154. Jahrgang Donnerstag 31. März 1804 Erstes Blatt BOB Deutsches Keich P n v u. acht „Hohenzollern" lorb von Gaeta in See fr. 77 Nt^etnt täglich [|ii ilget SonnlagL. ttir B'ehener Anzeiger m:Mn tm Wechsel mit !»'hessischen Landwirt jr vj;ebener Kamillen- Mei viermal in der liJodje beigelegt. Rlr iiionSbrud u. Ver- Uc bet Brüh l'schen tl l «rs.-Buch-u.Stein» tai(etger Bietzen. rrschanickluß Ar 51. Ausialiü. Lond on, 30. Marz. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, baß nach Beendigung des ostasiatischen Krieges England mitRußlanb ein gleiches Abkommen wie mit Frankreich abschließen dürfte. Paris, 30. März. (Kammer.) In der Kammer wurde das Budget für 1905 vorgelegt. Tie Ausgaben sind um 38 Millionen höher als im Budget für 1904. Tas Haus setzt die Besprechung der Interpellation über die Lage der Marine fort. Lockroy (radikal) protestiert gegen den neuerdings in die Marine gebrachten Geist und tadelt die Haltung Pelletans gegenüber den Offizieren. Im Verlaufe der Ausführungen speicht Lockroy jem lebhaftes Bedauern darüber aus, daß dieStärkedesGeschwäders herabgesetzt sei und das Flottenprogramm nicht zur Ausführung gelangte. Es seien keine neuen Schiffe vorhanden. Tie Flotte habe keine Kohlen und nicht genügend Mannschaften.) (Särmenbe Zwischenrufe links.) Ter Redner fragt, ob es ein einfacher Zufall fei, daß Deutschland Unterseeboote baue, die beu französischen burchaus ähnlich seien. Nach längerer Debatte, an ber auch ber Marineminister Pelle- tan teilnahm, führte ber Ministerpräsibent Co mb es aus, die Effektivbestünde könnten rn 24 Stunden vollzählig gemacht, die Rejervegesch-vader in acht Tagen mobil gemacht werden. Wenn die Kammer es beschieße, werde die Regierung einer außerparlamentarischen Untersuchung zustimmen, für die alle Schriftstücke, welche nicht dre nationale Verteidigung betreffen, zur Verfügung gestellt würden. Ter Ministerpräsident erklärt sich schließlich solidarisch mit dem Marineminister urtb stellte die Vertrauensfrage. Tie Tagesordnung Maujan, welche besagt, die Kammer habe das Vertrauen zu der Negierung, bay sie eine außerparlamentarische Untersuchung über die Lage der Marine und den Verteidigungszustand der Kolonien veranstalte, und gehe unter Ablehnung jedes Zusatzes zur Tagesordnung über, wird mit 318 gegen 256 Stimmen angenommen. Gauthier nennt das parlamentarische Regime korrupt unh verbrecherisch; Bertaux loUI handgreiflich gegen ihn werden; beide werden auseinandergebracht und Gauthier wird zur Ordnung gerufen. Nachdem das Haus noch die Marinekredite mit 398 gegen 18 Stimmen bewilligt hat, wird die Sitzung aufgehoben. Wien, 30. März. Hier trafen angeblich zuverlässige Meldungen aus Odessa ein, daß dort eine Agitation zum Zwecke der Hervocrufung neuer Exzesse gegen die Juden an den Osterseiertagen in weiten Kreisen der Bevölkerung entfaltet werde. Tie Organisation lerte der antisemitische Ztedakteur Kruschewan. So s i a, 30. Erz. Bei der Ortschaft Pschinig im Krcrfe Kumanowo wurde ein muselmanischer Feldhüter ermordet. Eine Ab'teilung dorthin entsandter türkischer Soldaten plünderte die Ortschaft, vergewaltigte Frauen und verstümmelte Männer. .. Konstantinopel, 30. Marz, kine durch ein Schriftstück bewiesen, das tuTgiiä) bei einem im Kampfr mit den Gendarmen getöteten Bandenchef gesunden wurde, sind die Komiteebanoen angewiesen, die griechischen Gr- meinben durch Mordtaten und Trohungen zum ueoertritt Berlin, 30. Mär^. Tie ch.i Lie mit dem Kaiser an ne tu ®=tn und am Abend in Messina eingetrosfen. 5et Pariser „Matin" hatte eine Nachricht publiziert üb:= ine plötzliche Erkrankung Kaiser Wil- nct;---. Wie das „Berl. Tagebl." erfärht, ist in hiesigen ,(Lr. die es wissen müßten, von einer Erkrankung des - c i. :5 nicht das Mindeste bekannt. - In Rom wird daS Gerücht verbreitet, ber Kaiser ha $ Cem Abt Krug ein Handschreiben an ben P, ;a übergeben, ber burch ben Abt ben Kaiser auf dcks leL b. K.fte für die Errichtung einer Nunziatur fn i und die Erhebung der pr eu ß i s ch e n Ge s a n b t- 1 chjürr beim Vatikan zum Range einer Botschaft inlö-Ainert habe. Ter Kaiser fei bereit, den Wunsch bes üri; 3 zu begünstigen. TaSselbe Gerücht bezeichnet be- .mnem Abt Krug vlS künftigen Nuntius für Berlin, in: ^^errichteter Stelle werben diese Erzählungen jedoch n |iür glaubwürdig gehalten. — Freiherr von S c: :iilu n g, der seit Monaten mit vatikanischen Kreisen veiuÄullich unterhandelt, verläßt in ber nächsten Woche viaÄr - Tier Gesundheitszustand ber Kaiserin bat jüi.rr. den letzten Tagen derart gebessert, daß für die nclüste Zeit bereits Reisedispositionen getroffen werden toi im.'' Von einer Reise nach dem Mitte l meer ist ent ; Abstand genommen, dagegen wird die Kaiserin am. t liipril die jüngeren kaiserlichen Prinzen nach Plön zuvMiu steilen und im Anschluß daran ihrem Schwager, bet ti :»og von Schleswig-Holstein einen aus etwa vwr- berechneten Lxsuch im Schloß Grünholz ab- fi.it it. um später längeren Aufenthalt in Homburg v. LA«he zu nehmen. i.