Donnerstag 3V. InniLS04 154. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. 151 0r|d>eiet täglich au Ker Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Nnioers^-Buch-u. Stein» druckerei. R. Lang«. Redaktion, Erveditto» und Druckerei: Vchulyratze 7. Adrefie für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr,51. äs»™* A Yezug»prei»r monatlich7bM^viettei- GletzenerMzmerW General-Anzeiger w äs?..'?. W den DoliL und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ " U zeigenteil: Hans Beck. König ßduards Abschied. Honte abend fand auf der „Hohenzollern^ bei den Majestäten Abschiedstafel für den König Eduard statt, an der die Gefolge und Umgebungen der Majestäten, die Kabinetschefs, Gefolge und Ehrendienst des Königs teil- nahmen, ferner der Kronprinz, die Prinzen Eitel-Friedrich und Heinrich, Prinz Albert von Schleswig-Holstein, Reichskanzler Graf Bülow, Botschafter Lascelles, Graf Wolff- Metternich, Staatssekretär von Tirpitz, die Admirale von Köster, Büchse! und von Eisendecher. Der König saß rechts von der Kaiserin, weiter saßen rechts. zunächst Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff und Prinz Heinrich, links von der Kaiserin der Kronprinz und Fräulein von Gersdorff. Gegenüber saß der Kaiser zwischen dem Botschafter Lascelles und dem Grafen Bülow rechts und dem Earl of Selborne und Admiral von Köster links. Kriegsschiffe hatten heute abend wieder illuminiert. König Eduard verließ um 11 Uhr 20 Minuten die „Hohenzollcrn" und begab sich durch die spalierbildenden Boote, die durch Fackeln erleuchtet waren, auf seine Yacht. DaS deutsche Geschwader feuerte Salut. Kiel, 30. Juni. Heute früh ging die Pacht „Victoria and Albert" mit dem englischen König an Bord und von dem englischen Geschwader begleitet, in See. Hamburg, 29. Juni. Den Bürgermeistern von Hamburg ging gestern abend aus Kiel von Bord der Pacht „Victoria and Albert" folgendes Telegramm zu: ,Jm Auftrage Sr. M. des Königs, meines allergnädigsten Herrin, beehre ich mich, Ew. Magnifizenzen allerhöchst seinen warmen Dank für den heutigen schönen Empfang auszusprechen, welchen Se. Majestät stets in Erinnerung behält. Lascelles, Botschafter." — Bei der gestrigen Frühstücks- täfel im Rathause gefielen dem König Eduard ganz besonders zwei silberne Weinkannen mit Ansichten von Elbe imb Alster, welche die Senatoren von Melle und Holthuseu dem Silberschatz des Senats gestiftet hatten. Der Senat schenkte sie dem König. Der Krreq zwischen Japan rmd Rußland. Reue Erfolge vor Port Arthur. Tokio, 29. Juni. (Reutermeldung.) Ein hier ein- gegangener nichtamtlicher Bericht besagte: Die dreiPort Arthur-Forts Chikwanshan, Chikanshan und Sochoshan nnrrden am Sonntag nach einem den ganzen Tag dauernden Gefecht eingenommen. Es begann mit einem Artilleriegefecht. Sochoshan wurde zuerst genommen, dann die andern. Die Russen zogen sich westlich zurück und hinterließen 40 Tote. Die Zahl der Verwundeten ist uner- mtttelt. Die japanische Streitmacht bestand aus allen Waffengattungen. Die Japaner verloren 3 Offiziere und 100 Mann tot und verwundet. Zwei Geschütze der Russen nebst Munition wurden erbeutet. Tschifu, 29. Juni. (Reuter.) Auf einer Dschunke eingetroffene Chinesen berichten, ein großes Schiff, wahrscheinlich ein russisches, liege-auf einem Felsen, zehn Meilen südöstlich von Liauteschan. Nachdem sich die japanischen Schiffe am 24. Juni von Port Arthur zurückgezogen hätten, sei die russische Flotte wieder aus dem Hafen herausgekommen und sei kurze Zeit draußen geblieben. Bei Port Arthur werde zu Lande weiter gekämpft. Von der See aus würden häufig Angriffe unternommen. Eine nette Niederlage der Nüssen bei Haitscheng. Sh a n g h a i, 29. Jtmi. Die R u s s e n benutzten die Reparatur der japanisä^n Schlachtschiffe zu einem Ausflug nach Okishima, versenkten zwei bis drei Transportschiffe und beschossen die Forts. Vor PortArthur sollen denJapanern keine großen Schiffe mehr zur Verfügung stehen. Mit dem Transportschiff „Scrdo Maru" sind wahrscheinlich große Belagerungsgeschütze der Japaner untergegangen Das Ausbleiben einer Erklärung für die Tatsache, daß die mpanischen Transportschiffe ohne Begleitung durch Kreuzer auf die See gehen, bestätigt die Annahme, daß viele große japanische Schiffe sich in R e p a ra t u r befinden. Tientsin, 29. Juni. (Reuter.) Wie verlautet, erlitten die Russen gestern 25 Werst östlich von Haitscheng eine Niederlage. Wegen desraschenVorrückensderJa- paner ziehen sich die Russen bei Daschitschrab schnell nach Norden zurück, da sie befürchten, daß sie abgeschnitten wurden. Noch ein russisches Unglück. Petersburg, 29. Juni. Auf der baltischen Schiffswerft erfolgte auf dem Torpedoboot „Delphine" während eines Versuchs eine Explosion, wodurch das Schiff zum Sinken kam. Drei Offiziere und 23 Matrosen ertranken, zwei Offiziere und zehn Matrosen wurden gerettet. Weiteres vom Kriegsschauplätze. London, 29. Juni. Eine Tschifuer Drahtung besagt, die Russen seien am.Fentschulienpaß fast aufgerieben worden Die Japaner machten 2 7 0 Gefangene und e r b e u - teten neun Kanonen. Sie verfolgten i>te Runen neun ^’^UrlTurg, 29. Juni. Die russische Telegrafchen- agentur meldet aus Liaujang vom 28. Junr: General Ku- ropatkin erließ einen Befehl an die Armee, dre gefallenen oder gefangenen Japaner nut der Achtung w behandeln, wie sie einem tapferen Gegner -ukommt den gefallenen Soldaten die militärischen Ehren ru erweisen und für die Verwundeten fo zu sorgen, wie wenn es sich um Russen handelte. Dieser Befehl sollte als Antwort dienen auf die ausgezeichnete Beh arid - lung, rvelche die verwunde ten Russen in den )a- panischen Hospitälern gestinden haben Leider treffen in jüngster Zeit Berichte ein über rohe Behandlungen Torturen und Verstümmelungen, Vormarsche auf O finden. Bruder Jonathan in Marokko. Aus Berlin, 29. Juni, wird ums geschrieben: Die Bewegungen des im Mittekmeer befindlichen amerikanischen Geschwaders fordern die Beachtung heraus. Wenn Kriegsschiffe einer europäischen Großmacht in solcher Stärke an der amerikanischen Küste auftauchen würden, es wäre in der Jingopresse des Geschreies kein Ende. In der alten Welt ist man kaltblütiger, und es hat am Ende auch keine Macht Grund, sich darüber Ausland. Par-is, 29. Juni. In der Untersuchung gegen den Hauptmann d'Autriche, der der Fälschung der Kassenbücher ini GeNeralstab verdächtig ist, wurden heute drei weitere Offiziere vernommen, die während des Drep- fusprozesses in Rennes im Generalstab gedient haben, und zwar der Oberstleutnant Rollin, und die Hauptleute Francois mtb Marechal. Infolge des Verhöres ordnete der die Verhandlung leitende Hauptmann Caffel die sofortige Verhaftung per drei genannten Offiziere, welche nach dem Militär- gefängnrs abgefi'ihrt wurden. — Die Untersuchungskommission bet Karxhäuserange- lege uh eit vernahm heute den Advokaten Ract, Vertreter des flüchtigen Bankdirektors Lepöre, Ract erklärte, daß Lep^re nicht mit den Kgrthäusern von Grenoble, sondern