154. Jahrgang Mittwochs». Marz 1904 Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen sie werden aut vollen Verwundeten durchweg gut and, an dem die Königin mit den Tarnen und Herren ihres anb, an dem die Königin mit den Tarnen und Herren ihres Verwundeten durch weggut; fie werden zur vollen Gefolges teilnahm. Bei dem Tiner saß der Kaiser neben Genesung in das Lazarett nach Wrndhur übergeführt Werder Königinmutter Marguerita. Rechts von dieser zunächst den. Tie Strapazen des Tetachements find fortgesetzt groß, Admiral V. Hollmann und Marcl-esiue Villamarina, links der Gesundheitszustand aber befriedigend. vom Kaiser Marchesa Villamarina, Major v. Senden und * . PLe yeulige Nummer umfaßt 10 Seiten. fahrt nach Messina statt. ~ öt t j OW) !" von Gerhart Haupt-I werde Recht" von Walter Bloem, und den Schluß r nfa i.tru'ifo m n rt 1P.nfffhip.f T.ii e Sck> ule der brav. .e.13 einigermaßen als Rautendelein Rotationsdruck unb Verlag der BrühkNchen UnwersttatSdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulst?. R. Tel. 9tr. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Greßau nbet^,: ; 21^ Richoint täglich mit Ausnahme des Sonntags. ar „Gießener Sami!itnb!3tterM werden dem ulr -eigei viermal wöchentlich beigelegt. Der ^ts^che Landwirt erfcheint monatlich einmal. Aer Hießener Hyeaterverein im Minter 1903/04. :nging folgende Zuschrift zu: DOT lltetfe», teeno, fc kupfer, »ciünfl, Bin, )tun re., Men, 5 Scisicug, lilt ui ei achcu, Müja wW ätttt. LonisBiM Bekanntmachung. Besetzung einer Schugmannsilelle. ilm 1. Ntai l. IS. ist bei der unterzeichneten Behörde erew! Schutz man ns stelle mit einem AnfangSgehalt von IM'JIL, steigend jährlich um 30 Mk. bis zum Höchstgehalt v.aon 18JOO Mk., zu besetzen. (^eignete Bewerber, die beim deutschen Reichsheer ooer o.nider deutschen Marine aktiv gedient haben und während aktiven Dienstzeit mindestens drei Jahre Unter» oWirr gewesen sind, wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener (SHWt. denen die Rtilitärpapiere, sowie FührungSzeugnisie a:m,ust). eßen sind, bis 2O. April l. IS. melden und sich vor- m:nila|)6 zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. eßen, den 28. März 1904. Großherzogluves Poizzeiamt Gießen. Hechler. bildete Moliöre's köstliches Lustsviel „Die Schule der Frauen" in Verbiridung mit oem schon in der Eröff- nungs - Vorstellung gegebenen Schauspiel „Die Ge- Bekanntmachung. D»r BläLchcnausschlag in Burkhardsfelden ist er» Itb Hill. Ließen, den 29. März 1904. Großherzvglichcs Kreisamt Gießen. I. V.: Dr K r a n z b ü h l e r. Dolttische Tagesschau. Eine Fehde zwischen Profeffor anb Finanzminister. Zwischen dem bekannten Leipziger Staatsrechtslehre». Professor Bin ding und dem sächsischen Finanzminister Dr. Rüger ist eine interessante Fehde ausgebrochen. Professor Binding hatte in einer Publikation über die sächsische Finanznot m scharf sarkastischer Form gegen die .Spars uchtt Front gemacht, die mit Maßregeln, die des Beigeschmacks des Lächerlichen nicht entbehrten, dem iächs. Staate eingeimpft werden sollten. .Nur keine Knauserei l Nur kein kleiner Stil in finanzieller Verfolgung der Staaiszweckel Die Allüren einer armen Witwe in Geldnot stehen einem Staate in Geldklemme nicht an 1 Die Millionen, die durch unproduktive Bahnbauten hinausgeworien wurden, tann man nicht in Pfennigbeträgen wieder heremholen: dazu bedarf es einer gesunden Anregung und Kräftigung der großen Ermerbszweige unseres Volles.' Als eine schwere Gefährdung deS Staatswohles hatte Professor Binding deS weiteren die Absicht der sächsischen