üiegsminister v. Ei r e m inspizierte heute in H a m - ttinen nach Südwestafrika abgehenden Ver- zur exarchistifchen Kirche zu zwingen. Nach ben bisherigen j Erhebungen über die Organisation biefer Propaganda er* erscheint ber bulgarische Metropolitan Gregonje komproSydney, 30. März. Ter Dampfer bes Norddeutschen, Lloyb „Waldemar" meldet, daß Eingeborene von der Ere- miten-Gruppe bei Neu-Guinea einen Pflanzer er-, mordet und dessen Haus'geplündert haben. Eine^traf- expedition hat zwei Schuldige ergriffen und nach Her*, berlshöhe gebracht. Auch vermutet man, daß Ausflügler von Teutsch-Neuguinea dabei ermordet worden sind, dck man nur ein leeres Boot gefunden hat. Kus Dtadl und Kund. Gießen, den 31. März 1904. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der Krankenpflegerin des Alice-Frauen-Vereins für Kranken- iflege im t^roßherzogtum Hessen Elisabethe Hering zu Alzey das Tienstauszeichnungskreuz für Krankenpflege in Silber und dem Landgräflich Hess. Kastellan Gustav Hoß- selb in Kassel bas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps bes Großmütigen verliehen. L. U. Professor Dr. Brauns, zur Zeck Rektor bet Landes-Universität, hat einen Ruf an die Universität Riel* erhalten, dem er zum 1. Oktober Folge leisten wird. ** Liturgischer Gottesdienst. In dem am Karfreitag abend um 6 Uhr in ber Stadlkirche stattftndenden liturgischen Gottesdienst werden, wie üblich, der Eo. Kirchengesangverein und die Knabenchorschule mitwirken. Es werden dabei vor allem die wunderbar schönen Choräle aus ber Bach'schen Matthäuspassion nochmals gesungen werden, außerdem noch! eins der kleinen geistlichen Konzerte von Heinrich Schütz fÜrj eine Frauenstimme, dessen Vortrag Fräulein Ida Stammler' übernommen hat, und ber gewaltige Schlußchor auS ber stärkungS-Transport. Tie aus Argentinien in ©üb- westafrika angekornmenen Pferbe finb noch ganz roh unb wild, also vorläufig nicht gebrauchsfähig. Sie müssen erst eingefahren werben. Man kann aber trotzdem annehmen, daß die allgemeine Offensive von ben bem Oberst Türr unterstellten Truppen unb bem Detachement von Estorff nach Ablauf ber ersten Aprilwoche beginnen wirb. — In ber unter bem Vorsitz bes Vize-Oberzeremonien- Meisters Kammerherrn von dem Knesebeck abgehaltenen Sitzung des Zentralkomitees des Roten Kreuzes wurde darüber berichtet, daß — abgesehen von den schon früher nach bem südwe st afrikanischen Aufstandsgebiet entlaubten sechs Schwestern vom Roten Kreuz unb bem Lazarett für rund 100 Kranke — eine zweite umfangreiche Lazarett-Material-Sendung zu bem gleichen Zwecke dorthin verfrachtet werden soll. Weiteren Sendungen auch zu Gunsten verlvundeter oder erkrankter Ansiedler sind eingeleitet. — Ter ehemalige braunschweigische Assessor Schotte- lius, ber vor einem halben Jahre an das Auswärtige Amt in Berlin berufen wurde, ist zum Richter am Gouvernements-Gericht in Windhoek ernannt worden. — Ten „Berl. Pol. Nachr." zufolge wäre als sicher anzunehmen, daß dem Reichstage in seiner gegenwärtigen Tagung Handelsverträgenicht unterbreitet ivcr- öen. Wenn auch ber Handelsvertrag mit Italien vorläufig abgeschlosien sei, so sei doch anzunehmen, baß bie Regierungen an den Reichstag mit dieser Alaterie erst heran treten werde, wenn verschiedene solcher neuen Verträge ebenso weit gefördert seien. — Tern Reichstage ging der Gesetzentwurf betr. Bekämpfung ber Reb laus zu. — Ter „Reichsanz." verostenrlicht das Gesetz betr. vorläufige Regelung des Reichshaushalts für bie Monate April und Mai. Karlsruhe, 30. März, lieber ben Gesundheit s- zustanb bes Großherzogs erstatteten die ihn be- handelliden Aerzte folgenden Bericht: Tas Befinden des Großherzogs hat sich solveit gebessert, baß in ber letzten Woche die üblichen Vorträge entgegengenommen unb Spaziergänge und Ausfahrten ziemlich regelmäß.g unternommen werden konnten. Tie Störungen der Verdauungsorgane sind nahezu verschwunden, der Kräslezustand ist dementjpcecheno b e j s er. Zeitweilig wurden Störungen durch einen Katarrh hervorgerufen, welcher bas rechte Mittelohr in Mitleidenschaft zog. Vulitische Tagesschau. Dor dem parlamentarische» Tribunal. Tie Tage des französischen Marineministers Killet an sind gezählt, er wird bas von seinen politischen ' Lrgnccn jetzt in ber Teputiertenkcunmer veranstaltete Scher- MiPeaicht nicht lange überleben. Tieser Vorgang setzt die des französischen Regierungssystems wieder ein- ml in grelles Licht: man sieht, wie die Festigkeit ber 2:11 ng eines Ministers wesentlich bestimmt wirb burch '.juni't einflußreicher politischer Gruppen. Pelletan ist qüj ..’n ehrgeizigen Parteiführern schon zu lange im Amt, \ >ll unter allen Umständen fallen, uub deshalb wirb ti, chwerste Geschütz, ber Vorwurf lüberlicher Verwaltungs- niiilti ast, gegen ihn ins Feld geführt. Gewiß, ein idealer Lu reminijter ist Pelletan keineswegs, nach deutschen Be- griifei fehlt ihm überhaupt die Legitimation für dieses ül Tenn eine Tätigkeit als Berichterstatter ber Budget- icnii.i ||ion für ben Marineetat, wie sie Pelletan jahrelang , bt hat, befähigt boch Nicht zur Uebernahme der Ma- ■ -ineiorioaltung. Es liegt also in der Natur ber Sache, bccü stllletan in seinem Ressort am wenigsten als Autorität «Ur, aß bie Herren von der Admiralität unb Dom Seeossi- i.