Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Untversitätsdruckeret. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.?. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. i Anzeiger Gießen. Wr* Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag ZU. Oktober 1Ö04 Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. /SR V gT Die „Gletzener KamilienblLtter" werden dem ll| IKt Jr p| »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W I ® U. W W U W W S H W M Z 9 U H -heffifche Landwirt*' erscheint monatlich einmal. v A D B W' W*' m M W Ser Aing. Kriminal-Roman von O. Elfte r. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 11. Kapitel. Still und einsam lag das kleine Haus am Walde, als der Rat bei eiubrechender Nacht heimkehrte. Tas war ihm schwer und die unheimliche Ahnung eines bevorstehenden Unglücks lastete aus seiner Seele. Er spähte nach einem Lebenszeichen; er hätte aufgeatmet, wenn ihm der kleine Hund dellend entgegenge- sprungen wäre, aber kein Laut regte sich; nichts sah er, als das eine kleine matterhellte Fenfterchen, dessen Schein trüb wie ein müdes Auge in die dunkle stacht hinausleuchtete. Es war das Fenster des Schlafzimmers Mariens und ihres Sohnes! Lag sie dort in ruhigem Schlummer oder saß sie wachend, mit verwehrten Augen anr Bette ihres Kllrdes, seiner Rückkehr harrend, wartend auf ein Wort des Trostes und der Liebe? Als er näher kam, lüste sich eine männliche Gestalt aus dem Schalten der Baume und blieb, scheinbar ihn erwartend, stehen. Ter Rat erkannte den Fremden vorn heutigen Morgen. „Sie hier, mein Herr?" fragte er mit leicht bebender Stimme. „Ja", entgegnete der Fremde. „Ich habe Sie erwartet, da man mir sagte, Sie würden am Abend heimkehrcn." „Hat B^arie es Ihnen gesagt?" „Nein, ich habe Marie Brandt nicht «gesprochen. T»eshalb habe ich Sie gerade erwartet, um mit Ihnen Rücksprache zu nehmen." „Ich weiß nicht, mein Herr, was ich mit Ihnen zu schaffen habe", sagte der Rat unwillig. „Weshalb Sie sich in mein — m unser friedliches Leben drängen. Was habe ich — was hat Marie Ihnen getan?" „Sie haben mir freilich nichts getan", entgegnete der Fremde in traurigem Tone, „aber jene Frau hat mein Leben vernichtet." Ter Amtsgerichtsrat erbebte. So stand dieser Mann do(ch mit dem früheren Schicksal Mariens in Verbindung? Aber Marie sollte sein Leben vernichtet haben? Sollte es nicht umgekehrt sein? Hatte er nicht das Leben Mariens auf unheilvolle Bahnen gelenkt? „Ich verstehe Sie nickt", sagte er, angstvoll vor der Auflösung dieses Rätsels zurückschreckend. „Ich glaube Ihnen, denn jene Frau wird Ihnen das Geheimnis ihres Lebens nicht anvertraut haben, sie hätte Ihnen sonst ein Verbrechen gestehen müssen." „Ein Verbrechen?" „Ja, einen Mord." Ter Rat fuhr zusammen, als habe ein Schlag ihn ge- troffem „Sie sind wahnsinnig!" „Leider nicht", entgegnete der Fremde mit traurigem Lächeln. „Wollen Sie mir eine Stunde Gehör schenken, so sollen Sie alles erfahren und dann selbst urteilen. Sie sind Jurist, Sie sind Untersuchungsrichter gewesen, öie werden aus meiner Erzählung leicht das Verbrechen heraus finden." „Herr, wer sind Sie?" „Mein Name ist Ferdinand Groller. . . einst war ich ein harmloser, glücklicher Mensch, der das Stück Land bebaute, das ihm jein Vater hinterlassen. Jetzt bin ich ein freud- und friedloser Mann, auf dem der Verdacht einem Brudermordes lastet — ich nehme au, daß