Regierung bezeichnet, dem Finanzminister ein Vetorecht gegen alle Forderungen der übrigen Ressortminister und so eine präponderierende Stellung emzuräumen. Diesen in der Parlamentsgeschichte nicht häufig erhörten Hieb suchte Dr. Rüger in der Zweiten Kammer nicht minder scharfkantig abzuwehren. Unter vielfacher Zustimmung führte er aus: Ein Mann von hoher wissenschaftlicher Bedeutung bezeichne seine Finanzpolitik als verfehlt; man wolle Stimmung gegen ihn machen. Von Geldklemme könne keine Rede sein. Sachsen könne allein seinen Verpflichtungen nachkommen. Aber er müsse sparen. Bei einer Staatsschuld von einer Milliarde könne er nicht warten, bis die Vesierung von selber komme. Der Betroffene, dem das Sparen unbequem sei, jammere; aber jeder nicht Betroffene freue sich, wenn andere darunter zu leiden hätten. Der Bauer, der den helligen Florian anflehe: „Behüt' mein HauS, zünd' and're anl* Der gute Mann lebe heute noch. (Große Heiterkeit.) Die Möglichkeit weiterer Etatsüberschreitungen müsse im Keime erstickt werden. Dem Volke noch größere Steuerlast aufzulegen, sei unmöglich. Er habe fremdes Geld zu verwalten, und kein Recht, zu dulden, daß auch nur kleine Beträge unnötig aufgewendet würden. Wer den Pfennig nicht ehre, sei des Talers nicht wert. Aber ein Finanzminister werde sich niemals einer besonderen s ch w i st e r" von Goethe. Als Gäste traten im „Strom" Herr Diegelmann aus Frankfurt a. SOu als Peter Toorn, in dem Bloem'schen Trama Herr Loehr aus Darmstadt als Rechtsamvalt Gebhard auf, und die letzte Vorstellung vermtttelte unS die Bekanntschaft mit der ausgezeichneten Naiven des Wiesbadener Hoftheaters, Frl. Leonie Taliansky, die als die Käthi von Alt-Heidelberg des Berliner Theaters einen bekannten Namen hat und nur für diese Saison Berlin mtt Wiesbaden vertauschte, um unter glänzenden Beding ungern im Sommer nach Berlin zurückzukehren. Nach Schluß der letzten Vorstellung folgten die Mitglieder des Stadttheaters und Frl. Talianskn einer Einladung des Ti)eaterdereins-Vorstandes und dessen Tanten zu eurem Glase Bier. Der Bericht über die Tätigkeit des Theateroerems tm abgelaufenen Winter würde aber unvollständig sein, ohne die Erwähnung der hochherzigen Tat von Frl. Triesch, die einen freien Tag während ihrer vienvöchigen Gastspielreise opferte, um unter Verzicht auf jeglichen Verdienst hier eine Rezitation zum Besten des ThealerneubaueS zu halten. Der Ertrag belief sich auf über 660 Mk. Frl. Triesch hat sich damit an die Spitze aller derer gestellt, von denen man erwartet, daß sie eine Stiftung zu Gunsten emes neuen Theaters machen werden. Möge ihre Zahl eine große werden, und ihre Opferwiüigkeit der von Frl. Triesch betätigten nicht nachstehenl vom Kaiser Marchesa Villamarina, Major v. Senden und Wammerberr Gras Zeno. Gegenüber den Majetäten saß Oberstmarschall Fürst au Fürstenberg zwisck-en der Herzogin v. Massimo und oer Gräfin Somaglia. Nach der Tafel verweilten die Majestäten längere Zeit im Gespräch auf Teck, während die Kapelle der,Lohenzollern" musizierte und u. a. eine Medidation von Bach und das Largo von Händel vortrug. Tarauf geleitete der Kaiser die Königin- Mutter auf dem Standartenboot an Land, wo eine Ehren- kampagnie Aufstellung genommen hatte. Ter Kaiser führte die Königinmutter zum Automobil, wo sich die Majestäten wiederholt auss herzlichste verabschiedeten. Tie Königinmutter trat alsbald die Rückreise nach Rom an. Ter Kaiser blieb dann an Bord. Morgen früh 7 Uhr findet die Ab- am pla. 1 jahrelangen Bemühungen war die vom Theater- ve'. ai inige|trebte Bereinigung