Nr. 307 OelOeiet eLgltch außer Sonnlag*. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischeu Landwirt die Gießener Kamillen- Hättet viermal tn bet Woche beigelegt. NotattonSdruct u. Verlag bei Brüht 'tchen Univech-Buch-n. Stern» brudetei. SL dang«. Rebaftixm, ®xr>ebm*i imb T'rurfeiet: SchvlfteatzO 1. Ldresie fui Deveicheir: Anzeiger Vietzew. ^rrn fDrrdiantdtlup sJh 51 Erstes ^vlatt. 154. Jahrgang Freitag 30. Dezember 1904 GietzenerAmeiger Eeneral-Anzriger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ve»ng*preigr monatlich7bBL viertel» jährlich DU. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Vf.; durch die Poft Srt.2.-»ierrel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die TageSnummer bis oormütagS 10 Uhr. Zetlenprei* lokal 12BU auöroärtS 20 Pfg. verantwortlich füt den polit und allgem. Teil U Wittko: für .Stadt und Land* und »GerrchtLfaal*: August Äoetz, für den An» zeiaenteil: L)an4 Beck. 4>ie öeutige Kummer ntnfafif 10 Seiten. Bekanntmachung. Zur Verhütung von Ruhestörungen und Unglücfsfätlen während der Neujahrsnacht und nm Neujahrstage bringen wir in Erinnerung, daft das Schießen, sowie das Ab- brennen von Feuerwerkskörpern innerhalb der Straften und Hosraiten der Stadt verboten ist. Zuwiderhandlungen sind in § 367 und § 368 des Reichs- Straf-Gesetzbuches mit Geld- oder Haftstrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme der Schußwaffe ein. Gleichzeitig machen wir die Händler mit explosiven Stoffen, Feuerwerkskörpern re. darauf aufmerksam, das; das Abgeben solcher Stoffe an Personen, von welchen ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere an alle Personen unter 16 Jahren verboten ist (Verordnung für das Großherzogtum Hessen, betr. den Verkehr mit Sprengstoffen, vom 21. Dezember 1893, § 26) und daß Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift nach § 367 des Reichs- Strafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. oder Haft bestraft werden. Gießen, den 27. Dezember 1904. "'.ostHerzog viamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Nachstehende Polizeiverordnung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnisnahme. Gießen, den 29. Dezember 1904. Großherzog! ■ • nciamt Gießen. Herberg. ^olsici-Derordnung betr. den Fuhrverkehr durch das Teufelslustgärtchen. Auf Grund des Artikels 56 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 8. Dezember 1904 für die Provinzialhauptstadt Gießen verordnet wie folgt: v- Das Befahren des vom Seltersweg abzweigenden Teiles des Teufelslustgärtchens darf nur in der Richtung vom Seltersweg aus erfolgen. § 2. Zuwiderhandlungen werden nach § 366 pos. 10 des Reichsftrafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Gießen, den 20. Dezember 1904 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Kalitische Tagesschau. Ein neuer militärischer Erlaß? Ein neuer militärischer Erlaß, als Vorbeugungs- mittel gegen S old atenmiß h an dtun g en, soll dieser Tage den Truppenteilen zur strengsten Befolgung zugegangen sein. Aus dem Inhalt der Verfügung wird mitgeteilt: Es soll fortan mit keinem Soldaten mehr kapituliert werden, der im bürgerlichen Verhältnis wegen Mißhandlung oder eines anderen Roheitsvergehens vorbestraft wurde. Ebenso soll mit allen Angehörigen des Heeres, die während ihrer Dienstzeit wegen Mißhandlung bestraft wurden, nicht weiter kapituliert werden. Wir finden diese wichtige Meldung in mehreren größeren Blättern, wie der »Voss. Ztg.", der „Tägl. Rundschau", der „ftrff. Ztg.". Die „Rordd.Allg. Zig." und der „Reichsanz." berichten von einer solchen Anordnung nichts. Da die offiziöse und offizielle Berichterstattung nicht eben Wert auf Schnelligkeit legt, so wäre das allein kein triftiger Grund, die Nichtigkeit der Meldung anzuzweifeln. Aber der ganze Inhalt des angeblichen Erlasses macht den Eindruck, daß es sich dabei um Wünsche, nicht um vollzogene Tatsachen handelt. Eine Richtigstellung wird wohl kaum ausbleiben. Paris—Madrid—Berlin. R. Berlin, 29. Dezember. Es kann nicht überraschen, daß die Politiker an der Seine aufmerksam werden auf die Annäherung Spaniens an Deutschland. Man argwöhnt wohl wieder einmal gewisse auf einen Anschluß an'den Dreibund abzielende Neigungen des Madrider Hofes. Bei der Entsendung des den Ruf eines gewandten Diplomaten genießenden Botschafters Cambon nach Madrid versicherten die dem Minister Delcassa nahestehenden Blätter, es werde diesem Botschafter g-lingen, die snanisch-französische Freundschaft so herzlich zu gestalten, daß der Abschluß eines Bündnisses erfolgen könne. Cambon hat diese Erwartungen bisher nicht erfüllt, doch mag das weniger an ihm als an König Alfons liegen, dem man grundsätzliche Abn -igung gegen ein offizielles Bündnis mit der Republik nach agt. Das pyrenäische Königreich ist aber bei der französischen Hochfinanz so stark verschuldet, daß die Patrioten an der Seine Unbehagen empfinden, wenn der Madrider Hof Fühlung mit Berlin sucht, das sich in Bezug auf