üJj.pö Frankreichs über den Minister spöttisch urteilen ui;) richt selten gegen seine Verfügungen Protest erheben. Ä j jchwerien sich wiederholt Flaggos,iziere beim Parla- i Ti.ii der Maßregeln Pelletans, und der Minister war ge- ' Ti..i t dort unter Beibringung des Materials sein 23er- V^hti zu rechtsertigen, was ihm gelang. Zum Verdruß iMrüch der Beschwerdeführer, die nun erst recht qegen t oer. i mister agitierten unb bie Spanrrung zwischen biejem i .h:.j hem gesamten Seeoffizierkorps zu erhöhen trachteten. (Sic iiignete sich daß bei Geschavaderubungen große Schiffe 1:8i:n : ierungöunfähig wurden — man gab Pelletan bie (M3,, weil er in den letzten Jahren aus Sparsamkeits- v tilgten die regelmäßigen Flottenmanöver fortfallen । i;.j ipjro. Einen persönlick)en Rückhalt in der Marine hat \ im'h wohl nur noch an den SVerft- und Arsenalarbeitern, rjb.Lcn Gunsten er eine lebhafte soziale Fürsorge entfaltete. ' .-riefe Stütze kann seinen Sturz nicht aufhalten. Ui die andere Seite ber Medaille: wer inszenierte i! ir: illjrt dem Vorstoß gegen Pelletan? ES ist der frühere bl fflirint.’minifter Lockron, und baß eS kein LLürdigerer i| Ti, m. J5 im Interesse Frankreichs bedauert werden. ES i. -ei a'j;jcfel)en baoon, baß Lockroy zur Leitung ber Marine- i siioitS nicht im mindesten berufener war als Pelletan. v.üu iwelchen Umständen aber vollzog sich bie Amtsnieder- h^iif Lockcoys ? Er mußte abdanken, well ihm arge Psllchi- v cx'r.ac -läffigung nachgewiesen werden konnte, dasselbe allo, n i; e: jetzt dem AUnister Pelletan zum Vorwurf macht. -I Ki.ifi) ist ja, daß Lockroys Rundreise durch die deutschen r : äsen, die er als Cxminister unternahm und deren । i. i ijfc er in einer Broschüre niederlegte, seinen Blick r m: i Lchwäck>en der französischen Marine geschärft hat. Dö:cilL lann et aber nicht die Berechtigung ableiten, über Plsilirn fo zu Gericht zu sitzen; wenn er es gleichlvohl Ii; iiniD VON den Gegnern der Regierung mit Beifall über- h :(i wird, so ist das ein Beweis, daß man sich ber poli- . , Bünden Lockroys nicht mehr erinnern will. Frankreich bi ji s. ch nicht tounbem, wenn bas Ausland aus alledem cuiin; |.ür bie Republik wenig schmeichelhaften Schluß zieht. T; ir niämlich, baß es ber zuverlässigen Entwicklung, der , । ki Festigkeit ber Wehrmacht nicht förderlich sein kann, , vi j ,e sich zum Versuchsobjekt für bie „Tries" ehrgeiziger ,n ::x degradiert sieht. Was heute dem 9)iarinemini|ter P ii&iain pajstert, kann morgen bem Kriegsminister Andre ,u ; . ht jein; ber parlamenlarisckZe „Ltzohlfahrtsausschuß" । iw nicht Halt vor ben Institutionen, auf benen bie Wvhl- ;o. .. „ev Laubes ruht. (Vgl. Ausland.) SchÜH'schen Matthäuspassion. *• Di e Theaterneubaufrage hat sich — so wird: uns heute mitgetedt — über Nacht ^u einer Theater-! abreißsrage entwickelt. Nachdem die Herren Gedrüderf Schwan als die Besitzer des Gießener FestfaalS, in welchem, das Theater spielt, schon im vergangenen Herbst mit einem i Polizeibefehl (,zur Beseitigung deS gefahrbringenden^ Zustands im Gießener Festsaaf usw.) bedacht waren, tft| diesem jetzt ein zweiter, betr. .Feuersicherheit im^ Stadttheater" gefolgt, wie der erste vom Herrn Oberbürgermeister Mecum und ebenso wie jener ohne vorherige Anhörung der städtischen Theater- kommission oder des TheatervereinS erlassen. Da auch diesmal nur der Echwan'sche Saal einen Polizeibefeh^ erhielt, also vermutet werden muß, daß eS lediglich beffenj Benutzung als Theatersaal ist, was ihn der fortwährendecks polizeilichen Aufmerkfamkeck auösetzt, und da die von den' Besitzern verlangten Aufwendungen sehr bedeutend sind, soi haben die Besitzer beschlossen, den Bühn en raum ab zu- reißen, refp. zu einer Vergrößerung des SaaleS zu verwenden, falls nicht der neue Polizeibefehl zurückgenommen wirb. Herr Oberbürgermeister Mecum scheint hierzu aber nicht bereit zu sein, denn er hat bereits angeordnet, daß die der Stadt gehörigen Dekorationen auS dem Kulissenraum entfernt werden. Der Abbruch soll unmittel-. dar nach den Feiertagen erfolgen. Der Vorstand deS, TheatervereinS ist bereits gestern abend zusammengetreten,, um über Mittel und Wege zu beraten, roie der drohenden Gefahr, daß wir in den nächsten Wintern daS THeaterj entb ehren müssen, begegnet werden kann. Die