154* Jahrgang Nr. 204 Erstes Blatt Mittwoch 81. August 1904 Orlchetul täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener ZamUien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrÜhl'schen Univeri«-Buch-u. Steindruckerei. ÖL Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Echulstratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. bl. Giehener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ..I I I .LL- in.JIILHIIII11 li 111lllII11 1 veLNgSprei»: monatlich 76 PL, viertel- iäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— uiertel- jährL auSschL Bestellg. Annahme von Anzeiger für die TageSnummer vis vormittag- 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 PL, auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den poliL und allgem. Teil: P. Wtttko; für »Stadt und Land* und -GerichtSiaal*: August Goetz; mr den Anzeigenteil: HanS Beck. Aie heutige Yummer umfaßt 10 Sciten- Sultan HLurad f. Der frühere Sultan Murad ist au der Zuckerkrankheit, an der er seit längerer Zeit litt, ant 29. d. Mts. gestorben. Der ältere Politi^r wird burdj diese Nachricht in das blutbefleckte Frühjahr 1876 zirrückgeführt, in beut' die Türkei drei gewaltige Umwälzungen erlebte: die Ermordung des Sultans Abdul Asis; die Thronbesteigung und die Absetzung des Sultans Murad; die Thronbesteigung des Sultans Abdul Hamid. Während Abdul Asis das gewesen tont, was man tu Europa einen fltlttiirTen nennt, d. h. ein beschränkter, fanatischer Muselmann, wat sein Nachfolger Murad, der am 30. Mai 1876 im Miet von 36 Jahren den Thron bestieg, ein vielseitig gebildeter, interessanter, lebhafter, cmftze- klärter Jungtürke. Abdul Asis, der int Grunde ein gutmütiger Mensch gewesen war, bis er durch Ausschweifungen aller Art in den halb wahnsinnigen .Zustand geriet, der schließlich seine Absetzung yerbeiführbe, hatte den kaiserlichen Prinzen, die nach der herrschenden Sitte in enaem Gewahrsam (dem „Kasseß", Prinzenkäfig) gehalten wurden, verhältnismäßig viel Freiheit gestattet. So hatte Murad Unterricht in Wissenschaften und Künsten genommen, mit vielen Europäern verkehrt und sich einen weiteren Wissens- Horizont angeeignet, als wohl irgend ein anderer Prinz des Hauses Osman vor kihm. Er hielt such! nur eine Frau, eine levcmtinische Französin, und soll Mitglied einer griechischen Freimaurerloge gewesen sein. Mit unsäglichem Jubel wurde dem jungen schönen Sultan gehuldigt, von feiten der Armee auf dem weiten Platze vor dem Äiegsministerium, von feiten der Bevölkerung in den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen, als er zum ersten Male nach der Agia Sophia ritt, um das große Selamlik abzuhalten. Der Jubel des Volkes nahm die Gestalt fast überschwänglicher Huldigungen an, als Sultan Murad die begeisterten Zurufe der Menge durch Kopfnicken erwiderte. Die Etikette erlaubt nämlich eigentlich nicht, daß der Sultan irgend ein Zeichen des Grußes oder Dankes mache. Abdul Asis hatte diese Ettkette stets befolgt. Vor ihm ritt ein Kammerherr, der einen Turban mit einer Brillantagraffe auf und nieder neigte; das war der Gruß des Sultans. Murad aber grüßte selbst, darin sah Man eine gute Vorbedeutung für die Zukunft, auch in politischer Beziehung. Der junge Sultan geriet bald in eine schwierige Lage. Er war bereit, dem Lande eine