mit den Kart- Häusern 'von Freiburg (Schweiz) Geschäftsverbindungen unterhielt. Die Freiburger .Karthäuser behaupten, Lepöre habe sie um 300 000 Frcs. geschädigt. Im weiteren Verlaufe lehnte der mit der Voruntersuchung gegen die Karthäuser.betraute Untersuchungsrichter auf Grund des Berufsgeheimniffes es ab, Aussagen zu Mußen. Hieraus wurde Millerand über die bei Cha- bert beschlagnahmten Papiere vernommen, in denen von ihm wegen Dekorierung .zweier Industrieller die Rede sein sollte. Millerand 'tat dar, daß die Auszeichnungen völlig zu recht erteilt worden seien und verwahrte sich mit Entrüstung gegen die AnsthuLigung, die man gegen ihn erhebe. Bei seinem Austritt aus dem Ministerium sei er ärmer gewesen als zurzeit seine s Eintrittes. Er werde kein Vermögen hinterlassen und wünsche, daß sein Name ein ehrlicher bleibe. Mehrere Kommissaren erheben Einspruch gegen die Art, wie gewisse Behörden Jnformatumen sammelten. Die Kommission beschloß, die Erklärungen Mfllerands unverzüglich zu veröffentlichen. Sim la, 29. Juni. Ein neuer Zusa m m e nstoß zwischen der englischen Erpedi ti »» «nd Tibetanern wird hier- Typhus gestorben. Generalleutnant v. Trotha telegraphiert aus Okahandja unterm 27. Juni: Major v. Estorfs hat Ofumbu-Karupuka (Okawapuka) am Omuvarnba, von der Heyde Okosondusu ohne Kampf erreicht. Zwischen allen drei Abteilungen ist Funkenverbindung hergestcllt. Zu Major v. Glasenapp, der im ' "^tine ist,- geht morgen die neunte Kompagnie Maschinengewehrabteilung. Dürr ab. Auf Pa- Deutsches Keich. Berlin, 29. Juni. Anläßlich des Besuches des 5Knigs von England in Kiel hat der Kaiser nicht nur dem großbritannischen Botschafter Sir Frank Lascelles, dem der Verdienstorden der preußischen Krone verliehen ist, sondern sämtlichen Herren der großbritannischen Botschaft zu Berlin Auszeichnungen verliehen. — Dem Landtage ging zur Beschlußfaffung eine allerhöchste Verordnung vom 21. Juni zu, enthaltend die Ermächtigung, den Landtag bis zum 18. Oktober zu vertagen. — Dem Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu betr. Inkraftsetzung einer anderweitigen Klasseneinteilung für die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten. — Im Abgeordnetenhause hat Abg. Graf Douglas (frt) folgenden Antrag eingebracht: Die Staatsregierung zu ersuchen, in Erweiterung der in Anregung gebrachten Landeskom- mission zur Bekämpfung des Alkobolrsmus eine Landeskommission für Volkswohlfahrt zu schaffen als ein die Staatsregierung beratendes Organ zur Erhaltung und Hebung des körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Wohls des Volkes. — Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz vom 25. Juni, betr. die Erweiterung und Vervollständigung des Staatseisenbahnnetzes und die Beteiligung des Staates an zwei Privatuntcrnehmen sowie im Bau von Kleinbahnen. — Tas Kanonenboot „Panther" wird die deutschen Interessen in Haiti vertreten. An Bord befinden sich insgesamt 121 Mann, darunter 6 Seeoffiziere. Kommandant ist Korvettenkapitän Jentzen. und der Rest der Maschinengewehrabteilung Dürr ab. Auf Pa- troufllenritt von Epikiru erreichte Oberleutnant von Winkler Otjensondu, wo er angebalten und von der Heyde §u geteilt wurde. Vom Feinde und von Vieh ist West-, Nord-, Ostdistrikt Und Go- babis bis zum Eisebfluß vollkommen frei. Epikiru, Rietfontein S. O. (Mier) sind diesseits noch besetzt. Der Staatssekretär des Reichspostam ts, in Vertretung Witt ko, macht bekannt: Zu Feld Po st karten ap die Truppen in Teutsch-Südwestaftika sind postseitig besondere Formulare hergestellt worden, die in kurzer Zeit bei den Post- anftalten und 'den amtlichen Verkaufstellen für Postwertzeichen zum Preise von 5 Pfg. für je 10 Stück werden zum Verkaufe gestellt werden. Neben diesen Formularen können die gewöbn- lichen ungestempelten Postkartenformulare unter Abänderung der Bezeichnung „Postkarte" in „Feldpostkarte" weiter Verwendung DolMschc Tagesschau. Kommende Stenern. Unser Berliner pari. Mitarbeiter schreibt unterm 29. Juni: Die Lage der Reichsfinanzen ist nichts weniger als glänzend, und für die nächste Zukunft darf nach der Meinung des Schatzsekretärs, der er in einer der letzten Reichs- tagssitzungnr Ausdruck gab, auf eine erhebliche Besserung nicht gerechnet werden Die aus dem Zolltarif zu erwartenden Mehreinnahmen ließ Frhr. v. Stengel dabei keineswegs außer Acht; er warnte davor, von den finanziellen Wirkungen des Tarifs sich goldene Berge zu versprechen. Wenn man bedenkt, daß eine Militär- und Marinevorlage in Aussicht stehen, deren Kosten auf viele Millionen sich belaufen dürften, daß,bte Ausgaben des Reichs für soziale Zwecke fortdauernd steigen und speziell ein bestimmter Tefl der aus den erhöhten Getreidezöllen^ zu erwartenden Eirmahmen in diesem Sinne — Witwen- und Waisenversicherung der Arbeiter — bereits festgelegt ist, wenn man dies alles sich vergegenwärtigt, dann wird auch ohne Kenntnis der Beschaffenheit der neuen Tarifverträge die Warnung des Schatzsekretärs begreiflich. Noch eins kommt hinzu. Nach den Handelsverträgen ist die wichtigste der von diesem Reichstag zu lösenden Aufgaben die „große" Reichsfinanzreform. Auch sie kann erst in Angriff gemnnmen werden, wenn sich übersehen läßt, wie die Finmizlage auf Grurrd des neuen Zolltarifs sich gestaltet. Daß Frhr. v. Stengel diese „große" Reform ins Werk setzen wird, darf als feststehend gelten. Me in der verflossenen Session zustarrde gebrachte kleine Finanzreform, die ,Lex .Stengel", ist shm nur der mrleitende Schritt zur durchgreifenden Neuregelung des finanziellen Verhältnisses zwischen Reick und Einzelstaaten. Auf die Mehreinnahmen aus dem Zolltarif ist, wie angedeutet, bereits in einem Maße Beschlag gelegt, daß zur.Durchführung der „großen" Finanzreform dem Reiche neue Einnahmeauel- len erschlossen werden müssen. .Der frühere Sckatz- sekretär Frhr. v. Thiclmann, dem es bekanrrtlich. an schöpferischer Kraft ge'brach, erllärte im Frühjahr 1902 im Reichstage, die Reichsfinanzreform lasse sich nicht loslösen von ter Frage einer Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer. .Frhr. von Stengel hat sich in dieser Angelegenheit nock) nicht geäußert, aber er ist Bayer und wird aller Wahrscheinlichkeit nach zur Äuffaffung der bayerffchen Regierung sich bekenneir, die einer stärkeren Be- lastilng der genannten beiden Steuerobsekte geneigt ist. Zumal des Tabaks, weil man mit den höheren Finanzerträgnffsen zu gunsten des Reiches eine Erhöhung der Unterstützung des heimischen Tabakbaues tierbinben möchte. Und bei der Biersteuer liegt die Sache so, daß in den Ländern der Brausteuergemeinschaft weit niedrigere Sätze erhoben werden, als in Bayern, das schon für eigene Rechnung das Bier mit einer hohen Abgabe belegt hat, sodaß für Reichsrechnung aus hem bayerischen Bier nicht mehr viel hcrauszirschlagen fern würde. Die Stenererhohung würde also wesentlich zu Lasten Mitt-el- und Norddeutschlands gehen. Tas als Beglefterscheinung der Finanzreformvorlage sich