Sie meinen Namen nicht gekannt haben." „Jcb höre ihn zum ersten Mal in meinem Leben." „Ich dachte cä‘ mir, die Mörderin hat ihn nicht auszusprechen gewagt." „Tie Mörderin?!" „Ja — jene Frau, der Sie Schutz gegeben haben!" „Marie Brandt?!!" General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Z>ie Zleöeruayme der Wolksschullasten auf den Staat. R. B. Darmstadt, 28. Okt. Ter Finanzausschuß unserer zweiten Kammer hat sich dieser Tage wieder sehr eingehend mit einem Thema be- lchaftigt, das schon seit bald zwei Jahrzehnten regelmäßig wiedertehrt und jedesmal neues Kopfzerbrechen und neue Kombinationen verursacht: die Frage der Uebernahme der Volksschullasten auf den Staat. Erst in der vorigen Legis- HEni die Sozialdemokraten einen Antrag Ulrich eingebracht, die Regierung Zu ersuchen, daß sie alsbald emen Gesetzentwurf vorlegen möge, welcher die Uebernahme der gesamten Wolksschullasten, die Einrichtung der obligatorischen Volksschule (Einheitsschule) re. re. vorsieht. Ter Drucksehlerkobold hatte bei diesem Antrag mitgewirkt und hier einmal den Nagel auf den Kopf getroffen, indem' er aus dem Worte Volksschullasten „Volksschul le h r e r" machte; erst als der Regierungsvertreter in ocr Kammer die „Uebernahme der gesamten VolksschEehrer" mit ironi- fchen Bemerkungen kritisierte, veranlaßten die Antragsteller durch Zwischenrufe eine Richtigstellung. M-cur- war in der Kammer offenbar recht peinlich von- Vieser Wortvertauschung berührt, denn die Volksschullehrer, das war in der Tat der Kernpunkt in der ganzen Frage. Es dreht sich für die Herren weniger darum, die Gemeinden zu entlasten und dem Staat die ganze Fürsorge für die Lehrerschaft aufzubürden, sie wollen vielmehr mit ihrem Antrag die absolute Verstaatlichung der Schule, die vollkommene Abhängigkeit der Lehrerschaft vom Staate erreichen, da sie dann mit Hilfe des Geldbewilligungsrechts auch dem jederzeitigen Einfluß und der Kritik der Kammer besser unterstellt ist. Eine Verstaatlichung der Volksschule im eigentlichen Sinne besitzen wir bekanntlich schon seit dem Volksschulgesetz vom Jahre 1876. Tas Hauptmotiv des sozialdemokratischen Antrags aber lag wohl in der Erwartung, daß man, wenn man es erst einmal mit dem Staat allein in der Schulsrage zu tun habe, auch den Lieblingstraum der völligen Trennung von Schule und Kirche leichter der Erfüllung werde näher bringen können. Ter jetzt vorliegende Antrag Schönberger hat nun die frühere Hauptforderung der Sozialdemokraten nasch ider einen Seite herab gemindert, indem er nur die persönlichen Lasten auf den Staat übertragen wissen will; andererseits aber verstärkt der Antrag und kompliziert er sehr die ganze Frage dadurch, daß er kurz und bündig verlangt: Tie enormen neuen Lasten werden „durch progressiv abgestuste Zuschläge" zur staatlichen Einkommensteuer ausgebracht. Ueber die Beweggründe dieses Vorschlags gewinnt man einige Klarheit, wenn man sich die Namen der Unterzeichner jenes Antrags näher ansieht. Es sind 9 ob er hessische Bauernbündler und 'Agrarnationalliberale, 12 Starkenburger derselben Parteirichtungen inff. einiger Sozialdemokraten und zwei Rheinhessen, der Abg. Diehl und der inzwischen verstorbene Mainzer Sozialdemokrat Haas. Von den rheinhessifchen und den städtischen Nationalliberalen hat sorusb niemand unterschrieben, ebensowenig finden wir einen Freisinnigen oder ein Zentrumsmitglied darunter. Es zeigt