Besitzer deS Theatersaales haben ihre Opferwilligkeck durch dereckwtlligeS Eingehen auf die Wünsche des Theatervereins oft bewiesen^ wenn ihnen, angesichts deS geplanten Neubaues, die jetzt verlangten Opfer zu groß erscheinen, wer kann eS ihnen übel- nehmen? Aber vielleicht wären sie trotzdem noch zu größeren Leistungen bereit gewesen, wenn man hier so verfahren hätte, wie es z. B. in der Reichshauptstadt geschieht, wo die Vertreter des Polizeipräsidiums und der Berliner Theater- desitzer schon feit Wochen gemeinsame Beratung pflegen- wie die Feuersicherheit der Theater verbesiert werden kaum Darüber dürste wohl allgemeine Einigkeck bestehen, daß eine solche Schädigung der städtischen Znteresien, wie sie bie Siftirung ber Theatervorstellungen bedeuten würde, unter allen Umständen vermieden werden muß. Alle vom Dor- jland des TheatervereinS in dieser Richtung zu unternehmenden Schritte werden in der Stadtverordneten-Versammlung stch^v die wärmste Unterstützung finben/ — Soweit die ßufärift an uns. Trotz deS überraschenden DorgehenS ^eS Oberbürgermeisters möchten wir vorläuftg noch glauben, baß für die nächste Spielzeit der bestehende Zustand sich im wesentlichen wird aufrecht erhalten lassen — im Interesse bet Konsolidierung deS neuen künstlerischen Unternehmens, aller Daran materiell Beteiligten und aller Gießener Theaterfreunde. ,, "Von der Kanalisation. Heber btt geplante Anlage ber Klärbecken hören wir, daß mit deren Hecstellima schleunigst begonnen werden soll, sobald die Enteignung beS bafür ersorberlichen Gelänbes, bas bekanntlich hinter ThromS Fabrik am Heßler liegt, soweit gebieten fern wird, daß dessen Ucbcnveiiung an bie Stabt ausgesprochen iverben kann. Projektiert finb 4 Klärbecken, jeber 40 Nieter lang, in bei eol)le 4 Meter, an ben oberen Kanten 4,50 Meter Breil Die Tiefe der Klärbecken ist am Einfluß des zu klärender» vezngSpret», T ©k O monamch7dPt^viertel- ichenerAMgtk M General-Anzeiger v ** Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Wassers auf 4 Meter und nach der Lahn zu, also am Ausfluß deS wieder klaren Wassers, auf 2 Meter bemessen. Hiernach steigt also der Boden des Beckens nach der Lahn zu an, wodurch ein langsames Durchfließen deS Wassers durch die Kläranlage erreicht wird, wobei der Ablagerungsprozeß der ausscheldcndcn Stosse auf natürlichen! Wege, ganz von selbst erfolgt. Drei der projektierten Klärbecken sind für die gesamte Stadt berechnet, während das vierte Klärbecken dazu bestimmt ist, die Kanalwässer des hoch gelegenen Stadtteiles, des Seltersbachs, aufzunehmen. Dieses vierte Klärbecken wird angelegt, daß auch beim höchsten Wasserstand der Lahn der Abfluß des geklärten Wassers ohne Pumpwerk geschieht. Dies ist auch bei den drei andern Klärbecken der Fall, solange in der Lahn der mittlere Wasserstand vorhanden ist. Bei Hochwasser jedoch treten Pumpwerke in Aktion, welche mittels Elektroinotore in Tätigkeit gesetzt werden. Die Ablagerung in den Klärbecken wird mittels Vakuumpumpe gehoben, auf die Schlammfelder gebracht und dort mit Kehricht vermischt zu wertvollem Dünger verarbeitet. Um diesen Dünger an der Luft zum Trockenen ausbreiten und lagern zu können, werden für die Kläranlage am Heßler 25 Morgen Gelände gebraucht. Man hofft, daß die an den Klärbecken aufzustellenden mit Elektrizität zu treibenden Pumpen im Stande sind, bei Hochwasser auch den Zufluß des Schor- grabens, deflen Wasser man bekanntlich schon jetzt am Walltor und an der Westanlage in die Kanalisation einflicßen lasten kann, in die Lahn überzuführen, und es wäre dann das Pumpwerk an der Westanlage nicht mehr nötig. Für diesen Fall ist geplant, dieses Pumpwerk, welches durch Dampflraft getrieben wird, an die Klärbecken zu verlegen, um, falls an der elektrischen Leitung etwas passiert, damit den Betrieb der Kläranlage sicher zu stellen. Sobald die Kläranlage am Heßler fertig gestellt ist, was im kommenden Jahre der Fall sein wird, ist es möglich, mit den Haus- anschlüsten an die Kanalisation zu beginnen, welcher Zeitpunkt, wie man ja weiß, allseitig sehnlichst herbei gewünscht wird, denn dann kann e§ ja gar nicht mehr allzulange dauern, daß mir wieder geregeltes Pflaster, wenigstens in den Hauptstraßenzügen der Stadt, bekommen. *• Der Neubau der Veterinär-Anstalt an der Frankfurterstraße steht seit Kurzem im Rohbau vollendet da. Nun sind auch die Arbeiten zmn inneren Ausbau ausgeschrieben und sollen baldigst in Angriff genommen werden. Vorläufig sind drei Gebäude errichtet und zwar für die anatomische, pathologische und chirurgische Klinik. An die chirurgische Klinik schließen sich zahlreiche Stallungen an. Sämtliche Gebäude erhalten elektrische Beleuchtung und Zentralheizung. Die später noch zu erbauenden Gebäude sind: Das Verwaltungsgebäude, die innere Klinik, die Anstaltsschmiede und ein Macerierhaus. ** D as