der Feier, bei der verschiedene Reden gehalten werden, beiwohnen wird. Das Heim, das nicht weit von Darmstadt bei Weiterstadt liegt, verdankt seine Entstehung dem Verein der Freundinnen junger Mädchen, dessen Vorsitzende die Fürstin zu Erbach- Schönberg ist. Auch sie wird bei der Feier anwesend sein. — Der Gastwirteverein für den Stadt- und Landkreis Darmstadt beschloß in seiner Generalversammlung, demnächst eine allgemeine öffentliche Versammlung einzuberufen, die sich mit der Flei sch not beschäftigen soll. vermischtes. "Der letzte Ueberfall im Harz. Den Bemühungen des Thaler Polizeiwachtmeisters ist es gelungen, der Person, die in der Nacht auf Montag auf dem Fußwege nach dem Hexentanzplatze den Geh. OberregierungSrat Professor Dr. d. Martitz aus Berlin beraubte, auf die Spur zu kommen. In Frage kommt in erster Linie ein beschäftigungsloser zwanzigjähriger Arbeiter aus Thale, der wegen Diebstahls vorbestraft, und der, wie die Recherchen ergaben, feit einigen Tagen im Walde übernachtete. Er ist seit Sonntag nacht von Thale verschwunden und hat sich wahrscheinlich nach Harzburg oder Braunschweig begeben, wo er zweifellos versuchen wird, die gestohlene goldene Uhr mit Kette zu verkaufen. Geheimrat v. Martitz hat die Heim- retfc angetreten, seine Gesundheit hat erfreulicherweise durch da? Attentat nicht gelitten. * Vaterländisches Fest auf dem Heidelberger Schlosse a m 3. S e v t e m b c r. Der Sedarttag hat längst ausgehört, ein Fest der Siegesfreude zu sein; aber er bleibt dem deutschen Volk für immer ein Tag der Einkehr, der vaterländischen Selbstbesinnung, ein Tag der Mahmmg. In diesem Sinne ist das Fest geplant, das zur 35. Wiederkehr des Sedantaaes am Sonntag, den 3. September d. I., nachmittags vaterländisch gesinnte Männer und Frauen an5 Baden, der Pfalz, Hessen und Frankfurt, auf dem durch ‘fein Schicksal und feine Schönheit in aller Welt bekannten Heidelberger Schloß zu einer Feier vereinigen soll. Festvlatz ist der romantische innere Schloßhof. Bei eintretender Dunkelheit, etwa von 8 Uhr bis 11 Uhr, findet eine Beleuchtung des inneren Schloßhofes statt, ein Schauspiel, das nur bei seltenen Gelegenheiten geboten wird. Für oie Teilnehmer an der Feier werden Festschleifen zu 30 Pfg. ausgcgeben. Im Keller beim großen Faß kommt ein „ edler Pfälzer Tropfen, im Freien ein gutes Helles Vier zum Ausschank. — Die Vorbereitungen sind nun so weit abgeschlossen, daß das Programm ausgegeben werden konnte. Die Hauptrede wird Exz. Dr. Bür kl in halten, der schon so manchmal durch seine gedankenvollen und formschönen Ansprachen, wie durch die Wärme seines nationalen Empfindens die große Sache aufs wirksamste vertreten hat. Auch die übrigen Ansprachen sind von namhaften Rednern übernommen worden, wobei darauf Rücksicht genommen ist, daß alle die $anc, die ihre Vertreter zu dem Feste entsenden, auch zu Worte kommen, damit auch hierin die Vereinigung der einzelnen Lande zu einem allgemeinen deutschen Feste hervortritt. — Aus Darmstadt wird uns heute gemeldet, daß von dort am 3. Sept. 10.10 Uhr vorm. ein Ertrazug zu ermäßigten Preisen, von jedermann zu benutzen, nack Heidelberg fahren wird, wobei die Rückfahrt beliebig erfolgen kann. • Kleine Tageschronik. Im Hausstur eines Arbeiterhauses im Hamburger Vorort Eimsbüttel ist eine mit Pulver gefüllte Blechbüchse ervlodirt, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten. Die Polizei vermutet einen Racheakt. — In den Ortschaften Mohol, Obecsa und Peterrev des Bacser Kommitats (Ungarns wurde eine Massen Vergiftung von Mannern durch ihre Frau eit entdeckt. Tie Frauen bezweckten damit, große Versicherungsbeträge zu erheben oder neue Ehen mit ihren Liebhabern einzugehen.' Zahlreiche Frauen wnrden verhaftet und eine Menge Leichen ausgegraben. — In Dortmund wurde die Wittwe Palm ström in ihrer Wohnung mit einer klaffenden Wunde am Kopf tot aufgefunden. Neben der Leiche lag ein Waffeleisen, mit dem die Tat ansgeführt wurde. Es liegt Raubmord vor. — In B e r l i n ist im Hause Mohrenstraße 37a bei der Koniektionssirma Simon Westmann ein Einbruch verübt worden, bei bem „ben Tieben Waren im ungefähren Werte von 20 000 Mk. in die Hänbe sielen. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Von den Täten, fehlt jede Spur. — In einem Berliner Vororte hat der Maler L n h e aus Lichtenberg sich und seinen sechsjähren Sohn aus unbekannten Gründen erhängt. — Im Gasthause inFriedersdori (Schles) vergiftete sich ein Liebespaar, der Bierreisende Bormann aus Bolkenhain und das Kockffräulein Gründer aus Friedeberg, weil ihrer Heirat Hindernisse entgegenstanden. — In der vorletzten Nacht versuchte der M a j o r S ch u m a n n aus Gumbinnen sich in der Havel bei Trakow das Leben zu nehmen. Schumann ist der Sohn eines Berliner Fabrikbesitzers. Er hielt sich in Potsdam bei seiner Mutter, die dort eine Villa bewohnt, auf Urlaub auf. Ter Ofsizier hat den Selbstmordversuch anscheinend in einem Anfall von Geistesstörung begangen. — In Silles (Spanien) stürzte e i n C i r k u s ein, wobei 2 Personen getötet und 25 verletzt wurden, darunter 7 tötlich. — Ter Advokat Bianchi, der Verteidiger des Leutnants Modegno, wurde in Perugia ermordet aufgesunden. Der Leutnant, der den Feldzug mitgemacht hat, ist beschuldigt, seine Frau ermordet zu haben. E r z - K u x e. F e r n i e. Angebot 4175, Nachfrage 4100. Ausbeuten und Zubußen 1903: 225; 1904: 300. Märkte. I. Friedberg, 31. Aug. Bei dem gestrigen Schweine« markt waren sehr viele Tiere aufgetrieben. ES wurden sehr viele Käufe abgeschloffen, obwohl die Preise sehr hoch waren. Bei den hohen Fleischpreisen und der guten Kartoffelernte wollen die Bauersleute möglichst viel mästen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung tu Hessen für Samstag den 2. September 1905: Zeitweise heiter, kühl, trocken, höchstens im Norden geringe Niederschläge. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kerrchtslaal. Erfurt, 31. Aug. Der Techniker Otto G ö r i ck e aus Schmiedefeld im Thürinqerwald, sowie der Ingenieur Hermann M e fl e I aus Berlin, die als Techniker in Ilmenau am 15. Nov. 1904 im Gasthause zu Oehrenstock einer geringfügigen Ursache halber einen Z w e i k a m p i mit rövltchen Waffen missachten, mürben gestern von ber Erfurter Straffammer zu je 3 Monaten Fest« u n g s h a f t verurteilt. Hriqmal'-Dralitmfldrmqi'n. Berlin, 1. Sept. Ter Staatssekretär des ReichSschah. amte?, Freiherr von Stengel, ist von seinem Urlaub zurück« gekehrt. Die Frage der sogenannten Reichsstenerrcsorm wird nunmehr in das entscheidende Stadium Eintreten. Es bestätigt sich, daß zu dem im ReichSschatzamt ansgearbeiteten Steuereutwurf auch eine Tabaksteuer-Vorlage gehört, die aber im Gegensatz zu anderen Mitteilungen nur bestimmt sein soll, den Luxn 8v er brau ch, insbesondere auch den Zigaretten« Tabak stärker heranzuziehen. Essen a. Ruhr, 1. Sept. Das Fr i e d en s pr o t o ko ll und der Arbeitsvertrag für das Bange werbe im Rheinland und Westfalen imirbc vorn Vorstand des Arbeitgeberbundes nnd von den Vertretern der beiden Bauarbeiterorganisationen unterzeichnet. Kiel, 1. Sept. Der Polarfahrer Oibonna traf mit Mitgliedern d-w von Dr. Hacker-Wien geleiteten östreichischen wissenschaftlichen Pvlarexvedition hier ein. Rostok, 1. Sept. Der Landes« niversitat ist von bmt in Freiburg i. B. verstorbenen Professor Dr. Nasse ein Vermächtnis von 30000 Mark ausgesetzt worben, dessen Nutznießuna dem Universitäts-strankenhau? zustehen soll. Hamburg, 1. Sept. Der mit einer Kohlenladung nach New-Orleans fieftinrmt-e Dampfer „P e e on i c" s an k an der Küste Floridas. 