Samstag 1. Ju» 190S 16S. Jahrgang Erste- Blatt. Mbrefle für Deves chatt «u-etgr- Vietze». A»«lprscho chlnHNr 61 Neue Schreckenstaten. J>m Petersburger Hasen, wo ein Polrzei- offizier ermordet wurde, erfolgten dieser Tage Massenverhaftu ngen von Arbeitern. In Lodz verhafteten die Poktzei und die Truppen 247 Juden und 30 Christon unter der Beschilldiauwg, sie seren Mitglieder einer geheimen revolutionären Gesellschaft. 300 andere Personen sind beschuldigt, an den jüngsten Unruhen teilgenommen zu haben. < Wie die letzten Nachrichten aus 3ent1 Kaukasus melden, wurden zwischen Armeniern und Tataren in den Distrikten von Bachrwrachen und Vagonchaprit blutige Zusammenstöße hervorgerufen. Die Tataren, in einer Stärke von 7000 Mann, wollten Vagoirchapat und Aschtarok angreifen. Die Scharen der revolutionären Armenier schlugen die Tataren zurück und brachte ihnen große Verluste bei. Elf tatarische Ortschaften, die ftch an Plünderungen und Mafstrkres beteiligt hatten wurden zerstört und ihre Bewohner hart bestraft. Nach dem General Alichanow ist aucS Prinz Louis Napoleon nach Eriwan entsandt worden, um die Ordnung wiederherzustellen. Die revolutionäre Vereinigung der Mmenier erließ eme neue Proklamation, in der sie jeden Polizerbeamten, der Armenier entwaffnen will, mit dem Tode bedroht Der Gouverneur von Jelisawetpol, General Lutzau, hat fein Entlassungsgesuch eingereicht, werk er, wie es heißt, den von der Regierung erregten Bürgerkrieg nicht unterstützen will. Viele Bewerfe sollen dafür vorliegen, daß die Panislamrsten mit der politischen Polizei in Petersburg in Verbindung stehen. Am 30 Juni wurde ein kaiserlicher Erlaß veröffentlicht, nach dem im ganzen Gouvernement Eriwan und m den Oertlichkeiten im Gebiet der Sewastopoler- und Nikolajewer- Stadthauptmannschaft der Kriegszustand verhängt wird. Der Zar. Petersburg, 30. Juni. Der Zar erhielt gestern nachmittag die erste Meldung von der Meuterer auf dem Potemkin" in Odessa, wodurch er in große Aufregung verseht wurde. Auch der übrigen Mitglieder der Zarenfamllie, sowie der Umgebung bemächtigte sich große Aufregung. Der Eindruck, den die Meldung auf den Zaren und ferne Umgebung machte, war nm so größer, als alles darauf hm- ücutet, daß die Meuterei von den Revolutionären aus langer Hand vorbereitet ist. geendet Wir glauben nicht alles, was über die Greueltaten der < europäischen Soldaten bei der China-Erpedition erzählt wor- . den ist. Die sogen. „Hunn en b riefe" z. B haben wir , nie ohne Mißtrauen gelesen. Es ist sicher, daß tn solchen Briefen viel Sucht zum Renommieren unterläuft, viele „Räuberpistolen", die am Lagerfeuer berichtet und zum , größeren Teil gewiß erfunden wurden, viel Uebertrcibung und Mißverständnis, aus Unbildung und aus falschen Begriffen von kriegerifcher Eisenfresserei. Auch in dem, was m der Hallenser Verhandlung vor Gericht bekundet wurde, — wir haben über die Scheußlichkeiten, die da zur Aussage gelangten, absichtlich nichts unseren Lesern mitgeteilt, — ; beruhte ganz gewiß das meiste auf Hörensagen oder ans Wahrnehmungen kritikloser Beobachter, die nicht als klassische < Zeugen gelten können. Aber es ist doch viel an beeidigten ; Aussagen übrig geblieben, was auch die Manneszucht mancher deutschen Soldaten in China im schlimmsten Licht , erscheinen läßt. . , ' Daß der Krieg keine Hochschule milder Sitten ist, daß die Erbitterung über die Grausamkeiten der chinesischen Boxer diesem Feldzug zuweilen eine besondere Schärfe geben mußte, daß Soldaten in Feindesland zu Ausschreitungen umsomehr neigen müssen, je mehr der Feind als barbarisch und wild gilt, daS alles bringen wir m Abzug. So schlecht, daß das Berliner Pastorenblatt „Der Reichsbote" nicht umhin kann, „erschüttert und beschämt" zu sein über den „Flecken auf der deutschen Ar- m e e". . r Wie soll man sich nun erklären, daß sich auch bei unfein Truppen Leute gefunden haben, die chinesisches Privateigentum raubten und am Zerstören und Verwüsten Freude fanden? Wenn nach dem Krieg von 1870/771 französische Stimmen auf die „Prussiens" den Vorwurf dws „Pendülen-Diebstahls" schleuderten, so konnte die öffentliche Meinung Deutschlands daran Vorbeigehen. Man erinn.ertc auf deutscher Seite daran ,wie die Franzosen zuweilen in Deutschland gehaust haben. Man denke nur an die barbarische Zerstörung des Heidelberger Schlosses, des Men ttviel und zahlreicher anderer grandioser deutscher Bauten. Alußerdem steht fest, daß jede Ausschreitung deutscher Truppen auf französischem Boden mit unnachsichtlicher Strenge bestraft wurde, sobald sie zur Kenntnis der Vorgesetzten ka.m. A la guerre comme a la guerre. Im Krieg gründ. Im englischen Unterhaus erklätte der Unterstaatssekretär des Aeußeren Earl of PercN, der britische Konsul m! Odessa stehe mit den dortigen Behörden rn Verbindung, di« besttebt seien, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um W dort ansässigen britischen Untertanen und die übrigen Ausländer zu schützen. An Boro der britischen Schiffe habe niemand wre man annehme, Schoden erlitten. Der Konsul habe die MittelluM erhalten, daß es den SchifsskaPitLnen freigestellt fei, ihre Schiffe, aus dem Hafen zu bringen, falls sie dies für erforderlich hatten, sollten. Außerdem sei der britische Botschafter m VeterMirK von der russischen Regierung benachrichtigt worden, daß em Teck des russischen Schwarzen Meer-Geschwaders nach Odessa beordert sei. Di« britische Regierung halte es für überflüssig, weitere Vorstellungen bet bet russv- fchm Regierung zu machen, die sicherlich alle erforderlichen Matz- -chn-.