Nr. ÄZ» Drittes Blatt. 1S4. Jahrgang Samstag 30. Januar 1804 Erscheint tüalich mll-Ausnahme des SonntogZ. /TI aX an;^ST. Sie S-miIi«,bIAt-,» werden den- AMU |zK £/ || T /I I R-tatwnsdruck und Verlag der Brühl'sche« ÄÄXXS VJlV|jVllV< (^^en),» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Giehen. Havelock und der Beglückungsschraube in der Westentasche, die weltbedeutenden Bretter hinaufgestiegenen Hetzer meinte, Otto der Unartige, den seine Frau Mama, eine ehemalige es müsse ihn das Mäuslein beißen ob dieser kuriosen Setzereine haben in poetische folgendes deren Augen Herr Meyer tagtäglich wacker gewirkt hat zum«weiblicher Setzerlehrling an den Ohren gezupft wurde, wenn Besten seiner Prioatkasie, natürlich gar keine Idee von einer Herr Pichler seine allzu kurzen Frackärmel zeigte, und wenn Ahnung haben. Otto mit dem Entlarvungsblasebalg im einer oder der andere der aus der Brühl'schen ^Druckerei auf Deutsche Brüder I Weggenossen Auf der Bahn zur Einigkeit, Die aus uuser'm Blut entsprossen! Laßt uns wirken unverdrossen Für des Reiches Herrlichkeit! Möge Loki grimmig schwingen Seines Hasses Feuerbrand, Seine Flamme soll nicht dringe« Und die Zwietracht wiederbringen In das deutsche Daterland! Laßt uns alle Flecken hassen — Echtem Heldengeiste gleich —, Tie der Ehre Schild erblassen! ■ Dann wird Gott auch nicht verlasse» Unfern Steifer und das Reich. Das Osfizierkorps in Lindau erwiderte: Treirdeutschen Gruß an den Ostseestrand Von den Alpen hinab in das Litauerland! In Treue zum Kaiser, in Liebe zum Reich Sind Norden und Süden aus ewig sich gleich. Fum Kurischen Haff tönt sroh unser Ruf, Ten Herrscher zu feiern, des Ahne einst schuf Tort aus dem eisgesesselten Meer Ruhm feinem Adler, stolz seinem Heer. Von Lindaus Gestaden raget ein Leu, Ein steinerner Wächter, kraftvoll und treu; Als erster grüßt er aus deutschem Land Zum Rhein, unser'm köstlichsten Pfand! Und der Löwe im Süden, der Adler im Nord Sind heimischer Grenze sicherer Hort. Was mühvoll errungen in eiserner Zeit, Tas einige Deutschland, das schirmen wir heul'. Hurra dem Steifer 1 * Die reichsten Städte in Preußen. Kürzlich ging durch die Presse die Meldung, daß Eharlottenburg die reichste Stadt in Preußen sei. Diese Meldung ist unbegründet. Nach einer hochinteressanten Zusammenstellung im Finanzministerium betrug 1902 in den Stadtkreisen baß durchschnittliche, auf jeden Zensiten veranlagte Einkommen 2 741 Mark 40 Pfg., es ist 1903 auf 2 644 Mk. 10 Pfg. gesunken. Die höchste Stelle nimmt Bonn ein, hier hatte jeder Zensit 1903 ein Einkommen von 4 538 Mark 20 Pfg» (1902 betrug es 4 756 Mk. 58 Pfg.), es folgt Wies baden mit 4 270 Mk. 72 Pfg. (1902 4 209 Mk. 88 Pfg.), dann kommt erst Eharlottenburg mit 4142 Mk. 89 Pfg. (1902 4124 Mk. 95 Pfg.) Frankfurt a. M. kommt an vierter Stelle mit 4 026 All. 42 Pfg. (4114 Mk. 74 Pfg im Jahre 1902). Am niedrigsten steht Nixdorf mit 1474.84 Mk. (1458.42 All.), es folgt dann Oberhausen mit 1483.97 Mk. (1466.95 Mk.), Gelsenkirchen mit 1550.18 ML. (1 777.54 Mk.), Linden mit 1588.38 Mk. (1 591.20 Mk.), sowie Königshütte in Oberschlesien mit 1610.75 Mk. (gegen 1630.40 Mk.). Sehen wir uns nun die großen Städte an, so hatte der Berliner ein durchschnittliches Einkommen von 2 513.58 Mk., gegen 2 653.57 Mk. im Vorjahr, in Breslau stellte es sich auf 3 244.24 Mk. (3 296.62 Mk.), in Köln auf 2876.98 Mk. (2 984.96 Mk.), in Hannover auf 2 737.41 Mk. (2781.63 Mk.), in Magdeburg auf 2 706.11 Mk. (2 