Nr. 307 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Freitag Sv. Vezernvev lyve 8t1d)etid täglich mit Vu-nahm» bei VomUagS. ®te ^Gießener Familienblätter" werden dem viermal wöchentlich beigelegl. Der taeOeUF uscherm moruuluch einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck imb Verlag d« Brühl 'ich« Unu>erfität5örudereL R. Lange. Greben. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 61. Tel egr.-Adr. i Anzeiger Gietz«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. geschwätzigen groben Urschet. zur Kunstmaler, wird auf der Alm durch einen Schuß schwer Darauf verwundet, verhaßten will, für sehr liebe; nennt sich auf sich, seiner Gestalten und Konfliktes, trotz seines haften Schlusses, doch bayern auszeichnet. Man spielte int Lenis Vater, und die anderen Herren, sowie auch die Damett liefern zu diesem leuchtenden Trifolium eine wirkungsvolle Staffage. Nur will mir scheinen, daß Frau Anna Dengg, die immer noch eine mädchenhafte Schönheit ist, am wenigsten heute hält, was sie als hold erblühendes Alpenröschen im: einstigen schmucken Schlierseer Bühnenstrauße versprach. Sie war, aller ihrer Lieblichkeit zum Trotz, unter den Darstellern^ des gestrigen Abends die matteste und am wenigsten inner-' liche, wenn ihr auch immer noch das Verhaltene, in Hochmut, in Trotz, in der Reue und in der Liebe wohl ansteht« Ansprechende Vorträge von Streich-, Schlag- und Kontra-, zither in den Zwischenakten erhielten die Stimmung. P. WJ besonders durch die echte Tragik des halb sentimental-trivialen, halb possen- etwas vor seinen Gefährten aus Ober- um Leni träte er in anderer Sphäre Der Kurmacher der Leni, ein baut So lebhaft ab«"* die eigentliche Frühjahrs- und Sommersaison im Baugewerbe war, so brachte doch gegenüber dem Vorjahr, wo in vielen Großstädten von einen lebhaften Herbstsaison geredet werden konnte, die normale Abflannng der Bautätt'gkeit von Oktober ab eine ungünstige Einwirkung auf den Gesamtarbeitsmarkt.. Das Texti lgewerbe war trotz mancher Schwierigkeiten im Rohstoffeinkauf, die sich namentlich auch in der Bewegung der Rohstoffversorgung ausdrückte, in den meisten Branchen das ganze Jahr hindurch befriedigend beschäftigt. Sehr viel trug dazu bei, daß das Ausland, vor allem England und die Vereinigten Staaten, wieder mehr Ware bezogen als 1903. Eine deutliche Besserung trat aber vollends ein, als im Herbst der Beschäftigungsgrad an der Seidenindustrie sich ganz wesentlich erholte. Unter dieser Gestaltung des Beschäftigungsgrades zeigte auch der A r b e i t s m >a r k t zwar im Anfang noch ein wesentlich freundlicheres Aussehen als im Jahre zuvor. Im ersten Halbjahre hatte es noch, den Anschein, als ob die Besserung, die seit Ende 1902 eingesetzt hatte, weitere Fortschritte machen wolle, da an den öffentlichen Arbeitsnachweisen weder die Lage des Arbeitsmarktes im Bergbau noch in der Eisenindustrie zum Ausdruck gelangt, so hielt sich bis KUM Juli, hauptsächlich unter dem starken Arbeiterb^gehr der Landwirtschaft, der Grad bei* Besserung gegen 1803 mit wenigen Schwankungen auf der Höhe des Januar. Vom August ab trat indes eine rapide Abnahme der Besserung ein, sodaß schon im November die Lage kaum noch etwas günstiger als im November des Vorjahres war. stolzen Leni einen heldenhaft im Vordergründe steht, so sehr sie auch immer nach dem Hintergründe strebt, in dem allein sie sich wohl fühlt. Nicht die Leni ist's, um deren Heirat sich alles äußere Beiwerk dreht, sondern ein bei Seite geschobener und bei Seite sich haltender Bursch, der Alois, der Sohn der einstigen Liebe des wackeren Kräuterhans und der haben nennen