repräsentierende Stenerbouauett wird aber wohl noch weitere Blüten mffweisen, denn die Reform muß dauernd auf sichere Grundlagen gestellt werden. Die Absicht, mit der „Pumpwirtschaft" und der ftnimzietten Jn- ansprucknahme der Emzelstaaten durch das Reich aüfzuränTnen, findet gewiß allgemein Billigung. .Die zur Erreichung dieses Zieles ins Auge gefaßten Mittel aber werden auf das lebhafteste umstritten werden. denen verwundeteRussen ausgesetzt waren. Das Armeeblatt teilt mit, am 21. Juni seien bei Saimedsai die verstümmelten Leichen zweier Tiralleure auf- aefunden worden. Das Blatt führt dann mehrere ähnliche Tatsachen an, nach denen selbst Offiziere unter dieser Behandlung litten, und fügt hitrzu, der Armeevertreter glaube, daß: die erwähnten Torturen von Chinesen, nickt von Japanern vorgenommen wurden. Nun aber stellte sich heraus, daß die japanischen Soldaten von chren Vorgesetzten nicht daran gehindert werden und sich in keiner Weise von den alten barbarischen Völkerschaften Wens unterscheiden. Tokio, 29. Juni. (Amtlich.) Die von russischen Preß- organen verbreiteten Gerüchte über die angebliche Mißhandlung von Verwundeten hat in hiesigen Militärkreisen große Indignation hervorgerufen. Mcqr betrachtet die Au^- sprengung "von erfundenen Tatsachen als einen Versuch zur systematischen Verhetzung der öffentlichen Meinung Europas und als eine überraschende Verleumdung^angesichts der den russischen Verwundeten japanischerseits stets erwiesenen Fürsorge. Kuropatkin verlieh dem Unteroffizier Wol- koff das Georgskreuz, weil es ihm, da er der chinesischen Sprache mächtig ist, gelang, als Chinese ver kleidet, nach Sanjutchen in das Lager der Japaner zu dringen und dasselbe auszukundschaften. Er erstattete dann seinem Befehlshaber Bericht, gelangte an einen von den Japanern besetzten Ort und stieß aus eine japanische, 13 Mann starke Patrouille, welche über die Stellungen der russischen Streitkräfte Erkundigungen einzog. Man schöpfte alsdann Verdacht. Wolkoff wuroe einem Verhör unterworfen; er erschoß dann mit seinem Revolvermehrere Mann und entkam auf einem japanischen Pferde. Es hat sich herausgestellt, daß die japanischen Geschütze eine kürzere Tragweite haben als die russischen. Die Japaner bedienen sich noch immer Granaten, die bei ihrer Explosion giftige Gase ausftrömen und die durch internationales Uebereinkommen verboten sind. aufzureaen, wie die Amerikaner mit dem „kranken Mann" am Goldenen Horn umspringen. Anders steht die Sache aber in Marokko. Hier richtet sich ein Teil des amerikanischen Geschwaders häuslich ein, und ang^ichts dessen erscheint das in Tanger zirkulierende Gerücht, Amerika verlange eine Kohlenstation an der marokkanischen Küste, nicht unbegründet. Der Sultan ist nicht in der Lage, solches Verlangen zurüctzuweisen, und ob seitens Englands oder Frankreichs Einwendungen erhobien werden würden, ist immerhin fraglich. Ueber Spanien geht Amerika ohne werteres zur Tagesordnung über. Der „blamierte Europäer/^ aber wäre Deutschland, das — darüber kann auch die freundlichste Rede König Edrtards nicht hinweghelfen — in der Marokkofrage so vollkommen ausgeschaltet worden ist, daß es nicht einmal baS Recht auf Anlegung einer Kohlenstation sich ausbedingen konnte. In Tarrger erhält sich das Gerücht, Amerika verlange eine Kohlenstation an der marokkanischen Küste._________ Der Aufstand in Aeutsch-SüdwestafriLa. Das Hauptquartier telegraphiert aus Okahandja: Leut» nant Haas, früher im 2. schlesischen Infanterieregiment Nr. 47, ist durck einen Unglücksfall am 18. Juni in Outjo v er ftorbeu. Reiter Wunderlich, Transport Puder, ist am 25. Juni am her gemeldet. Die Tibetaner hatten große Verluste. Englisck-er- seits ein Offizier getötet, zwei Offiziere leicht verwindet, fünf Mann verwundet. Gyangtse, 29. Juni. Die Tibetaner baten um Waffenstillstand während der Unterhandlungen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Juni 1904. ** Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs vom 11. Mai ds. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Groß-Bieberau: Georg Schönberger, Adam Heldmann, Philipp Böhm, Georg Ludwig Bohm, Friedrich Wilhelm Klenk, Friedrich Herlemann, Friedrich Spatz, Johannes Mager, Wilhelm Daub, Heinrich Gaubatz, Andreas Poth, Georg Daub, Philipp Schönberger und Wilhelm Göbel. — Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben den Hochbauaufseher Philipp Messinger zu Darmstadt zum Baggermeister bei dem Wasierbauamt Mainz ernannt. ** SDer vierte wissenschaftliche Fortbild- ungskursus für V o lks s ch u lieh r er an der hiesigen Universität fand heute seinen Abschluß. Auch in diesem Jahre waren aus der näheren und weiteren Umgebung Gießens etwa 170 Lehrer und Lehrerinnen zusammengekommen, um Anregung und Begeisterung zu suchen für ihren schwierigen umd verantwortungsvollen Beruf. Es handelt sich bei den Vorlesimaskursen — das sei immer wieder betont — weniger um Aneignung ausgedehnten Wissensstoffes, als vielmehr um die Kenntnis der Methoden bei wissenschaftlicher Arbeit und die Verwertung der wissenschaftlichen ErgeDnisse im Interesse der Jugend- und Volksbildung. In gang- hervorragender Weise ist es auch in diesem Jahre den Heiwen Dozenten wieder gelungen, ihre Hörer für Natur, Geistesleben und Kunst zu begeistern. Prof. Dr. Hansen schilderte in beredten Worten die Pflanzenwelt in ihren mannigfachsten Formen von den spärlichen Regionen im Norden bis zur üppigen Mittelmeerflora. Mit meisterhaftem Geschick brachte Prof. Dr. Groos eine übersichtliche Einführung in die Philosophie, indem er die metaphysischen Grundansichten entwickelte. Prof. Dr. Sauer endlich gab einen wundervollen Ueberblick über die Kunstepochen deutscher Architektonik und Malerei. Durch die Vorführung zahlreicher Lichtbilder war es den Anwesenden ermöglicht, die bedeutendsten Bau- und Bildwerke deutscher Kunst bewundeim zu können. — Der Abend vereinigte Professoren und Kursteilnehmer zu einer kleinen Abschiedsfeier im Ccrfä Ebel. Der Vorsitzende des Gießener Lehrervereins, Herr V. Müller, begrüßte die Erschienenen unb ermahnte in begeisterten Worten zur Einigkeit im Weiterstreben, in der Liebe zum Höchsten und den Menschen .und in der Liebe zum Vaterlande, dem sein Hoch galt. Hauptlehrer Storch-Butzbach schilderte in zündender Rede das Bildungsstreben des deutschen Lehrerstandcs und die ihm freundlichst entgegenkommende Bereitwilligkeit der Hochschulen. Sein Hoch auf die Herren Dozenten wurde begeistert ausgenommen. In längerer Ansprache wies Prof. Hansen auf die Beziehungen hin, die zwischen Universität und Volk bestehen sollten. Er b^eichnet es als höchste Aufgabe der Universität, ihre mannigfachen Mldungs- elemente den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. So '.schön indes diese Bestrebungen sind, so schwierig ist es ifftr die Hochschullehrer selbst, direkt auf die breiten Massen einzuwirken. Da sind nun gerade die Volksschullehrer berufen, die Ueberrnittelung der Bildungswerte an das