Kreditgewährung wenig verdient um Spanien gemacht hat. Ministerkrise in Oesterreich. Die Demission des Ministerpräsidenten v. Körber wurde angenommen. Sein Nachfolger soll bereits ernannt sein. v. Körber konferierte am Donnerstag mit dem Frhrn. v. Chlumetzky. Es wird hervorgehoben, daß der Ministerpräsident dem Monarchen keinen Vorschlag bezüglich eines Nachfolgers machte. Es zirkuliert folgende- Ministerliste: Graf Bagnoi Ministerpräsident und Inneres, Graf Schönborn rIust-izminister, Feldmarschall-Leutnant Steinitz Landesverteidigungsminister, Tr. Herold tschechischer Landsmannsminister und Dr. Picntak polnischer Landsmannsminister. Die übrigen Portefeuilles bleiben mit den bisherigen Inhabern besetzt. Der Rücktritt Körbers wird keine Stockung in den Handelsvertragsverhandlungen mit Deutsch- land herbeiführen, da die Verhandlungen in erster Reibe von den Ministern des Handels und Ackerbaues geführt wurden, diese aber auch schon wahrscheinlich mit Rücksicht auf die Verhandlungen dem neuen Kabinet angehören würden. Aul dE Karleilaq dcrpr-us;. So,italö die Rede des Abg. Heine, welcher die Religion als ein wichtiges Bildung slmittel erklärte und den Besuch des heutigen konfessionellen Unterrichts zur Unterweisung in Religionsgeschichte und Moral gewünscht hatte. Tie m e i st e n Redner" wandten sich gegen die Ausführungen Heines, welcher schließlich erklärte, er meine nicht die heutigen Zustände, sondern den Zukunstsstaat. In der Abstimmung wurde der Antrag Heine gegen eine kleine Minderheit abgelehnit, dagegen die Anträge Zepler (Coedukation) und Braun-Borchardt (P rote st gegen den o r d s (p a t r i o t i s m u und mit ihnen die.' gesamte Resolution Arons einstimmig angenommen. Auch die Anträge Brubns (Protest gegen die Germanisierungst Wittich lZweckverbände oder Staatsbeihilfc für die Schullasten) und Thiele (Regelung des Schulwesens durch das Reich) fanden Annahme. Am Nachmittag verhandelte der Parteitag über den neuen preußischen Kontraktbruchsgesetzentwurf. Stadthagen referierte und schlug folgende Resolution vor: Der dem preußischen Abgeordnetenhaus? vorgelegte ..Entwurf eines Gesetzes betreffend die Erschwerung des Vertragsbruchs landwirtschaftlicher Arbeiter und des Gesindes" ist ein mit der Reichsgesetzgebung unvereinbares neues Ausnahmegesetz gegen die Kleinbauern, die ländlichen Arbeiter und das Gesinde. Dieser Gesetzentwurf sncbt diese Arbeiterklasse zu Gunsten der Großgrundbesitzer vollends zu entrechten und auf die Stellung mittelalterlicher Höriger und Zwangs- arbeiter herabzudrücken. Eine bis zur Unerträglichkeit gesteigerte Vermehrung des Elends der Kleinbauern, der ländlichen Arbeiter und des Gesindes, sowie eine Vermehrung der Leutenot wäre die notwendige Folge eines solchen Äusncck megefe'tzes. Gegen diesen Gesetzentwurf erhebt der preußische Parteitag den nachdrücklichsten Protest. Der preußische Parteitag fordert entgegen diesem Ausnahmegesetz: die rechtliche Gleichstellung der ländlichen Arbeiter i;nb des Gesindes mit den gewerblichen Arbeitern, Beseitigung der gegen die ländlichen Arbeiter i"nd gegen das Gesinde bestehenden Ausnahmegesetze, insbesondere des Gesetzes vom 2'. April 1854 und der Gesindeordnungen, Arbeiterschuh durch Reichsgesetz -für die ländlichen Arbeiter und für das Gesinde und ein volles gesichertes Koalitionsrecht. Tie traurige wirtschaftliche und rechtliche Lage der ländlichen Arbeiterbevöstkerung und das Bestreben der herrschenden- Klasse, die ländliche erwerbstätige Bevölkerung vollends rechtlos zu machen, legt den Parteigenossen die dringende Pflicht auf, die lündlich.e Bevölkerung über bic Mißachtung ihrer Rechte aufzuklären und ihnen die Notwendigkeit eines festen Zusammenschlusses zum gemeinsamen Kampfe gegen Ausbeutung und Reaktion ein- zuprägen. Der Parteitag fordert daher die Parteigenossen auf, mit allen Kräften die Organisation der Landarbeiter und des Gesindes zu betreiben, um die wirtschaftliche Notlage und die politische Unterdrückung des ländlichen Proletariats wirksam zu bekämpfen. In der Diskussion über diesen Punkt, die heute noch nicht beendigt wurde, sprachen zahlreiche Redner, namentlich aus dem östlichen Preußen, über die Handhabung des Landarbeiter- und Gesinderechts. Deutsches Neich. Berlin, 29. Dez^ Ter Kaiser em^stng heute den Hauptmann Franke von der südwestafrilanischen Schutztruppe. — Zur gestrigen Frühstückstasel bei den Majestäten war der Militärattache in Petersburg, Graf L a m b s d o r f, geladen, zur heutigen Prinz Heinrich XVIII. von Reuß mit Gemahlin, Botschafter Speck von Sternburg und Legationsrat v. Bülow. — Wie das „B. T." vyn informierter Seite erfährt, ist tn der Frage des G e r st e n - u n d Malzzolles zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland eine V c r st ä n - digung erzielt, in welcher aus die Wünsche der österreichisch-ungarischen Unterhändler hinsichtlich der Einfuhr der russischen Gerste in Deutschland nach Möglichkeit Rücksicht genommen