Nr. 177 täglich außer Sonntag*. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gießener Familien. Blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck tu Verlag der Brüh l'sehen Univers^Buch-u. Stein- brudtrd. 9t Lango. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Vietze«. Fernsprechanschluß Nr. dl. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 30. Juli 1904 Gietzener Anzeigers General-Anzeiger w *svss”- Verantwortlich tot Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen 8KZ immmmmmmmmmm— IU.„. _ zeigenteil: Hans Deck. Ale heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. Zum Attentat auf Meöwe. M Nachfolger Plehwes int Ministerium des grmem werden in Hofkreisen Witte, der gegenwärtige stellvertretende Minister Durn o v o (der Gehilfe Plehwes) und der J'ustkzminister Mura wiew genannt. Witte dürfte bei einiger Unterstützung der Hofpartei die meisten Chancen haben. Durrwvos Provisorium als Verweser des Ministeriums des Innern wird nur wenige Tage dauern. An dem System wird nichts geändert werden. Nach Empfang der Unglücksboffchast, die ihn furchtbar erschütterte, begab sich der Zar in seine Privatgemächer, um erst am Nachmittug wieder zu erscheinen. Der Kaiser schien in jenen wenigen Stunden um Fahre gealtert zu sein. Mehrere Großfürsten und Staatsminister sowie hohe Polizeibeamte, wurden sodanN nach Peterhof berufen und kehrten abends nach Petersburg zurück. Es wurde beschlossen, daß Plehwe ein Staatsbegräbnis mit außerordentlichen Ehrenbezeugungen erhalten soll. Der Zar will selbst trotz des dringenden Abratens aller seiner Ratgeber, dem Sarge bis zum Grabe folgen. Auf die Vorstellungen., welcher Gefahr er sich, dadurch aussetze^ soll der Zar erwidert haben: war sowohl mein Freund wie geschätztester Ratgeber. Meldungen aus Petersburg bestätigen, daß der Zarin, deren Niederkunst stündlich zu erwarten ist, das Attentat au’ Plehwe geheim gehalten werden sollte. Sie erfuhr e§ trotzdem zeigte aber große Faffung. Glaubwürdig wird erklärt, daß bald nach dem Anschlag auf Plehwe ein Mitschuldiger des Mörders verhaftet wurde. Derselbe hatte sich am Obwodny-Kanal aufgestellt, um einen zweiten Mordversuch zu machen, falls der erste mißlinge. Nach der Explosion der Bombe mietete er ein auf dem Kanal liegendes Boot zur Spazierfahrt und warf während der Fahrt einen anscheinend schweren Gegenstand ins Master. Der Bootsmann schöpfte Verdacht und ließ den Fahrgast verhaften. Der ins Master geworfene Gegenstand wurde von Tauchern herausgeholt und erwies sich als eine Sprengbombe. Der Mörder weigert sich hartnäckig, seinen Namen zu nennen. Der Mörder PlehweS wurde nach einer Unter» suchungszelle überführt. Die Operation ist gelungen, 1 sein Leben ist außer Gefahr. Die Petersburger Polizei glaubt, daß sowohl der unmittelbare Attentäter wie das andere Individuum, welches nach dem Attentat eine Bombe in die Newa zu werfen suchte, einem Charkower Nihilistenbunde angehören, welcher über Mittel zur Fabrikation von Bomben neuesten Stils verfügt, die nicht mit der Hand, sondern mit einer kleinen Schleuder geworfen werden. In dem Verhör enthüllte der Attentäter die Tatsache, daß die Revolutionäre eine lange Liste von zum Tode verurteilten Würdenträgern aufgestellt hätten. Außer dem Zaren stünden noch auf der Liste der Prokurator des heiligen Synod, Pobjedonoszew, der neue Gouverneur von Finland, Bedobrajew und andere. Die russische Polizei in Helsingfors behauptete vor vier Tagen, eine weit verzweigte Verschwörung gegen Plehwe entdeckt zu haben. Der Sitz sei Petersburg, die meisten Beteiligten seien Finländer. Zahlreiche Verhaftungen seien bereits vorgenommen. Die Polizei sei überzeugt gewesen, die Häupter dieser Verschwörung entdeckt zu haben. Alle Pariser Blätter bringen tief empfundene Nachrufe, in denen sie Plehwe als Mann der Ordnung charakterisieren, dem seine kurze Wirkungszeit als Minister nicht gestattet habe, seine eminenten Fähigkeiten zu entwickeln und die groß angelegten Reformen durchzuführen, welche er jetzt seinem Nachfolger habe überlasten müssen. Diese Aeußerungen der Zeitungen sind doch wohl bezeichnend für die Gebundenheit der russischen Presse. In London machte die Ermordung Plehwes einen tiefen Eindruck, erweckte aber keine Sympathien mit dem Ermordeten. Im Gegenteil ist eine gewisse Genugtuung unverkennbar. Die Leitartikel der Morgenblätter sind durchweg auf diesen Ton gestimmt, wenngleich die