895.42 Mk.), in Kö nigsberg auf 3063.94 Mk. (3191.20 Mk.), in Altona 2108.98 Mk. (2150.43 Gedicht: Was die Dichter einst gesungen Und der Michel oft versäumt, Hat das deutsche Schwert erzwungen, Hat das Kaiserreich errungen Herrlich, wie es nie geträumt. Stadt und Land von Bord unseres Dampfers aus. Unsere Aerzte behandeln Kranke an Land, leiten die Transporte und helfen überall. Sie handeln nach Beratung mit den hiesigen Behörden unb werden vorzüglich unterstützt von einer an Bord befindlichen deutschen Dame. Wir rich?- teten auch für die besseren Klassen einen Mittagstisch an Bord ein, da warme Speisen an Land fehlen unb die Besser- gestellten keine Vorräte und Nahrungsmittel haben, weil diese an die Bedürftigen ausgegeben werden. Dringend nötig sind: warme Kleioung und Schuhzeug für alle Altersklassen, Kindermehl, Dachpappe, Türen und Beschlage. Das Hilfskomitee begann erst gestern notdürftig seine Tätigkeit; wir werden heute abend versuchen, in dieser Richtung fordernd mitzuwirken." Gießener Stadtttzealer. Fellner & Co. Komödie in 3 "Akten von Viktor Böhme. • Die nördlichste und südlichste Garnison. Die Offizierkorps in Memel und Lindau am Bodensee diesem Jahre zu Kaisers Geburtstag wiederum Grüße ausgetauscht. Alemel sandte nach Lindau Der Araud von Aalesuud. Ter Leiter der Hilssexpeoition der „Phönicia" telegraphiert: „Ter Zudraug Hilfsbedürftiger nimmt stetig zu. Zur Bewältigung desselben unb zur Sicherstellung der Verbindung mit dem Lande requirierten wir zwei Fischdampfer. Es wird dauernd von 9 bis 6 Uhr warmes Essen verabfolgt. Heute wurden 2350 Mittagsrationen verteilt. Wir geben außerdem große Mengen Brot und Kaffee mit. Viele Milchrationen an Kinder werden verteilt. Die Köche mußten 17 Stunden hintereinander kochen unb erbaten daher Hilfe von den Einwohnern. Warmes Essen wird durch Schwestern und Pfleger von der „Phönicia" verteilt, die seit heute durch Damen vom Lande unterstützt werden. Auffällig war bei den heute Verpflegten die Not an Kleidungsstücken, auch bei den besten Ständen. Unsere Vorräte werden daher stark beansprucht. Ter Andrang zu unseren Kleidermagazinen war zeitweise so stark, daß wir die Ordnung nur mit Mühe aufrechterhielten. Die Aerzte werden zunehmend beansprucht und von Leichtverletzten, auch häufig von Kranken konsultiert. Die Versicherungsbeamten, die aus Christiania eingetrofien f.nb, wohnen auf der „Phönicia". Sie schützen den Brandschaden aus 20 Millionen Kronen. Ter von uns in Angrif, genommene Bau der Volksküchen und Wohnungsstätten in den Ruinen schreitet fort. Inspektor Kirchheim lecket mit den Mannschafien der „Phvnicia" und eines Kriegs,chi.ses die Landarbeiten. Wir hoffen, daß die Bevölkerung dem Beispiel bald folgt. Tätig greift das gesamte Sch.fi, S- unb Hilfspersonal ein; sie sind sehr arbeitsfreudig trotz der ganz außerordentlichen Beanspruchnub- ^ämtttcye Arbeuen werden durch die kurzen Tage äußerst erschwert. >rav Barometer fällt rapide. Häufige kalte, schwere Regenböen. Wir dampfen weiter in den Südhafen hinein. Wir liegen vor zwei Ankern. An Bord alles wohl" T^r Dampfer „Weimar" des Norddeutschen Lloyd berichtet vom . t b. Mts.: „Wir haben die ersten Tage von moraens bis abends 9 Uhr mickels Tender Hungrige an Bord gebracht, bis sich kein Hilfsbedürftiger mehr am Ufer befand Nachts verblieben namentlich grauen und Kinder an'Bord, da wir auf Wunsch der Staötbehörde nickt oarau binwirkten, daß Männer an Bord bckeoen. Obdachlose gibt