Verfassung zu geben und Reformen im weitesten Sinne zu verfügen, er wollte mit einem Worte aus der Türkei einen modernen europäischen Staat machen. Aber im Ministerium stand nur Midhat Pascha auf seiner Seite, alle übrigen verlangten die Aufrechterhaltung des Status quo. Nun folgten ein paar Wochen, deren Geheimnis wohl niemals aufgedeckt werden wird. Offiziell wird behauptet, Sultan Murad habe übermäßig getrunken und schließlich das Delirium ttemens bekommen; andere behaupten, infolge der Kämpfe um die Reformen mit dem Ministerium, welche unmittelbar der Auflegung folgten, in welche die Ermordung seines Oheims Abdick Asis den jungen Sultan versetzt hatte, sei Murad nervenschwach und schließlich ein Opfer des Verfolgungswahns geworden; noch andere behaupten, die alttürkischen Großwürdenträger hätten dem Sultan ein schleichendes Gift beigebracht. Wo die Wahrheit liegt, wird wohl niemals festgestellt werden. Prof. Leidesdorf aus Wien ward nach Konstantinopel entboten, weilte längere Zeit im Palast und peiste wieder ab, ohne daß jemand erfahren hätte, was er gefunden und angeordnet. In weiteren Kreisen verlautete nur von erbitterten Kämpfen im Palais, welche um die Person des Sultans geführt werden sollten. Seine Mutter und seine Frau erklärten ihn für ganz gesund, die Minister für krank Als zu Anfang August der Scheich ul Islam häufig auf dem Wege von seinem Konak bis zum kaiserlichen Palast gesehen wurde, verbreitete sich auch allmählich das Gerücht, der Sultan solle abgeseht werden. Als am 31. August 1876 der Scheich ul Islam .Hasian Hairullah Mendiderim Mai desselben Jahres schon den Sultan Llbdul Asis abge- jetzt hatte, auch Murad des Thrones verlustig erklärte, da blieb alles ruhig. Mdul Hamid, Murads jtiugerer Bruder, bestieg den Thron, auf dem im Laufe von kaum vier Monaten drei Sultane gesessen hatten. Wo Murad geblieben ist, läßt sich mit voller Bestimmtheit nicht sagen. Die einen behaupteten schon vor Jahren, er fei längst tot; die anderen sagten, er sei völlig wahnsinnig und werde im Palais Tscheraghan in Zellenhaft gehalten: wieder andere wollten ganz bestimmt wissen, er fei' gesund und lebe int Palais Tscheragban mit seiner Frau ein glückliches Familienleben. Er studiere, lese Zeitungen, sei gcrntz wohl und habe keine Wunsche nach einer Veränderung eines Zustandes. Welche Lesart wohl die richttge gewesen sein Mag? Jetzt ist er eines natürlichen Todes verblichen, der Sultan „ohne Glück und Stern", der einst daS Osmanen- rcich reformieren und zu einem modernen Rechtsstaat umgestalten wollte. Vierundsechzig Jahre ist er alt geworden, aber' die lebten achtuudzwanzig Jahre seines Daseins war er eigentlich bet lebendigem Leibe schon tot. Denn er war im vollsten Sinne des Wortes verschollen, und außer der Handvoll Wissender am SultanöHofe hatte kein lebender Mensch cim fllhnnng davon, unter welchen Bedingungen der ehemalige Herrscher lebte oder vegetierte. Ier Krieg zwischen Japan und Außland. Die Schlacht bei Liaujang. Petersburg, 30. Aug. Ein Telegramm des' Generalleutnants Ssacharow an den Generalstab von heute meldet: In der Nacht auf den 30. August stellten die Japaner gegen alle unsere Stellungen zahlreiche Artillerie auf und begannen die vordersten Stellungen bei Liaujang anzugreifen. Seit fünf Uhr flüh ist ein ä u ß e r st