des Bad-Nauheimer Kur- mit dem Gießener Stadt-Theater im Januar 1903 i u,l ...,l worden, auch die Stadt Marburg hatte sich diesem Tu .undc angeschlossen, und endlich war in der Person bev; ..E.rregisieurs am Erfurter Stadttheater, Hermann uler, oer für den Tirektorposten in jeder Weise geeite scheinende Mann gefunden. Mit leicht begreiflicher _:.ig sah man, nad) der langen, zwischen seiner . -u.iti) dem Beginn seiner Tättgkeit liegenden Zett- spa-W der Eröfsnungsvorstellung entgegen, deren Pro» c, a rar, drei klassische Einakter, voll geeignet war, gute ^üfrju^en aus das von der kommenden Aera zu Er» w-aijjiti zu erwecken. 1.. Vorstand des Theatervereins hatte es für seine ■ it ■ i.; gehalten, für einen guten Besuch der Eröffnungs- vor Hi^tg zu sorgen, indem er die Mttglieder aufrorderte, Vonü i . Vergünstigung billigerer EintrtttSpreise zahlreichen Geb-üch> zu ^machen. Tie Vorstellung des „Zer - brr>o. neu Krugs" von Kleist, der „Geschwister" vonr. .^cithe und von „Wallensteins Lager" von Sch üh am 29. September fand denn auch unter starker Let'Z^mg der Mitglieder statt, ihr Verlauf ließ von den- .j^nben Vorstellungen das Merbeste cimarten, und biefc«! Wartung ist auch nicht getauscht worden. der ersten eigentlichen Theatervereinsvorstellung am : - üttober gastierte bei fast ausvertaustein Hause — wod n, die enormen Kosten dieses Gastspiels einigermaßen einwurden Agnes Sorma w ‘ Kaiser Wilhelm in Italien. Neapel, 29. März. T« Kaiser hatte hier den AbtKruy von Monte- c.umi o zu einem Tiner im engsten Kreis an Bord der 5 T,e,rpllern" eingeladen. Ter Abt kam sofort nach Em- !j„ü 'der Einladung, von dem Pater Angelo begleitet. .1;tri' lj wurden die Herren in offizieller Form empfangen unTi i>uvrch das Spalier einer Ehremvache in einen Salon ge j.jrt, wo einige Sekuiiden später der Kaiser die Bene- diiiÜEc in überaus herzlicher Weise begrüßte. — Die Mahl- .Uiim sehr einfach. Außer den Personen des Gefolges .. i. vqu Fremden nur bei amerikanische Botschafter an- ■ Abt Krug saß zur Rechten des Kaisers. Die Uri litM'tung war äußerst lebhaft und drehte sich um die e des Klosters unb die Kunstwerke in Monte- ca ho, daL der Kaiser bei seiner letzten Anwesenheit in Zl'Mn besuchte. Nach dem Tiner sprach der Niowarch läi.rae Zett mit dem Abt allein. Gaeta, 29. Marz. heulte vormittag lU/a Uhr traf hier die „Hohenzollern" ir-6l ieni Salut der Geschütze ein. Eine Vtertelstunde iikr Lim die Königin Marguerita im Automobll . .na .io wurde von den Behörden empfangen, und von der zal-igtttch h eibeige strömten Menge freudig begrüßt. Bei dem ■Jil'ju. n in den Hafen war die „Hohenzollern" von dem u indischen Gejchvader begleitet. Die Königin Mar- gu<-;2tia schcsste sich an Bord des Panzerschiffes „Re llm» bet:d: ttin. Nachdem die hohenzollern" mit dem beut» Rt.il er an Bord mit den Begleitschiffen nach schöner .. t: in Ischia vorüber in der gebttgeumkränzten Bucht ^ui'r.n icta emgetrosfen war, besuchte der Kaiser als- I) a.ilbo ie Königinmutter Marguerita auf dem Pc ...it." ijiiffe „Re Umberto". Dieses, die Forts und der u at. „Friedrich Karl" wechselten Salut. Die Marur- s..