ersteTransPort-Automobilin unserer Stadt hat die Zigarrenfabrik von Bruno Büttner angeschafft. Tas schimucke Fahrzeug, welches seit einigen Tagen unsere Straßen befährt, erregt allgemeines Interesse bei den Passanten. Es dient dazu, den regen Versandt an die Knndschaft in Stadt"und Provinz zu besorgen, sowie den Paket-Verkehr der Firma an die Post zu bringen. Wir erfahren übrigens, daß auch andere hiesige F-irmen sehr bald sich des Automobils als Transportmittel ihrer Waren bedienen wollen. ** Ein Unfall, der beinahe ein blühendes Mtznjchen- keben kostete, trug sich nahe der Lahnbrüne an der Vreber- talbahn zu. Mehrere Kinder spielten nahe bei dem Schlachthaus, als ein Zug daher kam. Ein Knabe hatte den Zug nicht bemerkt und wollte das Gleise überschreiten. Tie Maschine erfaßte ihn und schleuderte ihn zum Glück zur Seite, wo er blutend und besinnungslos liegen blieb. In ein Nachbarhaus verbracht, erholte sich der Knabe bald soweit, daß er seinen Eltern überbracht werden konnte. •• Besitzwechsel. Der Gastwirt Carl Vogt verkaufte fein Anwesen, die Restauration zum Sächsischen Hof, Asterweg 12, zum Preis von 47 000 Mk. an Johann Richard Urmersbach aus Rettig b. Coblenr, der die Gastwirtschaft weiter zu führen gedenkt. **StatistischeSvonderkaufmännischen Stelle'n- oermittelung. Der seit Mitte vorigen Jahres allmählich eingetretene Aufschwung im Handel und in der Industrie hat auch eine regere Nachfrage auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkte wieder hervorgerufen. So wurden z. B. dem Verbände Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig im Jahre 1903 nahezu 2000 offene "Stellen mehr als 1902 zur Besetzung gemeldet, im ganzen 12 318. Mit deu Besetzungen erreicht der Verband die Zahl 3 581, gegen das Vorjahr ein Steigerung von 249 Vermittlungen. f Lollar, 30. März. Heute wurde Lehrer M e r g o t t hier von dem im Namen der Großh. Kreisschulkommission erschienenen Kreisschulinspektor Kleinschmidt das ihm von Er. Kgl. Hoheit dem Großherzog verliehene silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, in Gegenwart des versammelten Schulvorstandes und der übrigen Lehrer, nach feierlicher Ansprache überreicht. Mit dem 1. April d. I. tritt Herr Mergott in den Ruhestand, nachdem er 23 Jahre hier in der Schule gewirkt hat. (k.) B i r k l a r, 31. März. Für 6en am 22. Februar verstorbenen Bürgermeister Joh. Müller V. fand gestern Ersatzwahl statt. Von 110 Stimmberechtigten machten 87 von ihrem Stimmrecht Gebrauch, die einstimmig den Konrad Krausch II., den seitherigen Beigeordneten, zum Bürgermeister wählten. R B. Darmstadt, 30. März. Der Provinzial- Zag für die Provinz Starkenburg fand l)eute mittag im hiesigen Rathaussaal statt. Tie unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors v. Gr auch abgehaltene Versammlung erklärte zunächst die Wahl der beiden neuen Abgeordneten des Kreises Groß-Gerau, Bürgermeister Hardt- Kolsterbach und Holzhändler Adam Horst-Goddelau, für ’gilHg. Tann wurde der Verwaltungsbericht für 1902/03 genehmigt ünd die Rechnung der Provinzialkasse für richtig befunden. Ter Voranschlag für 1904/05 balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 568626 Mark. Unter den Einnahmen befindet sich ein Staatszuschuß von 30 000 Pcark für den Neubau von Kreisstraßen und 533 591 Mark als Beitrag der sieben Kreise. Für Bau und Unterhaltung Don Straßen sind 379031 Mark, für die Errichtung der Provinzialpflegeanstalt 115 684 Mark und als Kosten der Naturalverpflegungsstationen 40 000 Mark vorgesehen. An Neubauten für Kreisstraßen ist u. a. für den Kreis Bensheim eine Straße von Glattbach nach Seidentrich, im Kreis Groß-Gerau die Straße Reinheim-Kelsterbach, Traber-Gimbsheim, Astheim-Bauschheim, und Kelsterbach- ßchwanheimer Grenzer; im Kreis Heppenheim die Straße Weiher-Vöckelsbach u. a. vorgesehen. Bei der Straße im Bensheimer Kreis wurde ein Antrag des Bürgermeisters Nuß-Gernsheim angenommen, die dafür verlangten8000 Mark nur zu bewilligen, wenn auch der Staat einen außerordentlichen Beitrag leiste, da an der Straße in erster Linie die Tominialverwaltung interessiert sei. „ Die Gesamtlänge der zu unterhaltenden Straße beträgt 1676,5 Kilometer und erfordert einen Kostenaufwand von 860 000 Mark. Bei dem Voranschlag für die Provinzialpflegeanstalt, den Tirektor Dr. Textor vortrug, sind an Einnahme 45 000 Mark für Pflegegelder vorgesehen. Für die Verpflegung von 300 Pfleglingen und 24 Bediensteten an 118260 Verpflegungstagen werden 59130 Mark (also 50 Pfennig pro Tag und Kops), für Getränke 1210 Mark, für Erheiterung der Pfleglinge 1414 Mark, für ärztliche Behandlung 1500 Mark und für Erweiterung der Anstalt 70 000 Mark verlangt und bewilligt. Tas Siechenhaus der von Stockhausen-Mettingh-Stiftung balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 3730 Mark. Tas an der Nieder- ramslädter Straße gelegene Gebäude soll vom 1. April ab an das Ministerium des Innern für die Erweiterung der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alicestift" miets- weise überlassen werden. 