h e f i g e r Artilleriekampf im Gange. Bis neun Uhr morgens war festgestellt, daß die Hauptanstrengungen der Japaner auf das Zenttum unserer Stellungen gerichtet sind. Die Verluste durch Shrapnellfeuer sind bei ‘einigen Truppenteilen recht bedeutend. Gegenwärtig, um neun Uhr morgens, befinden sich die Japaner in unmittelbarer Nähe unserer Vorhut. Petersbur g, 30. Aug. Wie Generalleutnant Ssacharow dem Generalstabe unter dem gestrigen Datum meldet, eröffnete der Gegner am Nachmittag des 29. August von den Höben im Süden von Wänbatai, 12 Werst südöstlich von Liaujang, eine heftige Kanonade auf die russische Stellung. Das Feuer dauerte bis 7 Uhr abends. Auf dem rechten Flügel der Südabteilung der russischen Armee war eine russische Kavallerieabteilung tätig, die am 28. August den Vormarsch einer feindlichen Kolonne aufhielt, die den russischen rechten Flügel umgehen wollte. Die Kavallerieabteilung mußte in sehr schwierigem Gelände kämpfen. — Am 29. August tourbett ausgedehnte Biwaks der Japaner im Tale des Tschaho bei Sidantta westlich von Der Eisenbahn bemerkt. Ferner wurde festgestellt, daß feindliche Kvlonnen aus dem Tal des Tschaho nordwärts nach Banmatum hin, westlich von der Eisenbahnlinie vorrückten. — In den letzten Tagen ^ftreute eine halbe Sotnie des Regiments Taghestan auf dem Wege zwischen Bensihe und den Gruben von Jantai eine 150 Mann- starke Bande gutbewaffneter Ehungusen. Der Banden- Ährer und 47 Mann sielen, vier Mann wurden gefangen genommen. Die Ruhe in diesem unruhigen Gebiet ist damit wieder hergestellt. Petersburg, 30. Aug. Die „Rufs. Tel.-Ag." meldet aus Mnkden von heute: Nach Gerüchten wogte bei Liaujang ein hartnäckiger Kampf seit frühem Morgen. Alle Angriffe des Feindes gegen unsere Flanke wurden abgeschlagen. Es heißt, die Japaner hätten mehr als zehn Kanonen verloren. Einzelheiten flhlen. Paris, 30. Aug. Die russischen Verluste in den Gefechten am Freitag, Samstag und Sonntag um Liaujang werden auf 3150 Mann angegeben. Petersburg, 30. .Aug. Eine Depesche aus Liaujang von heute vormittag 10 Uhr lautet: Tie Japaner eröffneten beute früh das ÄrtiUeriefeuer, wobei die Avantposten auf der ganzen Frontlinie von Liaujang vorgeschoben wurden. Am heftigsten war das Feuer im Südosten. Um 9 Uhr dauerte das ununterbrochene freuet der springenden Chrapnels fort. Jetzt ist es etwas ruhiger. Feuer und Rauch der springenden Granaten sind deutlich von Liaujang aus zu sehen. Tie Japaner beschossen die russischen Positionen, .indem sie ihr Feuer auf eine bestimmte Fläche kon- zentrietten, dann die nächstliegende Fläche beschossen usw. .Zuweilen sprangen 16 Shrapnelv gleichzeitig auf einen Ort. Tie russischen Verluste durch die Shrapnels such bis jetzt nur unbedeutend. Pott Atthur. Liaujang, 30. Aug. Hier wird steif und fest versichert, daß Pott Atthur nur noch von den Japanern eingeschlossen, aber nicht mehr helagett werde. ' London, 30. Äug. Tem „Standard" wird aus Tientsin gemeldet: Tie Japaner haben einen 1200 Meter von 6er Neustadt v on Port Arthur gelegenen Punkt besetzt sie befinden sich nur noch eine Meile vom östlichen Hafenbassin entfernt. Tschifu. 