-' »IN schul'- b:5 Lebens und Eigentums, sowie zur! Wiederherstellung der Ordnung ergreifen werde Uns scheint dieser englische Optimismus gefährlich. Vielmehr halten wir es für eine Pflicht der Mächte, ein gemeinsames Vorgehen zum Schutz ihrer Staats- angeböligen in Erwägung zu ziehen. Deutschland ist an der Frage ganz besonders interesiiett, sind doch gerade in den von der Revolution am meisten bedrohten Bezirken viele Deutsche ansäffig. So in Odessa 14000, fast die Hälfte aller chatt befindlichen Ausländer. Gewaltig wäre der Schaden, der Deuschlands Handel und Industrie taffen würde durch weiteres Umsichgreifen der Anarchie in Rußrgad, wie denn überhaupt die vomHandelsvertrag mit b?m östlichen Nachbar für die deutsche VolkSwittschast erhofften Segnungen in Frage gestellt erscheinen. Infolge der Unruhen ist jetzt für Lodz sämtlichen Rohstoff, iefercnten des Auslandes der Kredit abgesagt morden. Selbst hervorragende Firmen der Lodzer Industries werden von dieser Maßregel betroffen. Für eine Reihe vov Fabrikanten bedeutet dies den völligen Ruin. fand am Donnerstag abend eine überaus heftige regierungsfeindliche Demonstration statt. Als die Demon- sttanten „Nieder mit der Regierung!" riefen, sowie Hochrufe auf die Revolution ausbrachten, wandte sich ein Polizei- pristaw an den Führer einer Kosakenpatrouille mit der Aufforderung, die Menge au Sein anber^ttreiben. Dieser weigerte sich, der Aufforderung Folge zu leisten, mit der Motivierung, er lasse nicht auf das wehrlose Volk schießen. Die Demonstranten brachten Hochrufe auf den Kosakem-Ofsi- zier ans. Der Zug bewegte sich weiter, wobei die Kosaken den Demonstranten voran ritten. Infolgedessen kam die Menge ungehindert bis zur Ecke der Olgiefska- und Chersonskastraße. Hier stürzten sich von allen Seiten berittene Gendarmen auf die Menge und die Kosaken. Letztere wurden fast sämtlich niedergemacht. Unter der Menge richteten die Gendarmen ein Blutbad an Die Zahl 6er Getöteten wird auf tausend, die der Verwundeten auf 2600 geschätzt. Die Truppen richteten Maschinengeschütze gegen die Demonsttanten, bte nur dusch die Flucht vor der gänzlichen Vernichtung bewahrt blrebgn. Die Aufständischen haben im ganzen acht Schiffe verbrannt, ebenso den größten Teil des Ha fens, nachdem sie ihn geplündert hatten. In dir Stadt wurden zeitweilig Bomben geworfen. Die Bombenwürfe waren angeblich gegen die Konsulats geb äudk und Konsuln geplant, um das Ausland für die Nachgieblg- keit gegen die aufftändische Bewegung zu interessieren. Datz Gerücht, daß die Mannschaften des von Sewastopol kon^ menden Geschwaders meutern, ist wohl unrichtig. Es wird weiter gemeutert. Nach einer Meldung aus Kronstadt sollten dft Matrosen der Kaiserlichen Marine, die zurzeit keineg Schiffsdienst tun, anstelle der entlassenen Ar-, beiter zu Arbeiten verwendet werden. DieMatrosen weigerten sich, zu arbeiten. Als daraufhin Befehl gegeben wurde, den Matrosen wie allen übrigen Arbeitern Stunden- lohn zu zahlen, erklätten sie, sie seien Soldaten und keine Arbeiter; ihren Unterhalt könnten sie sich durch Arbeit erwerben, auch ohne der Kriegsmarine anzugehören, sie wollten auf den Schiffen verwandt ober entlassen werden. Ein höherer Marineoffizier, der beauftragt war, die -Matrosen aufzufordern, wllro>- nn. Steinwürfeu empfangen, unter denen er zuf ammenbrach. Die Truppen in Pcter- hof sind seit mehreren Tagen verstärkt. Offenbar hatten trotz Verheimlichung die Matrosen Kenntnis vou der Meuterei in Odeffa erhalten. Ferner ist in Kronstadt der Ausstand auSgebrochen, an dem mehrere tausend 2lrbeiter beteiligt sind. Sie verlangen Lohnerhöhung. Es kam zu Ruhestörungen; Truppen wurden herbeigerufen, doch ereigneten sich keine Zusammenstöße mit der Polizei und dem Militär. Alle Branntwem- läden und Wirtshäuser sind geschloffen. In Kischi new ist ein allgemeiner Streik ausgebrochen. Die Bäcker, Kutscher und Handelsangestellten veranstalten in den Straßen Kundgebungen. Kosaken durchziehen die Stadt; jeden Augenblick werden blutige Zwischenfälle erwartet. Der Chef der Gendarmerie, General Gerulutzki. ist tot in feiner Wohnung aufgefunden worden. Die Schwarze Meer-Sperre. Die beispiellosen Vorgänge im Schwarzen Meer lenken die Aufmerksamkeit auf eine dem Gebiete der hohen Polittk an gehörende Frage, die für den kargen Rest von Rußlands Seewehr, die Schwarzmeer-Flotte, von Bedeutung ist. ES handelt sich um die D ardanellen-Frcrge. Vor Jahresfrist war es um sie einigermaßen krittsch bestellt. England machte Anstalten, diese Frage neu mrszurollen, indem e8 durch seinen Botschafter am Goldenen Horn dem Sultan eröffnen ließ, es würde die Durchfahrt von Schiffen der russischen Freiwilligenflotte durch die Dardanellen für eine« Bruch der Neutralität der Psörte halten. Seitdem haben die Dinge für Rußland eine auch bezüglich der Dardanellen! ungünstige Wendung genommen. Die Schwarzmeer-Flott« existiert nicht mehr in dem Sinne, daß sie noch einen die russische Polittz stützenden Machtfaktor darstellt. Bei den Dardanellen, diesem Ausfalltor in daN Mittelmeer, hat England jetzt das Heft in der Hund. Es ist ein sehr! hoch zu schätzender politischer Gewinn, den di- «enternden Marinemannschaften dem Todfeind ihres Vaterlandes vei> schafft haben. Denn der Sultan geht für absehbare #dt des Rückhalts an Rußland verlustig. Fremdenschutz. Die ruffische Regierung ist nicht in der Lage, Leben und Eigentum der in Rußland ansässigen Ausländer hinreichend zu schützen. Die Notwendigkeit, hier mit internationalen Schutzm aßregeln einzugreifen, rückt also in den Vorder^ Das SchrcLensregiment in Außland. Die Greueln in Odeffa neigen sich ihrem Ende zu. Der amerikanische Konsul in Odessa meldete dem Staatsdepartement in Washington, daß das Geschwader von Sewastopol in Odessa eingetroffen ist, und daß das Kriegsschiff „Knjaes Potem- fin" sich unmittelbar darauf, ohne einen Schuß avzu- geben, ergeben hat. Das Schießen in der Stadt hörte bald nach Ankunft des Geschwaders auIwmerchn ist die Furcht noch groß. Der öftere. Lloyd stellte den Dienst nach Odessa, bis auf weiteres ein. Nach Meldungen von Konstantinopel haben auch die