6. Darmstadt, 30. März. Die Allgemeine hessische Beamten-Sterbekasse hielt am 27. März in Darmstadt ihre 1. Mitgliederversammlung ab. Durch die Senatsentscheidung des Kaiserl. Aufsichtsamtes für Privatversicherung vom 26. Februar dS. Js. erhielt die Kasse die Genehmigung zum Geschäftsbetriebe. Der Verein zählt bereits über 1000 aufgenommene Mitglieder und bei über 100 Personen ist das Aufnahmeverfahren z. Zt. noch nicht abgeschlossen. Mit freudiger Genugtuung ist zu konstatieren, daß unter den Mitgliedern alle Veamtenklassen, von den obersten bis zu den niedersten, vertreten sind. Der seitherige Vorstand wurde unter Anerkennung seiner bisherigen vorzüglichen Leitung des Vereins einstimmig wiedergewählt. Mainz, 30. März. Ter internationale Verein zur Reinhaltung der Flüsse, des Bodens und der Luft hat an den hiesigen Fischerei-Verein einen Fragebogen geschickt, um nun mit dem Ergebnis dieser Enquete als Unterlage aufs neue eine Petition an den Reichstag zur Schaffung eines Reichsflußschutzgesehes einzureich-en. — Zum Uebergang der Stra ßenb'ahn an die Stadt wird morgen in Darmstadt der Kaufpreis für die Pferdebahn mit 1411000 Mk. an die Süddeutsche Eisenbahn durch die Reichsbank bezahlt. Tie Betriebsleitung übernimmt vom 1. April an der von der Firma Siemens-Schuckert-Werke der Stadt zur Verfügung gestellte Ingenieur Schmitt- mann. Tie Stadt übernimmt nach den Beschlüssen der Deputation das gesamte Betriebspersonal der Bahn. An dem Betrieb selbst wird der Kürze der Zeit wegen vorerst nichts geändert, die Fahrpläne und Tarife werden erst einer Revision unterzogen, nachdem der Uebergang erfolgt ist. Tie Umwandlung in elektrischen Betrieb wird sofort nach den Feiertagen in Angriff genommen. — In einer Generalversammlung der Mainzer Volksbank wurde einstimmig beschlossen, dem ehemaligen Kassierer Herrmann ein jährliches Gnadengehalt von 1200 Mk. zu zahlen, da Herrmann geistig nickt ganz zurechnungsfähig ist. Marburg, 30. März. Gestern abend gegen 1/2 9 Uhr überfuhr eine vom Vorspanndienst zurückkehrende Lokomotive auf dem am Nordende beS hiesigen Bahnhofes be- nudlichen Ueberwege ein mit Sand beladenes Fuhrwerk. ®er: Wagen wurde erheblich beschädigt, Fuhrmann und Pferde blieben unverletzt. Die Schuld an dem Unfälle trägt ein Bahnwärter, der eS unterlassen hatte, die Schranke rechtzeitig zu schließen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nackbarstaaten. In Alsfeld ist endlich dasScklacht- hausprojekt in das Stadium der Verwirklichung getreten. Es wurden die Gebäude abgefteckt und der erste Spatenstich getan. — In Bensheim tritt am 1. Juli i. I. das Institut der Schutzmcmnsckaft in Kraft. Zur AnsteUung gelangen ein Pvlizeikvmrcksfär und vier Schutzmänner. * Berlin, 30. März. Auf einem Neubau wurde ein 17jähriger Lehrling durch ein herabstürzendes Gerüstbrett getötet. * B r e s l a u, 30. März. Tie 12jährige Schülerin einer hiesigen höheren Mädchenschule, Elfriede Skull ovius, hat den Tod in der Oder gesucht, weil sie nicht versetzt worden war. Kleidungsstücke und Schulbücher des Mädchens wurden am Flußufer bei Zedlitz in der Nähe von Breslau gefunden. * Vergiftet. In Dntonlauken im Kreise Stallupönen (Ostpr.) wurde die Lehrersfrau Fiedler unter dem Verdachte, ihren Mann vergiftet zu haben, verhaftet. * Sasebo, 30. März. Tie Patronenfabrik ist am vergangenen Sonntag in die Luft geflogen; vier Arbeiter wurden getötet. Arbeiterbewegung. Berlin, 30. März. Der Verband der Berliner Bäckergesellen beschloß gestern abend in einer Versammlung einstimmig, den Innungen folgende Forderungen zu unterbreiten: Sonntags abends dars vor 11 Uhr die Arbeit nicht beginnen; wo die Arbeit Sonntags erst morgens 9'/, Uhr beendet ist, dari die Arbeit abends vor ll'/r Uhr, entsprechend der gesetzlichen 14stündigen Sonntagsruhe, nicht beginnen. Der Verband verlangt, daß bei den Verhandlungen außer der Vertretung des Gesellenausschusses drei seiner Mitglieder anwesend sein sollen. Solingen, 30. März. Die gewerkschaftlich organisierten Schreiner sind in den Ausstand getreten, weil sie die ihnen von den Arbeitgebern bewilligte 7°/0 Lohnerhöhung, die den Stu- denlohn auf 50 Mennige bringt, für nicht genügend erachten. Sie verlangen eine Lohnerhöhung um lo% Ai a i l a n d, 30. März. In der ligurisch-lombardischen I u t e - W e b e r e i in Sampierdarena sind sämlliche We berinnen in den Ausstand getreten. B a j a, 30. März. Die hiesigen landwirtschaftlichen Arbeiter beschlossen in einer Versammlung, den zehnstündigen Arbeitstag und Lohnerhöhungen zu verlangen. Falls die Forderungen abgelehnt werden, soll sofort in den Streik eingetreten werden. Laibach, 30. März. In der hiesigen kaiserlichen Tabakiabrik droht infolge einiger Arbeiter-Entlassungen ein allgemeiner Streik auszubrechen. Kerichtssaal. Paris, 30. März. Tre Geschworenen verurteilten den wegen Ermordung der rumänischen Schau svielerin Penesco angeklagten Greulich zu 10 Jahren Zuchthaus. Märkte?