30. Aug. russischen Behörden in Port Arthur haben eine Anzahl Chinesen zum Transpott der Leichen engagiert. Dreißig erbeutete Wagen dienen zur Fortschaffung der im Kampfe bei Pahsilmang gefallenen Japaner. — Aus Tokio wird gemeldet, daß der Fall Pott Arthurs in Japan für den 20. August ermattet wurde. Vor Port Arthur stehen vier japanische Divisionen. Wie verlautet, haben die japanischen Verluste am 20. August 10 000 Mann betragen. Ter Augttff erfolgte von drei Seiten. Ter Fall der Festung ist vor Ende September unwahrscheinlich. Verluste. Tokio, 30. Aug. Die iapanischen Verluste bei Anving toruoen imgcfitfa 2000 51? ann an Toten und Bor- wundeten. Die Verluste der Russen sind fl1 . ' n 1 sehr groß. Die Javaner erbeuteten bei .lnping und bei Anschantschan i e acht Kanonen. , . Mukdcn, 30. Ang. Nack, riiMckm ^Mbrnmcn l'"b brat Kampfe vom 26. i>. M. 800 Mann getütet wordcm Dtefewen s-vörten »nmeist dem sibinsckxn JSgerirgtment, sowae der 9. und 35. Division an. Desarmieruug und Reparierung. Svangpai. 30. Ana. lM-mter.) Tie D^nmtiening in-r 'S &SÄ Ä*:. fti’StSÄ « M *r ™ —- treffen täglich neue Trnpven em. Dom baltischen Geschwader. vn 30 Ang Auf eine Auflage, die die ~ sirLLfitr''' 'infolge im Auslande verbreiteter Oie- ■ Gerückte Üker eine 0 > plosion auf dem Panzerschiff sind vollständig erfunden. Neutrale Dampfer. •err. -An 4 .30 Aua Wie berichtet wird, ist der eng- lisch?T-mps-r.Talgava" nebst seiner au8 MM und Gold bestehenden Ladung von den Russen konfisziert. worden. Ter deutsche Dampfer „Thea" ist mit feiner Ladung in den Grund gebohrt worden, ohne daß seiitensi der Russen der Versuch gemacht worden wäre, ihm zu beschlagnahmen. Folgen des Krieges. Moskau ,30. Aug. Tie allgemeine geschäftliche Krisis nt* folge des Krieges hält an. sämtliche großen Fabriken sind geschlossen. Während der letzten Woche haben allein 13 7 Firmen falliert. Wiederaufleben der Boxerbewegung in China. Schanghai, 30. Aug. (Reuter.) Das Wiederaufleben der Boxerbewegung wird auf Taming-Fu in der Provinz Petschili gemeldet. Als einige amerikanische Missionare in Taming-Fu erfuhren, daß Boxer an einem Orte, namens Tsaiyun sie zu ermorden beabsichttgten, bemühten sie sich, an den amerikanischen Gesandten in Peking zu telegraphieren. Die Lokalbehörden verweigerten es, das- Telegramm abzuschicken, aber ein befreundeter Engländer in Hon an übernahm die Beförderung der Meldung. Ter Vizekönig Fuanschikcri gab sofort die nötigen Befehle fü^ den Schuh der Missionare, aber in Anbettacht der Untätig- fett der Hauptbehörden und der Hoffnungslosigkeit, ihtt Werk fortzusehen, verließen die Missionare Taming-Fu und kamen auch alle sicher fort. Ein Konzert zu Gunsten der russischen Verwundeten. Baden-Baden, 30. Aug. Am Sonntag sand unter dem Protektorat der Prinzessin Wilhelm von Baden ein Konzert zum Besten verwundeter und frontet russischer Soldaten unter gütiger Mitwirkung des bekannten russischen Hofopern- sängers Herrn Davydorff, ferner der Frau Baronin v. Heeckesten und des Herrn v. Hattong statt. Das durchgängig russpche Programm tvurbe von dem gefüllten Saale mit lebhaftem Beifall ausgenommen. . Volitische Tagesschau. Irr Kufstand in Peuisch-SüdWekasrika. Die letzten Verluste in Sudwestasrika. \ Tie amtliche Verlustliste aus den mehrtägigen Kämpfen am Waterberg war bisher mir zum Teil ausgestellt und nach der Heimat übermittelt worden. ,Von den Abteilungen Estorfs und Heyde, hie in jenen Gefechten stark engagiert waren, standen