wird. Es finden Verhandlungen der deut- chen Reicksregierung mit Rußland in dieser Angelegenheit statt. Von Rußland wird eine zustimmende Erklärung erwartet. — lieber das Verhalten des Schwurgerichtspräsidenten in Cleve gegenüber den Geschworenen ist von diesen eine Beschwerde an den Justiz Minister gerichtet worden. Landgerichtsrat Dr. Sarrazin hatte im November, nachdem die Geschworenen die Schuldfragen in der Verhandlung gegen zwei der Körperverletzung mit tätlichem Ausgange Angeklagte verneint hatten, in öffentlicher Sitzung an die Geschworenen eine Ansprache gerichtet, worin er erklärte, daß nach der einstimmigen Ansicht der drei Richter der Spruch der Geschworenen ein Fehlspruch gewesen sei, für welchen den Richtern jedes Verständnis abgehe. Unter dem 21. ds. Mts. hat der Justizminister auf die Beschwerde der Geschworenen die Antwort erteilt, daß die von dem Landgerichtsrat geübte Kritik nicht gebilligt werden könne und der Oberlandesgerichtspräsident in Köln ersucht worden sei, demselben dies zu eröffnen. Auskond. Toulon, 29. Dez. Die beiden Linienschiffe, die nach Marokko gehen sollen, sollen die „Charlemangne^ und die „3ena" sein. Paris, 29. Dez. Der Chef eines Laboratoriums, Osier, hat gestern dem Untersuchungsrichter das Ergebnis seiner Ermittelungen über den Tod Syvetons mitgeteilt. Tie chemische Untersuchung soll das Vorhandensein von 16 bis 17 Grad Kohlen-Oxyd ergeben haben. In etwa 5—6 Tagen wird es nach weiterer Untersuchung erst möglich sein, festzustellen, ob der Tod Syvetons durch Einatmen von Betäubungsn^itteln erfolgt ist. Dr. Barrey, der Schwager Syvetons, überreichte dem Untersuchungsrichter einen Brief des Dienstmädchens Syvetons an ihren Geliebten namens Spillmakers. Sie erklärt darin, daß Syveton ermordet worden sei. Das Blatt „La Preffe" findet eine Abweichung in den Aeußerungen Menards, Syvetons und des Dr. Karlmann. Dem „Temps" zufolge beabsichtigte Mönard Selbstmord zu begehen, als er von den Beziehungen Syvetons zu- seiner Frau vernommen hatte. — Der Untersuchungsrichter soll in einem Interview erklärt haben, ein SelbstmordSyvetons fei zwar möglich, aber die Ursachen hierfür seien nicht genügend aufgedeckt. Er betrachte feine Aufgabe als erledigt, wenn der gesamte Tatbestand aufgeklärt sei. Dies könne noch zwei bis drei Wochen dauern. — Wie verlautet, beabsichtigt der Justizminister den Artikel 410 des Strafgesetzbuches betreffend die Spielhöllen in Anwendung zu bringen. Durch diesen Entschluß würden sämtliche sogenannte Kasinos in Frankreich geschlossen werden müssen. Wien, 29, Dez. Graf Tisza traf heute von Budapest hier ein. Heute mittag wurde er vom Kaiser in Audienz empfangen. Am Nachmittag fand im Ministerium des Aeu- ßeren eine gemeinsame Ministerkonferenz über das Ergebnis der letzten in Berlin abgehaltenen Handelsvertragsberatungen statt. Falls schon heute die Beratung der Minister eine Einigung bringen sollte, wäre es nicht ausgeschlossen, daß die Vertragsunterhändler und Fachreferenten von Oesterreich-Ungarn sich noch heute oder morgen zur Wiederaufnahme der Handelsvertrags-Verhandlungen nach Berlin begeben werden. Prag, 29. Dez. Wie das „Pr. SgbL* meldet, wird Deutschland die Handelsverträge unbedingt in den nächsten beiden Tagen kündigen. Warschau, 29. Dez. In Jawieeze bei Czenstochan drangen etwa 4000 Demonstranten in die Ta bak-Fa brik '21. G. Günzberg ein und plünderten die Bureaus. Militär mußte requirirt werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Viele Ruhestörer, darunter mehrere Sozialistenführer wurden । ■■■■■■ 1 — Der Kriefl. Die Eroberung de8 Forts Erlungfchan u. a. vor Port Arthur. Tokio, 29. Dez. (Amtlich.) Von der Armee bei Port Arthur wird gemeldet: Ter linke Flügel und das Zentrmntz sprengten am 28. Dez^. 10 Uhr vormittags die Brustwehr in der Front des Forts Erlungfchan itt dieLuft und nahmen dann die Brustwehr mit Sturm. Sie erreickten unter dem Schutze von schwerern Geschütz und von Feldgeschützen^ trotz des feindlichen Feuers div Verteidigulcgsanlagen. Um 4 Uhr nachmittags ffcürnttenj wir und besetzten im inneren Forts die Liniis der schweren Geschütze; wir gingen dann bis zuH Kehle des Werkes vor, wo sich Iber Fein d schließlich nach hartnäckigem Widerstand zurückzog. Um V28 Uhr abends war das ganze Fort ErlungschüN in unseren Händen. Tokio, 29. Dez. (Reuter.) Die Verluste der Japaner bei der Einnahme des Forts von Erlungfchan werden auf 1000 Mann gejchätzt. (Der Korrespondent des Bureau Reuter bei der dritten japanischen Armee meldet, daß mit Einnahme des großen Forts von Erlungfchan 500 Mann Besatzung gefangen genommen wurden. Der dritte Teil der Besatziklng entkam.) Tie Eroberung de§ Erlungschanforts nordöstlich vöü Pnrt Arthnr »' beut't einen großen japanischen Erfolg. Jetzt ist die erste Bresche in den HauptfortS^ gürtel gelegt worden, während bisher nur Außenwerke den Russen abgnoinmen waren. Erlungschan gehört zu dem sogen. machten wiederum Blockade zu bre_, - andere