— Gießen,31. März. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pid. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vsg. 2 Stck. 00-00 Pfg., Gäuseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käjematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen vr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,80 -1,00 Mk. fifiFin.r ~ 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., (*nten 1,70-2,20 Mk., Gänse vr.Pld. 00-70 Pfg., Ochsenfleisch 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Psa ’ fleisch pr. Pfund 60-72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen vr 76 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 62-74 Pfg., Hammelfleisch vr S'n: 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk. Stück 9-12 Pkg., per Zentner 0.00-0.00 Mk., Zwiebeln »r 7,00-10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepkel per T bis 25 Mk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 85-40 2 L 2* Limburg a. d. L., 30. März. Frachtmarkt, schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.75 Mk., meiner qn'; 00.00 Mk., Korn 10.57 Mk., Gerste 8.50 Mk., Haier 677 V,' Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 00.0 Mk. ‘ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dreier Rubrik siebend Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gcaeniiF,/1 keinerlei Serantmorhtna.) Gießen, 81. März. Schon seit langer Zeit werden die Anwohner der Liebla st raße (zwischen Frankfurter- und Bahnhofstraße) durch das im gesetzte B e l l e n eines Hundes täglich und stündlich qeftön Schon mit Rücksicht aus die unmittelbare Nähe eines Krank-n- Hauses ist hier sofortige Abhilfe dringend zu wünschen. Mehrere Anwohner Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Freitag den 1. April, Karfreitag. Vormittags um 7 7, Uhr wird das Alleryeiligste nach dem b Grabe" übertragen und dort bis *?,■ Abendandacht zur stillen Anbetung au', bewahrt. .. , 97r , beginnt die sog. „verstörte Messet Nachmittags um 5'/, Uhr: Predigt, darauf Andacht. Samstag den 2. April, Karsamstag. Vormittags um 7 Uhr beginnen die hl. Weihen. „ „ 8V, „ ist das Hochamt Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenbeit zur hl. Beicht. Sonntag den 3. April, Ostersonntag. Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und tn dersilba Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Meffe. „ um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 7, Uhr: Festandacht mit Segen. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: ©eleaenbeiz iur hl. Beicht. Montag den 4. April, Ostermontag. Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. * „ 8 Ubr: Die zweite heil. Meße. Vormittags um 9'/, Uhr: Hochamt. Nachmittags um 27, Uhr: Andacht. Uenelte Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Vtwißtri. Dortmund, 31. März. In dem Ocke Weiler an der Ruhr drang der Bahnarbeiter Henckel nacht? in die Wohnung der Frau Gajewski ein und schleppte, als diese die Flucht ergriff, ihre 7jährige Tochter mit sich fort und vergewaltigte dann das Kind, erdrosselte eö und warf die Leiche in die Ruhr. Der Mörder wurde geflern abend verhaftet. Kopenhagen, 31. März. Der König und die Königin von England sind gestern nachmittag 4 Ubr mittels Extrazuges hier angekommen. Auf dem Bohnho^ war die ganze königliche Familie anwesend. Der Empfang war äußerst herzlich. Bukarest, 31. März. Blättermeldungen zufolge wurde die Kronprinzessin, als sie einen Spazierritt unternahm, von zwei tollen Hunden angefallen. Die Kronprinzessin war mehrere male in Gefahr, von dem durch die Hunde scheugewordenen Pferde abgeworfen zu werden. Glücklicherweise gelang e8 zwei hinzukommcnden Husaren, die Hunde durch Säbelhiebe zu töten und das Pferd zu beruhigen, worauf die Prinzessin mittels Wagen nach dem Telephonischer Kursbericht 40/ 125.40 43.60 42.95 99.85 102.75 60.00 59.05 . 101.50 . 90.15 . 101.50 . 90.20 . 100.80 ’ 101’55 96 ?5 8775 4% Ofstorr. Goldrei te 4‘ s% Gestern. Pilberrente 4% Une-ar. Goldrente . 4*V Italien. Rente . . 41 , % Pcrtngies-r . . ’orhigiesen. . . . r. Türken . . . ho .... ■h. Monopol - AnL xssere Argentiner Ti-, 4" 4' Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen . I02X» . 106 TO1 Mia ; 136.20 . 149 40 . 161 M . 137 oa 1430 ' 19’50 234 f* I ‘ M7a . 