-h< ar; paradierten. Ter Kaiser geleitete sodann die Kö- ig- iter nach der „Hohenzollerri", wo ein Diner statt- ^5*6 585*^ ,e ^tPfleflung, ft1™ J™ WU öjaueiiirT^ «Wen unb ' ,ur Hebenvachung। lQi'beu.jroeiercd)uittr ergiltetSChÖlöl tüdent Pension Fri* Men ML .’tniioniitifir junge E idjrcinpioyieiiihrjK. I^eit. Prospekiriu2- HwiLokorero von den Ieutschen ves.hl. Einem Telegramme des Gouverneurs Leutwein vom 28. d. M. zufolge meldete Major v. Glasenapp am 24. März aus Onjatu, daß der Gegner von Owikokorero auf Okatumba, mit größeren Trupps auch auf Okatjogoama abgezogen fei. Owikokoreo wurde von Glasenapp besetzt. Dadurch hat sich die Gefechtslage im Zentrum unseres südwestafrikanlschen Schutzgebietes wesentlich geändert, und zwar offenbar sehr zu unseren Gunsten. Tie Hereros haben eine sehr starke Stellung verlassen und sich in die sicheren Onjatiberge zurückgezogen. Wie eine Berliner Blatt zu melden weiß, ließ Ober- leutnant v. Winkler die Gräber der Gefallenen mit aus landesüblichen großen Feldsteinen zusammengefügten Schutzhügeln überdachen. Tie Herero-Hauptmacht steht wahrscheinlich jetzt an der Straße Otjosasu-^Okatumba, nordöstlich von Okahandja. Zhr Rückzug von Owikokorero scheint durch die am 13. Marz erlittenen schaueren Verluste veranlaßt worden zu sein. TaS Detachement Glasenapp sperrte die nach Nordosten führenden Straßen über Owi- kolorero und Okanjatu. Bei unserem Fühlunghalten mit den Herero macht sich unser Mangel an Pferden auf das empfindlichste bemerkbar. Demnach ntuß die in das Gefecht am 13. d. M. verwickelt getoefene Vortruppe sehr nachdrücklichen Widerstand geleistet haben, obwohl fte schließlich angesichts der Ueber- zahl des Gegners zum Rückzug gezwungen war. Tie Vermutung, unsere Truppen könnten vielleicht, nachdem sie in einen Hmterhalt geraten, so überraschend von den Herero angegriffen worden sein, daß sie, ohne überhaupt an eine regelrechte Abwehr des Ueber falls zu denken, nur auf schleunige Rettung bedacht sein mußten, ist schon jetzt als hinsällig zu bezeichnen. Durch den Abmarsch der Herero nach Okatumba ist die am oberen Swakop stehende Abteilung des Feindes, bei der sich der Häuptling Samuel Maharero befinden soll, verstärkt worden. Me die Dinge jedoch liegen, bedeutet dies nicht unter allen Umständen auch eine Verstärkung der feindlichen Position. Da feit dem 16. b. M. auch Major v. Cltorff zur ^Hauptabteilung in Okahandja gestoßen ist und in diesen Tagen ein neuer Pferdetransport in Swakop- mund eintrifft, wird Gouverneur Leutwein wohl schon in nächster Zeit im stände sein, einen entscheidenden Schlag gegen die östlich von Okahandja stehenden Herero zu führen. Die Kolonne des Majors v. Glasenapp wird der Wasserverhältnisse wegen wohl an ihrem jetzigen Standorte verbleiben, der auch für die Sperrung der beiden im Telegramm genannten Straßen günstig gelegen ist. Allerdings hat sich die Situation insofern toieder etwas kompliziert, als nach weiteren Nachrichten nicht alle Herero von Owi- kvkorero nach Süden gezogen sind; ein nicht unerheblicher Teil von ihnen hat sich vielmehr in direkt westlicher Richtung nad) Okatjangeama gewandt, um sich, und ihre Habe in Sicherheit zu bringen. Ter Wilhelmshavener Stabsarzt Wiemann ist auf dem Kriegsschauplätze eingetroffen. Gr fand den Zu stand der in der „Versunkenen Glock e^ mann. Es folgte am 17. diovember als zweite Vorstellung Paul Heyse's vielumstrittenes Drama „Maria v o n M a g- da la", dessen Titelrolle durch unsere $eroine Frl. Hohl glänzend dargestellt wurde. Tie notwendigen Dekorationen (Panorama von Jerusalem, die nötigen Zimmer, Häuser usw.) hatte der Verein im Falcksck)en Atelier in Berlin malen lassen. Am 27. dtovember folgten als 3. Vorstellung „Tie Kreuzelfcheiber" von L. Anzengruber; die Rolle des Steinklovferhanns wurde von Herrn Arthur- Bau er aus Frankfurt a. M. mit gewohnter Meisterschaft gespielt. Mtt dem größten Schlager der Saison, mit Beyerlein's „Zapfenstreich" wurden die Mitglieder in der vierten Vorstellung am 