wurde gleich vor der Hafen aus fahrt wcgge- verbindung steht. g. Dauernheim, 29. Tez. In einer der letzten Nächte entstand zwischen zwei verheirateten Männern von hier in einem WittSlokale Streit. Ans dem Nachhanseweg wurde der Streit fortgesetzt und einer vom anderen durch. Messerstiche erheblich im Gesicht verletzt. w. Birklar, 28. Dez. Der Winter, welcher seit einigen Tagen seinen Einzug gehalten hat und nun dem von mühevoller Arbeit erschöpften Landmann eine Zeit der Ruhe und Erholung bietet, kann leider die Bewohner unserer Gemeinde nicht erfreuen. Diese muffen von früh morgens bis spat abends tätig sein, um das nötige Wasser für die Familie und das Vieh zu besorgen. Die Wassersrage ist schon seit Jahren akut, hauptsächlich leidet der nord- und östliche Teil unseres Dorfes sehr darunter not. Obwohl sich hier 5 Gemeindebrunnen befinden, sind 4 davon f a st st et s ohne Wasser und wo nun Wasser hernehmen? Mit diesem Gedanken geht mau abends zu Bette und morgens wacht man wieder damit auf. Am SamStag wurde der Brunnen auch noch leer, aus dem man seither mittelst Wagen und Faß das Wasser für das Vieh sich geholt hat. Schließlich muß man am Sonntag noch mittels Fuhrwerk Waffer herbeifahren. Wie stände c§, wenn ein Brand auSbräche? Es wäre der Wunsch vieler Bürger, wenn die Regierung sich dieser Notlage annehmen und die Gemeinde zum Anschluß an das projektierte WafferleitungSnetz veranlaffen würde. g. Büdingen, 29. Dez. In verflossener Nacht wurde der Damm des zum Sandhof gehörigen großen Eisweihers durchstochen und sämtliches Wasser abgelassen. Der Besitzerin entsteht dadurch ein Schaden von ca. 300 Mk. Die Täter sind ermittelt. Der eine war früher Knecht aus dem Sandhof. RB. Darmstadt, 29. Dez. In der heutigen Stadt- Verordnetensitzung wurde u. a. mitgeteilt, daß der städtischen Sparkasse noch auS dem Jahre 1903 ein Heber- schuß von 27,300 Mk. zur Verfügung steht. Von diesem Betrag sollen 25,000 Mk. der Armenkaffe überwiesen und der 9ieft für Beschaffung warmen Frühstücks für bedürftige Schulkinder verwendet werden. — gu Mitgliedern des Ausschusses für die erste Wahl zum neuen Kaufmannsgericht wurden Kaufmann Philipp Jung mann, Hofuhrmacher Karp und für die Handlungsgehilfen die Herren Franz Brun und Karl Münch gewählt. Vorsitzender dieses Aus- schnffes ist Herr Oberbürgermeister Morne weg und deffen Stellvertreter Stadtrat Kalbfuß. — In der nichtöffentlichen Sitzung werden für Decoration der Straßen und Plätze der Stadt gelegentlich der Hochzeitsfeier deS Grobherzoglichen PaareS 20000 Mk. bewilligt. — Dem Pächter des städtischen Saalbaues wurde auf seinen Antrag die Miete für das letzte Geschäftsjahr nut Rücksicht auf die starke Konkurrenz sehr zurückgegangenen Geschäfte um 1000 Mk. ermäßigt. sd. Darmstadt, 30. Dez. (Telegramm des .Gieß. Anz.") Heute nacht um Vt3 Uhr brach in dem Kohlen- und Holzlager der Firma Groh nahe dem Güterbahnhof und dem städtischen Lagerhaus ein bedeutendes Schadenfeuer auS, das den größten Teil des Lagers vernichtete. Die umliegenden Lager und Gebäude konnten durch das energische Emgreisen der Feuerwehr vor allem Schaden geschützt werden. Erst heute früh um 9 Uhr rückte die Feuerwehr von der Brandstätte ab. WormS, 29. Dez. Daß der Heldenberger Raubmörder Oskar Hudde seiner Zeit auch schon als gewalttätiger Mensch von sich reden machte, dürfte wohl nicht allgemein bekannt sein Gelegentlich eines Maskenballes versetzte nämlich Hudde, Konzert, Gesangs- und komischen Vorträgen. DaS Matenal zur Metzelsuppe in Gestalt von zwei wohl gemästeten Borstenieren nebst dem vorzüglich numdenden „Stoff" des Gießener Brauhauses hatten die Geburtstagskinder „geschmissen". Ein großer Ehrisibaum trug der weihnachtlichen Stimmung Rechnung und launige Ansprachen halfen über das Fehlen der m letzter Stunde infolge Verhinderung des Theatcrpersonals abgesagten Theatervorstellung hinweg. Mit dieser Feier sind die diesjährigen 50er am Schluffe ihrer Festkampagne an- gelangt.H^ssis^or Landwirtschaftsrat. Am 5. Jan. eventuell am folgenden Tage findet im Gebäude der Großh. Zentralstelle in Darmstadt eine Gesamtsitzung des Hessischen LandwirtschustSrats statt. Auf der Tagesordnung stehen u. A. folgende Punkte: Festsetzung der AuSstellungs- Ordnung und deS Preisbewerbsplans der Landwirtschaftlichen Landes- Ausstellung. Die Deckung eines etwaigen Fehlbetrags event. die Verwendung eines etwa entstehenden Rechmmgs-Ueber- chuffeS der Landwirtschaftlichen Landes-Ausstellung 1905. Beschickung der Wander-Ausstellung der Deutschen Landwirt- chafts - Gesellschaft in München 1905. Anfrage deS Großh. Ministeriums, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, betr. den Entwurf eines Gesetzes, die Aenderung deS Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 betreffend. Rückäußerung des Groß. Ministeriums deS Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, auf den Antrag des ßanbroir?» schastsratS wegen Einführung einer Betriebs- und