Mordtat selbst aufs allerschärfste verurteilt wird. Die deutsche Presse ist in der großen Mehrheit auch der Meinung, daß der Tote mit seinen strengen Maßregeln zu viel Haß gesäet hatte, als daß, wie die „Tgl. Rundsch." sich ausdrückt, in dem ausgehungerten Lande nicht ein Desperado sich hätte finden sollen, den es gelüstete, aus eigene Faust Vorsehung zu spielen. Ser Krieg zwischen Japan und Rußland. Ein russischer Hinterhalt. Wie General Kuropatkin dem Kaiser unter pem 29. Juli meldet, legten am 27. Juli eine Freiwilligenabteilung und Ko- Efe2J. ?i?r rapauischen Aufklärungsabteilung 13 Werst südlich von Thawnan einen Hinterhalt, ließen sie vor- beimarschieren und eröffneten dann das Feuer. Zwölf Japaner wurden getötet und 20 verwundet; zwei Verwundete wurden gefangen genommen, .beide vom zweiten Regiment. Kuropatkins Gesundheit. Kuropatkin telegraphiert, daß er nicht verw'wdct sei, sondern sich wohl befinde. Japanische Spione. . Weiter wird aus Mulden gemeldet, daß, nachdem als Chi- neien verleidete Japaner von den Bergen aus die Bewegungen r ^Eischen Truppen beobachteten und durch Signale Weitergaben, Kuropatkin den Befehl gegeben habe, solche Spione im Betretungsfalle ohne weiteres niederzuschießen. Die Kolonne des Generals Sarubajew, die in der Gegend von Haitscheng von einer japanischen Ueber- macht bekämpft wurde, suchte bisher vergebens das Gros der Armee Kuropatkins zu erreichen, die sich nach Norden zurückzieht. Sarubajew hofft, daß es Kuropatkin dank der Verstärkungen, die er eben erhält (16. und 17. Korps) gelingen werde, me Japaner im Osten so zu beschäftigen, daß sich Sarubajew der Umklammerung werde entwinden können. Die letzten Kämpfe. „.^bneral Oku berichtet, daß nach einer Mitteilung gefangener russischer Offiziere General Kuropatkin an den letzten Kämpfen teilgenommen hat und daß die Generale Sa ka le witsch und Kudradewitsch bei denselben verwundet wurden. Die russischen Verluste betrugen etwa 2000, die japanischen gegen 1000. Die Einnahme von Nintschvang. Aus Niutschwang eingetroffene Personen berichten, daß die russischen, Truppen am Morgen des 25. Juli die Stadt räumten unter Mitnahme der Vorräte, der Verwaltung und des ganzen rottenden Eisenbahn Materials. Nach dem Abzüge begannen chinesische Truppen die Bahnhöfe und andere Gebäude zu plündern. Japanische Abteilungen in der Stärke von 120 Mann drangen nachmittags 5 Uhr in die Stadt ein und besetzten me öffentlichen Plätze und die Verwaltungsgebäude. Die ckinc- stschen Behörden gingen den Japanern entgegen. Die in Niutschwang verbliebenen russischeuUntertanen stehen unter dem Schutze des französischen Konsulats. Alle Wert- sachen der Filiale der russisch-chinesischen Bank sind vorher fortgeschafft worden. Zur See. Tschifu eingetroffene Flückstlinge berichten, daß in der Nacht zum Donnerstag . ein japanischer Kreuzer und ein Kanonenboot durchMinen zerstört wurden. Heute traf eine Dschunke mit 30 Ausländern aus Port Arthur ein. Diese gaben an, daß am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag heftige Kämpft zu Lande und zu Wasser im Osten und Nordosten von Port Arthur stattgesinrden haben. Sie glauben, daß der Hauptangriff bevorftehe, und versichern, daß die BescAeßung der Stadt am Donnerstag ohne Beispiel seit Begimi der Be- laaerung gewesen fei Dre Russen hätten das Feuer nickst sehr lebhaft erwidert. .Der Marschall Tyana, der mit dem Gencral- tabe am Dienstag Dalnt? verlassen habe, leite persönlich die Operationen. Die Flüchtlinge bestätigen hier umlaufende Gerüchte über den schlechten Zustand per japanischen Flotte und erklären, daß die Vorräte an frischem Fleisch in Port Arthur erschöpft seien. Die Truppen erhallen nur noch gesalzenes Fleisch, wahrend die Nichtkombattanten hauptsächlich von Mehl, Hafer und Reis lebten. Beschlagnahme von Schiffen. Petersburg 29. Juli Ein Telegramm des Admirals Skrydlow an den Kaiser unter dem 28. Juli besagt: Am 28. Juli traf in Wladiwostok unter dem Kommando des Leutnants Wladislawlow der d en tsche Dampfer „N r a b i a" ein, der von der Kreuzerabteilung 22 100 Meilen nördlich von Pokv- hama angehalten wurde. Bei der Einsichtnahme in die Schiffspapiere ergab es sich, daß der Dampfer außer anderen Frachten gegen 1200 Tonnen verschiedenen Eisenbahn Materials und 20 500 Sack Mehl an Bord hatte, di-e.für die Häfen Yokohama, Kobe und Nagasaki bestimmt waren. Das Vorhandensein von Frachten auf der „Arabia", die von