die Verlustangaben noch aus. Jetzt sind sie endlich eingetroffen. Wir lassen sie nachstehend folgen: Es fielen im Gefecht bei Waterberg am 11. August: Leutnant Otto Seebeck aus Berlin vom 138. Regiment; Oberleul- uant v. Leckow; Feldwebel Robett Jendis aus Schweinitz i. Schief.;. Gefreiter Robert Wolf aüs Frankenberg i. Schl.; Reiter Karl Schlegel aus Gleiwitz: Reiter Gottlieb Waclawzvk Regt. 13 aus Bottrop; Gefleiter Eduard Rudolph aus^ Hagen. Schwer verwundet: Leutnant Hermann Runkel aus Einbeck, fliegt 152, Knochenschuß in den linken Unterschenkel; Gefleiter Ludwig Grzegorz, Tragonerregt. 8, Unteroffizier Hrch. Reese aus Hannover Reiter Otto Piek aus Harbiirg, Unteroffizier flNax Kunzig aus Insterburg. , _ Leicht verwundet: Major Osterhaus, Unterommer Herrn. Schönemann aus Bitterfeld, Gefleiter Stanislaus Goulnik aus Kolmar i Br., Gefleiter Emil Velde aus Alt-Delz, Kreis Kos- lin), Reiter Robett Nowak aus Kalau, KreiZ Meserrtz, Retter Wilhelm Reddig aus Güldenboden, Reiter Adolf T'chmann aus Zabem im Elsaß Reiter Heinttck Wilke auS Consrade, Reiter Karl Grube aus Lützen. Gefreiter Artur Würtemberger auS Ca,iel. Regt. 31, Gefreiter Willv Klett aus Bromberg, Gctretter Max Messerschmidt aus Gottsck'dorf, Reiter Paul Würker aus Mma bei Altenberg, Gefleiter Karl Schröter aus Kothen-Anhalt, Vermißt: Gefleiter Kcirl Hummel aus Nobitz, Kr. Leipzig, Reiter Friedttch Köhler au« Goßlar a. H. . r _ Ferner sind einer amtlichen Mitteilung zmolge tut Gefecht bei Omcttuga am 15. August gefallen: Gett-'üer Emst An- sorae früher Regt. 47. Schwer verwundet Gefleiter ^mnnanb Weber,' früher 3. Husar., Hüstschuß; Miter Alois Komps, srüher 16 Dragoner Sckmß rechten Arm. Die Wunde des Hermann Meummamt/ früher Regt. 148. ist bereits geheilt; Scheun^ mann nm leicht verwundet. - Am Ty vhnS gestorben ist Unteroffitter Hermann Gustav Helrnnch, geboren in Goldberg, von der Signalabteilung, am 26. August. _ f Die Leiche des Leutnants Grafen v. Arnim vom Regiment der Gardedukorps, der, wie wir meldeten, im Kampfe^ aeaen die Herero gefallen ist, wird von Deutsch-Südwcstaflik^ nach dem gräflichen Stammstlstoß Muskau, O.-L. gebracht, um in der dortigen Familiengruft*beigcsetzt zu werden. H ambu rg, 30. Ang. .Mit dem Dampfer „Mxandra Wver- mann" ginn beute nachmittag ein Tttippenttmispott in stärke von 150 Mann nach Dentsch-Südweftafrika ab. Die Betriebsgesellschaft Bad Orb hat dem Kriegsminister v. Einem angeboten, den aus Südwestafrika zurück-^ kehrenden Soldaten in Bad Orb freie Kur und Bäder zu gewähren. ____ . Zur Pernerstorfer-Affaire. Nebst den sozialdemokratischen Blättern war die demokratische Presse Frankfurts ganz ailßerm Häuschen, als ihr das Offenbacher Verbot zu Ohren kam. Es wurde da reckt nnmderlichrs Zeiig zusammengefaselt und alle Tage wurde einem ailderen die „Sckmld"' an dem Verbote nackgesagt. Die ,,Offtmb. Ztg." giesst folgenden Spotteiiner über die Frankfurter Blätter ans: „Erst sollte der Großherzog an dem Polizeiverbot säuttd sem, jetzt ist's dir Regierung mtb oie Polizei. Wir wvllen den unschlüssigen Herrschaften ix'inen Wein cinscheukeu. an der ganzen (^schichte iwr ein ri> ssiscker E miss ä r , der c i g en« vom Zaren n a di Hessen g e s ck i ck t werden nmr. r wundern uns, daß die sonst so findige Nachbart^rene bet ben nahen