Volk zu besorgen. Für diese hohe Mission suchen sich die Lehrer purch Einrichtung der Fortbildungskurse tüchtig zu machen. Falsch aber ist nach des Redners Uebcrzeugung die Wchanpt- nng von Gegnern des Mldungsstrebens der Lehrer, daß Hie Universität durch derartige Kurie Halbbildung großziehe. erster Linie handelt es sich boch um Anregung zum Nachdenken über wissenschaftliche Probleme. Was nun die !so oft betonte Vorbildung anlangt, fo ist man sich in Hoch- ffchnlkreisen einig, daß es eine ganze Reihe wissenschaft- 'licher Disziplinen gibt, für deren Studium die Lehrer beute fm vollstem Maße vorgebildet sind. Und wenn die Hochschule in erster Linie die Absicht hat, bei den Studierenden den Willen zum Lernen zu wecken, so glaubt sie gerade den Volksschullehrern ihre Pforten öffnen zu müssen; denn bei ihnen ist der Wille zur Vervollkommnung ihrer Bildung in hohem Grade vorhanden. Zum Schluß spricht der Redner den Wunsch'aus, daß die Fortbildungskurse zu. einer dauernden Einrichtung werben und sich immer mehr ver- voMommnen möchten. Sein Hoch galt der deutschen Volksschule und ihren Lehrern. — In höchst humorvoller Weise toastete Herr Loch a u - Gleiberg auf die anwesenden Damen. Zur Verschönerung der Feier trug insbesondere der Gießener Lehrersängerchor durch Darbietung einiger Volkslieder bei. 'Großen Beifall fanden auch zwei Duette, die durch die 'Herren Val. Müller und Zimmermann zum Vortrag gelangten. ** Die landwirtschaftliche Genossenschaftsschule. Die fortgesetzt steigende Ausbreitung des landwirtschaftlichen Genostenschaftswesens und die hiermit im Zusammenhänge stehende Zunahme der berufsmäßigen Verbandsund Genostenschastsbeamten hat die systematische genossenschaftliche Fachbildung dieser Beamten und Anwärter auf derartige Stellungen zu einer dringlichen Aufgabe gemacht. Die Erlangung der zu ihrem Berufe erforderlichen umfangreichen genossenschaftlichen Fachbildung konnten sich diese Beamten seither nur im Wege der praktischen Erfahrung verschaffen, da die bestehenden Lehranstalten das ländliche GenostenschastSwesen entweder gar nicht oder nur in unzulänglicher Weise berücksichtigen. Diese Tatsachen haben den Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genosten- schaften bestimmt, eine landwirtschaftliche Genostenschaftsschule ins Leben zu rufen. Diese Schule wird ihre Tätigkeit mit der Veranstaltung von Unterrichtskursen für gcnostenschaftliche Berufsbeamte und Anwärter auf derartige Stellungen beginnen und alsbald weitere ähnliche Veranstaltungen zur Durchführung bringen. Der erste, etwa fünfwöchentlichc Unterrichts- kursus dieser Art wird Ende September — Oktober 1904 in Darmstadt stattfinden. Wie die „Gcnostenschaftsvreste" mitteilt, ist für den Kursus ein umfangreicher Lehrplan in allen Zweigen des ländlichen Genostenschaftswesens vorgesehen. Mit den Unterrichtsstunden werden ergänzend praktische Hebungen, abendliche Besprechungen, sowie die Einführung in den Geschäftsbetrieb mustergiltiger Organisationen sich verknüpfen. Für alle Einzelheiten verweisen wir die Interessenten auf die Bekanntmachungen in Nr. 11 und 12 der „Deutschen landwirtschaftlichen Genosteuschaftspreste". Bemerkt sei, daß die Teilnahme am Kursus kostenlos ist und etwaige Anmeldungen an die Adreste des Reichsoerbandes in Darmstadt zu richten sind. ^Vortrag über Glanzplätten. Der Vortrag, welchen der Fachlehrer Klaksbrunn-Wien auf Veranlastung der Bürgermeisterei in der Turnhalle der Stadtknabenschule hielt, war von etwa 80 Frauen und Mädchen und 120 Schülerinnen, meistens aus den oberen Klasten der Volksschule, besucht, welche mit großem Jntereste den praktischen Vorführungen der Plättkunst zusahen und gespannt den Er- läuterimgen des Herrn Kalksbrunn lauschten. Die unter der Anleitung des Vortragenden von einigen Zuhörerinnen vor- qenommenen Versuche im Glanzplätten nach der neuen Methode zeigten ein überraschendes Resultat. Zwei kleine Mädchen im Alter von 12—13 Jahren hantierten mit dem Bügeleisen und bewiesen, daß nur wenig Kraft dazu gehört, um die von der Herrenwelt so sehr geschätzte schön glänzende Plättwäsche herzusiellen. Der Redner gab in einer leicht faßlichen Art Anleitung über das Zubereiten von Stärke, über die Methode des Einstärkens der Wäsche und über die Art, wie man beim Plätten mit den verschiedenen Wäschestücken verfahren müsse. Ueberaus praktisch und ökonomisch ist auch die empfohlene Art, ältere Wollstoffkleider, Herrenanzüge, Filzhüte rc., die wegen ihres Alters nicht mehr recht brauchbar sind, chemisch zu reinigen, auf einfache Weise mit Waschpulver und Master zu behandeln, um den Schmutz und die Flecken daraus zu entfernen. Da die Methode des Herrn Klaksbrunn eine sehr leicht faßliche ist, auch für solche Frauen und Mädchen, die sich bisher nie mit dem Bügeln von Wäsche beschäftigten, so erscheint es bei der Bedeutung der Sache für den Haushalt wünschenswert, daß dieser Vortrag in nächster Zeit noch einmal wiederholt wird. Volkswirtschaftlich lohnender und wirksamer aber würde es sein, wenn die Schuldeputation Veranlassung nehmen würde, den größeren Mädchen der Volksschule vielleicht zu je 12 in einem Vormittag nach der Methode Klaksbrunn Plättunterricht erteilen zu lasten. Bad-Nauheim, 29. Juni. Das Wettertalbahn- Komitee hielt am letzten Samstag in Friedberg eine Sitzung ab, bei welcher Vertreter von folgenden Plätzen anwesend waren: Friedberg, Schwalheim, Rödgen, Wisselsheim, Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg und Münzenberg. Zu der den Hauptgegenstand bildenden Beteiligung der Stadt Bad-Nauheim gaben die Vertreter von Friedberg die Erklärung ab, wenn die Bahn nach Bad-Nauheim komme, habe die Fortführung nach Friedberg für Friedberg wenig Wert; denn wer weiter nach Friedberg wolle, könne das mit der Main-Weser-Bahn sehr gut erreichen. Damit ist also die Frage gestellt: Soll die Bahn nach Friedberg oder nach Bad-Nauheim einmünden? Soll sie nach Friedberg führen, so bleibt Bad-Nauheim außerhalb; soll Bad-Nauheim das Ziel sein, so tritt Friedberg aus dem Komitee aus und Bad-Nauheim tritt ein. Diese Frage ist natürlich in dem Komitee besprochen worden und man einigte sich dahin, daß die beteiligten Gemeinden aufgefordert werden sollen, durch ihren Gemeinderat zu beschließen, ob die Bahn nach Friedberg oder nach Bad-Nauheim geführt werden soll. Damit hat die Angelegenheit einen erfreulichen Schritt vorwärts gemacht und die Frage ist in die Hände der Bewohner des Wettertales gelegt, aus deren Mitte bereits in der letzten Steinfurther Versammlung eine kraftvolle Kundgebung hervorgegangen ist. Es ist der berechtigte Wunsch der Bevölkerung, so meint der W. Anz., daß durch die neue Wendung keine Verzögerung in dem Bahnbau eintritt. Es ist aber auch der berechttgte Wunsch der Bevölkerung, daß die Bedürfniste jeden Standes berücksichtigt werden, und daß der Verkehr aus derjenigen Richtung, in welcher er sich zum Wohle aller Beteiligten naturgemäß entwickelt hat, nicht zum Schaden