der kaiserllchen Regierung als Kriegskonttebande erklärt sind, veranlaßte den Kontre- admzral Jessen, den angchaltenen Dampfer nach dem nächsten russischen Hafen Wladiwostok zu senden, um ihn dem dortigen Pniengericht zu übergeben. .London, 29. Juli Im Unterhause erklärte »auf eine Infrage Balfour, das russische Kriegsschiff „Dmi'tri Donskor" lei in Port Said mit 500 Tonnen Kohle versehe» wordm, um nach der Erklärung des Kommandanten bireft über Cadiz nach Kronstadt zu gehen. Trotzdem habe das Schiff wäb- rend der nächsten drei Tage sechs Kauffahrteischiffe darunter Awei englische, angehalten und die Papiere geprüft. Nach Anucht der englischen Regierung sollen m Zukunft Schiffe ferne Kohlen mehr erhalten, die sich nicht verpflichten, sie nur zum Zwecke zu gebrauchen, den sie bei der Bestellung an» geben. Washington, 29. Juli. In hiesigen amtlichen Greifen iK man der Meinung, daß die Versenkung von neutrale n S ch i f f e n im W i d e r s p r u ch mit allen Grundsätzen des Völkerrechtes stehe und nicht ohne scharfen Protest durchgelassen werden dürfte. Die Vertreter von den Eigentümern der Ladung des „K n i g h t Commander" hatten heute mit dem Leiter des Staatsdepartements Penfield eine Besprechung über die Einreichung .einer formellen Beschwerde bei der russischen Regierung. Deutsches Reich. M old e, 29. Juli Die ,„H o h en zo llern" mtt ben Begleiffchiffen ist heute vormittag liyt Uhr hier eingetroffe», und bald darauf llef auch das deutsche Uebungs-Ge- schwader ein. v Berlin, 29. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht baS Gesetz betreffenb die Entschädigung für unschuldig er- littene Untersuchungshaft vom 14. Juli 1904. — Der Präsident des russischen Minister-Komitees v. Wüte ist heute abend aus Berlin ab gereist. < T- tinter dem Verdacht der Spionage wurden gestern abend in Wilhelmshaven in der Nähe der neu angelegten Forts Altona bei Rustersiel zwei Personen verhaftet. Die Beiden hatten sich durch das Photographieren der FestnngK- Anlagen verdächtig .gcmachi Die Verhafteten, von denen der eine ein Ingenieur, der andere ein "Weinbauer zu sein behaupten, wurden dem Marine-Untersuchungs-Gefängnis in Wilhelmshaven zugeführt. Es sind Franzosen. Bonn, 29. Juli. Prinz Eitel Friedrich von Pren^n wurde heute mittag durch den Prorektor Geheimrat Pros. Dr. mann mit einer Ansprache feierlich 'exmatrikuliert. Aeutsch-SüdwestafriLa. — Das Etappen-Kommundo in Dentstb-Südwestafrika meldet^ Kranke: 3 Offiziere und 26 Mann von der -Schutzttmppe: bret Offiziere und 122 Mann des Marine-Expeditionskorps Haden am 27. Juli -Lwakopinund mit dem Dampfer „Schleswig" verlassen- |tc sind am 9. August in Madeira, am 15. August in BremO> Haven. Ausland. m Dar is, 29. Juli. Wie die ^Aqenee HavaS^ meld ei ist hie- Nachricht, General Hsgrier habe um seine Entlassung gebeten, unbegründet. Der General habe während seiner letzten Jn- vektionsreise im Osten in einem an den Kriegsminister gerichteten Bericht zwei Wi'msche geäußert über die Entsendung von Haubitzen nach gewissen Punkten und über ungenügenden Effektivbestand einzelner Regimenter. In beiden Angelegenheiten sei dem Wunsche des Generals entsprochen worden. In einer anderen Meldung hmßt es dagegen: Der Nationalist Grosjean kündigte eine Jnter^ pellation über das Demissionsgesuch Nsgriers an. ® en f, LS. Juli Wie hierher über TaebriS bei Utsch- krlrsse berichtet wird, wurde das Dorf Ntschkilisse« der Nähe von Bajazid von Kurden und türki chen Truppen überfallen, die Männer niedergemacht und die Arauen grausam malträtiert. Aus Erbitterung hierüber bildeten sich 2 armenische Banden, von denen die eme dre türkischen Kasernen in Mossnm angriff, wobei es zu einem heftigen Gefecht kam; die zweite Bande marschiert auf UtschkiliSe. um sich für die Grausamkeiten zu rächen Die Engländer im Perfischen Golf. Aus Tiflis wird gemeldet: In ben ersten Tagen des bongen Monats hißten die Engländer ihre. Flaggen auf den im Persischen Golf liegenden In seln Abumusa und Tumb, die zu Persien gehöre» und von denen die persische Regienmg durch PerlenfischereL mehrere Millionen jährlich gewann. Sobald der persische Premierminister Aineddauleh von der Besitzergreifung Kenntttts erhiell, gab er telegraphisch den Befehl, sofort dre englischen Flaggen zu entfernen. Der Befehl wurde Zus der Aestspiekstadt. Götterdämmerung. V a p r c u t h,. 