Beziehungen zwisstvii dem Darmstädter unb berrt Petere bürg er Hof nickt gleid) auf diesen Gedanken kam. ^I.wu eimge Tage vor den ttagisd^en Errignissen kam in einem am Wunen Lokallmhnhos ttrlrgcnfu Hotel via Königsberg, Berltu, tVrvil bemerkt Am nackltru Morgen i*eiue her Fremdlin uack Darmstadt nreiter, und bet Wirt vermißte, zwei Stearins, rum, die der unerfahrene fliusse jedtmsalls für Talg- ckidster gebniten hatte. L« KerMl wurden auf Reklamation bH ein Verl von Professor W. Hahn, einen überaus ermordeten, die Häuser plünderten und einäscherten. Tie Spostolo. Die ^rotekalionskirche ju Speier. er die U r h e be t auch freute bu Ausgabe des Protestantismus fei Er üker- ments Minsk, welche sich der Wehrpflicht hat, allein 2 7 00 000 Rubel an Strafen worden. verdienter Bürgermeister B uttron cm einem schweren Maaen* leiden, dem sich in letzter Zeit ein Herzleiden zugesellt hatte Unsere Stadt verliert in dem Verstorbenen einen ihrer bester recht zu. •• Das gestrige Konzert der Kapellen de§ 116. und 168. Infanterie-Regiments im Garten des Reuen SaalbaueS war bei dem sehr günstigen Wetter äußerst zahlreich besticht. DaS Programm bot so außerordentlich viel Schönes, daß der Beifall zu häufigen Zugaben veranlaßte. Die bekannte Saro'sche Cchlachtenmusik vollzog sich mit schallendem Kanonendonner, und dröhnender Applaus folgte. Söhne. g. Stockheim, 30. Aug. Der Bau der Nebenbahn Stockheim —Vilbel schreitet rüstig vorwärts. Die Verlegung der Gleise gebt ihrem Ende entgegen. In Kürze findet ein VorprüsungStermin auf der gesamten Strecke seitens der Königl. Eisenbahndirektion und der Hess. LandeSpolizei- '* Eine große Menschenansammlung entstand gestern abend gegen 8 Uhr an dem Bürgermeistereigebäude dadurch, daß eine schwer mit langen Baumstämmen beladene Fuhre durch zu kurzes Einbiegen in die Gartenstraße die Ecklaterne zertrümmerte. Den Kutscher scheint eine Schuld nicht zu treffen, vielmehr waren offenbar die Stämme unvernünftig ausgeladen worden. Viele Umstehende hinderten durch ihre Rahe den Fuhrmann aus seinen Röten zu kommen. Schutzleute waren nicht zur Stelle. • Obstpreise. Der Bericht der Frankfurter Zen» tral stelle für Obstverwertung über die Zeit vom 21. bis 27. August besagt: Daß Geschäft ist schon seit einigen Wochen recht lebhaft. Mostäpfel und Zwetschen werden in großen Mengen angeboten und nachgcsragt. Die Abschlüße erstrecken sich noch hauptsächlich auf Steinobst, Frühäpfel und Birnen. Die Durchschnittspreise betrugen: Mirabellen 12—14 Mk., Reineclauden 10 Mk., Pfirsiche 18—20 Mk., Preißclbeeren 25 Mk., Frühäpfel 8—12 Mk., Frühbirnen 8—12 Mk., L, U. Se. K. H. der Großherzog haben mittels Allerhöchster Entschließung zu bestimmen geruht, daß der Vorstand der Universitätsbibliothek den Amtstitel »Direktor der Groß herzoglichen Universitätsbibliothek", der zweite Beamte den AmtStitcl »Oberbibliothekar bei Großherzoglicher UniverjitätSbibl othck", die übrigen fest angestellten Beamten den Amtstitel „Bibliothekar bei Grobherzoglicher UniversitätSbiblio thek" und die bisherigen Affistenten den Amtstitel »Hilfs Aus Stadt und Sand. Gießen, den 31. August 1904. rehnung der Hibernia-Verstaatlichung filt ein SyadikatSgesetz ein, das der Regierung im Interesse des Gemeinwohles und soweit die Sicherung deS Gemeinwohls dies nötig macht, m