Umsatzsteuer für Großmühlen. Ergebnisse der Berufszählungen von 1882 und 1895 für die landwirtschaftliche Bevölkerung des Deutschen Reiches. Die Erweiterung deS Landwirtschaftlichen Instituts in Gießen. Abänderung der Tarifbestimmungen für Beförderung lebender Pflanzen (Obstbäume). Festsetzung von einheitlichen Mustersatzungen für die Zucht-Vereine. Erlaß einer Prüfungsordnung für Tierzuchtinspektoren. Neuregelung der Prüfungen landwirtschaftlicher Maschinen. *• Wie die preußisch-hessischen Staatsbahnen ihre Zeitangaben erhalten, dürfte nur wenig bekannt sein. Die Zentrale, die die Richtighaltung sämtlicher Bahnhofs- uhren zu bewirken hat, befindet sich aus dem Berliner Schlesischen Bahnhofe. Die Zentral-Sekundenuhr, die dort angebracht ist, hat die Ausgabe, durch Abgabe von Signalen an die einzelnen Stationen die Regulierung der Zeitangaben zu vermitteln. Es geschieht dies mit Hilfe eines von der Eisenbahnverwaltung höchst sinnreich hergestellten automatischen Vermittelungsapparates, durch den jeden Morgen ein Zeitsignal aus sämtlichen Eisenbahnstationen mit der Genauigkeit einer Viertelstunde aufgenommen werden kann. Die Richtighaltung der Zentral-Sekundenuhr auf dem Schlesischen Bahnhof wird durch die Gesellschaft .Normal-Zeit" reguliert, die wiederum mit der königlichen Sternwarte in direkter Kabel- Verdacht klären wird. Der hiesigen Staatsanwaltschaft ist, nach unseren Erkundigungen, nichts davon bekannt. Jedenfalls ist der in Worms Verhaftete nicht der gesuchte Hudde. •• (£tn Selb st Mörder. Gestern abend entfernte sich aus der Kaserne ein Soldat der 6. Kompagnie tzes hiesigen Regiments im Drillichanzug. Nach Eingang des letzten Zuges von Fulda fand der Bahnwärter an der Licherstraße die auf den Schienen weithin total zerriffene Leiche des Soldaten vor dem Walde auf dem Bahngeleise. Er hatte I sich vor den Zug gelegt und sich überfahren lassen. Das Motiv der Tat war jedenfalls, wie man aus bei der Leiche oorgefundenen blutbesprihten Briefen glaubt schließen zu sollen, Heimweh. Der junge Mann hatte die Weihnachtstage wegen eines kranken Fußes in der Kaserne zubringen müssen und deswegen auch keinen Neujahrsurlaub erhalten können. Seine Angehörigen daheim aber hatten ihn sehnlichst erwartet. e. Ein Wechselfälscher. Bei einem hiesigen Bankier I erschien gestern Nachmittag ein Handwerker aus einem benachbarten Dorfe und erhob gegen einen Wechsel 200 Mk. Als er sich mit dem Gelde entfernt hatte, stellte sich heraus, daß der Wechsel gefälscht war. Der Fälscher wurde noch am Bahnhof betroffen und verhaftet. *• Die 50er (1854 — 1904) feierten am Donnerstag abend im Beisein ihrer Frauen in Leibs Saal die Geburts- läge der in den Monaten November und Dezember 1854 I geborenen Altersgenossen in Form einer Metzelsuove mit finh Darnach würde auch der lwlländffche Markt in Betracht kommen. An Geld fehlt es ja den Holländern nicht. aber die Stimmung den Russen günstig ist, und ob nicht gerade die lwlländischen Kapitalisten und Kaufleute, von Alters her bc- riibnrt durch ihre kühle Vorsicht, cur Riscko wittern, das muß der Erfolg lcltren. Nach dem „Berl. Tagebl/.' beziffert man den Betrag der Arüeihe auf ungefähr 12000 M rllr on en #y r c 5., von denen 400 Millionen in D e u t s,ck l a n d imter?nbnngen sein würden. Endgiltig abgeschlossen ist »kdoch bic Anleihe noch nicht. _______——r- Lreu^rg Abschnitt in der Nordfront der )restung. Es hegt | zwischen den .»^mansch an-Werken und dem .etwas Aurückgescho- denen Fort Tsciwsuisau. Ta letzteres ssch seit dem 26. Nov. mlmrire — and) der Hauptnmll — in spanischem Bentz befmdit w wird die völlige (Simtahnte auch dieses Werkes und damit die Durchbrechung der nördlichen Verteidigungslinie itt größerem Umfange nnnmebr sehr erleichtert werden . . Tschifv, 29. Dez. (Reuter.) Das Ergebnrs des allgemeinen Angriffes auf Port Arthur, der am 25. Dez. begonnen halte, ist, daß die Japaner ihre ^iinen bedeutend näher an Liautischan heranziehem — Ehrnefeu, die gestern von Bort Arthur abgefahren sind, berrmtert, daß eine an Zahl dem Feinde bedeutend unterlegene rmssifche Abteilung die Gräben drei Tage lang bis aufs äußerste verteidigte und sich Kurückzog, als es der japanischen 2lrtillerie gelang, ihre Stellung zu bestreichen, ^tc Russen hätten sich dann nach Tschingkakoa zurückgezogen. Aus Dalnp hier eingetroffeite Japaner berichten, die Belagerer hätten nach einer Reihe von Nachtangriffen einen Hügel Namens Yangthuban genommen, dessen Besitz sie in den Stand setzte, die Landverbrn- dungen zwischen Liautischan im Süden und Itzcschaw und Äntschan im Norden zu stören. Während der nächtlichen Angriffe war bei den Japanern Verwirrung em- getreten, sodaß sie aufeinander feuercken. Ste hätten sich schließlich zurückgezogen, als der Mond auf- ging, und ihren Jrrtmn erkannt. In der letzten Zett machten wiederum zwei Dampfer den versuch, dte en, der eine mit Erfolg, der Ans Sübwcftafrifta I Francois und Leutwem. Nachdem Hauptmann v. Francois