sich also hier wieder dasselbe Spiel, wllte Lei der Wahlrechtsvorlage: der Gegensatz zwischen Stadtund Land. Tie ländlichen Vertreter haben herausgerechnet, daß es doch eine recht schöne Sache wäre, wenn die Steuerzahler der größeren Städte des Landes, die jetzt bereits über die Hälfte sämtliche.y direkten Staats steuern beizuschaffen haben und für ihr Schulwesen ganz enorme Opfer bringen, auch noch die Schul last enderLandgemeindenmitzu- tragen verpflichtet würden. Tie Einwohnerschaft der Städte beträgt nur ein Fünftel, die des Landes vier Fünftel der Gesamtzahl. Wenn also künftighin sämtliche Schullasten vom Staate übernommen würden, so würden die etwa 8 Millionen Schulausgaben „gleichmäßig für das ganze Land" aufgebracht werden, d. h. also, der fünfte Teil der städtischen Bevölkerung, der jetzt schon über die Hälfte der direkten Staatssteuern aufbringt, würde dann auch noch die volle Hülste alter Volssschullasten mitzutragen haben. Gewiß ein ganz nettes Geschäft! Man vergißt hierbei indessen zunächst das Eine, daß das Land alsdann auch wieder um die großen Mehrausgaben, die bisher von den Städten allein oder mit Hilfe zahlreicher Stiftungen — die Stadt Mainz hat z. Bl ein Schulvermögen, das jährlich 45 000 Mk. an Zinsen abwirst, — aufaewendet wurden, mit übernehmen müßte. Mainz zahlt für seine ccl 8000 Volksschulkinder jährlich über eine halbe Million Mark, also über 60 Mark pro Kind, während sich die Schullasten auf dem Lande nur auf 20 Mark pro Kind berechnen. Man wird doch nun von feiten der ländlichen Vertreter unmöglich verlangen wollen, daß diese von den Städten im Interesse ihrer Einwohner aufgewendeten Summen bei der Uebernahme auf den Staat den Verhältnissen auf dem Lande entsprechend reduziert werden? , Ter Antrag Schönberger will ja nun dem Begehr der Sozialdemokraten nicht ganz folgen und nicht sämtliche, sondern nur die persönlichen Schullasten der Gemeinden auf den Staat übertragen. Tie Gemeinden haben nach der Zusammenstellung der Regierung für das Etatsjahr 1901/02 an persönlichen Kosten genau 4 397 799 Mark au^ubringen gehabt, eine Summe, die sstch, zurzeit wohl auf rund 4j/2 Millionen belaufen dürfte. Und diesen Betrag wünscht matt mir nichts dir nichts durch „progressiv abgestufte Zuschläge" zur Einkommensteuer zu erheben? Da der Gesamtertrag dieser Steuer für das laufende Jahr auf 9 089 000 Mark festgesetzt ist (wozu noch 3142 000 Mark Vermögenssteuer-Erträgnis kommen), so würden zur Aufbringung der Schullasten genau 50 Proz. des jetzigen Einkorn^ mensteuer-Erträgnisses mehr durch „progressiv abgestufte" Zuschläge beigetrieben werden müssen. Glauben die Antragsteller wirklich, daß eine solche in Deutschland einzig dastehende Besteuerung lieber.« der ^etzigenDermögens- steuer, die ja doch- nur ein vorübergehender Notbehelf sein sollte, so einfach durchzuführen; sein würde? Hören wir nicht jetzt schon von allen Seiten Klagen darüber, daß so viele besser situierte Familien ihre hessische Heimat verlassen und der billigeren Steuern wegen in einem der benachbarten Bundes^- staaten ihren Wohnsitz nehmen! Die Uebernahme der Nolksschulausgaben auf den Staat ist an sich ein Gedanke, dessen Durchführung gewiß in allen liberalen Kreisen mit Freuden begrüßt werden würde. Sie ist aber auch ein Experiment, zu dem man sich erst nach reifster Ueberlegung und gründlichster Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse entschließen darf und das unseres Wissens bisher nur im Herzogtum Anhalt gelungen ist. Und wenn sich die hessische Negierung und auch der Finanzausschuß trotz des Begehrs der 23 Antragsteller sträube, den Schritt ins Blaue mitzumachen, noch dazu auf Kosten einer verhältniß- mäßig geringen Zahl von Steuerzahlern, so geschieht das nur im wohlverstandenen Interesse des Landes. Man lasse jetzt erst einmal das schwierige Riesenwerk der angekündigten Gemeindesteuerreform mit seinen tief einschneidenden Steuerver- chiebungcn zur Durchführung kommen. Dann wird sich zeigen, wessen Schultern noch zur event. Aufbürdung neuer Steuern die nötige Tragkraft besitzen. Kcrichtssaal. Be rlin, 27. Okt. In dem seit dem 10. Oktober vor dem Schwurgerichte des Landgerichts I. verhandelten Falschmün- zerprozeß Gelhaus und Genossen wurde heute abend das Urteil gefällt. Es erhielten Lache und Gelhaus je 6 Jahre Zuchtbaus, Hellmer 2. Jahre, Mikulla 1/2 Jahre Zuchthaus, Steger 3 Jahre Gefängnis, Taschowski 2 Jahre, Kauer 15 Monate und Blattner 6 Monate Gefängnis. Bade und Feistel wurden freigesprochen. Ten meisten Angeklagten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Nur Blattner und Taschowski wurden mildernde Umstände zugebilligt. Alle auf*er Lache erklärten, auf die Revision zu verzichten. Oldenburg, 27. Okt. Ter in Haft befindliche Redakteur Schweynert des „Oldenburgischen Residenzboten" hat gegen den Minifter Nuhstrat Strafantrag wegen Beleidigung gestellt, weil dieser ihn im Landtage einen „24 jährigen Bengel" genannt hatte. München, 26. Okt. Die Ehe der Schriftstellerin Helene B ö h l a u mit einem deutschen Privatgelehrten, welcher behufs Ermöglichung dieser Ehe türkischer Untertan wurde und den türki- chen Namen Ared al Raschid annahm, wurde von der ersten Frau nach nunmehr 13jähriger Dauer angefochten. Die ^Münch. Allgem. Zeitung" teilt mit, daß heule in dieser Klagesache das Urteil publiziert wurde, nach welchem der Klage der ersten Frau auf Anerkennung der Rechtsgiltigkeit der ersten Ehe vom Gerichte stattgegeben wurde. Nnivcrsttäts-Wachrichten. — Ter bisherige ärztliche Direktor der Charitee in Berlin, Generalarzt Schaper und der Kurator der Universität Greifswald, v. Hausen, erhielten den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller uncer dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Aus Friseur-Kreisen geht uns folgende Klage zu: Während vor 15 Jahren hier noch ganz gut ein Friseurgeschäft in einer kleinen Seitenstraße existieren konnte, muß ein solches Geschäft heute an reger Verkehrsstraße liegen, was dem Geschäftsinhaber bedeutende Kosten verursacht. Während man sich ftühec beim Barbier auf einen gewöhnlichen Stuhl zum Rasieren oder Haarsckmeiden setzte, kann man sich heute in einen bequemen Sessel mit Kopfhalter, welcher noch obendrein mit antiseptischem Papier bedeckt ist, niederlassen und sitzt dann vor einer eleganten Toilette und einem schönen hohen Spiegel, trotzdem der Preis für Bedienung noch fast derselbe wie vor vielen Jahren ist. Welche Unkosten einem Friseur von heute erwachsen, berechnet sich aber der größte Teil des Publikums, welches den Friseur immer braucht, nicht. Tie Ladenmiete bewegt sich hier in Gießen (innere Stadt) zwischen 6—900 Mark. Tann kostet uns ein Gehilfe, den wir meistens nur beschäftigen, damit die Herren nickt zu warten brauchen, an Lohn 360 Mark durchschnittlich; dazu