die Hand gebe. — Der »ReichSanz." veröffentlicht die Ergebnisse deS ReichSbauShaltS für 19ü3 im Vergleich mit dem Etat. Beim Auswärtigen Amt waren 541 000 Mk. mehr erforder- lich, beim ReichSamt deS Innern 1 898 000 Mk., davon 997 000 Mk. beim Reichszuschuß aus Grund deS Invaliden- Versicherungsgesetzes, 743 000 Mk. bei den Kosten der De- teiligung des Reichs an der Weltausstellung in St. LomS. DaS Gesamtergebnis beim Reichsheer stellt sich gegen den Etat um 2 665 000 Mk. günstiger. Bei der Marinever- waltung schließen die fortdauernden Ausgaben mit Mehrausgabe von 818 000 Mk. ab, hauptsächlich für Indienst. Haltungen. DaS Gesamtergebnis bei der Marine-Verwaltung ist gegen den Etat um 499000 Mk. ungünstiger. Die Verwaltung der Reichsschuld hat mit einer Mehrausgabe von 1904 000 Mk.. die deS ReichSinvalidenfondS mit 4 707 000 Mk. Mehrkosten abgeschlossen. Im ganzen werden | die Minderausgaben durch die Mehrausgaben um 9 825 978 Mark überschritten. Die Einnahmen an Zöllen und Tabak- steuer brachten gegen daS Etatssoll 84 677 000 Mk. mehr. Bei der Verbrauchsabgabe für Branntwein und bei den ReichSstempelabgaben ergiebt sich ein Mehrertrag von' 22 745 002 Mk. Die Salzsteuer brachte 3 185 000 Mk. mehr, die Zuckersteuer 11 724 000 Mk. weniger, die Maischbottich- steuer weniger 9 118 000, Brausteuer weniger 1 043 000 Mk., Post- und Telegraphen - Verwaltung mehr 9846000 Mk., die Reichseisenbahnverwaltung mehr 7 348 000 Mark. Ta die Mehrausgaben 9 825 978 Mk. betragen, ergiebt sich für 1903 ein Fehlbetrag von 6 344 825 Mk. — Der sozialdem akratische Gemeindevorsteher Brand in WölfiS, Sachsen-Koburg-Gotha, erhielt die behörd- liche Bestätigung. Kiel, 30. Aug. Wegen Arbeitsmangels wird die bent Vorsitzenden der Versammlung Konsistoriasrat »u Eta den mit Stanrmfjdm, Dekan-rt vüdingnr; Er. Erl. die Srnmnumi wm Ehre nduktor der theologi- dem Oknfen von Schlitz, genannt v. Körtz, steht dar Prä- schen Fakultät von Marbnvg. Prof. Deiümann.Heidcll'crg f-ntattonSrvcktt zu derselben zu. die evann. PfarrsteNe zu iberaab dem Prof. Gil m d e l-Spever die Urkunde zum Alt l, e i m , Tedonat Groß-Uinstadt: dem ^rl>v» . v Gailling theol Ehrendoktor von Heidelberg und begründete die zu ?lltheim tn Freiburg i steht das PrasentationS- Ehrung besonder? mit Mlmbel? Verdiensten um die cvang. "Irbeitervcrrine. Prälat v. Sandberger, Vertreter de? Königs von Württemberg, gab namens sSintlicher Vertreter der Fürsten der Versammlung seine Svurpathic zum AuS- druck. Obcrhoftzrcdiger Ackermanu-Dresden sprach für alle deutschen Kirchenregierungen. Prof. Lösche-Wien schilderte die .zednickte Lag« der Protestanten in Oesterreich und erbat Stülckung durch die dentschcn Protestanten. Fenier sprach Prof. Nösgcn-Rostock für die anwesenden theol. Fakultäten und je ein Vertreter de? 0instav-?ldolf- Verein? ?ll? Vertreter de? Kaisers war Prinz «al>n- Wittgenstein erschienen. — Tie mächtige Bronzcfiwur Luther? steht auf einem granitene» Sockel. Mc rechte Hand ist im Zwetschen 8—11 Mk., Trauben 20—25 Mk. der Zentner. •• Zur Arbeiterwohlfahrt. In Ergänzung unserer gestrigen Notiz fei mitgeteilt, dost ans dem Eabricl'schcn Kalkw-rk für die Arbeiter ein besondere? Gebäude errichtet .Iworden ist, da« anher zwei Daderänmcn und einer Küche . :... . V; rörAek.r.nnfiA.r llnivcrkitäts. -inen grosien Ehramn mit einer Anzahl von Etztischen und b.b .o hekar b Grobherzogl.ch.