am 23. N^ar nach einer Auseinandersetzung mit Major Leut wie r n> die Tntppe verlassen hatte, ließ letzterer dieselbe antrvten unb teilte bett Mannschaften mit, daß er. (entgegen dem Man des Hauptmanns v. Francois, der ein solches Vorgehen nach den bisherigen Erfahrungen für unausführbar hielt) die N au kl u ft mit Sturm nehmen werde. Ms. er darauf Freiwillige aufforderte, vorzutreten, hat nur ein Mann vor. Ein llttterofsizier erklärte dann tm Namett der Mannschaft, daß die Truppe keine zum deutschen Heeresverbattde gehörige, sondcint eine Privattruppe der Deutschen Kolonialgesellschaft sei. daß die Mann.chaften ohne sonstige militärische Verpflichtungen ledtgltch durch schriftlichen Kontrakt mit der Detttschen Kolonralgeselsichaft auf die Person des Hauptmanns v. Francois verpfltchtet seien, daß sie daher in einer Abberufung des .vmupt- manus v. Francois und dessen Ersetzung durch Motor Leutwein einen Eingriff tu ihre kontrjaktltch fefd- gelegten Rechte sahen und den Major Leutwein nicht als Führer anerkennen könnten. Es kam zu einer erregten Szene, in der Major Leutwein unter anderem drohte, die Geschütze auf die Sieute jtt richten und sie als Meuterer nL e d er s ch r e ß e n zu lassen. Schließlich gab er aber doch das Kommando wieder an den zurückgerufenen Hauptmann v. Francors ab Den Vorwurf der F-eigheit, der aus der Schilderung der „L N. N." herausgelesen werden tann, verdienen die alten' Francois-Soldaten, die mit ihrem tapferen Führer ! unter den härtesten Entbehrungen durch dick und dann gegangen waren, nicht. Es war allein die Liebe zu dem bewährten und allseits verehrten Führer, die die Mannschaften gegen eine in ihren Augen ungerechte Abberufung oesselben protestieren ließ. Es scheint, daß man versäumt I hatte, Major Leutwein in Berlin vor seiner Abreise über die Organisation der von ihm in Südwestaststka zu übernehmenden Truppe genügend aufzuklären, nnb daß dadurch sein nicht ganz geschicktes Auftreten geizen Francois unb dessen Truppe sich erklären läßt, daß dre als Meuterei erscheinende Widerspenstigkeit der Mannschaft zur Folge hatte. Die bald danach von der Walfischbai hier em- trefrenben 400 Mann Kavallerie waren eine kaiserttche Truppe, im Gegensatz zu der Francoisschen Privattruppe. Was Francois' viel zu schlvache Truppe — nur etwa 250 Mann — geleistet hat, ist vielfach unterschätzt worden Man bedenke nur, daß diese Trrrppe zum größten Terl unberitten war und zu Fuß dur'ch die sübwestafrikanrschen Steinwüsten und Sandsteppen die gutberittenen scharen Witbois zu verfolgen hatte. Trotzdem waren Witbois Kräfte schon ziemlich erschöpft, als die vom Major Leutwein erbetene Verstärkung von 400 Reitern eintraf. Es wäre ungerecht, das von Francois Ge-lcistete nicht anerkennen zu wollen. — Der Gewährsmann be5 erwähnten Blattes schließt feine Darlegungen mit einer kritischen Gegenüberstellung der Eingeborenenpolitik Francois' und Leutweins. Er sagt: Der große OZegensatz Mischen der Francoisschen Taktik gegen Witboi und der von Leutwern befolgten war der, daß Leutwein, seinen vom grünen Tisch erhaltenen Jnstruktioneri gemäß, Frieden um jeden. Preis haben woNte. Francois dagegen den begonnenen Kampf mit der völligen Niederwerfung der Witbois beenden wollte. Francois' Eitigeborenenpolittk war die allein richtige, die der gewaltsamen Niederwerfung jedes» Widerstandes: die ein Jahrzehnt lang für bewährt gehaltene Leutweinsche dagegen die der Nachgiebrgkert, Mrlde und Versöhnlichkeit. Francois hätte Witbor hängen lassen; Leutwein machte ihn zu einem „Freunde" des Deutschen Reiches. nomm en. Aus bet Mandschurei Tokio, 29. Dez. Das Hauptqnarner der Mandschurer- Armee meldet: Am Dienstag um 3 Uhr nachmittags beschossen russische sckpvere und Feldgeschütze dre Eisenbahnbrücke und denSchaho und die Umgebung der Statton. Die russischen Geschütze m^Talientun _ beschossen Ebihsiangtun unb Schulintzu. Die ru, sr sch c Kavallerie griff Heilintun bei Sonnenuntergang bev- selben Tages au, wurde jedoch durch japanische Kavallerie zurückgeworfen. Um Vs9 Uhr abends umzingelte die russische Kavallerie die japanischen Vorposten, die aber, nachdem sie Verstärkungen erhalten hatten, die Russen vertrieben. Unsere Verluste sind unbedeutend. Petersburg, 29. Dcz. Nach einer Meldung aus Peking hat Japandort vorgeschlagen daß die südliche „t an- j dschurei von chinesischen Truppen beietzt werbe, da Japan wünscht, seine Feldarmee vom EtappendienN zu ent lassen. China oerlmgte herauf Garantien dasur, daß die Provinz dauernd in seinem Besitze verbleibe. m.