französischen, italienischen und russischen Schiffahrtsgesellschaften ihre Fahrten ua0 Odessa unterbrochen. nrY ... , Den Truppen gelang es erst rnr spater Abendstunde, die Oberhand über die Aufständischen zu gewinnen. Unter den zerstörten Schissen befinden sich der große Dampfer „Saratow" der freiwilligen flotte und das Mlitärtransportschiff „TlMa". Auf die Initiative der revolutionären Partei gehts hart her. ~ , Aber bei dem Chinafeldzug liegt der Fall denn doch anders. Die Auffassung davon, was dem Feinde gegenüber erlaubt fei, ist dort bei einzelnen Mannschaften nicht nur, sondern zuweilen auch Bei ihren Vorgesetzten dermaßen verwirrt und verwildert gewesen, daß alle mildernden Umstände nicht ausreichen, manche der, dort vor- gekommenen Greuel zu beschönigen. Unter den vielen Freiwilligen, die sich nach China drängten, war ein sehr großer Teil wähl ' inlich von kriegerischem Patriotismus beseelt. Ander. ' ' oietteicht mit, weil ihre wirtschaftliche Lage jcfie" ri ; ,r d'b Teilnahme an der Expedition verführe- riju, " . crn&t - glaubten,'sie konnten bei jeder Veränderung : 1 ' en; sie bedachten nicht, daß sie nicht nur das 5rv$ - reu, sondern unter Umständen auch eine st rw auf sich laden konnten. Und ein Rest end- ü toa- . ^iß auch dabei, den von vornherein ein Hang nach Aoenteuern und zur Zügellosigkeit bestimmte, den Krieg mitzumachen. _ .. Dazu kam dann noch die entfesselte Rachsucht gegen die chinesischen Gesandtenmörder. Mancher einfache Soldat legte sich auf seine Art zurecht, was damals über die Nvtweiidig- teit der Vergeltung gesagt worden ist. Ihm fehlte die seine Unterscheidungsgabe für starke Redewendungen und besonnenes, maßvolles Handeln, und so ließ er siA. auch durch das schlechte Beispiel, das von nichtdeutschen Truppen gegeben wurde, zu Taten hinreißen, die nicht, nur eines rechtschaffenen, ehrliebenden Soldaten, wie die Kriegsartikel sagen, unwürdig, sondern abscheulich gewesen ^find. Der Prozeß Knnert verlangt also eine Selbstprüsung. Mit der Verurteilung des Angellagten ist es nicht getan. Auch Gerichtssprüche geben schweren Fragen nicht immer die rechte Lösung. Im Gegenteil, sie verschärfen mitunter die peinlichen Eindrücke böser Ereignisse. 15» erieeiet teeli* außer Sonnraa*. Dem Siebener Anzeiger werben im ®ed)fet mit dem vesflichra Landwirt die Äetzraer fiainilkn. Mittet viermal in bet Woche beigelegt. Rotationsdruck u, Verlag bet Vrühl'jchen tzatverß-Buch-u. 61eh>» druckest. HL Saaga. EieMetAWWM Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die yeuLige Kummer umfaßt 16 Seiten. Schandtaten in ßgina. Der Prozeß gegen den sozialdemokratischen Reichstags- abgeordneten und ,/Vorwärts"-Redatteur Kunert h«t, wie wir kurz mitteilten, mit der Verurteilung des Angeklagten Marskto. Nach einer Meldung der offiziösen „Agence HavaS^ au- Paris erteilte am Freitag im Minifterrat der Ministerpräsi^ dent Ronvier über den Stand der Unterhandlungen bec marokkanischen Frage Aufschluß, die in zufriedenstellendes Weise ihren Fortgang nähmen. ES heißt, Rouvier werd^ in kürzester Zeit eine neue Zusammenkunft mit dem deutsche^ Botschafter haben. Er wird ihm dem Vernehmen nach Schreiben überreichen, in welchem erklärt wird, daß Franks reich mit der Abhaltung der Marokkokonferenz einverstanden ist und gleichzeitig von Deutschland Erklärung en über gewisse Piinkte fordett, über welche bei den vorhergegangenen Besprechungen bereits ein Einverständnis erzielt worden ist. Der französisch-englische Vertrag von 1901 wurde in diesen Tagen von kundiger französischer Seite emecj eingehenden Durchsicht unterzogen. Hierbei stellte sich, rote, von verläßlicher Seite mitgeteilt wird, heraus, daß von den Vorteilen, die dieser Vertrag für Frankreich in AuS-, sicht nimmt, die scheinbar wettvollfien einer strengeren Prüfung nicht Stand halten, weil die darin Frankreich auf- erlegten Opfer in keinem Verhältnis zu den nur problematischen E r r u n g e n s ch a f t e n sieben.___ ^ankrlichsBe-Ä^Berlin. . Das Depesaienbiweau Herold teilt uns heute, aus Paris mitu Jaurös wird am 9. Juli n ach Berlin reifen tooer einen Vortrag über den Frieden halten wird. Die Reise erfolgt aus Grund einer Einladung der Berliner Sozialisten. Jaurös wird in dieser Versammlung bte enge Union zwischen dem.franzosischen und deut- schen Proletariat gegen jebe kriegerische Politik barlegetf und sich Wer die europäische Krisis äußern. Das wnd für die lieben Berliner wiöder em Hauptspaß sein. der M arokko-Krisis haben die temperamentvollen, mit großer Entschiedenheit die Wahrung des Friedens fordernd^ Auslassungen Jaurc.s', in der „Humanito", eine gewisse Rolle gespielt JauröS war es auch, der die Tollheit Deleasfös, Deittsch- ?and ignorieren zu wollen, mit aller RücksstlMosigkeit Mcwftete und dadurch nicht unerheblich zum Sturz dieses Ministers beitrug. Die Wirkung einer engeren Verbindung der trank b dentsÄhen Sozialisten zu Gunsten des Fvie -- dauert, wie aus wiederholten tag, üermlfcbte^ sind. Es werden Blocks mit zum Nennwert ohne Aufschlag lehren, ob sich die Blocks beim zwei Seiten zusammengeleimt Karten zu 2 und 5 Pfennig verkauft. Die Erfahrung muß Publikum einbürgern werden. •• Die Hundesperre Bekanntmachungen des Großh. Polizciamts zu ersehen ist, vorerst bis i. August. Der zuletzt konstatierte Tollwutfall dauert nämlich vom 1. Mai. ” Zum Verkauf des Anwesens der Aktienbrauerei ist noch nachzutragen, daß die Mälzerei, die zOOO Quadratmeter umfaßt, noch 5 Jahre lang weiterbetrieben wird. ** Gcmälde - Au § stellung. Die seither ausgestellten Gemälde verbleiben nur noch morgen. Sonntag, in der Ausstellung. Von Montag ab wird die Ausstellung wegen Vorbereitung der Exlibris-Ausstellung auf einige Tage geschlossen. und 3. Juli stattfindenden Sängerfest wird, wie man uns mitteilt, am 2. nach Heuchelheim ein Extra zug der Biebertalbahn fahren, ab Gießen 12.25 Uhr mittags. Große Vorbereitungen sind hier getroffen morden. Üeberall regen sich emsige Hände, um den Ort zu schmücken und den fremden Sängern und Gästen einen würdigen Empfang zu bereiten. 