kommt Kost und Logis für ihn, sowie Anteil an Kranken- und Jnvalidenkasse im Betrage von ungefähr 380 Mark. Zur Benutzung des Publikums muß der Friseur einige Zeitschriften halten, für Heizung und Beleucktung muß er sorgen, dazu die Steuern, Geschäftsbedürfnisse, Ersatz und Reinigung der Wäsche und dergl. mehr, was wieder den Betrag von ungefähr 300 Mark ausmacht, so daß er also an Geschäftsunkosten bei 1 Gehilfen pro Jahr 1940 Mark hat. Ter Friseur hat nun auch Familie, wodurch. eine Wohnung, sagen wir von 300 Mark, notwendig ist, und .diese Familie verbraucht mit ihm pro Tag 3 Mark, wobei auch noch Kleidung mitgerechnet ist, sind also 1395 Mark für den Haushalt. So muß er also um zu bestehen, 3335 Mark jährlich oder 9 Mark täglich verdienen. Wie viele Herren man dafür bedienen muß, ist leicht auszurechnen; wenn das Rasieren 10 oder 15 Pfennig kostet. Wie unbehaglich sich da mancher Friseur fühlt und wie schlecht es manchem geht, ahnt der größte ieü! unserer Kunden nicht, denn der Friseur begegnet seinen Kunden immer mit freundlicher Miene, trotzdem er manchem Kunden, der Rasieren verlangt und mit 10—15 Pfennig bezahlt, auf dessen Verlangen auch rwch das Haar frisiert, wofür er ni chts bekommt und den Mund hält, aus Angst, der Herr könnte ihm wegbleiben. Ein gewöhnlicher Handwerker ober Arbeiter verlangt das Frisieren nicht umsonst, und bekommt er einmal ein bischen übers Haar gebürstet ober ben Schnurrbart gedreht, bezahlt er von selbst 5—10, Pfennig mehr. Viele Herren glauben aber, der Friseur könnte von der Ehre, sie bedienen zu dürfen, schon leben. Mit der Bedienung außer dem Hause wird der Friseur auch sehr viel unnütz chikaniert, denn manche Herren glauben dem Friseur Gott weiß welchen Gefallen zu erweisen, wenn sie ihn ein bis zweimal wegschicken, weil sie entweder gerade beim Kaffee sitzen oder zum Fenster hinaussehen und augenblicklich nicht gestört sein sollen. Welche Zeit der Friseur aber dadurch versäumt und welchen Schaden er oft dadurch erleidet, da ihm schließlich während der vergeudeten Zeit im Geschäft einige Herren weggehn, darüber maM man sich keine Gedanken. Eftr Nein biscken mehr Rücksicht wäre da wohl am Platze. Im übrigen ist der Preis für Bedienung außer dem Hause auch erbärmliche In jeder größeren Stadt wird Bedienung außer dem Hause mit dem doppelten Geschäftspreis bezahlt. Man wird vielleicht sagen: warum schließt Ihr euch nicht zusammen und macht die Sache einheitlich, Ihr habt doch eine Innung? Die Innung mit ihren 12 Mitgliedern kann da nichts machen, und Vorschriften über die Preise darf sie überhaupt nicht erlassen, denn das ist ihr gesetzlich verboten. So lange ein Teil der „besseren" Kundschaft so wie oben berichtet, handelt, sind die Friseure zur Abänderung der mißlichen Zustände völlig machtlos. I. A. mehrerer Kollegen: ____________ Ein Frifeur. Ueberzeugen Sie sich, daß in meinem kunstgewerbll Institute Ihnen mindestens das Gleiche in Möbeln, Betten, Innendekorationen re. rc. geboten wird, als in auswärtigen, von Nichtfachleuten und mit Riesenspesen betriebenen sogen. Möbel-Fabriken. Ohne Kaufverbindlichkeit ist Besichtigung meiner Fabrikations- u. Lagerräume gern gestattet. Geschäftsgründung 1858. Th. Brück, Möbelfabrikant, Gießen, Ecke Schloßgasse-Kanzleiberg-Brandplatz. — 10 Schaufenster. — Telephon 373. C17/e „Oder richtiger Bertha Wullbrandt — denn das ist ihr rechter