20 Mann der Besatzung ertran* Een, nur zwei retteten sich. Pola, 1. Sept. Nach einem Manöver sank das Torpedoboot 38 nach einem Zusammenstoß mit einent Torpedoiäger Bisher fehlen drei Matrosen. Die Leiche des einen ist gefunden. Amsterdam 1. Sept. Hier starb der vor einigen Jahren in den Ruhestand getretene Professor der Geschichte Dr. Cor« n e 11 u 5 Rogge, ein um die niederländische Geschichte hock) verdienter Gelehrter. Toulon, 1. Sept. Die Befehle betreffend die Bereitstell« ung deS Geschwaders für eine Expedition nach Marokko sino vom Marineministerium erneuert worden. Der Minister bat genaue Instruktionen neuesten über die Instandsetzung der in Frage kommenden Kriegsschiffe. Salzburg, 1. Sept. Der gestrige Wettersturz brachte auf den Bergen tiefen Neuschnee und empfindliche Kälte, die die F l u ch t d e r G ä ft e in der Umgebung, int Salzkammergut und Tirol veranlaßte. Warschau, 1. Sept. Eine scheußliche Szene spielte sich in dem Orte Petrikan ab. Dort versuchten drei KvsakeN einige Mädchen zu notzüchtiaen, wobei sich eine große Menschenmenge ansammelte, die die Mädchen in Schutz nahmen. Eine In- santeric-Patrouille kam bi nut und feuerte auf die Menge. Ein Mann wurde getötet, 5 Frauen und ein Mann schwer verletzt. München, 1. Sept. Infolge Genusses giftiger Pilze starb hier der Schloßkaplan Paduani. Seine Wirtschafterin ist schwer erkrankt. ~ _____ Tiflis, 31. Aug. (Petersb. Tel.-Ag.) Die Lage in Schuscha und in den umliegenden Törfeni ist kritisch. Die Stadt wird von Tartaren, die stark bewaffnet sind, belagert. Die Armenier werden von den Tartaren niedergemacht. Heute nachmittag wurde die telegraphische Verbindung mit Schu- scha durchschnitten. P o r t s m o:i t h, 31. Aug. (Reuter.) Witte ba t Komurck, das Datum der Unterzeichnung des Vertrages, festzusetzen, da er am 12. September abzureisen beabsichtige. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a M., 1. Septbr. 1905. 3*/e% RöichflaDleihe . . 101.00 3°f0 Mexikaner .... 68.50 30/n do. ... 89.80 4i/9o/n Chinesen .... 97.90 3V,o/o Konsole .... 101.25 ßO/o do......89.75 3’/«% Hessen .... 100.10 3h, % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.85 4Ve % Oesterr. Silberrente . 101.55 49a Ungar. Goldrente . . 97.90 4°/o Italien. Rente , . . 106.20 4 96 Portugieser I , . . 68.65 3°/r Portugiesen. III . . 68.50 196 Unif. Türken . . . 90.00 Türkenlose......137.00 Electric. Schuckert . . . 138 40 Nordd. Lloyd . . . . 137.90 Kreditaktien.....212.00 Diskonto-Kommandit. . . 195.60 Darmstädter Bank . . . 151 50 Dresdener Bank .... 166.00 Berliner Handolsges. . . 173.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.70 Lombarden ..... 20.40 Gotthardbahn ..... —.— Lanrahütte ..... 270.75 Bochum ..... . 255.70 496 Grieoh. Monopol.-Anl. 54.80 Harpener . ..... 221.30 4°/0 äussere Argentiner . 96.75 Staatschatzscheiue . . . 10050 Tendenz: anfangs schwach, später etwas fester. Bekanntmachung. Die nnterm 27. Juli 1905 ungeordnete Sperre der Markt- siraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 31. August 1905. Großh. VoUzeiamt Gießen. Herberg. Bekanntnrachnng. Die Rechnung der Landjudenschaft der Provinz Ober- heffen für das Rechnungsjahr 1904/05 liegt acht Tage zur Einsicht der Interessenten auf dcm Bureau des Unterzeichneten offen. Gießen, den 30. August 1905. B/o Für die Landjudcnschaft der Provinz Oberheffen: Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. Sonntag, den 3. September, nachmittags 3 Uhr findet im Hauba ch'schen Saale zu Gießen General-Versammlung des Oberhessrschen Fleischbeschau-Bundes statt. Borstandssitznng von 1 Uhr ab. 4518 Sämtliche Mitglieder werden hiermit eingeladen. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegcbcn. Spö h r e r, Vorstand deS KreisvereinS Gießen. Vie Königliche BaugewerkscMe ... (TaunuS) eröffnet das Winterhalbjahr am zu lusiem 18. Oktober. Programme versendet kostenlos Ds/8 Die Direktion. Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. BW. 4524 05769 Frau Ferber. I. A.: Phil. Neitzel, Vorsitzender. Chem.WaschanstaltGebr.Röver,Färberei. bringen wird. Gießen, den 1. September 1905. Tiicht. Tiefbawtecäisnmer in faiihlwM, tafolnsffliif Vollständig vertraut und durchaus ganz selbständig auf Bureau und Baustelle, in Plänen, Kostenvoranschlägen und Bauleitung, mehrere Jahre städt. Beamter, sucht sof. Stellung. Off. unter F. St. 4812 an Rudolf Moffe, Straßburg i. Els. 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Publikum biefem Vorgehen das richtige Verständnis entgegen- Prima Weisffr-'ilt, Rotkmnt, Wirsing und gelbe Rüben, Montag, den 4. Sept., von 12 Uhr ab am Lenz'schen Felseukcllcr zu staunend billigen Preisen zu haben. |057701 M. Seib. Morgen Samstag trifft anf dem Braubplatz letzte Senbung irischer HWF" Eiumachgurkeu -HvD ein. Wetterauer Zwiebeln, 5 Pfb. 35 Pfg. unb Gemüse. ss, Unübertroffen! 1 Sl billig, wohlriechend u.sparsam, I v auch für feine Wäsche u.als I k Toilette-Seife. | Ueberall erhältlich. J __S3U/g MM! ist ein zarte?, reines Gesicht, rosiges jnqenbsrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut unb blenbenb schöner Teint. Alles bies erzeugt: R«!!cbe!iIttLi!ikiii»illh-Äise Nur ächt mit Schutzmarke Steckenpferd ä 50 Pfg. bei 1102 Mi Vieler, Marktsir. 5. Todesanzeige. Gestern nachmittag 4 Uhr verschied unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Seibert nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Giessen (Stephanstrasse 17), den 1. September 1905. CaH Seibert» 4521 Die Beerdigung findet Sonntag den 3. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt Todos-Anzeige Johannes Wehei Die Beerdigung findet Sonntag den 3. d. Mts., nachmittags 1 Uhr, in Hochelheim statt. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen Gatten, unsem guten Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Hochelheim, den 1. September 1905 sich zu nehmen. heute morgen 5 Uhr nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 53 Jahren zu efallen hat, meinen lieben Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: BCatoarina Webes«, geb. Lenz. 4619 ■■ IIIIMIIIIIIM1IIIMimiMIlimIMMlIIIIHMIII I HMWIlim IIIIII Kinzenbach, 81. August 1905. 05776 V'ti Die Beerdigung findet am Samstag, dem 2. d. Mts. nachmittags 3 Uhr, in Kinzenbach ftatt Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unfern innigst geliebten Sohn, Bruder und Schwager Hm» Kn! M im Alter von 20 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Katt. 'ßSE | 6 Zimmer \ Schöne b-Zunmerwohnung, 1. Stock, per 1. Oktober sehr preiswert zu vermieten. 05764 _______Walltorstraße 71, pari. | 5 Zimmer | 4200s Marktplatz 11 4-Zim- merwohnung mit Küche und all. Zubehör per sofort oder später zu vermieten.____________________ Im Hause Großer Steinweg 26 5-Zimnierwohnung p. 1. Oktober zu verin. Näh, daselbst pari. >3469 Ebelstraße 2« ist eine schöne Parterre-Wohnung von 5 Zimmern mit Spülcloset, Heiz- und Leuchtgaseinrichlung und Bleich- platz per Oktober zu verin. [4365 Näheres frankfurter Str. 29. Kartoffeln fcr. Spcisekartoffeln, per Ztr. Mk. 2.50, Kaiserkronen, per Ztr. 2>tk. 3.—, gelbe Salatkartosieln per Ztr. Mk. 4.—, empfiehlt Ja WeiseÜ 4405 Telephon 235. Sonnenstraße 6. 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September auf Lex- tors Hardt hat uns bei Kriegeroercin freundlichst ein« geladen, und bitten wir unser Mitglieder, sich mit Famili recht zahlreich zu beteiligen* v1/. Der Vorstand.