29. Juli. Mit einer überwältigenden, tiefergreifenden Wiebergabc bes Mreit Schlußdramas „Götterdämmerung" wurde heute der erste ZylluS des Vi'ihnenfestspiels „Der Ring, des Nibelungen" zu Ende geflihrt. Mögen auch manck^e in der „Walküre" und im „Siegfried" hie und da höhere niusikalisckie Gipfel erblicken: die Lösung der in den bret Vorabenden vorbereiteten gewaltigen .Konflikte, die erschütternde Tragik des Schicksals der für einander besssmmten, aber durch den auf dem Ringe lastenden Fluch erst im Tode vereinten Lichtgestallen Brünhilde uub Siegfried sind dramatisch von einer unendlichen Großartigkeit, der die Musik in gleich möchtigem AufsckMunge folgt: Wenn sich nun wie hier mit der Größe des Werkes bas höchste Aufgebot künstlerischer 1 arsisslungskraft vereinigt, so muß die Wirkung eine hinreißende sein, und bas war sie im vollsten Sinne des Wortes. Die I,. utigc Aufführung muß unbedingt als der Höhe- uub Glanzpunkt brr heurigen Festspiele, soweit sie hinter uns liegen, .angesehen werden. Die Göttermaid und der Wätsnngensprvß stehen auch im ittelpunkt des letzten Tages der Trilogie, »nenn wir von dem i,'.inonvrf>cn Prinzip des Ganzen, beut Nachtalbensol-n Hagen, alssehen Die Brünhilde der Frau G u t b ra u ( o n erschien uni an diesem Tage noch gewaltiger uub größer als an den beiden vvch'cgegangcneu Abenoen. Trust Krau-' Siegfried zeigte sich gegenüber dem Vortage fein abschattiert als der männlich reifere Held, und sein Spiel trug das Gepräge der Hoheit unb Würbe, als über den schuldlos Schuldigen immer furchtbarer bas Verhängnis hereinbrach. .Die herrliche Sttmme hielt bis zum Schlüsse m ungetrübtem Glanze aus. — Die außerordentlich fetynnerige Ausgabe des Hagen löste Herr Rains mit hervorragendem Gelingen, wozu ihn sowohl eine kraftvolle, tiefe Stimme, wie künstlerische Intelligenz befähigten, die ihn auch 'für das Düstere, Grimmige, llnheimlick-e uub Dämonische in diesem Recken starke Akzente finden ließ. — Die Gutrune der Frau Reuß' B e l c c war ehre ungemein anmutsvolle Erscheinung, ihr Spies nanrentlich im 3. Akte von höchster Vollkommenheit; eine gewisse Schärfe des Gesangs bei den leibenschaftlichen Stellen erscheint durch den Inhalt sogar gereckstsertigt. — Der Willensschwäche, schwankende Gunther ist an sich keine sympathische Erscheinung, aber in der durckugeistigten Auffassung Karl Perron- rückt er ims menschlich nahe. WaS dieser Künstler mit senrem scktönrn, runden und vollen Organ und mit seiner eminenten Bortrags- knnft und Darstellungskrafl leistet, ist stets mit dem Herzen und Verstand zugleich erfaßt, innerlich bimfilebt und darrtm in so außerordentlickxn- Weise unmlltclbar Nnrkend und ergretfenb. — Bezüglich deS von Herrn N a v i a s k y , der heute etwas indisponiert schien, nncbvr vertretenen Mberich verweisen lvir auf frühe*. Gesagtes. — Frau Metzger war in Stimme und Haltung eine ganz vorzügliche Wallraute, die den Bitten und Klagen der in der Sorge um die Schwester tntb bat Vater zugleich Bangenden bic innigsten Herzcnstöne lieh. tiffen Eindruck mochte die düstere Nerversszene, deren llusfülmmg rn den Händen von Frau v. KrauS Osborne, §bUV-Belce tmb Frl. v. Artner lag Das Rheintöchter^ Terzett (Frl. v. Artner, Frau Knüpfer und v. Krauß- ^>ar ganz wunderbar und noch vollendeter als ftn „Rhetngold . Die großartige Leistung des Cbors im zweiten Aufzug ließ bie Meisterhand Knieses deutlich erkennen, lieber ^te dekorative Ausstattung läßt sich wieder nur in Ausdrücken ^Ljaj’Jminberuttg schreiben, und das Orchester, bei dessen Fübnma durch Dr. H a n S R i ch t e r wäInend des gan.ren „Ringes" binburd) von allen Besuck>ern der Festspiele dankbar empfttnben mürbe, bö& von einer Taktverschleppung, wie Itet mamit andern Wrnnu r- dirigenten nichts zu merken war, flaitb auf einer idealen Hölte. oomit nxire jujit ersten Male in sechs Aufführungen an uns vorübergezogen, ma£ bte Bavreutber Festspiele in diesem ^ahre den Fesdgästen zu bieten batten. Ziehen wir das künstlerische Fazit daraus, so heisst eS: Bei noch verflartter An- ^tclmngSkraft auf daS In- und Ausland dalxm bic beurtgeu Festspiele in ihrem Verlaufe gezeigt, daß des Meisters Gedanke so rein^ uub lwhr wie nur je an her Statte gepflegt wtrd, da sein Wähneit Frieden fand: daß die tatfreichen neuen Kriifn-, Welch« zu ben bchtfiIrrten alten binz«treten, sich 'm glüLrckNter Weise in den gemeinsamen großen Rabmen ctnfügten und bau bic hohe Mission des Hauses Wagner tmb Bavr> 'tb- nidM nur in ihrer Notnvch ake.l auf Neue erkannt