- e t er bu r a , 29. Dez. Der Korreipvnbent der Nowoie I Wremja telegraphiert aus Charbin, daß der erbliche Ehrenbürger Staroschenski auf Befehl Kuropatsins aus der Mandschurei aus gewiesen worden ist. ^tarowwnskc sollte den Transport der Med^amente für die Lazarette be-> „Jwten Kreuz" südlich von Charbin besorgen. Durch einen Zufall kam man daraus, daß die von ihm transportierten Kisten n t d) t Medikamente, sond ern Branntwein enthielten. Starosck>enski soll diese Art von Schnmggel längere Zeit betrieben und sich dabei ein ic6r grobes Vermögen erworben haben. I , Zapanffche Verluste. Tokio, 29. Tez. Deute wurde wiederum eine VerlnAiste derösfentlicht, nach welcher 49 Offiziere, vom Ebcrft, ab- zvärts, gefallen und 58 ebensolche Offiziere verwundet und. Von den Eeschwaderu. London, 29. Dez. Einem bei Lloyds erngegangenen Telegramm aus Batavia zufolge wurde heute nachmittag bei Anger I an der Sundastraße ein Kriegsschiff gesichtet, welches die spanische Flagge führte. » aag, 29. Dez. In der ersten Kammer eriuäitc van Nierop den Minister der Kolonien um Mitteilungen hinsichtlich der von dem „Times"-Korrespondeuten in Tokio gchr^chten betreps bei baltischen Flotte und des DafenS von Sabang. Er fügte hinzu, obwohl er diese Nachricht für falsch halte und er in den Zeitungen bereits, ein wahrscheinlich halbamtliches, Dementi geleien baue, erscheine ihm doch eine amtliche Erklärung wünschenswert, -i-cr Minister wird die Antwort morgen erteilen. Tas dritte baltische Geschwader. Seit Anfang- Dezember herrscht auf der Libaucr Staats-, /verft. wie unser G. K.-Mitarbeiter über Kiel von vorzüglich unterrichteter Seite erfährt, eine fieberhafte Tätigkeit. Eine große Anzahl unter vorteilhaffn Bedingungen engagierter deutscher Techniker, Schlosser, Dreher und anderen gelernten Arbeiter, die früher auf den Kieler Germania- .vonxlldt- und kaiserlichen Werften beschäftigt waren, ist bemüht, die Ausbesserungsarbeiten an den noch auf der Heimatsstation verbliebenen einigermaßen kriegstauglichen Schiffen nach Möglichkeit zu fördern: es gilt, die Ausrüstung des sogenannten „dritten , dem Befehl des Vizeadmirals Birilew unterstelllen Geschwaders so zu beschleunigen, daß die Ausreise nach Oitasien spätestens Mitte Februar angetreten werden kann. Wenn auch zu dem genminten Termin erst eine Hälfte der zur Verstärkung Admiral RosAtest- wenskis bestimmten Ergänzungsgeschwaders seebereit sein durste, so sind doch bereits alle verfügbaren Marinereserven, wwie, neben einer beträchtlichen Anzahl unausgebildeter Rekruten, viele ältere Mannschaften der Schwarzen Meerflotte in Libau zusammengezogen worden. Stuiil iinii La»»d. Gießen, den 30. Dezember 1904. *• Unser künstlerischer Wandkalender für da§ 3abr 1905, ein Werk des bekannten hervorragenden Karlsruher Kunstmalers Prof. Franz Stein, wird heute durch unsere Träger und Zweigstellen den Stadtabonnenten übermittelt. Unsere auswärtigen Leser werden den Kalender zu Anfang der nächsten Woche erhalten. ^Raubmörder Hudde verhaftet". Unter dieser Spitzmarke lesen wir in der „Wormser Ztg." : Gestern abend wurde hier in Worms ein Mann verhaftet und wieder freigelassen, aber heute vormittag auf der Westhofener Cchanssee von neuem verhallet, da man hinter dem Unbekannten den Raubmörder Hudde vermutet. Das Aenßere des Mannes soll der Beschreibung und seinem Bilde entsprechen. Heute nachmittag wird der Mann einem Verhör unterzogen, dessen Verlauf den Diese erste Division wird bestehen aus: Dem 1882 vom Stapel gelaufenen 1897/99 rekonstruierten Panzerkreuzer 1. Kl. „Wladimir Monom ach" (Deplacement 5754 I Tons, Geschwindigkeit 15 Knoten. Kohlenfassungsvermögen 400 Tons), den 1893, 1894 und 1896 gebauten Kustenpanzerschisten „Admiral Uschakoff", „Admiral Sfenjawin" und „General-Admiral I Apraxin", (je 4126 Tons; 16 Knoten; 400 Tons), dem 188.) > gebauten Linienschiff 2. M. „Imperator Nikolai L", <'9672 Tons; I X5,9 Knoten; 1200 Tons^, dem aus dem Jahre 1895 stammenden Hochfeekanonenboot „Chrabri", (1735 Tons; lljhtoten; 200 T.Y | den kürzlich erst fertiggestellten Torpedobootszerstörern „Gromki", „Gromjcschtschi" uiü> „Grofsni", (je 350 Tons groß, Geschwindigkeit 27 bis 30 Knoten), drei Hochseetorpedobool"n und einer Anzahl von Transportschiffen, worunter sich auch die süns. durch I Vermittelung des russischen Vizekonsuls Diederichfen in Kiel an Rußland verkauften Dampfer der Bremer Gesellschaft „Hansa" befinden dürsten. Tie Armierung dieser Schiffe ist zum Teil fehl minderwertig, doch liefern Krtipp und die französische Geschützfabrik von Canet noch andauernd größere Schiffsgeschütze für das dritte Geschwader, die meistens über Antwerpen verschifft werden, wahrend die Putilowsche Fabrik für die llein- kalibrige Bestückung in Anspruch 'genommen wird. Die zweite Division wird frühestens Eirde April austaufen türmen. Es ist möglich, aber trotz der russisch-offiziösen Behaupt^ ung kaum sehr wahrscheinlich, daß bis dahin eines der viel- geÄhmten 16 500 Tons Linienschiffe — entweder „Andrei Per- vvzzanni" oder „Imperator Paul" soweit fertig ist, um nach notgedrungen kurzer Probefahrt nach Ostasien abzugehen. Jeden-1 falls aber wird diese zweite Divsswn umfassen: Tas 1903 vom Stapel gelaufene Linienschiff „Slawa" (13156 Tons, 18 Knoten, 12 500 Tons Kohlenfas'!ungsvermögen), den 1885 gebauten geschützten .Kreuzer 2. Kl. „Rynda", (3o08 Tons, 15 Knoten, 700 T.), 