der Steuerzahler abgezogen wird. Der gesunde Sinn unserer Bevölkerung sieht klar, daß mit Bad-Nauheim zugleich Friedberg erschlossen ist, daß man aber den Bewohnern von Rödgen, Wisselsheim und den nördlichen Orten nicht zumutcn kann, über Friedberg nach Bad-Nauheim zu reisen und zu verfrachten. a. Bad-Nauheim, 28. Juni. Zum Verkauf des „KaiserHof" ist noch zu berichten, daß der Hotelbesitzer Haberland aus Wiesbaden das Hotel für 1630000 Mk. gekauft hat und die Uebernahme des ganzen Geschäfts am 1. September 1904 erfolgt. Haberland soll 7 00 0 00 Mk. Anzahlung geleistet haben. + Fried berg, 29. Juni. Nm 2., 3. und 4. Juli eiert der hiesige GabelsbergerStenographen-Verein ein Stiftungsfest wobei, für die fünf besten Stenogramme ünf schöne Preise ausgesetzt sind und zwar ein Ehrenpreis vom Land- und Reichstagsabgeordnetcn Grafen Oriola von Büdesheim, ein Ehrenpreis von Friedberger Damen, ein Preis von Damen des Vereins, ein Preis von Freunden des Vereins und ein Preis vom Verein selbst. Das Fest ver- pricht sehr schön zu werden. m. Ni ederflorstadt b. Friedberg, 29. Juni. Heute wurde der praktische ArztDr. M. von hier wegen Sittlichkeitsvergehens, begangen an einem 14 jährigen Mädchen bei Ausübung seiner Praxis, verhaftet. Der Sachverhalt ist folgender: Der fragt. Arzt behandelte schon längere Zeit das 14 jährige Töchterchen eines Landwirts von hier an einem Fußleiden. Als er in voriger Woche wieder nach dem Mädchen sehen wollte, waren sämtliche Angehörigen des Mädchens auf dem Felde, bei welcher Gelegenheit M. die Tat beging. Dr. M. ist 42 Jahre alt und hat eine Frau und zwei kleine Kinder. Der Arzt, aus der Gegend von Kastel, war ftüher Astistents-Arzt in einer Münchener Klinik und schon längere Zeit als Arzt hier tätig, wo er bis jetzt ehr geachtet war. m. Nieder-Wöllstadt, 29. Juni. Heute stürzte der Arbeiter Schultheis von hier, welcher beim Oekonomen Kost Kirschen pflückte, vvm Baum, und zwar so unglücklich, daß er das Genik brach und sofort tot war. Hungen, 29. Juni. Gegen die Kolonialpolitik ist in der Landesversammlung des Bundes der Landwirte für Hesten manch scharfes Wort gefallen. Der Vorsitzende des 25imbe3, Dr. Rüsicke, erklärte, es sei nicht zu leugnen, daß wir uns heute in Deutschland in einem allgemeinen großen Taumel befinden. Wir tanzen durchs Leben, wir feiern s Leben, und wir reden uns durchs Leben. Das st Ursache dafür, daß man auf politischem Gebiet alles so oberflächlich anffaßt. Nach ihm legte General-Major v. K l ö d e n -Wiesbaden dar, wie sehr angezeigt es wäre, das industrielle Absatzgebiet in der Heimat zu stärken, statt den Herero nachzulaufen, deren ganzer Hausbedarf noch nicht einmal einer Badehose qleichkomme. Wenn uns zugerufen werde: „Unsere Zukunft liegt aus dem Wasser", so sei er der Ansicht: „Unsere Zukunft wird zu Wasser, wenn wir das Land nicht halten". § Schotten, 29. Juni. Nächsten Sonntag den 3. Juli sindet der Hauptausflug des N. H.-K. auf den Hoherods- kopf statt. Das Fest beginnt um 12 Uhr; es ist zugleich eine Ausstellung von Erzeugnissen der Volkskunst im Vogelsberg und Umgegend damit verknüpft. Darmstadt, 29. Juni. Der bis jetzt in Untersuchungshaft gewesene Sohn des ehemaligen Bankiers Schade ist gestern gegen eine Kaution von 10 000 Mk. aus der Haft entlassen worden. Worms, 25. Juni. Die Handelskammer hat einen weiteren Ausbau des jetzigen Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb für notwendig erklärt, insbesondere, daß an die Spitze des Gesetzes eine allgemeine Definition des unlauteren Wettbewerbs gesetzt werde, damit auch die bei der jetzigen, sehr kasuistisch gehaltenen Vorschriften nicht zu fastenden Fälle vom Richter behandelt werden könnten. fc. Frankfurt a. M., 29. Juni. Gegen einen hiesigen Bauunternehmer wurde Anzeige erstattet wegen Sittlichkeitsverbrechen ä, la Sternberg. — Der Magistrat beantragt bei der Stadtverordneten-Versamm- lung die Bewilligung von 130 000 Mk. zum Ankauf der Kunstsammlung des verstorbenen Bankier v. Metzler. Die gleiche Summe ist vom Kunstgewerbe- verein einerseits und von Privaten andererseits zum Ankauf der Sammlung bewilligt, bezw. aufgebracht worden, so daß sie insgesamt 390 000 Mk. kosten wird. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz stürzte am 29. d. M. in einem Neubau an der Rheinallee der 22jährige Taglöhner Wald vom dritten Stock durch den Schacht eines Aufzugs in den Keller und war sofort tot. — Im Auftrag der Heff. Handwerkskammer finden eben im Groß Herzogtum darüber Erhebungen statt, ob und welche Nachteile die Gewerbetreibenden durch Gewerbebetriebe des Reichs, des Staates, der Gemeinden u. s. w. erleiden. — Wegen des Automobilunfalles bei H olzhausen hinter Langenschwalbach, infolgedessen der fürstl. schaumburgische Kammerherr v. Specht ums Leben kam, während der Chaffeur und der Prinz Moritz von Schaumburg unverletzt blieben, hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung einqeleitet. Der Chaffeur bleibt bis zur Erledigung in Langenschwalbach. Der Prinz ist nach Bonn zurückgekehrt. Ob der Chaffeur oder der Prinz den Wagen gelenkt hat, darüber gehen die Angaben, wie es scheint, auseinander. *Göttingen,29 Juni. Bei Bursfelde ist ein einspänniges Fuhrwerk in di e Weser gegangen. Der Kutscher ist mit seinem Pferde ertrunken. * München, 29. Juni. Bei der Verhandlung einer Zivilklage gegen den Arzt Dr. Iwan Braunstein, der sich bekanntlich wegen Verdacbts des Gattenmordes in Untersuchungshaft befindet, wurde sowohl vom klägerischen wie vom be- klagtischen Anwalt festgestellt, das; die Untersuchung gegen Dr. stein einen für den Angeklagten sehr günstigen Verlauf nimmt Bei der gegenwärtigen Sachlage sei wohl die Cinstellung des Verfahrens zu erwarten. * Nürnberg, 29. Ium. Tas Automobil des Baumeisters Nikol geriet zwischen zwei Wagen der elektrischen Straßenbahn. Das Automobil wurde zertrümmert. Nikol konnte abspringen, seine Frau wurde schwer verletzt. * Paris, 29. Juni. .In Septuil bei Versailles erschoß der angesehene Notar und Bürgermeister Richard seine Frau und sein 6jähriges Söhnchen im Schlaf und tötete sich dann selbst. Er soll die Tat in einem Wahnsinn.sansall begangen haben. — In der Ortschaft Eptais wurden sieben Brunnenarbeiter verschüttet. Dreißig Mann Pioniertruppen sind aus Versailles an der Unglücksstelle eingetroffen und mit den Rettungsarbeiten beschäftigt. — Wie aus Chcmbery berichtet wird, stürzte bei einer Heining des 13. Alpenjäger-Bataillons ein Munitionswagen infolge Scheuwcrdens der Maultiere in einen $raben. Gin Soldat wurde getötet. * Preßburg, 29. Juni. Der Oberleutnant Bartholdy von den Jägern wurde wegen schwerer Soldatenmißhandlungen verhaftet und das Verfahren gegen ihn eingeleitet. * Konstantinopel, 29. Juni. Da bei Maskat und in der Umgegend des persischen Golfs die Cholera ausgebrochen ist, wurde für Provenienzen aus Maskat eine fünftägige Quarantäne angeordnet. Die Quarantäne für Provenienzen aus Port Said und Aden ist aufgehoben. * Newyork, 