unb [onbern noch weiter dcf und vertteft nnithc «-geführt. Der LriegAmimster, der sich ans der Rrtse d^-fünd, wurde, sobald er nach Teheran -urücNehrte, vom Schab in Audien- empfangen. Wie e- beißt, wurde der Minister damit beaustn^t, eine Untersuchung anzustellen, über den Stand und die JnhI der Truppen in der Provinz Kdorasan. Wahrscheinlich befürchtet die persische Negierung eine Besetzung von Heistan durch die Eng- länder. ____ Frankreich und her VcktUa«. Offiziös wird au? Paris berichtet, daß der Vatikan in seiner am 28. d s))' eingetrofsenen Antwort auf das Verlangen der französischen Regierung, die an die Bischöfe oon Laval und Dijon, Geav und Lenordez, gerichteten Briefe zurückzuzieben, nicht einging, sonderri sich damit begnügte, Aufklärungen zu gedeih um den Anhalt dieser Briefe 51t verteidigen Man nimmt infolgedessen an, daß ein vollständiger Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und dem Vatikan ftattfinden wcrk»e. Man glaubt, daß de Courcel und daS Personal >er Botschaft Nom verlassen werden und daß der NuntiuS Lorenzelli nach Paris abreist. «Leer und Akotte. Darmstadt, 29. Juli. Der in den letzten Jahren in Darmstadt wohnhaft gewesene General der Infanterie 3. D. Richard Freiherr v. HilgerS Exz. ist dieser Tage in Baden- Baden, wo er zur Erholung weilte, gestorben. Er war am 7. Juni 1829 in Koblenz geboren und am 22. Oktober 1849 beim 29. Infanterie-Regiment alS Musketier auf Beförderung emgetreten. Zuletzt hatte der nun Verewigte die Führung deS V. Armeekorps, zu dessen kommandrerenden General er am 8. April 1889 ernannt worden war. Am 8. Januar 1900 wurde er in Genehmigung seines AbschiedS- gesuchS als General der Infanterie zur Disposition gestellt. Aus Htadt und Land. Gießen, den 30. Juli 1904. — Jugendfeft. Wie unS von der Schule mitgeteilt wird, ist eS unbedingt notwendig, daß Eltern schwächlicher Kinder oder solcher, welche im ersten oder zweiten Schuljahre stehen, sich in der Nähe deß ZugeS und der Spielplätze auf* halten, um sich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. Kinder, die sich auf dem Festplatze verirrt haben, bittet man zur Musikbühne zu bringen. In einem Zimmer der Leib'schen Wirtschaft wird eine SanitätSwache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort Hilfe zur Hand sein kann. - Bezirkssparkasse Gießen. In der gestrigen Mitgliederversammlung der Kaste wurden die nach den neuen Satzungen erforderlichen Wahlen vorgenommen. In den Vorstand wurden gewählt resp. wieder gewählt Landgerichtsdirektor i. P. Wiener, Vorsitzender, Rendant Döring, Rechner, -Stadtverordneter Helfrich, Kontrolleur, außerdem Kaufmann vabenicht (Westanlage) und Bürgermeister Schaum-Kleinlinden. Die Wahl zum Aussichtsrat hatte nachstehendes Ergeb» niS: Oberbürgermeister Mecum, Vorsitzender, Stadtverordneter Kirch, Stellvertreter, Stadtverordneter Wallenfels, Schnft- führer, außerdem gehören zum VerwaltunqSauSschuß Beigeordneter Georgi, die Stadtverordneten Orbig, EmmeliuS und Schwall sowie Dekan Strack-Leihgestern, die Bürgermeister Horn-Annerod, Dalter-Daubrmgen, Leun-Großenlinden und Sommerlad-Wieseck. Wegen Festsetzung der Gehälter und sonsrigen Dienstverhältniste sowie wegen der Festsetzung der den Mttgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrats sowie den Vertretern der Mitgliederversammlung zu gewährenden Vergütungen unb Tagegelder blieben die. früheren Bestimmungen bestehen. Die beiden weiteren Punkte der Tagesordnung: Verkauf deS alten SparkastengebaudeS sowie die Beratung des Voranschlags über die Verwaltungskosten kamen nicht zur Verhandlung. — Ingenieur Frahm, Assistent beim Gaswerk und Leiter unseres Elektrizitätswerkes, wird an, 1. Oktober seine Tätigkeit hier ausgeben, um die Stelle eines Direktors deS Gas- und Wasserwerks in Baden-Baden zu übernehmen. Die dadurch frei werdende Stelle wird heute hn Gieß. Anz. ausgeschrieben. In Herrn Frahm verliert die Stadt einen äußerst tüchtigen und vielseitig erfahrenen Beamten, der besonders im Verkehr mit der Bürgerschaft wegen seiner liebeiiSwürdigen UmgangSsormen allgemeiner Sympathien sich erfreute. - Die Klärbecken-Anlage ist mit Zustimmung der Stadtverordneten, welche in nicht öffentlicher Sitzung darüber Beschluß faßten, an die Mindestforderiiden, Jäger u. Rumpf, über-tragen worden. Ganz besonders sprachen für diesen Beschluß Gründe der Zweckmäßigkeit; außerdem gehören Jäger und Rumpf ebenfalls zu den Steuerzahlern