15. Dezember bekannt gemacht. Als fünfte Vorstellung am 6. Januar folgte sodann das mtt Sehnsucht erwartete Gastspiel von Frl. Irene Triesch., die in einer ihrer anerkannt besten Rollen als Hedda Gabler in Ibsens gleichnamigem Schau- g-1 auftrat. In der sechsten Vorstellung am 22. Januar len die Mitglieder Gelegenhett/ sich über das neue Trama mann Sudermann's „Ter Sturmgeselle Sokra» t es", über das allerorts schon sovier geschrieben war, selbständig ein Urteil zu bttden. Die drei letzten Vorstellungen (7., 8. und 9.) fanden zum Benefiz der Direktion statt, die von den Mitgliedern eingezahlten, wie Üblich sehr niedrig gehaltenen Abonne- mentsgewer wurden ebenso wie die Einnahmen aus der Tageskafse an die Direktion abgesuhrt, die dafür auch sämtliche Kosten übernehmen mußte. Leider blieben die Einnabmen hinter den Erwartungen zurück, während die Vorstellungen selbst die Anspruchs- vollstcn befriedigen mußten. Je zur einmaligen Aufführung gelangten „Der Strom" von Aiax Halbe, als wettere Novität „Es Nach Mitteilung eines kolonialpolitischen Berichterstatters werden die deutschen Streitkräfte in Südwest- afrika in parlamentarischen Kreisen noch nicht für ausreichend gehalten, da man die Kopfzahl der He- reros bedeutend unterschätzt zu haben scheint. Man spricht deshalb von der Au s sen d un g we i t e r er 1200 M a nn Schutztruppen nebst dazu gehörigen Pferden und Geschützen, dock ist hierüber noch feine end- gUtige Entscheidung getroffen. Sollte die Verstärkung dennoch ausgesandt iveroen, so würde die Oberleitung über die mehr als U irmation der Kinder au§ der Matthänsqemeinde und in ikrbmbuiig damit Feier des heil. Abendmahls statt. Die Beichte roirb •Sami* den 9. April, nachmittags 2 Uhr, gehalten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. März 1904. - Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Steuerkommiffär des Steuerkommiffariats Offenbach, Christian Braun, den Charakter als „Regierungsrat^ verliehen, den Steuerkommissär deS Steuerkommiffariats Hungen, Karl Adam Frenz, zum ständigen Hilfsarbeiter bei der Abteilung für Cteuerwesen deS Ministeriums der Finanzen, unter Verleihung des Charakters als RegierungSrat ernannt, dem ständigen Hilfsarbeiter bei der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums der Finanzen, Obersinanzaffeffor Dr. Georg Hellwig zu Darmstadt den Charakter als „Negierungsrat" verliehen und den technischen Sekretär bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, Bauinspektor Heinrich Wagner zum ständigen technischen Hilfsarbeiter bei dieser Abteilung unter Verleihung des Charakters als „Baurat" -mannt. — Der Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Friedberg, Adam Feigs wurde zum Baggermeister, die Bauaufseheraspiranten Johannes Astheimer aus Bischofsheim, Georg Grünig aus Pfungstadt, Philipp Messinger auS Bornheim, Joseph Zimmer aus Nieder-Mörlen und Friedrich Web-r aus Ober-Ramftadt zu Hochbauaufsehern ernannt. — DaS Großh. Regierungsblatt Beilage Nr. 6 enthält. 1. Uebersicht der vom Großh. Ministerium des Innern für das Jahr 1904/05 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises BenSheim. — 2. Uebersicht der für das Rechnungsjahr 1904/05 von Großh. Ministerium deS Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Neligionsgemeinden deS Kreises Schotten. — 3. Ordensverleihungen. — 4. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. — 5. Namensveränderung. — 6. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. — 7. Dienstnachrichten. — 8 Dienstentlassungen. — 9. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamis. — 10. Charaktererteilungen. — 11. NuhestandSversetzungen. — 12. Konkurrenzeröffnung. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der Heute stattgefundenen Schlußziehung der 6. Klaffe fiel eine Prämie von 100 000 Mk. auf Nr. 5351 (nach Gotha und Mainz), sechs Prämien von je 50 000 Mk. auf Nr. 18518 (nach Offenbach) 20515 (nach Langen) 21095 (nach Darmstadt) 48616 (nach Oldenburg) 53713 (nach Mainz) 74662 (nach Lauterbach), zehn Prämien von je 10 000 Mk. auf Nr. 1419 (nach Offenbach) 9112 (nach Darmstadt) 33783 (nach Darmstadt) 35080 (nach Zerbst) 44372 (nach Offenbach) 51987 (Oberstein) 83951 (nach Mainz) 91903 (nach Darmstadt) 92979 (nach Köthen) 99917 (nach Gotha), zwei Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 23623 87041, fünf Gewinne von je 3000 Mk auf Nr. 33248 44011 49177 50751 77852, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 5041 34854 51330 58813 66274 66498 75249 84179 87365 91533. Ohne Gewähr. " Uebertritt zur Schutztruppe. x’er Soyn oes GendarmerieoberwachtmeisterS Schwarz, Sanitätsunteroffizier im Infanterie-Regiment Nr. 168 in Butzbach, der schon einmal die Reise nach China mitgemacht hat, tritt am 5. April dS. Js. zur Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika über. •• Zur Eröffnung der Bahn Butzbach—Lich wird mitgeteilt, daß die Staatsregierung von der Eröffnungsfeier keinerlei Notiz genommen habe. Die „Butzb. Ztg." schreibt, daß der Festzug überall mit Freude von der Bevölkerung begrüßt wurde, mit Ausnahme von Lich. Dort erwartete außer dem Bürgermeister Heller und einem Vertreter der dortigen KaufmannSwelt niemand den Festzug. Auch war die Stadt ohne jeden Flaggenschmuck. Nach Butzbach zurückgekehrt, nahmen am Festesten im „Hess. Hof" die Bürgermeister, Beigeordneten und Ortsvorstände auS allen Stationsorten teil, mit Ausnahme von Lich. Die Eröffnungsrede beim Festesten hielt Abg. Joutz. An den Großherzog, — Uebcr die Zusammenhänge von Darmstädter Kunst undTheater verbreitet sich mit mancherlei Ausblicken und Zukunftshoffnungen Georg Fuchs in einem reich illustrierten Artikel im zweiten Märzheft von „Bühne und Welt" (Verlag Otto Elsner, Berlin S. 42), das auch durch andere interessante Beiträge Beachtung verdient. — Vom Fran kfur ter Theater. Herr Jani Szika vom Frankfurter Schauspielhaus feiert im nächsten Monat sein 40 jähriges Bühnenjubiläum. Am 12. April wird dem Künstler zu Ehren Shakespeares „Viel Lärm um Nichts" gegeben; als Gerichtsdiener hat Herr Szika in diesem Stück vor 14 Jahren in Frankfurt auf Engagement gastiert. — Tie Operette, die lange Jahre vernachlässigt wurde, scheint jetzt wieder besseren Zeiten entgegenzugehen. Es finden Personalauffrischungen statt, vor allem aber ist die Intendanz bemüht, sich eine tüchtige Kraft als Kapellmeister zu sichern. Als Bewerber für das schon halbverwaiste Fach der Operetten- und komischen Operndirektion debütierte Ernst Neumann von Teplitz und erzielte günstige Eindrücke. Ter junge Künstler besitzt Temperament und Rhythmus und obwohl noch fremd in unserm Tonkörper trat er doch ganz selbständig auf und suchte seiner Individualität Ausdruck zu verschaffen. Auf das Gastdirigieren ist nicht viel zu geben; erst die Einstudierung eines neuen Werkes dürfte destnitiv über das Können des Kandidaten entscheiden. Eine so gründliche Erledigung dieser Vakanz gestatten aber die Verhältnisse nicht, aber auch ohne das halten wir Neumann für einen routinierten und vertragssicheren Dirigenten. — Kapellmeister Wolfram übernimmt die musikalische Direktion der Schwester-Bühnen