25 fremde Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt. •• Ein Bootunglück auf dem Main. In Schwa n- h eim am Main ereignete sich am 29. ds. Mts. gegen 5 y, Uhr nachmittags ein schwerer Bootunfall, der den ganzen Ort und das gegenüberliegende Griesheim in Aufregung brachte. Der sechsundzwanzig Jahre alte Kaplan Adam Meurer, der seit zwei Jahren in der Gemeinde tätig ist, fand zusammen mit der dreizehnjährigen Tochter des in Frankfurt beschäftigten Schriftsetzers Saffran bei einer Ruderfahrt auf dem Main den Tod in den Wellen. Kaplan Meurer, der, wie es heißt, sich während seiner Tätigkeit in Schwanheim sehr beliebt gemacht hat, unternahm gestern nachmittag kurz vor 5 Uhr vom Landungsplatz des Schwanheimer Bootes aus gemeinsam mit dem etwa 12 Jahre alten Neffen des Pfarrers Kunz eine Kahnpartie. Bei dem Schiffer Nauheimer mietete er ein schon so ost gegangen ist: die Sache bricht zusammen u Lang-Göns blamiert sich gehörig. § Bad-Nauheim, 30. Juni. Bis zum 29. Juni 190. sind 12 637 Kurgäste angekommen, wovon am genannten Tage noch 5763 anwesend waren. 146 382 Bäder wurden bis zum 29. Juni abgegeben. R.-B. Darmstadt, 1. Juli. (Eigener Draht, bericht.) Der Präsident der Großh. Oberrechnungskammer, Geh. Oberbaurat Valentin Lorbacher, begeht morgen in Irische und Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag. Lorbacher trat am 13. Dezember 1848 als Akzessist in den hessischen Staatsdienst und wurde am 6. Januar 1861 zum Ober- rechnungsprobator ernannt. Seit dem 16. Oktober 1889 ist Herr Lorbacher Präsident der Oberrechnungskammer und hat von da an bis heute seinen verantwortungsvollen Posten mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Eifer ausgeübt. Als Lorbacher am 13. Dezember 1890 sein 50jähriges Dienst- jubiläum beging, wurden ihm von allen Seiten die größten Ehrungen zuteil. Der Großherzog verlieh ihm die Krone zum Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstorden? Philipps de? Großmütigen. — Der 22jährige Konditorgehilfe Karl Böhm aus Straubing hat sich heute früh in der Tanne beim Exerzierplatz erhängt. Die Ursache ist unbekannt. [] Marburg, 30. Juni. Gestern wurde in der Person des bekannten geisteskranken Brandstifters, des Schmieds I. Hun k aus Niederwcimar, der in letzter Zeit zweimal aud der Landesheilanstalt zu Hama durchbrannte, der gefürchtete Wegelagerer fest genommen, welcher in den letzten Wochen mehrmals allein gehende Frauen in den Lahnbergen in unsittlicher Weise übersiel. Die Angst vor dem unbekannten Menschen, der kürzlich sogar einmal einer Frau ihr Kind abnahm und diese dadurch veranlaßte, ihm ins Dickicht nachzueilen, war so groß, daß sich die Frauen fürchteten, ohne Begleitung die Wälder der Lahnberge zu passieren. fc. Kreuznach, 30. Juni. Wie mitgeteilt wird, ist ms von dem Mörder und Brandstifter Stoffel aus Stromberg cingereichte Gnadengesuch vom Kaiser abschlägig beschieden worden. Die Hinrichtung finde in nächster Woche statt. ** Kleine Mitteilungen aus Dessen und den Nachbarstaaten. An einem dllbruch in b*r Johanniterstraße in Frankfurt fiel dem 50 jährigen Taglöhner Rudolf Bachmann aus dem 3. Stock herunter ein Balken auf den Kopf, so daß der Schädel gespalten wurde. Der Unglückliche starb nach einer Stunde. — In Groß-Steinheim verwendete die Ehefrau Neudcckcr beim Feueranmachen Petroleum. Dabei erplodierte die Kanne, und im Nir standen die Kleider der Frau in Flammen. Sie erlitt so schwere Brandwunden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Auch ihr kleines Kind wurde schwer an de« Arnren und am Kolen und Rechnung mitzubringen. Vögel nebst Rechnung wurden dem Burschen übergeben, da er ober nicht den Weg nach den Kliniken einschlug, schöpfte man Verdacht und machte der Polizei Mitteilung. Diese stellte die Person in einem Barbierlehrling fest, nahm ihm die Vögel wieder ab und erhob Anzeige wegen BetrugS gegen ihn. ** Zum Theaterb au Projekt, worüber Oberbürgermeister Mecum in der letzten Stadtverordnetensitzung referierte, ist zu bemerken, daß die Bausumme noch nicht angegeben werden kann. Dagegen steht, wie Oberbgm. Mecum erklärte, fest, daß die Firma Fellner u. Helmer die Bauleitung zu 5 Proz. der Baukosten übernehmen wird. •• Was ein Häckchen werden will. Einer Frau am Schiffenbergerweg wurden etwa 40 Mk. aus ihrer Wohnung gestohlen. Der Dieb entpuppte sich als ein 11. jähriger Junge. Er hatte das Geld zum Teil im Freien versteckt und einen Teil an andere Personen zum Aufbewahren übergeben. •• Postkartenblocks werden von der Reichspost demnächst ausgegeben. Sie bestehen aus je 10 Stück, die an Boot, das für drei Personen berechnet war. Unterwegs, als sie eben am Schwanheimer Friedhof vorbeigekommen waren, sah der Kaplan drei Mädchen am Ufer spazierengehen. Es waren die Töchter von Johann Henrich IX., Valentin Henrich und die kleine Katharina Saffran, alle drei stehen im dreizehnten Lebensjahre und zählten zu den Erstkommunikantinnen des Kaplans. Meurer lud die Mädchen zum Bootfahren ein, es sei noch Platz vorhanden. Zuerst dankten die Mädchen ablehnend, nach Aussage des Knaben, aber schließlich nahmen sie doch in dem kleinen Fahrzeug Platz, sodaß nunmehr fünf Personen, freilich nur ein Erwachsener und vier Kinder, darin saßen. Kaplan Meurer hat sicherlich geglaubt, daß der Kahn diese Belastung gut trage, und solange alle stillsaßen, ging auch alles gut. Er saß mit einem der Mädchen in der Mitte und ruderte, der Knabe handhabte das Steuer, während die beiden anderen Mädchen am Ende des Bootes saßen. So fuhr man ganz gut bis kurz vor die etwa sechs Meter tiefen Schleusen. Hier wollte auch eines der am Bootsende sitzenden