29. Juni. Ter verflossene Montag war der heißeste Tag seit 28 Jahren. Viele Personen starben an Hitzschlag. Gegen abend entlud sich ein furcht' bares G e Witter. Der Sturm deckte zahlreiche Häuser ab. Ein Gebäude mit 16 Personen stürzte ein und be- grub die Bewohner. Ein Dampfer mit 40 Personen gi^rg unter. Fünf-Personen ertranken. * Newyork , 29. Juni. Tas Leichenschaugericht entschied, daß das Unglück des Dampfers „General Sloeum" aufdasschlechteVerhaltenderDirektorender Knicker- bocker-Tampfschiffgesellschaft zurückzuführen sei. Auch der Kapitän des verunglückten Dampfers, van Schaick, und der Kapitän Pease, von der Gesellschaft, seien strafrechtlich verantwortlich. Gegen die Direktoren und die Offiziere, im ganzen 11 Personen, wird Anklage wegen Totschlags erhoben und ihre Verhaftung angeordnct. Doch wurden sie gegen Bürgschaft freigelassen. * Eine sensationelle Entdeckung wurde in Jack- kreek (Wisconsin) gemacht. In der Umgebung dieser Ortschaft be- indet sich ein Hügel, der aus Quarz und Kiesel besteht. Es genügt, mit einem Pftug über den Hügel zu fahren, um Goldkörner von großem Wert aufzudecken. Eine Tonne dieser Erde soll angeblich Gold für zwei Pfund Sterling enthalten. * Ern Revolverattentat hat der Graf Karl Milewski auf den Studenten Bruno Barber in 23 i en verübt. Barber erwartete mit seiner Braut Cäcilie Wlodimirska auf dem Nerdbahnhof den aus Kraken ankommenden Grafen, dessen rühere Geliebte diese war, und forderte die Rückaabe kompromittierender Briese. Ans ein Schimpft»»« des Grajen versetzte ihm Barber ewen Faustscklag, worauf der Kr«f einen Nevolvuschuß abfeuerte. Er wollte dann auch auf das Mädchen schießen, wurde aber von Polizisten daran gehindert. Dar schwerverletzte Barber und feine Braut, die einen Nervencboc erlitt, wurden in ein Sanatorium überfuhrt, der Graf wurde verhaftet. Letzterer hat schon vor Jahren ein Revolverattentat auf einen Gouverneur in Rußland.verübt und ist deshalb ausgewiesen worden. ewer'S*. e: lut %S!\82 ""--Ätz Ihr; ^omm« w ..?bgen den un. £d!'"ä6,f*re J T?tWli»« 0^'damit auch dir ’n N6*\ nich 1 werden könnten itnft7en einen hi, littet wegen bitt, "berg- - Tn ^neten-Vechw,. " Mk. zum Ankaus ebenen Bankier vom Kunstgewerbe- rerseits zum Ankaui 'cht worden, so dax dessen und den ' nm 29. d. N. in ^jährige Taglöhn« cht emes Auszugs n J Auftrag der fyf, Herzogtum darübrr ile die Gewerbe« Reichs, des LtaateS, :gen des Automobil« nschwalbach, infolge, rherr v. Specht um? er Prinz Moritz von e StacitsanwaltM affeur bleibt bis zvi Prinz ist nach Bonn er Prinz den Wagen wie eS scheint, ov.- ■Ibe ist ein cinsPömiiB ’.n. ?er Futscher ist rhaMung einn^W mitein, der sich to ivrdes in Untersuch gerischen wie vom fc- ntersuchmg gegen fr ünstigen derlei' ei wohl die CinslellM utomobil bei Brr- )tt elektrischen Straße-- !tt Nikol konnte » rleht. ., . ,ci Versailles ert-W rmeilier -öhncken m soll die Tat in er i der Schaft W verschüttet. ZK a an der UngluW » M ft i einer Hebung b^ n infolge AE [bat rouTbeg toi ; ii.-itVitiO«" niet mH , > «fri- ***> 5** ”"V>' srechtli" di- °L> f- y L- Ai». Id»1 Neueste Wewuugell. 100.80 -AnL Bekanntmachung 5661 03697 Gießen, den 30. Juni 1904. Während 1903 gingen ab 03696 Gießen, deii 30. Juni 1904. 61.20 60.20 . 101.90 . 90.15 . 101.90 . 90.25 . 99.90 48.70 44 20 4*y. Italien. Rente 41/,% Portugieser 30/ Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . AnfangS- * 219.40 . 136-50 . 189.50 Reiohsanleihe do. Konsols do. . . Hessen Oberhessen S’M/o 30/S W/o 3°/o 3Ve% richtig!, daß die Zahl der Mitglieder Ende 1902 Während 1903 gingen zu. beliebigeVorlageinderLegislatureinzubrrngen und auch die Bürgschaft für die Annahme der betreffenden Vorlage zu übernehmen. Die Bestechungssumme war je nach der Bedeutung der Gesellschaft, in deren Jnteresic eine Vorlage eingebracht wurde, verschieden. Gutke machte 6 auf diese Weise zu Stande gekommene Gesetzesvorlagen namhaft, die Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . „Sßineta' kehrt im April 1905 nach Ostamerika zurück. Der Kreuzer .Falke" wird die verwaiste Station in Westarnerika Dir am 8. April l. I. veröffentlichte Bilanz des Landwirtschaftlichen Konsumvereins Alterr-Bufeck, Eingetr. Genossensch. mit unbeschr. Haftpflicht, wird hierdurch be- der Delegiertcngruppe 1/i Million Dollar ein gebracht haben. Die Gruppe betrieb ihr Geschäft seit 1880. Gericht» liche Untersuchung ist eingeleitet. Madrid, 30. Juni. Im Ministerium des Aeußern wird versichert, daß der Text des spanisch-französischerx Marokko-Vertrages redaktionell jetzt ungefähr festgestellt ei, so daß die Unterzeichnung, wenn keine neuen Zwischen- fälle eintreten, in 8 Tagen erfolgen könne. Hebet das Datum der Pariser Reise des Königs ist noch nichts bestimmt, infolgedessen ist auch ein Besuch in Deutschland noch ungewiß, obgleich beim König große Luft vorhanden ist, ay den Herbstmanöocrn teilzunehmen. Wien, 30. Juni. Der Krakauer „Ezas" veröffentlicht einen höchst bemerkenswerten Petersburger Brief, wonach in russischen offiziellen Kreisen bis hoch hinauf sich die Ueberzeugung geltend mache, daß die Dinge unhaltbar geworden seien. Der Berichterstatter verbürgt sich dafür, daß der Zar einen inoffiziellen Ratgeber berufen habe, um sich von diesem den Entwurf einer Konstitution vorlegen zu laffen. sagen wir alle» herzlichsten Tank. Karl Beil und Fr^ir. . 26.7b . 89.40 . 102.60 . 101 30 . 201.00 . 187.10 . 136.40 . 150.10 . 152.40 . 136 30. . 17.00 . 190.50 . 249.00 . 189.00 . 203.50 3% Mexikaner 4,/9l/n Chinesen . Electric. Schuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandü Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handeteges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpmer . . - Tendenz: still festgestellt werden. Kiel, 30. Juni. Geheimrat Prof. Siemerlrng, her Leiter der psychiatrischen und Nerven-Klinik, lehnte e*in,en Ruf an die Universität Bonn ab. Kiel, 30. Juni. Den vom König von England gestifteten Pokal gewann bei dem Handicap Eckernförde-Kiel der Schooner-Kreuzer .Susanne" des Herrn Huldschinsky- Berlin. — Die Reichsregierung beschloß die Entsendung des Flaggschiffes der amerikanischen Station „Vineta" nach Südamerika, St. Helena und der Westküste Afrikas. Die 4°/o Griech. Monopol 4l,_ % iinflsere ArgpntinQr Ein größerer Posten Steinschlag ■"i f-t. Offerten frei Waggon otstation unter Nr. 5622 t iüe Expedition d. SSL erbeten. Daher Stand der Mitglieder Ende 1903 138 Rau, Direktor. Müller, Stellvertreter. Danksagung. Für die vielen SSeweife herzlicher Teilnahme bei bem schmerzlichen Verluste unseres innigstgeliebten Kindes Temperatur der Lahn und der Luft am 30. Juni 1904. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 15°, Lust 20°. Albert Rübsamen. Gießen, den 27. Juni 1904. (MroRhrnntT Amtsgericht. Bezüglich des Konsumvereins für Danbringen und Nmgegend, e. G. m. b. H., wird zu der veröffentlichten Bilanz ergänzend bemerkt, daß der Mitgliederstand zu Anfang 1903 = 61 Genoffen betrug, in 1903 sind Genoffen weder zu- noch abgegangen. Das Geschäftsguthaben der Genoffen beträgt 1525 Mk., die Haftsumme beträgt 1830 Mk. Daubringen den 29. Juni 1904. 