würde, in die Erscheinung. Nach jahrelanger Zuchthausstrafe kehrt er zurück, gerade an dem Tage, an dem sie ihren wieder genesenen Maler heiraten will. 9ln diesem Tage aber kommt die Wahrheit an den Tag. Nicht der Vater, nicht der Alois, nein, der reiche Bauernbursch, den sie nicht hat heiraten mögen, entgegen dem Willen ihres Vaters, war der Täter. In einer stark dramatischen Szene erkennt Lern das große Herz des armen Alois, ihr Vater aber, der mit dem wahren Uebeltäter ein fürchterliches Strafgericht halten will, wird vom Schlage getroffen und sinkt tot nieder. Der letzte Akt bringt die glückliche Lösung. Es giebt viele erschütternde und noch mehr recht Humor- volle Momente in dem Stücke, das sich durch die Lebensfülle In ihm weckt die Liebe Edelsinn, den man er» allgemeinen vortrefflich, wenn auch hier und da mit zu viel Routine. Ein ausgezeichneter Eharakterkomiker, ohne alle Aufdringlichkeit, von wundervoller Selbstverständlichkeit und Ungezwungenheit des Humors, ist Herr Georg Kundert, der Darsteller des Kräuterhans. Seine lebendige Wirklichkeitskunst könnte vorbildlich wirken. Die schwere Nolle der Entsagung und zagen, zurückhaltenden Scheu, der stillen, fast stumpfen unbewußten Charaktergröße hat Herr Greiner belvunderuswert vertieft. Sehr Tüchtiges, Respekt Erheischendes leistet natürlich auch*Herr Dengg als Leni hält ihren Vater, der sie zu einer Heirat mit einem Bauernburschen überreden den Täter. Alois fragt, ob sie ihren Vater sie antwortet natürlich bejahend. Z>as Willschaftsjayr 1904. Heber die allgemeine Signatur des Wirtschaftsjahres 1904 dürsten die Ansichten stark auseinander gehen. Es läßt sich zwar nichlt bestreiten, daß die Besserung der Konjunktur, die seit Ende 1902 sich tbemerfbar macht, auch im nunmehr abgeschlossenen Jahre noch vorgehalten hat. Aber der Grad der Besserung gegenüber 1903, der in den ersten Monaten des Berichtsjahres noch zugenommen hatte, ging etwa von April ab langsam und stetig, fast von Monat zu Monat zurück, sodaß das Gepräge der wirtschaftlichen Lage am Jahresschluß ftrst das nämliche ist wie Ende 1903. Soll man in dieser Ermattung ein beängstigendes Anzeichen erblicken, das eine neue ungünstige Wendung der wirtschaftlichen Lage signalisiert, oder hat die Rekonvaleszenz eine vorübergehende Unterbrechung erfahren, die zu Be- sürchtunge-n keinen Anlaß gibt? Daß der Grad der Besserung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber 1903 etwa von April ab nachgelassen hat, das ist, wie wir in der „Berl. Ztg." lesen, hauptsächlich aus die zunehmende Verschlechterung im Kohlenbergbau und im Eisengewerbe zurückznführen. Im Kohlenbergbau brachte schon der Monat März ein recht wenig günstiges Verhältnis zwischen Förderung und Llb- satz, ohne daß indessen die Förderung im April dadurch schon ungünstig beeinflußt worden wäre. Dies war erst von. Mai ab der Fall. Die Zunahme der Produktion von April auf Mai war tim laufenden Jahre um zirka das Zehnfache geringer als 1903. Aber auch diese geringe Zunahme der Förderung stand noch in argem Mißverhältnis zu der Gestaltung des Absatzes. Der Abruf war so schwach, daß nicht nur auf der Mehrzahl der Zeichen in steigendem Maße Feierschichten eingelegt werden mußten, es sammelten sich auch .große Kohlenmengen auf Lager an. Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat war gezwungen, seine Erzeugungseinsck'ränkung in einer Weise zu erhöhen, wie dies in feinem Jahre zuvor der Fall gewesen war. Auch in den Herbstmonaten trat keine durchgreifende Besserung mehr ein, wenn auch dir übliche Belebung des Kohlenabsatzes nicht ausblieb. Noch ungünstiger gestaltete sich die Lage der Eisenindustrie. Der Absatz im Inlands befriedigte das ganze Jahr hindurch ebensowenig wie das Exportgeschäft, und die Tatsache, daß die Roheisengewinnung im Jahre 1904 gegenüber dem Vorjahre nicht gewachsen, sondern etwas gesunken ist, beweist am deutlichsten, bafo die weiter ver ar bei ten den Industriezweige in einem Zustande der Stagnation sich befanden. Am günstigsten stellte sich der Beschäftigungsgrad tn der E l e k tr i zii t ä t sin d u stri e,' in der sich gegenüber 1903 eine ganz wesentliche Besserung vollzogen hat. Ter offenbaren Verschlechterung gegenüber, die im Kohlenbergbau und Eisengewerbe zu verzeichnen ist, mußten gleichsam als Gegengewicht andere wichtige Gewerbe eine wesentliche Zunahme des Beschäftigungsgrades gegen *903 zeigen, sollte nicht das Gesamtgepräge des Jahres 1904 weniger freundliche Züge aufweisen als das Vorjahr. Und in* der Tat bildete das Gegengewicht die lebhafte Bautätigkeit und der beftiedigende Geschäftsgang im Textilgewerbe. Die Unternehmungslust im Baugewerbe fetzte bei dem günstigen Stande des n balzt, dann druckts" auch in uns. Und wenn da? Iabr zur Neige geht und der Schnee eigentlich einen halben Meter hoch liegen sollte, statt dessen jedoch der winterliche Schmutz säst dieselbe Höhe' in unseren Straßen erreicht, dann kehren bei uns mit der Pünktlichkeit, die sonst die Höflichkeit der Könige ist, oberbayrische Baucrnspieler zu Gaste ein. Einmal sind's die Schlierseer ein andresmal die Tegernseer. Jetzt haben wir hier die wackeren bayrischen Truppen des Herrn Michl Dengg, den man von den Schlierseern her als einen prächtigen Charakterdarsteller längst kennt und schätzt. Leute aus dem oberbayrischen Seengebiet, vielleicht vom Walchensee oder Chiemsee oder Ammersce oder Kochelsee, kurz von den Seen her deren alpenumkränztc User man im Sommer so gern besucht Wenn der Prophet nicht zum Berge kommt, dann kommt der Berg zum Propheten, und wenn die Alpenfreunde nicht in die Alpen gehen, dann schicken die Alpen ihre Kinder zu uns, die uns die Poesie ihrer lieben, jetzt wohl tief vcr- schneiten Täler künden. Für den ersten hiesigen Gastspielabend, der überaus zahl- reich besucht war, hatte Herr Dengg eine Novität gewählt, d h so weit man in dem begrenzten Rahmen des Bauernschauspieles vou einer solchen sprechen kann. Jin Grunde sind es ja immer dieselben Figuren: der Großbauer und ferne v°M Hochmutsteufel besessene Tochter die em armer Bua mit einem goldtreuen Herzen liebt und der Hohn und Spott und Schlimineres geduldig trägt .n seiner starken Lieb ; das arine alte weibliche Schnellmaul und der profefftoneae biedere alte Anschlichversäumer, der jähzornige oder tückische oder jugendmutige Raufbold des Dorfes, der Herr Kunshnaler «. -c. Immer sind's die gleichen Typen imb d,e gleichen Leiden- sckafen und Charaktereigentümlichkeiten, die gleichen Interessen des Kleinlebens, im engen Bezirke der Berge. Heimat- nst im schlichtes en Sinne. Die .Leni von Oberammer- “ hat über vielleicht doch etwas vor den n>e,sten ober, bayrischen Bauernsllicken voraus. Der Autor hat h,er eme ° „ft' iao Persönlichkeit mit wenigen Strichen geradezu Ser3 charakterisiert, die in ihrer seltsamen Schlichtheit, chrer wortkargen Innerlichkeit, ihrer dulderischen Seelengröße Are eiste Hessisch* Kammer. R. B. Darmstadt, 29. Dez. Tie erst? Kammer der Stände trat heute vormittag zu einer Sitzung zusammen. An stelle des behinderten ersten Präsidenten Grafen Görtz, gen. v. Schlitz, eröffnete Vizevräsident Graf Erbach-Fürstenau die Sitzung imb gedachte zuerst der V e r - lobung S. K. H. unseres G r o ß h ei?z