183^0 SVo aV/Ve 3‘/e°/n 37t% 30/n Mexikaner - • 4i/$1/n Chinesen - - Electric. Rot ackert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . • Diskonto-Kommend'*- Darmstädter Bank - Dresdener Bark . • Rer iner Handeltet. Gestern Staatebahn . Lombarden • • • Dottharihahn . • • Lanrahütte . • • • Bochum - - ' ' Harpener . - • Tendern: •tu*- Palais zurückkehrte. Yokohama, 31. März. AuS Tschifu wird amtl'M gemeldet, daß am 26. März ein russisches Geschwader a den Miautau - Inseln am Eingang deS Golfes von den japanischen Küsten-Dampfer Hanyei Maruweq- genommen hat. 10 Japaner und 7 Chinesen von e Besatzung wurden gefangen genommen. Der Kapitän en a in einer Dschunke. Die Russen bohrten den Dampfer Grund und kehrten dann nach Port Arthur zurück. " Parlament in Tokio hat seine Arbeiten beendcl.no < es 100 Millionen Yen für die Kriegs - Anleihe un . Erhöhung der Zollabgaben und Steuern nach den schlügen der Regierung endgültig bewilligt hat. L. N-wyork. 3l. März. 3n id i*"' Weißen und Farbigen ein Nassenkrieq ati^ge r^ >* der mit einer vollständigen Ausrottung der Neger tn < Gebiet zu enden droht. Die Ursache ist der Ueberso drei Weißen durch Neger in Silsbee, roobei einer er fallenen tätliche Wunden erhielt. Die $8ei6en 1,0 regelrechte Mobilisierung eingeleitet und den For g Aufforderung zugehen lasten, Silsbee i“*011 Farbigen weigern sich, dieser Ausfordentnq Fo g 8 und mehrere Neger wurden bereits erschostcn. Israelitische RcligionSgernelnde. Holtcsdienll tn der Synagoge (Südankage). Samstag, den 2. April 1904. Vorabend: 6.45 Uhr. Morgens: 8.80 Nhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbatbausgang 7.45 Uhr. Bekanntmachung. Donnerstag, 7. April 1004, nachmittag» 3 Uhr, werden cif dem hiesigen Ortsgericht 7 an der Roonftraße gelegene Bau- I Irilje versteigert. (Sieve», den 31. März 1904. 6069 ^rotzherzvglm-, utgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dug der Händler r»nocenz Krack, Schloßgasse 11, mit Wirkung vom 1. April d. I. an vorläufig zum Wascnmcister für die Stadt Gießen bestellt löiorben ist. , Ter bisherige Wasenmeister Johannes Bender stellt feine Tätigkeit mit dem heutigen Tage ein. Gießen, den 31. Marz 1904. 3090 Grotzherzoplm e Bürgermeisterei Gießen. ______I. B.: Curschmann. - Gebote auf die diesjährige Loliernte bett Gemeinden Bonbaden 130 Ctr. 17jähr., Griedelbach 2fiiO Ctr. 18j., Kröffelbach 35 Ctr. 16j., Laufdorf 200 Ctr. Uli., Nauborn 375 Ctr. 16j., Neukirchen 25 Ctr. 15j., .derquembach 150 Ctr. 16j., Niederwetz 60 Ctr. 16j., Oberquembach 100 Ctr. 18j., Oberwetz 180 Ctr. 18j. und Lchwalbach 90 Ctr. 16j. sind verschlossen und mit ent* Zechender Aufschrift versehen bis zum 15. April, vormittags 11 Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung in der Wirtschaft der Frau Hecker erfolgt, hierher einzureichen. Verkaufsbedingungen, unverändert wie früher, können hier eingesehen werden. Schmalbach (Kreis Wetzlar), den 29. März 1904. 9O?71 Der Bürgermeister: v. Hagen. Achmerein für Dluckingen und Umg. E. G. m. b. H. 3070 ftrmöglns-ßiliills für das Jahr 1903. Aktiva. JC -S ka'fsenbestand 427 97 Wurenbestand 4515 43 Inventar nach Ab- chreibung von 110 <>/0 462 — ÜlttSstehende Forde- n ungen vom Lager- ,alter für Waren 2091 45 Stet der Mitgliedec- fieiträge 66 — 7562 85 Passiva. Jb & GeschäftsanteUe 1559 — Kreditoren 4185 11 Abschreibung 10°/0 vom Inventar 51 26 Reingewinn 1767 48 7562 85 Stand der Mitglieder bei Gründung des Vereins 60 Neueingetreten ..... 5 Ausgeschieden .... . 2 i Stand der Mitglieder am Ende deS Jahres . 63 fiarl Rudolph, Geschäftsführer. Ludw. Grötz, Kassierer. kaufmännische Fachschule zu Gießen. (Staatlich anerkannte Unterrichtsaastalt.) Das neue Schuljahr unserer Anstalt beginnt Mittwoch bcti 13. April, nachmittags l1/, Uhr. Anmeldungen neu eintretender Schüler werden am 5. und 6. Upril, jedesmal von 12 bis 1 Uhr, in dem Schulgebäude - iNordanlage 15 —, Lehrsaal I, entgegengenoinmen. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein und das letzte Schulzeugnis vorzulegen. Der Besuch der Anstalt befreit vom Besuche der obligat. )mlbildungsschule, wozu alle in den letzten drei Jahren aus ür Volksschule entlassenen Schüler, sowie diejenigen höherer . ): anftaltcn, welche nicht mindestens ein Jahr der Oberer, lia angehört haben, verpflichtet sind. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß im Laufe des Schul-- (etwa im Herbst) keine Schüler mehr ausgenommen nciben, außer denjenigen, welche erst später in kaufm. Ge- hr'ste eintreten. 3087 Pie Sdjnlkommifßdn der kaufm. fadjfdjule. kilsaiäMislher Arcia ®i(|jtn. Wir machen hierdurch bekannt, daß am Montag den ILNai, nachmittags 5 Uhr, in Vereinigung mit der Alice- '•di.e, wieder ein Damen Kursus l i-int. Es wird Unterricht erteilt in Buchführung, Rechnen, i.espondcnz, Schönschreiben und Wechfellehre; außerdem Gelegenheit geboten auch Maschinenschreiben zu erlernen. Anmeldungen werden an jedem Mittwoch, nachmittags M 2 bis 4 Uhr, im kaufm. Vereinsbause entgegengenommen. bZL Der Vorstand. 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