cT eigentlich nicht, da die anliegenden Hofe alles au, genommen haben. Wir speisten ge^e.n UOJ uno mehr. Heute früh nahmen wir eine große Anzahl Waisen und Sieche auf und speisten heute bis nachmittags 3 Uhr annähernd 2500 Personen an Bord. Warme Speisen und Kleider wer- Anvon 7 Uhr früh bis 9 Uhr abends ausgegeben. Zwei Lender vermitteln während dieser Zeit den Verkehr mit bem Lande. Die Stadtapotheke und vier Gehufen versorgen ^)er Herr Kommissionsrat Fellner feiert sein 2V jähriges Geschäftsjubiläum. Er ist Besitzer einer großen Druckerei und Verleger eines patriotischen Blattes. Der Jubilämnstag rulgi ihm bem kgl. Kommissionsrat - in welchem fernen Lande außerhalb der durch den Grafen Posadowsky gemäss en oone spielt denn eigentlich das Stück?— den erblichen und seinem ältesten, immerhin noch jugendlichen Sohne en sonst bekanntlich nur ergrauten Aerzten zusallenden ean a ratstitel. Der Herr Regierungspräsident, Exzellenz, Bayern sind die,- Herren Exzellenzen - m höchst- eteenec Person. Man wäre in dem Hause „Fellner u. Eo. ( Kellner u. Sohn" wäre wohl richtiger, denn einen Com- ncanon tonen w.r nur in der Person d-d j»nglmgSh°ft-n SanitätScatS kennen) wohl allgemein über die Maßen froh, wenn nickt der verlorene Sohn, der Maler, stift letzt atu München heimkehrte, und noch dazu als unerlaub ei Bräutigam! Otto der Schlimme hat seinen ganzen um aristokratischen Havelock voll Neuigkeiten. er wev XX Augenblicke ab, da er das väterliche Haus brtatt, das er doch Malens halber Jahre an« aeilisientlich qenneden hat, zwanzegmal, oder lagen >°n U-°cr, nn bei der Jubiläumsjahrcszahl 6u ble.ben, 25 mal bester Besche-d in der ganzen Offizin als Vater und Bruder. ja, der Tausendsassa l)at in seinem großen Mantel auch die Rute berest m'u den bösen Herrn Meyer damit durchzuwalken der Fall^ lang die ärgsten Betrügereien auf Geschäftsunkosten uediht bat, von denen die geschäftstüchtigen Chefs, unter saal-Welt, angesichts der sich andere langweilten. Tie Herren linken uuo Pichler unb Fran Fischer waren verurteilt, ein paar Lehmsiguren Leben einzublase«, die an die blassen G^ acken aus bem Vorderhause in Sudermanns „Ehre" erinnern. So viel, d. h. so wenig als sich ans diesen, zumeist gedrechseltes Buchheutsch redenden Emporkömmlingen machen ließ, machten die beiden Herrn» reichlich daraus, während Frau Fischer sich Mühe zu geben schien, die unmöglich Mama Feckuer noch unmöglicher zu machen. Frl. Hohl unb Herr Sandorfs stellten ein ganz liebenswürdiges Paar hin. Herr T e l e k y war korrekt, Herr Achterberg munter wie immer. Tie beste Figur des Stuckes, die auch der Autor am lebensvollsten gestaltet hat, und die allein den Schluß zuläßt, daß in ihm die Gabe, Charaktere, Menschen darzustellen, schlummert, ist der Moses Waldkirch, der jüdische Agent, den eine unschuldig erlittene Gefängnisstrafe zum abgefeimten, raffinierten Schurken gemacht haben soll. Herr Haag bewährte sich bereits wieder- holt in' derartigen Rollen und bot auch gestern eine tvess- liche Charakterstudie. Während sonst nichts echt ist in dem Stücke, fein überzeugender Charakter uns ciitg.gentritt, findet der Autor hier Worte, die wie Empfindung anmuten, die wie Ueberzengung aus all bem widerspruchsvollen Theaterdeutsch hervorkkingen, das von Wesensarten nur den Schaum abschöpft, ohne den Geschmack irgend eines ehrlichen Gefühls auf der Zunge zurückzulassen. Mo,es Waldkmch beklagt den Untergang seiner Ehrlichkeit, und er vermöchte