5626 Der Vorstand. In das Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma „Brühl'schc Universitäts-Buch- und Steindruckerei" zu Gießen eingetragen: Dem Geschäftsführer Hermann Will zu Gießen 'ist Prokura erteilt. ießen, 20. Juni. Auf dem gestrigen Och[enmarkt waren etwa 40 Gangochsen aufgefahren. Der Handel war m schweren Tieren felyr gut bei hohen Pregen, wahrend das Geschäft trotz des kleinen Vorrats in Mittelware weniger gut, die Prepe auch mäßiger waren. Verkauft wurden das Paar 1. L-uoI. 840 bis 900 Mt., 2. Qual. 650—725 Mk. — Schweme waren etwa Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Blumenspenden, die uns von allen Seiten zu teil wurden bei dem Hinscheiden unserer lieben Tochter Lissie sagt innigsten Dank Familie Heinrich Denmth. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 1 Fuli 1904: Zunächst noch heiter, spater wolkig und stellenweise Gewitterregen, bei erheblich milderer Nacht tagsüber etwas kühler. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. 1600—700 Stück am Markt Die Kundschaft war auS der nächsten Umgebung redt zahlreich erschienen, s^aß siÄ 9«r. bald em recht flotter Handel entwickelte. Besonders waren Läufer stmk beaehrt, die auch in guter Ware zahlreich vertreten waren. Es wurden bezahlt für Läufer 80—120 Mk., für 10 Wochen alte Ferkel 60-70 Mk., für 4—6 Wochen alte Ferke[ 35—60 Mk. pro Paar. Der Markt war sehr früh fast ganz geräumt. Nächste Markttage: 19. und 20. Juli d. I., am zweiten Tage auch Geschäfts-Empfehlungen liefert billigst vrWIche Universttäts-Drmkrei, Gietzen. Malz-Hreöer täglich irisch, per Zuber 38 Pig bei 551i Aktien-Brauerei Gies? Kirchliche Nachrichten. Israelitische Neligionsgesellschaft. chottesdtenk. Sabbathseier am 2. Juli 1904.' Freitag abend: 8.00 Uhr. SamStag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Uhr. dieser Austastung bei. Finanzwirtschaft des Reichs. Wahrend man bisher angenommen hatte, die Reichsbank werde einen Teil der ube^ nommenen Reichsschatzscheine an der Börse b oder das Reich werde sich doch noch dazu entschließen, verzinsliche 7-chatzanweiMngen an den Markt zu bringen, ist man jetzt, wie der „g. Z." aus Berlin geschrieben wird, abgekommen. Nach allen jetzt vorliegenden Informationen wünscht das Reichsschatzamt sich jedenfalls zunächst noch weiter zu behelfen und den offenen Markt nicht m Anspruch I zu nehmen, obwohl der Geldmarkt selten so günstig disponiert war, wie jetzt. Man erwartet, daß gleich nach Monatsschluß die Geld- flüstigkeit wieder da sein wird, ja das Angebot vielleicht noch großer werden wird, als im Lauft des Juni. Soziale Lasten. .Die Anforderungen für soziale Zwecke, wie sie an die deutsche Industrie gestellt werden, kennt man wohl kaum in einem anderen Staat. Daher kommt es auch, daß die deutsche Industrie in manchen Fällen nicht in der Lage ist, unter sonst gleichen Bedingungen ebenso billig ihre Erzeugmsft zu verkaufen wie die Industrie anderer Länder. ?lllmahlich regt sick auch die sozialpolitische Gesetzgebung auch im Auslande. Ties wäre nicht nur im Hinblick auf die dadurch sich vollzie^nde Erfüllung sozialer Pflichten, sondern auch nn Interesse der Kon- kurrenzsraqen durchaus erwünscht. Allerdings verfahren die besetzen. . . . meisten Städte bei der Uebertragimg der deutschen Einrichtungen Kiel, 30. Ium. KonigEduard sprach m besonderer nur sehr zaghaft. So wurde von einem Kongreß der östretchischen A^ftnz dem Kieler Oberbürgermeister Fuß seine Befriedigung Krankenkassen emstirmnig eine Resolution ang^mmen, m der Pank für den herzlichen Empfang aus, den die Stadt fern« Manne bereitet & und überreichte ihm den Royal lution bis zu einer praktischen Maßnahme irrdes ist, besonders Victoria-Orden. Der König spendete für die Armen der -Stadt in Oesterreich, der Weg noch sehr weit. 2000 Mk. Markte. _ L London, 30. Juni. Aus St. Louis wird dem unt^L°Ln^ .Snitr) Chranic-e' gemeldet- K°-rupti°n°nd Durch, hatte schon in den Vormittagsstunden einen recht lebhaften Ver- stechereien m größerem Maßstabe bei Mitgliedern des kehr, besonders von Landleuten, nach der Stadt gebracht, des (Staates Missouri hat der tagsüber anhielt; aber auch die, Stadtbevölkerungwar schoni am in St. Louis aufgedeckt. Er verlangte fteiÄ »o ftÄn non dem Deleg.erten Gutke, -wem Hauptbeteiligten ein Ge- meister recht übersichtlich die Verkaufsstände für Kirschen unter- ständnis, das eine Korruption enthüllt, die alles bisher Da- gebrackt waren. Korb an Korb reihten sich die roten und lAwarzen gewesene in den Schatten stellt. Gutke sagte aus, er gehöre Früchte, und es entwickelte sich gar bald ent lebhaftes e[ncr ®rappe von 19 Delegierten an, die den Verkauf RL Ä ÄÄfc'Stimmen gewerbsmäßig an den Meistbietenden einzelnen 15 und 20 Psg. für das Pfund Kirschen bezahlt wurden, betrieben habe. Sie verpflichtet sich in solchen Fallen, lebe Am Spätnachmittag war der immerhin bedeutend gewesene Vorrat -- - • - •_«< ---1---t'~----- Handel und Verkehr. Volkswittschast. Berliner Börse vom 29. Juni 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 8Vt Prozent. nr r - e u. Schlußkurse. 200.75 219.50 136.62 188.90 203.12 Bekanntmachung. Die Reparaturarbelten an der Wage an der Margareten- hütte sind beendet und die Wage kann von heute an wieder benutzt werden. . -~-- Gießen, den 30. Ium 1904. . _ 0600 Grossster'ogliche Vürgermersterer Gießen. M e c n m. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 30. Sinn. (Eigener Drahtbericht.) Bei der heutigen Fortsetzung der Generaldebatte über den Wahlgeßetzentwurf sprach zunächst Abg. Tr. Schmidt. Er wandte sich besonders gegen die verkappten Gegner des direkten Wahlreckfts, die jetzt die Wahlpflicht zur Bedingung für ihre Zustmwiung machen v-ollten. Sie wüßten recht gut, daß die Regierung niemals aus die Wahlpflicht eingehen mürbe. Wenn iefct die Vorlage falle, so würde das Zenttum dem Verlangen nach einer gerechteren Wahlkreiseinteilung für Rheinhessen zu ungunsten von Oberhessen nicht länger widerstehen können. Er hätte gewünscht, daß die Regierung als Konsequenz ihrer entschiedenen Haltung .für das direkte Wahlrecht auch eine Auflösung der Kammer in Aussicht gestellt hätte. Abg. Hirschel bemerkt, feine Pattei sei bereit, 5 städtische Mandate nttt herunterzuschlucken, wenn das Pttvileg. für die drei Heineren Städte fallen gelassen würde. .Abg. Dr. Gutfleisch vertecdigte zunächst .in längerer Rede die Beschlüsse des Ausschusses und wies auf die Konsequenzen hin, die eine Tlblehnung des Gesetzentwurfes zur Folge haben würde. Nach einer Verwahrung des Abg. Schill dagegen, daß er ein verkappter Gegner der Vorlage sei, hielt Abg. Ulrich noch eine mehr als einstündige Rede zur Verteidigung des direkten Wahlreckfts. Die Sitzung wurde um lil Uhr abgebrochen, die Verl)andlimgen werden morgen neun Uhr fortgesetzt. ,, v Berlin, 