Mädchen einmal rudern. Der Kaplan, der die Bitte nicht abschlagen wollte, erhob sich, um das Mädchen an seinen Platz zu lassen. In dem Augenblick aber, als er zur Sette trat, kippte das Boot um, und alle fünf fielen ms Wasser. Der Kaplan, der ein guter Schwimmer sem soll, strebte dem Schwanheimer Ufer zu. Während des Schwimmens gab er den zurückgebliebenen beiden Mädchen )en Rat, sich an dem umgestülpten Boot festzuhalten. Kurz bevor er aber die Schleusenkrippe erreicht hatte, wurde er v?n der Strömung oder von der kleinen Katharina die sich.an ihn geklammert hatte, in die Tiefe gezogen. Die Beiden kamen nicht mehr zum Vorschein. Die drei' übrigen Verunglückten, der Knabe und die beiden anderen Mädchen, die sich hilferufend an dem Boot fest hielten und immer näher an die Schleuse trieben, wurden von dem Schleusenmeister Bauer gerettet, der in einem Boot zu den Schiffbrüchigen ruderte. Die Nachricht von dem Unglück hatte sich mtt großer Eile verbreitet und brachte die ganze Bevölkerung tn Bestürzung. Der Fährmann Schindler und der Schiffer Nauheimer machten sich sofort an das Absuchen >es Mains, der an dieser Stelle sehr tief ist. Nauheimer and gegen 11 Uhr beide Leichen an der Schleuse und brachte sie nach Schwanheim. Es war ein trauriger Sim der sich zur mitternächttgen Stunde, an den großen Schorn- leinen der Griesheimer Fabrik vorüber, den Main entlang )ewegte, am Ufer die Schwanheimer Burschen, auf dem Fluß die Leichen in zwei Booten. (K. P.) xn. Lang-Göns, 30. Juni. Nach langem Warten ommt nun endlich die Dampfwalze in unser Dorf, um die sogenannten „Schmutzbüchsen", den Mühlberg und ne Neugasse nämlich, wieder etwas in Ordnmiq zu bringen. — Immer näher rückt der Sonntag heran, an dem unser Gesangswettstreit stattfinden soll. Noch nirgends sieht man eine Halle oder dergleichen. Wenn noch schlechtes Wetter hinzukommt, dann geht es, wie es Das Iaöresfek der Landes-Universität Hießen wurde heute, Samstag morgen, in der großen Aula in der seither üblichen Weise gefeiert. Eine große Zahl geladener Gäste hatte sich zum Festakt um 11 x/4 Uhr eingefunden. Der beseitige. Rektor, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. VossiuS hielt d'.e Festrede über: „Die Augenheikunde im Mitt.eialter und ihre Entwickelung im 19. Jahrhund ert* „Anschließend an die Schrecknisse der Vlindhell, der vor- zubeugen der Zweck der Augenheilkunde ist, ging der Rektor auf eine kurze Uebersicht über die Statistik und die U rsachen der Blindheit, auf die Bedeutung speziell der Verletz Zungen des Auges ein und betonte, daß nach Magens 40 Prozent aller Erblindungen abwendbar i st, aber das ist nur möglich, falls immer richttge hygienische Maßnahmen getroffen werden und rechtzeitig ärztliche Hilfe nachgesucht wird. 'Die Aerzte müssen heute in ihrem eigenen Interesse mehr voü Augenheilkunde verstehen, und sich die Kenntnisse zu verschaffen, bieten ihnen heute die Universitäten mit gut ausgestattete n Kliniken reichlich Gelegenheit. Für die Erkennung innerer .IkTankheiten ist die Airgenheilkunde seit der Entdeckung des Augenspiegels von großer Bedeutung. Im Mittelaller lag die Augenheilkunde sehr darnieder. Die Augenkranken fielen berumziehenden Marktschreiern irnb mangelhaft ausgebildeten Okulisten in die Hände, die den Leuten ihr Geld abnahmen, ohne viel zu helfen, und auf Schaubühnen die Patienten verarbeiteten. Sie zogen von Ort zu Ort, o‘/t mit großartigem Gepränge und verordneten merkwürdige Trllnklein und Sälblein, fttr die reichhalttge Rezepte in Gebrauch tvo,:en. Carde- mon, Anis, Fenchel, Honig, Drachenblut, Krebsaugeii, gebackene Hechtzähne, gepulverte Rebhühnerherzen, Gänse, Fasanen, Rehlebern u. a. spielten eine Hauptrolle. Den Marktschreiern sehr nahe stand noch der ei .y sche Okulist John T e y l o r, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts sein Unwesen trieb. Brillen waren teils des Preises w. gen, teils weil die Leute mit Brillen mehr als Karrikaturen verlacht wurden, erst sehr spät zu Ebren gekommen. Erst im 17. Jahrhundert erwachte das richtige wissenschaftliche Verständnis für tie Brillen mit der Verwertung der optischen Entdeckungen Keplers für das Auge. Eine wissenschaftliche ophthalmologische Schule wurde zu An- ang des 19. Jahrhunderts in Wien unter Josef Georg Baer begründet. Er wurde der erste Professor der Augenheilkunde in Oesterreich; bald wurden auch an den anderen östreichischen Universitäten Lehrstüble für Augenheilkunde begründet. Es gehörte nun zum guten Ton nach Wien, Paris und London zu gehen, um Augenheilkunde zu studieren. Der wichtigste Fortschritt ist zu verzeichnen in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Entdeckung des Augenspiegels durch benf jugendlichen Albrecht v. Gräfe in Berlin. Er reformierte die Augenheilkunde von Grund aus und begründete eine neue Schule, aus der fast alle nach "1870 gegründeten ordentlichen Lehrstühle an den deutschen Hochschulen besetzt wurden, v. Gräfe konnte diesen Triumph nicht mehr erleben; er starb 1870, kaum 42 Jahre alt, an einem Lungenleiden. Seitdem hat sich die Augenheilkunde durch Gräfe's Schüler und Epigonen unaufhaltsam zu einer den anderen klinischen Schwesterdisziplinen ebenbürtigen Wissenschaft weiter entwickelt. Großes ist geleistet — es sei nur an die Bekämpfung der Kurzsichttgkeit, die Magnet- overationen, die Verbesserung der operativen Erfolge unter der Aera der Antiopsis und Asepsie mit Hilfe des Chinins erinnert. Einer kurzen Besprechung wurden zum Schluß noch die neuen Erfahrungen über den Einfluß der ultravioletten Lichtstrahlen aus das Auge unterzogen." Jrn Anschluß hieran verlas der Rektor die Chronik und verkündete die Ergebniffe der eingereichten Preisaufgaben. o EinfiirchterlichesGrubenunglückin Ruß 1 and. londoner Blätter veöffeutlichen eine Privatdepesche aus Jekiteri- noslaw die eine furchtbare Explosion schlagender Wetter in der .