zu rühren, wenn statt der ihm uachgcsagten Brandstiftung eine verkannte edle Gesinnung ihn ins Unglück gestürzt hätte unb wenn seine spateren Missetaten ihn nicht als einen blutsaugerischen Hallunken, sondern als einen Verbrecher aus Not erscheinen ließen. Tie Direktion unseres Theaters versprach uns vor Eröffnung der Saison leinen „Fellners & Co.", wohl aber Ibsens „Gespenster", Halbes „Jugend", den „Richter von Zalamew, '„(Sgmont", „Jungfrau von Orleans", Shakespeares „Wintermürchcu" und „Der Widerspenstigen Zähmung" 2C. n\ Bis Ostern läßt sich vielleicht noch manches ; von diesen Verheißungen erfüllen. " P. Wr Vermischtes. • Königsberg i. Pr., 29. Jan. Betreffs der Geheimbundangelegenheit erfährt die .Hartungsche Zeitung" folgendes: Die Wiederverhaftung des Friseurs Rowagrotzky erfolgte auf Beschluß des Strafsenates des Oberlandesgerichtes. Gegen die Verfügung der vierten Strafkammer des Landgerichtes, durch welche die Freilassung Nowagrotzkis und des Kassenrendanten Braun angeordnet worden war, hatte der erste Staatsanwalt schon am folgenden Tage, 17. Januar, Beschwerde erhoben. Dieser Beschwerde hat das Oberlandesgericht am 26. Januar in der Erwägung stattgegeben, daß beide Angeschuldigte der ihnen zur Last gelegten Handlungen nach wie vor dringend verdächtig seien, auch eine Kollusionsgefahr nach wie vor bestehe. Der Haftbefehl gegen Braun hat bisher noch nicht ausgeführt werden können, Braun war in der vorigen Woche nach Leipzig zum Krankenkassentage gereift und wurde m den ersten Tagen dieser Woche zurückerwartet. Da er bis heute nicht einge- ttoffen und sein Aufenthalt nicht zu ermitteln ist, besteht der Verdacht, daß er sich seiner Wlederoerhaftung durch Flucht ins Ausland entzogen hat. • München , 29. Jan. In der Schlüterschen Maschinenfabrik an der Weißenburger Straße explodierte heute früh ein Benzol-Saugmotor. Ein Arbeiter wurde getötet, etn Ingenieur schwer, ein zweiter Arbeiter leicht verletzt. • Stuttgart, 29. Jan. Der Geh. Kommerzienrat Merkel-Eßlingen hat der Stadt Eßlingen die Mittel zum Bau eines Volks bad es zur Verfügung gestellt. Mit dem Bau soll in diesem Frühjahr begonnen werden. * Bern, 29. Jan. Der frühere Chefdes Telephon- wesens, Weißmüller in Chauxdefonds, der nach Unterschlagung von 42 000 Francs geflüchtet, ist m Kolmar verhaftet worden. Zeitungsfalz-Gräftn, bei seiner Rückkehr ins Elternhaus be- , grüßt wie ein Eisheiliger den Rosenstock, Otto, das frevle Kind, bringt aber auch eine Braut mit. In den hinter dichter I Bretterwand wohl verschanzten Kohlköpfen seiner Familie malt sich diese natürlich als eine Kammerzofe unb Proletarier- chwester, m Wahrheit aber ist sie eine veritable Komtesse mit verständigem und ohne unverständigen Ahnenstolz und einem geldsackschweren Papiergrafen als Oheim, Vormund und Erb- chaftsvollstrecker. Und die Kammerzofe, die niemanden etwas angeht und deren Verlobung wir mit dem gleichen Interesse aufnehmen wie die Geschichte von der so anspruchsvollen als unsichtbaren Familie des bösen Herrn Meyer, ist die Schwester des genialen Notensetzmaschinen-Ersinders und Metteurs en pages Taubenschlag, dessen Erfindung Herr Moses Waldkirch, des bösen Herrn Meyer feindlicher Freund, em klein bischen gestohlen hat und den Otto der Unartige natürlich auch entlarvt mit seinem unfehlbaren Westentaschenkodak. Otto der Maler kann nicht nur den Teufel an die Wand malen, sondern auch an den Hörnern unb unterkriegen, daß es eine Art hat. Otto