o g s: wir wün- [cfyen als treue Untertemen, daß dieses neue Band dem Großh. Hause und dem ganzen Lande zum Segen gereichen möge! — Das Haus ehrt darauf das Andenken des verstorbenen Mitgliedes und Sekretärs der Kammer, Grafen Otto zu Solrns-Lau- b a ch durch Erheben von den Sitzen. Es folgt mm die Entführung des Bischofs Tr. Kir stein von Mainz, der den verfassungsmäßigen Eid ablegt. Als Sekretär der Kammer wird mit 14 gegen 2 Stimmen Fürst S olrns- Hohensolms-Lich gewählt, als Mitglied des ersten Ausschusses wählt die Kammer den Prinzen Friedrich zu Solms- Braunfels. v , Am Ministertische nehmen Matz: Staatsminister Rothe, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda und die Ministerialräte Frhr.. vou Biegeleben und Best, später auch Justizminister Dr. Dittmar und Finanzminister Dr. Gnauth. * Tas Haus tritt in die Beratung und ?fbTtimmimg der einzelnen Gegenstände der Tagesordnung ein und genehmigte ohne Debatte die Regierungsvorlage, betr. Nachweisungen über Einnahmen und Ausgaben an Tomanial- und Staatsvermogen usw. für 1897/1900, ebenso den Gesetzentwurf, betr. die Einführung bestehender Gesetze in neue Gebietsteile und den Staatsvertrag zwischen Hessen und Preußen über Feststellung der Landesgrenze bei Altwiedermus und Hüttengesäß. Bei Punkt 4, dringt. Antrag Reinhart und Gen. in betreff Einführung von Verkehrsabgaben auf schiffbaren Flüssen, legt Staatsminister Tr. Rothe kurz die Stellung der Regierung zu dieser Vorlage bar. Geh. Kommerzienrat Michel- Mainz dankt ber Negierung für ihre klare feste Haltung. Er bitte die Regierima, die Zustimmung Alois selber Mörder. Er nimmt die Schuld — Zur Frage des Neubaues eines Kieler Stabt-- th caterS. Nachdem das in »einer Ausführung auf etwa lw Millionen veranschlagte Projekt von den städtischen Kollegien generell genehmigt worben war, würbe vom Magistratstisch aus bie Erklärung abgegeben, baß der Theaterbaumeister Seellug in Berlin sich mit Bestimmtheit verpflichtet habe, die Spezial-' Pläne für enb in den Anlagen zu errichtenben Theaterbau bis zum Oktober dieses Jahres einzulieferu. Indessen sind nun-» mehr der November imb Dezember vergangen, ohne baß ber Erwartung bes Publikums, bie Frage auf ber Tagesorbnung einer Stadtkollegiensitzung zu sehen, entsprochen worben. Wie! verlautet, sinb zwar bie gewünschten Tetailpläne ein gegangen,; doch soll noch ein Haken babei )ein, über beffen Beschaffenheit bie näheren Angaben fehlen. Wenn schon baburch bie Theater- leitung, bie bemüht ist, ihre Leistungen auf einem berechtigten! Ansprüchen Neckmung tragenben Niveau zu halten, in eine mißliche Lage versetzt wirb, so kommt hinzu, baß ber Ausfall bei schwach besetzten .Häusern selbst durch gute Wende schwer auszugleichen ist, well das Theater zu klein ist, um selbst bei vollen Häusern die für ein gesundes Bal anzieren erforderliche. Kasse erbringen zu können. Tie natürliche Folge davon ist in ben letzten Jahren ein zu häufiger Wechsel in ber Direktion gewesen: imb bi ei er Mangel an Kontinuität in ber Bühnenleitnng trägt selbstverständlich nicht zur Gleichmäßigkeit imb Einheitlichkeit der Leistungen bei. — Gustav Kadelburgs „Fainilienta g" ist am ersten Weihnachtsfeiertag an etwa 40 Bühnen zur ersten Aufführung, gelangt. Ms Tantiemegarantie wurde dem Autor die Kleinig^ reit von 249 000 Mark geleistet. — Das Hof- und National-Tbeater zu Manuheim bringt, wie uns vvn dort gefdyrieben wirb, am 8. Januar die U r - A u f f ü b r u n g einer neuen großen breiartigen Oper. Tas Werk betitelt sich: „Irrlicht", Text von Ludw. Fernand, Musik von Leo Fall — Ter in Freiburg-Wiehre verstorbene Privatier