der Stadt Gießen. •• Der Verein Union feiert am 13. unb 14. August sein diesjähriges 31. Stiftungsfest. Am 13. August findet abends Festkneipe statt, während an, folgenden Tage ein Ausflug mit Damen nach Spiegelslust bei Marburg fest- gesetzt ist, zu dem bereits zahlreiche Emladungen seitens der Mitglieder ergangen sind. *• Schützenfest. Wie alljährlich beabsichtigt der Schühenverein Gießen auch in diesem Jahre, am 14. und 15. August, ein Schützenfest zu arrangieren. Die seit dem letzten großen Verbandsschießen eingesübrte Sitte habe überall derartigen Anklang gesunden, daß der Verein auch in diesem Jahre seine Cchützenbrüder auS Nah und Fern und vor allem auch die Einwohner Gießens zu einem fröhlichen Feste versammeln zu müffen glaube. Die vorbereitenden Arbeiten sind bereits beendet; insbesondere sind an die auswärtigen Vereins- und Schützenbrüder bereits die Einladungen ergangen. Darmstadt, 29. Juli. Zur Feier deS 4 00jährigen Geburtstages Philipps deS Großmütigen hat die Stadtverordncten-Versammlung dem Historischen Verein für daS Grobherzogtum Heffen einen Beitrag von 8 00 Mark bewilligt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz wurde ein noch nicht lüjährigeS Mädchen von Effenheim inS Gefängnis eingebracht, weil eS im Hause ihrer Eltern einem neugeborenen Kinde den Hals abgeschnitten und die kleine Leiche in ein Tuch eingewickelt hinter einen Koffer versteckt hatte. — In Düdelsheim wird die Feldbereinigung im wesentlichen nächstes Jahr zum Abschluß kommen. Die in Nr. 174 erwähnte Summe von 33 000 Mk. bedeutet die Kosten für Wiesenmeliorationen, Bachrequlierunqen und Drainagearbeiten. Marktes Gieße«, 30. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Big. 2 Stck. 00—00 Pfg.. Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7—0 Big., Käse rr. Sick. 6—8 Pi., Käsematte 2Stck. 5—6 Plg. (hrbfen vr. Liter 21 Psq., Linsen pr. Liter 32 Psq., Taubenpr. Paar0,80 -1,00Mk., Hühner pr.St. 1,30—1,40 9NL, Häbne pr. Stück 0,80—1,70 Mk.. Enten pr. Stück 77,i—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 00—70 Psg^ Ochsen fleisch pr. Pfund 00—80 Pig., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 76 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—76 Psg^ Hammelfleisch vr. Pfund 50—74 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,50—0,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Ptg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner ^,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Psg.. Aepsel per Zentner 20 qi- 26 Mk.. in Körben 00—00 Psg. Nüsse 100 St. 00- 00 Psg. Kirschen per Psd. 16—00 Psg. Marktzeit 7—1 Nhr. Frankfurter Arbeit--serdemarkt. Die feit einiger Zeit ringen: drten ArbeitSpserdemärkte erfreuen sich eine- immer größeren Zuspruchs, wofür auch der Umstand spricht, daß die Anmeldungen auf Stallungen zu dem aus den 10. August festgesetzten Markt außerordentlich zahlreich cingelauftn sind. Voraussichtlich werden bei diesem Markt über 1000 Arbeitspferde Nies;euer landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Heffen für Sonntag, den 31. Juli: Heiter, bei milderer Nacht tagsüber wärmer, sehr heiß. Nähere- biircf) die Gießener Wetterkarte. ßriefhafirn i>rr Redaktion, (ttnoiitime Anfragen bleiben unberücksichtigt.! E. N. Anonym: Papierkorb. Temperatur der Lahn und der Lust am 80. Juli 1904. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 18°, Lust 21°. Albe rt Rübfamen. Telephonischer Kursbericht. 87e% Reiohtmnleihe . . 102.05 80/., do. . . . 89.85 fll/O/o KoiihoIh .... 101.80 do.....89.66 3’/«% Honson .... 100.30 3 ’/, % OberheMen . . . —.— 4% Onetorr. OoUlront« . 101.60 4’,r% Oetderr. ßilberrento 100 40 4% Ungar. Goldronto . . 100.30 4°/u haben. Rente , . . 103.70 4,',M Port»vieler » . . 62.00 HO/ pvrtugfesev.....61.70 1 % C. Türken .... —.— Türkonloso .....—.— 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 47.66 4’ . % Nn«p«ro ArronHn«^ —.— l'rnu k In rl tu .7330. Juli. 80/fj Mexikaner .... 27.80 4t/?Vn Chinesen .... 89.60 Electric, fleh ackert . . . 102.20 Nordd Lloyd . . , .100 70 Kreditaktien . . • • 200 60 Diakonto-Komniandit. . , 186.70 DarnifltÄdtor Bank . , . 137.46 Dresdener Bank .... 158.90 Berliner Handolegee. . . 164 60 Oeeterr. Staatabahn . e . 136.00 Lombarden . ... 17.40 Gotthardbahn .... 189.00 Lanrahlttte ...... 248.50 Boohnm 201.50 H nrpener ...... 