Dortmund-Essen und erzielte mit der Premiere der „Neugierigen Frauen" von Mvlf-Ferrari einen ungewöhnlichen Erfolg. Predigt. Nachmittags: 4 Uhr. A »n Uhr. Tag: Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens. 8.4 Predigt. Johannesgemeinde. Karfreitag, den 1. April: IormittagS 9«/, Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und für 01t Johannesgemeinde. . . Anmeldungen zu den Abendmahlsfeiern vorher bei Dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. Nach allen Gottesdiensten: Kollekte für die evangelischen un- stallen in Jerusalem 1. Osterfeiertag, den 8. April. Vormittags 9‘/i Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für bte Jobomi gemeinde. „ Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr: Psarrassistent Schulz. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte. , , . Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Kirchen: 2. Osterfeiertag, 4. April. Vormittag? 9 Abendmahls. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus de J gemeinde. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Besondere Kollekte für die Armen. firmntion Nächstfolgenden Sonntag, den 10. sinder der Kinder aus der Lukasgemeinde. Die Beichte Y Samstag zuvor, nachmittags 2 Uhr, statt. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdtenrr in der Synagoge (^ibanfoflO- Donnerstag den 31. März und Freitag den L Pafsahf e st. _ gg ghr. L Tag: Vorabend: 6.45 Uhr. Morgen-. AbendS 6.45 Uhr. beginn Bem. Während der Sommermonal Ndr er Morgengottesdienst am Sabbatn ----— Myrrholln^Gly^^ anerkannt unübertroffen bei rauher, empflndlfcher tlaot 1i" Apotbc^c u Parfüm. Tube 50 PL Erhältlich wie die bekannte mynn"' , honcr Drogerien u. Parfümerien. Erfolg: Weiase, «rte , ' Bestie s-1ut- P$"e • Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Steuer- zettel über StaatSsteucr und allgemeine Kircheusteuer in den rÜchslen Lagen den Steuerpflichtigen durch die Schutzmannschast zugeslellt werden. Diejenigen Einwohner, welche bis zum 15. April keinen Sleucrzcttel erhalten haben, ihren Verhältnissen nach aber an- rehmen müssen, daß sie steuerpflichtig sind, werden hiermit auf- gefordert, hiervon alsbald bei Meldung nachteiliger Folgen auf L«m Bürgermeisterei-Büreau, Zimmer Nr. 15, Anzeige zu erstatten. Ei eß en, am 30. März 1904. 3055 Ervtzher^vgitu r uiyermeifterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen KeniUnis, daß die Fried- t öfe vom 16. März d. Js. bis 15. Mai d. Js. von morgens 6 Uhr ms abends 8 Uhr geöffnet sind. Tie Schließung veo Friedhofs roird durch Läuten der tzinedhossglocke angczeigt. Bei Begum des Läutens muß der Friedhof sosort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen, Gießen, den 24. März 1904. 3024 Grogherzoglm^ Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Zur Beseitigung von Zweifeln wird zur oge. .uchen Kenntnis gi'bracht, daß zu den nach § 1 des Fleijchbesamugesetzes vom 3. Juni 1900 dem Beschauzwang unterworfenen Tieren (Rindvieh, Lchweine, Schale, Ziegen, Pferde und Hunde) auch Kälber, Span- fnrlel, Ferkel, Schaf- und Ziegenlämmer gehören, sobald deren Aieüd) zum Genüsse iür 'Menschen verwendet iverden soll. ' Gießen, den 29. Alärz 1904. 