KiiigÄ hat ber Stabt Freiburg 100 000 M ark testamentarisch vermacht zum Zwecke der Unterstützung des städtischc» Or* chestecö. uns an die Zeit, wo auch unsere Gemeinde noch zu dem Großherziogtum! Hessen gehörte. Wie der Lehren bei der Eröfsnunqsfeier nach bem „Hinterländer Anzeiger mitterlte, habe dieses neue SchulhauS in seiner Entstehung schon ein Menschenalter erlebt. Es habe ein alter Wer dazu das erste Baukapital geliesert, indem ihm auf Ver- fügunp, der Negierung zu 'Darmstadt von seinem Gehalt ein in Mzug gebracht wurde, den die tyemeuibc zum Baufonds verwa-cht habe. . I! M a r b u r g, 2V. Dez. Gestern wurde hrer em Mann v e r h a j t e t, der sich als Gc h e ilm p o l izi st auSgab und ^^D^ Kampf um die preußische Volksschule wirft seine I Impfung ist vollitandlg schmerzlos. namentlich kann aber Schul lasten den Etat d helb tft da unterha bat daran Ter Lehr Lande der angeblich den Naubinrörder L>udde fangen wollte. Er> ,suchte" besonders in den Wirtschaften und verstmib es dabei meisterlich, die Wirte unter allerhand Verwenden um bare Darlehen und um btc Zeche prellen. 3ci Feststellung seiner Person ergab es ftch, daß man es mit einem Kuts cher ans H otm b e r a a. O b m zu tun^hatte. c(t 30 Meter hoher Turm erbaut, der jetzt schon 14 Meter hoch ist; er soll gleichzeitig als Wasser- und Uhrturm dienen. Ter jetzige nordöstliche Flügel wird vollständig: umgebaut; in ihm werden Post, Gepäckhalle, das Ersten- zimmer u»nd andere Räume untergebracht. Mit dem Abbruch des jetzigen Mittelbaues ist bereits , begonnen, die Vorhalle ist schon nicderaelegt. Hier wird ein großer Durchgang zwischen der Main-Weset-Bahn und den ~bei> hessischen Bahnen hergestellt, welcher 50 Meter lang und 17 Meter breit sein wird. Ter Gesamtumbau durste nicht vor Herbst nächsten Jahres fertiagestellt sein. •• Impfung gegen Tollwut. Ter Frankfurter Polizeibericht giebt folgendes zur Kenntnis: Es wird von Personen, welche von tollen oder tollwutverdächtigen liieren gebissen wurden, vielfach das Institut für Infektionskrankheiten zu Berlin ausgesucht, ohne genügende Leibwäsche zum Wechseln mitzubringen und körperlich rein zu sein. Es ist dieses zur Ausnahme unbedingt erforderlich. Die zu impfenden Personen haben sich nach dem Instituts-Neubau in Berlin Nr. 39 Nordufer-Föhrerstraße zu J begeben, und es ist zweckmäßig, ihre Reise so einzurichten, daß sie tunlichst vor 3 Uhr nachmittags eintrefsen. Die Dermifd)6cs* * Kammerhcrr und Rivale. Seit einiger Zeit weiß man. daß die Tätigkeit des Obcrhosmeisters der Zhnserm, Frn- lierrn v Mirbach, sich nur auf die Regelung des Kcnnm er Herrn- dienstes' beschränkt, d. Herl v. Mrbach bestrmmt, wer von den Kammerherren Dienst bet der Kawerin tun soll. Tie ,/pr. Korr" erfährt hierzu noch: Bekanntlich bat Fretherr v. Mirbach nach' den ^Enthüllungen sein Amt als Leiter des Kcckinctts und Berivalter der Schatulle der Kaiserin ntedn-gelegt, und zu seinem Nachfolger wurde Kammcrherr Dr. w Behr Zwischen den beiden Herren Herr cht eme erbitterte Rwalitat Frcilierr v. Mirbach will sich nickt ganz ^bsiwen lassen und kämpft energisch um seine Stellung am Hose, auv der Tr. v. Beh ihn angeblich zu verdrängen sucht. Es beisit, b-h, wenn n syker- bach zum Beispiel in der Kanzlei emen Befehl erteilt, »on von Behr das Gegenteil anordnct, und seine Anordnungen auch auZgeführt werden Die Sache soll soweit gediehen sein, d-tz da? Oberhvfmarschallamt des Kaisers als Schiedsgericht mtgcrufnt wnvde, und dieses soll sich auf die Seite des -t.r v ^ehr gestellt haben Auf den eiidgiltigen Ausgang dieier Fehde bars man also wohl mit Recht gespannt fern , , * Eine ganze Familie ermordet! Gene furchtbare Tat ist, wie bereits kurz gemeldet, am zweiten Weihnachtstagc abcichs in Nordhausen begangen worden. Ter 38 Jahre alte Kaufmann Otto Härte!, in Stellung bei der Ionischen Tief, bührgcsellschast in Nordhausen, hat, ähnlich wie Rech rn Maul- hach, seine Frau und zwei Kinder in entsetzlicher Weise ermordet und dann si» sel bst b a i Scb en genommen Nachdem das Ehepaar Härtel nachmittags noch im „KrvstaN-Palast" gewesen nxir, Härte man ^ends «- der Härteksck>en Wohnung furchtbares Sckreien^ bic Nachbarn imhrnen an, daß die .Kinder gezückstigt würden, ^ruh gegen 9 Uhr, als mehrere Leute vergeblich Einlaß in die Hartestche Wohnung gesucht hatten, begab sich die Frau des Hauswirts Drcsler m btc erste Etage, um nach Zusehen. Sie sah schon vom ^ur aus em ftinb mit durchschnittener Kehle m der Küche am Boden hegen. Tie sofort herbeiqerufenen Polizeibeamten fanden dann m der Klicke sämtliche Mitglieder der Familie Härtel, a l l e m t t d u r ch- schnittener Kehle, vor Wahrscheinlich bat einem erregten Auftritt Härtel zunächst die Frau, dann die beiden der (Mädchen von zehn und zwölf Jahren) und ,chlteßltchstch selbst getötet. Die Hürtelsclxm Eheleute lebten nicht glucklw) zusammen, und man gibt darin namentlich der schuld ^ ^)tertn dürfte auch die Urfacbc zu der entsetzlrchen Mordtat hegen. Mtt einem großen Brotmesser hat -Härtel der Frau die Kehle bis zur Wirbels auledu rchschnttten. ^er Anblick ist entsetzlich. Danach hat er die beiden mit den Nachthemden bekleidetett Kinder ebenfalls buchstäblich ab- geschlachtet Die Kucke, in welcher sich der Vorgang wahrend der Abendmahlzeit abgespielt hat, schwimmt geradezu tm Mute. Hausbewohner wollen die Rufe eines Ktndes vernommen Qavcn. „Mama, arme Mama" und „Was hast du mit Mama gemacht? Mama ist tot". Eine Mitbewohnerin will deutltch gehört Wtberu wie der Vater zu einem Kinde gesagt l>abcn soll: 'Komm doch nur her, es tut ja nickt weh." — In der Schlafstube steht noch der geschmückte Weihnackstsbaum. . ~ * Ein Raubmord. In Marietlle wurde dte ^zran eines Nachtwächters, eine Deutsck^ namens An na Marte Nödl, ermordet aufgefunden. Tie Ertnordete ist aus Hubertusmühl in Bauern gebürtig und war 71 Jahre alt E» wird an- > genommen, daß bic Frau, die sich allem in ihrn Belwwung befand, ein Geräusch gehört und auf den Hof hmmlsgegangen üt Hier wurde sie von den Mördern erwürgt, denn hier sand fte ihr Mann, als er gegen Mitternacht nach.Hause kam Der Mörder ist dann in das Haus gedrungen, hat die verichiedeiien Behälter erbrochen und das gesamte Ersparnis der alten ^eule, 300 Fr in Gold geraubt. Zwei Italiener, namens Garom, Vater und Sohii, sind als der Tat verdächtig verhaftet worden. * E i n Eisenbahnunglück in Italien. Auf der Linie Neapel-Rom stießen in der Nähe von Eeprano zwei Eisen bahn z üge zusammen. Außer den Personen, dre leickte Quetschungen Esten, wurden 40 verletzt, darunter sechs schwer. Das Unglück scheint aus eine Vennmderung der Fahrgeschwindigkeit eines von Neapel kommenden Zuges,, der schließlich wegen eines Defektes halten mußte, zurückusuhren sein Der von Roccasco kommende Zug, der mit 14 Minuten Zeituntersckned folgte, holte den Neapeler Zug em und stieß mit großer Heftigkeit mit ihm zusammen. Obgleich ba-> J3erionai bes Ncapclcr ZngcS bas Laltefignal gab, konnte ber anbere 3119 nicht halten, ■ bn er sich aerobe in einer Knrvr ^smib. Die Regierung hat eine Kommission znr Untersnchnng be3 Ersenbahn- SM -Z-'L-MS-sM-'M' MM-M hinter den^u in mideren Staaten zurücMiebcn. anderen Weg alS den, den Lehrberuf anstehend i nw: ) Präsident Graf E