Älengrube zu Makejowka (Kreis Dowietz) meldet. Es sollen 450 Bergleute umgekommen sein. „Ein Minister ist ein gescheiter Mann/' Wir lesen tn den „M. N. N": J'n einer Volksschule des £etL Sck>lm"chc!ns bemühte sich kürzlich in Anwesen- W be§ ^-chulinspektors der Lehrer vergeblich, den Abc- ^chutzen zutreffende Antworten zu entlocken. Durch irgend snS6 war die Frage auf datz schwerwiegende l^ort „Mmtster gekommen; hier vcrscvgren die Insassen Ver €<5uTfhiFe — eS ycmdelke sch lürf eine fogen (mitte Sammelklasse — vollständig. /Lassen Sie mich einmal Machen", meinte der Schulrnspektor. „WaS ist ein Minister? Wer weiß es?" Die eine Antwort kantete: „Ein Minister ist eine Stadt." Die andere: „Ein Minister ist ein Berg." Die dritte: „Ein Minister ist ein Fluß." Da kam als Rettung aus dieser Wirrnis von einem vierten Biibele die Auskunft: „A Minischter isch a Ma." „Richtig, mein Sohn: ein Minister ist ein Mann. Run sage mal, wirst Du auch einmal ein Mann?" — „$a." — „Wirst Du auch einmal ein Minister?" — „Na, a Minischter isch a gescherter Ma'." — „Das genügt einstweilen vollständig", so wandte sich der Inspektor lächelnd zum Lehrer: „wenn die Buben wissen, daß der Minister ein gescheiter Mann ist." • Jugend will sich nicht warnen lassen. Ludwig Thoma richtet im SimplizissimuS dieser Woche die folgende unpolitische Warnung an die Jugend: Die Welt will Euch so schön bedünken, Weil Euch die junge Freiheit lacht; Ihr wollt in ihrem Schoß versinken. So hab ich auch einmal gedacht. Den Weg, den ihr im Jugendprangen Mit freudevollem Herzen zieht; Auch ich bin einmal ihn gegangen, Obschon ich bester ihn vermied. Die Blumen, die am Rande blühten, Ich hab nach ihnen mich gebückt, Und — davor möcht ich Euch behüten — Ich habe manche mir gepflückt. Ich könnt Erich gute Warnung geben, Jedoch ich weiß, Ihr hört mich nicht, Man kennt die Rosen wie das Leben Nur, wenn man sich an ihnen st i ch t. * Kleine Tageschronik. In Rheinzabern gossen die sieben- und elfjährigen Töchter des Maurers Kaufmann in Abwesenheit der Eltern Petroleum ins Herdfeuer. Tie Kanne explodierte. Beide Kinder starben infolge der schrecklichen Brandwunden. — In Münster i. W. st ü r z t e der N e u b a u des Provinzial-Museums ein. Drei Arbeiter wurden verschüttet. Zwei sind tödlich verletzt. — In der Nacht brach in der Kieler Oelmühle von Asmus Großfeuer aus. Der Kaiser sandte ein Detachement des Kreuzers „Berlin" sofort zur Hilfeleistung. Auch Torpedoboot-Mannschaften trafen ein, sodaß die Fabrikgebäude gerettet werden konnten. Immerhin beträgt der Schaden GO 000 Mark. Mehrere Feuerwehrleute sind verletzt. — In Wien wurde der Orientalist Professor David Heinrich Müller von einer Droschke überfahren und erlitt eine starke Wunde am Hintcrkopf. — In Watkinsville in Georgia (Nordamerika) stürmte eine Schar Maskierter das Gefängnis und führte acht Neger und einen Weißen fort, welcher der Ermordung eines alten Farmerpaares angeklagt und der Vergewaltigung einer weißen Frau beschuldigt waren. Die, Gefangenen wurden in einer Reihe aufgestellt und dann niedergeschossen. Acht von ihnen wurden getötet; einer stellte sich tot, worauf die Lyncher sich entfernten. Zlniversttäts-Kachrichten. — Das P reßw es en hat sich in Deutschland als Lehr- g e g e n st a n d auf den Hochschulen nur sehr langsam Eingang verschaffen können. Wie die „Köln. Ztg/ mitteilt, hat jetzt ihr Redakteur Dr. Brunhuber eine Berufung erhalten, um über „Das heutige Preßwesen" cm der Kölner Haudels-Hoch- chule Vorlesungen zu halten. — Das Frauen st udium an den deutschen Universitäten. An den süddeutschen Universitäten,sind in diesem Sommer 137 Frauen rechtmäßig als Studenten immatrikuliert, 49 in Heidelberg, 44 in München, 34 in Freiburg, je 4 in. Erlangen und Tübingen, 2 in Würzburg: 75 von ihnen studieren Medizin, 37 Philosophie, 20 Mathematik oder Naturwissenschaften, 2 Staatswissenschaften, endlich je 1 evangelische Theologie, Jurisprudenz und Zahnheilkunde. Außerdem sind an den sämtlichen Universitäten (außer Königsberg, für das die Angaben, noch nicht vorliegen) 1011 Frauen als Hospitantinnen eingeschrieben, und zwar 365 in Berlin, 108 in Bonn, 87 in Breslau, 72 in Leipzig, 71 in Göttingen, je 44 in Heidelberg und Straßburg, 42 in Freiburg, 39 in Jena, 30 in Halle, 27 in München, 19 in Kiel 18 in Marburg, 15 i n Gießen, 13 in Tübingen, 10 in Rostock, 6 in Würzburg und 1 in Erlangen. In Greifswald und in Münster sind keine Frauen eingeschrieben. Insgesamt studieren also zurzeit 1138 Frauen an den deutschen Universitäten. Ueber Vergebung von Bauarbeiten. Die äußeren Anstreicherarbeiteu verschiedener Gebäude der neuen Kliniken und der psychiatrischen Klinik (4 Lose), sowie die Pflaster- und Chaussierungsarbeiten im Gebiet der psychiatrischen Klinik werden hiermit unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen können in unserem Amtslokal eingesehen, Angebotsformalien dorther gegen Selbstkostenpreis bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin Montag, den 10. Juli, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 30. Juni 1905. B1/? Großherzogliches Hochbauamt. __________________I. V.: Heyer. _________________ Alsfeld (Station her Prch.