3026 Grosiyerzoginue B ürgermeisterei Gießen, I. V.: Eurschmann. DieAchalMe Her HllWiMgen Kinder Montag den 11. April d. I., vormittags von 10 bis 11! Uhr, findet in der hiesigen Volksschule und zwar in der Stadt- i ibenjchule im Zimmer Dir. 3, tn der Stadtmäüchenschule un Zimmer Nr. «, die Aufnahme der Kinder statt, welche bis L Mai d. F. das sechste Lebensjahr zurückgelegt haben. Auch können am genannten Tage aus Wunsch der Ellern oder Dwien Stellvertreter solche leiblich und geistig nicht unreise Kinder cusiaenommen iverden. welche bis zum 30. September d. 5J. das iechsle Lebensjahr vollendet haben. Diejenigen dieser zur Anmel- bumg gebrachten Kinder aber, welche sür den Schulbesuch nicht ge- niüfl herangereist betrachtet werden können, werden für das nächste ^.müiahr zurückgeslellt. Bei der Annieldung ist der Impfschein vorzulegen und bei auswärts geborenen Kindern der Geburtsschein mitzubringen. Außerdem haben diejenigen Eltern, welche von der Gewährung freier Lehrmittel für ihre zur Aufnahme gekommenen Kinder Gehn iiich machen wollen, unter Vorzeigung des diesjährigen Slaats- sienerzetlels bei dem betreffenden Hauptlehrer Antrag zu stellen. Gießen, den 29. März 1904. 3059 Für den Schulvorstand: Mecum, Cberbürgermeifter. Hahn, Rektor. Manz am 31. Dezember 1903. Daher Stand der Mitglieder Ende 1903 50 Aktiva. Jft $ Passiva. £ Ausgeliehene Kapitalien: a. jqeg. Bürgschaften Spareinlagen Einlagen im Konto- 67214.90 m. andere Sicherheiten 29320.84 Korrentverkehr Guthaben der Ge- 2538.77 b. oegen Hypotheken 24400.00 nossen "500.00 c. .u.Koiito-Korrent- Mrkehr 5952.35 Reservefonds Richt abgeholte Dioi- 217.78 ä.c-eg.Kaufschillinge 10322.97 denden 24.00 e. lmrchcedierte Forderungen 260.24 ÜIuAstehende Zinsen 1244.72 Mkbiliar- und Ge- i^'äftsutensilien 36.00 Kassa-Bestand 1481.55 Reingewinn 523.22 73018.67 73018.67 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1902 50 Während 1903 gingen zu . . . 0 , 1903 „ ab . 0 Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage lang bei Gähner Schlapp zur Einsicht der Mitglieder offen. Mainzlar, den 30. März 1904. 3037 Spar- und Worschußkaffe Wainzlar. Eingetr. Genoffensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Aingel. Spaar. Schlapp. Versteigerung. Mittwoch den 6. April, anfangend 9 Uhr, werden : idem Kennel'schcrr Anwesen zn Gießen Riegelpfad 30 «Am Aufgabe der Oekonomie freiwillig gegen Barzahlung seigert; Dekonomiegerckte aller Art, mehrere gute Wagen, Pflüge, C'gge», Geschirre, ein Reit sattel. Hand- vagen, Dickwurzmühle, Futterschneidmaschiue, Stallmd Milchwirtschaftsgeräte, Milchkannen, Butter- ..eierfaß, ein zweiräderiger Milchtarreu, eine neue Oleinviehwage, Gesindebetten, eine Partie Wein- Nßchen u. s. w. 3036 21 Ile Ingredienzien 2237 junir Anstreiehen und wichsen der Fust- bötten, sowie zu allen sonstigen Anstrichen Lackierungen in größter Auswahl billigst Emil Fischbach. ■Pier deschoner ■ä) Emil Pisten Nacnfl., Giessen. Verdingung von Pflaster- und Chanfsierarbeit. Die bei Verlegung deS Klingelbachs in die BiSmarck- und Keplerstraße erforderliche Pflaster- u. Chaussierarbeit soll Donnerstag den 7. April d. I., vorn». 10 Uhr, öffent- lich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Rr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. 3023 Gießen, den 29. März 1904. Städtisches Tiefbauamt. I. V.: Köhler. Vergebung von Kauarbciten und Keferungen. Samstag den 2. April, nachmittags 4 Uhr, sollen m dem Gemeindehause zu Wiefeck nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: 2915 veranschlagt zu Mk. Maurerarbeiten 16,00 Chaussierarbeiten 10,00 Stein- u. Sandlieferung 37,40 Cementrohrlieferung 56,00 Gießen, den 26. März 1904. Senßfelder, Kreisstraßenmeister. Achtung! Nächstes Grosse W oliltätigkeiis-| Geld-Lotterie | der Krankenplleiie-Anstalten \om |L Holen Kreuz, Strassburg i. E ■ ‘ Ziehung garantiert 11. u. 12. April. 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