Name." „Mein Gott — mein Gott", jammerte der alte Herr. T'antt raffte er sich auf. „Es ist eine infame Lüge — ein Irrtum — eine Verwechselung der Person." „Hören Sie nach ruhig an." „Nicht hier! Angesicksts jener Frau sollen Sie Ihre furchtbare Anllage wiederholen! — Kommen Sie!" Er Witt rasch dem Hause zu, mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen folgte ihm Ferdiirand. Ter Rat stieß die Tür auf. Winselnd kam ihm der Heine Hund entgegen. Vom Herde fdyretfte die alte Frau Knoche auf. welche dort schlafend gesessen. „O, Herr Rat, wie gut, daß Sie wieder da sind!" „Wo ist Marie?" schrie er die Alle an. Diese schluchzte laut auf. „Ach, Herr Rat — ich w-eiß nicht, ' was geschehen ist — als Frau Marie heim fant und ich ihr Ihren Brief gab, glaubte ich, der Blitz habe sie niedergeschmet- tert — so sank sie zu Boden. — so schrie sie auf — daß selbst es mir in meinen tauben Ohren gellte. Tann rannte sie wie wahnsinnig hinaus und rang die Hande und jammerte. Und dann wurde sie still — ganz still — ich muß eine Reise an* treten, sagte sie mir. Achte auf Richard, und wenn der Herr wieder kommt — jag' ihm — nein, sag ihm nichts. Ich will an ihn schreiben. — Dann schrieb sie dieses hier, das ich Ihnen geben sollte, und dann küßte sie den kleinen Richrrd und dann rannte sie wie toll davon." Ter Rat sah auf den kleinen Zettel, wie erstarrt. Kaum konnte er die wenigen Zeilen lesen, welche lauteten: „Leben Sie roohl, mein Vater, mein Wohltäter uv darf nicht bleiben, mein Geschick erfüllt sich. Haben Sie Tank, lachend T>auk. Leben Sie wohl — nehmen Sie sich meine# Lohnes an. Ihre Marie Braud doch nein, ick will mit keiner Lüge von Ihnen geben n w unterzeichne ich mit meinem wahren 'Jiamcn Bertha Wullbrandt." . , . (Fortsetzung folgt) '* yy^WWVW W «V^i^Wy 'V^V^V'-INil- «>">W'I».W^W .W, V Carl Stückrath * Möbelfabrik G 47 Asterweg 47. Geschäftsgründung 1868. 8 Lderstrssse 8. ' Einfachste Vie reiche Möbel « Dekorationen » Wohnungs-Einrichtungen > solidester ÄMSführung in grosser Auswahl stets vorrätig. ( » Teppiche * Gardinen » Linoleum * Bettfedern * Fertige Betten $ Allerbilligste Preise. Streng reelle Bedienung. I ranko-Lieferung. DM/. । S Eigene Tischler-, Polster- und Dekorations-Werkstätten. für XTeu-Anfertigung, Aufarbeitung I Anbringen von G-ardinen etc. etc. Bekanntmachung, Offenlegung der Listen der Stimmberechtigten zur Stadt- vcrordnetcnwahl betreffend. Während der Zeit vom 28. Oktober bis 4. November 1904 einschließlich (auch am Sonntag), vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr, Ziegl die Liste der in der Stadt Gießen zur Sladtverordnelenwahl Stimmberechtigten, sowie das Verzeichnis der zu dem höchstbesteuerten Drittelt der Wählbaren gehörigen Personen in dem Bürgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 15 — zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann in dem bezeichneten Lokale jedes Mitglied der Stadt-- gemeinde Einsicht von diesen Listen nehmen und Einwendungen gegen dieselben vorbringen. Gießen, den 27. Oktober 1904. _ B’7/10 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________Mecu m._______________________ Bekanntma chung. Ter Plan über die Errichtung einer oberirdischen Tele- graphenlinie an der Landstraße von Heuchelheim (Kr. Gießen) nach Kinzenbach liegt bet dem Kaiserlichen Postamt I in Gießen aus. Darmstadt, 24. Oktober 1904. Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V.: Rogetzky. n™/10 Nutzholz-Verkauf in der Fürstlichen Oberförstern Lich. Für den gemeinsamen submissionsweisen Holzverkaus verschiedener standesherrlicher Forstverwaltungen am 7. 9tovember L I. zu Gießen hat die Fürstliche Obersörsterei Lich 215 Fstm. Eichen-Schwellenholz, 365 Fstm. Eichen-Grubenholz, 25 Fstm. Hambuchen-Stammholz, 50 Fstm. Fichten-Bauholz, 750 Stück Fichten- Bau- und Gerüststangen, 3800 Stück Fichteu-Hopfen- re. Stangen, 4600 Stück Fichten-Reisstangen, 485 Fstm. Niesern-Bauholz und 190 Fstm. Kieiern-Grubenholz ausgeschrieben. Wir machen hiermit auf diesen Verkauf, zu welchem die Offerten bereits am 5. November abends bei Fürstlich Stolbergischcm Rentamt zu Ortender^ (Oberhessen) emgelaufen sein müssen, ergebenst aufmerksam und sind zu weiterer Auskunft bereit. Lich (Oberheffen), den 17. Oktober 1904. C19/10 _________________Fürstlich Solmsifche Oberfvrfterei. Darmstädt. ^Pädagogium Darmstadt, Herdweg 53. Die Anstalt bereitet auf das Einjährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen, sowie auf den Eintritt in mittlere und obere Klassen höherer Lehranstalten vor. hv20;9 Kleine Abteilungen, individuelle Behandlung, daher sicherer Erfolg. Vorzügliche Verpflegung. Elias ■Sui. Hygienisch idealstes Sys1 Y Gasausströmung und Explosionen ausgeschlossen. — Wollcne, HMMciie unii öaumwßUcne Normal-Unterzeuge empfiehlt in reicher Auswahl zu billigsten Preisen 7883 Robert Stuhl, Neustadt 2;L Ernst Challier (Rndolphs Nach!.) Giessen. Special-Geschäli liir Miisikwaaren aller Art GroMNe Annwalil, solide Preise. 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Für Anfuhr au das HauS werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. ISB. Ausnahmsweise können kleinere Koksmengen ohne besondere Vergütung auch an die bete. Lagerplätze (Keller, Stall usw.) verbracht werden, sofern die Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt. Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firinen der iilcinDttlmuf der Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei: Bachcnheimer & Schaumbergcr, Marburgerstraße 22 Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, I. Happel, Neustadt 56, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pi stör Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Llcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Nliverzagt, Grünbergerstraße 13. Daniel Wirth s Nachf. (Th. Geilfus), Westanlage 51. Tiefe Firmen berechnen obenstehende Preise uiiserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Tie Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkuug Gieße» ermäßigeu sich um den Betrag der Oktroirückvergutuug vou 4 Pfg. für den Zentner. Gießen, den 11. Oktober 1904. B12/to Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Nähmaschinen sind unübertroffen an Eleganz, Dauerhaftigkeit und Leistungsfähigkeit, sticken, stopfen, nähen vor- und rückwärts. Weber eine E$Mläon in allen Erdteilen im Gebrauch. Kataloge und jede gewünschte Auskunft .....gratis. . IWilh. Jung VIIIKlein-Linden—Giessen Ecke Frankfurter- und Wetzlarer Strasse. 7934 Schlitzen Bier. ' mpfehle das bestens bekannte Bier aus der Gräflich Görtz'scheu Brauerei zu Schlitz, hell und dunkel in Flaschen. 1 i Flasche 20 Pfg., ’/2 Flasche 10 Pfg. frei ins Haus. 802l Fpied. IKiBlhnhoM, Ludwigstraße 55. Alien-Schule. 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