- UntversttätS-, zögeren R.,heran.« enthält, in dem sich zwölf "tb'k zu stihren babcn . -g-rickitS S-rgraSinatratzkn befinden. Während früher die Arbeiter . 3“ a A* ? 1 . • m . )alrrc tme|(3emcinbfrot6roabl wurde Heinrich Re inhardt II raus mm Direktor deS Kölner BürgerhosmtalS benuen 'nn denen Stimmen wieder gewählt. Reu gewählt sind: Reorganisation er üch bleibende Verdlensre erwarb. 18/9 erhielt • v qArr n f f c er einen Rui als Ordinarius tot innere Mebipn nach Greven und Martin Wallenfels nut 104 stimmen und Karl Lite hier hat er dann 25 Jahre al« Kliniker gewirkt und während 74 Stimmen. — Hier stürzte bei einem Neubau cm dieser Zeit seine nie erlahmende Schaffenskraft in den Tieust der bnTtc b-mnffiirhT Treffe sich beruhigen unb. woS eigentheb menschlich nabe läge stch von benn ücrTofoTten Hessen ab imb den ngennt Anyelegenheiteu zun'enben möge. Ernannt 'wurden- Lastwagen derart, baß die drei Jnsasien heraiiSgeschleudcrt Pfarraintskandidatch'w'a^lm von W^^um Pfarr- wurden Der Monteur Stannmger erlitt eine Eehirn - Vikar in Ilbeshausen, TeTannt Lauterbach, Pfarramts- erschutterunq und schwere innere Verletzungen unb mußte kandidat Ludwig Weber von Heubach zum Pfarrassistenl"n in baS stäbtische Krankenhaus nach Frankfilrt a. M. Aber- in Vilbel, Dekanat Rodheim, Pfarrassistent Arthur Röm-1führt werben. Die beiden anderen Jnsasien, Herr Drunincj Held von Vilbel zum Pfarrverwalter in Mngcrshausen, jein Diener, kamen mit dem Schrecken davon Dekanat Schotten Pfarrer Ferdinand Fe r t sch von Rendel Frankfurt a. M., 80. Aug. Die am 15. August anS bat sein Amt als Pfarrer der Sefsischenevangellschc»^»- bcm «god-ns-- bei Ko»stanz g-lä.abct-n L-ich-n vo» zw-i Juli. (, Ausiorberung zur Bewerbung. Zur Wieber. .ckognoSjictt. Es ist (in G-fchwift-rpaar, ber 27 Jatzrc atte besetzuna werden ageschrieben: die evailg. Psarrstelle,Kaufinann Konstantin Batt und seme zwei Jahre jungcre Deutsches Reich. - «--u». so. -x. «->!-- -» » «"i?™ XS »tan?“ ™E- unternahmen gestern nachmittag nut der -Epfiach Blick ist in die F-erne aerichtvt. So macht daS Stand- EAlerandria^ eine Fahrt auf der Havel. Heute machten der c{n Müllers* W- Bnh Irailiagk Arbeiter Bcnrlisfparhflffc Gießen. Wegen Herstellungen in den Geschäftsräumen ist unser öirean liintrstis den 1. aflö Freittg öen 2. e(pkm6tt L I. 3»SiuimtnD0l|imnfl mieten. Haus-Verkauf. Zn Vad-Naahci«, Parkstraße, die allerbeste Geschäftslage, iß em grobes, schönes Eckhaus zu verkaufe«; eS enthalt 4 Ltock- werke, ist massiv gebaut unb im beiten Zustand. Im vorteric totuun 3-4 große Verkaufsladen eingerichtet werden, welche m bet Parkstrabe stets gesucht sind, oder auch eine feine Bonduorei »ü Cafb-Restaurant; beides würoe sich brillant rentieren, toelbft- xefleXtantcn belieben Offerten unt. 6 A 6955 an die Gxp.d.Bllzu richten. 1 8-Zfmmerwohnung Im a nebst Zubehör p. 1. Oft. Land-Eier per Stück 7 Pfg., sowie prima Laudbutter empsiehll 04616 «. Ullrich, Schloßgasse 7. Schwedische Preiselbeeren in feinster, trockener Maare, Feinste Tafel-Trauben per Pfund von 30 Pfg. an, etngelroffen. 7045 Mhn 119. I. M, Schnlhof, Mackßraße 4. ImbiMö tiiAigtöMÄlii für Küche und Hausarbeit per 15. 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