-Scss. Wnbch). Am 31. Juli findet der 4Mük-il.MeilimkI.S--: in Verbindung mit dem HW Prämiemrmrkt auf den städtischen Markt-Anlagen (Lindenplatz) statt. Für diesen Markt stnd für die besten Pferde und Fohlen hessischer sowie nichthessischcr Züchter und Händler Prämien im Betrage von Mk. 1400 vorgesehen: diese Prämiierung beginnt morgens 8 Uhr. Es können nur fehlerfreie Tiere prämiiert werden. Importierte Fohlen rangieren bei den Fohlen ihrer Altersklasten. Kreuzungsprodukte sind von jeder Prämie ausgeschlossen. Deck-, Geburts- bezw. Körscheine sind vorzuzeigen. Anmeldungen zu diesem Markt sind an die Geschäftsstelle des Hessischen Landes-Pferdezucht-Bereins in Darmstadt, Neckar- praße 10, bis zum 26. Juli, ebenso Wünsche und Anfragen, insbesondere wegen Stallungen, sind an das Markt-Komitee in Alsfeld bis zum gleichen Termin zu richten. Gleichzeitig findet eine Verlosung -WE von Fohlen, Zuchttieren, Maschinen rc. statt. Lose ä, 1/i Mark find zu haben bei der Lottcrie-Generalagentur Georg Kurtz jr. iu Alsfeld. Wiedervcrkäufer erhalten Rabatt. DV7 Zum Besuche dieses Marktes wird freundlichst eingcladen; alle Pferde« Züchter und -Verkäufer werden gebeten, den Markt zahlreich zu beschicken. Alsfeld, im Juli 1905. Der Stadtvorstand Alsfeld. die näheren Fachstudien der als Hospitantinnen eingeschriebenen Frauen fehlen leider fast überall nähere Angaben. Handel und Mrkehr. Volkswirtschaft. Zollchikanen. Zu den Spezialmiten einiger Länder gehören auch die Zoll-Chikanen. Groß ist darin von jeher Italien gewesen und es leistet darin trotz aller Proteste auch jetzt noch erkleckliches. Dann sind die russischen Zollmanöver auch über jeden Zweifel erhaben, was ihre Knifflichkeit anbelangt und was die Vereinigten Staaten in dieser Beziehung fertig bringen, auch harmlosen Reisenden gegenüber, mögen diese auch noch so gut accrediert sein, das überbietet selbst der Türkei Zollherrschaft. Geklagt über da? Zollwesen der Vereinigten Staaten wird immer. So ist auch der Deutschen Exportgärtnerisches Produkt nach Amerika von Jahr zu Jahr immer mehr zurückgegangen, wogegen der Import aus Amerika durch die schrankenlose freie Einfuhr und das jederzeit entgegenkommende Verhalten der Seeschiffahrt bedeutend gestiegen ist. Der Export nach Amerika kann nur gehoben werden, wenn der amerikanische Zoll auf ein Minimum zurückgesetzt wird. Reichsbank. Am 12. Juli wird in Schmölln S.-A. eine von der Reichsbankstelle in Gera abhängige Reichsbank- nebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. ____________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ich halte e? für meine Pflicht, Ihnen die mir soeben zugegangene Anzeige aus Ems den 27. Juni zu übermitteln, welche lautet: »EmS, den 27. Juni. Der Arzt Dr. Feiber in Holzappel, der vor neun Wochen mit sieben anderen Personen von einem tollwütigen Hunde gebissen und vor mehreren Wochen aus dem B e r l i n e r I n st i t u t e für Infektionskrankheiten zrr rückgekehrt war, ist unter Symptomen von Tollwut heute plötzlich g e st o r b e n." Ich bemerke dabei, daß die Dr. med. Lntaud (Paris), Boucher (Jssy sur Seine) und Feliee Costa Neapel) schon eine große Anzahl von Fällen veröffentlicht haben, in welchen diejenigen Personen, welche sich, nachdem sie von angeblich wütenden Hunden gebissen worden, auf Pasteur-Instituten behandeln ließen, an „Toll- w u t" zu Grunde gingen, während andere, von denselben Hunden gebissenen Personen, welche sich ihre Bißwunden in naturgemäßer Weise mit mildkühlem Wasser behandeln ließen, baldigst und völligst gesundeten. Vorsicht halber empsiehlt es sich, nach dem Biß vier bis fünf Dampfbäder in ebenso viel aufeinanderfolgenden Tagen zu nehmen. Nach Dr. Lntaud sind diese selbst nach ausgebrochener Krankheit ein sicheres Heilmittel. Gießen, den 30. Juni 1905. Spohr, Oberst a. D. Temperatur der Lahn und der Luft am 1. Juli 1905. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 20°, Luft 21° N. M ü l le r'fche Bade- und Schwimmanstalt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 2. Juli 1905: Meist trüb, vielfach Gewitter mit Regenfällen, etwas kühler. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Ariginat-Draljtmkiüungcn. Köln, 1. Juli. Auf freiem Felde wurde an einem fünfjährigen Kinde ein Lustmord verübt. Das Kind wurde nut zerschmettertem Schädel ausgefunden. Die im Felde beschäftigten Arbeiter bemerkten den fliehenden Unhold und setzten ihm nach. Man konnte aber seiner trotz der von der Kriminalpolizei sofort aufgenommenen Verfolgung noch nicht habhaft werden. Hamm i. W., 1. Juli. Bei Löchter wurde der Versuch gemacht, einen Personenzug durch Ueberlegen einer eisernen Schwelle zur E n t g l e i s u n g zu bringen. Aus den Bahnwärter, der die Tat rechtzeitig entdeckte, wurden Revolv er sch üsse abgegeben. Die Täter entkamen. Beuthen (Oberschl.), 1. Juli. Der bei dem Grafen Tiele- Winkler eingestellte Förster Waloschek schoß auf zwei Berg- l e u t e, die ihn angriffen. Einer wurde getötet, der andere verletzt. Mannheim, 1. Juli. Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute den -schreiner Georg Becker aus Heidelberg, Einladung zu der Samstag, den 8. Juli l. I., abends 8’/2 Nhr, im Saale der Herberge zur Heimat dahier stattfindenden Generalversammlung. Tagesordnung. 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der Bilanz und Jahresrechnung pro 1904 und Beschlußfassung über Verteilung des Reingewinns; im Anschluß hieran: Erstattung des Rechenschaftsberichts. 3. Wahl von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgtiedern. Die Rechnung pro 1904 liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen, Johannesstraße 5, offen. Gießen, den 30. Juni 1905. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Baugenossenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Gießen, eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. L. Heyligenstaedt. DV7 Gießener Turnerschaft. Wir ersuchen unsere verehr!. Mitglieder, an dem heute abend in der Turnhalle des Turnvereins stattsindenden Fest- Kommers zur Feier des 20jährigen Bestehens des Gießener Radfahrer-Vereins 1885 zahreich teilzunehmen. v1/? Der Ausschuß der Siebener Tnrnerfchaft. Fr. Helm. ff I Heinrich Total-Ausverkauf in Schuhwaren' wegen Geschäftsaufgabe. / Da ich die Preise seither schon bedeutend herabgesetzt hatte,! gewähre von heute noch / 20 Prozent Rabatt. Rur solide Waren von bestem Material. welcher am 4. März d. I. da§ Dienstmädchen Susarvm^ Senges etnt'orbet hatte, znm Tode. Waldenburg, 1. Juli. 9.Uf der Chaussee bei Altwasser« wurde der Schlaffer Wocichowskh von einem Automobiv überfahren und sofort getötet. Stockholm, 30. Juni. Die Zeitung „Vort Land^ erklärt,-! sie könne den Hauptinhalt der von der Negierung dem UntmtSV ausschnß vorgelegten Bedingungen mitteilen. Nur zwei von den aufgestellten Bedingungen seien von Bedeutung, nämlich 'erstens die Schaffung einer neutralen Zone an der Grenze, zweitens, daß eine Garantie gegeben werden solle, daß Norwegen! bei dem Erzttansport über Narvik keinen Exportzoll erhebe^ Das Svenska-Telegramm-Bvran erfährt von zuverlässiger Seite, daß die Mitteilung mit Mißtrauen ausgenommen werden müsse,, da sich dieselbe ohne Zweifel ouf bloße Gerüchte gründe. j Paris, 1. Juli. Der „Petit Parffien" meldet aus Petersburg: Die Zahl der Opfer in Odessa beläuft sich auf 2000 Darunter wurden 50 Soldaten getötetund5Offiziere und 600 Mann verwundet. • Paris, 1. Juli. Aus Clermont Ferrand wird gemeldet, während eines Ausfluges mit einem Automobil, das dev Familie Rothschild gehörte, schlug der Wagen bei einer scharfe« Kürve um. Von den vier Insassen wurden zwei, ein Arzt und seine Frau auf der Stelle getötet, die beiden anderen schwer verletzt. Der Wagen fuhr mit einer Geschwindigkeit von 7Q Kilometern. Budapest, 1. Juli. Der Feldarbeiter-Ausstatrdi fft noch nicht beigelegt. Nur im Dombrowarer Bezirk haben die Schnitter die Arbeit wieder ausgenommen. In anderen Teilen des Komitats kam es zu blutigen Zusammenstößen mit Gendarmen. Viele Schnitter wurden verwundet und verhaftet. In Kessi Pußta bedrohten Feldarbeiter die Gendarmen. Diese gaben Feuer und töteten zwei Arbeiter. 17 wurden verletzt. Da die einzelnen Prißten weit von einander liegen, sind authentische Nachrichten schwer erhältlich. Petersburg, 1. Juli. Aus hohen Beamtenkreisen tommt die Mitteilung, in Libau hätten die meuternden Kriegsschiff e die Stadt beschossen. Warschau, 1. Juli. Auf einer Brücke der Warschau-) Wiener Bahn wurde von streikenden Sosnowieer Arbeitern ein Dynamit-Attentat versucht. Der Anschlag mißlang, die' Brücke wurde nur schwach beschädigt. Der Wiener Kurierzug hatte zwei Stunden Verspätung. In Lodz erhielten viele Ver-, hafteten den Befehl, heute die Stadt zu verlassen. Ein Arbeit«/ wurde neuerdings niedergeschossen. K a l i s ch , 1. Juli. In Schadeck wurden bei einer Bauern- Hochzeit 34 Personen durch denaturierten Alkohol vergiftet. Drei sind gestorben, die übrigen liegen hoffnungslos darnieder. Kursk, 1. Juli. Auf dem hiesigen Bahnhof befahl gestern abend ein Offizier, der sich 'm einem aus Kiew eingetrofsewen Zug befand, die Festnahme eines betrunkenen Soldaten. Als der! Soldat darauf dem Offizier unverschämte Antworten gab, zog dieser den Säbel und stieß denSoldatennieder. Die Volksmenge, die sich während dieses Vorfalles angesammelt, hatte, stürzte sich auf den Offizier, dem eS gelang, in feinen1 Wagen zu flüchten. Dieser wurde mit Steinen bombardiert,/ während der Offizier mehrere Revolverschüsse abgab. Nur mit großer Mühe gelang es, seine Familie auS dem Wagen zu retten. Die Menge begoß den Wagen mit Petroleum und legte Feuer an.. Der Offizier kam in den Flammen um. Der Gouverneur und der Kvmmandant der Garnison eilten sofort herbei. Eine Dragonerschwadron zerstreute die Menge. Od - ssa, 30. Juni. Bei der Beerdigung des getötetem Matrosen Omeltschuk, die durch ungefähr zehn Kvme-' raden erfolgte, fanden politische Kundg ebun gen statt. Bei der Rückkehr von der Beerdigung wurden die Matrosen vev-- haftet. Das Panzerschiff „Fürst Potemkin" feuerte darauf »weif blinde Schüsse ab, dann einen scharfen Schuß, der beim Ank-' schlagen abprallend, ein Privatgebäude traf und darin Verwüst-: ungen anrichtete. Daraufhin wurden die Matrosen wieder freigelassen. Die Zugänge zum Hafen sind durch Truppen abge-j sperrt. Die Feuersbrunst im Hafen ist erloschen; einige Küsten-' fahrzeuge sind teilweise verbrannt, die ausländischen Schiff sind unversehrt. Das Zollamt ist geschlossen und der Hafen-' verkehr eingestellt. Das Geschäftsleben in der Stabt ist volle, ständig gestört. i> Newyork, 30. Juni. John D. Rockefell er stellte t>rt/ Unterrichtsverwaltung 10 Millionen Dollar, zahlbar am 1. Oft.', 1905, zur Förderung des höheren Unterrichts in den Vereinigten! Staaten zur Verfügung. Newbury (Newhampshire), 1'. Juli. Staatssekretär Hay, fft heute nacht 12.25 Uhr grstorben. (Der am«ikanische Staatsmann weilte bekanntlich vor kurzem noch zur Kur üti1 Nauheim. D. Red.) j 20 Nur Löwengasse 20. 04373 Zimmer-Türen, Futter, Bekleidungen, Kehlleisten Fussbodentafeln etc. Emil Funcke Zimmertüren-Fabrik. Lager: Frankfurt a.M., Niedenau 15. es“/1 $ Lieferant zahlreicher Behörden. Preisgekrönt auf allen beschickten Ausstellungen. 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Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzu» reichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 1. Juli 1905. Städtisches Hochbauamt. Gerbet B1/, Versteigerung. Montag, den 3. dS. MtS., rmchmittags 2*/2 Uhr, sollen dahier Walltor st raße 6 (Darmstädter Haus) Zwei Pferde, ein Break, eine Kuh, mehrere Fahrräder, ein Klavier, 3 Mille Zigarren, eine Ladentheke, 80 Fl. Kognak, 100 Fl. Südwein, eine Partie Schuhwaren, eine Hobelbank, HauS- und Küchengeräte u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 8521 Gießen, den 1. Juli 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Montag, den 3. ds. Mts., vormittag- 11 Uhr, sollen dahier 6 Stämme Werkholz, sowie ver- schiedenes Andere zwangsweise gegen bar versteigert werden. Zusammenkunft der Steigliebhaber auf meinem Büreau 8520 Gießen, den 1. Juli 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. lebende Aale, ! Krebse, Backfisebe zu verkaufen Gonncnstraßc 30. 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