r b a ck - Fürstenau Miesst sick dem. Wimsck Aufbesserung der materiellen und sozialen Stellung des Frhrn. v. Hehl auf frühere Ue^weisuug der X>orlagen Lehrenden. Wer will e.s den Eltern verdanken, Ywm\ ans der zweiten Kammer an. Eine wirkliche Remedur iwrb'J’wr I ... e ^hne lieber dem in beiden Beziehungen größere Kamm er n ickt" uiellr' eEst'würden^ Es fnJa erne ^ortmTc Ahnden ein so" be- NM SsF-—”SÄ weiteren Artikel des Gesetzes werden ohne Debatte aiigeuommen. hodeutet einen scknlpolitischen Fortschritt. Dessen mögen- Bei der Vorlage über die Verlängerung der Ge tungs- diejenigen Liberalen eingedeii? sein, die durch die im dauer des Gesetzes über die Gemeindeumlagen ^mvromißantrag gezeichneten „Rich^^Ainien" ihr ^chulideal vom 30. März 1901 spricht „ Ä < r- I alauben. ES braucht keineSlv'eħ erst das Niorgen- Sor^traqtn5 Ä te? Iu^Emtwmf "ber i?ot bc? Zukun.stSstaateS artfMgchcn, damit den Bolksschnl- ÄeuÄi minbefkni brri Monato vor S-Auü drr Kammer- Ein ern gegcbrn nvrvr. wa4 rlm-m gclmhrt. tagimq dem Hause zugehe, damit fick dieses Zufalls om- -----T Z T gehend nnt den mannitzfachen schwierigen tyragen des Entwurf.' Aus Stadt und Kand. Finanzministe'r Dr. Gnautb erwidert, daß dieser Wunsck Gießen, 30. Dezember 1904. febr b-rcchtigt sei und bie Regierung ihr möglichstes bafnr nn ^Personalien. Se. Kgl. Hoheit ber Gro s; Herz o g "^Bei bei Vorlage über bic Neubauten in Bab-Nauheim ^hen mittelst Allerhöchster Entschlietzung vom 21. Dezember /ragt Frbr. t>. Setil bie Regierung, ob e? crforbcrlrch mar, » geruht, ben nachstehenben Kammerherren bas Hof- daß sotialbemokratische Abgeorbnete beizweiten Kammer Mer . st. Ehren reichen für 25 Jahre zu verleihen: bem riättn3mu6ten,I1^S™ud>U^,Unb:TniheltmlCwtb lhrankcnkasseu- OberstaNmeister Moritz Riebescl Frhrn. zu Eisenbach Exz., mitaliebcrn" Erleichterungen bei Benutzung ber Heilquellen ge-tzrm Obersten n. D. Karl v. Grolman, dem Forstmeister währt würben. Er habe bar Vertrauen snr Regierung bau man Pschg^ v. Eschm ege zu OebiSfclbc, bem Kgl. preuß. st- nicht erst um eUvaS zu ersuchen brauckua. D. Felix v. I ° e b e n - K °n i e c p o l S k t m er auch gegen den Zusatz stimmen, denn es komme darm mcÄ daS (J„stav Frhrn. Schenck zu Schwcni oberq. Am gebührendeVertrauen zur Regierung zimi Ausdruck 23. Dezember wurde der Finanzakzesfist Karl Uhrig autz M liSb die Regierung bereits laner fagC die Jugend mit Peitschenknallen auf ber BolksschuNehrer: Beseitigung der geistlichen Schulaufsicht Ztr aß e ein h erzieht. Dabei traf diesmal eine Peitsche und materielle Aufbesserung' mit einem Nachdruck verfochten, 9{ngc eines jungen Mannes so, daß dieser ohnmächtig der die Lehrer vermutlich glauben machen soll bei ber ^Q§ u e arg verletzt wurde. Er mußte sofort den SSW W k, L K Bk mm w Abgeordnete den bekannten Schulkompromißantrag unter- der verschiedensten Berufszweige gemeldet. Der vor einigen schrieben haben. Sind doch auch die Volksschullehrer keines- Tagen von der , Kl. Presse * gegebenen Anregung, daß stch wegs einig in der Ablehnung dieses Antrages. Selbst auf die Aussicht hin, diesen Posten zu erhalten, noch em alte, fortschrittlich gesinnte Pädagogen können nicht finden, weiter Tierarzt hier niederlasten möge, müssen unter solchen daß der Antrag eine Uebertreibung des konfessionellen umftänben doch Bedenken gegenübertreten, umsomehr, als der Prinzips, eine Auslieferrmq der Schule an bie Kirche be- , ( - Tierarzt schon sehr lange am Platze ansässiq ist unb deute. Mau erweist vielleicht am wemmten den Lehrern ' ’ )mb jn ber UmqeqCnb vollständig beherrscht. **»■** -* «*""• S51S SÄSifS SWS ' .?' Ni-'m -». k Kmnpromißantrag endlich eine Grundlage geschaffen ist für sichtsrat unser^ Spar - und Leihkasse h t s^^ den Erlaß eines neuen Schulunterhaltungsgeseßes. Dieses (Generalversammlung fecftfjlojfen, öcr 1 “L Gesetz ist aber unbestreitbar eine dringendere Notwendig- wieder einen Zl^chusi bon 200 ^2?. M llewahren. - keit, als die Unterlassung jeglicher Konzession an das gleichen hat auch die piefige Prinzip der Konfessionsschule. Wenn man schon von Zu« I Lokal-Gewerbeverein einen namhaften Zuschuß i 1 1 kiestandnisseu spricht, so erkenne man gerechterweise an, daß gestellt. . ffrKffnuna auch die preußischen Konservativen zu solchen, und von )-l H er m a n n st e i n, 27.Tez. Tre Cross g ihrem Standpunkt aus ziemlich weitgehenden, sich bereit unseres neuen Schulhmusles, in der Weih fhiben fteßen^Nicht um bas konfessionelle ober simultane nachtswoche seiner Bestimmung übergeben würbe, erinnert Prinzip dreht sich die Not ber Zeit. soweit Volksschullehrer > — nn* ”u bcm in Betracht kommen, sondern um dte Besoldunjg, btc an den Landschulen unzulänglich ist. Hier eine Aufbefserung nur platz greifen, wenn die anderweit verteilt, d. h. in der Hauptsache aus ?r politischen Gemeinde übernommen sind. Des- t baldige Zustandekommen eines Volksschultun ag c s c tz e S notwendig. Der Staat selbst fem geringeres Interesse, als die Lehrerschaft, er mangel ist in Preußen, dem klassischen Schulen, io grob, tmc wohl in keinem anderen den Kronprinzen. Ter Schulkampf. Aus preußischen Lehrerkreiscn wird un Unglücks eingesetzt. .. ,, * Prag 29 Dez. Jn der Gage „Untere Schlotzittege wurden auf der Meinseite kürzlich die Arbeiten der neuen Kanalisation beendet. Infolge der bedeutenden Erdbewegung dürste das angrenzende Erdreich gesunken sein, wodurch die Gas- roh rleitung beschädigt wurde. Das ausstrornende Gas, das im Laufe der Nackt und des nächsten Vormittags in eine Reibe Häuser dieser Gasse drang, hat das Leben der dort wohnenden Leute in hohem Maße gefälwdct. Bis jetzt wurden 32 Vergil tungsfälle, darunter zwei schwere, feftgeftellt. Dle,Po- lizei und die Aerzte sind in voller Tätigkeit, um weiteren Unfällen vorzubeugen. „ , r . * Kleine Tages chronik. Ter Gutsbegtzerswhn Alfons Thiel aus Köckendorf (Schlesien) wurde verhaftet unter dem Verdacht, eine Dienstmagd seines Vaters, Mit der er inttmen Verkehr hatte, ermordet zu haben. — Der Polizeimeister vonBerdjaresk (Sickrußland) und sein Gehilfe wurden verhaftet und sollen vor ein Kriegsgericht gestellt lverden. Der Gehilfe hatte ein junges Mädchen aus guter lnsprücke für den Ultuno sich innerhalb bescheidener Grenzen hielten. Die Rückfluss zu Januar dürften aller Voraussicht nach reichlich ansfallen. ES fragt sich nur, in wieweit der Geldmarkt von Neu-Emislionen, cv der neuen russischen Anleihe, in Anspruch genommen wird. Wir denken nicht allzusehr. Wttd der Diskont herabgesetck, so dürfte aller Voraussicht nach wieder ein, Satz von 4 Prozent in kraft treten, der in weiteren Geschäftskreisen beliebte Normallatz. lieb des Antrags Häusel auf Ueberdackung beim Empfangs- Behörde anfraqcn und die zu erwartende Antwort noch oe- gd»ube am Bahnhof Wiebelsbach-Heubach wgt ^'nanzminiiter geben wird Dr. Gnauth Unterstützung »u. . ** ® e i den Erweiterungsbauten des hiesigen M «»> äf»«-t«ub schiedenes. 8970 Der Borstaud. Alle Schuhrvaven sind im Preise ermässigt. SS* Erstaunend billig. Springmann's Sdwhwaarenhaus Würzburg, Blumenmarkt 10. 9168869, Bahnh0lStraSS6 58. A.chaffenburg, Landingstr. 9. ■W Wer bei Sprinzmann »eine Schuhe kauft, i»t gut bedient uud »part Geld. 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