30. Juni. Selbstmord verübte em den besseren Ständen angehörendes Mädchen im Alter von 18 Jahren, welches sich von der Heydtbrücke ins Waffer stürzte. Die Persünlichkeft der Toten konnte bisher noch nicht Sport. Der Verein Sund^esport für Gießen und Nm peqend veranstaltet am 3. Juli auf dem neuen Schüe,platze am! Mittelwege — nahe beim Philosophenwald und der Lrcbreghohe fein erstes diesjähriges öffentliches P r e i s s ch l r e f en sur deckel und Foxterriers, wozu zahlreiche Meldungen emgelausen sind. Der Besuch dieser Veranstaltung, zu dem der Vorstand durch Annoncen , Xö. uu Einladungen ergehen läßt, kann allen freunden unserer Vierfüßler I Araber markt, nur bestens empfohlen werden, insbesondere aber allen benjemgen,--— die solchen notwendigen Vorübungen zur Jagd bisher mit einem flar nicht berechtigten Mißtrauen gegenüber gestanden haben. Das 'Schliefen beginnt vormittags 8'/, Uhr und dauert mit emstundtger Mittagspause bis gegen Abend. , . Hundesport. Am 25. und 26. d. M. fand m Mannheim die dritte Internationale Ausstellung von Hunden aller 'Rassen statt, veranstaltet war sie vom Verein der Hundefreunde 'Mannheim, Badisckfer kynologischer Verein Karlsruhe und Verein der Hundefreunde Ludwigshafen. 700 der edelsten Raffetiere waren vettreten. Sympathie und Jntereffe zeigte auch Se. kgl. Hoheft der Großherzog von Baden, welcher einen prachtvollen Pokal als Ehrenpreis Astete. Unter Gießener Ausftel- lern erhielt Herr Carl Volk-Gießen für feine T-o’berm(mn= tzündin „Heddi von Gießen" in offener Klaffe den ersten und Telephonischer Kursbericht. FrnnMnrt a. 5S«, 30. Juni. Som Kriege. Tokio, 30. Juni. Die Japaner nahmen und besetzten Chikwan, eine weitere Station in der Richtung auf Port Arthur. Die im Hafen von Dalny versenkten russischen Minen sind jetzt zum größten Teile beserttgt wor- den, sodaß die Schiffahrt dort nunmehr fter ch. L 0 n d 0 n, 30. Juni. Die „Mornmg Post meldet aus Liaujang: Hier sind, «unter Eskorte eine Anzahl Chinesen eingetroffen, die der Spionage zu Gunsten der Japaner überführt sind. Sie haben den Japanern in der Schlacht bei Wafangou mittelst Signalen bte Stellung W russischen Batterien und die des Armee-Kommandos angezeigt. Das Kriegsgericht hat sofort über chr Ge» schick entschieden und der Urteilsspruch, der auf ^. o d durch Erhängen lautet, wurde sofort vollstteckt. Dre sttengen Verfügungen in dieser Hinsicht sind von General stliro» patkin erlassen worden. — „Daily E^t aus Tschifu- Aus Port Arthur kommende Chmefen behaupten, die japanische Flotte habe am Sonntag von früh biS abends ohne Unterbrechungen die Befestigungswerke bombardiert. Die Chinesen haben ein japanisches Kmegsschrsf, welches Havarie erlitten hatte, in der Ritchung nach Raga/ saki abschleppen sehen. Petersburg, 30. Ium. Der Zar, Großfürst AlexrS und Admiral Avellane begaben sich gestern nach Kron- sta d t und inspizierten die Schlachtschrffe Alexander UL, Fürst Schuwalow, Orel und Borodino. Nach der Besichtigung drückte der Zar seine volle Zufriedenheit.aus. Die Explosion, welche angeblich auf einem ToMbc^ boots-Zerstörer sich ereignet haben soll, fand tatsächlich auf einem Unterseeboote statt. Die nussijche Regierung möchte geheim halten, daß sie über Unterseeboote verfugt, . und hat aus diesem Grunde die Meldung in dieser Fas,ung verbreitet. Die Petersburger Werften verfugen über 10 Unterseeboote. In der Stadt herrscht große Bestürz- uitg über die ErPlosion. - Mitteilungen -ms guterQuelle bestätigen den Rückzug Kuroputkrns. Kaipmg ist vollständig geräumt. Die Russ-u ziehen sich Bonbem Huge^ lande immer mehr zurück. KirropatklN Zweck erreicht, nämlich die Truppen Stackelbergs zu retten. Er zieht sich nunmehr aus Lumiang zuruck. Die japanische Linie erstreckt sich nunmehr von Fongwangffchong bis in die Gegend von Mutschwang. — Aus Irkutsk wird berichtet: Ein Zusammenstoß lsttt zwischen Mer Am- bulanzzügen stattgefund«:, ^obei mehrere Aer^e und Krankenschwestern verwundet wurden und das Mate rial starke Beschädigungen erlitt. Paris, 30. Juni. Infolge^ der Protestnotedes Zaren über die Grausamkeiten von l^p^v^scher S^te gegen russische Verwundete, beabsichtigt DelcassS di^JnÄative L einer Protesterklärung fettens 5« zivilisierten Mächte zu ergreifen. _ 87,% 4% Oesterr. Goldrente . 47\% Oesterr. Silberrente 100.05 4% Unerar. Holdrenie . . 99.90 10360. Bekanntmachung. a-b^ bezeichneten Vunkten, ist von Großh. Kreisamt genehm,gl und von uns iestgeßellt worden. s Derselbe kann bei dem Twfbaumte emgesehen weiden. Gießen, den 24. Juni 1904. 5606 Großherzogliche x-ürncrmetiterei Gießen. Mecum. Harpener Bergbau . . 203.20 Tendenz: Schwächer. Berlin, 29. Juni. In der heutigen Sitzung des Z e n t r a I - au? schuss es der Rei chSbank bemettte der Vorsitzende, Präsident Dr. Koch, daß die Anlage in Wechseln zwar um Mk. 108 Millionen kleiner als im Vorjahre sei; die Reichsbank h^b^aber damals keine Reichsschatzanweisungen besessen und davon jetzt Mk. 92 Millionen im Besitz, so daß die Gesamtanlage nur Mk. 21 Mill, kleiner sei als tm Vorjahre. Die durchschnittliche Anlage m Wechseln habe im ersten Halbjahr 1904 Mk. 42 Millionen mehr als im Vorjahre, im zweiten Vietteljahre Mk. 3 Millionen weniger । als damals betragen. Vermutlich werde die Anlage in der letzten Juniwoche erheblich wachseii, die Steuergreiize mehr als im Vorjahre überschritten werden. Der Melallvorrat sei mit Mk. 996 Millionen um Mk. 18 Millionen stärker als in 1903, dagegen Mk. Hl Millionen kleiner als in 1902. Die ungedeckten Noten beliefen sich auf Mk. 148 Millionen, das ist Mk.8 Millionen mehr als im Vorjahre. Die fremden Gelder seien um Mk. 25 Millionen, die steuerfreie Notenreserve Mk. 8 Millionen kleiner. Der Privatdiskont wurde auf 37, pCt. ermäßigt. Die fremden Wechselkur s e seien nicht gerade ungünstig. Es sei in letzter Zeit aus dem Auslande Gold hereingeflossen. Angesicht sder bevorstehenden weiteren Ansprüche des Reichs und der politischen Verhältnisse empfehle sich keine Veränderung des seit 8. Juni v. I. bestehenden Diskontsatzes von 4 pEt. Der Zentralausschuß stimmte 5641 . 140 betrug 5 145 7 gß] 03701 i L Steinhäuser 6 Zimmer 5 Zimmer 23681 Martin Dörr. der Gemarkung Gießen 1812] Die seither von Will). 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Es werden hiermit alle diejenigen, welche an den Nachlaß des verstorbenen Philipp Jünger IV zu Reiskirchen irgend welche Forderungen zu bilden haben oder schuldig sind, aufgesordert, dieselben bis längstens 1. August 1904 bei dem unterzeichneten Testa« mentsvollstrecker anzumelden. Gießen, den 30. Juni 1904. Heinrich Damm 11, &*>' Bauunternehmer, Ederstr. 14. Mädchen | zur Aushilfe für Hausarbeit sucht Frau Dr. Koeppc, Alicestratze 3. Haus-Verkauf. Gin aut verzinsbares und in gutem Zustande sich befindliches HauS in Garnisonstadt Oberhessens ist erbteilungshalber für 15000 Mark zu verkaufen. Off. unt. 4956 an ^ie^xp. d. Bl. erb. Donnerstag den 14. 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