der Umsichtige kommt unb sieht und siegt, er ist allgegenwärtig unb ollwissenb. Wenn man aber nur wüßte, was der Herr Autor mit bieser „Komöbie" gewollt hat! Witzig ist sie nicht, geistreich auch nicht Jbcen sucht man vergebens barm unb Menschen begegnet man auch nicht. Von Charakterzeichnung kaum eine Spur. Also er wollte wohl nur ferne Hörer unterhalten, ivahrscheinlich wohl angenehm unterhalten. Hat er bas getan? Es hatte wirklich den Anschein, als habe sich der größere Teil des Publikums ganz gut unterhalten. Und es wurde ja auch ganz nett gespielt. Die Figuren, die da oben auf der Bühne mit mehr ooer weniger Erfolg gute Miene -um bösen Spiele machten, zerrten komische Atomente an spärlichen haaren herbei. Viele Zuschauer waren schon froh, wenn ein paar Leute tollpatschige Verbeugungen machten, wenn Herr Conradi als Faktor Sträuchle mit seinem Bäuchte wackelte unb bazu sächselte, wenn bie gnädig,re Komtesse ein paar banale Wahrheiten hübsch verzuckert den protzigen Parvenüs ins Gesicht hmemfrozselte, wenn em Gestern hatten wir in unserem Stadttheater beinahe Premiere. All. cdings nur bemühe; in Wiesbaden unb Koblenz soll der Firma Fellner u. Co. bereits eine gewisse Krediteröffnung zu teil geworben sein, aber m das große Handelsregister der deutschen Bühnengenoffenschaften ist sie noch nicht leingetraaen worben unb wirb sie auch schwerlich je eingetragen werden/ „Komödie" nennt der Herr Verfasser seine Schreib- tischarbeit. Man denkt bei diesem pretentwsen Worte an Moliöre, oder auch an Hauptmanns „Biberpelz unb Kollegen Crampton". Unb man bekommt für einen Diamanten Keer und Motte. — Das „Militärwochenblatt" meldet: v. Alten, Major unb Abteilungskommanbeur des Feldartillerie-Regi- ments Nr. 72, wurde zur Teilnahme an der Reorganisation der mazedockifchen Gendarmerie kommandiert. — Hauptmann v. Gr olman von der 9. Kompagnie deS 4. Garderegiments z. F., der Kompagniechef des wegen Mißhandlung von Untergebenen zu 8 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilten Unteroffiziers Breidenbach, ist in das in Gnesen garnisonierende 6. Pommersche Infanterie-Regiment Nr. 49 versetzt worden. 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Eine alte Frau mit ihren. schreienden Kinde hinter sich, schleppte mit der einen Han- einen Slrohsack, mit der anderen hielt sie ein unentbehrliches Geschirr. Ein Herr, der auf einem Ball gewesen war, lief beim Rettungswerk im Frack und mit Zylinderhut und Kotillonorden herum. • Es ist nichts dran." (Kunstwort. 1. Januarheft 1094. Jahrg. 17. Heft 7. München. Georg W. Eallwey. Vierteljährlich 3 Mk., das einzelne Heft 0,60 Mk.) Die Sprache ist eine alte Frau, die Humor hat: wenn wir jungen Menschlein mit ihr zu spielen glauben, so spielt sie wohl selber mit uns, und wenn wir glauben, sie sage was uns zu Ehren, so lacht sie heimlich unser dabei. Wie köstlich ist unsre Redensart: „das ist nicht weit her" — ja freilich, was bei uns entsteht, wie sollt' es was taugen, je weiter es her- fommt, je schöner ist's! Ein prachtvolles Gegenilück dazu ist das große Wort: „es ist nichts dran". Muthesius Hal es kürzlich sehr hübsch zur Ansicht gebracht, indem er einen Vortrag damit emleitele. Sieht ein Deutscher ein gutes englisches Haus, so sagt er, meinte Muthesius: „es ist nichis dran" — es ist nämlich wirklich nichts „dran", fein aufge- klebter Putz, kern Ziergeichwür, es ist einfach gut in sich. Mk.), in Danzig auf 2 748.55 Mk. (2 825.78 Mk.), in Essen auf 2 217.62 Mk. (2 359.56 Mk.). * Szenen vom Brande in Aalesund. Man schreibt aus Christiania: Aus der brennenden Stadt sprühte ein Funkenregen empor, der lebhaft an eine vulkanische Katastrophe erinnert haben muß. Der Funkenregen machte nicht bloß den Aufenthalt in der Stadt selbst äußerst gefährlich, ersetzte auch Kilometer entfernte Gebäude der Umgegend in Brand. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die Bevölkerung, von Schrecken ergriffen, davonlief. Eine Lehrerin, die nicht mehr über die Brücke kommen konnte, die die beiden Hauptstadtteile trennte, flüchtete in einem Boot. Während der kurzen Fahrt wurden die Ruder vom Funkenregen in Brand gesetzt, ebenso die Bücher, die im Boote lagen. Beim Beginn des Feuers wurden im Gefängnis die Zellen geöffnet, und die Gefangenen, darunter zwei, die Letten trugen, entlasten. Einige hat man später wiedergefunsen. Sie wurden nach Molde transportiert. Grauenvoll lauten die Berichte über Frauen, die vor Schreck vorzeitig niederkamen. Eine Frau schleppte sich mit Mühe aus der brennenden ^ladt und gab gleich hinterher in einem Schuppen einem Kinde das Leben. Ein Mann trug seine Frau auf dem Rücken bis vor die Stadt, wo die Frau in einem Bauernhause entbunden wurde. Die Frau eines Beamten, die vor einigen Tagen niedergekommen war, schleppte sich mit ihrem Linde aufs Feld, wo sie erschöpft mebeqanf und in Sturm und biegen liegen mußte. Viele dürften noch lange unter den Folgen Neubau des althistorischen weitbekannten Gasthauses WW -9 W Nur noch, einige Tage! Wer bei Springmann kauft, ist gut bedient und spart Geld. 1019 Sprlngmann’s Schuhwarenhaus Bahnhofstrasse 58. Giessen. Bahnhofstrasse 58. auswärtigen Der . 25 W. 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Oppenrod, den 28. Januar 1904. Kirschbaum-Stämme, 1,65 trn, Ahorn-Stamm, 38 cm Durchm., Fichten-Derbslangen, 28 trn, Weißbrot Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlags,rlst 3 Wochen. <Ä>eßen, am 23. Januar 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. ,Wistmann. Freitag den 5. Februar 1904, vormittags 9'/, Uhr beginnend, weroen tm Gieijener ^tadtwald in den Distrikten Watds- hute, Lberhag und Uuterhag versteigert: 11 Rmtr. Eichen-Scheitholz dahier übertragen. (»ieben, 15. Januar 1904. Die städtische Pferdemarkt-Kommisiiou: Jean Kirch, Stadtverordneter. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. steigerung an der Steinbruchschnelse. Ltch, den 28. Januar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Heller. 3 13 166 10 7 . 48 Heinr. ü Karl Post, Wieseck . W. Lein, Klein-Linden Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern, außer bei Heinrich Frebel IL, 1 Kg. Schwarzbrot 24 Pfg., 2 Kg. Schwarzbrot 44 Psg. Gießen, den 29. Januar 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. 45 „ „ „ 370 Wellen Eichen-Reisig . . 44 „ en 44 „ . . 48,, Holzversteigerung im Gießener S1ao»wald. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Holzversteigerung. Donnerstag den 4. Februar d. I. werden aus den Abteilungen Rehhccke 19 und Töpferkaute 15 versteigert : Stämme: 2 Buche von 39—43 cm Durchmesser und 5—8,6 m Länge mit 1,76 fm, 6 Kiefern von 22—31 cm Durchmesser, 6—13 m Länge mit 3,61 fm; Scheiter: 9 rm Buche, 46 rm Eiche, 2 rm Kiefern; Knüppel: 5 rm Buche, 42 rm Eiche, 6 rm Kiefern; Reisig: 1010 Wellen Buche, 2150 Wellen Eiche, 150 Wellen Nadel und 510 Wellen Weichholz; Stöcke: 18 rm Buche, 51 rm Eiche, 3 rm Nadel. Zusammenkunft morgens 10 Uhr bei Abteilung Rehhecke 19 auf der Kreisstraße Gießen—Leihgestern. Nähere Auskunft erteilt Gr. Forstwart Menges, Großcn-Linden. Gießen, den 25. Januar 1904. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Der 1 Kg. (2 Pfd.) Xaielbrot 21/, Kilogramm (5 Pfund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmuch, Steinberg 52 -s 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei: Karl Post, Wieseck . . . 66 H W. Jabel, Wieseck . 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrot bei: Karl Spamer, Reiskirchen 44 L W. Schimmel, Kmzenb. M. 44 H Lerdillgüllg voll Wajserleitllügsarbkitell. Tie bei Herstellung der gemeinschaftlichen Wasserversorgungs- anlage für die Gemeinden Kestrich und Grotz-Fclda, Kreis Alsfeld, Oberhessen, vorkoimnenden Arbeiten und Lieferungen, Holz-Versteigerung im Kpptnroder KemeindtwaLd. Dienstag den 2. und Mittwoch den 3. Februar soll folgendes Holz versteigert werden: Eichen-Stämme von 5—13 m Länge und 13—34 Durchm. — 9,10 fm, Nadel-Stämme von 4—20 m Länge und 13—34 Durchm. — 97,28 fm, Nadel-Derb- und -Reisslängen — 16,03 fm, rm Buchen-Scheiter, r Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppel, „ Buchen- und Nadel-Stöcke, Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisig. Straße. Die Fichfen-Stangen kommen nachmittags zur Ber- (2 „ .) Kornbrot (4 „ ) , Bäcker. MMmBörptr für Petroleum, GaS und elettr. Licht, RkPtlitiir uni) Nemlage doii unh WasscrlcitWeii sachgemäß und schnellstens. 1034 G, Appel, 56 Seltersweg 56. Telephon 243. Wir ------------ direkt bei uns in Forst-Lausitz anzufragen. I'rocrr.-imm" kostenfrei. Pr fungs-Koinmis.iar. Krotpreise vom 31. Januar bis 14. Februar 1904. Rch md WiHslz-Ltchigermg im Licher ^radtwald» W!Mhrs-Pset0ciii!itkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 16. März 1904, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerslratze Pferdemarkt stall. Für Stallungen m der Rahe des Alarkles ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hosloyukutschcr Huhn dahier weiiden. AuskunU über sonstige Aiartlangelegenhelten erteilt Herr Weruhaudler August Schwan dahier. Aiit dem Pierdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1585 Mk. zur Verfügung stehen. . Ter Prämiiernngsplan ist von Herrn Eeronomccrot Lchlenle-Hardthof bei Gießen oder von Herrn Weiuhandler Schwan-Gießen zu beziehen. _ „ „ .. Die Preisverteilung eriolgt im Anschluß an die Pramnerung um 12 V. Uhr. Von 11 Uhr ab Konzert auf dem Marktplatz. Omuibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und °UUld«m 17. März, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turn, halle der Sladlknabeiischule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Ge- rälschaften, Haushallungs-und Gebrauchsgegenstanden. DerGeneral- vertrieb der Lose ä 1 Ai art ist dem Herrn Richard Buchacker Montag den 8. Februar, vormittags 10 Nhr beginnend, sollen im Licher S>tadtwald versteigert werden im Vorder- und Hinterwald: Leitzel, Lang-Göns '. Weber, Heuchelheim 50 ffp -- Alles Nähere durch den Vertreter Otto Fickert, Giessen Zur Verhütung von Maaraasfall, Haar frass, Maarspalte bewährt sich allein und am besten ISäusnersBrennesselspiritus nur ächt mit Marke „Weudelsteiner Äircherl" Flasche Mk. 0.7» und Mk. l.aO. Bekanntlich daS einfachste, unschädlichste, alterprobte Mittel, kräftigt den Haarboden, reinigt von Schuppen und kuyu wohltuend die Kopfhaut. Befördert bet täglichem Gebrauche uiigkincin das Wachslum der Haare Alpina-Seite 50 Psg. Zu haben in Apotheken, Drogerien 628 Depot: Btkloriadrogerie Adolf Vieler, Gust. Walter. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern IL, Gr^Linden 23 4 W. Fabel, Wieseck W. Steinmüller, Lang-Göns 24 , L. Steinmüller, Gr.-Linden 2o Heinr. Weber, Heuchelheim 25 „ Karl Post, wieseck . W. Weitzel, Lang-Göns . . 25 „ W. Lem, Klem-Lmden 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Linden 46 4^ W. Fabel, Wteseck . Louis Süßmuth, Steniderg 46 W.Steinmüller, Lang-Göns 48 Jakob Appel, Krofdorf . . 50 L. Steinnulller, Gr.-Lürden 50 2 , (4 1 , (2 2 , (4 ötadel- „ Etchen-Knüppecholz Stadel- Eichen-Stockholz, zerkleinert „ „ gewöhnlich ic e rolcbbilUgor Aimto. Adolf Bieler Victoria-Drogerie, Marktstrasse 5 ,, Reisstangen, _ Haufen Birken-Stcmgen, zu Wagnerholz Der Anfang ist am Waldemgang an der Hattenröder und zwar: . o p n \ Titel L Quellsassungsarbelten, j v II. Hochbehälter (löO cbm), o P o i Titel III. Röhrengräbeii, ~od „ IV. Rohrlieferung und Verlegungsarbeiten, sollen durch schriftliches Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Behörde, letztere auch bet der Großh. Bürgermeisterei Groß-Felda einzusehen. Be° dingiingen und Anaebotsvordrncke gegen ganz freie Emfendung voii 1 Atk. in bar für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote sind unter Benützung der Vordrucke, verfchloiien und mit entsprechender Auffchriit versehen bis Samtag den 20. Februar 1904, vormittags 12 Uhr, auf unserem Bureau, ,>>rant- I 'urlcrslraße 29, einzureichen. Eröffnung in Gegenwart der Anbieter. 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bei: Georg Dern I ., Gr.-Linden 21-0? Hch. Weber, Heuchecheim Ferd. Weiß, Grünrngen . 22 M L. Steinmuller, Gr.-Liiiden W. Weitzel, Lang-Göns. . 22 „ . W. Lein, Klein-Linden . . 24 W. Steinmüller, Lang-Göns 22 „ Wer fein Geld ausglevt für Schuhfett, oet ÄS Tranolin, yeöex weich, otchi and oauerhast. Gentner'S Wich,e in roren Dosen erzeugt auch eingefettetem Leder wieder schönen Glanz. Fabrckam Carl Äenwer ui Göppmge». ^iyteciwisclRs Institut jrMberg Itei^ranUiurtaUn. Rumsch & Hammer^ Forst (Lausitz) Wäscliereimasciiineiifabrik Kunst-AiisstkUung. Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs au-ch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. An ^onn- und ^eter taoen von 11 dis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt iur Aich - müglleder des Kunstvereins an Wochentatzen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Der beste und zuverLäjsigste Hand !^ener-LSjch-Appnrat ist 1026 _ » . ,.a, 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmuth, Steinberg 42 Heinr. Weber, Heuchelheim 44 Georg Dern 11., Gr.-Linden 42 „ L. Steinmuller, Gr.-Linden 44 Jakob Appel, Krofdorf . . 42 Ferd. Weiß, Grüningen . W. Weitzel, Lang-Gons. . W. Steinmüller, Lang-Göns 1840 „ Stadel- , <_ # t Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 4. Schneise. Gießen, den 27. Januar 1904. 1016 iL>roptzrt.ovgtt^ t (.rmeisteret Gietzen- Mecum. Pätent PLATTS GLÄNZ- MASCHINE 851 393 WW - KckßMß N- -GWfthtMg. Verlegte mein Rasier- und Frisier-Geschäft mit dem Heutigen nach Bahnhofstraße 33 "MU im Hause des Herr« FriebeL. Aufmerksame Bedienung vor wie nach zusichernd, empfehle ich mich 953 Friedrich Ziotz Frisevr. ' Gleichzeitig mache ich auf ein großes Lager von Zigarren, Parfümerien und sonstigen Touette-Artrkelu aufmerksam. 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