207.60 Tendenz: feat. Uriifite Meldungen. Berlin, 30. Juli. In einer gestern abend abgehaltenen Volksversammlung im Palast-Theater sprach der Rechtsanwalt Dr. Liebknecht über den Königsberger Prozeß und daS Attentat auf Plehwe. lieber 4000 Personen, Männer und Frauen, darunter auch viele Russen, füllten die Räume deS Theaters und etwa sechstausend Menschen hatten sich, nachdem die Polizei schon etwa eine Stnnbe vor Beginn der Versammlling den weiteren Zutritt ztun Saale verboten hatte, in den um daS Theater gelegene« Straßen angesammelt. Atißer Liebknecht sprach noch Btichholh- Eharlottenburg und der in Königsberg venirteilte Pätzel von der ^VorwärtS^-Erpedition. In einer Resolution wurde der Wunsch ausgesprochen, daß das sozialistische OrganisattonS- Statut um einen Paragraphen vermehrt werbe dahingehend, daß die Sozialdemokraten verpflichtet seien, die in Deutschland erlaubten Schriften den russischen Sozialdentokraten zu übersenden. Hiervon seien die Behörden zu verständigen, so daß eine Anklage wegen Geheimbündelei künftig unmöglich sei. Frankfurt a. M., 80. Juli. Heute Nacht wurde in der Strumpf- und Wollwarenfirma von W. Geerling hier eingebrochen, der Kaffenschrank aufgebrochen und 2400 Mk. in bar gestohlen. Petersburg, 30. Juli. Im letzten Verhör erklärte der Mörder PlehweS, er gehöre zu den terroristischen Revolutionären. Er habe der Anweisung deS Komit^S Folge geleistet, ivelcheS den Tod PlehweS verfügt hatte. — Der Zar läßt sich von Zeit zu Zeit über den Zustand der bei dem Attentat venvundeten Personen Bericht erstatten. Der Zar hat bis jetzt die Wohnung PlehweS noch nicht ausgesucht, um die Kaiserin nicht zu beunruhigen. Petersburg, 30. Juli. Die Bestattung PlehweS findet am Sonntag früh im Nowodewitschikloster bei Petersburg statt. PlehweS Gattin traf gestern auS der Sommerfrische in Petersburg ein. Sie erhielt ein längeres Beileids- Telegramm des Zaren. Der richtige Name des Attentäters ist noch nicht festgestellt. Für bie Gesamt'Nfd.'ktwn verantwortlich: i- D. August Goetz. Wer churtren liebt möge bedenken, daß man auf je 6 Liter des EssigS oder des SaftwafferS 1 Päckchen Dr. Oetker'0 Salienl ä 10 Pfq. qiebt. Tann braucht der Essig nicht noch einmal aufqekocht zu werden, die Gurken werden nicht kahmig, die Salzgurken bleiben bart und der Geschmack bleibt ein frischer, da keinerlei unliebsame Währungen entstehen. Rezepte auf Wunsch gratis vom Unterzeichneten. — Dr. Oetker s Salicyl A 10 Psg. ist in den Geschäften vorrätig, welche führen Dr. Letkcr'S BackpcUver. 5020 Dr. A. Oetker, Bielefeld. Bekanntmachung. Dei dem Elektrizitätswerk der Stadt Gießen^— Gleichstrom 2 x 220 Volt — ist bie Stelle eines Betriebsleiters möglichst zum 1. Oktober ds. Js. zu beferen. Der Betriebsleiter foll neben- «nilicf) auch_ beim Gas- und Waffenverk befrfmftiqt werden. TaS Abalt beträgt 3000 Mk., jährlich um 100 Mk. steigend bis zum bodptbetrage von 4500 Mk.; während der ersten fünf Jahre bleibt Mennonatliche Kündigung Vorbehalten, danach erfolgt dauernde Anstellung mit Anspruch auf Ruhegehalt und Linterbliebenen-Der- wrgung nach den Satzungen, betreffend die Dienstverhälmiffe der Gememdebeamten der Stadt Gießen. Bewerber, welche nch über Erfahrungen im Betriebe und allen vorkommenden Meffungen ausweisen muffen, wollen ihre Be* rverbungen unter Benugung eines Lebenslaufes und von Zeugnis- aofchr^sten über ihre Befähigung und seitherige Beschäftigung bis "9»st hierher einreichen. Vorkenntnlffe im Gas- und '«affertestungswesen erwünscht. 3503 Gießen, den 29. Juli 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________ Mecum. Bekanntmachung. Bei dem ®a8- und öafferroerf der Stadt Mietzen ist bie Stelle einer rechuiker« rnoqludst »>nn 1. Oktober dr. Ir. ,u besehen. D°s Gehalt betraat 1800 Mt., jährli» um 60 Mk. stehend tni zum HochstO-halt van 3000 Mk.; während der ersten fünf 2°hre bleibt dreimonatlich- Kündigung Vorbehalten, danach er- wtm dauernde Anstelluna mit Anivruch auf Ruhegehalt und binter- bNebenenverwrgnng nach den Sahunqen, betreffend dir Dienst, verhältniffe der (Bernet ri bebe amten der Stadt Sieben Bewerber, die sich über Gewandtheit im schriftlichen Verkehr unb Zeichnen ausweisen müffen, wollen ihre Bewerbungen unter BeMgunj, eines Lebenslaufes und von Zeugnisabschriften über ch« Befähigung und seitherige Beschäftigung bis zum 20. U«gust hierher einreichen. «509 Greßen, den 29. Juli 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Kartoffeln. berühmten Äaiferfrmiea hwb troffen und empfehle biefelber in bifftaffen Greifen, f4*16 J. Weisel Tetevdon 235. Sonnenstr. 