8 bis 10 Hochseetorpedoboote, einige Hilfskreuzer der freiwilligen Flotte und wahrscheinlich 5 bis 6 Unterseeboote vom verbesserten ^T durch ihn auch Frau Syveton schon längst das Verhältnis Syvetons zu seiner Sticstocktcr kannten. Wien, 30. Dez. Aus Przemysl wird telegraphiert, daß dort im Korridor des Gymnasial-Gebäudes ein Schülers der 7. Klasse den Prof. Clemes Hlibowicki, von dem. er sich verfolgt glaubte, erschossen hat und durch einen zweiten Schuß sich dann selbst schwer verwundete. Wien, 30. Dez. Der Kaiser hat Körber mit bet' interimistischen Leitun g der Geschäfte betraut, ihn! aber nicht aufgefordert, ihm betreffs seines Nachfolgers Vorschläge zu machen, sodaß auch Körber nicht weiß, was! die nächsten Tage bringen werden, doch versichert er, daß weder Gautsch oder Wittek an die Spitze des neuen Kabinetts treten werden. Auch vom Grafen Schönborn ist- keine Rede mehr und es bleibt nur noch Buqoi als wahrscheinlicher Nachfolger Körbers übrig. Die Lösung der Mü- nisterkrisis wird sich wahrscheinlich bis zur Rückkehr des Kaisers aus BuLapest, die in etwa 10 Tagen erfolgt, hin? ziehen. Petersburg, 30. Dez. Admiral Roschdjest»-' wenski wurde zum Kommandanten der gesamt- ten russischen Flotteim StillenOzvan ernannt^' — Fürst Wassischilofs ist zum Ehes des russischen Roten Kreuzes an Stelle Alexandrowskis ernannt worden, welcher^ seine Demiflion gegeben hat, angeblich infolge der finarv-! ziel len Schwierigkeiten des Roten Kireutzes^ Dasselbe hat seit Beginn des Krieges 25 000 Betten für die Lazarette ausgerüstet. Augenblicklich beginnt sich Mangel an Geldmitteln fühlbar zu machen. Moskau, 30. Dez. Kaiser Wilhelm hat an den' hiesigen Verein deutscherReichsangehöriger folgende Depesche gerichtet: Ich spreche dem Verein zu seinem 2bjah- rigen Bestehen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Möchten die Bestrebungen des Vereins aus dem Gebiete patriotischer Wohltätigkeit auch fernerhin dazu beitragen, das gute ©in- vernehmen zwischen dem Auslande und Deutschland zu fördern. Wilhelm. Ne wy o rk, 30. Dez. Unter der Anschuldigung, an den Ermordung Mac Kinleys teilgenommen zu haben,, wurde in St. Louis der Anarchist Settig f e |1 •* genommen. Er rühmte sich, daß er Czolgosz die Mord--i waffe gereicht habe. Sättig war schon gleich nach dem. Attentat verhaftet worden, mußte aber aus Mangel an Beweisen wieder freigelaffen werden. Telephonischer Kursbericht. F nnkfnrt a. W., 30. Dezember. 3Va% Reicheanleihe . . 101.85 30/, do. . . . 90.10 SV,0/0 Konsole . . . 101.65 3°/0 do......90.15 Hessen .... 100.10 3V9% Oberheseenj . . . 100.05 4% Oesterr. Qoldrente . . 98.50 3O/o Mexikaner . . 41/2*1/0 Chinesen . „ Electric. Sch ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktieti . . . Diskonto-Kommandit. Darmstadter Bank . 4x/6% Oesterr. Silberrente 101.65 4% Ungar. Goldrente . . 100.80 40/^ Italien. Rente , . . 99.80 4V, % Portugiesen ... 104.70 SO/ Portugiesen. .... 64.00 1 % C. Türken . . . . 63.45 Türkenlose ...... Dresdener Bank . k Berliner Handelsgeft. Oesterr. Staats bahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Lanrahütte . . . . Bochum . . . . . 4°/q Griech. Monopol.-Anl. 48.15 Harpener . 4’/,% äussere Argentiner —.— Schatzscheine Tendenz: schwächer. » 333^ . 91.90 . 124.50. . 102 80 . 212 75. . 193.20' . 143.60 . 158.20 . 165.00 . 140.30 . 17.40- 25850 . 232.75 . 211.20) Todes-Anzeige Gießen, Liebigstraße 68, den 30. Dezember 1904. i Aie tieftrauernde Schwester Auguste Brandes. Die Beerdigung findet ScimStag den 31. Dezember, nachmittags 3 Mr, von der Kapelle des neuen Friedhofes au§ statt. 8991 Gestern entschlief sanft meine innigst geliebte Schwester Jbertine Brandes Oppenheim und Gießen, den 29. Dezember 1904. 8988 Die Beerdigung findet Samstag den 31. d. M., nachmittags V24 Uhr, in Oppenheim statt. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder und Schwager, der Gr. Aktuar Christian Weller an einem Herzschlag plötzlich verschieden ist. Die tranerndert Hinterbliebenen. euigdAofi- 8977 Zum Sylvester-Abend 11UMMWM nid A hflMnnf A1 I I r*Y3 I I an, joU im Övüninger und 25 cm Durchm. und zu empfehle meine bekannt guten 34 cm Durchm. und 55 -u Berliner Pfannkuchen bis zu 13 cm Durchm. 124 UNd Rüst' Dorsgill' 8946 6 Zimmer 8981 ferner Hftiut PnnsMkiW, js. lortcn«. Arich» ( au. 41. Gynz- Haggenmüller. von betamUer Güte. Seitenbau ist das seither von 8956 07629 zu vermieten. Krisch geschossene A ■■■ 1—I xiasen 2 Zimmer Krau «lotz, Mänsburg 17. Die Geburt ihres zweiten Jungen zeigen hocherfreut cm 07647 Emil Fischbach. Lauterbach, den 29. Dezember 1904. 7536 Ergründet 1826. Telephon 262 D Marktplatz 17. Marktplatz 18, III. 07664 8974 ab. und Kreppei 8987 Für Sylvester 8884 mieten. Earl Herber, SelterSweg 58. 8984 Konditorei J. Krämer, Neuen Däne. empfehle Der Vorstand 07657 *P-S WjSC/) fr. & 8986 UGWvWk- Mietgeluche T.ii uevknufcit ^JNKa' Lit A. 91t. 52 A Mk. 400 LiV B. 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