6. -rLhtMrtoGeL« p. für. 3.50 »L Schirme werden schnell und demechaft repariert unb überzogen in dem Lchirmgeschüft von 54 Heinrich Sack Gieße« Marttftraße 1» Arbeitsvergebuttg. Die nachstehenden Rohbauarbeiten zur Erbauung einer Leichenhalle für die israelitische Gemeinde Gießen aus dem Friedhof üm Rodberq sollen Samstag den 20. August d. FS., vormittags 10 Nhr, öffentlich vergeben werden. Maurerarbeit, darunter ca. 175 cbm Bruchsteinmauerwerk, , 260 r Backsteinmauerwerk, , 460 „ Lungsteinverblendung. Steinhauerarbeit, darunter ca. 6,00 cbm Lungsteinarbeiten, , 2,00 , Granitarbeiten, , 50,00 , Sandsteinarbeiten. Zimmerarbeit, darunter ca. 7,00 cbm Eichenholzarbeiten, , 25,00 , Tannenholzarbeiten. Grobschlofferarbeit, ca. 200 kg Eisenzeug. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zum genannten Zeitpunkt an unS einzureichen. — Zujchlagßfrist 4 Wochen. Gießen, den 29. Juli 1904. 6492 Städtisches Hochbauamt. ©erbet Arbeitsversteigerung. Zur Herstellung eines Lattenzaunes am CchulhauS in Oppenrod sollen nachstehende Arbeiten Samstag den 6. August l. I., nachmittags 1 Uhr, auf Gr. Bürgermeisterei daselbst, wo Voranschlag und Bedingungen offen liegen, versteigert werden. 1. Schlofferarbeit, veranschlagt zu 135.— Mk. 2. Zimmerarbeit, , , 116.60 , 3. Weißbinderarbett , , 42.40 r Gleichzeitig soll hieran anschließend daselbst daß alte Lpritzeuhaiu» aus gesundem Eichenholz 5,50 aus 3,80 m groß und zu einer Wagenrenstsc oder bergt sehr gut geeignet, mit allem Material auf den Abbruch versteigert werden. Gießen, den 29. Juli 1904. 6470 Herrmann, LreiLitraßenmeister, PttlstbilH oon Pslaßembeiteii. Die zur Herstellung von 1180 qm Goffenpflasterung iri der Frankfurterstraße zu Klein-Linden erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen sollen Ticutziag den 9. August l. FS., nachmittags 4 Nhr auf der Großh. Bürgermeisterei Klein-Linden, woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht offen liegen, im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Gießen, den 25. Juli 1904. 6506 Der Großh. Kreisbauinspektor de§ Kreises Gießen. Die hm, Baurat. Konsum-Verein Grohen-VusciK E. G. mit unb. Hast. Sonntag den 7. August l. I., nachmittags 2V, Nhr: Generalversammlung bei Gastwirt H. (9rvßer. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage für 1903. 2. Ausschluß von Mitgliedern. 3. Verschiedenes. Der Borstand: 6495 H. Meyer, Direktor. Karl Siegfried, Lagerhalter. Arbeitspferde - Markt zu Frankfurt a. Main. Am Mittwoch den 10. August d. I. sindet auf dem Platze des Landwirtschaftlichen Vereins, Ostcudstraße 30, ein Markt für Arbeitspferde statt. Derselbe beginnt morgens 6 Nhr und endet abends 6 Nhr. Nähere Auskunft erteilt das Sekretariat des Landwirtschaftlichen Verein-, Ostendstraße 30, daselbst sind auch Anmeldeformulare, sowie die Scheine für die Ausstellung der Pferde auf dem Marktplatz zu haben. Der Vorstand 6467 M frankfurter Luitdwirtschaftlichen Vereins. 3n ucvmictrii | 6 Zimmer | 042911 Schillerstr. 11 nächst Anlage schön u. frei ael. 6-Z.-W. m. Zub. wegzh. p. 1. Okt. d. I. zu verm. Phil. Schaefer, Diezstr. 13, 59491 Parterre oder erster Stock meines Hauses Schanden- straße 22 Ecke Westanlage, heft cuts 6 Zimmern, Badezimmer, Schrmrkzimmer, elektr. Beleuchtung, der Neuzeit eutspr. einge- gerichtet, ist per L Okt. anderweitig zu vermieten. Moritz Strauß. 5554) Der 3. Stock melnes Hauses Nordanlage 12, bestehend aus 6 geräumigen Zimmern und Badezimmer und sonstigen Be- quemlichkeiten ist per 1. Oktober anderweitig zu vermieten. ___________Wilh. Haustein. 5922] Elegante 6-Zimmerrvoh- nung mit Badezimmer und allem Zubehör, sowie großem Bieichplatz per 1. 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Juli 1904: Elches R«!ifchlkl-§smiiierfrst verbunden mu 04278 Sliftungsfek, Konzert und Hanz Todes-Anzetge verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächttgeii gefallen hat, unfern innigstgeliebten (Batten, Vater, Sohn und Bruder fcerr Gvenglermcister Friedrich Müller m Große« Buseck nach langem, schweren Leiden in ein besseres Jenseits ab,turnten. (Lroßen-Buseck, 30. Juli 1904. Die trauernde« tziuterbltebene« Todes-Anzeige. Arotr morgen entschlief sanft nach längerem, in Geduld getragenem Seiden unser unvergi-stlicher Vater, Schwiegervater und Großvater vnr Johannes Rau ' ■■■ »■ "'M 15000 . Laagstr. 107. ^G^CarlVolk.